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 Protokoll der Arbeitsschutz- Tagung
       Fr. 03.11.05, 16.00h - Sa. 04.11.05, 15.00h in Niedenstein
Teilnehmer und Tagesordnung (siehe Anhang)

Einführung in Thema und Ablauf
Herr Stefan Breite begrüßt die Teilnehmer und den Referenten Hr. Bernhard Müller VBG.

Ehrenamt und Unterweisung in Kirchengemeinden
Herr Bernhard Müller, VBG Bielefeld, bestätigt, dass diese Veranstaltung als Weiterbildung
im Sinne des §5 ASiG anerkannt wird. Eine Teilnahmebestätigung erfolgt durch USB.

In Gemeinden kommt es zu den unterschiedlichsten Unfällen:
-Absturz durch eine Dachluke, -vom Ast erschlagen, -Sturz bei Bühnendekoration...
Bei diesen Unfällen sind hauptsächlich ehrenamtliche Mitarbeiter betroffen, was die ganze
Sache wesentlich komplizierter macht. Die VBG unterscheidet dabei nicht zwischen
Gemeinden die als Verein oder als Körperschaft des öffentlichen Rechts organisiert sind.
Entscheidend ist die Stellung des zugehörigen Kirchenbundes. Für alle Mitarbeiter besteht
Versicherungsschutz. Die Unfallverhütungsvorschriften (UVV) Gelten laut VII.
Sozialgesetzbuch für alle Versicherten. In Kirchen wird nur jeder 3. Unfall gemeldet.

Voraussetzung für ehrenamtliche Mitarbeit ist eine Unterweisung. Der neue Vordruck der
Grundunterweisung enthält auch eine Beauftragung. Hier wird die definierte Tätigkeit, die
Mitgliedsnummer und die zuständige Bezirksverwaltung festgehalten. Bei neuen Aufgaben
sollte auch neu und spezifisch unterwiesen werden. Für jede Tätigkeit sind
Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen.
Für gefährliche Geräte wie z.B. Häcksler, Freischneider (motorbetriebene Sichelmaschinen)
Sind Betriebsanweisungen zu erstellen. (Es gibt Ausarbeitungen der GartenBG und EFAS).
Der Kinder- und Jugendschutz ist zu beachten. Personen unter 16 Jahren dürfen keine
Tätigkeiten mit motorbetriebenen Sichelmaschinen, z.B. Rasenmäher ausüben. Der
Umgang mit Kettensägen und Freischneidern erfordert eine Schulung und Schutzausrüstung.

Es gibt eine Checkliste „ehrenamtliche Helfer“.
Der Unternehmer trägt die Verantwortung wenn Mitarbeiter durch defekte Geräte zu Schaden
kommen, siehe VDSI Artikel „Fachkraft verurteilt“.

Aktuelles aus der VBG
In kirchlichen Schulen sind die Mitarbeiter bei der VBG, die Kinder bei der Landesunfallkasse
in kirchlichen Kindergärten sind die Mitarbeiter bei der BGW, Kinder bei der Gemeinde-
Unfall-Versorgungskasse
Letztere werden zusammengefasst in die: „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung“
Auch die Berufsgenossenschaften sollen zu 6 BG’en zusammengefasst werden. Die
preisgünstige VBG wird voraussichtlich mit der teuren, weil unfallträchtigen BG Keramik +
Glas fusionieren. Das System BG bleibt jedoch erhalten. Leistungen werden in Zukunft etwas
anders geregelt. Bei kleineren Renten werden Abfindungen gezahlt. Es ist mit einer
Beteiligung der Versicherten an den Kosten zu rechnen (bisher war das System allein durch
die Arbeitgeber finanziert).


