Docstoc

Tourismus Management.pdf

Document Sample
Tourismus Management.pdf Powered By Docstoc
					                 Fakultät für Tourismus der Hochschule München | www.tr.fh-muenchen.de | ISSN 1866-3044 | 2,80 €




02 | 09 Master
                                                                                                                    Tourismus Management
                                                                                                                                           FAKULTÄT FÜR TOURISMUS




                                                                                                             Passport
@
                                                                                                               Editorial




Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,


nun ist sie angekommen in den Hoch-        zen zu Modulen, zur Eingewöhnung
schulen, die zweistufige Bildungs-         an ein „universitäres“ Leben bleibt
struktur.                                  wenig Zeit. Und wenn man zur Positi-
     Der Bologna-Prozess, einer der        onierung auf dem Arbeitsmarkt noch
Harmonisierungsbemühungen der              ein Masterstudium anschließt, dann
europäischen Union, hat das Ziel,          vergehen fünf Jahre – mindestens!
Hochschulabschlüsse der Mitglieds-              Unsere Fakultät hat sich von der
länder transparenter, vergleichbarer       Idee leiten lassen, „aus dem Unver-
zu machen und darüber hinaus die           meidlichen das Beste zu machen“. Wir
studentische Mobilität zu erhöhen.         haben mit unserer Studienordnung         Prof. Dr. Theo Eberhard
                                                                                    Dekan
Ein „europäischer Hochschulraum“           für den Bachelor versucht, diese „aka-
sollte geschaffen werden. Im Wesent-       demische Freiheit“ in das Studium ein-
lichen wurde die anglo-sächsische          zubauen, einen atmenden Lehrplan zu      tung von Gemeindefinanzen, der re-
Bildungsstruktur übernommen:               schaffen, der sowohl dem Bedürfnis       gionalen „ Volkswirtschaften“, auf die
Bachelor und Master. Und Deutsch-          nach Wissen (beruflich verwertbar),      Gestaltung des öffentlichen Raums,
land musste sich von seinem so ge-         als auch nach Bildung (Gestaltung der    Natur- und Landschaftspflege, Denk-
liebten Diplom verabschieden!              Persönlichkeit) gleichermaßen gerecht    mal und Identität, interkulturelle
     Die Diskussionen um ein Für und       wird. Beispielhaft dafür stehen unsere   Kommunikation und Verantwortung
Wider reißen seither nicht ab. Hum-        Kompetenzfelder, die dieser Intention    und natürlich betriebswirtschaftliche
boldt wurde als Lord-Siegel-Bewahrer       entsprechend Rechnung tragen (S. 40).    Effizienz. Dass berufliche Praxis auch
des deutschen Bildungsbürgertums           Darüber hinaus haben wir die Semes-      ein Kernziel unseres Tourismus-Mas-
beschworen, und die neoliberalen Bil-      terwochenstunden (Präsenszeiten an       ters ist, unsere Absolventen im be-
dungsarchitekten fordern von einem         der Hochschule) von durchschnittlich     ruflichen Umfeld erfolgreich agieren
„modernen“ Bildungssystem die op-          30 pro Woche (Diplom) auf 24 verkürzt    können, thematisiert Peter Greischel
timale Ausrichtung der Hochschulen         – gerade, um dem Eigenstudium mehr       in seinem Beitrag.
an die Bedürfnisse der Industrie. Ganz     Raum zu verschaffen. Dazu haben wir          Bei dem Master für Hospitality-
nebenbei erhoffte sich der Staat eine      den Diplom-Studiengang bei der Um-       Management steht die berufliche Pra-
Verkürzung des Studiums – um Kos-          stellung entrümpelt – der neue Bache-    xis stärker im Vordergrund, will aber
ten zu sparen. Während es Humboldt         lor ist besser als das alte Diplom.      auch einen entscheidenden Beitrag
noch um die umfassende Bildung der              Die nächste Herausforderung ist     zur Akademisierung der Hotellerie
Persönlichkeit ging, und zu seiner Zeit    die Einführung unserer Master-Stu-       Rechnung tragen (Beitrag von Axel
kamen vor allem die Eliten in den Ge-      diengänge, die ab Sommersemes-           Gruner und Burkhard von Freyberg).
nuss dieser Ausbildung, wurde die mo-      ter 2010 starten. Der Schwerpunkt            Die Bachelor-Studierenden (in
derne Universität schnell zum Abbild       dieses Heftes ist diesem Thema mit       den höheren Semestern), vor allem
unserer Industriegesellschaft: Mas-        Beiträgen von Volker Letzner, Thomas     aber die Master-Studierenden, sollen
senproduktion. 500 Studierende im          Bausch und Peter Greischel gewid-        in unsere Forschungsaktivitäten di-
Audimax – eine Art Video-Botschaft,        met. Hier wird eine neue Dimension       rekt einbezogen werden. Daher stellen
live! Viel wurde von der „Verschulung“     der Tourismusökonomie beschrieben,       wir dem Leser unsere Forschungspro-
des Studiums gesprochen, den einge-        die den Quantensprung unseres aka-       gramme in einer Übersicht vor.
schränkten Möglichkeiten, sich über        demischen Lehrauftrags einläutet:            Allen neuen Studierenden ein
das gewählte Fach hinaus zu bilden.        weg vom reinen Management etab-          herzliches Willkommen, und wie ge-
Häufig bestehen jedoch diese Ein-          lierter Teilmärkte im Tourismus, hin     sagt: Man kann Tourismus auch wo-
schränkungen darin, sich sein Studi-       zu einem Gesamtsystem der volks-         anders studieren …!
um verdienen zu müssen und anstatt         und betriebswirtschaftlichen Bedeu-
in der Bibliothek zu sitzen, arbeitet      tung touristischer Aktivitäten, den
man bei McDonald‘s.                        gestalterischen Fähigkeiten und der
     Sicher, es gibt einige Schwächen      Schärfung des analytischen Potenzials
im Bologna-Prozess, das Studieren ist      zur Gestaltung unserer Zukunft. Von
straffer geworden (manche würden sa-       der Querschnittswirtschaft hin zur
gen effizienter, doch für welches Ziel?),   Schlüsselökonomie. Tourismus muss        Prof. Dr. Theo Eberhard,
Noten sind vom ersten Semester an          in Zukunft auch Antworten geben auf      Dekan
zeugnisrelevant, Fächer verschmel-         Fragen der ökonomischen Verantwor-

                                                                   Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport             3
    Inhalt




    Inhalt
    Master                                                                                                                         Gäste unserer Fakultät

    Der Master-Studiengang „Tourismus-Management“ oder wie man eine                                                                Der Blick über den Tellerrand:
    unbekannte Zukunft im Tourismus in den Griff bekommen kann! .............7                                                     Highlights an unserer Fakultät .............................................................................. 65
    „Tourism Management“ Master programme or how to come                                                                           Vural Öger:
    to grips with an uncertain future in tourism ..................................................... 11                          „Von der Sonnenscheinbranche zum hartumkämpften Geschäft“........... 65
    Ein Master, der zur Entwicklung qualifiziert ..................................................... 15                           Dietmar Kastner:
    A Master‘s To Build On................................................................................................. 16     „Der Konzern aus der Wundertüte“ ..................................................................... 66

    Der Tourismus-Master: Auf die Managementpraxis                                                                                 Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ .......................................................................... 67
    im internationalen Umfeld vorbereiten ............................................................ 18                          Erich Sixt: „Querdenker gesucht“ .......................................................................... 68
    Hospitality-Master der Fakultät für Tourismus                                                                                  Dr. Hans-Jochen Vogel:
    folgt Akademisierungstrend................................................................................... 19               „Verantwortung für eine Werte(lose)-Gesellschaft“ ...................................... 68
    Hospitality Industry meets Faculty ...................................................................... 21
                                                                                                                                   Klaus Hildebrandt:
    Allgemeine Studieninformationen für den Hospitality-                                                                           „Wir ticken anders als die Tourismusbranche“ ................................................ 70
    und Tourismus-Master ............................................................................................. 22
                                                                                                                                   Karlheinz Ruckriegel:„Glücksforschung“ ............................................................ 70
    Forschung                                                                                                                      Philipp Lahm:
                                                                                                                                   „Ein Urlaub, der mir die Augen weit öffnete“ ................................................... 71
    EU-Forschungsprojekt ClimAlpTour oder:
    Der Einfluss des Klimawandels auf den Tourismus im Alpenraum........... 24                                                      Julian Nida-Rümelin:
                                                                                                                                   „Ethik – Spielverderber der Erfolgreichen?“ ...................................................... 72
    Forschungsprojekt „Wirtschaftlichkeit im Reisebürovertrieb“:
    In Kooperation mit dem DRV entsteht das DRV Reisebüro-Barometer ... 26                                                         Dietmar Gunz:
                                                                                                                                   „Wir haben die Marketing-Abteilung abgeschafft“ ........................................ 72
    Fakultät für Tourismus begleitet Entwicklung der neuen
    touristischen Komplettlösung TOURPORT von Partners Software ............ 28                                                    Robert Salzl: „Wenn Zahnstocher die Gäste halten“ ...................................... 73


    Theorie & Praxis der Tourismusökonomie                                                                                         International

    Die Erklärung internationaler Tourismusströme                                                                                  Eine Auswahl der Hochschulen, mit denen wir kooperieren ...................... 74
    durch die Außenhandelstheorie............................................................................ 30                   Fakultät International ............................................................................................... 76
    Die kommunalen Steuereffekte des Tourismus –                                                                                   International Office .................................................................................................... 78
    Die Verschuldung vieler Gemeinden ist kein Zufall ........................................ 34
                                                                                                                                   Neuer Partner in Dublin ........................................................................................... 80
    Studium                                                                                                                        Erfahrungen einer Erasmus-Studentin
                                                                                                                                   an der Fakultät für Tourismus ................................................................................ 80
    Kompetenzfelder – modern und flexibel ........................................................... 40
                                                                                                                                   Entwicklung von Wissenschaftstourismus
    Die Projekt-Fabrik: Projektmanagement                                                                                          in der Achuar-Gemeinde Scharamentsa, Ecuador .......................................... 82
    mit 60 konkurrierenden Teams.............................................................................. 42
                                                                                                                                   Development of Scientific Tourism in the Achuar Community
    Was zusammen gehört: Denkmal & Tourismus .............................................. 44                                     in Sharamentsa, Ecuador: A Project of the Department of Tourism ............ 85
    Projektgruppe „Tourismus und Denkmalpflege“ –                                                                                   Interkulturelle Kommunikation in Spanien und Lateinamerika................. 87
    Fallstudie der FH München ..................................................................................... 44
    Fuggerschloss Boos .................................................................................................... 47     Alumni
    Mit einfachen Mitteln eine komplexe Aufgabe bewältigen........................ 48                                              Karrieren – Ehemalige stellen sich vor!............................................................... 90
    Studentische Aktivitäten am Stadtgründungsfest München..................... 49
                                                                                                                                   Die Fakultät
    Angewandter Klimaschutz als Zukunftschance für die Hotellerie............ 50
    Klimaschutz und Nachhaltigkeit –                                                                                               Nächste Haltestelle: Schachenmeierstraße in München ............................. 96
    Chancen für engagierte Unternehmen .............................................................. 52                           ProfessorInnen der Fakultät für Tourismus ....................................................... 98
    Was bringt die Zukunft dem Tourismus?                                                                                          Unsere Mitarbeiterinnen ......................................................................................... 98
    Branchen-Szenarien für das Jahr 2028 ............................................................... 54
                                                                                                                                   Lehrbeauftragte an unserer Fakultät .................................................................100
    Doppelabschluss für Nachwuchsführungskräfte ........................................... 56
                                                                                                                                   Internationale GastprofessorInnen....................................................................101
    Stimmen aus der Praxis............................................................................................ 57
    HDV vergibt Wissenschaftspreis Hotellerie – Zweimal erster Platz                                                               Campus Pasing
    für Absolventen der Fakultät für Tourismus, Hochschule München ........ 58
                                                                                                                                   f.a.s.t e.V. – Die Studierendenvertretung ..........................................................102
    Erfahrungsberichte der Gewinnerinnen ............................................................ 59
                                                                                                                                   f.a.s.t e.V. – The students‘ council ..........................................................................102
    Kreml und Tataren – Ein Kurzbericht aus Tatarstan........................................ 62
                                                                                                                                   PAOSO ...........................................................................................................................102
    Wie bringt man seine gute Idee auf den Markt? –
    SCE weckt Unternehmergeist ................................................................................ 64




    Herausgeber: Fakultät für Tourismus, Hochschule für angewandte Wissenschaften –                                              Tel. (08 21) 44 05-420, hanspeter.engel@vmm-wirtschaftsverlag.de Objektkoordination:
    FH München, Am Stadtpark 20, D-81243 München Internet: www.tr.fh-muenchen.de                                                 Kathrin Müller, Tel. (08 21) 44 05-432, kathrin-mueller@vmm-wirtschaftsverlag.de
    V. i. S. d. P: Prof. Dr. Theo Eberhard Redaktion: Theo Eberhard ISSN: 1866-3044                                              Titelbild: Volker Letzner Bilder: Hochschule München, vmm-Archiv, Fotolia Grafik: Anne
    Verlag: vmm wirtschaftsverlag gmbh & co. kg, Maximilianstraße 9, 86150 Augsburg,                                             Gierlich Bildbearbeitung: Peter Besel Druck: Kessler Druck + Medien GmbH & Co. KG,
    www.vmm-wirtschaftsverlag.de Media- und Objektleitung: Hans Peter Engel,                                                     Bobingen Anzeigen: Derzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 1/ 2009 gültig.



4    Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                        Grußwort des Präsidenten




Grußwort des Präsidenten



Liebe Leserinnen und Leser,



Internationalität – dafür steht beson-    sich auch in Bildung und Ausbildung
ders der Tourismus. Über 30% un-          widerspiegeln muss. Wir wollen die
serer Studierenden der Fakultät für       nationale und internationale Arbeits-
Tourismus absolvieren ihr Praktikum       markt- und Wettbewerbsfähigkeit
oder ein Auslandssemester an einer        unserer AbsolventInnen sichern und
der knapp 40 Partnerhochschulen           verbessern. Durch die kulturelle und
der Fakultät. Hoch im Kurs liegt nach     intellektuelle Bereicherung durch
wie vor Europa mit Spanien an der         ausländische Studierende und Leh-
Spitze, gefolgt von Großbritannien,       rende steigern wir die Attraktivität
Irland und Frankreich. Aber der Fo-       unserer Hochschule für Studienin-
kus weitet sich zunehmend, und die        teressierte, aber auch für potenzielle    Prof. Dr. Michael Kortstock,
Studentinnen und Studenten lernen         ProfessorInnen aus ganz Deutschland       Präsident der Hochschule München
und arbeiten auch in Australien oder      und weltweit.
asiatischen Ländern.                          Dem großen Schritt ins Ausland
    Darüber freue ich mich eben-          steht ein kleiner Schritt innerhalb
so wie über die internationalen For-      Münchens gegenüber: Im Februar 2010
schungsaktivitäten im Bereich Tou-        wird die Fakultät für Tourismus in
rismusmanagement. So konnte im            die Schachenmeierstraße ziehen, in
vergangenen Jahr das EU-Projekt           die Nähe des Hauptsitzes der Hoch-
„Alpshealthcomp“ mit einer Konfe-         schule am Campus Lothstraße. Auch
renz an der Hochschule München            wenn Abschied nehmen schwer fällt
erfolgreich abgeschlossen werden. In      und viele sich an den schönen Cam-
diesem länder- und branchenüber-          pus Pasing gewöhnt haben, werden
greifenden Projekt wurde ein kom-         damit die angespannte räumliche Si-
petentes Netzwerk geschaffen, um          tuation in Pasing entzerrt und für alle
die Wettbewerbsfähigkeit des Alpen-       Beteiligten angenehme Arbeitsmög-
raumes als alpine Gesundheits- und        lichkeiten geschaffen. Lernen und
Wellnessdestination nachhaltig zu         lehren – an welchem Campus auch
stärken.                                  immer – ich hoffe, dass Sie sich an
    Ein internationaleres Arbeits- und    der Hochschule München wohl füh-
Forschungsfeld als Tourismus scheint      len und nach Auslandsaufenthalten
kaum vorstellbar. Daher wünsche ich       gern wieder hierher zurückkommen.
mir, dass unsere Studentinnen und
Studenten die einmalige Chance nut-
zen, einen Teil ihres Studiums im Aus-
land zu verbringen, selbst daran zu
wachsen und diesen „Türöffner“ für
ihr späteres Berufsleben zu nutzen.
    Internationalität ist ebenfalls ein   Prof. Dr. Michael Kortstock
Schwerpunkt unserer Hochschulent-         Präsident der Hochschule München
wicklungsplanung, weil die weltweite
Vernetzung in Wirtschaft und Politik




                                                                   Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport       5
                      Volker Letzner    barkeit des privilegierten Teils der     sucht stattdessen Authentizität, Spiri-
                                        Menschheit dramatisch angestiegen;       tualität, vielleicht sogar das Religiöse.
     as Wort Tourismus löst viel-       gleichzeitig sind die tatsächlichen      Im mittleren und unteren Teil des
     fältige bunte Bilder und posi-     und virtuellen Transportkosten auf       Marktsegmentes übernehmen das
tive Emotionen aus, die mit Strand,     ungeahnte Tiefen gesunken: Auch          Internet die Vermarktungsregie und
Wasser, Ausspannen, Exotik, Erotik,     wenn jeder über den Benzinpreis jam-     die Billigflieger den Transport in die
Abenteuer, Ruinen, Gewürzen, Ski,       mert – damit er real so teuer wie in     neuen Budgethotels, die – am besten
Sonne und vielen anderen Assozi-        den 60er-Jahren wäre, müsste er heu-     neben einem Freizeit- und Themen-
ationen verbunden sind. Manche          te über € 2,50 liegen. Diese fundamen-   park liegend – die Eventmaschinerie
denken allerdings auch sofort an        talen Veränderungen haben aus dem        mitliefern.
enge Flugzeugkabinen, Moskitos, An-     Luxusgut „Reisen“ für Abenteurer             Diese Zweiteilung des Marktes
schläge, bettelarme Menschen oder       und/oder Gutbetuchte einen gigan-        wird von weiteren Veränderungen
den Treibhauseffekt der Verkehrs-       tischen Tourismusmarkt entstehen         begleitet werden:
                                                                                 ■ von den schnellen Wechseln in der
                                                                                   Kommunikationstechnologie, die
                                                                                   schon immer in der Tourismus-
                                                                                   wirtschaft ihre ersten Abnehmer
                                                                                   und Treiber gefunden hat und wei-
mittel. Tourismusmanagement hat,        lassen, der das Grundrecht auf Frei-       ter zum E-Tourism ausgebaut wer-
pointiert formuliert, nichts Anderes    zügigkeit demokratisiert, aber unge-       den muss
zur Aufgabe, als das Menschenrecht      recht verteilt: in Nordamerika, Euro-    ■ von neuen Ansätze im Des-
auf Freizügigkeit mit der Forderung     pa und Japan können viele reisen, in       tinationsmanagement, die in der
nach umfassender Nachhaltigkeit         den aufstrebenden Schwellenländern         Region neue Organisationen ent-
in Einklang zu bringen! Dies ist die    können einige reisen und im verarm-        stehen lassen und mancherorts be-
entscheidende Zukunftsaufgabe der       ten Rest der Welt die wenigsten. Die-      reits zu integrierten Destinationen
Branche, die vor allem in den großen,   ser große Tourismusmarkt ist ste-          führen, die Attraktoren und Infra-
mittleren und kleinen Unternehmen,      tig gewachsen und hat sich immer           struktur unter einem privatwirt-
in nationalen, supranationalen oder     neue Destinationen gesucht, die es         schaftlichen Dach zusammenfüh-
internationalen Tourismusinstitu-       zu entwickeln galt: Von der Riviera        ren – wobei die Privatisierung des
tionen und in relevanten NGOs von       nach Spanien, Griechenland, in die         öffentliches Raumes einen Diskus-
den Absolventinnen und Absolventen      Türkei, nach Nordafrika und nun an         sionspunkt an sich bedeutet; des
des Master-Studiengangs an ent-         die Schwarzmeerküste hat sich die          Weiteren werden künstliche, um
scheidender Stelle geleistet werden     Sommer-Sonne-Strand-Industrie vor-         starke virtuelle Elemente ergänzte
muss! Aber wie kann diese Herkules-     gearbeitet und erschließt nun in ähn-      Freizeitwelten entstehen und völlig
aufgabe vor dem Hintergrund einer       licher Weise Costa Rica, Vietnam und       neue Typen von Attraktoren schaf-
unglaublich dynamischen Branche,        andere Ziele. Exotische Destinationen      fen
die Wandern mit dem Pilgerstab und      rücken immer näher, sei es, um den       ■ von neuen Tools und Konzepten für
Weltraumflug zu thematisieren hat,       Regenwald zu erfahren, Wale zu beob-       Planung, Finanzierung und Betrieb
gestemmt werden? Kann ein Master-       achten oder die Ruinen von Angkor zu       von Großprojekten, die bisher schon
Studiengang dafür überhaupt vorbe-      besichtigen. Zu den altbekannten tou-      in Mobilitätsunternehmen benöti-
reiten? Wie ist der Master-Studien-     ristischen Attraktorentypen – Natur        gt wurden: bei großen mittelstän-
gang Tourismusmanagement an der         und Kultur – gesellt sich langsam ein      dischen Autovermietungen, bei den
Fakultät Tourismus der Hochschule       dritter: die Suche nach dem immate-        Bahnen, Kreuzfahrtgesellschaften,
München konzipiert? Was kann er         riellen Erbe der Menschheit und dem        Fluglinien und -häfen und sich nun
leisten? Sehen wir uns die Herausfor-   Bedürfnis, dieses zu erhalten. Denn        auch auf integrierte Destinationen
derungen im Tourismus erst etwas        mit zunehmenden Einkommen kop-             und Veranstalter ausdehnen
genauer an:                             pelt sich zumindest das obere Seg-
     In den letzten Jahrzehnten sind    ment des Tourismusmarktes vom            Schön wäre es, könnte man die Tou-
die Einkommen und die Zeitverfüg-       Prinzip „viel für wenig Geld“ ab und     rismuszukunft einfach so fortschrei-

                                                                                                                             7
    ben. Doch aus vielen Gründen wür-         renden Tourismusbranche zu verste-        wirtschaft zu rezipieren, sondern ge-
    den derartige Versuche scheitern:         hen und zu kurieren. Es muss darum        genwärtigen Tourismus in all seinen
    Zum einen reagieren Touristen hoch-       gehen, diese Herausforderungen zu-        Facetten zu verstehen. Im Master-Stu-
    gradig sensitiv als auch sehr vergess-    allererst zu sehen (wer beispielsweise    diengang geht es darum, zukünftigen
    lich auf negative Meldungen wie An-       immer noch den Klimawandel igno-          Tourismus zu gestalten. Unser Ziel für
    schläge, Katastrophen oder Seuchen,       riert, kann nicht vernünftig darauf re-   unsere zukünftigen Master-Absolven-
    was zu kurzen, heftigen und unkalku-      agieren), möglichst zu verstehen und      tinnen und -Absolventen ist kein ge-
    lierbaren Ausschlägen bei den Touris-     dann die Fähigkeit zu entwickeln, da-     ringes: Sie sollen zukunftsfähige, in-
    tenströmen führt. Viel wichtiger sind     rauf zu reagieren. Und dies ist beilei-   novative, lukrative, verantwortliche
    aber die heute schon bekannten mit-       be nicht nur eine Aufgabe der Poli-       und nachhaltige Tourismuskonzepte
    tel- und langfristigen Determinan-        tik; jedes touristische Unternehmen,      entwickeln können und sie sollen da-
    ten des Tourismus, die langsam, aber      jede touristische Organisation, jeder     mit an verantwortlicher Stelle in der
    umso gewaltiger die Branche beein-        Tourismusverantwortliche muss die-        Tourismusbranche ihr Unternehmen
    flussen werden:                            se Fähigkeit entwickeln, den Heraus-      oder ihre Organisation voranbringen
    ■ zunehmende Globalisierung und           forderungen individuell und sozial        können!
       eine relative und absolute Zunah-      begegnen zu können. Vielleicht geht           In ihrem hervorragend abge-
       me des Binnen-, Incoming- und          dies wie folgt:                           schlossenen und ökonomie-orien-
       Outgoingtourismus in und aus den            Die vielen offenen Fragen bieten     tierten Bachelor-Studiengang haben
       großen Schwellenländern, insbe-        jedenfalls eine Chance: nicht einfach     sie die Grundlagen gelernt und be-
       sondere BRIC, also Brasilien, Russ-    so weiterzumachen wie bisher! Die         wiesen, dass sie erste anwendungsori-
       land, Indien und China, aber auch      touristische Zukunft kann nicht mit       entierte Managementaufgaben selber
       VAE, Südafrika oder Südostasien        dem Her-Beten alter Management-           lösen können (siehe hierzu die Aufnah-
    ■ technologischer Wandel in der           zöpfe gemeistert werden! Die aus-         mevoraussetzungen, S. 22). Nun benö-
       Kommunikations- und Transport-         schließlich renditeorientierten Ma-       tigen sie zwei weitere Fähigkeiten, um
       industrie, die uns virtuelle Welten,   nagementmethoden ohne Blick für           das skizzierte Ziel – Tourismusent-
       aber auch Raketenflugzeuge und          Risiken und ohne über das Quartal         wicklung an entscheidender Stelle –
       den Weltraumtourismus besche-          und das eigene Konto hinauszuse-          in ihrer Karriere schaffen zu können:
       ren werden                             hen, erleben zurzeit ihr Waterloo. Und
    ■ dramatische demografische Verän-         ebenso ist zu hören, dass betriebs-
       derungen, die in den Industrielän-     wirtschaftliche Fakultäten und ins-
       dern (und übrigens in China) zur       besondere die Elitekaderschmieden
       Überalterung führen, in vielen an-     vom angloamerikanischen MBA-Ty-           Je weiter sich eine Tätigkeit von der
       deren Regionen aber Überbevölke-       pus von ihrer bisherigen neoliberalen     Sachbearbeitungsebene zu einer Ent-
       rung hervorrufen und mit zuneh-
       menden sozialen Verwerfungen
       einhergehen werden
    ■ Klimawandel, Ressourcen- und Ener-
       gieknappheit, die (freiwillige oder
       erzwungene) schwer wiegende Be-
       wusstseins- und Verhaltensände-        Ausrichtung abzurücken versuchen.         scheidungsebene hin orientiert, des-
       rungen herbeiführen werden, damit      Die Tourismusausbildung an der Fa-        to mehr Probleme tauchen auf, für
       nachhaltiges Leben auf dem Planeten    kultät für Tourismus der Hochschu-        die es noch keine Lösung gibt: Der
       noch länger möglich sein kann.         le München ist gar nicht erst in die-     Sachbearbeiter arbeitet nach Rezept
                                              se Falle gegangen, da Tourismus per       – der Entscheider muss ohne Koch-
    Und als ob diese Herausforderungen        se interdisziplinär ist und nie nur die   buch auskommen! Je höher die Auf-
    nicht schon groß genug wären,             Rendite, sondern immer auch den           gaben, desto wichtiger wird die Me-
    kommt nun auch noch eine Finanz-          Menschen ins Zentrum stellte. Wohl:       thoden- und Theoriekompetenz, die
    und Wirtschaftskrise hinzu, die sich      Die Basis jeder vernünftigen Touris-      das Denk- und Analysewerkzeug zur
    gerade in eine fulminante Rezession       musausbildung muss eine moderne           Verfügung stellt, um Lösungen selbst-
    wandelt. Man muss (noch) keinen Ab-       und solide Betriebswirtschaftsleh-        ständig finden und herbeiführen zu
    gesang auf den Kapitalismus singen,       re sein, die durch ein ökonomisches       können:
    um trotzdem nicht zu wissen, was          Grundlagenwissen, durch interkultu-       ■ höhere Mathematik mit Planungs-
    kommt! Kurz: Die Weiterentwicklung        relle Kompetenz, kulturelle und sozio-      und Optimierungsmethoden
    der Weltwirtschaft und damit ihres        logische Verankerung und durch Ori-       ■ fundierte Tools der empirischen
    Teilsystems Tourismus ist momen-          entierung am Nachhaltigkeitsprinzip         Wirtschaftsforschung
    tan völlig offen. Auch die Erkenntnis,    gekennzeichnet ist. Dies ist die Basis    ■ Szenario- und Kreativitätstech-
    dass es Reisen geben wird, so lange       des nun seit 2006 erfolgreich prakti-       niken
    es Menschen geben wird, hilft nicht,      zierten Bachelor-Studiengangs an der      ■ Betriebs- und insbesondere volks-
    die Sorgen und Nöte der real existie-     Fakultät: nicht bisherige Tourismus-        wirtschaftliche Theorien dienen

8
  nicht nur der Logikschulung, son-        diesem Heft vorgestellte Projektfab-      werden in die Forschungsprojekte
  dern bilden die Basis eigenständiger     rik oder die Kompetenzfelder. Was         der Fakultät und in die Forschungs-
  Theorie- (Weiter-) Entwicklung.          aber im Bachelor noch die Ausnahme        seminare mit den Promovierenden
■ Last but not least sind wissen-          ist, wird im Master die Regel sein: Ein   eingebunden und bekommen so von
  schaftstheoretische, aber auch           Themengebiet oder ein Modul wer-          Anfang an angewandte Forschung
  (wirtschafts-) ethische Kenntnisse       den von mehreren Kolleginnen oder         hautnah mit oder können im Rah-
  für eine nachhaltige Tourismusent-       Kollegen gemeinsam geplant und            men ihrer Master-Thesis einen eigen-
  wicklung unabdingbar.                    durchgeführt. So entsteht eine sehr       ständigen Forschungsbeitrag zu den
                                           dynamische Studieratmosphäre, bei         Fakultätsprojekten leisten.
Diese Methoden- und Theoriekom-            der anstelle von (eh meist falschen)
petenzen setzen selbstverständlich         Patentlösungen zuerst die Fragen und
grundlegende Kenntnisse voraus,            dann das gemeinsame Ringen um die
wie sie bei uns im Bachelor-Studi-         Antworten im Vordergrund stehen.
engang vermittelt werden, auf die          Die wenigen Master-Studierenden           Wer den Wald vor lauter Bäumen
dann im Master aufgebaut werden
kann. Entscheidend ist jedoch, dass
die Methoden- und Theoriekompe-
tenz in zahlreichen Fallstudien an re-
alen Problemen der Branche und der
Forschungsprojekte erprobt werden
kann. Die Fakultät für Tourismus be-
ruft zurzeit eine größere Anzahl ex-
zellenter jüngerer Kolleginnen und
Kollegen aus Praxis und Forschung.
Im Zuge dieser Expansion wurde die
Lehr-, Forschungs- und Berufungs-
strategie der Fakultät derart ver-
knüpft, dass im Master-Studiengang
Tourismusmanagement Lehre, Pra-
xis und Forschung Hand in Hand
gehen werden: Die kleine Anzahl an
Master-Studierenden und die Weiter-
entwicklung innovativer didaktischer
Konzepte werden in diesem Studien-
gang Verhältnisse etablieren, die in
der deutschen Hochschullandschaft
schon als ausgestorben gelten. Bereits
im Bachelor gibt es sehr innovative
Konzepte, wie beispielsweise die in




                                                        Master Course

               M&A               Finance           Technology          Innovation          Special           Others
                                                                                          Tourism
                                                                                         Industries




         ■                                  ■                                   ■                     ■
         ■                                  ■                                   ■                     ■
         ■                                  ■                                   ■                     ■
                                            ■                                                         ■




                                                                                                                            9
     nicht sieht, ist ein Fachidiot. Bei Ar-
                                                   Modul-Nr.                           Advanced Business Administration
     beiten am Fließband wurde es lange
     als effizient angesehen, dass jeder           M11                                 Leadership Skills
     letztlich nur eine Bewegung ausführt:         M12                                 International Business Strategies
     Dieser tayloristische Extremismus
     wurde schon auf der Produktionse-             M21                                 Creating Value for Tourism Industries
     bene übertrieben – auf der Führungs-          M22                                 Developing Business
     ebene ist eine solche Einstellung töd-
                                                   Tourism Management
     lich. Und deshalb hat die Fakultät für
     Tourismus nur einen Hospitality-              M13T                                Management of Transportation Systems
     und einen Tourismus-Master entwi-             M14T                                International Destination Management
     ckelt und nicht viele kleine Spezial-
     Master zu engen Teilsegmenten der             M23T                                Developing Products for Tourism Markets
     Branche, die vielleicht gerade modern         M24T                                Executives in Tourism
     sind, aber in 15 Jahren gar nicht mehr
                                                   International Economics
     existieren. Im Gegenteil: Eine brei-
     te interdisziplinäre Ausbildung mit           M15T                                Issues in European Tourism
     der oben erläuterten Methoden- und
                                                   M25T                                Tourism Economics
     Theoriekompetenz bietet die beste
     Voraussetzung, sich auch langfristig          Advanced Methods
     in der Branche behaupten zu kön-              M16                                 Business Data Analysis and Research
     nen. Die Fakultät für Tourismus kann
                                                   M26                                 E-Tourism and Innovations
     mit bald 28 ProfessorInnen und circa
     50 Lehrbeauftragten, die alle aus             Case Studies
     einem professionellem Tourismus-
                                                   M31                                 Case Studies I
     umfeld kommen, eine im deutsch-
     sprachigen Raum einmalige Band-               M32                                 Case studies II
     breite in der Tourismusausbildung             Masterthesis
     bieten – vermutlich findet sich sogar
                                                   M33                                 Master-Arbeit
     in Mitteleuropa keine vergleichbare
     touristische Institution. Im Master-
     Studiengang Tourismusmanagement
     können privilegierte StudentInnen         Deutsch- und Englischkenntnisse; die   ced Methods, die in ihren Modulen
     von dieser großen und breiten Kom-        meisten Veranstaltungen werden in      die skizzierte Vielfalt der Tourismus-
     petenz profitieren. München und           deutscher Sprache stattfinden, aber     wirtschaft einfangen. Die Module
     Umgebung ist nicht nur per se ein         die Kommunikation mit unseren in-      „Case Studies“ und „Masterthesis“
     überaus reizvoller Standort – gera-       ternationalen Gastdozenten verläuft    werden im dritten Semester belegt.
     de in der Tourismusausbildung ist es      meist in Englisch. Die Teilnahme am    All den Anforderungen an die zu-
     von entscheidendem Vorteil, nahe an       Master steht sehr guten Studierenden   künftigen Innovatoren des internati-
     den Akteuren der Branche und nahe         mit tourismusspezifischen Bachelor-     onalen Tourismus wird das Studium
     an den Herausforderungen attrak-          Abschlüssen aus dem In- und Ausland    durch den vielseitigen Studienplan
     tiver Destinationen zu sein. Sowohl       offen und für Interessenten mit be-    gerecht, dessen Module hier aufgelis-
     der Erfahrungsschatz der Dozenten,        triebswirtschaftlichen Abschlüssen     tet sind (Tabelle oben).
     die Angebote der Unternehmen und          werden zusätzliche Module ange-
     Destinationen, die gemeinsamen Pro-       boten, die die Aneignung der touri-
     jekte mit der Branche und die Präsenz     stischen Grundlagen ermöglichen.
     in einem der aktivsten europäischen       Der Studiengang basiert auf den vier
     Forschungsstandorte sichern Vernet-       Säulen Advanced Business Adminis-
     zungsmöglichkeiten, die für eine mo-      tration, Tourism Management, In-
     derne Karriere unabdingbar sind.          ternational Economics und Advan-
         Der Master-Studiengang Touris-
     musmanagement startet im Som-
     mersemester 2010 und besteht aus
     drei Semestern; ein Einstieg wird so-
     wohl im Sommer als auch im Winter
     möglich sein, da die ersten beiden
     Semester nicht aufeinander aufbau-                                      marion.schulz@hm.edu
     en. Der modular gestaltete konseku-
     tive Vollzeit-Master erfordert gute

10
“Tourism Management” Master programme or how
to come to grips with an uncertain future in tourism

                        Volker Letzner     dium-sized and small enterprises, in     it capable of? Let us first have a closer
                                           national, supranational and interna-     look at the challenges tourism pre-
    he word tourism triggers many          tional tourism institutions and in re-   sents:
    colourful pictures and positive        levant NGOs by the graduates of the           In the past few decades the in-
emotions connected with beach,             Master programme in decision-ma-         comes and amount of available free
water, relaxation, exotic and ero-         king positions. But how can this Her-    time of the privileged sector of socie-
tic places, adventure, ruins, spices,      culean task be mastered in such an       ty have increased dramatically; at the
skiing, sun and many other associ-         incredibly dynamic industry which        same time the actual and virtual co-
ations. Many people however also
think of cramped aeroplane cabins,
mosquitoes, terrorist attacks, desti-
tute people or the greenhouse effect
that transportation systems cause.
Put pointedly, the sole aim of Tou-        themes ranging from hiking with a        sts of transport have dropped to un-
rism Management is to reconcile the        pilgrim’s staff to space travel? Can a   expectedly low levels: even if people
right to freedom of movement with          Master programme prepare students        still complain about the price of pet-
the demand for comprehensive sus-          adequately for this at all? How is the   rol – if it were to be as expensive in
tainability. This will be the industry’s   Tourism Management Master pro-           real terms as it was in the 1960s, it
crucial task, a task which above all       gramme at the University of Applied      would today have to cost around
has to be performed in the large, me-      Sciences München designed? What is       € 2.50 per litre. These fundamental




                                                                                                                               11
     changes have made out of the luxu-            point of discussion; moreover, arti-       forced) changes in awareness and
     ry good “Travelling” for adventurers          ficial leisure worlds supplemented          behaviour so that sustainable life
     or the well-heeled a gigantic tourism         by strong virtual elements will ari-       on our planet will continue to be
     market, which democratizes the ba-            se and will create completely new          possible for some time to come.
     sic right to freedom of movement,             types of attractions.
     but distributes it unevenly: in North       ■ New tools and concepts for plan-         And as if these challenges were not
     America, Europe and Japan many                ning, financing and operating large       big enough, we are now also facing a
     people are able to travel, in the as-         projects, which to date have already     financial and economic crisis which is
     piring newly industrialized coun-             been required in mobility compa-         in the process of turning into a full-
     tries some can and, in the poverty-           nies: large medium-sized car rental      blown recession. One doesn’t (yet)
     stricken rest of the world only a very        companies, railways, cruise lines,       have to sing a swansong to capita-
     few. This large tourism market has            airlines and ports and which are         lism to nevertheless not know what’s
     grown consistently, always on the             now expanding to include integ-          coming. In short: How the world eco-
     lookout for new destinations to deve-         rated destinations and organizers.       nomy and tourism as a part of it will
     lop: the summer/sun/beach indust-                                                      develop is at the moment completely
     ry has worked its way forward from          It would be nice if we could extrapo-      open. Even the recognition that there
     the Riviera to Spain, Greece, Turkey,       late the future of tourism so simply.      will always be travel as long as there
     North Africa and the Black Sea coast,       But such attempts will fail for many       are people does not help to under-
     and is now opening up in similar fa-        reasons: On the one hand tourists          stand and cure the cares and worries
     shion Costa Rica, Vietnam and other
     destinations. Exotic destinations are
     coming closer and closer, be it a trip
     to explore the rainforest, to observe
     whales or visit the ruins of Angkor
     Wat. To the two well-known types of
     attractions – nature and culture – a        react both very sensitively and very       of the tourism branch as it exists in
     third has been added: the quest for         forgetfully to negative news such as       reality. First of all, it is essential to see
     humankind’s immaterial heritage             attacks, catastrophes or epidemics,        these challenges (those for example
     and the need to preserve it. For with       causing short, hefty and incalculable      who still ignore climate change, can-
     increasing income the top segment of        fluctuations in the tourist streams.        not react sensibly to it), if possible
     the tourism market at least is distan-      Much more important however are            understand them and then develop
     cing itself from the “a lot for a little”   the already known medium- and long-        the ability to react to them. And this
     principle and instead is looking for        term determinants of tourism, which        is by no means just the responsibili-
     authenticity, spirituality and perhaps      will have a slower, but all the more po-   ty of the politicians; every company,
     even for religion. In the middle and        werful influence on the branch:             every tourist organization, everyone
     lower segments of the market, the In-       ■ increasing globalization and a rela-     responsible for tourism must deve-
     ternet takes over the job of marketing        tive and absolute increase in domes-     lop the ability to face these challen-
     and the low-cost airlines the trans-          tic, incoming- and outgoing tou-         ges individually and in a social man-
     port to the new budget hotels, which          rism in and from the large newly in-     ner. A possible way to do this may be
     – located ideally next to a leisure and       dustrializing countries, in particu-     as follows:
     theme park – supply the events side           lar the BRIC countries Brazil, Russia,        In any case, there is one good
     of things.                                    India and China, but also the UAE,       thing about the many open ques-
          Further changes will accompany           South Africa or Southeast Asia           tions: We cannot simply carry on as
     this division of the market into two        ■ technological change in the com-         before. The future of tourism cannot
     sections. They are:                           munications and transport in-            be mastered by the chanting of old
     ■ The fast growth in communica-               dustry, which will give us virtual       management mantras. The purely
        tions technology which has always          worlds as well as rocket planes and      yield-orientated management me-
        found its first customers and dri-          space tourism                            thods without an awareness of risks
        vers in the tourism industry and         ■ dramatic demographic changes             and without looking beyond the quar-
        which has to be further developed          which result in an increase in the       ter and one’s own bank account are at
        into e-tourism.                            percentage of old people among           present meeting their Waterloo. And
     ■ New approaches in destination ma-           the populations in the industria-        recent reports have it that business
        nagement, which create new orga-           lized countries (and incidentally        management departments and in
        nizations in the region and in many        China), but in many other regions        particular the elite training grounds
        places have already led to integra-        cause over-population and with it        of the Anglo-American MBA type are
        ted destinations which bring toge-         increasing social tensions               trying to distance themselves from
        ther attractions and infrastructure      ■ climate change, shortage of resour-      their hitherto neoliberal orientation.
        under a private-sector roof, the pri-      ces and energy, which will cause         The tourism programme delivered
        vatization of public space being a         serious (whether voluntary or            at the Department of Tourism of the

12
University of Applied Sciences Mün-         them, in responsible positions in the      in order to independently find and
chen didn’t fell into this trap in the      tourism industry, be able to advance       bring about solutions:
first place as tourism is, per se, inter-    their company or their organization.       ■ higher mathematics with planning
disciplinary and never focussed enti-           In their excellently completed           and optimization methods
rely on yield, but always on people         and economics-orientated Bachelor          ■ well-founded tools of empirical
as well. It is true that the basis of any   programme they learned the basics            economic research
sensible tourism programme has to           and proved that they are able to solve     ■ scenario and creativity techniques
be a modern and sound business ma-          the first application-orientated ma-        ■ Business management and in par-
nagement course characterized by            nagement tasks themselves (see the           ticular economic theories not only
knowledge of basic economic prin-           entrance requirements, p. 22). Now           serve as training in logic, but also
ciples, intercultural competence,           they need two further skills if they         form the basis of independent (fur-
cultural and sociological embedding         are to be able to achieve the outlined       ther) development of theory.
and orientation towards the sustai-         aim– tourism development in a deci-        ■ Last but not least knowledge of
nability principle. This is the basis of    sive position in their career:               scientific theory, and also of (busi-
the Bachelor’s programme which has                                                       ness-) ethics is essential for sustai-
been successfully taught at the De-                                                      nable development of tourism.
partment since 2006: not an adapta-
tion of tourism management to date,                                                    This competence in methodology
but an understanding of present-day                                                    and theory presupposes of course
tourism in all its facets. The Master       The further an activity moves from         basic knowledge such as the know-
programme is about designing tou-           the specialist level towards a decisive-   ledge you learn in our Bachelor pro-
rism of the future. Our aim for our         making level, the more problems ari-       gramme, which the Master pro-
future Master graduates is not a mo-        se for which no solution has yet been      gramme can then build on. It is
dest one: They should be able to de-        found: the subject specialist works        however crucial that this competence
velop future-proof, innovative, luc-        according to a recipe – the decision-      in methodology and theory can be
rative, responsible and sustainable         maker doesn’t have a cookery book          tested in numerous case studies dea-
                       tourism concepts     to refer to! The higher the level of       ling with real problems in the indust-
                               and with     the tasks, the more important com-         ry and the research projects. The De-
                                            petence in methodology and theory,
                                            which provides the thinking and ana-
                                                             lytical tools, becomes,




                                                                                                                                  13
     partment of Tourism is at present          which will no longer exist in 15 years.    chelor degrees. For interested students
     appointing a substantial number of         On the contrary: A broad interdiscip-      with business management deg-
     excellent young colleagues from re-        linary education with the above-des-       rees additional modules are offered
     search and practice. In the course         cribed competence in methodology           to give them the opportunity to learn
     of this expansion the Department’s         and theory is the best qualification        the basics of tourism.
     teaching, research and appointments        for maintaining one’s position in the
     strategy was linked in such a way that     industry long-term. The Department
     in the Tourism Management Master           of Tourism with its soon-to-be 28 pro-     The diagram shows the structure of
     programme teaching, practice and           fessors and around 50 part-time lec-       the Master Course (page 9).
     research will go hand in hand: The         turers, all of them with a professio-           The course is based on the four
     small number of students doing a           nal background in tourism, is able         pillars Advanced Business Adminis-
     Masters and the further develop-           to offer a tourism programme which         tration, Tourism Management, In-
     ment of innovative didactic concepts       in its range is unique in the German-      ternational Economics and Advan-
     will establish in this programme con-      speaking countries. There is probab-       ced Methods, with modules covering
     ditions already considered extinct at      ly not a comparable tourism insti-         the outlined variety within tourism
     German universities. The Bachelor          tution anywhere in Central Europe.         management. The “Case Studies” and
     programme already includes very in-        In the Tourism Management Master           “Master Thesis” modules are taken in
     novative concepts, such as for exam-       programme privileged students can          the third semester. With its versatile
     ple the project factory presented in       profit from this extensive, wide-ran-       curriculum, the modules of which are
     this brochure or the areas of compe-       ging competence. Not only is Munich        listed here, the course meets all the
     tence. What however in the Bache-          and its surroundings per se an extre-      demands on the future innovators of
     lor programme is still an exception,       mely attractive location, in the tou-      international tourism.
     becomes the rule in the Master pro-        rism branch it is a decisive advantage
     gramme: a subject area or a module is      to be close to the main players in the
     planned and delivered jointly by seve-     industry and close to the challenges
     ral colleagues. This creates a very dy-    presented by attractive destinations.
     namic learning atmosphere in which         The lecturers’ wealth of experience,
     first of all the questions and then a       the offers of the companies and des-
     joint effort to find answers are to the     tinations, the joint projects with the
     fore, instead of patent (and mostly        industry and a presence in one of the
     false) remedies. The few students do-      most active research locations in Eu-
     ing a Masters are integrated into the      rope together ensure networking pos-
     Department’s research projects and         sibilities which are essential to a mo-
     into the research seminars with the        dern career.
     doctoral candidates and can thus ex-            The Tourism Management Mas-
     perience applied research first-hand        ter programme starts in the 2010
     from the very beginning, or can make       summer semester and consists of
     their own research contributions to        three semesters; it is possible to begin
     the Department’s projects as part of       either in the summer or in the winter
     their Master thesis.                       as the second semester is not a conti-
                                                nuation of the first. The modular de-
                                                signed consecutive full-time Master
                                                programme requires good German
                                                and English language skills; most of
     Someone who doesn’t see the wood           the courses are delivered in German
     for the trees is a one-track specialist.   but communication with our interna-
     For assembly line work it was long         tional guest lecturers is mainly in Eng-
     considered efficient that each per-        lish. The Master programme is open
     son only carried out one movement:         to very good students from Germany
     this Taylorist extremism has already       and abroad with tourism-specific Ba-
     been overdone on the production le-
     vel – on management level such an
     attitude is deadly. For this reason the
     Department of Tourism has develo-
     ped only one Master of Hospitality
     and one Master of Tourism and not
     many small special Masters in niche               marion.schulz@hm.edu                         b.freyberg@hm.edu
     sectors of the industry which may
     well be in vogue at the moment but

14
                                                                                                                                Master




Ein Master, der zur Entwicklung qualifiziert


                      Thomas Bausch       Blick vielfach als neu, besser, weil in-   mit multimedialem Dauerfeuer zu-
                                          ternational oder in die Tiefe gehend       rück zum Studieren: lesen, Gedanken

D    ie meisten Hochschulen setzen
     bei ihren Master-Programmen
auf Spezialisierung und Vertiefung.
                                          erscheint, entpuppt sich zwangsläufig
                                          als alter Wein in neuen Schläuchen.
                                               Auch die Spezialisierungen werfen
                                                                                     durchdringen, Neues verstehen. För-
                                                                                     dern durch Fordern, auch zeitweises
                                                                                     Überfordern erweitert schrittweise
Wir meinen, dass die Breite des Wis-      Fragen auf. Gibt es denn in Wahrheit       intellektuelle Fähigkeiten und öffnet
sens und der Kompetenzen in Zukunft       grundlegende Unterschiede von Mar-         die Tür zu neuen, spannenden Welten.
wieder mehr an Bedeutung gewinnen         keting bei Hotels, Reiseveranstaltern,     So können schnelles Erfassen komple-
werden.                                   Kreuzfahrtgesellschaften oder Des-         xer und neuer Sachverhalte und die
                                          tinationen? Grundlegend ganz sicher        Lösung damit verbundener Probleme
Der Begriff des „studium generale“        nicht. Es ist die Anpassung des allge-     vermittelt werden.
klingt für viele im Zusammenhang mit      meinen Instrumentariums des strate-            Unser Master geht daher den Weg,
einem Master-Programm unpassend.          gischen und operativen Marketings an       sich dem Studium im ganz ursprüng-
Die Spezialisierung auf ein enges The-    die Strukturen der jeweiligen Branche      lichen Sinn zu widmen. Studium
ma und das schnelles Erlangen prak-       und der dort bestehenden Geschäfts-        kommt aus dem Lateinischen von stu-
tischer, auf Detailfragen ausgerich-      modelle. Wer sein Handwerk also von        dere: (nach etwas) streben, sich (um et-
teter Problemlösungskompetenzen           den Grundlagen beherrscht und zu-          was) bemühen und bezieht sich auf Er-
sind hier die Konzepte, die man weit      dem befähigt wurde, sein Wissen auf        kenntnisgewinn statt auf das plumpe
verbreitet an den Hochschulen findet.      andere Probleme zu transferieren,          Erlernen und Abrufen von Wissen. Es
Der Begriff des „Fachidioten“ scheint     wird sich vor allem langweilen. Nicht      geht um den Prozess der eigenen Wei-
vergessen, denn ein Master kann das       die Vertiefung, sondern die pseudoa-       terentwicklung und gemeinsamer Zu-
ja nicht sein, mit meisterhaftem Wis-     kademische Banalisierung greift um         kunftsbeiträge für unsere Gesellschaft.
sen ausgestattet. Es finden sich daher     sich. Statt persönlicher Weiterent-        Unser Ziel ist es, zukünftige Führungs-
master of facility management, airline    wicklung erleben die Studierenden die      persönlichkeiten dazu zu befähigen,
management, leisure management,           Wiederholung längst bekannter Bau-         die Fachexperten zu hinterfragen, de-
cruise management, sustainable tou-       steine, nur eben unter anderen Vor-        ren sektorale Ansätze zu überprüfen
rism management und vieles mehr.          zeichen. Vertiefung sehen auch wir als     und zwischen den Spezialisten die Ver-
Dem Grad der Spezialisierung scheint      Auftrag, doch nicht in Form von Mo-        netzung herzustellen. Sie sollen dazu
keine Grenze gesetzt. Um dem Ganzen       gelpackungen.                              in der Lage sein, auch die gesellschaft-
noch die Würze der besonderen Quali-           Wenn ein Master-Studium nicht         liche Relevanz und damit Nachhaltig-
fikation zu geben, findet sich das Wort     primär als die zweckgebundene Ver-         keit von Konzepten zu bewerten.
„international“ zudem inflationär in       mittlung von Fachwissen anzusehen              Wer Tourismus als eine der globa-
den Programmen. Aus Marketing wird        ist, sondern als die Schärfung des In-     len Leitökonomien weiterentwickeln
„international marketing“ und schon       tellektes, die Erweiterung der analy-      will, muss ein grundlegendes Ver-
hat man eine neue Dimension hinzu-        tischen Fähigkeiten und die Freude         ständnis von Entwicklungsprozessen
gefügt. Voilà, das ist das neue Master-   an der Auseinandersetzung mit kom-         und -strategien haben.
Niveau.                                   plexen, neuen Sachverhalten, dann              Wir sind davon überzeugt, dass
     Dass unsere Welt global vernetzt     muss der Ansatz ein anderer sein.          unsere globale Wirtschaft mehr Nach-
ist, und dies für den Tourismus in        Das Phänomen Tourismus muss als            wuchskräfte braucht, die kritisch kre-
besonderer Weise gilt, sollte bekannt     Teil der Gesellschaft und deren Öko-       ative Geister und nicht Kochrezeptan-
sein. Daher kann eine moderne Aus-        nomie verstanden werden. Weg von           wender sind. Haben die Harvard
bildung im Bachelor ganz sicher nicht     letztlich banalen Details muss das         Absolventen an der Wall-Street mit
an den Grenzen eines Staates oder         Studium zur ganzheitlichen Analyse         ihrem aus casestudies abgerufenen
gar eines Bundeslandes Halt machen.       und Abstraktion kommen. Weg von            Baukastenwissen die globale Finanz-
Haben wir bislang „nationales Mar-        vorgefertigten Case Studies mit ein-       wirtschaft nachhaltig vorangebracht?
keting“ oder gar „Bayerisches Marke-      fach nachvollziehbarer Musterlösung        Die aktuelle globale Finanzkrise belegt,
ting“ gelehrt? War Tourismus nicht        hin zur systematischen Betrachtung         dass diese Konzepte wohl nicht tragfä-
international, Konzerne und Airlines      komplexer Systeme. Hierzu benötigt         hig sind: Hätten mehr kritisch kreative
nur in Deutschland tätig? Tourismus       man Methodenkompetenz und den              Geister in der Finanzwirtschaft die Zu-
ist international und daher das Stu-      Blick in benachbarte oder vorgela-         sammenhänge erfasst, wäre es frü-
dium vom ersten Semester an darauf        gerte Disziplinen, etwa der Volks-         her und sanfter zu einer Bereinigung
ausgerichtet. Was daher auf den ersten    wirtschaftslehre. Statt Edutainment        gekommen.

                                                                                        Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport    15
     A Master’s To Build On


                           Thomas Bausch        ster. What therefore at a first glance       ally expands intellectual skills and
                                                often seems new or better, because it       opens the door onto new and exci-

     M      ost universities go for spe-
            cialization and depth in their
     master’s programmes. Our opinion
                                                is international or more specialized, of
                                                necessity turns out to be old wine in
                                                new bottles.
                                                                                            ting worlds. In this way students learn
                                                                                            how to grasp new and complex rela-
                                                                                            tionships quickly and solve problems
     is that breadth of knowledge and ac-            Specialization also raises ques-       connected with them.
     quired competences will regain im-         tions. Is there really a basic difference        Our master’s programme is the-
     portance in the future.                    between hotel, tour operator, cruise        refore study in the original sense of
                                                line and destination marketing? In          the word. Study comes from the La-
     The term “General Studies” sounds in-      principle, most certainly not. It is a      tin word „studere“: to aim ( for so-
     appropriate to many people in con-         question of adapting general strategic      mething), to endeavour (to do some-
     nection with a master’s programme.         and operating marketing instruments         thing) and refers to an increase in
     In many people’s eyes a master’s deg-      to the branch in question and the           insight rather than to the simple lea-
     ree must if possible be a qualification     business models in that branch. Thus        ning and recalling of facts. It is about
     which goes deeper and into more de-        someone who masters their job and           the process of personal development
     tail. Specialization within a closelyde-   has also acquired an ability to trans-      and mutual shaping of our society’s
     fined subject area and quick acquisi-       fer their knowledge to other prob-          future. Our aim is to give the leaders
     tion of competences aimed at finding        lems will, above all, become bored. It      of tomorrow the qualifications to que-
     solutions to detailed questions are the    is not a deepening that is spreading,       stion the experts, examine their sec-
     concepts widely found at universities.     but pseudoacademic trivialization.          toral approaches and to establish the
     The term “one-track specialist” seems      Instead of personal development, stu-       link-ups between the specialists. They
     forgotten as a Master, equipped as he      dents are being served long-familiar        should also be able to assess the social
     or she is with masterly knowledge, can-    modules, only in a different guise. We      relevance and thus the sustainability
     not be one. This is why we have a mas-     too look on the deepening of know-          of concepts.
     ter of facility management, airline        ledge as an aim, but not, however, de-           To develop tourism as one of the
     management, leisure management,            ceptively packaged.                         leading global economic sectors, a
     cruise management, sustainable                  If the primary aim of a master’s       fundamental understanding of deve-
     tourism management and many                programme is not to impart know-            lopment processes and strategies is
     more. There seems to be no limit to        ledge to fulfil a specific purpose, but       necessary. Detailed knowledge is less
     the degree of specialization possib-       instead to sharpen the intellect, de-       important than integrated thinking.
     le. To give it all an aura of being a      velop higher-order analytic skills and           We are convinced that our global
     special qualification, the inflationa-       provide pleasure in tackling new and        economy needs management trainees
     ry word “international” is used ad-        complex issues, a different approach        who think critically and creatively and
     ded to in the programmes. Marketing        must be taken. The phenomenon tou-          do not merely repeat old recipes. Have
     thus becomes “international marke-         rism must be seen as a part of society      the Harvard graduates on Wall Street
     ting” and already a new dimension          and social economics. Tourism studies       with their modular casestudy based
     has been added. Voilà, that is the new     must move away from what are in the         knowledge permanently advanced
     Masters level.                             end trivial details and towards holistic    global financial management? The
          That we are living in a globa-        analysis and abstraction. Away from         current global financial crises shows
     lized world, especially in the field of     prefabricated case studies with simple      that these concepts are not workable:
     tourism, is no secret. Thus a modern       comprehensible sample solutions and         If more critical and creative minds
     bachelor’s degree cannot simply stop       towards a systematic examination of         had understood the interrelationships
     at the national border, and most cer-      complex systems. For this, methodolo-       in financial management, the correc-
     tainly not at an internal German state     gical competence and a look at related      tion process would have come earlier
     border. Have we been teaching “nati-       or upstream disciplines, for example        and been gentler.
     onal marketing” or even “Bavarian          economics, are required. Instead of
     marketing” up to now? Wasn’t tourism       edutainment with multimedia bom-
     international, and did companies and       bardment a return to studying: rea-
     airlines operate only in Germany?          ding, the penetrating of thoughts,
     Tourism is international and tourism       and the understanding of new things.
     studies are therefore internationally      Supporting students by taxing, and
     orientated from the very first seme-        sometimes overtaxing, them gradu-

16
                                                                                                                                                       www
                                                                                                                                                            .urla
                                                        € | Au
                                                               sg abe
                                                                        Nr. 02
                                                                               _2008

                                                                                                                                                                 ub-fu
                                                 2,45
                                                                                                                                                                        er-un
                                                                                                                                                                                terne
                                                                                                                                                                                        hme
                                                                                                                                                                                            r.de
                   terw
                       elt                                                                stand
           er   Win                                                                 mittel
       nteu                                                                e
    Abe                                                         r Reih
                                                           s de
               Kultu
                    r                              ft au
          de                                  enhe
     Tour                                 Them
                                    Das
                       dsee
                  n Sü
            inatio
       Fasz
                      ess
               r Busin
         Fit fo




                                                                                                  nd
                                                                                    erla
                                        rw                    und
                                   inte
                                  W

                                                                                                                                                                                ✃
                             Jetzt kostenlos bestellen!
Ob Print oder Online. Urlaub für Unternehmer.de zaubert mit spannenden Urlaubsreportagen
und traumhaften Bildern einen kleinen Urlaub auf Ihren Schreibtisch. Ob Sportreise,
Städtetour oder Wellness, lehnen Sie sich zurück und gehen Sie auf Entdeckungsreise.
Mit diesem Faxformular können Sie das Print-Themenheft kostenfrei bestellen.