                      Umwelt- und Sicherheitsmanagement Breite
                Arbeitsschutz in freikirchlichen Gemeinden und Werken
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Eine optimale Betriebsgröße ist bei 200 Beschäftigten erreicht. Wir leben im „Ghetto der
200“ Personen die wir persönlich kennen und mit denen wir effektiv arbeiten können. Zur Zeit
gibt es noch die 2 Organisationen für den Arbeitsschutz: BG und Gewerbeaufsicht.
Letztere wird immer mehr in Behörden eingegliedert. Die Unfallzahlen nehmen zu.
Das gros der Unfälle entstehen durch Stolpern Rutschen und Stürzen. Von den teuersten
Unfällen ist jeder 3. ein Leiterunfall. Durch die Aktion „sicherer Auftritt“ wurden solche Unfälle
um 20% reduziert. 30% der SRS-Unfälle beruhen auf einem technischen Mangel, 70% sind
verhaltensbedingt. Abweichungen von 0,5 cm bei den Stufenhöhen führen zu
Stolperunfällen. Ab der 3. Stufe setzt der Benutzer eine gleichmäßige Stufenhöhe voraus.
Es gibt relativ wenige Stromunfälle, da der Respekt vor Elektrizität recht hoch ist.

Hindernisse beim Arbeitsschutz
- Modebewusstsein: Schutzkleidung wird von Frauen nicht als chic empfunden, bzw. störend
für die Frisur, sodass Schutzschuhe bzw. der Helm nicht getragen werden.
- Image: Südeuropäer empfinden es oft als unmännlich/feige, auf Sicherheit zu achten.
- Arbeitsrhythmus: ohne Schutzkleidung kann man oft schneller arbeiten und somit zunächst
noch Kosten sparen

idealer Arbeitsschutz
ist dann erreicht, wenn er so natürlich integriert wäre, dass man Dinge tut, ohne
erwähnen zu müssen, dass sie dem Arbeitsschutz dienen.

Argumentation für den Arbeitsschutz
- Hinweis auf mögliche BG-Überprüfung (Behörden machen Ärger)
- Das Wohlergehen der Mitarbeiter (besonder der Schutzbedürftigen)
- Verantwortung für den Menschen
Der Vorteil bei dem BG-System besteht für die Firmen darin, dass an sie kein
Haftungsanspruch geltend gemacht wird, und für die Mitarbeiter, dass ein berechtigter
Anspruch auch befriedigt werden kann. Die VBG versichert die Zeitarbeitnehmer und ist
somit in diversen Bereichen tätig.

Verschiedenes
Um Unfälle zu bewerten wird das Wissen aus der jeweiligen Fach-BG herangezogen.
Bei manchen BG’s werden die Ansprüche etwas widerwillig, z.B. BauBG, obwohl der BG
selber ja kein Schaden entsteht. Im Zweifelsfall ist eine Klage vor dem Sozialgericht möglich.
Es wird eine Excel-Datei zum Gebäudemanagement von Herrn Pelster, Bistum Osnabrück,
vorgestellt, das über verschiedene Unterweisungsvorlagen verfügt.
Im Internet sind auch Präsentationen verfügbar, z.B. Napo-Comic.
Die Gefahrtariftstelle für die ev. Kirche= 3,8%, für die kath. Kirche= 4,2%, andere Kirchen...
Es wird eine gemeinsame Gefahrtarifstelle mit Pauschalregelung angestrebt.

Vorstellungsrunde
Einige berichten dabei auch von Unfällen aus dem Alltag, von denen hier einige
wiedergegeben werden sollen, z.B. stürzte beim Einlassen des Wassers eine Person ins
Taufbecken und verletzte sich mit dem Fuß an den Armaturen. Eine ältere Frau stürzte bei
Glatteis im Gemeindehof und musste im Krankenhaus behandelt werden. Ein Mitarbeiter
brach sich bei einem Leiterunfall das Handgelenk und erhält nun eine Teilrente, mit der er,
der ja bereits Rentner ist, nicht gerechnet hatte.


                       Umwelt- und Sicherheitsmanagement Breite
                 Arbeitsschutz in freikirchlichen Gemeinden und Werken
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Verkehrssicherungspflicht
Uwe Schaller, Sicherheitsfachkraft bei der Stadt Zwickau weist auf die Schadenersatzpflicht
aus §823 BGB hin. Ein Sturz im Laub kann teuer werden. Jeder hat seinen Weg, sowie den
Zugang zu Mülltonnen und Briefkasten freizuhalten. Dies ist i.d .R. auch im Kleingedruckten
der Haftpflichtversicherung vermerkt. Bei Ignoranz kann auf 5. Mo 22,8 (Geländer).
Im §828 geht es um den verkehrssicheren Zustand von Wegen und im §838 um den
Einsturz, bzw. das Ablösen von Teilen (z.B. Eiszapfen).
Der Hinweis: eingeschränkter Winterdienst – Betreten auf eigene Gefahr! Befreit Privatleute
nicht von der Verkehrssicherheitspflicht, dies ist allenfalls bei manchen Parkanlagen möglich.
Es sollte eine eindeutige Kennzeichnung mit dem Hinweis: „Privatgelände“ erfolgen, sonst ist
der Bereich wie eine öffentliche Fläche rechtzeitig von Schnee zu räumen.