Oder noch einfacher unter: www.urlaub-fuer-unternehmer.de/themenheft.
Sie bekommen es druckfrisch nach Hause oder ins Büro geliefert. Sichern Sie
sich jetzt das erste Themenheft 2009.


Firma


Name, Vorname


Straße, Nr.                                                                                                                       PLZ, Ort


E-Mail


Kontakt
Urlaub für Unternehmer.de                                                                              www.urlaub-fuer-unternehmer.de
Maximilianstraße 9, 86150 Augsburg                                                                     Tel. +49 (0) 821 4405-0               Fax +49 (0) 821 4405-429
      Master




     Der Tourismus-Master: Auf die Managementpraxis
     im internationalen Umfeld vorbereiten

                           Peter Greischel    nalen Komponente kommt eine be-           Situation und Entwicklung des Unter-
                                              sondere Bedeutung zu, da die Wert-        nehmens thematisiert, welches der

     E   in Kernziel des Tourismus-Mas-
         ters besteht in der Vorbereitung
     auf die berufliche Praxis. Um im spä-
                                              systeme anderer Länder oder Märkte
                                              ein deutlich erhöhtes Maß an Sensibi-
                                              lität verlangen oder sogar ein anderes
                                                                                        Gast vertritt. Aktuell wäre die Bewälti-
                                                                                        gung der Finanz- und Wirtschaftskri-
                                                                                        se sicherlich ein solches Thema.
     teren beruflichen Umfeld erfolgreich      Führungsverhalten erfordern.
     agieren zu können, möchten sich               Die Verständlichkeit und Nach-       Internationale Geschäftsstrategien
     viele StudentInnen bereits an der        vollziehbarkeit dieser Inhalte wer-       In Zeiten globalisierter Wertschöp-
     Hochschule einen Werkzeugkasten          den nachhaltig unterstützt durch den      fung und liberalisierter Kapitalmärk-
     zulegen, der die notwendigen Instru-     Einsatz eines Executive Management-       te gewinnen im Tourismus globale
     mente bereithält.                        Planspiels. Reißverschlußartig greift     Unternehmensformen und Kapital-
                                              dieses Planspiel die beschriebenen In-    anlagen stark an Bedeutung. Es geht
     Führung internationaler                  halte auf und lässt auf einer wettbe-     um Themen, die von der Versorgung
     touristischer Unternehmen                werblichen Ebene zwischen einzelnen       des Unternehmens mit weltweit er-
     Die Studierenden bekommen einen          Arbeitsgruppen reale Marktbedin-          hältlichen Ressourcen (Personal,
     aktuellen Markt- und Entwicklungs-       gungen simulieren. Erfahrungsge-          Rohstoffe ...) bis zur weltweiten Fi-
     überblick über die Unternehmen im        mäß kommt der „Spaß-Faktor“ auch          nanzierung des Unternehmens auf
     internationalen Tourismus und wer-       nicht zu kurz.                            verflochtenen Kapitalmärkten rei-
     den für die wesentlichen Führungs-            Einen Bestandteil guter und wir-     chen. Dass hier viele Chancen winken,
     fragen dieser Unternehmen sensibi-       kungsvoller Führung stellt auch die       aber auch ganz erhebliche Risiken
     lisiert.                                 Fähigkeit dar, Konflikte zu lösen.        lauern, haben die Entwicklungen
          Nach dem Berufseinstieg der         Hierzu gehören beispielsweise Tarif-      der jüngsten Vergangenheit (Finanz-
     Hochschulabsolventen stehen in           verhandlungen zwischen dem flie-          und Kreditkrisen sowie irrationale
     mittleren und großen Organisati-         genden Personal und dem Vorstand          Rohstoff- und Wechselkursspekula-
     onen bzw. Unternehmen in der Regel       einer Airline oder Preisverhand-          tionen) eindrucksvoll gezeigt. Den
     Sachaufgaben im Vordergrund. Bei         lungen zwischen einem Veranstalter        Studierenden sollen die Hintergrün-
     erfolgreicher Bewältigung dieser er-     und seinen Leistungsträgern. In einer     de dieser Entwicklungen aufgezeigt
     folgt eine Beförderung zu einer ers-     eigenen Veranstaltung werden ent-         werden, und es sollen Wege angedeu-
     ten Führungsposition häufig nach         sprechende Konfliktlösungstechni-         tet werden, wie man touristische Un-
     zwei bis drei Jahren. Hier erweist es    kern erlernt und an praktischen Bei-      ternehmen unter diesen Rahmenbe-
     sich nun als wesentlicher Vorteil,       spielen trainiert. Die „Herkunft“ der     dingungen führen kann.
     sich mit der Fragestellung: „Wie führt   Master-Teilnehmer und deren beruf-            Auch das Steuerrecht bildet ei-
     man bzw. wie führe ich eigentlich        liche Ziele beeinflussen dabei die Aus-    nen wesentlichen Bestandteil inter-
     richtig?“ bereits eingehend beschäf-     wahl dieser Beispiele.                    nationaler Geschäftsstrategien. Die
     tigt zu haben. Die Ausbildung zum             Um schließlich ein Bild darüber      Studierenden sollen sich im Rahmen
     Tourismus-Master stellt ein Toolset      zu erhalten, wie Manager auf Ge-          des internationalen Steuerrechts der
     bereit, um dieser neuen Anforderung      schäftsleitungsebene in ihrem Tages-      Grundproblematik der steuerlichen
     besser gewachsen zu sein. „Leader-       geschäft denken und handeln, und          Regelung grenzüberschreitender
     ship skills“ werden durch die aktive     welche persönlichen Merkmale sie          Sachverhalte bewusst werden und
     Auseinandersetzen mit den betriebs-      haben, laden wir Führungskräfte tou-      in die Lage versetzt werden, hierzu
     wirtschaftlichen und sonstigen füh-      ristischer Unternehmen in die Veran-      sinnvolle Lösungsansätze zu entwi-
     rungsrelevanten Besonderheiten im        staltung „Top Executives in Tourism“      ckeln. Bekanntlich unterwirft das
     internationalen Geschäft vermittelt.     in unsere Hochschule ein. Gesprächs-      Einkommenssteuergesetz jeden der
     Der Internationalisierungsprozess        inhalte sind dann beispielsweise der      unbeschränkt Steuerpflichtigen der
     und kritische Internationalisierungs-    jeweils eigene berufliche Weg mit ein-     Verpflichtung, sein so genanntes
     schwellen, internationale Marken und     zelnen markanten Stationen („Wie ich      Welteinkommen in der Bundesrepub-
     Imagebildung als führungsunterstüt-      versuchte, eine Finanzierung für mei-     lik Deutschland zu versteuern, un-
     zende Komponenten sowie die syste-       ne erste Geschäftsidee auf die Beine      abhängig davon, ob die Einkünfte im
     matische Vorgehensweise bei einem        zu stellen“, „Wie ich meine erste Firma   In- oder Ausland erzielt worden sind.
     grenzüberschreitenden Zu- und Ver-       sanierte“) mit entsprechend interes-      Sobald der „Quellenstaat“ seinerseits
     kauf von Unternehmen stellen einige      santen und typischen Begebenheiten.       die Besteuerung vornimmt, ist ein zu
     Themenbeispiele dar. Der internatio-     Natürlich wird auch die momentane         lösender Konflikt vorhanden.

18     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                                Master




Hospitality-Master der Fakultät
für Tourismus folgt Akademisierungstrend

              Burkhard von Freyberg,       ment der Master eingefordert wird,           basiert auf einer fundierten und
                        Axel Gruner        sind im deutschsprachigen Raum bei           modernen betriebswirtschaftlichen
                                           der Besetzung von diesen Stellen häu-        Ausbildung auf hohem Niveau mit

W       er seine berufliche Zukunft im
        Top-Management der interna-
tionalen Hotellerie oder Gastronomie
                                           fig noch die reine langjährige Praxis-
                                           erfahrung und ein Hotelfachschul-
                                           besuch die ausschlaggebenden Kri-
                                                                                        Vertiefungen in selbst gewählten Teil-
                                                                                        bereichen des Hotel- und Restaurant-
                                                                                        Managements sowie tangierenden
sieht, wird ohne ein Aufbaustudium         terien.                                      Feldern wie Hospitality-Consulting
an einer renommierten, mit der Pra-            Eine aktuelle Erhebung der Hoch-         und Projektentwicklung. Auf realen
xis eng kooperierenden Hochschule          schule München, Fakultät für Touris-         Praxissituationen Bezug nehmende
nicht auskommen.                           mus und dem Hotelverband Deutsch-            Fallstudien gewährleisten die unmit-
     Die Hospitality-Industrie hat sich    land (IHA), in die 41 internationale         telbare Umsetzung der Lehrinhalte.
in den vergangenen Jahren weltweit
zu einem bedeutenden Wirtschafts-
                                                 Mit dem Trend zur Markenhotellerie sind die Anforderungen an Führungskräfte ra-
zweig entwickelt, der hohem Wettbe-
                                                 sant gestiegen. So wird es in ein paar Jahren keinen General Manager mehr geben,
werbsdruck unterliegt. Dies gilt ins-
                                                 der ohne zusätzliche akademische Ausbildung auskommt. Praxis allein wird nicht
besondere für die global agierende               mehr ausreichen. Strategisches Handeln, Analyse von Marktentwicklungen, Mar-
Kettenhotellerie.                                keting und betriebswirtschaftliches Denken stehen künftig auf den Anforde-
     Hieraus resultieren neue Anfor-             rungsprofilen ganz oben.
derungen an das Qualifikationspro-                                                                                                    Albrecht von Bonin
                                                        Geschäftsführender Gesellschafter der Von Bonin Personalberatung, in AHGZ, 17. Januar 2009, S. 17
fil von Top-Managern und Existenz-
gründern. Neben Fachkenntnissen
sind fundiertes betriebswirtschaft-
liches Knowhow sowie interkulturelle       Hotelgesellschaften eingeschlossen           Im Vordergrund steht dabei stets der
Kompetenz für das Bestehen im Wett-        wurden, belegt die unterschiedliche          interaktive Erfahrungsaustausch,
                                                                                                                                         Quelle: Hager, Ch./
bewerb zwingend erforderlich.              Sichtweise bezüglich der Bedeutung           der durch Kleingruppen sicherge-                 Tichy, S: Akademi-
     Der von der Fakultät für Touris-      von Akademikern.                             stellt wird. Dieses ausgezeichnete               sierung der Hotel-
                                                                                                                                         lerie – Status-quo
mus angebotene dreisemestrige Hos-             Der Hospitality-Master ist da-           akademische Programm der Fakul-
                                                                                                                                         in Deutschland, Eu-
pitality-Master trägt dem erkennbaren      rauf ausgerichtet, Akademiker mit            tät für Tourismus wird bereichert                ropa, Nordamerika
Trend zur Akademisierung der Hotel-        mehrjähriger Praxiserfahrung für             durch zahlreiche Möglichkeiten zur               und Asien; unver-
                                                                                                                                         öffentlichte Studie
lerie Rechnung und trifft inhaltlich ge-   die Schnittstelle betriebswirtschaft-        persönlichen Weiterentwicklung der               der Hochschule
nau die Bedürfnisse der Wirtschaft.        licher und hotellerie- sowie gastro-         Studenten. Dazu zählen neben Exkur-              München & Hotel-
                                                                                                                                         verband Deutsch-
     Während in Asien und Nordame-         nomiespezifischer Fragestellungen            sionen und Vor-Ort-Fallstudien insbe-            land (IHA), Mün-
rika mittlerweile für das Top-Manage-      zu qualifizieren. Diese Orientierung          sondere Fachgespräche mit den End-               chen/Berlin, 2009



    Rekrutieren Sie für Führungspositionen verstärkt Akademiker?

        Deutschland                             Europa                                   Asien                                  Nordamerika

                  9%
      27 %                                             25 %
                                                                                                                           29 %
                                                                                                   46 %                                       57 %
                                                                                 45 %
                                           58 %           17 %
                64 %                                                                                                       14 %
                                                                                             9%


             Ja              Nein           Ausgewogen                n=41 Hotelgesellschaften
                                                                      (Nordamerika: 7, Europa: 11, Deutschland: 11, Asien: 12)
                                                                                            Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                      19
      Master




     scheidern der Branche. Der Standort        und Gastprofessoren der führenden           damit einen Horizont, der weit über
     München bietet hierbei für uns einen       amerikanischen, australischen und           den eines traditionell ausgebildeten
     entscheidenden Wettbewerbsvorteil:         asiatischen Universitäten.                  Managers hinausreicht. Die Master-
     Von Accor über ArabellaStarwood bis            Der Studiengang basiert auf den         Absolventen sind in der Regel nicht
     zu Motel One haben die führenden           vier Säulen Advanced Business Admi-         nur hoch qualifiziert und praxisnah
     Hotelgesellschaften ihren Sitz in der      nistration, Hospitality-Management,         ausgebildet, sie haben es auch ge-
     Landeshauptstadt.                          International Economics und Advan-          lernt, in strategischen Zusammen-
                                                                                            hängen zu denken und sind zudem
                                                                                            für berufliche Auslandsaufenthalte
           To get to the top in the Hospitality Industry, a Master degree
                                                                                            bestens vorbereitet.
           is becoming the norm.
                                                                                                Der Erwerb des Studienab-
                                                               Prof. Dr. Chekitan S. Dev.   schlusses ebnet den Weg in die Füh-
                              Associate Professor of Marketing and Brand Management,        rungsebenen der internationalen
                                      Cornell University, School of Hotel Administration
                                                                                            Hospitality-Industrie, qualifiziert für
                                                                                            einen fundierten Einstieg in die un-
                                                                                            ternehmerische Selbstständigkeit
     Die enge Zusammenarbeit mit der            ced Methods, die in ihren Modulen           und ermöglicht eine weitere akade-
     Industrie, gewährleistet durch die         die Vielfalt der Hospitality-Branche        mische Qualifikation in Form eines
     Vernetzung mit internationalen Ho-         einfangen. Die Module „Case Studies“        PhD bzw. einer Promotion.
     tel- und Gastronomiebetreibern, er-        und „Masterthesis“ werden im dritten
     möglicht den Studierenden einen            Semester belegt.
     ständigen Einblick in die aktuellsten          Nebenbei profitieren die Studie-
     Themen der Hospitality-Branche.            renden von den vielfältigen Erfah-
     Die praxisnahe Lehre wird von un-          rungen und Sichtweisen, die jeder
     seren spezialisierten Professoren          Einzelne aus seinem persönlichen
     gleichermaßen geleistet wie von            Hintergrund in das Studium ein-
     hochrangigen Branchenvertretern            bringt. Die Absolventen erreichen




20     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                         Master




Hospitality Industry meets Faculty

                                                                                          Der spannende, intensive Austausch
                                                                                          mit Studierenden der Fakultät für Tou-
              Burkhard von Freyberg       ansätze. Agostino Cisco, Direktor HR
                                                                                          rismus gehört jedes Jahr zu meinen
                                          Development ACCOR, analysiert im                erkenntnisreichsten Momenten!

D     ie Fakultät für Tourismus legt
      sehr großen Wert auf eine enge
Vernetzung zwischen Theorie und
                                          Rahmen seines Lehrauftrags die aktu-
                                          ellsten Personalentwicklungsstrate-
                                          gien der Hotellerie.
                                                                                                                               Dr. Beatrice Zarges
                                                                                                Eigentümerin des Leading Small Hotel of the World
                                                                                                                           Thurnher´s Alpenhof
Praxis. Dies gilt insbesondere für die        Auch Vertreter von Hotelberatern
Zusammenarbeit mit renommierten           und Projektentwicklern waren und
Partnern aus der internationalen Hos-     sind zahlreich vertreten und ergänzen     pertin Maria Pütz Willems zum Thema
pitality-Industrie. So konnten in den     die große Vielfalt geballter Branchen-    Spa-Trends. Auch Gastronomiegrößen
letzten Semestern hochkarätige Red-       kompetenz: Die Mitglieder der deut-       wie Manfred Kohnke, Chefredakteur
ner und Lehrbeauftragte gewonnen          schen Führungsmannschaft von Jones        vom Gault Millau Deutschland, oder
werden. Über den Aufbau einer der         Lang LaSalle Hotels referieren in jedem   Marc Übelherr, Gründer von Ocui, ka-
innovativsten europäischen Hotel-         Semester zum Thema Hotelbetreiber-        men an unseren Campus.
ketten referierte beispielsweise Chris-   verträge. Gleiches gilt für Matthias          Weitere prominente Hospitality-
toph Hofmann, CEO 25hours Hotel           Schröder von PKF hotelexperts, der        Redner kommen unter anderem von
Company AG. Edith Gerhardt berich-        den Studierenden Einblicke in welt-       ArabellaStarwood, Arkona, Geisel Pri-
tete über die Herausforderungen einer     weite Hotelinvestments gewährt. Ben-      vat Hotels, Rocco Forte, PKF hotelex-
Hotel-Managerin bei The Ritz Carlton.     jamin Ploppa, Manager von Deloitte &      perts Wien, Steinkogler Management,
Arosa Resorts-Chef Holger Hutmacher       Touche GmbH, dozierte zum Thema           Toedt, Dr. Selk & Coll, DO&CO sowie
diskutierte mit Studierenden Pricing-     Valuation Management, Wellness-Ex-        von GVO Personal.




     Modul-Nr.                             Advanced Business Administration
     M11                                   Leadership Skills

     M12                                   International Business Strategies

     M21                                   Creating Value for Tourism Industries

     M22                                   Developing Business

     Hospitality-Management
     M13H                                  Entrepreneur-/leadership HMI

     M14H                                  Advanced Hospitality Management

     M23H                                  Entrepreneur-/leadership HMII

     M24H                                  Hospitality Consulting

     International Economics
     M15H                                  Global Challenges in Hospitality

     M25H                                  Recent Developments in Hospitality

     Advanced Methods
     M16                                   Business Data Analysis and Research

     M26                                   E-Tourism and Innovations

     Case Studies
     M31                                   Case Studies I

     M32                                   Case Studies II

     Masterthesis                                                                                        Die Module des
                                                                                                         Hospitality-Masters
     M33                                   Master-Arbeit


                                                                                       Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                 21
      Master




     Allgemeine Studieninformationen
     für den Hospitality- und Tourismus-Master
     Beginn der Master-Programme
                                                 Der Nachweis gilt ebenfalls als er-    gespräches. Gegenstände des Aufnah-
     Sommersemester 2010
                                                 bracht, wenn ein erfolgreicher Ab-     megespräches können sein:
     Qualifikation für das Studium                schluss einer deutschsprachigen        ■ die Motive für das Studium
                                                 Ausbildung an einer höheren Schu-      ■ der Nachweis aktueller touris-
     1. Hochschulabschluss                       le oder Hochschule nachgewie-            musspezifischer und betriebswirt-
        Ein mindestens sechs theoretische        sen wird oder die Muttersprache          schaftlicher Kenntnisse
        Studiensemester (180 ECTS-Kre-           Deutsch ist.                           ■ die Einordnung aktueller Vorgänge
        ditpunkte) umfassender Hoch-                                                      des tourismusspezifischen Wirt-
        schulabschluss mit Schwerpunkt         Aufnahme- und                              schaftslebens
        in den Bereichen Betriebswirt-         Eignungsverfahren                        ■ die Überprüfung der Anwendung
        schaft, Tourismusmanagement,           Die Aufnahme des Master-Studiums           methodischer Grundfertigkeiten
        Tourismuswissenschaft oder einer       ist sowohl zum Wintersemester als          und der Fähigkeiten zur praxis-
        verwandten Fachrichtung an einer       auch zum Sommersemester eines              orientierten Anwendung bereits er-
        deutschen Hochschule (oder einen       Studienjahres möglich (erstmalig           worbener Kenntnisse.
        gleichwertigen Abschluss)              zum Sommersemester 2010). Die Be-
     2. Note 2,5 oder besser                   werbung ist schriftlich vom 2. Mai bis
        Eine Abschlussnote aus dem Erst-       zum 15. Juni eines Jahres bei Studien-
        studium von 2,5 oder besser. Stu-      beginn im Wintersemester und vom
        dienbewerberInnen, die eine Ab-        15. November bis zum 15. Januar eines
        schlussnote zwischen 2,5 und 1,8       Jahres bei Studienbeginn im Sommer-
        haben, werden zu einem Eignungs-       semester mit den erforderlichen Un-                          FIBAA
        gespräch eingeladen. Wer eine Note     terlagen im folgenden Bereich einzu-                         akkreditiert
        von 1,8 oder besser hat, wird direkt   reichen:
        zum Studium zugelassen.
                                                Beratung und                             Weitere Informationen:
     3. Praxiserfahrung
                                                Immatrikulation:                         Für weitere Informationen zum Aufnahme- und Eig-
        StudienbewerberInnen, deren
        Erststudium kein praktisches                                                     nungsverfahren lesen Sie bitte die Studien- und Prü-
                                                www.fh-muenchen.de/home/                 fungsordnung. Die Studien- und Prüfungsordnung und
        Studiensemester umfasste, müs-          fhm/stud-verw/imma-amt/                  weitere detaillierte Informationen stehen ab März 2009
        sen spezifische Vorkenntnisse in        Hochschule München                       auf der Homepage der Fakultät bereit.
        den Bereichen des Tourismusma-          80323 München
        nagements aus einer mindestens                                                   Kontakt: Hochschule München
        18-wöchigen einschlägigen, quali-
                                                Informationen zum                                 Lothstr. 34, 80335 München
        fizierten, praktischen Berufstätig-                                                        www.hm.edu
                                                Bewerbungsverfahren:
        keit nachweisen.                                                                          Tel.: 089 1265-1121
     4. Englischkenntnisse                                                                        (Sprechstunden siehe Internet)
                                                http://www.fh-muenchen.de/
        Ein Nachweis guter Englischkennt-       home/fhm/stud-verw/imma-
        nisse in Wort und Schrift (z.B.                                                  Immatrikulation: Lothstr. 34, 80335 München
                                                amt/d_unterlagen.pcms
        TOEFL mit mindestens 550 Punk-                                                                    Tel.: 089 1265-1276, -1304, -1164
        ten bzw. 210 Punkten im PC-basier-
                                                                                         Fakultät für Tourismus:
        ten Test, TOEIC oder UNIcert Stu-      Liegt zum Zeitpunkt der Bewerbung
                                                                                         Am Stadtpark 20, 81243 München
        fe III mit wirtschaftssprachlicher     das Abschlusszeugnis des Erststudi-
                                                                                         Tel.: 089 1265-2121, -2122
        Orientierung). Der Nachweis gilt       ums noch nicht vor, muss eine No-         Fax: 089 1265-2119
        ebenfalls als erbracht, wenn ein       tenbestätigung über die erbrachten        www.tr.fh-muenchen.de
        erfolgreicher Abschluss einer eng-     Prüfungsleistungen beigefügt wer-
        lischsprachigen Ausbildung an          den. Das Abschlusszeugnis muss zur        Studienberatung: Hospitality-Master
        einer höheren Schule oder Hoch-        Immatrikulation (Mitte März, bzw.                          Prof. Dr. Burkhard von Freyberg
        schule nachgewiesen wird oder die      Mitte September) vorgelegt werden.                         b.freyberg@hm.edu
        Muttersprache Englisch ist.            Zeugnisse und Notenbestätigungen
     5. Deutschkenntnisse                      sind als amtlich beglaubigte Kopien                        Tourismus-Master
                                                                                                          Prof. Dr. Marion Schulz
        Ein Nachweis guter Deutschkennt-       einzureichen.
                                                                                                          marion.schulz@hm.edu
        nisse in Wort und Schrift (z.B. DSH-       Das Eignungsverfahren erfolgt in
        Stufe 2 oder TestDaF Niveaustufe 4).   Form eines 15-minütigen Aufnahme-

22     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                             Erfrischend
                                              natürlich.
CP/COMPARTNER
Foto: Andreas Hub




           www.bayerischer-wald.de   Kostenlose Hotline: 0800/12 12 111
      Forschung




     EU-Forschungsprojekt ClimAlpTour oder:
     Der Einfluss des Klimawandels
     auf den Tourismus im Alpenraum

                            Felix Kolbeck,     Finanz- und Wirtschaftskrise werden      ■ durch Veränderungen der Nieder-
                         Tanja Hanslbauer      den Tourismus der Zukunft nachhal-         schlagsarten und -mengen,
                                               tig beeinflussen und bieten breite       ■ eine Zunahme von Hangrutschen


     D    ie Fakultät für Tourismus der
          Hochschule München ist seit Ok-
     tober 2008 Projektpartner im transna-
                                               Ansatzmöglichkeiten für unsere For-
                                               schungsaktivitäten.
                                                   ClimAlpTour ist nach Alpshealth-
                                                                                          und Felsstürzen sowie
                                                                                        ■ Veränderungen in der Verbreitung
                                                                                          und Vielfalt von Flora und Fauna.
     tionalen EU-Projekt ClimAlpTour. An       comp (2005–2008) bereits das zweite
     diesem Projekt sind insgesamt 16 Part-    EU-Projekt, an dem sich die Fakultät     Weitaus schwieriger sind die nach-
     nerinstitutionen aus Italien, Deutsch-    erfolgreich beteiligt.                   gelagerten Auswirkungen auf Ökolo-
     land, Österreich, Frankreich, Slowenien                                            gie und Ökonomie wissenschaftlich
     und der Schweiz beteiligt.                Das Projekt                              zu fassen. Nachdem hierzu in einem
                                               Da in gebirgigen Regionen mehrere        früheren Projekt ClimChAlp (2006–
     Forschung an der Fakultät                 Klima- und Wetterzonen auf engem         2008) wesentliche Grundlagen
     für Tourismus                             Raum nebeneinander anzutreffen           erforscht wurden, baut das Projekt     Erosion als Folge
     Die Forschungsstrategie der Fakul-        sind, gilt auch der Alpenraum als eine   ClimAlpTour darauf auf. ClimAlp-       von Hangrutschen
                                                                                                                               im auftauenden
     tät konzentriert sich auf Themen der      Region, die besonders sensibel auf       Tour ist Bestandteil des Alpenraum-    Permafrost am
     nachhaltigen Entwicklung im Touris-       klimatische Veränderungen reagiert.      programms „European Territorial Co-    Tschenglser Bach,
                                                                                                                               Gemeinde Laas,
     mus. Prozesse wie der Klimawandel,        Leicht wahrnehmbar äußert sich dies      operation-Alpine Space 2007–2013“.     Autonome Provinz
     der demografische Wandel oder die          beispielsweise:                          Es setzt die Auswirkungen des Klima-   Bozen, Südtirol




24     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                          Forschung




wandels auf den Sommer- und Win-         anstaltern und Verkehrsträgern (Flug/
tertourismus in den Mittelpunkt der      Bahn) zählen auch Banken, Invest-
Betrachtung und ist ausgesprochen        mentgesellschaften und Versicherer
anwendungsorientiert: Ziel ist es, An-   hierzu.
passungsstrategien für verschiedene
Modellregionen innerhalb des Alpen-      Einbezug der Master-Studierenden
raums zu entwickeln. Dabei erfordert     In die Projektarbeiten zu ClimAlpTour
die Heterogenität des Alpenraums         werden die Master-Studierenden ak-              nen, die im Hochsommer aus hei-
eine ausgesprochen differenzierte        tiv einbezogen. Fallstudien und Mas-            ßen Städten kommen? Stellt der
Vorgehensweise, da sich die Auswir-      ter-Arbeiten greifen spannende Teil-            demografische Wandel – die Über-
kungen des Klimawandels von einem        fragen auf, deren Lösung                        alterung vieler Gesellschaften –
Alpental zum nächsten stark unter-       ■ Kreativität erfordert und fördert             hier noch einen weiteren, positiv-
scheiden können.                         ■ teamorientierte Herangehenswei-               verstärkenden Effekt dar?
    Für die Fakultät für Tourismus          sen mit individuellen Analysen             ■ Was heißt dies alles für die gewach-
an der Hochschule München mit ih-           kombiniert und                               senen Orts- und Raumstrukturen,
rer starken Praxisausrichtung bietet     ■ durch viele Vor-Ort-Aktivitäten stets         etwa für den Traditionserhalt und
sich hier ein komplexes und span-           spannend bleibt und zahlreiche               die Brauchtumspflege, für die Orts-
nendes Betätigungsfeld. Innerhalb           Kontaktmöglichkeiten bietet                  und Landschaftsbilder oder für die
von ClimAlpTour ist die Fakultät ver-                                                    örtliche Bevölkerung?
antwortlich für das Arbeitspaket 5       Durch die vielschichtige Thematik
„Impact Analysis“, in welchem ökono-     des Klimawandels bietet sich unseren          Eine Vielzahl von Faktoren aus allen
mische, soziale und ökologische Aus-     Master-Studierenden die Chance, real          genannten Bereichen müsssen in
wirkungen des Klimawandels auf den       zu erfahren, was interdisziplinäres           neue Strategien für den Alpenraum
Tourismus (Wintertourismus, aber         Arbeiten in touristischer Perspektive         Eingang finden – eine tolle Heraus-
auch Wirkungszusammenhänge mit           alles bedeuten kann. Denn der Klima-          forderung für interdisziplinäres, ent-
touristischen Sommer- und Ganzjah-       wandel wird nicht nur Auswirkungen            wicklungsorientiertes Studieren auf
resangeboten) untersucht werden.         in volks- und betriebswirtschaftlicher        Master-Niveau!
    Dabei sind die Bedürfnisse ver-      Hinsicht haben, sondern auch im so-
schiedener Anspruchsgruppen zu           zialen und kulturellen Bereich zu
berücksichtigen. In ökonomischer         massiven Veränderungen führen:
Perspektive zählen hierzu die ver-       ■ Wie geht man mit erhöhten Ri-
schiedenen Unternehmen der Tou-             siken um, wenn z.B. Extremer-
rismusindustrie, auf lokaler Ebene          eignisse (Hangrutschen, Über-               Informationen:
unter anderem Beherbergungs- und            schwemmungen) zunehmen und                  Für Fragen und Anregungen stehen zur Verfügung:
Mobilitätsanbieter.                         mit weiteren Unwägbarkeiten (zu-
    Weil der Alpenraum im Wett-             rückgehende Schneesicherheit) zu-           Prof. Dr. Felix Kolbeck
bewerb mit anderen Urlaubsdesti-            sammentreffen?                              felix.kolbeck@hm.edu
nationen steht, müssen auch über-        ■ Wie findet und nutzt man die Chan-
regional und international tätige           cen des Klimawandels: Können die            Dipl.-Betriebswirt (FH) Tanja Hanslbauer
Unternehmen mit betrachtet werden.          Alpen verstärkt als „Sommerfri-             t.hanslbauer@hm.edu
Neben Hotelunternehmen, Reisever-           sche“ für Erholung Suchende die-



                                                                                                                                                    Anzeige




                                                                                   Karlsplatz 25 · D - 80335 München · www.geisel-privathotels.de




                                                                                           Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                      25
      Forschung




     Forschungsprojekt „Wirtschaftlichkeit im Reise-
     bürovertrieb“: In Kooperation mit dem DRV ent-
     steht das DRV Reisebüro-Barometer.

                               Peter Voigt    wurden die Daten von der Universität     wurden. In der Analyse sind nur Ka-
                                              Lüneburg auf der Basis von Umfrage-      pital- und Personengesellschaften, je-

     P   rof. Dr. Peter Voigt hat im Rahmen
         eines Forschungsprojekts in Koo-
     peration mit dem DRV Deutscher Rei-
                                              ergebnissen zusammengestellt. Eine
                                              Kontrolle der Zuverlässigkeit dieser
                                              Daten war kaum möglich.
                                                                                       doch keine Einzelfirmen berücksich-
                                                                                       tigt. Es sind aber auch Umsätze aus
                                                                                       dem Firmengeschäft enthalten.
     seVerband e.V. die erste Version des         Das neue Kooperationsprojekt              Ausgewertet werden im DRV Rei-
     neuen DRV Reisebüro-Barometers           von DRV und Hochschule München           sebüro-Barometer Umsatzstrukturen,
     erarbeitet. Die Ergebnisse wurden im     unterscheidet sich hiervon grundle-      Erlösstrukturen und Kostenstruk-
     Rahmen der DRV Jahrestagung und          gend. Im Rahmen des Forschungspro-       turen. Neben dem Betriebsergebnis
     des DRV Reisebürotages am 13. No-        jekts hat Prof. Dr. Peter Voigt Zahlen   der Reisebüros werden außerdem die
     vember 2008 in Budapest der Fachöf-      aus der Gewinn- und Verlustrechnung      Kennzahlen Umsatzrendite und Erlö-
     fentlichkeit vorgestellt.                des Jahres 2007 von über 300 Reise-      srendite errechnet. Alle Daten werden
         Das DRV Reisebüro-Barometer          bürounternehmen mit rund 500 Be-         in fünf Umsatzklassen aufgegliedert:
     misst die wirtschaftliche Situation      triebsstellen ausgewertet. Damit ist     bis zu € 2 Mio., € 2-4 Mio., € 4-6 Mio.,
     anhand von anonymisierten und            das DRV Reisebüro-Barometer das ers-     € 6-10 Mio. und über € 10 Mio. Jah-
     zusammengefassten Daten aus dem          te Instrument für Betriebsvergleiche     resumsatz.
     Markt und sorgt damit für mehr           auf der Basis echter G-u-V-Zahlen im          Die Kennzahlen wurden in einer
     Transparenz über die Profitabilität      deutschen Reisebüromarkt.                Excel-Programmierung durch An-
     im Reisevertrieb. Das DRV Reisebüro-         Die echten Zahlen aus dem Rech-      wendung des Medians gebildet. Der
     Barometer bietet die Möglichkeit, ei-    nungswesen der Reisebüros wurden         Median – auch Zentralwert genannt –
     gene Unternehmensdaten mit Markt-        von den Datenhäusern TAA und Ac-         ist ein Lageparameter, der die Gren-
     daten abzugleichen. Damit kann jeder     con-RVS geliefert. Die erfassten Un-     ze zwischen zwei Hälften bezeichnet.
     Unternehmer eigene Schlüsse für sei-     ternehmen repräsentieren ein Um-         Er zeigt bei aufsteigender Sortierung
     nen Betrieb im Vergleich zu Mitbe-       satzvolumen von ca. 2,3 Mrd. Euro.       die Mitte einer Verteilung. Der Vorteil
     werbern ziehen.                          Der hohe Umsatz zeigt, dass auch         des Medians gegenüber dem arith-
         Eine solche Analyse hat es zuletzt   mittlere und große Reisebürounter-       metischen Mittel liegt in erster Linie
     vor ca. zehn Jahren gegeben. Damals      nehmen in die Auswahl einbezogen         darin, dass der Median die verzerren-



                         100%
                                          2,73%                                                 5,98%
                                                           6,18%
                           90%            6,22%                              6,28%
                                                                                                4,99%              7,12%
                                                           4,89%
                                                                             5,85%                                 4,53%
                           80%          11,54%

                           70%                                                                                                    Sonstiges
                                                          35,06%            34,90%            50,72%
                           60%                                                                                                    EV
                                                                                                                  57,87%
                                                                                                                                  Erdgeb. Bef.
                           50%
                                                                                                                                  Flug
                           40%          74,38%
                                                                                                                                  Touristik
                           30%
                                                          48,14%            46,46%
                           20%                                                                34,46%

                                                                                                                  22,28%
                           10%
     Umsatzstruktur
                             0%       bis 2 Mio         bis 4 Mio         bis 6 Mio        bis 10 Mio           > 10 Mio


26     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  Forschung




                     1,40%

                     1,20%

                     1,00%

                     0,8o%

                     0,60%

                     0,40%

                     0,20%
Umsatzrendite pro
Umsatzklasse         0,00%


de Wirkung großer Ausreißer besser        Fällen ein Betrag, der in keinem an-
dämpft als das arithmetische Mittel.      gemessenen Verhältnis mehr
    Zunächst wurde die Umsatzstruk-       zum Arbeitseinsatz und
tur der Reisebüros in den fünf genann-    zur Verantwortung eines
ten Größenklassen analysiert. Es zeigt    Unternehmers steht.
sich, dass bei kleinen Büros der Anteil       Zu den bemerkens-
der Touristik mit fast 75% am höch-       wertesten Ergebnissen
sten ist und mit zunehmender Größe        des DRV Reisebüro-Ba-
kontinuierlich abnimmt. Bei den um-       rometers auf Basis der
satzstärksten Reisebüros (über € 10       Zahlen von 2007 gehört,
Mio. Umsatz) beträgt er gerade noch       dass die Umsatzrendite
gut 22%. Die Erlösstruktur korrespon-     auch bei großen Büros deutlich
diert mit dieser Verteilung und zeigt     unter 1% liegt. Nur in der Größenklas-     Reisebüro-Barometers mit einem grö-       Kooperations-
                                                                                                                               partner DRV
ein ähnliches Bild. Nur die Super-        se € 6-10 Mio. Umsatz liegt sie mit 1,3%   ßeren Kreis von Reisebüros wird zei-
provision verändert sich mit zuneh-       darüber. Dies gibt Anlass für eine ers-    gen, ob sich dieses Bild bestätigt. Die
mender Größe deutlich: Sie macht bei      te These dahingehend, dass dies die        nächste Analyse auf Basis der Zahlen
den größeren Büros 8,13% der Erlöse       rentabelste Größenklasse von Reise-        von 2008 soll zur ITB 2009 in Berlin
aus, während sie bei den kleineren ge-    büros ist. Der weitere Ausbau des DRV      vorgelegt werden.
rade einmal 2,95% erreicht.
    Bei den Betriebsergebnissen (ope-
ratives Ergebnis) zeigte sich, dass
kleine Reisebüros bis € 2 Mio. Jah-
resumsatz im Mittelwert (Median)
ein Ergebnis von € 9.600 pro Jahr er-
wirtschaften. Kalkulatorische Löhne
sind hier – soweit relevant – bereits
berücksichtigt. Die Betriebsergeb-
nisse werden durch Zinsen und an-
dere Belastungen sowie durch Ein-
kommen- und Ertragsteuern weiter
geschmälert. Es verbleibt in vielen


Informationen:
Weitere Informationen auch unter
www.drv.de


                                                                                        Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport          27
      Forschung




     Fakultät für Tourismus begleitet Entwicklung
     der neuen touristischen Komplettlösung
     Tourport von Partners Software

     R   eisebürokooperation TSS und
         Onlineweg.de beteiligen sich als
     fachliche Unterstützer.
                                               begleitet die Entwicklung von Tour-
                                               port, einer neuartigen Touristik In-
                                               ternet Such- und Buchungs-Engine
                                                                                        Prof. Dr. Robert Goecke, verant-
                                                                                        wortlich für das Lehrgebiet „IT im
                                                                                        Tourismus“, und Hans Simon, Ge-
                                               für Expedienten und Kunden, aus          schäftsführer von Onlineweg.de
     Der Bremer Touristik-IT-Spezialist        wissenschaftlicher Sicht. Im Mittel-     und Lehrbeauftragter der Fakultät,
     Partners Software setzt bei der Kon-      punkt der Begleitforschung steht         organisieren die Kooperation zwi-
     zeption und Entwicklung seiner neu-       die Nutzerfreundlichkeit der Tour-       schen Entwicklern, Anwendern, Wis-
     en touristischen Komplettlösung           port-Seiten. „In regelmäßigen Tests      senschaftlern und Studierenden im
     Tourport auf das wissenschaftliche        prüfen unsere Wissenschaftler und        Rahmen von Werkstudententätig-
     IT- und Tourismus-Knowhow un-             Studierenden die Seiten, beobach-        keiten, Diplomarbeiten und Work-
     serer Fakultät. Für die wissenschaft-     ten Nutzer bei der Handhabung            shops. „Unsere Studierenden haben
     liche Begleitforschung ihres Inno-        und entwickeln innovative Anwen-         auf diese Weise die einmalige Gele-
     vations-projektes hat Partners eine       dungsszenarien, aus denen sich           genheit, die Prozesse des Internet-
     Kooperation mit unserer Fakultät be-      Anforderungen für eine optimale          Reisevertriebs kennen zu lernen und
     gonnen. Die Reisebüro-Kooperation         Tourport-Usability aus Kunden- und       unmittelbar an einem Innovations-
     TSS und das Internet-Portal online-       Expedientensicht ableiten lassen“,       projekt mitzuwirken“, freut sich Prof.   Tourport in der tou-
                                                                                                                                 ristischen Vertriebs-
     weg.de unterstützen die Entwicklung       erklärt Prof. Dr. Theo Eberhard, der     Goecke. Tourport bietet hier viele in-   kette und im Multi-
     fachlich.Die Fakultät für Tourismus       Dekan der Fakultät.                      teressante Ansätze insbesondere für      Channel-Vertrieb




                                                                            Reisebüro-Kooperationen
                                                                                                                Vertriebssteuerung
                                                                                      Expedienten-
                                                                                          Portal                Reisebüro
                                                                                       z.B. von TSS             Expedient
                                Aktuelle Urlaubsangebote, Preise


                                                                            Tourport
            Veranstalter             Vakanz, Reservierung, Buchung                                                       Persönliche
                                             Reservierungs-                 Internet                                       Beratung im
           Katalog-                            Verfahren                                                                    Reisebüro
           informationen,                                                   Booking
           Hotelbilder                          z.B. CETS                    Engine

                                     Elektronische multimediale
              Content                Hotelinformationen
           Aggregatoren
                                                                                      Reiseportal
           Elektronische
               Reise-/
               Reise-
                                                                                  z.B. Onlineweg.de                              Kunde
           Hotelkataloge                                                                          24h-Service &
                                                                           Internet-Reiseportale umfassendes
                                                                                           Informationsangebot

28     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  Forschung




den Multi-Channel-Vertrieb von Ur-                                             Tourport im Hintergrund bewährte
laubsreisen. Empirische Studien der                                            touristische Reservierungssysteme
letzten Zeit haben nämlich ergeben,                                            wie aktuell CETS und bietet Schnitt-
dass immer mehr Kunden sich vor                                                stellen zu Mid- und Backoffice-Syste-
der Buchung sowohl auf Internet-                                               men.
Reiseportalen informieren, als auch                                                Die bei solchen Multi-Channel-
im Reisebüro beraten lassen. Beide                                             Szenarien entstehenden zahlreichen
Vertriebskanäle haben aus Kunden-                                              technischen, organisatorischen,
sicht spezifische Vorteile und bieten                                           Datenschutz- und Marketing-Fra-
erst in Kombination den optimalen                                              gestellungen sind neben der Usa-
Kundenservice.                                                                 bility-Optimierung weitere For-
    Entsprechend sieht die Tourport-                                           schungsschwerpunkte unserer
Konzeption verschiedene Funkti-                                                Fakultät. Mit diesem Projekt und
onen für eine engere Kooperation                                               mit der Einrichtung einer weiteren
                                         Wolfgang Brinker,
von stationären Reisebüros und In-       Geschäftsführer,                      E-Business-Professur positioniert
ternet-Reiseportalen in Multi-Chan-      Gründer und Gesellschafter            sie sich als Kompetenzzentrum und
                                         von Partners Software
nel-Vertriebsszenarien vor, die in                                             Innovationspartner der Wirtschaft
gemeinsamen Fallstudien näher un-                                              im E-Tourism.„Neben den schon seit
tersucht werden sollen.                                                        Jahren mit zahlreichen Betrieben und
    Die Kooperation zwischen Part-                                             namhaften Playern der Branche sehr
ners Software, dem Reiseportal On-                                             erfolgreich durchgeführten Diplom-
lineweg.de und der Reisebürokoo-                                               arbeitsprojekten wollen wir zukünf-
peration TSS bringt zur Erforschung                                            tig noch mehr Fallstudienprojekte
und Diskussion solcher Szenarien die                                           mit Partnern aus der Wirtschaft ma-
wichtigsten Rollen des touristischen                                           chen, die dann zu Entwicklungs- und
Vertriebes zusammen: Partners Soft-                                            Forschungskooperationen wie mit
ware sammelt von den Veranstaltern                                             Partners Software und Onlineweg.de
die aktuellen Urlaubsangebote und                                              führen“, erläutert Goecke: „Hier kön-
Preise. Diese Angebote werden mit                                              nen aktuelle Innovationsthemen mit
Bewertungen und den multimedi-                                                 Studierenden-Teams unserer neuen
alen Hotelinformationen der beiden                                             Bachelor- und Master-Studiengänge
Content-Lieferanten GIATA und In-        Hans Simon,                           zunächst als Cases diskutiert und ge-
                                         Geschäftsführer und
teractive CMS aus den Katalogen der                                            gebenenfalls später tief gehender be-
                                         Gesellschafter von Onlineweg.de,
Reiseveranstalter angereichert und       Lehrbeauftragter der Fakultät         arbeitet werden.“
in der Veranstalter-neutralen Inter-                                               „Die Hochschule München mit
net-Such- und Buchungsmaschine                                                 ihren Wissenschaftlern und Studie-
Tourport bereitgestellt. Reisebüro-                                            renden ist durch ihre branchen- und
Kooperationen wie die TSS können                                               praxisorientierte Ausrichtung ein
die Angebote mit Tourport-Adminis-                                             wichtiger Sparringspartner für In-
trationsfunktionen noch weiter auf-                                            novationsvorhaben gerade im Mit-
bereiten, z.B. mit zusätzlichen Infor-                                         telstand“, bestätigt Wolfgang Brinker,
mationen zur Vertriebssteuerung. In
der B2C-Version von Tourport können
                                                Die Hochschule München mit ihren Wissenschaftlern und Studierenden ist
Kunden des mit den Reisebüros koo-              durch ihre Branchen- und praxisorientierte Ausrichtung ein wichtiger Spar-
perierenden Reiseportals Onlineweg.             ringspartner für Innovationsvorhaben gerade im Mittelstand.
de alle diese Angebote durchsuchen,                                                                                           Wolfgang Brinker
filtern, vergleichen, auf eine persön-                                         Geschäftsführer, Gründer und Gesellschafter von Partners Software

liche Merkliste setzen und buchen.
In den Reisebüros der Kooperation                                              Gründer und Geschäftsführer von
können die Expedienten in einem                                                Partners Software, über seine ersten
so genannten Expedientenportal auf                                             Erfahrungen aus der Kooperation:
die B2B-Version von Tourport zugrei-                                           „Ein nützlicher Nebeneffekt ist, dass
fen und den Kunden mit denselben                                               wir frühzeitig Kontakt zu Studieren-
Funktionen persönlich beraten, eine                                            den mit hoher Touristik-, Sprach- und
Merkliste für zuhause zusammen-                                                IT-Kompetenz gewinnen, die wir für
stellen oder die vom Kunden bereits                                            unsere internationalen Projekte als
im Internet recherchierte persön-                                              Mitarbeiter benötigen.“
liche Merkliste ergänzen und für ihn                                                                    Robert Goecke
buchen. Für die Buchung selbst nutzt

                                                                                   Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                  29
      Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




     Die Erklärung internationaler Tourismusströme
     durch die Außenhandelstheorie

                            Volker Letzner     1. „(Nicht-) Verfügbarkeit“               2. Konjunkturzyklen: Die einzelnen
                                                  als Erklärungsansatz                   Phasen der Konjunkturzyklen sind

     D     ie Welt ist durch große und
           meist wachsende internati-
     onale Tourismusströme gekenn-
                                               Die unmittelbarste und älteste Ursa-
                                               che internationalen Handels ist die
                                               Verfügbarkeit bzw. Nicht-Verfügbar-
                                                                                         in verschiedenen Ländern gegenei-
                                                                                         nander verschoben, sodass es durch
                                                                                         zeitliche Über- und Unterkapazi-
     zeichnet, bei denen die Deutschen         keit bestimmter Güter in verschie-        täten zu einer „Ventil“-Funktion des
     bekanntlich Reiseweltmeister sind.        denen Regionen. Daraus resultiert         Handels kommt. Da es durch nicht-
     Wovon hängen Niveau und Muster            die Notwendigkeit, durch Handel           parallele Konjunkturphasen auch
     dieser Ströme ab? Die Antwort, dass       den Mangel zu reduzieren bzw. tou-        zu Wechselkursreaktionen kommt,
     die Deutschen eben nach Italien fa-       ristische Attraktoren, die in einer       werden auf diese Weise Tourismus-
     hren, weil es dort sonnige Strände,       Region nicht vorhanden sind, durch        ströme gelenkt: Abwertungen ver-
     Kultur und südliche Lebensart gibt,       Reisen zu besuchen. (Nicht-) Verfüg-      teuern den Auslandsaufenthalt.
     ist sicher nicht falsch, aber auch sehr   barkeit kann dauerhafte und tempo-        Und eine Weltmeisterschaft führt
     unpräzise. Hilfe bietet die Außen-        räre Ursachen haben:                      eine Art regionaler Sonderkonjunk-
     handelstheorie, die internationa-                                                   tur herbei.
     len Güterhandel und internationale        Dauerhafte Nichtverfügbarkeiten:              3. Katastrophen jeder Art wie Miss-
     Faktorbewegungen (insbesondere            Hierbei handelt es sich um naturge-       ernten, Terrorakte oder Tsunamis,
     von Kapital und Arbeit) erfasst und       gebene Ressourcen (z.B. Bernstein, Öl,    die Ernten bzw. Destinationen „ver-
     erklärt. Beim internationalen Touris-     bestimmte Tier- und Pflanzenarten),        nichten“.
                                                                                             (Nicht-) Verfügbarkeit ist ein
       Letztlich kann internationaler Tourismus definiert werden als                      wichtiges Argument zur Erklärung
       Reisetätigkeit mit dem Zweck, nicht-handelbare Güter zu handeln.                  von Güter- und Tourismusströmen;
                                                                                         trotzdem versagt es bei der Frage,
     mus handelt es sich um eine tempo-        die nur an bestimmten Orten vor-          wieso bestimmte Güter und touris-
     räre Bewegung von Menschen zwi-           kommen und nicht oder nur unter           tische Dienste importiert werden,
     schen in- und ausländischen Orten.        ökonomisch nicht sinnvollen Bedin-        obwohl sie im eigenen Land herge-
     Im Unterschied zum traditionellen         gungen substituiert oder hergestellt      stellt werden oder hergestellt wer-
     Güterhandel kommt nicht das Gut           werden können. Die touristische Ana-      den könnten; ebenso erklärt das
     zum Konsumenten, sondern der              logie hierzu sind natürliche und kul-     Verfügbarkeitsargument keine Ko-
     Konsument begibt sich zum Gut             turelle Attraktoren (Grand Canyon,        stenunterschiede zwischen den Län-
     und der Tourist kommt zum auslän-         Pyramiden), deren Besuch nur durch        dern. Hier bietet die Außenhandels-
     dischen Dienstleister. Letztlich kann     entsprechende Reisetätigkeit mög-         theorie zwei weitere Ansätze.
     internationaler Tourismus definiert        lich wird.
     werden als Reisetätigkeit mit dem                                                   2. „Preisdifferenzen“
     Zweck, nicht-handelbare Güter zu          Temporäre Nichtverfügbarkeiten:              als Erklärungsansatz
     handeln. Diese Definition mag auf          1. Zeitmonopole: Viele Güter wer-         Theorem der komparativen Kosten-
     den ersten Blick paradox erschei-         den von Monopolisten hergestellt,         vorteile: Obwohl alle Güter in jedem
     nen und die scheinbare Paradoxie          die durch Gesetze, Absprachen oder        betrachteten Land verfügbar sind,
     kann noch verstärkt werden durch          technisches Knowhow für mehr oder         führen Preisdifferenzen dazu, dass
     die Feststellung, dass gerade die         minder lange Zeit verhindern kön-         jene Waren importiert (exportiert)
     Handelstheorie in der Lage ist, die       nen, dass ihnen Konkurrenz entsteht;      werden, bei denen das Ausland (das
     Bestimmungsgründe des internati-          dabei kann es sich um Monopolisten        Inland) einen Preisvorsprung besitzt.
     onalen Tourismus zu erklären.             i.e.S. (nur ein Anbieter) oder um regi-   Ursachen für die Preisunterschiede
         Im Folgenden werden deshalb           onale Branchenmonopole (s. Autoin-        liegen vor allem an:
     drei zentrale Ansätze der Außen-          dustrie) handeln. Auch im Tourismus       ■ unterschiedlichen Produktions-
     wirtschaftstheorie zur Erklärung          gibt es entsprechende Analogien: Erst        funktionen aufgrund technischer
     des internationalen Handels erläu-        nach einer gewissen Zeit gelingt es          Fertigkeiten und/oder aufgrund
     tert und auf touristische Phäno-          Nachahmern, die Nichtverfügbarkeit           unterschiedlicher Faktorausstat-
     mene angewendet; am Ende wird             bestimmter touristischer Leistungen          tung mit Kapital, qualifizierter und
     kursorisch auf die Bedeutung dra-         zu beheben (z.B. Golfplätze in Ma-           unqualifizierte Arbeit
     stisch gesunkener Transportkosten         rokko, Event- und Musicalindustrie,       ■ unterschiedlichem Nachfragever-
     eingegangen.                              Skihallen in Dubai).                         halten

30     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                              Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




■ Transportkosten, die natürlichen         Träger im Nationalpark, der Liege-         und hat viele, im Durchschnitt gut si-
  oder politischen Ursprungs (Entfer-      stuhlverleih) und in der touristischen     tuierte Rentner; und Deutschland ist
  nung, Zölle, Steuern) sein können.       Infrastruktur (z.B. bei Übernachtung,      eine Servicewüste, und es gibt kaum
                                           Gastronomie, Taxifahrten oder beim         bezahlbare, arbeitsintensive perso-
Das Theorem der komparativen Kos-          Liftbetrieb) benötigen – relativ zu an-    nenbezogene Dienstleistungen. Die
tenvorteile besagt, dass sich Länder       deren Branchen – wenig Kapital und         gibt es aber woanders zuhauf – folg-
auf den Export jener Güter spezia-         viel (unqualifizierte) Arbeit. Dem o.g.     lich fahren die Deutschen da hin, wo
lisieren, bei deren Produktion und         Theorem zufolge werden sich Län-           sie sich diese Dienstleistungen noch
Verkauf sie vergleichsweise gerin-         der, die über wenig Kapital, aber viel     leisten können. Dieses Argument gilt
gere Kosten gegenüber dem Ausland          (unqualifizierte) Arbeit verfügen,         abgeschwächt ganz ähnlich auch für
haben als bei der Produktion der Im-       auf den Tourismus verlegen und In-         andere Westeuropäer, während die
portgüter! Handelsaufnahme kann            dustriegüter im Gegenzug für die           Nordamerikaner einen Niedriglohn-
an einem partialanalytischen Markt         Tourismuseinnahmen importieren.            sektor und, wie die Japaner, viel we-
für ein beliebiges Gut wie folgt veran-    Die Wirtschaftsbeziehungen zwi-            niger Freizeit haben.
schaulicht werden:                         schen Industrieländern und Schwel-


                              Land 1                                                          Land 2
Preis                                                           Preis
                                                                                                        Angebot
            Nachfrage                                                        Nachfrage

                                           Angebot
                            Export
                                                 Weltmarktpreis                               Import




                                                                                                                                 Handelsaufnahme
                                           Menge                                                                   Menge

Die Handelsaufnahme und die Bil-           len- und Entwicklungsländern folgen        Handel von touristischen Diensten ge-
dung eines „Weltmarktpreises“ führen       diesem interindustriellen Handel:          gen andere touristische Dienste: Die
für beide Länder zu einem Wohlfahrts-      Deutschland exportiert kapital- und        bisherigen Argumente bezogen sich
gewinn gegenüber der Autarkiesitua-        forschungsintensive Güter und im-          auf den Handel Güter versus Touris-
tion, die durch den Schnittpunkt der       portiert arbeitsintensive Güter (viet-     mus. Doch auch innerhalb des Tou-
jeweiligen Angebots- und Nachfrage-        namesische Textilien) und arbeits-         rismus ist das Theorem der kompa-
kurven gebildet wird; grafisch kann         intensive Dienste via Tourismus,           rativen Kostenvorteile sichtbar. Das
der Wohlfahrtsgewinn für beide (das        die sich viele Deutsche hierzulande        Theorem lässt sich an folgendem
ist das Mantra der klassischen Han-        niemals leisten könnten. Der Spezi-        pointierten Beispiel verdeutlichen:
delstheorie) an der hier nicht einge-      alisierungseffekt zeigt auch traurige      Wenn es zwei touristische Produkte
zeichneten Produzenten- und Kon-           Auswüchse, wenn Millionen Inder            gäbe, Kultur (K) und Sonne/Strand/
sumentenrente gezeigt werden. Dass         freiwillig ihre Niere für $ 100 verkau-    Meer (S), sähe der Vergleich von
Güterhandel und Tourismus zusätz-          fen oder sich der Sex-Tourismus auf        Deutschland (D) und Italien (I) wie
lich zu einem Faktorpreisausgleich         Länder richtet, in denen viele Men-        folgt aus: K1> KD, S1 >> SD. Italien hat
beitragen, sei an dieser Stelle nur ver-   schen nichts außer ihrem Körper            bei beiden Urlaubsarten unzweifel-
merkt und nicht erläutert. Das Theo-       haben und sich deshalb auf diese ar-       haft absolute Vorteile. Wenn sich
rem der komparativen Kostenvorteile        beitsintensive Branche spezialisieren      Tourismus nach absoluten Vortei-
kann zur Erklärung des internationa-       müssen.                                    len richten würde, dürfte es folglich
len Tourismus in doppelter Weise he-            Sind die Deutschen also Reise-        keine Tourismusströme von Italien
rangezogen werden:                         weltmeister, weil es sie mehr als ande-    nach Deutschland geben. Da sich
                                           re in die Ferne zieht? Nein, der eigent-   aber Tourismus ebenso wie Güter-
Handel touristischer Dienste gegen         liche Grund ist banal: Deutschland         handel nach relativen Vorteilen aus-
Güter: Touristische Dienste rund um        verfügt über die weltweit höchsten         richtet, sind italienische Touristen in
den Attraktor (z.B. ein Führer oder        Löhne und geringsten Arbeitszeiten         Deutschland erklärbar: Der absolute

                                                                                         Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport             31
                                                             Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