Es ist ein Dienstplan zu erstellen, damit der Eingang z.B. für Mieter täglich geräumt wird.
Sonst noch bei den Veranstaltungen. Darüber hinaus sollte jemand mit der Kontrolle
beauftragt werden. Die generelle Aufsichtspflicht hat der Vorstand, der dies im Protokoll
festhalten sollten. Zur Dokumentation sollte ein Streubuch geführt werden.

In der Morgen-Andacht hebt Siegfried Scherf hervor, dass wir gemäß Kolosser 2,7
verwurzelt (Natur) und gegründet (Bauwesen) sein sollen.

Leitfaden Gefährdungsbeurteilung
Herr Martin Breite Fa. USB, stellt Grundsätze, Auftreten und Ablaufplan im Zusammenhang
mit der Gefährdungsbeurteilung vor. „Wir helfen den Gemeinden und Werken, für ihre
Mitarbeiter ein sicheres und gesundes Arbeitsumfeld zu schaffen.“ Menschen sollen ihren
Dienst in ihrer Berufung tun können. Wir bieten Hilfe zur Selbsthilfe!
Dann geht er auch auf Fragen zur Praxis ein, z.B. gepflegtes Auftreten, Material-Fahrtkosten,
Besonderheiten in Freikirchen, und schließlich stellt er einen Ablaufplan vor.
Die Leiter der Gemeinde/Einrichtung sollten für den Arbeitsschutz sensibilisiert werden,
dann kann dieser auch dauerhaft und effektiv sein. Im Grundsatzgespräch sollte die
Verantwortung erwähnt werden und die Hilfe, die wir durch unsere Beratung bieten, um die
Verantwortlichen zu entlasten.
Im Blickfeld unserer Beurteilung sind auch Besucher oder sonst. Dritte, die sich in den
Arbeitsbereichen und im Rahmen des Gemeindelebens dort aufhalten können.
Nicht begangene Bereiche sollten im Protokoll kurz erwähnt werden.
Eine Bestellung der Mitarbeiter muss von dem Gemeindebund veranlasst werden
Für die Gemeinden gilt die gesetzliche Versicherungspflicht und die Fürsorgepflicht.
Es gilt die ArbeitsstättenVO und die GefahrstoffVO, jedoch die VersammlungstättenVO gilt
nicht, gemäß §1 (3) 1. für Räume, die dem Gottesdienst sind.
Besucher sind keine Beschäftigten und sind auch nicht über die VBG versichert, sondern
über die Gemeindeversicherung, i.d.R. VMD (Ecclesia).

Jeder Arbeitschutz-Mitarbeiter sollte im Jahr mindestens eine Schulung der VBG oder des
VDSI zusätzlich besuchen. Der Sicherheitsreport der Gemeinde sollte ihm (evt. im Umlauf)
zur Verfügung gestellt werden.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden ca. 2x/a Newsletter verfasst. Bei aktuellen
Anlässen werden Berichte an die Zeitschriften „Die Gemeinde“ und „Wort&Geist“ versandt,
bzw. die internen Verteiler der Bünde über die Geschäftsstellen genutzt.