                                                            Nachteil Deutschlands ist bei Sonne/      Güter. Die Produktdifferenzierung
                                                            Strand/Meer gegenüber Italien sehr        kann folgende touristischen Phäno-
                                                            viel größer als im Bereich Kultur, wo     mene beschreiben:
                                                            Deutschland weder mit Florenz und         ■ große Touristenströme zwischen
                                                            Rom mithalten kann, aber doch go-           gleichartigen Reisezielen: italie-
                                                            tische Kathedralen, romantische             nische Golfer in Deutschland und
                                                            Straßen und Altstädte (und natürlich        umgekehrt, österreichische Ski-
                                                            die Wiesn) zu bieten hat: Deutsch-          fahrer in Kanada und umgekehrt
                                                            land hat gegenüber Italien kompara-       ■ starke Vermehrung des „Event“-
                                                            tive Vorteile bei der Kultur (und, hier     Tourismus: Musicals, Festspiele,
                                                            nicht extra aufgelistet, bei Naturur-       Marathonläufe, Love-Paraden
                                                            lauben).                                    rund um den Globus
                                                                Das Theorem der komparativen          ■ Kurzreisen: Shopping in Paris,
                                                            Kosten sollte sehr viel stärker in          Frühstück in Venedig
                                                            der Destinationsentwicklung eine          ■ Herausbildung immer spezialisier-
                                                            Rolle spielen: Die bayerischen Al-          terer Anbieter für bestimmte Akti-
                                                            pen sind jetzt und vor allem in Zu-         vitäten (Sport, Bildung), Regionen
                                                            kunft bezüglich Schneesicherheit            (Toskana, Himalaya) und Reisever-
                                                            und Skitourismus gegenüber Hoch-            halten („alles-inklusive“, Rucksack-
                                                            gebirgslagen in Österreich oder der         reise)
                                                            Schweiz absolut schlechter dran.          ■ „Upgrading“ vieler Angebote:
                                                            Der Nachteil beim Alpinski ist deut-        Vor allem Clubs, Hotelketten und
                                                            lich größer als bei Langlauf oder           Fluggesellschaften bieten immer
                                                            gar bei Wanderurlaub. Der kompa-            exklusivere und hochpreisigere
                                                            rative Vorteil der bayerischen Ber-         Qualität an.
                                                            ge liegt somit nicht beim Alpinski,
NOW OPEN: 25hours Hotel Frankfurt tailored by Levi’s®       sondern in der (immer länger wer-         Bei all diesen Beispielen geht es nicht
Niddastraße 58 — 60329 Frankfurt am Main                    denden) Wandersaison. Die Des-            primär darum, sich 14 Tage zu erho-
T +49 (0)69 25 66 77 0 — F +49 (69) 40 58 68 98 90          tination sollte also vorausschauend       len oder den Eifelturm zu sehen;
reception@ffm.25hours-hotels.com — www.25hours-hotels.com    auf den komparativen Vorteil bauen        es geht vielmehr darum, eine mög-
                                                            und diesen verstärken, als auf den        lichst individuelle Nische zu fin-
                                                            absoluten und relativen Nachteil zu       den, um sich vom Gros der Urlauber
  NOW OPEN : 25hours Hotel Frankfurt tailored by Levi’s®    setzen.                                   abzuheben. So wie die Bergwanderer
  Niddastraße 58 — 60329 Frankfurt am Main
                                                                                                      nicht jeden Tag denselben Gipfel er-
  T +49 (0)69 25 66 77 0 — F +49 (0)69 25 66 77 288         3. „Produktdifferenzierung“               klimmen, sondern möglichst viele
  reception@ffm.25hours-hotels.com                              als Erklärungsansatz                   Gipfel auf ihrem Wanderstock
                                                            Ein vergleichsweise junges Gebiet         vermerken wollen, geht es
                                                            der Handelstheorie (für das P. Krug-
                                                            man den Nobelpreis 2008 bekom-
                                                            men hat) beschäftigt sich mit der
                                                            Erklärung des intraindustriellen
                                                            Handels, der vor allem zwischen In-
                                                            dustrieländern und innerhalb einer
                                                            Branche in der Marktform der mono-
                                                            polistischen Konkurrenz stattfindet;
                                                            dieser Handel ist immens und etwa
                                                            drei Viertel der bundesdeutschen Ex-
                                                            porte beziehungsweise Importe ge-
                                                            hen in die EU, die USA, die ehema-
                                                            ligen GUS-Staaten und Japan. Gerade
                                                            bei sehr hohem Einkommensniveau
  Das Restaurant in jeans-blauer Atmosphäre. Für frisches   legen die Konsumenten immer we-
  Bio-Frühstück, Slow Food-Mittagessen mit Kollegen oder    niger Wert auf Quantität und Preis,
  den wohlverdienten After Work-Burger.                     sondern auf Qualität und Vielfalt der

  WWW.NYKKE-KOKKI.COM
                                       D-HE-008-16662-B
                                                             Informationen:
                                                             Literaturhinweis zur Außenwirtschaftstheorie:
                                                             Rose/Sauernheimer, 2006: Theorie der Außenwirtschaft, 14. Auflage


                                                            32    Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                             Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




dem Marathonläufer auch nicht da-         Jahren um zwei Drittel gesunken!
rum, 42 km zu laufen (was er jeder-       Dass hierbei viele Kosten als exter-
zeit durch häufiges Umrunden des           ne Effekte an die Umwelt abgegeben
heimischen Baggersees tun könnte),        werden, hat sich inzwischen herum-
sondern sein Anderssein durch das         gesprochen und macht deutlich, dass
Ablaufen der chinesischen Mauer           nachhaltiger Urlaub in Costa Rica ein
oder beim Kilimandscharo-Triath-          Widerspruch in sich ist.
lon unter Beweis zu stellen. Und wer          Die Handelstheorie versucht,
mal schnell nach Venedig zum Früh-        die realen Bewegungen von Gütern,
stück fährt oder fliegt, will ja weder     Diensten, Realkapital und Arbeit
frühstücken noch Venedig sehen,           zu erklären; von diesen haben sich
sondern eine sehr ausdifferenzierte,      die Finanzmarktströme längst ab-
vielfältige Zeitgestaltung erreichen.     gekoppelt, haben „Blasen“ gebildet
                                          und die aktuelle Krise ausgelöst. Der
4. Ausblick                               Konjunktureinbruch wird die Reise-
Die Außenwirtschaftstheorie ist           branche eh schon böse treffen; noch
also geeignet, das Muster der inter-      schlimmer würde es kommen, wenn
nationalen Tourismusströme zu er-         sich protektionistische Tendenzen
klären. Für deren stark wachsendes        durchsetzen und internationale Gü-
Niveau ist nicht etwa die Kreativität     ter- und Dienstleistungshandel be-
der Destinationen oder der Reiseve-       einträchtigen. Trotzdem liegt in der
ranstalter verantwortlich, sondern        Krise auch die Chance, von der bis-
banalerweise eine drastische Trans-       her vorherrschenden touristischen
portkostensenkung. Durch tech-            „Tonnenideologie“ zu einer nachhal-
nischen Fortschritt, eine reale Verbil-   tigen Entwicklung zu kommen. Die
ligung der Rohstoffpreise und Abbau       klassisch orientierte Handelstheorie
politischer Hemmnisse hat sich jeg-       bietet hierfür keine Patentlösung –     NOW OPEN: 25hours Hotel Frankfurt tailored by Levi’s®
liches Reisen radikal verbilligt; die     in den Papierkorb gehört sie trotz-     Niddastraße 58 — 60329 Frankfurt am Main
realen Preise für Benzin oder einen       dem nicht.                              T +49 (0)69 25 66 77 0 — F +49 (69) 40 58 68 98 90
Flugkilometer sind in den letzten 40                                              reception@ffm.25hours-hotels.com — www.25hours-hotels.com

                                                                                    NOW OPEN : 25hours Hotel Frankfurt tailored by Levi’s®
                                                                                    Niddastraße 58 — 60329 Frankfurt am Main
                                                                                    T +49 (0)69 25 66 77 0 — F +49 (0)69 25 66 77 288
                                                                                    reception@ffm.25hours-hotels.com




                                                                                    Das Restaurant in jeans-blauer Atmosphäre. Für frisches
                                                                                    Bio-Frühstück, Slow Food-Mittagessen mit Kollegen oder
                                                                                    den wohlverdienten After Work-Burger.

                                                                                    WWW.NYKKE-KOKKI.COM
                                                                                                                         D-HE-008-16662-B




                    Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport           33
      Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




     Die kommunalen Steuereffekte des Tourismus –
     die Verschuldung vieler Gemeinden ist kein Zufall

                           Thomas Bausch       Die einem Tourismusort so zugeflos-       (vgl. z.B. LEP Bayern 2006, Karte Tou-
                                               senen Mittel – der so genannte tou-      rismusgebiete zu B II, 1.3), stellt der

     I n Tourismusgemeinden werden In-
       vestitionen in touristische Einrich-
     tungen, Großveranstaltungen oder
                                               ristische Primärbruttoumsatz – wer-
                                               den nach Abführung der enthaltenen
                                               Mehrwertsteuer einerseits direkt in
                                                                                        Tourismus dort einen Ausgleich zur
                                                                                        Benachteiligung als Standort für In-
                                                                                        dustrie und Produktion dar (Aus-
     kommunale Eigenbetriebe mit touris-       den Betrieben zur Bezahlung der dort     gleichsfunktion des Tourismus). In-
     tischer Ausrichtung meist mit dem Pau-    beschäftigten Mitarbeiter und zum        folge der Globalisierung wie auch der
     schalargument „wir leben alle vom Tou-    Bestreiten des Unternehmerlohns          Osterweiterung und damit veränderter
     rismus“ gerechtfertigt. Inwieweit sich    bzw. abzuführender Gewinne (Be-          Bedingungen haben sich produzieren-
     die Investitionen der Gemeinden lang-     schäftigungseffekt und Wertschöp-        de Unternehmen in den vergangenen
     fristig refinanzieren, wird dabei meist    fungseffekt) eingesetzt. Andererseits    Jahren vielfach aus den Tourismusre-
     nicht geprüft. Am Beispiel von vier ba-   wird der weitere betriebliche Auf-       gionen zurückgezogen. Die Bedeutung
     yerischen Alpengemeinden wird darge-      wand durch Zukauf von Waren und          des Tourismus als Ausgleichssektor
     stellt, welche wirtschaftlichen Effekte   Dienstleistungen einschließlich Fi-      wurde dadurch häufig verstärkt.
     für Kommunen entstehen und warum          nanzierungen aus diesen bestritten.
     gerade Wintersport-Großveranstal-         Damit profitieren von den primär im       Direkte steuerliche Effekte
     tungen häufig überschätzt werden.          Tourismus tätigen Betrieben, wie Ho-     des Tourismus
                                               tellerie, Gastronomie, Bergbahnen,       Zur Bestimmung der steuerlichen
     Wirtschaftliche Effekte                   Skischulen und Bergführer, alle der      Effekte des Tourismus soll zunächst
     des Tourismus                             Leistungerstellung vor- und nachge-      betrachtet werden, welche Steuerar-
     Von Tourismus gemäß Definition der         lagerten Unternehmer. Typische Bei-      ten relevant sind. Zur Vereinfachung
     UNWTO wird dann gesprochen, wenn          spiele sind Lieferanten von Waren für    werden nachfolgend nur diejenigen
     Gäste für mindestens 24 Stunden           die Küche oder Handwerksbetriebe für     Steuerarten betrachtet, die nach ih-
     ohne Differenzierung der Zweckbe-         Renovierungsarbeiten. Die so transfe-    rem Aufkommen mehr als 1% zum
     stimmung, wie Erholung, Beruf oder        rierten Mittel werden zur Bezahlung      Gesamtaufkommen in Deutschland
     Gesundheit, an einem Ort verweilen.       (Einkommenseffekt) der dort be-          beitragen (vgl. Tabelle 1).
     Vereinfachend basieren alle Analysen      schäftigten Mitarbeiter bzw. des Un-         Diese sind ihrerseits in die Ka-
     auf den registrierten Übernachtungs-      ternehmerlohns sowie erneut für den      tegorien G=Gemeinschaftsteuern
     zahlen, wie sie in Deutschland gemäß      Bezug vor- und nachgelagerter Waren      (Teilung des Aufkommens zwi-
     Bundesmeldestatistikgesetz zu er-         und Dienstleistungen eingesetzt.         schen Bund, Ländern und Gemein-
     fassen sind. Klar abgegrenzt hiervon           Da sich Tourismusregionen sehr      den), der B=Bundes-, L=Länder- und
     sind wirtschaftliche Effekte von Aus-     häufig in peripherer Lage befinden       GD=Gemeindesteuern aufzuteilen.
     flüglern, die nicht dem Tourismus-
     sektor zuzurechnen sind, auch wenn                            Typ                             Steuerart    in Mio. €          in %      wirkt
     sie häufig unter dem terminologisch                            G                   Steuern vom Umsatz       169.636           31,75    direkt
     falschen Begriff „Tagestourismus“ sub-
                                                                   G                             Lohnsteuer     131.773           24,66    direkt
     summiert werden.
         Grundlage der wirtschaftlichen                            GD                       Gewerbesteuer        40.116            7,51    direkt
     Effekte sind die Ausgaben der Tou-                            B                          Energiesteuer      38.955            7,29   indirekt
     risten, somit der Übernachtungsgäs-                           G             Veranl. Einkommensteuer         25.027            4,68    direkt
     te in einem Tourismusort oder ei-                             G                    Körperschaftsteuer       22.929            4,29    direkt
     ner Destination. Diese entfallen auf
                                                                   B                            Tabaksteuer      14.254            2,67      nein
     die Bereiche der Beherbergung, der
                                                                   G           Nicht veranl. Steuer v. Ertrag    13.791            2,58    direkt
     Verpflegung, Ausgaben im örtlichen
     Einzelhandel, Inanspruchnahme                                 B                   Solidaritätszuschlag      12.349            2,31    direkt
     weiterer Dienstleistungen und Un-                             G                           Zinsabschlag      11.178            2,09      nein
     terhaltungsangebote wie auch für                              GD                        Grundsteuer B       10.358            1,94    direkt
     Verkehrsleistungen (vgl. Harrer, D.,
                                               Tabelle 1:          B                    Versicherungsteuer       10.331            1,93      nein
     Scherr, S., 2002). Letztere können in     Steuerarten mit
                                                                   L                   Kraftfahrzeugsteuer         8.898           1,67      nein
     alpinen Gebieten mit Bergbahnen           mehr als 1% des
                                               Gesamtaufkom-       L                   Grunderwerbsteuer           6.952           1,30    direkt
     erhebliche Anteile der Gesamtaus-         mens in Deutsch-
     gaben ausmachen.                          land (BMF 2008)     B                           Stromsteuer         6.355           1,19   indirekt


34       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                 Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




Im Weiteren sind zudem noch touris-                                 Modellrechnung Steuereinnahmen aus Tourismus
tische Sondersteuern und Abgaben zu                                 je € 100 touristischem Primärbruttoumsatz
betrachten, die von den Gemeinden                                   Position/Berechnung                              Multiplikator   Wert in €
im Einzelfall durch entsprechende Sat-
                                                                    Primärumsatz brutto                                               100,00
zungen festgelegt werden können.
     Grundlage der weiteren Berech-                                 % Umsatzsteueranteil                                    14,0%       12,28
nung (vgl. Tabelle 2) ist der touristische                          = Primärnettoumsatz                                                 87,72
Primärbruttoumsatz. In der nachfol-                                 x Wertschöpfungsquote = ∑ Löhne,                        41,0%       35,96
genden Modellrechnung werden die                                      Gehälter, Gewinne (Personen)
Berechnungen auf eine Größe von                                     x Ø Lohn-/Einkommensteuersatz                           20,3%        7,30
je € 100 Primärbruttoumsatz bezogen.                                  inklusive Solidaritätszuschlag (Soli)
     Für die Berechnung sind einige                                 Körperschaftsteuer auf Gewinne                           2,5%        2,19
Annahmen zu treffen, die im Einzel-                                 (Ø 5% vom Nettoumsatz) inklusive Soli
fall zwischen den Kommunen diffe-                                   Gewerbesteuer auf Gewinne abzüglich                      0,6%        0,49
rieren können. Der durchschnittliche         Tabelle 2:             Freibetrag, 380% Hebesatz
                                             Direkte Steuer-
Umsatzsteuersatz hängt maßgeblich            effekte des            Summe der Steuern aus
vom Beherbergungsmix und dem                 Tourismus              touristischem Primärbruttoumsatz                                    22,27
Anteil der Transportleistungen mit
vermindertem Mehrwertsteuersatz
ab. In Orten mit einem hohen Anteil          Für die Gemeinden ist nun von Be-           regelungen. Vorraussetzungen zur Er-
an Ferienwohnungen ist der Anteil            deutung, welche Anteile der Gemein-         hebung von Kurbeiträgen ist, ein staat-
der Selbstversorgung naturgemäß              schaftsteuern ihnen verbleiben. Dies        liches Prädikat (vgl. Deutscher Heilbä-
höher und damit auch der Anteil der          ergibt sich unmittelbar aus den Ver-        derverband, 2005) zu besitzen.
Einkäufe von Lebensmitteln mit dem           teilungsschlüsseln der Gemeinschaft-            Ein Kurbeitrag wird für die Mög-
vergünstigten Mehrwertsteuersatz.            steuerarten: 2,1% der Umsatzsteuer          lichkeit der Inanspruchnahme der
Der angesetzte Wert von 14% geht von         sowie 15% der Lohn- und Einkommen-          örtlichen Fremdenverkehrseinrich-
einer Mischstruktur der Beherbergung         steuer. Addiert man hierzu noch die         tungen erhoben. Dem Ortsfremden,
sowie durch Bergbahnnutzung leicht           den Gemeinden vollständig verblei-          der sich zu Erholungszwecken in
erhöhten Verkehrsleistungen aus.             bende Gewerbesteuer, so entfällt ein        einem Kur- oder Erholungsort aufhält,
     Ähnliches gilt für die Wertschöp-       Anteil von € 12,28 x 2,1% + € 7,30 x 15%    muss dementsprechend ein Vorteil
fungsquote. Mit dem Niveau und               + € 0,49 = € 1,84 je € 100 Primärbrut-      vermittelt werden, der die Beitrags-
Konzept der Beherbergungsbetriebe            toumsatz auf die Gemeinden.                 erhebung auch unter dem Gesichts-
schwankt der Anteil des Personalauf-                                                     punkt der Abgabengerechtigkeit
wandes am Gesamtaufwand, aber                Weitere direkte Tourismussteuern            rechtfertigt (BVERWG, 2008). Somit
auch der erforderliche Wareneinsatz.         und -einnahmen der Gemeinden                besteht die Verpflichtung, die Einnah-
Zudem spielt der Anteil der Ausga-           Unmittelbar mit dem Tourismus ver-          men des Kurbeitrages unmittelbar zu
ben im Einzelhandel hier eine sehr           bundene weitere Steuern und Beiträ-         nachvollziehbaren Leistungen zu ver-
entscheidende Rolle. Im Bereich von          ge ergeben sich aus den Fremdenver-         wenden. Häufig werden dazu Kurkar-
Lebensmitteldiscountern liegen die           kehrs- und Kurbeiträgen (vgl. KAG,          ten eingeführt, die Vorteile, wie z.B.
Wertschöpfungsanteile oft unter 10%.         2008, Art. 6 und 7), die die Gemein-        den kostenlosen Zugang zu Kuranla-
Der angesetzte Wert von 41% unter-           den per Satzung selbst festlegen kön-       gen, Vergünstigungen beim öffent-
stellt, dass der Hauptteil der durch-        nen. Bei den Fremdenverkehrsbeiträ-         lichen Verkehr oder beim Eintritt in
schnittlichen Ausgaben in einem              gen handelt es sich um einen Zuschlag       gemeindliche Einrichtungen, gewäh-
Tourismusort durch die Touristen in          auf die Gewerbesteuer für diejenigen        ren. Eine Verwendung der Mittel für
der Beherbergung und Gastronomie             Betriebe, die in besonderer Weise vom       Großsporteinrichtungen oder Marke-
anfällt.                                     Tourismus am Ort profitieren, wie z.B.       tingmaßnahmen ist dagegen klar als
     Für die Körperschaftsteuer wie          Souvenirhandel, Gastronomie oder            Zweckentfremdung anzusehen. Fle-
auch die Gewerbesteuer wird aus Be-          Skischulen. Sie wird von den Gemein-        xibler kann mit der Verwendung des
triebsvergleichen der alpinen Hotelle-       den in der Regel gestaffelt erhoben,        Fremdenverkehrsbeitrages zum Zwe-
rie und Gastronomie eine Umsatzren-          wobei sich die Staffelung an der Höhe       cke der Förderung des örtlichen Tou-
dite von durchschnittlich 5% auf den         des Umsatzanteils aus dem Tourismus         rismus umgegangen werden.
Nettoumsatz unterstellt. Unter den           orientiert.                                     Schließlich haben die Kommunen
getroffenen Annahmen ergibt sich                 Die Erhebung von Kurbeiträgen           noch die Möglichkeit, eine Zweitwoh-
ein Gesamtsteueraufkommen von                erfolgt dagegen direkt bei den Gästen       nungsteuer zu erheben. Auch diese
€ 22,27 je € 100 Primärbruttoumsatz.         pro Übernachtung, häufig nach Alter          wird von den Kommunen per Satzung
Dabei sind weitere Steuereinnahmen           der Gäste, Gruppengröße und Nähe zu         individuell festgesetzt. Im Grundsatz
durch den regionalen Einkommens-             den Kur- und Erholungseinrichtungen         dient sie der Deckung des erhöhten
effekt (vor- und nachgelagerte Be-           (Kurbezirke) gestaffelt. Zudem gibt es      Grundaufwandes der Gemeinde bei
reiche) noch nicht berücksichtigt.           die Möglichkeit von Jahresbeitrags-         der Vorhaltung von Infrastruktur und

                                                                                             Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport       35
      Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




     Einrichtungen der Ver- und Entsor-          die Beherbergungsstruktur wie auch                                 staatlichen Transferleistungen der
     gung. In ihrem Verwendungscharakter         die Existenz weiterer touristischer                                Gemeinden je Übernachtung abschät-
     hat sie mit der Finanzierung des Tou-       Einrichtungen wie z.B. Bergbahnen                                  zen. Zur Bestimmung der direkten Steu-
     rismus nichts zu tun und wird daher         eine große Rolle spielen. In Orten mit                             ereinnahmen gemäß Tabelle 2 werden
     nicht weiter betrachtet.                    wenigen Hotels
                                                 und sehr hohem        Ort                                GAP      Oberstaufen       Schönau        Ramsau
     Abschätzung der                             Anteil an Feri-       Einwohner 2007                  26.361            7.281          5.310         1.817
     erweiterten Steuerkraft                     enwohnungen            ÜN 2007 in Tsd.                1.173             1.234            874           329
     Mit der Zunahme der Bedeutung eines         und Privatver-         ÜN 2007 Betriebe                 895               817            666           221
     Wirtschaftszweiges in einer Gemein-         mietern werden         ab neun Betten in Tsd.
     de steigen auch die weiteren Steuer-        die Arbeitsplatz-
                                                                        ÜN 2007 Betriebe unter           278               417            208           108
     einnahmen und staatlichen Trans-            effekte deutlich       neun Betten in Tsd.
     ferleistungen. Dabei ist die Frage zu       überschätzt, in
                                                                        Tourismusintensität              0,44             1,70           1,65           1,81
     beantworten, welcher Anteil des Ge-         Orten mit sehr
     samtgewerbesteueraufkommens wie             hohem Hotelan-
     auch der Grundsteuer auf den Touris-        teil eher unterschätzt.                    Tabelle 3:              die durchschnittlichen Primärbruttoum-
                                                                                            Tourismusintensität
     mus zurückzuführen sind. Dies sind               Daher muss auch der Anteil der                                sätze pro Übernachtung in den einzel-
                                                                                            ausgewählter
     einerseits die direkt ermittelten An-       sozialversicherungspflichtig Beschäf-       bayerischer Alpen-      nen Gemeinden benötigt. Auf Grundla-
     teile (vgl. Tabelle 2) und andererseits     tigten am Arbeitsort gemäß amtlicher       gemeinden               ge der Ergebnisse der Erhebungen aus
     die durch die dem Tourismus vor- und        Statistik aus Handel, Gastgewerbe                                  dem Jahr 2000 (vgl. Harrer, D., Scherr, S.,
     nachgelagerten Unternehmen und              und Verkehr (SV HGV) an allen (SV Tot                              2002), der Fortschreibungen für Oberba-
     den dort anteiligen touristisch indu-       AP) mit zur Abschätzung herangezo-                                 yern aus dem Jahr 2005 (Harrer, D., 2006)
     zierten Gewerbesteuerzahlungen.             gen werden. Dieser Anteil stellt eine                              sowie der Betriebsstruktur in den Orten
          Zur Abschätzung dieser Anteile         Obergrenze der möglichen direkten                                  wurden angepasste Grobschätzungen für
     sollen Kennzahlen herangezogen              Arbeitsplätze dar, sofern man davon                                die vier Orte ermittelt.
     werden, die die Tourismusabhängig-          ausgeht, dass die Zahl der Arbeitsplät-
     keit von Gemeinden beschreiben und          ze im Handel größer als die direkten                               Verschuldungsgefahr durch Tou-
     zugleich bei den Statistischen Ämtern       Arbeitsplätze bei sonstigen Dienstleis-                            rismus: Der Grundaufwand für die
     zugänglich sind. Die vorgestellte Me-       tungen ist.                                                        Daseinsvorsorge wird vergessen
     thodik soll an vier strukturell sehr             Aus den genannten Kenngrößen                                  Der vielfach als Heilsbringer ange-
     unterschiedlichen bayerischen Al-           lässt sich eine verfeinerte Abschät-                               priesene Tourismus muss vor dem
     pengemeinden verdeutlicht werden:           zung wie folgt ableiten:                                           Hintergrund der ermittelten Zah-
     Garmisch-Partenkirchen, Oberstau-                                                                              len vorsichtig bewertet werden. Die
     fen, Schönau a. Königsee und Ramsau                 SV HGV + ÜN                                                zwei wichtigsten Steuerarten für
                                                                   500
     bei Berchtesgaden.                                                                                             Gemeinden sind die Gewerbesteuer
          Eine erste gängige Kennzahl ist die       TA =       2                                                    sowie die Beteiligung an der Lohn-
     Tourismusintensität (vgl. Harrer, D.,
                                                           SV Tot AP                                                und Einkommensteuer. Gewerbliche
     Scherr, S., 2002). Diese setzt die Gäste-       Diese beschreibt die Touris-                                   Tourismusbetriebe in Bayern leiden
     übernachtungen ins Verhältnis zum           musabhängigkeit des Arbeitsmarktes                                 häufig unter Renditeschwäche, was
     Hundertfachen der Einwohnerzahl.            und damit auch den Koeffizienten des                                zu dem bekannten Investitionsstau
     Sie kann vereinfacht so interpretiert       anteiligen Steueraufkommens.                                       und erheblichen Qualitätsmängeln
     werden, dass die Zahl der Gäste über            Tabelle 4 zeigt deutlich die Proble-                           geführt hat. Dies gilt vor allem für
                                                                                            Tabelle 4:
     das ganze Jahr durch die der Einhei-        matik der direkten Abschätzung mit-        Tourismusabhän-         die kleineren und mittleren Betriebe
     mischen an 100 Tagen überschritten          tels der Berechnungsweise des dwif.        gigkeit des Arbeits-    mit Betriebssitz am Ort. Diese tragen
                                                                                            marktes ausge-
     wird. Übersteigt die Tourismusinten-        Während die Abschätzung in Garmisch-       wählter bayerischer
                                                                                                                    kaum zum Steueraufkommen bei.
     sität den Wert eins, so stellt der Tou-     Partenkirchen eher zu niedrig er-          Alpengemeinden          Große Betriebe sind vielfach im Be-
     rismus den zentralen, dominierenden         scheint, werden
     Wirtschaftszweig dar.                       für Ramsau mehr        Ort                               GAP      Oberstaufen       Schönau        Ramsau
          Als eine andere Kennzahl kann          Beschäftigte ge-
                                                                        Einwohner 2007                 26.361           7.281           5.310         1.817
     der Anteil der Arbeitsplätze in Touris-     schätzt als über-
                                                                        Sozialversicherungs-            9.478           2.721           1.450           401
     musbetrieben an allen Arbeitsplätzen        haupt am Ort
                                                                        pflichtig Beschäftigte
     an einem Ort herangezogen werden.           laut Statistik vor-
                                                                        total Arbeitsort
     Gemäß einer Abschätzungsformel              liegen.
                                                                        SV-Beschäftigte Handel,         3.043           1.449             651           253
     des dwif (vgl. Harrer, D., Scherr, S.,          Auf Grund-
                                                                        Gastgewerbe, Verkehr
     2002) generieren 500 Gästeüber-             lage der Touris-
                                                                        Arbeitsplätze im Touris-        1.791           1.633           1.332           443
     nachtungen jeweils einen direkten           musabhängig-
                                                                        mus Schätzung dwif
     Arbeitsplatz (ÜN/500) im Tourismus.         keit lassen sich
     Diese Abschätzung kann nur als gro-         nun die Steuer-        Tourismusabhängigkeit           25,5%           56,6%          68,4%          86,8%
                                                                        Arbeitsmarkt TA
     ber Anhaltspunkt genutzt werden, da         einnahmen und

36     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                         Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




sitz von Kapitalgesellschaften, die an    Ort                                               GAP    Oberstaufen   Schönau     Ramsau
anderen Orten steuerlich veranlagt
                                          Übernachtungen (ÜN) in Tsd.                     1.173         1.234        874        329
sind. Damit trägt der Tourismus un-
                                          Primärbruttoumsatz je ÜN (PBU)                  € 115         € 100       € 85        € 70
terproportional zum Gewerbesteuer-
aufkommen bei.                            Tourismusabhängigkeit Arbeitsmarkt (TA)         25,5%         56,6%      68,4%      86,8%
     Ähnlich verhält es sich bei der      Steuereinnahmen Tsd. €                           2007          2007       2007       2006
Lohn- und Einkommensteuer. Das            Grundsteuer (GrSt)                              5.082         1.570        809        277
oft im Nebenerwerb betriebene Ver-
                                          Gewerbesteuer (GwSt)                            6.762         2.722        989        107
mieten von Ferienwohnungen und
                                          Fremdenverkehrsbeitrag                            939         1.050        376        123
Privatzimmern führt nur unwesent-
lich zu zusätzlich zu versteuerndem       Schlüsselzuweisungen (SchZ)                     2.804         2.100        880        514
Einkommen. Auch hier sind das Preis-      Tourismus induzierte Steuern je ÜN
niveau und die sich dahinter verber-      Direkte Steuern (vgl. Tabelle 2)                € 2,12        € 1,84     € 1,56     € 1,29
genden Qualitäten so niedrig, dass es     Grundsteueranteil (GrSt * TA)                   € 1,10        € 0,72     € 0,63     € 0,73
nur zu den Hauptnachfragezeiten zu
                                          Gewerbesteueranteil zusätzlich indirekt =       € 0,91        € 0,76     € 0,36     € 0,05
regelmäßigen Vermietungen kommt.
                                          (GwSt * TA – GwSt je 100 € * PBU/100)
Die Auslastungen liegen gemäß amt-
                                          Schlüsselzuweisungsanteil (SchZ * TA)           € 0,20        € 0,48     € 0,29     € 0,33
licher Statistik in diesem Sektor meist
deutlich unter 30%.                       Steuern je ÜN                                   € 4,33        € 3,80     € 2,85     € 2,30
                                          Tourismus basierte Beiträge/Abgaben
                                          Fremdenverkehrsabgabe/-beitrag je ÜN            € 0,80        € 0,85     € 0,43     € 0,38
                     Tabelle 5:           Kurbeitrag                                      € 1,41        € 1,66     € 1,52     € 1,52
                     Dem Tourismus zu-
                     zuordnende Steuer-   Beiträge/Abgaben                                € 2,21        € 2,51     € 1,95     € 1,89
                     einnahmen, Gebüh-
                     ren und Abgaben je   Gesamtaufkommen
                     Übernachtung         in € Mio.                                        7,68          7,80       4,19       1,38




                                                                                      Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport    37
      Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




     Das Gehalts- und Lohnniveau im              anbindungen als wichtige Motive zu     duktes bestehenden Profilierungspo-
     Tourismus ist zudem ebenfalls un-           nennen. Häufig ist dies auch im Kon-    tenzials unterschieden werden.
     terdurchschnittlich. Häufig wird mit         text eines bestehenden Investitions-       Für Destinationen mit gro-
     Arbeitskräften in Teilzeitbeschäfti-        staus und damit veralteter Betriebe    ßen alpenweit wettbewerbsfähigen
     gung oder im Billiglohnsektor ge-           und Großeinrichtungen zu sehen.        Skigebieten, die mehr als 75% ih-
     arbeitet. Diese Arbeitskräfte tragen            Grundsätzlich muss bei Groß-       rer Wertschöpfung aus dem Touris-
     kaum oder gar nicht zum Lohnsteu-           veranstaltungen nach der Häufigkeit     mus ziehen, ist der kommunikative
     eraufkommen bei. Damit trägt der            der Durchführung, der Dauer, des be-   Ansatz eines Ski-Weltcups gleich
     Tourismus auch bezüglich der Lohn-          züglich des touristischen Haupt-Pro-   Ende November (Gletscherskigebiet
     und Einkommensteuer deutlich un-
     terproportional zum gemeindlichen
     Steueraufkommen je Arbeitsplatz am
     Wohnort bei.
          Geht man davon aus, dass eine Ge-
     meinde für alle Bürger, unabhängig
     von der Branche, in der sie beschäf-
     tigt sind, denselben Grundaufwand
     der öffentlichen Daseinsvorsorge be-
     treibt, so trägt die örtliche Tourismus-
     wirtschaft unterproportional hierzu
     bei. In Folge reichen die Steuereinnah-
     men aus dem Tourismus zur Deckung
     nicht aus.
          Beispielhaft soll hier Garmisch-
     Partenkirchen herangezogen wer-
     den. Der Verwaltungshaushalt der
     Marktgemeinde beläuft sich auf über
     € 30 Mio, aus dem die laufenden Kos-
     ten der Gemeinde zu bestreiten sind.
     Wenn nun ein Viertel der örtlichen
     Wohnbevölkerung im Tourismus ihre
     Beschäftigung hat, müsste der Touris-
     mus rechnerisch € 7,5 Mio zum Steuer-
     aufkommen beitragen. Dies ist jedoch
     mehr, als überhaupt aus dem Touris-
     mus zur Verfügung steht (vgl. Tabelle 5),
     da der Kurbeitrag zweckgebunden
     zu verwenden ist. Es geht daher eine
     Schere auf, die nur durch die Querfi-
     nanzierung aus anderen Branchen ge-
     schlossen werden kann.

     Wintersport-Großveranstaltungen
     und Tourismus – die Rechnung
     geht meist nicht auf
     Großveranstaltungen erscheinen
     vielen Tourismusorten geeignete
     Instrumente zu sein, die Tourismus-
     vermarktung durch eine hohe Medi-
     enpräsenz voranzubringen. Neben
     den werblichen Effekten versprechen
     sich die Orte von den Veranstaltungen
     Investitionen im Beherbergungsge-
     werbe, insbesondere der Hotellerie,
     bis hin zu neuen hochwertigen Hotels
     im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich. Zu-
     dem sind hohe staatliche Zuschüsse
     für örtliche Infrastruktur oder gar die
     Verbesserung überörtlicher Verkehrs-

38     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                              Theorie & Praxis der Tourismusökonomie




Sölden) oder Mitte Dezember (Grö-
den) sinnvoll. Es wird zum Zeitpunkt
der Reiseentscheidung für Skiurlau-
ber die Botschaft übermittelt, dass
Skifahren ab sofort möglich ist, auch
für Spontanbucher. Zugleich sind die
angebotenen Produkte im gesamt-
alpinen Wettbewerb auf hohem Qua-
litätsniveau und damit voll wettbe-
werbsfähig.
     Häufig passen die Veranstal-
tungen und das Produkt jedoch
nicht zusammen oder es werden
Botschaften ausgesandt, die für das
Kernprodukt nicht unterstützend
sind. So hat die Nordische Skiwelt-
meisterschaft 2005 für Oberstdorf
im Allgäu keine strukturellen Inves-
titionen im Beherbergungsbereich
für die zentrale Saison, den Sommer
und Herbst gebracht. Die Gemeinde
hat sich aufgrund des Vertragskon-
struktes des Internationalen Skiver-
bandes FIS hoch verschuldet und nun
Anlagen aufrechtzuerhalten, die dem
Gast kaum Nutzen stiften.
     In Garmisch-Partenkirchen zeich-
net sich eine ähnliche Entwicklung
durch die Alpine Ski-Weltmeister-
schaft 2011 wie auch die Vierschan-        Um diese über 30 Jahre zu finanzie-         Skisprungschanze
                                                                                      Garmisch-Parten-
zentournee ab. Beide Veranstaltungen       ren und zu tilgen, bedarf es eines jähr-
                                                                                      kirchen
weisen keine oder nur geringe Über-        lichen Aufwandes für Zins und Tilgung
schneidung mit den Hauptzielgrup-          von ca. € 3,3 Mio. Selbst wenn der Ort
                                                                                      Garmisch-Parten-    Quellenangaben
pen im Sommer- wie auch Winter-            unter Vernachlässigung der öffent-         kirchen Tourismus   Harrer, D., Scherr, S., 2002: Ausgaben der
tourismus auf. Zudem ist Skispringen       lichen Daseinsvorsorge alle Steuern                            Übernachtungsgäste in Deutschland, dwif
an zwei Tagen im Jahr kein relevantes      (€ 4,33 je ÜN) sowie die Fremdenver-                           Schriftenreihe Heft 49/2002
                                                                                                          Harrer, D., 2006: Tourismus als Wirtschaftsfak-
Produkt. Argumentativ wird stets der       kehrsabgabe (€ 0,80 je ÜN) heranzie-
                                                                                                          tor in Oberbayern; Vortragsunterlagen, bereit-
Tourismus herangezogen, um die             hen würde, so müsste er gegenüber                              gestellt unter www.oberbayern.de
Veranstaltungen zu rechtfertigen. Die      dem heutigen Status jährlich zusätz-                           Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft,
überragende Medienpräsenz wird ge-         lich ca. 643.000 Übernachtungen ge-                            Infrastruktur, Verkehr und Technologie, 2006:
                                                                                                          Landesentwicklungsprogramm Bayern 2006
nauso herausgestellt wie die angeblich     nerieren, um diese Investitionen aus
                                                                                                          Bundesministerium für Finanzen, 2008: Kas-
zu erwartenden zusätzlichen Gäste. Im      den Rückflüssen zu tragen.
                                                                                                          senmäßige Steuereinnahmen nach Steuerar-
Umkehrschluss bedeutet dies, dass              Es ist offensichtlich, dass die Ef-                        ten in den Kalenderjahren 2006–2007
Orte ohne Großveranstaltung entwe-         fekte einer einzigen Veranstaltung                             KAG, 2008: Kommunalabgabengesetz in
der seit Jahren überproportional viele     niemals die Zunahme der Gästezah-                              der Fassung der Bekanntmachung vom
                                                                                                          4. April 1993, zuletzt geändert durch Gesetz vom
Gäste verlieren müssten oder die Orte      len in dem erforderlichen Umfang
                                                                                                          22. Juli 2008
mit Großveranstaltungen ein kontinu-       nach sich ziehen können. Der Ansatz
                                                                                                          Deutscher Heilbäderverband, 2005: Begriffsbe-
ierliches Wachstum verzeichnen. Dies       muss ökonomisch wie auch sozial                                stimmungen – Qualitätsstandards für die Prä-
ist aber empirisch belegbar nicht der      wegen der Vernachlässigung der Da-                             dikatisierung von Kurorten, Erholungsorten
                                                                                                          und Heilbrunnen, 12. Auflage, April 2005
Fall.                                      seinsvorsorge als nicht nachhaltig be-
                                                                                                          BVERWG, 2008: Beschluss vom 15. April 2008,
     Damit stellt sich jedoch die Frage,   wertet werden. Dass die ökologische                            Aktenzeichen: BVerwG 9 B 66.07
ob die Investitionen in die Sportstät-     Bewertung von Großveranstaltungen                              Markt Garmisch-Partenkirchen, 2008: Haus-
ten sich über den Tourismus jemals         zudem negativ ausfällt, bedarf keiner                          haltsvorbericht und Haushaltssatzung 2008
rechnen können. Garmisch-Partenkir-        besonderen Betonung.                                           Markt Oberstaufen, 2008: Haushaltsvorbe-
chen ist für den Neubau der Schanze                                                                       richt 2008

des Neujahrsspringens ebenso wie für                                                                      Schönau am Königsee, 2008: Vorbericht zum
                                                                                                          Haushaltsplan 2008
die Investitionen in Skipisten der WM
                                                                                                          Gemeinde Ramsau b. Berchtesgaden, 2007:
2011 eine zusätzliche Verschuldung                                                                        Sitzungsprotokolle öffentliche Sitzung vom
von mehr als € 50 Mio eingegangen.                                                                        24. April 2007


                                                                                          Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                      39
      Studium




     Kompetenzfelder – modern und flexibel


                  Burkhard von Freyberg,      Kompetenzfeld „Mobilitätsmanagement“
                        Norbert Klassen,
                          Volker Letzner      Ziel: Im Sinn einer nachhaltigen Ent-      Studierenden einer ausländischen
                                              wicklung werden zunehmend inno-            Hochschule durchgeführt wird, kön-

     D    er Bachelor-Studiengang hat an-
          stelle von vordefinierten Studien-
     richtungen und Studienschwerpunk-
                                              vative Mobilitäts- und Verkehrskon-
                                              zepte gesucht, die wirtschaftlich,
                                              umweltschonend, kundenorientiert
                                                                                         nen sie zudem fachübergreifend und
                                                                                         international eine Thematik aus dem
                                                                                         Bereich Mobilitätskonzepte bearbei-
     ten Kompetenzfelder definiert, von       und zukunftsweisend sind. Besonders        ten. Die Anwendung der Fachkennt-
     denen die/der Studierende im sechs-      wichtig ist dabei eine enge Verzah-        nisse und die Anwendung der inter-
     ten und siebten Semester je eines aus-   nung zwischen Mobilitätskonzepten          kulturellen Kompetenzen und der
     wählt und mit sechs SWS belegt.          vor Ort und bei der Anreise; Verkehrs-     Business Communication Skills ste-
                                              trägermanagement fordert somit die         hen dabei im Vordergrund.
     Die Vorteile liegen auf der Hand:        Zusammenarbeit aller Beteiligten aus
     ■ Die Liste der angebotenen Kompe-       Verwaltung, Tourismus und Verkehr.         3. Operations Research und Entschei-
       tenzfelder kann schnell und flexi-      Die Studierenden lernen, Probleme          dungs- und Bewertungsmethoden in
       bel auf aktuelle Themen und He-        zu analysieren, zu bewerten, neue          der Verkehrsplanung
       rausforderungen reagieren.             Lösungen zu entwickeln oder beste-         Anwendung und Vertiefung von Ver-
     ■ Die Begrenzung auf 25 Teilneh-         hende Konzepte zu verbessern. Dabei        fahren und Methoden der Planung:
       merInnen ermöglicht ein inten-         können sie ihr theoretisches Wissen        Zielsysteme, Bewertungsmethoden,
       sives Arbeiten im kleinen Kreis.       und ihre Verfahrenskenntnisse ver-         Entscheidungsmethoden, Opera-
     ■ Zwei oder drei ProfessorInnen bün-     tiefen und anwenden. Die Studieren-        tions Research, z.B. Warteschlangen-
       deln ihre Kompetenzen, um ein in-      den lernen dabei, aus Sicht eines Tou-     optimierung, Transportoptimierung
       haltlich und didaktisch anspruchs-     rismusdirektors in einer Destination       und Lagerhaltung, Entscheidungsmo-
       volles Feld anzubieten.                bzw. aus Sicht eines Managers eines        delle, computergestützte Erhebungs-
     ■ Seminaristischer Unterricht, Lek-      Verkehrsträgers, Zusammenhänge             methoden, Optimierung und Flight
       türekurse, Fallstudien und Projek-     und Potenziale zu bewerten und neue        Operation
       tarbeit garantieren eine enge Ver-     Konzepte auch interdisziplinär zu
       knüpfung theoretischen Wissens         entwickeln.                                Berufliche Bedeutung:
       mit der praktischen Anwendung                                                     ■ Die Unternehmen im Verkehrs-
       des Gelernten.                         Inhalt:                                      trägermanagement, wie Bahnen,
                                              1. Aktuelle Themen des Mobilitäts- und       Verbünde, Autovermieter, Airlines
     Im Sommersemester 2009 gibt es fol-      Verkehrsträgermanagements im Tou-            und Busunternehmen, suchen im
     gende Kompetenzfelder, von denen         rismus                                       immer stärker werdenden Wettbe-
     einige unten kurz skizziert werden:      Yield-, Netz- und Hubmanagement              werb MitarbeiterInnen und Füh-
     ■ Destinationsmanagement                 bei Airlines, Autovermietung, Bahn,          rungskräfte, die touristisches und
     ■ E-Tourism                              Sicherheit und Security, Reisen für          verkehrliches Wissen mitbringen,
     ■ Hospitality – Operational Issues       mobilitätseingeschränkte Personen,           anwenden und innovativ weiter-
     ■ Kultur im Tourismus                    nachhaltige Verkehrskonzepte, Besu-          entwickeln können.
     ■ Mobilitätsmanagement                   cherlenkung, Besucherzentren, Wan-         ■ Touristische Destinationen suchen
     ■ Reiseveranstaltermanagement            dern, Radfahren, Bergbahnen …                Planer und Destinationsmanager,
     ■ Tourismusmanagement –                                                               die im Rahmen der Destinations-
       Special Interest Groups                2. Gesamtkonzepte des Mobilitäts-            entwicklung den Aspekt Verkehr
     ■ Veranstaltungswesen – Kongress-,       managements                                  und Mobilität kompetent betreu-
       Event- und Messemanagement             Im Rahmen einer Projektarbeit wird           en und entwickeln können.
                                              ein Gesamtkonzept zum Mobilitäts-          ■ Ohne fundierte Kenntnisse der
                                              management analysiert, vorbereitet           technischen Verfahren im Ver-
                                              und im Rahmen einer Exkursion be-            kehrsträgermanagement und der
                                              sichtigt. Die Studierenden lernen, Prob-     Bewertungs- und Optimierungs-
                                              leme zu analysieren, zu bewerten,            methoden kann letztlich auch
                                              neue Lösungen zu entwickeln oder             nicht im Sinne einer wirtschaftlich,
                                              bestehende Konzepte zu verbessern.           nachhaltigen Entwicklung fundiert
                                              Da das Teilmodul in Kooperation mit          entschieden werden.

40     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  Studium




Kompetenzfeld „Hospitality – Strategic Issues“ (ab WS 2009)
Ziel: Die Auseinandersetzung mit          yer); Kennzeichnung und Nutzung           Unternehmen der Hospitality-Industrie; Strategische Um-
Strategie als längerfristig ausgerich-    von hotellerie- und gastronomiespe-       feldanalyse: Ermittlung von Chancen und Risiken (globa-
tetes planvolles Anstreben einer vor-     zifischen Beratungsinstrumenten:          le Umwelt, Wettbewerbsumwelt); strategische Unterneh-
teilhaften Lage oder eines Ziels inner-   Betriebsanalysen, Machbarkeitsana-        mensanalyse: Ermittlung von Stärken und Schwächen
halb der Hospitality-Industrie steht im   lysen, Sanierungsgutachten, Betrei-       (Ressourcen als Wertaktivitäten im Wertschöpfungspro-
Vordergrund dieses Kompetenzfeldes.       ber- und Investorensuche, Finanzie-       zess); Strategiebestimmung (Optionen auf Unterneh-
Heutzutage kommen international           rungskonzepte; Anwendung von Case         mens- bzw. Geschäftsfeldebene); Strategieimplementati-
agierende Hotelgesellschaften, auf        Studies aus der (inter-)nationalen Pri-   on und Kontrolle
die Branche spezialisierte Beratungs-     vat- und Kettenhotellerie
unternehmen und Projektentwickler                                                   Berufliche Bedeutung:
ohne fundierte strategische Konzepte      2. Hospitality Development                ■ Spezialisierte Beratungsunternehmen nehmen im Ver-
nicht aus. Das Kompetenzfeld soll die     Einführung in die hotelleriespezifische      drängungswettbewerb von Privat- und Kettenhotellerie
Studierenden mit unterschiedlichen        Projektentwicklung; Planung und Rea-        einen zunehmend wichtigen Stellenwert ein. Auch sind
branchenspezifischen Strategieansät-       lisierung von zukünftigen Hospitality-      in Zeiten der Finanzkrise seriöse und fundierte Vorge-
zen bekannt machen, die Herange-          Vorhaben: Instrumente der Markt- und        hensweisen von Projektentwicklungsgesellschaften
hensweisen von wichtigen Playern sol-     Wettbewerbsanalyse, Positionierung          und international tätigen Hotel- und Gastronomiebe-
len wissenschaftlich beleuchtet und       und Konzeptionierung, Wirtschaft-           treibern gefragt.
anhand von Case Studies sowie eige-       lichkeits-Vorausschau-Rechnungen,         ■ Strategisch durchdachte Herangehensweisen, sei es im
nen Erfahrungen verstanden werden.        Rentabilitätsanalysen, Aspekte der Fi-      Rahmen der Beratung, der Projektentwicklung oder in-
                                          nanzierung von Hotellerie- und Gast-        nerhalb von Veränderungsprozessen von Unternehmen
Inhalt:                                   ronomievorhaben, Erfolgsfaktoren des        der Hospitality-Industrie, werden in der globalisierten
1. Hospitality Consulting                 Pre Opening Managements                     Welt weiterhin notwendig sein.
Darstellung des Marktes von Hotelbe-                                                ■ Die zunehmende Akademisierung innerhalb der Hospi-
ratungen (kritische Erfolgsfaktoren,      3. Strategic Hospitality Management         tality-Industrie fordert Nachwuchs, der in strategischen
Tätigkeitsfelder, Klienten, Marktvo-      Konzepte und Tools der strategischen        Belangen geschult sein sollte.
lumen, Analyse der wesentlichen Pla-      Planung und Umsetzung in und um




Kompetenzfeld „Kultur im Tourismus“
Ziel: Kulturelle Attraktoren stehen im    tige außereuropäische Kulturen und        Fallstudienähnliche Bearbeitung des Themas, um Ansätze
Mittelpunkt einer unübersehbaren          Kulturphänomene, Geistes- und Kul-        für eine Bestandsaufnahme des immateriellen Kulturer-
Anzahl von Destinationen; einerseits      turgeschichte Europas, materielle         bes in Bayern zu erarbeiten, die Status, Gefährdung bzw.
ziehen sie im günstigen Fall viele Rei-   und immaterielle Manifestationen          Schutzbedürftigkeit dokumentiert; darüber hinaus sollen
sende an, andererseits ist aber auch      europäischer Kultur, aktuelle Prob-       Management, Bewahrung und touristische Bedeutung
mit negativen Rückwirkungen des           leme/Herausforderungen/Diskussi-          bzw. Nutzung des bayerischen immateriellen Kulturerbes
Tourismus auf die materiellen und         onen europäischer Kultur und Kul-         thematisiert werden.
immateriellen Kulturattraktoren zu        turpolitik
rechnen. Das Kompetenzfeld soll die                                                 Berufliche Bedeutung:
Studierenden mit grundlegenden his-       2. Kultur im Original:                    ■ Die klassischen Kulturdestinationen benötigen Tou-
torischen und systematischen kultu-       gemeinsamer Lektürekurs bedeu-              ristiker, die nicht nur Romanik und Romantik ausein-
rellen Fakten bekannt machen, es soll     tender Originaldokumente von Pla-           anderhalten können, sondern Menschen, die – ohne
sie für die unterschiedlichen Kultur-     ton bis zu Adorno, Schnädelbach u.a.        Kunsthistoriker oder Denkmalschützer zu sein – mit
begriffe und -probleme sensibilisie-                                                  Kunsthistorikern und Denkmalschützern reden kön-
ren und es soll ihnen zeigen, wo und      3. Kulturattraktoren im Tourismus           nen.
wie eine gegenseitig befruchtende Be-     Materielles und immaterielles Kul-        ■ Viele Destinationen, hier insbesondere Bayern, bieten ei-
ziehung zwischen Kultur und Touris-       turerbe, Kulturerbe im touristischen        nen ungehobenen Schatz an kulturellen, auch immate-
mus hergestellt werden kann.              Wertschöpfungsprozess, touristisches        riellen kulturellen Ressourcen, der verantwortungsvoll
Inhalt:                                   Angebot und Ansätze einer Attrakto-         touristisch genutzt werden kann.
1. Kulturtheorie und -geschichte:         rentheorie, UNESCO-Weltkulturerbe         ■ Im Zeichen einer Dualisierung des Tourismusmarktes
Kultur in Raum und Zeit                   und die nationale Politik                   entwickelt sich ein gehobenes Segment, das (kulturelle)
Einführung in den Kulturbegriff                                                       Authentizität, Ursprünglichkeit und Sinnhaftigkeit
und die Kulturtheorie, Interdepen-        4. Kulturerbe als Subjekt und Objekt        sucht und deshalb die entsprechende Kompetenz der
denzen des Kulturbegriffs, Kulturen       der Tourismuspolitik am Beispiel des        Touristiker voraussetzt.
im Kontrast und im Konflikt, wich-         immateriellen Kulturerbes in Bayern

                                                                                       Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport              41
       Studium




     Die Projekt-Fabrik: Projektmanagement
     mit 60 konkurrierenden Teams

                                              hin zur Einführung einer Fluglinie
                                  Robert Goecke,                                       kalte Wasser!“, berichten die Studie-
                                              reicht die Palette der Themen. Jedes
                                  Volker Letzner                                       renden. Dabei sind alle Hilfsmittel
                                              Jahr werden komplexe Problemstel-        erlaubt. Dozenten, aber auch exter-

     W      ie organisiert man ein praxis-
            nahes und teamorientiertes
     Lehrangebot für 200 Studierende?
                                              lungen mit fiktiven und realen Antei-
                                              len, manchmal auch in Kooperation
                                              mit eingeladenen Praxispartnern,
                                                                                       ne Experten dürfen alle Fragen be-
                                                                                       antworten. Wenn zu einem Teilas-
                                                                                       pekt nichts (oder nur mit zu hohem
     Vor dieser Herausforderung standen       neu entwickelt. Jedes Team von idea-     Aufwand) recherchierbar ist, wird je-
     die Dozenten des neuen Moduls Pro-       lerweise drei Studierenden bekommt       doch erwartet, dass vom Projektteam
     jektmanagement im Jahr 2006. Sie         eines von sechs Projektthemen zu-        möglichst realistische und begrün-
     erfanden ein in dieser Art völlig neu-   gelost und konkurriert mit maximal       dete Annahmen getroffen werden,
     artiges Lehrkonzept, das sich seitdem    zehn anderen Projektteams, die das-      um die Aufgabe lösen zu können. Auf
     bewährt: Viele kleine Teams planen       selbe Thema unter der Anleitung der      diese Weise entstehen vollständige
     sechs Wochen lang gemeinsam ca.          Dozenten bearbeiten.                     Projektplanungen, die zwar immer
     60 Projektkonzeptionen zu sechs kom-          Diese Menge von 60 konkurrie-       teilfiktiv und nicht belastbar sind, die
     plexen Problemstellungen. Nirgendwo      renden Projektteams in einer Veran-      aber ein sehr realistisches vollstän-
     sonst entstehen in kurzer Zeit so viele  staltung ist einmalig. Sie generiert     diges Lernszenario liefern: Die Aus-
     touristische Projektplanungen, wie in    eine Fülle von Konzepten und Ideen,      gangsproblemstellungen sind, wie
     dieser „Projekt-Fabrik“.                 die dann mit Project, Excel und Po-      bei realen Projekten auch, zunächst
                                              werpoint formal strukturiert, kalku-     unstrukturiert, komplex und viel-
     Das Projektmanagement-Modul (mit         liert und durchgeplant werden. Um        schichtig. Sie können in der vorgege-
     insgesamt vier Semesterwochen-           erfolgreich zu sein, müssen die Teams    benen knappen Zeit nur gemeinsam
     stunden) startet zunächst noch sehr      neben der Projektmanagement-Me-          gelöst werden. Die Teams müssen
     traditionell mit einer kompakten         thodik ihr gesamtes in den beiden        sich organisieren, die Themen struk-
     Einführung in die Methoden des Pro-      vorhergehenden Semestern ange-           turieren und konsequent arbeits-
     jektmanagements und der Einwei-          eignetes betriebswirtschaftliches        teilig bearbeiten. „Es entwickelt sich
     sung in die Projektmanagement-Soft-      und touristisches Wissen anwenden.       eine starke Gruppendynamik, und
     ware MS Project. Dann planen über 60     Zudem ist Kreativität gefragt, insbe-    manchmal gibt es auch Konflikte, die
     zusammengeloste Projektteams sechs       sondere, wenn es um die Konzeption       aber in der Regel innerhalb der Teams
     Wochen lang anspruchsvolle touri-        von Werbekampagnen, Events, Aus-         gelöst werden“, beobachtete Prof. Dr.
     stische Projekte: Von der kompletten     stattungen von Lokalen oder cleveres     Norbert Klassen, der seine Gruppen
     Einrichtung eines fiktiven Messeho-       Vermarkten geht. „Wir müssen auch        nach erfolgreicher Endpräsentation
     tels über die Planung touristischer                     über Themen recher-       auch zu den Erfahrungen der Team-
     Großveranstaltungen bis                                   chieren, von denen      arbeit befragt hat.
                                                                wir bisher noch nie         In der Endpräsentation stellen alle
                                             n :                  etwas gehört ha-     Projektteams ihre Ergebnisse gemein-
                                      th ode                       ben – das ist wie   sam vor, wobei jedes Teammitglied
                                -Me
                                                     n
                               t             tu rpla                ein Sprung ins     eine Note für die persönliche Perfor-
                                  en                     k
                                                   stru kte
                         em                   jekt
                                                                                       mance bei der Projektpräsentation er-
                      nag                Pro           Asp
                                                             e
            t ma                   und turelle
                                                                                       hält. „Diese Präsentationen haben ei-
        jek              sat
                             ion          ul
     Pro
                                                                                       nen hohen Lerneffekt, da jedes Team
                     ani             terk                 von
              kto
                  rg
                           un  d in ents              ng                               auch Präsentationen der Lösungswege
          oje          ng nagem wertu                                  an
       ■P
         r
                  ildu a                   e                       npl                 anderer Teams und Projekte miter-
           ea mb jektm e zur B iven                           alke
        ■ T s Pro               l
                            del rna
                                           t            e, B                           lebt“, sind sich die Gruppenleiter Prof.
                                                    ein        ung
           de        g-Mo gsalte            ile nst       lan                          Dr. Peter Greischel und der Lehrbeauf-
              corin ierun             , Me            etp         ng
           ■ S alis            ung              udg planu                              tragte Hans Logins einig.
              Re           lan           n dB            s
                       inp          n- u            ität                                    Schließlich werden die schrift-
                 erm koste                      ual         ERT
              ■T         kt             en eQ          dP                              lichen Projektkonzepte der Teams von
                    roje bezog                en t un ling
                ■P                                         l            ct                     den Aufgabenstellern der Pro-
                         jekt nagem ontro                           roje
                     Pro          a             tc              S-P                             jektthemen im direkten Ver-
                 ■          om
                                        Pro
                                            jek          in M
                        isik                         ng
                    ■R         b  lick          hru                                               gleich fachlich bewertet, wo-
                           ber            infü
                      ■Ü              ■E                                                         raus sich für jedes Team eine
                                                                                                 gemeinsame Teamnote ergibt.