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                 Arbeitsschutz in freikirchlichen Gemeinden und Werken
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Gefahren an Spielgeräten
Uwe Schaller, Sicherheitsfachkraft bei der Stadt Zwickau, berichtet von einigen Unfällen, z.B.
Kind rutscht mit dem Körper durch Klettergerüst, bleibt jedoch mit dem Fahrradhelm hängen
und stranguliert sich am Riemen. Auch auf Schlüsselbänder sollte möglichst ganz verzichtet
werden, sonst müssen sie über einen Klettverschluss, oder eine Sicherheits-Sollbruchstelle
verfügen. Ebenso sollte auf Kleidung ohne Bänder geachtet werden. Lange Schals sollten
unter der Kleidung getragen werden
Metallrutschen sind wegen der Aufheizung nach Norden auszurichten. Bei
Spielplatzeinsätzen ist die Aufsichtspflicht zu beachten.
Empfohlen werden die GUV-SI 8014 - Naturnahe Spielräume
8017 Außenspielflächen; 8018 Giftpflanzen.
Besonders ist auf die Abstandsflächen zu achten, evt. sind Schattenbereiche sind zu nutzen.
Generell sollten nur GS gekennzeichnete Geräte verwendet werden, die auch nach der DIN
EN 1156 für Außenbereiche tauglich sind.
Die Gemeindeunfallversicherung bietet Schulungen hierzu an, die i.d.R. kostenfrei sind.
Bei der Planung sollten Folgekosten, z.B. für Prüfung, Austausch von Fallschutz, ...
berücksichtigt werden. Selbstgebaute Holzgeräte weisen oft Risse auf die eine erhöhte
Verletzungsgefahr mit sich bringen – z.B. durch Schnittverletzungen, oder Hängenbleiben,
was zu Stürzen führen kann. Fachfirmen verwenden kerngetrennte Hölzer.
Gefahr geht aus von Fingerfangstellen im Bereich 8-25mm, Kopffangstellen 110-230mm.
Lücken sollten verschlossen werden. Die maximale Fallhöhe darf 3,00m nicht
überschreiten, dabei ist die oberste Trittebene entscheidend, nicht die Dächer.
Die Fallhöhe bei Beton darf 0,6m bei Naturboden 1,0m und bei Rasen 1,5m nicht
überschreiten. Als wartungsarmer Fallschutz hat sich Kies (2-8mm) bewährt. Sand muss
alle 5 Jahre ausgetauscht werden, z.B. auch wegen der Verunreinigung durch Katzen.
Der Rutschenauslauf sollte max. 0,35 m hoch sein. Ein Spielplatzschild sollte folgende
Informationen enthalten: Eigentümer, Öffnungszeiten, Altersbegrenzung, Aufsichtspflicht
(Appell an Eltern), Verbote: z.B. Rauchen, Drogen, Motorradfahren, Hunde.

Gefahrstoffe
Dipl.-Ing. (BA) Stefan Breite stellt die GefahrstoffVO vom 01.01.2005 vor.
Die dort geforderten Sicherheitsdatenblätter sollte man sich bei dem Hersteller, z.B. im
Internet besorgen. Einen Anspruch hat man nur als gewerblicher Nutzer.
Bei mehr als 5kg, bzw. 5l Gefahrstoff (Totenkopf-Piktogramm) ist das Erstellen einer
Gefährdungsbeurteilung und eines Gefahrstoffverzeichnisses, sowie das Durchführen
von regelmäßigen Unterweisungen erforderlich. Wenn möglich sollte man auf Stoffe mit
geringerer Gefährdung umsteigen. Eine Belastung der Luft kann mit Drägerröhrchen
ermittelt werden, (Passivsammler + Laborauswertung kosten rund 70,-€).
Beim Umgang mit Gefahrstoffen ist auf einen ausreichenden Luftaustausch, z.B. durch eine
Luftabsaugung zu achten. Die Aufsicht für alleinarbeitende Personen in Risikobereichen ist
zu organisieren. Es gilt ein generelles Nahrung- und Genussmittelverbot. In Gemeinden
sollten Reinigungsmittel generell in einem abschließbarem Schrank gelagert werden.

Abschlussrunde
Die Teilnehmer bestätigten, dass sie bei der Tagung gute Anstöße erhalten haben.
            Nächster Termin: 09-10. November 2007 in Kirchheim/Hessen
      Themenvorschläge: Arbeitsmedizin, Brandschutz, Energieeffizienz, Baustellen,
                          Personenbeförderung


                      Umwelt- und Sicherheitsmanagement Breite
                Arbeitsschutz in freikirchlichen Gemeinden und Werken

				
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