42      Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                                                          Studium




Wie in der Praxis und anders als in                          über die zeitlichen und finanziellen                                                Fakultät gewonnen. Finale und High-
theoretischen Klausuren gibt es hier-                        Risiken einer an sich recht unkritisch                                             light der Veranstaltung ist die Aus-
bei aber nicht die berühmte „allein                          aussehenden Terminplanung.“                                                        zeichnung der Siegerteams in jeder
seligmachende“ Musterlösung. „Es                                  Bisher waren alle Dozenten von                                                Projektkategorie. Die Aufgabensteller
ist durchaus möglich, dass ein Pro-                          dem außerordentlichen Engage-                                                      präsentieren bei diesem Anlass auch
jektproblem durch ganz unterschied-                          ment, der Kreativität und der Eigen-                                               alle besonders interessanten oder ori-
liche Ansätze gut gelöst wird. Wichtig                       initiative der Teams sehr positiv über-                                            ginellen Lösungsansätze. Wegen des
ist, dass keine Planungsfehler wie z.B.                      rascht; und einige stellten fest, „dass                                            hohen Engagements und den guten
Balkendiagramme mit Terminkon-                               die Leistungen der Studierenden ganz                                               Ergebnissen, die die Teams in den bis-
flikten, überlastete Personalressour-                         verblüffend sind, wenn man sie nur                                                 herigen Runden erzielten, stellte sich
cen oder unbegründete Budgetüber-                            richtig fordert“. In einigen Fällen mus-                                           die Auswahl der Siegerteams jedoch
schreitungen vorkommen“, erläutert                           sten Teams in ihrem Elan sogar etwas                                               für die Dozenten als eine der schwie-
der Lehrbeauftragte Ralph Rixner, der                        gebremst werden, insbesondere was                                                  rigsten Übungen heraus: Oft wurden
die Kurse seit Beginn 2006 begleitet:                        Anfragen in die Wirtschaft oder bei                                                mehrere Teams als Beste nominiert,
„Wir achten besonders darauf, ob die                         Kommunen auf der Suche nach Pro-                                                   und die Siegerteams waren der Kon-
verschiedenen Elemente einer Lö-                             blemlösungen betraf, die ursprüng-                                                 kurrenz manchmal wirklich nur um
sung konsistent zusammenpassen                               lich so gar nicht beabsichtigt waren.                                              die berühmte Nasenlänge voraus. Egal
(z.B. passt ein Marketingkonzept zur                         Es entstanden neue Kontakte zu Fir-                                                ob Projektsieger oder nicht, für alle
Zielgruppe und zum kalkulierten Pro-                         men und Institutionen, die vielleicht                                              Teilnehmer des Projektmanagement-
jektbudget). Außerdem prüfen wir, ob                         später zu Kooperationen im Rahmen                                                  Moduls eröffnen sich neue Möglich-
keine wichtigen Aspekte oder Risiken                         von Fallstudien, Bachelor- und Ma-                                                 keiten „im richtigen Leben“: Eine Teil-
in der Planung vergessen wurden.“                            ster-Arbeiten sowie der angewandten                                                nehmerin bewarb sich in diesem Jahr
Prof. Dr. Thomas Bausch unterstreicht                        Forschung ausgebaut werden können.                                                 gegen die Konkurrenz von anderen
zudem die Bedeutung der Anwen-                               So haben auch wir (Volker Letzner und                                              Hochschulen und Universitäten er-
dung mathematisch fundierter com-                            Robert Goecke) bei der Entwicklung                                                 folgreich um einen Praktikumsplatz
putergestützter Verfahren der Pro-                           und Gesamtkoordination des neu-                                                    im Projekt-Controlling der EADS für
jektanalyse: „Wir erwarten neben der                         en Moduls dazugelernt und                                                          Satellitenprojekte und Raketenstarts.
Identifizierung kritischer Pfade mit                          neue Kontakte für die                                                              Unsere Absolventen sind nun auch
der Critical Path Method eine statis-                                                                                                           für den Weltraumtourismus glänzend
tische PERT-Abschätzung der Wahr-                                                                                                               vorbereitet und wer weiß, ob nicht ein
scheinlichkeit von Zeitüberschrei-                                                                                                              Space-Projekt zur Aufgabenstellung
tungen im Projektverlauf. Dies                                                                                                                  bei der nächsten Runde der Projektfab-
führt in vielen Teams zu                                                                                                                        rik dazugehört …
,Aha-Erlebnissen‘                                                                                    ent
                                                                                     n,          -Ev
                                               20     08:                     n che erbe
                                                                          Mü it W                    spit
                                                                                                          ze“
                                                                     als 18 m                   Zug
                                      und                         rt
                                                             -Po ia 20               rad
                                                                                            ies
                         2 007               inte r
                                                        ort
                                                  rsp Olymp
                                                                          Alp
                                                                              e npa
                    en                 n W u fü                     as „
            h em                  me höna                     ür d            zep
                                                                                   t
       ktt                    sa                         sf                 n
                          ein en, Sc                 ing                sko
    je               em h                      rke
                                                   t            tun
                                                                      g
Pro             es g kirc
            ein arten                ons
                                         ma
                                                    erm
                                                           ark
       nch -P                     ti              V                           de
    Lau misch                ina              nd                          ren
  ■                     est             g u Riem
                                       n in                          die
     Gar           es D           eni                           Stu                                   en
               gd           -Op ote
                                             l            für         t              d           Feld
           nun         Pre esseh                   tals onzep nau un epark
     ■P
        la         lan s M                     por gk                  Ber           e              er
               ktp      e               eise tin                                 ms             ein
          roje in neu             es R Marke                    von Chie                   ritt                                             g
      ■P re                ge
                               in it                         ls
                                                        rta ts im
                                                                                         t
                                                                                    Ein kt                               er            asin
                                                                                                                    talt             nP
          fü          lun ule m                  s-Po ngfes                  den n Mar                                          ar i
                  ick       h               mu fnu                       für       e                g         ans           e-B
             ntw chsc                 uris        f                die lisch                    fun       Ver            Caf
          ■ E r Ho               s To es Erö                 sstu ustra                e -Prü schen                eue
             de                e
                          h d ein                      keit nera                  enc deut                   ne
                                                                                                                 n
                     unc on                      bar                         ilig                       r ei
                 ela nisati                 ach den in Due-D einen                                 g fü        ion
             ■ R ga                  er M in                                  h               nun          ukt
                 Or             ein linie                n   und le durc              spla            rod
                         ung ug                     itio          u             ung               eop                             gen
                     lan ierfl                   uis hsch                   tatt              Vid                     ion      zeu
                ■ P ssag                  Akq Tauc                    uss             ine ie                     sat rflug
                     Pa              der hen                        A              re                         ni       e
                               ng        sc                  und             n fü nom d Orga Wass
                          anu spani
                       Pl r                           tion              spla Gastro                n mit                  tur
                    ■        e                 nzep             zu ng er                     n g u nie               tera                  es
                        ein              sko              set g in d                 rktu Flugli               e Li                    uss
                                     äft            Um dun                      ma ia-                      hig “                  erb
                              esc
                                   h            nd        il                Ver        r                  c
                                                                                                     pra beit                  ahr
                        ■G               ch u usb                      rts, e Ad                 chs       r               Skif
                                   hbu onala                     apo ür ein                  uts mena                 er-/
                                re
                           ■ D r Per
                                          s           von sse
                                                             Se        f                   e
                                                                                    : „D sam                     and
                                                                                die         u              nW
                               zu               ung rproze                 stu elle Z                 eue egion
                                         tatt ie                      eits ltur                  es n ienr
                                     uss sag                     ark        u                ein      r
                               ■ A r Pas                 a chb interk              ru ng en Fe
                                    de            ■ M r die                   füh r alpin
                                                                           in
                                                        fü             ■ E eine
                                                                           in


                                                                                                                               Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport              43
      Studium




     Was zusammengehört: Denkmal & Tourismus
     D     as Denkmal gehört zu den we-
           sentlichsten Attraktoren im
     Tourismus, keine Städtereise, keine
                                                 Identität eines Volkes, einer Kultur
                                                 zu zerstören, sie somit beherrschbar
                                                 zu machen. Heute, in einem weitge-
                                                                                          Doch Denkmäler, die langsam verfal-
                                                                                          len, taugen weder für die Erinnerung
                                                                                          noch für die ökonomische Prosperi-
     Studienreise ist ohne Denkmal vor-          hend friedlichen Europa (in manchen      tät einer Region. Denkmäler müssen
     stellbar (auch nicht der Finca-Urlaub       Gegenden dieser Welt mag es anders       leben, besucht werden, Attraktionen
     auf Mallorca): Welcher Reisende hatte       sein), ist das Denkmal aus einer an-     sein, auch für Touristen.
     sie nicht schon mal im Programm, die        deren Richtung bedroht: durch Ei-            Aus diesen Überlegungen ent-
     ägyptischen Pyramiden, den Kölner           genkapitalrendite und ökonomische        stand ein Projekt zwischen dem
     Dom oder das barocke Rathaus von            Verwertbarkeit.                          Wissenschaftsministerium (Denk-
     Iphofen. Das Denkmal ist materia-               1972 beschloss die UNESCO, dass      malpflege) und der Fakultät für Tou-
     lisierte Geschichte, das lebendig ge-       Zeugnisse der Kulturen Erbe der ge-      rismus an der Hochschule München.
     bliebene Gedächtnis einer Stadt oder        samten Menschheit sind und hat           Gemeinsam wollen wir nach Wegen
     einer Region. Ohne Denkmal droht            dafür ein ganz besonderes Schutz-        suchen, Denkmalpflege und Touris-
     uns, in Amnesie zu verfallen, der Ver-      programm ins Leben gerufen: das          mus zu neuen Synergien zu verhel-
     lust von zeitlichen und inhaltlichen        UNESCO Weltkulturerbe. Was die           fen. Das Unterallgäu ist ein erster
     Erinnerungen. Zerstörung von Denk-          UNESCO für die Welt bewahrt, müssen      Schritt.              Theo Eberhard
     mälern hatte fast immer das Ziel, die       wir für unsere Regionen bewahren.




     Projektgruppe „Tourismus und Denkmalpflege“
     – Fallstudie der FH München

                              Andreas Baur       leichterung und Beschleunigung der       Zeugnis ab von der historischen Bau-
                                                 Zuschuss-/E-Fonds-Verfahren sowie        kultur einer Landschaft. Die Kirchen

     D     ie Fakultät für Tourismus an der
           Hochschule München hat angebo-
     ten, im Rahmen der Lehre in den nächs-
                                                 eine Erleichterung und Beschleuni-
                                                 gung der Steuerverfahren erreicht
                                                 werden.
                                                                                          und Klöster, Schlösser und Burgen,
                                                                                          Bauernhäuser und historischen
                                                                                          Ortsbilder machen unser Land un-
     ten zwei bis drei Semestern eine Fallstu-        Neben den genannten Feldern         verwechselbar, stiften Identität und
     die zum Thema „Tourismus und Denk-          soll der MVD aber auch dazu genutzt      sind Heimat. In einer globalisier-
     malpflege“ in den drei Modelllandkreisen     werden, andere spezifische Fragestel-     ten Welt mit seinem rasanten tech-
     des MVD zur Projektgruppe „Tourismus“       lungen bzw. fachliche Probleme sowie     nologischen und gesellschaftlichen
     durchzuführen (Beginn: WS 2008/2009).       „Zukunftsthemen“ mit ausgewählten        Wandel hat sich diese Unverwechsel-
     Die Rahmenbedingungen stellen sich wie      Partnern näher zu beleuchten. Hier-      barkeit als hohes Gut erwiesen. Das
     folgt dar:                                  bei sollen Denkmäler und Denkmal-        Bild Bayerns ist folgerichtig auch zu
                                                 pflege als ein Beitrag zur Gestaltung     einem Wirtschaftsfaktor von unver-
     1. Modellversuch Denkmalpflege               der Zukunft Bayerns ein Thema des        zichtbarer Größe geworden. Denk-
        (MVD)                                    MVD werden. In diesem Rahmen wur-        mäler in Bayern sind ein wesentlicher
     Der MVD beruht auf einem Beschluss          de eine MVD-Projektgruppe „Touris-       und zentraler Bestandteil des „Bildes
     des Bayerischen Landtags vom                mus und Denkmalpflege“ eingerich-         von Bayern“, mit dem im Tourismus
     7. März 2007 (Drs. 15/7118, 15/7547)        tet, die ein Projekt zu Denkmalpflege     geworben wird.
     zur „Qualitätssicherung und Ver-            und Tourismus entwickeln soll. An-       Die Eigentümer denkmalgeschützter
     fahrensbeschleunigung in der prak-          liegen der MVD-Projektgruppe ist es,     Immobilien müssen in der Regel einen
     tischen Denkmalpflege“. Hauptfelder          modellhaft die Möglichkeiten bzw.        höheren Aufwand bei der Instandset-
     des MVD sind die Beratungstätigkeit         Potenziale von Denkmälern im Be-         zung erbringen, andererseits sind
     des Landesamtes für Denkmalpflege,           reich des Tourismus zu untersuchen.      ihre Anwesen besonders einprägsam
     die Förderverfahren sowie die Steuer-       Denkmäler sind die wichtigsten und       und imageprägend für den gesam-
     bescheinigungen nach §§ 7 i etc. EStG.      prägenden Aushängeschilder Bay-          ten bayerischen Tourismus. Insge-
     Dabei sollem vor allem eine nachhal-        erns. Als ein wesentlicher Bestandteil   samt kann die gastronomische Nut-
     tige Qualitätssicherung und Erfolgs-        unserer bayerischen Kultur sind sie      zung von Baudenkmälern und ihre
     orientierung der Beratung, eine Er-         „lebendige Vergangenheit“ und legen      öffentliche Präsentation Synergieef-

44     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                          Studium




fekte sowohl für den Tourismus wie      mit ihrer herausragenden bau- und        In den drei Modelllandkreisen wird
für die Denkmalpflege erzeugen. Es       kunsthistorischen Bedeutung, das         daher derzeit gezielt untersucht, wel-
gibt aber bislang in Bayern weder       Ensemble Fellheim als Dokument des       che denkmalgeschützten Objekte in
von privater noch von öffentlicher      Landjudentums, das Schloss Kirch-        die seit ca. zwei Jahren eingeführte
Seite Marketingstrategien bzw. Mar-     heim mit seinem berühmten Zedern-        bayerische Marke „Sightsleeping Ho-
ken, mit denen denkmalgeschützte        saal und die Stadt Mindelheim, deren     tels“ aufgenommen werden können
Gasthöfe, Wirtshäuser, Hotels oder      mittelalterlich geprägte Grundstruk-     (Haßberge: sechs Objekte; Unterall-
Ferienwohnungen gezielt beworben        tur auch heute noch gut erlebbar ist.    gäu: vier Objekte; Weißenburg-Gun-
werden. Diese Möglichkeiten kön-        Leider sind die historischen Bauern-     zenhausen: fünf Objekte).
nen im MVD-Projekt „Tourismus und       häuser vielfach durch Leerstand ge-          Die dabei gewonnenen Erkennt-
Denkmalpflege“ näher untersucht         fährdet und/oder einem starken Ver-      nisse sollen nach Abschluss des Pro-
werden; hierfür ist das Angebot der     änderungsdruck ausgesetzt. Bei der       jekts für weitere Objekte bzw. Regi-
Fakultät für Tourismus ein besonde-     Erarbeitung der Leitbildstudie im        onen zugänglich sein.
rer Gewinn.                             Landkreis Unterallgäu im Jahr 1998
                                        wurde festgestellt, dass 1.944 unge-     4. Kulturelles Angebot/„Geschichts-
2. MVD-Projektgruppe „Denkmal-          nutzte Wirtschaftstrakte und leer ste-      und Kulturführer“ (Haus der Baye-
   pflege und Tourismus“                 hende Gehöfte vorhanden sind. Diese         rischen Geschichte / Bayerischer
Das Projekt „Denkmalpflege und Tou-      Zahl soll nach einer Prognose in den        Landesverein für Heimatpflege)
rismus“ im Rahmen des MVD wird in       nächsten 25 Jahren auf 3.100 steigen.    In diesem Zusammenhang soll auch
den Landkreisen Haßberge, Unterall-     In zunehmendem Maße muss daher           versucht werden, den Betrieben eine
gäu und Weißenburg-Gunzenhausen         gerade diese Denkmalgattung und          Unterstützung an die Hand zu geben,
durchgeführt. Bei der Ausweisung der    mit ihr die geschlossene Erscheinung     um mit den Sehenswürdigkeiten in
Tourismusgebiete im LEP Bayern wird     der Dörfer insgesamt als gefährdet       der Region Angebote zu einer verlän-
allen drei Landkreisen bzw. Gebieten    gelten.                                  gerten Aufenthaltsdauer der Gäste
ein „in Ansatzpunkten vorhandener                                                entwickeln zu können. Ansatzpunkt
und ausbaufähiger Urlaubstouris-        3. Markenentwicklung/„Sightslee-         hierbei ist die Entwicklung eines Pro-
mus“ bestätigt.                            ping Hotels“ (Bayern Tourismus        jekts durch das Haus der Bayerischen
    Für jeden Modelllandkreis wurde        Marketing GmbH)                       Geschichte (HdBG) in Zusammen-
eine Gesprächsrunde einberufen, an      In Zusammenarbeit mit dem                arbeit unter anderem mit dem Ba-
der unter der Leitung des jeweiligen    StMWIVT, Bayern Tourismus Marke-         yerischen Landesverein für Heimat-
Landrats Vertreter des örtlichen und    ting GmbH, Bayerischen Landesver-        pflege (LVfH) mit dem Arbeitstitel
regionalen Tourismus, des Landes-       ein für Heimatpflege, Landesamt für
                                                                      mt         „Geschichts- und Kultur
                                                                                 „Geschichts        Kultur-
amts für Denkmalpflege, der Bayern       Denkmalpflege und StMWFK wurde            führer“. Diese sollen
Tourismus Marketing GmbH, der           die Einführung einer eigenen bay-
                                                                      n          zu einzelnen baye-
Heimatpflege, des Hauses der Ba-        ernweiten bzw. zentralen Marke im
                                                                      rke        rischen Regionen
yerischen Geschichte, des Landes-       Tourismus für Denkmäler geprüft.prüft.   Geschichte, regionale
vereins für Heimatpflege sowie des       Eine solche Marke wurde aus fol-
                                                                      us         Besonderheiten, die
StMWFK beteiligt sind.                  genden Gründen nicht für sinnvoll
                                                                      nnvoll     Menschen und
    Für den Landkreis Unterallgäu,      erachtet:                                ihre Sprache,
der Gegenstand der Fallstudie im WS                                   obener
                                        ■ Für Baudenkmäler mit gehobener         Geschichts-
2008/2009 ist, können folgende Eck-       Gastronomie steht die seit ca. zwei
                                                                      a.
daten mitgeteilt werden:                  Jahren eingeführte bayerische Mar-
                                                                       e
    Der Landkreis Unterallgäu be-         ke „Sightsleeping Hotels“ der Ba-
                                                                       er
sitzt 1.149 Baudenkmäler und sie-         yern Tourismus Marketing GmbH
ben Ensembles. Mit Ausnahme der           zur Verfügung, bei der überwie-
                                                                       erwie-
Stadt Mindelheim ist der Landkreis        gend Denkmäler bzw. historische
                                                                       rische
Unterallgäu seit alters eher ländlich     Gebäude aufgenommen sind – an-
                                                                      d
geprägt. Neben zum Teil äußerst           stelle einer konkurrierenden Mar-
                                                                      n
qualitätvollen Kirchen, Pfarrhöfen        ke soll versucht werden, weitere
                                                                        eitere
und Schlossanlagen (Babenhausen,          denkmalgeschützte Objekte auf-
                                                                       e
Boos, Kirchheim, Kronburg, Matt-          zunehmen (nähere Informationen:
                                                                       ionen:
sies, Türkheim) bilden Bauernhäuser       www.sightsleeping.by).
einen entsprechend wichtigen Teil       ■ Wegen der großen Quali-
der Denkmallandschaft. Klassische         tätsunterschiede in gast-
Bürgerhäuser finden sich fast nur in       ronomischer Hinsicht
Mindelheim. An Einzelobjekten be-         scheint eine einheitliche
sonders hervorzuheben sind – um           Marke für alle Denkmä-
nur einige wenige herauszugreifen         ler in Bayern nicht aus-
– die Benediktinerabtei Ottobeuren        reichend griffig.

                                                                                    Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport   45
      Studium




     und Baudenkmäler und prägende             Bild einer Region prägen, könnten        Unterallgäu. Die Vor-Ort Recherche
     wirtschaftliche Kräfte schildern. Da-     dabei in wenigen Jahren bzw. Jahr-       fand vom 30. Oktober bis 2. Novem-
     bei werden für jede Region wenige         zehnten weitestgehend verloren sein.     ber 2008 statt. Eine Präsentation er-
     prägende Themen ausgewählt und            Neben dem unersetzlichen kultu-          folgte im Januar/Februar 2009. Im SS
     besonders herausgestellt. Die Pub-        rellen Verlust könnte der Tourismus      2009 und im WS 2009/2010 sollen
     likationen der Reihe sind reich be-       in Bayern so eines seiner zugkräf-       die Fallstudien in den beiden anderen
     bildert und vermitteln in attraktiver,    tigsten Motive verlieren.                Modelllandkreisen stattfinden.
     moderner und pfiffiger Form das re-              Um für die Regionen weitere Mög-
     gionale Grundwissen für die Men-          lichkeiten zu erschließen, in diesem     6. Weitere Projekte
     schen vor Ort, geben aber auch den        Bereich anspruchsvolle Angebote zu       Ergänzend wird auf folgende Projekte
     Kulturtouristen Erstinformationen         entwickeln, sollten hier weitere Un-     zur Vorstellung bzw. Bewerbung denk-
     und nennen die wichtigen Anlauf-          tersuchungen anschließen:                malgeschützter Gasthöfe und Hotels
     stellen für hochwertige Kulturtouren.     ■ Wie können Ansätze aussehen,           in Bayern hingewiesen:
     Vertiefung soll in einem speziellen          in den Modelllandkreisen touris-      ■ „aviso Einkehr“: Vorstellung je eines
     Internet-Portal, angebunden an die           tische Entwicklungen unter spezi-       denkmalgeschützten bayerischen
     Seiten des HdBG, angeboten werden.           eller Fokussierung auf die Denkmä-      Gasthofs/Hotels in der Zeitschrift
     Hier lassen sich auch spezielle jugend-      ler in Gang zu setzen?                  aviso des StMWFK (erscheint vier-
     gerechte Formen der Vermittlung gut       ■ Lassen sich hierbei Ansätze finden,       mal jährlich)
     einbinden.                                   die durch die touristischen Regi-     ■ aviso Sonderheft „Welterbestätten in
          Bei der Entwicklung dieses neu-         onen übergreifend und gemein-           Bayern“: Vorstellung der bayerischen
     en Formats soll untersucht werden,           sam vermarktet werden?                  Welterbestätten mit Tipps für Ziele in
     inwieweit die Veröffentlichungen als      ■ Können denkmalgeschützte Ob-             der Region und einer aviso-Einkehr
     geeignete Grundlage für ein gehobe-          jekte in andere bereits existieren-     pro Welterbestätte (soll voraussicht-
     nes, gegebenenfalls auch individuell         de und angesehene Marken ein-           lich im Juni 2009 erscheinen)
     gestaltetes/buchbares Kulturangebot          gebracht werden? Entsprechende        ■ Veröffentlichung „Historische
     für kulturinteressierte Gäste in der         Beispiele können sowohl im Inland       Wirtshäuser“ in Bayern: geplantes
     Region (z.B. Gäste in „Sightsleeping         als auch im Ausland herangezogen        Gemeinschaftsprojekt von BHG,
     Hotels“) herangezogen werden kön-            werden. Beispielhaft sei in diesem      BlfD, LVfH, StMWIVT, StMWFK
     nen. Die Herausgabe entsprechender           Zusammenhang auf folgende Mar-        ■ Denkmalpflege-Informationen:
     Veröffentlichungen mit zeitlicher Pri-       ken bzw. Projekte hingewiesen:          Vorstellung mehrerer denkmal-
     orität in den drei Modelllandkreisen         Idyllische Plätze; Historisches Ho-     geschützter Gasthöfe in der Zeit-
     wird geprüft. Das Projekt wird durch         tel ICOMOS Schweiz; Culture and         schrift des BLfD (erscheint zweimal
     HdBG und LVfH weiterentwickelt und           Castles; Heritage Cottages von Eng-     jährlich)
     mit Ansprechpartnern in den Modell-          lish Heritage
     landkreisen näher besprochen.             ■ Welche Möglichkeiten vor allem für
                                                  die regionale Entwicklung weiterer
     5. Raumstrukturfunktion von                  spezieller Angebote in diesem Sek-     Ansprechpartner
        Denkmalpflege und Tourismus                tor werden gesehen?                    Prof. Dr. Theo Eberhard
        (Hochschule München, Fakultät
                                                                                         Dekan Fakultät für Tourismus
        für Tourismus)                         Hier wird ein ausgezeichneter An-         Hochschule für angewandte
     Die Aufnahme denkmalgeschützter           satzpunkt für das Engagement der          Wissenschaften – HM
     Objekte in die Marke „Sightsleeping       FH München gesehen. Die Fallstudien       Am Stadtpark 20, 81243 München
     Hotels“ ist ein wichtiger Baustein,       der Fakultät für Tourismus wurden         Tel.: 089 1265-52120
     kann aber nicht in größerem Um-           ab WS 2008/2009 pro Semester in           theo.eberhard@hm.edu
                                                                                         helga.nassif@hm.edu
     fang erfolgen. Perspektiven sind aus      einem Modelllandkreis im Rahmen
     den genannten Gründen (Unterstüt-         der Lehre erstellt. Nach einer Einfüh-
                                                                                         Prof. Dr. Peter Voigt
     zung der Eigentümer und der Denk-         rung in die Denkmalpflege und die
                                                                                         Fakultät für Tourismus
     malpflege) daher auch für weitere         spezifischen Rah-mendaten des jewei-       Hochschule für angewandte
     Denkmäler vor Ort erforderlich. Hin-      ligen Gebiets (z.B. Denkmalbestand,       Wissenschaften – HM
     zu kommt, dass der ländliche Raum         demografische Entwicklung, Einnah-         Am Stadtpark 20, 81243 München
     in den kommenden Jahren einen             mequellen, Tourismus und Heimat-          Tel.: 089 1265-2511
     tief greifenden Wandel erfahren wird,     pflege) wurden drei Kommunen pro           peter.voigt@hm.edu
     der nicht zuletzt durch die demogra-      Modelllandkreis für eine eingehende
     fische Entwicklung bedingt ist und         Untersuchung ausgewählt. Die Wahl         Dr. Andreas Baur
     nach heutiger Einschätzung zum            beinhaltete Anliegen der Denkmal-         Bayerisches Staatsministerium
                                                                                         für Wissenschaft, Forschung und Kunst
     Teil enorme Auswirkungen auf den          und Heimatpflege, der regionalen
                                                                                         Salvatorstr. 2, 81627 München
     Baubestand haben kann. Die heute          Entwicklung und des Tourismus.
                                                                                         Tel.: 089 2186-2208
     (trotz großer Änderungen) noch ge-            Im WS 2008/2009 erfolgte zu-          andreas.baur@stmwfk.bayern.de
     wohnten Hauslandschaften, die das         nächst eine Fallstudie im Landkreis

46     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                Studium




Fuggerschloss Boos


                           Peter Voigt    ■ Das Angebot an Fünf-Sterne-Ho-
                                            tels ist im Allgäu sehr dürftig. Es

E    ine Gruppe von vier Studieren-
     den besichtigte am 31. Oktober
2008 zusammen mit Prof. Dr. Peter
                                            beschränkt sich im Wesentlichen
                                            auf Bad Wörishofen.
                                          ■ Der Wellnessmarkt expandiert mit
Voigt und Dipl.-Ing. Tobias Lange vom       hohen Zuwächsen. Die Deutschen
Bayerischen Landesamt für Denk-             geben ca. € 73 Mrd. jährlich für
malpflege das im 16. Jahrhundert er-         Wellness aus.
baute ehemalige Fuggerschloss Boos.       ■ Im Allgäu finden sich außer Bad
Der derzeitige Eigentümer führte die        Wörishofen nur noch wenige Vier-
Gruppe durch die Gebäude des im             Sterne-Hotels, die Wellnessange-
Verfall begriffenen Schlosses sowie         bote haben.
durch die ebenfalls zum Anwesen ge-       ■ Ein Schlosshotel im Fünf-Sterne-
hörenden Gebäude der ehemaligen             Markt fehlt im Allgäu völlig. Die
Molkereischule. Zuvor konnte sich die       großräumige Wettbewerbslage ist
Gruppe bei einem Besuch der Kirche          somit ausgesprochen günstig.
von Boos anhand von Deckengemäl-          ■ Boos hat einen besonderen histo-
den einen Eindruck davon verschaf-          rischen Bezug zu diesem Thema,
fen, was für ein prachtvoller Komplex       da Pfarrer Kneipp hier ursprüng-
das Fuggerschloss Boos im 17. und           lich einmal tätig war.
18. Jahrhundert gewesen sein muss.
     1972 wurde das Schloss an den        Neben dem Wellnessmarkt wurde von
heutigen Eigentümer verkauft, der         der Arbeitsgruppe noch der Markt der
erfolglos versuchte, einen Reiterhof      Tagungen und Seminare in Betracht        Pferde. Diese unmittelbare Anbin-       Fuggerschloss Boos
aufzubauen. Das im Schloss gelegene       gezogen. Hier wäre es sinnvoll, die      dung an die umgebende Natur wür-
Bräuhaus „Fuggerstuben“ stellte 1996      auf dem Anwesen gelegene ehema-          de dem Wellnessangebot des Schloss-
seinen Betrieb ein.                       lige Molkereischule einzubeziehen,       hotels eine Wertigkeit verschaffen,
     Der Zustand des Schlosses ist        um die Bettenkapazität auch mit          die viele andere vergleichbare Hotels
erschreckend. Ein Großteil der Räu-       Zimmern der Vier-Sterne-Kategorie        nicht bieten können.
me ist angefüllt mit Müll, in die höl-    zu ergänzen.                                  Der Investitionsbedarf für die
zernen Dachstühle mit ihren wuch-             Die Arbeitsgruppe erarbeitete eine   Restaurierung, den Umbau und die
tigen Jahrhunderte alten Balken           Planung für das „Schlosshotel Boos“,     bauliche Erweiterung des Schlosses
regnet es hinein, die Fassade bröckelt    das künftig unter dem Motto stehen       würde inklusive des hochwertigen
ab und die angeschlossene barocke         könnte „Fürstlich entspannen“. Mit       Wellnessbereichs von 1.350 qm Inves-
Kapelle verfällt, obgleich eine Restau-   80 Zimmern und Suiten (ohne Ein-         titionen von ca. € 15 Mio. erfordern.
rierung mit überschaubaren Mitteln        beziehung der Molkereischule) wür-       Eine erste Wirtschaftlichkeitsberech-
möglich wäre.                             de ein hochwertiges Unterbringung-       nung ergab, dass bei einem jährlichen
     Bei der Frage nach einer denk-       sangebot nach DEHOGA-Kriterien           Gewinn von € 1,7 Mio. ab dem dritten
baren touristischen Nutzung des           geschaffen. Die früheren Stallungen      Jahr die Dauer der gesamten Amorti-
Schlosses kam sehr schnell der Ge-        mit ihren romantischen Kreuzgewöl-       sation elf Jahre betragen würde.
danke an ein Fünf-Sterne-Hotel auf,       ben eigenen sich ideal für ein ex-
das sich in seinem Leistungsangebot       klusives Gourmet-Restaurant,
unter anderem auf dem boomenden           das Gäste aus einem weiten
Wellnessmarkt profilieren könnte.         Umkreis anziehen könnte.
Folgende Überlegungen sprechen da-        Der Wellnessbereich wür-
für:                                      de in einem eigenen Trakt
■ Weltweit wird viel Kapital in Fünf-     untergebracht, von dem
   Sterne-Hotels investiert, da die-      unmittelbarer Zugang
   sem Marktsegment für die nächs-        besteht zu einer weit-
   ten Jahrzehnte die höchsten            läufigen Parkanlage auf
   Wachstumsraten vorausgesagt            dem heutigen Weide-
   werden.                                land der verbliebenen

                                                                                      Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport             47
      Studium




     Mit einfachen Mitteln
     eine komplexe Aufgabe bewältigen

                           Norbert Klassen     sich auf das andere Team, dass dieses
                                               seinen Teil der Aufgabe übernimmt

     S   chwangau/München: 23 Stu-
         denten und Studentinnen er-
     proben in Schwangau bei Outward
                                               und löst. Es gilt, dem anderen auf der
                                               fachlichen Ebene zu vertrauen und
                                               nicht seine Kompetenz anzuzwei-
     Bound praktische Teamarbeit im Rah-       feln.
     men der praxisbegleitenden Lehrver-           Das Konzept „learning by doing“
     anstaltung (PBLV).                        wurde Anfang 1900 von Lord Baden
         Konfliktbewältigung und Team-          Powell erfunden und bietet ein ein-
     arbeit sind immer wiederkehrende          prägsames Lernen und Aneignen
     prägende Themen während des Prak-         von Kenntnissen auch in dem Bereich
     tikums. Diese praxisorientiert und        der Soft Skills wie Teamarbeit. „Dank
     theoretisch aufzuarbeiten war ein         des praktischen Tuns, der anschlie-
     Ziel des diesjährigen PBLV´s unter        ßenden Reflexion sowie der Theorie
     Leitung von Prof. Dr. Norbert Klassen.    über Rollen in einem Team, Führung
     In Outward Bound, einem führenden         und Konfliktmanagement werde ich
     Sport- und Eventdienstleister, fand       in Zukunft sicher besser und schnel-
     sich ein anerkannter Partner für die-     ler mit dieser Thematik im Unterneh-
     se Aufgabe.                               men zurechtkommen – es war sehr
         „Mit einfachen Mitteln eine kom-      lehrreich“, so eine Studentin bei der
     plexe Aufgabe im Team zu bewälti-         Abschlussreflexion.
     gen, ist das Ziel dieses Trainings“, so       Ein weiterer Schwerpunkt des
     Uli Dettweiler, Leiter der Outward        PBLV´s war die Aufarbeitung der Er-
     Bound Academy. Innerhalb von              fahrungen des Praktikums. Diese
     60 Minuten mussten die 23 Stu-            reichten vom Abbruch des Prakti-
     denten und Studentinnen in zwei           kums bis zur „Quasi-Zusage“ eines
     Teams über eine Schlucht zwei pa-         Arbeitsplatzes im nächsten Jahr. The-
     rallele Seilbahnen aufbauen. Mit          men wie „der erste Tag im Unterneh-
     der Seilbahn sollte anschließend die      men“, Unternehmensphilosophie und
     Schlucht von beiden Teams sowie ei-       Mitarbeiterführung wurden aufgear-
     ner Verletzten in einer Trage über-       beitet. Aufbauend darauf wurde das
     quert werden.                             Thema Arbeitszeugnis in der Gruppe
         Nach einer kurzen Einweisung          erarbeitet und vorgestellt. Konfliktbe-
                                                                                         Mit einfachen
     in den Umgang mit Karabinern und          wältigung und Führungsstil wurden         Mitteln eine kom-
     Seilen legten die Studenten und Stu-      in Rollenspielen trainiert und der the-   plexe Aufgabe im
                                                                                         Team bewältigen
     dentinnen Klettergurte und Helme          oretische Hintergrund vorgestellt, be-
     an und stiegen in den verschneiten        vor es nach Schwangau zu Outward
     Bergwald ein. An der Schlucht bauten      Bound ging.
     beide Teams die Seiltrage auf, wurden         Fazit: Die praxisbegleitende Lehr-
     Flaschenzüge um Bäume gelegt und          veranstaltung am Ende des Prakti-
     Seile gespannt. Nach 50 Minuten tes-      kums ist eine gute Möglichkeit, die
     tete als Erster der auf die Teamarbeit    Erfahrungen aus dem Praktikum im
     seiner Studenten vertrauende Do-          Bereich Konfliktmanagement und
     zent die Seilbahn und überquerte die      Teamtraining praktisch als auch the-
     Schlucht. Ihm folgten die Verletzte in    oretisch aufzuarbeiten und eine an-
     der Tragbahre sowie beide Gruppen.        dere Lehr- und Lernmethode ins Stu-
         In der Reflexion der Schlucht-        dium einzubringen.
     überquerung wurde die Qualität von
     Teamarbeit deutlich: Aufgaben wer-
     den an verschiedene Teams verteilt,
     die diese in einer vorgegebenen Zeit
     lösen müssen. Jedes Team verlässt

48     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                              Studium




Studentische Aktivitäten
am Stadtgründungsfest München

                    Norbert Klassen



E   infach toll das Programm hier!
    Die Floßlände am Rindermarkt,
das Handwerkerdorf und die histo-
rische Waschküche im Alten Hof ha-
ben wir uns schon angeschaut. Jetzt
brauchen die Kinder und ich erst ein-
mal was zum Essen. Aber wir sind
rundum zufrieden“, so Robert Meier
beim Interview.
     Und so ging es fast allen Besu-
chern, die bei schönstem Volksfest-
wetter unter weiß-blauem Himmel
das 850. Stadtgründungsfest in und
mit München feierten. Über 90% der
Besucher waren sehr zufrieden, le-
diglich beim Preis-Leistungsverhält-
nis der Speisen gab es einzelne „Be-
schwerden“, so die erste Auswertung
einer Befragung von 90 Student-
Innen der Fakultät Tourismus der
Hochschule München. Im Rahmen
der praxisnahen Bachelor-Ausbildung
im Fach „Empirische Forschung“ hat-     steuern konnten – weil sich einige        Szenen vom Stadt-   es aus Anlass des 850. Stadtgeburts-
ten die StudentInnen unter Anleitung    Autofahrer nicht an die Parkverbote       gründungsfest       tags bei den Innenstadtwirten his-
                                                                                  München
ihrer Professoren Norbert Klassen       gehalten hatten. Aber das ist auf der                         torische Gerichte unter dem Motto
und Karlheinz Zwerenz ihr theore-       Isar nicht Flößeralltag.                                      „Essen wie anno dazumal“ zum Preis
tisches Wissen praxisnah angewandt          Die Analyse der Preise zeigte, dass                       von 850 Cent.
und Befragungen, Beobachtungen          es durchaus Unterschiede an den ein-                              Ob Herr Meier mit seinen Kin-
und Experteninterviews zu Themen        zelnen Veranstaltungsorten gab. Die                           dern dann eine der 40 verkauften
wie Zufriedenheit, Anreise und Or-      meisten Besucher fanden die Ge-                               Portionen „Geschmortes Kuheuter“
ganisation vorbereitet und durch-       tränkepreise akzeptabel, die Preise                           gegessen oder lieber doch zur alt
geführt. „Die Auswertungen zeigen,      der Speisen empfand aber jeder fünf-                          bewährten Wurstsemmel gegriffen
dass die überwiegende Zahl der Besu-    te als zu hoch.                                               hat, konnten die StudentInnen nicht
cher (70%) mit Bus und Bahn gekom-          Neben den normalen Angeboten                              mehr ermitteln.
men sind. Nur 3% hatten überhaupt       an Ständen und in Restaurants gab
Probleme bei der Anreise genannt“, so
die Studentin Lisa Ehret.
     Auch aus Sicht der Koordinato-
rin Claudia Bauer vom Tourismus-
amt und der Organisatoren lief al-
les „wie am Schnürchen“. Die vorbe-
reiteten Experteninterviews führten
die StudentInnen vor und nach dem
Fest durch und konnten zudem noch
mit der Koordinatorin am Stadtgrün-
dungsfest einen Blick hinter die Ku-
lissen eines so großen Events werfen.
Das einzig größere Problem war dann
auch, dass die Flößer ihr Floß nicht
vom Rindermarkt zum Marienplatz

                                                                                     Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport           49
      Studium




     Angewandter Klimaschutz
     als Zukunftschance für die Hotellerie

                           Martin Betzold     „Tourismus ist wie Feuer. Man kann        kungen des Reisens erkennen. Die
                                              seine Suppe damit kochen. Man kann        Reiseformen des 21. Jahrhunderts sind

     U     mweltverträglichkeit, regionale
           Wirtschaftskreisläufe, Klima-
     schutz. Auch die Tourismuswirt-
                                              aber auch sein Haus damit abbren-
                                              nen.“ Trefflicher als es Harald Friedel
                                              in seinem Buch „Tourismusethik“ ge-
                                                                                        durch Fernreisen und von immer kür-
                                                                                        zerer Dauer geprägt. Der Trend entwi-
                                                                                        ckelt sich dahingehend, Reisen als Sta-
     schaft muss diesen sperrigen Begrif-     tan hat, kann man den schmalen Grat       tussymbol zu betrachten und immer
     fen mehr Beachtung schenken und          des umwelt- und sozialverträglichen       exotischere Ziele anzusteuern. „Die
     ihr eigenes Handeln vor dem Hinter-      Fernreisens kaum ausdrücken.              Tourismusindustrie versuche, den
     grund der erheblichen Folgen für die     Den Aspekt der Verträglichkeit zu-        Bedürfnissen der Menschen aus den
     Zieldestinationen kritisch betrachten.   grundelegend definiert das Bundes-         20 Industrienationen nachzukom-
     Im Rahmen der praxisbegleitenden         umweltministerium nachhaltigen            men, die 80% der internationalen
     Lehrveranstaltungen diskutiert der       Tourismus auf nationaler Ebene als        Reisen generieren“, schreiben Mar-
     Alumni und Marketingleiter des grü-      verantwortungsbewusstes Reisen in         tin Mowforth und Ian Munt in ihrem
     nen Münchner Energiedienstleisters,      naturnahe Gebiete durch Minimie-          Buch „Tourism and Sustainability“.
     Martin Betzold, mit Studenten die        rung negativer Umweltauswirkungen              Dass ein Wirtschaftszweig, entfes-
     Auswirkungen einer ungebremsten          durch Leistung eines Beitrags zur Fi-     selt von politischen Rahmenbedin-
     Wachstumsentwicklung an regio-           nanzierung von Schutzgebieten so-         gungen, großen Schaden anrichtet,
     nalen Beispielen. In dem Vortrag wer-    wie zur Schaffung von Einkommen           ist aktuell am Beispiel der Finanzkri-
     den insbesondere die Chancen und         für die lokale Bevölkerung. Ferner ist    se augenfällig. Auch in der Welt des
     Risiken des Klimawandels auf die         der Respekt gegenüber der Kultur und      Fernwehs sind drastische Fehlent-
     bayerische Hotellerie und praxisre-      Identität der Gastgeber sowie die Un-     wicklungen und erhebliche negative
     levante Handlungsmöglichkeiten je-       terstützung der Menschenrechte und        Auswirkungen auf Mensch und Na-
     des Einzelnen dargestellt. Es werden     von demokratischen Prozessen in den       tur nicht wegzureden. Dabei benöti-
     Möglichkeiten aufgezeigt, wie sich je-   Leitlinien verankert.                     gen touristische Destinationen eine
     der angehende Hotelier für das Klima                                               intakte Umwelt, die sie aber durch
          und den eigenen Geldbeutel ein-     Tourismusdestinationen                    ihr Handeln selbst gefährden, wenn
                  setzen kann.                gefährden ihre Lebensgrundlagen           nicht zerstören. Die primäre Aufgabe
                                              Das klingt in der Tat nach einer traum-   der Tourismuspolitik besteht somit
                                              haften Symbiose von Gast und Gast-        in der Gewährleistung und Förde-
                                                  geber. Doch wer die großen Tou-       rung eines Qualitätstourismus, eines
                                                     rismusdestinationen genauer
                                                                 t
                                                     rismusdestinationen                nachhaltigen Tourismus, welcher im
                                                              unter die Lupe nimmt,     Einklang mit gesellschaftlichen und
                                                                 muss erheblich ne-     ökologischen Postulaten steht und da-
                                                                      gative Auswir-    mit über Generationen hinweg exis-
                                                                                        tenzfähig bleibt.

                                                                                        Beispiel Klimawandel –
                                                                                        Handeln ist gefragt!
                                                                                        Doch wenn die Politik diese fun-
                                                                                        damentale Aufgabe auf nationaler
                                                                                        Ebene nicht bewältigen kann, wie
                                                                                        soll sie es dann auf internationa-
                                                                                        ler? Am Beispiel der Erderwärmung
                                                                                        zeigt sich, dass eine global agieren-
                                                                                        zeigt
                                                                                        z




50
50     Tourismus Management Passport A sgabe 02|200
       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
       Tou sm
         ur         a e
                  anagem         ort            2
                             asspor Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  Studium




Tourismuswirtschaft auch globalen         ben an, dass sie sich der Frage der                          spiel ist dabei das Blockheizkraftwerk
Einflüssen unterlegen ist, denen po-       Energiekosten nur am Rande gewid-                            im Hotel Räter Park bei München.
litisch nicht mit entsprechendem          met haben.
Nachdruck begegnet wird. Dass dies            Das Potenzial, in Hotels, Energie                        Praxisorientierte Vermittlung
notwendig ist, zeigt eine Studie der      zu sparen, ist dabei beträchtlich. Um-                       von Handlungsmöglichkeiten
Vereinten Nationen. Dieser zufolge,       fassende Wärmedämmung, der Ein-                              Das Modell des Energieliefer-Contrac-
beträgt der Anteil des Tourismussek-      satz erneuerbarer Energien oder die                          ting bietet sowohl für das Vier-Sterne
tors an den Kohlendioxid-Emissionen       Optimierung der Lichtanlage sind                             Hotel, als auch für die Umwelt klare
bereits zwischen 4% und 6%. Ohne          dabei nur einige der Möglichkeiten.                          Vorteile. Das Hotel senkt seine Ener-
Anpassungen könnten die CO2-Emis-         Oft werden diese Maßnahmen von                               giekosten um € 25.000 pro Jahr und
sionen bis zum Jahr 2035 um bis zu        Hotelmanagement und Hotelbesit-                              spart dabei jährlich rund 1.000 t CO2.
150% steigen.                             zern dabei mit hohen Investitionen                           Die Aufgaben sind zwischen Green
     Dass dieses Szenario kein zu-        in Verbindung gebracht und zurück-                           City Energy und dem Hotel klar auf-
kunftsfähiges ist, macht bereits die      haltend bewertet. Doch es gibt bereits                       geteilt. Das Hotel Räter Park stellt
sich ändernde Nachfrage durch Aus-        eine Vielzahl von attraktiven Förder-                        einen Platz für das Blockheizkraft-
wirkungen des Klimawandels deut-          möglichkeiten durch Landes- und                              werk in der eigenen Tiefgarage zur
lich. Schon heute sind viele Reiseziele   Bundesregierung sowie intelligente                           Verfügung und unterschreibt einen
direkt von der Erderwärmung betrof-       Finanzierungsmodelle wie das Ener-                           Wärmeliefervertrag. Das Pflanzenöl-
fen, etwa durch das vermehrte Auftre-     gieliefer-Contracting.                                       BHKW mit einer Leistung von 220 kW
ten von Quallen und Algen im sich er-                                                                  elektrisch und 200 kW thermisch
wärmenden Meerwasser oder durch           Green City Energy informiert                                 wurde zur Unterstützung der beste-
ausbleibenden Schnee in bayerischen       über Nutzungspotenziale                                      henden Heizungsanlage in Betrieb
Wintersportgebieten.                      Der alternative Energiedienstleister                         genommen. Die durch das BHKW
     Die Herausforderungen sind ge-       Green City Energy aus München in-                            erzeugte Wärme wird direkt im Ho-
waltig und müssen rasch angegangen        formiert auch dieses Jahr Studenten                          tel genutzt, und der erzeugte Strom
werden. Touristische Akteure können       des Fachbereichs im Rahmen eines                             wird ins öffentliche Stromnetz ein-
sich also nicht darauf verlassen, dass    Vortrags der praxisbegleitenden Lehr-                        gespeist. Das Blockheizkraft wird mit
die Politik das Problem behebt. Nein,     veranstaltungen über die Handlungs-                          dem CO2-neutralen Kraftstoff Pflan-
es ist jeder Hotelier, der etwas dazu     möglichkeiten und Nutzungspoten-                             zenöl betrieben und es erzeugt etwa
beitragen kann.                           ziale der drei großen E.                                     1,1 Mio. kWh Strom und 1,6 Mio. kWh
                                              Energieeinsparung, Energieef-                            Wärme im Jahr. Damit deckt das
Chancen und Risiken                       fizienz und Erneuerbare Energien                             BHKW bereits etwa 73% des jährlichen
für die bayerische Hotellerie             – das sind die Schlüsselbegriffe für                         Wärmebedarfs von 2,2 Mio. kWh.
Sonja Obermeier, Alumni des Stu-          nachhaltig denkende Hotelmanager                                  Green City Energy plant die neue
diengangs Tourismusmanagement             der Zukunft. In dem Vortrag werden
                                              Zukun                                                    Energieversorgung, finanziert die Kos-
an der Hochschule München, hat            die Handlungsfelder aufgezeigt und
                                              Handlu                                                   ten und baut das Kraftwerk. Selbst der
die Chancen und Risiken des Klima-        durch Praxisbeispiele untermauert.
                                                 Prax                                                  Betrieb und die Instandhaltung brau-
wandels für die bayerische Hotellerie     Das Unternehmen selbst projektiert
                                               Untern                                                  chen den Hotelier in Zukunft nicht
aus einem regionalen Fokus heraus         und finanziert Energieprojekte auf
                                                 nan                                                   mehr zu sorgen.
untersucht. Dabei zeigt sie an einer      Basis erneuerbarer Energien. Ein Bei-
                                                erneu
Reihe von Praxisbeispielen auf, wel-
chen Beitrag die oberbayerischen Ho-
tels zum Klimaschutz leisten können
                                                 City
                                           Green C Energy GmbH
und dabei gleichzeitig Vorteile für das
eigene Unternehmen generieren.             Die Green City Energy GmbH wurde 2005 als
     Die Vorteile von Klimaschutz-         100%ige Tochter der Münchner Umweltschutz-
                                                      T
                                           organisation Green City e.V. gegründet. Das Un-
                                           organisat                                         am Netz – womit sie täglich zum Klimaschutz
maßnahmen durch Unternehmen las-
                                           ternehmen bündelt die zahlreichen Aktivitäten
                                           ternehme                                          beitragen und Renditen für unsere Anleger er-
sen sich sehr deutlich am Beispiel der
                                              Bereich
                                           im Bereic der erneuerbaren Energien und bie-      wirtschaften.
Energiekosten aufzeigen. Steigende
                                           tet als alternativer Energiedienstleister neben
                                                   alt                                       Der Autor hat 2003 sein Studium des Fachbe-
Kosten für Heizöl und Gas schlagen         der Direktversorgung mit umweltfreundlicher
                                               Direkt                                        reichs Tourismusmanagement erfolgreich zum
direkt auf das Betriebsergebnis durch               attraktive ökologische Geldanlagen zur
                                           Energie at                                        Dipl.-Betriebswirt (FH) abgeschlossen. Er arbei-
und reduzieren den Gewinn. Die Sen-        Beteiligung an.
                                           Beteiligun                                        tet nach einem längeren Auslandsaufenthalt in
kung der Energiekosten ist daher für                  von
                                           Mit dem v Anlegern zur Verfügung gestell-         Seattle, USA, seit Februar 2006 als Leiter Marke-
viele Hotels in Oberbayern ein wich-           Kapital
                                           ten Kapita aus Genussrechten realisieren wir      ting & HR bei Green City Energy.
tiges Thema. Laut der Diplomarbeit                   aus
                                           Projekte a den Bereichen Solarenergie, Bio-
setzten sich 33% innerhalb der letz-       gas, Wasserkraft, Windkraft und Contracting.
                                                Wass                                         Kontakt:
ten zwölf Monate sogar intensiv mit        Die bisher erfolgreich umgesetzten Projekte
                                               bishe                                         Martin Betzold, Green City Energy GmbH,
                                           wie z.B. der Solarpark Isar 2007, die Biogasan-
                                                    d                                        Tel.: 089 890668-55, martin.betzold@green-
dem Thema auseinander. Nur 2% ga-
  e
dem                i
              auseinander.
                                           lage Seckach oder 3-Wetter-Fonds sind bereits
                                                Seck                                         city-energy.de, www.greencity-energy.de


                                                                                      Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport              51
         Studium




     Klimaschutz und Nachhaltigkeit –
     Chancen für engagierte Unternehmen

                                Sonja Obermeier             In der Gesellschaft besteht ein breiter             wärmung betroffen sein wird. Dieses
                                                            Konsens darüber, dass Handlungsbe-                  doch recht breite Problembewusst-

     D     ie Auswirkungen des Klimawan-
           dels, wie Wasserknappheit, Hit-
     zewellen und Überschwemmungen,
                                                            darf besteht. Laut einer Umfrage des
                                                            BMU wollen 87% der Deutschen einen
                                                            konsequenten Umstieg auf erneu-
                                                                                                                sein hat jedoch nicht in entspre-
                                                                                                                chendem Maße zur Realisation von
                                                                                                                Klimaschutzmaßnahmen geführt.
     sind heute auf allen Kontinenten zu                    erbare Energien. 67% fordern, dass                  Nicht einmal die Hälfte gaben an, in
     beobachten und werden in Zukunft                       Deutschland in der Klimaschutzpo-                   ihrem Tätigkeitsbereich schon aktiv
     noch zunehmen. Eine Begrenzung                         litik eine Vorreiterrolle übernehmen                geworden zu sein. 4
     des Klimawandels auf eine moderate                     soll. 3 Die Attraktivität als Urlaubsort
     Erwärmung von 2°C kann nur durch                       kann langfristig nur erhalten werden,
     die Zusammenarbeit von Politik, Wirt-                  wenn der Umweltschutz eine grund-
     schaft und Bevölkerung auf interna-                    legende Rolle spielt. Dies wurde von
     tionaler Ebene erreicht werden. Die                    der Gesellschaft erkannt und sie for-
     Tourismusbranche, als Betroffener                      dert daher von der Tourismusbranche
     und Verursacher des Klimawandels,                      Lösungen und Engagement. Umwelt-
     trägt hier eine besonders große Ver-                   bewusstsein ist zu einem Megatrend                  Dieser Hintergrund bietet Unterneh-
     antwortung.                                            geworden und es wird für Branchen-                  men, die durch umfassendes Enga-
          Der durch Reiseaktivitäten be-                    teilnehmer immer wichtiger, sich als                gement eine Vorbildfunktion ein-
     dingte Verkehr, vor allem der Flug-                    nachhaltige Unternehmen zu positi-                  nehmen, hervorragende Chancen,
     verkehr, aber auch der hohe Ener-                      onieren. Touristische Anbieter setzen               sich im Markt zu differenzieren. Mit
     giebedarf von Hotels gehören zu                        Umwelt- und Klimaschutz konsequent                  der Unterstützung von ClimatePart-
     den besonders klimarelevanten Pro-                     als Argument und Wettbewerbsvorteil                 ner 5, einer Strategie- und Nachhal-
     duktbausteinen der Tourismusindu-                      ein. Touristische Dienstleistungen                  tigkeitsberatung mit Hauptsitz in
     strie. Die Attraktivität zahlreicher De-               erfahren durch den Einsatz von Kli-                 München, ist es Unternehmen der
     stinationen leidet bereits unter der                   maschutzstrategien ein innovatives                  Branche gelungen, sich durch frei-
     Erderwärmung. Bergregionen werden                      Differenzierungskriterium. Neben                    willigen Klimaschutz Marktvorteile
     zunehmendem Gletscherschwund,                          dem verantwortungsbewussten                         zu sichern. „Vermeiden – verringern
     dünneren Schneedecken und einem                        Image, dessen Wert mit der Finanz-                  – ausgleichen“ heißt der Ansatz von
     zurückgehenden Wintertourismus ge-                     krise noch gestiegen ist, bringen Kli-              ClimatePartner. Das beschreibt die
     genüberstehen. 1 Weltweit sind mehr                    maschutzmaßnahmen in den meis-                      Vorgehensweise, durch Verhaltens-
     als zwei Drittel der Korallenriffe durch               ten Fällen auch Kostenvorteile für die              änderung Emissionen schon im
     den Klimawandel bedroht und zum                        Unternehmen mit sich. Die kontinu-                  Ansatz zu vermeiden, dann durch
     Teil bereits schwer beschädigt. 2 Dies                 ierlich ansteigenden Energiepreise                  technische Verbesserungen und Effi-
     sind nur zwei exemplarische Beispiele                  machen Energiespar- und Energieef-                  zienzmaßnahmen zu verringern und
     für die zahlreichen Schäden, die De-                   fizienzmaßnahmen auch ökonomisch                     die verbleibenden, unvermeidbaren
     stinationen durch die fortschreiten-                   sinnvoll.                                           Restemissionen durch Investition in
     de Erderwärmung erleiden. Die Tou-                          Die meisten Vertreter der Tou-                 Klimaschutzprojekte zu kompensie-
     rismusbranche ist gefordert, durch                     rismusbranche sind sich darüber                     ren. Die Berechnung der Emissionen
     Emissionsminderungen und Anpas-                        im Klaren, dass sie sowohl Mitver-                  (CO2-Fußabdruck), die Auswahl und
     sungsstrategien auf das Problem zu                     ursacher als auch Leidtragende des                  der Ankauf von anerkannten Emis-
     reagieren. Der Ausbau von nachhal-                     Klimawandels sind. Eine Befragung                   sionsminderungszertifikaten und
     tigem Tourismus, der Umstieg auf                       von Tourismusexperten auf der                       deren anschließende Stilllegung sind
     klimafreundliche Verkehrsmittel, die                   41. ITB (Internationale Tourismusbör-               die Etappen auf dem Weg zur Kli-
     Nutzung alternativer Energien und                      se) ergab, dass 68% der Meinung sind,               maneutralität. Die Nachvollziehbar-
     die Kompensation von unvermeid-                        dass der Tourismus zum Klimawan-                    keit und unabhängige Prüfung des
     baren Emissionen sind Möglichkeiten                    del beiträgt. 90% der Befragten wa-                 Prozesses von der Berechnung bis zur
     für touristische Unternehmen, aktiv                    ren der Ansicht, dass der Tourismus                 Stilllegung stellen sicher, dass die Zer-
     Klimaschutz zu betreiben.                              stark oder sehr stark von der Erder-                tifikate dem Markt entnommen sind.


     1
       Vgl. http://www.ipcc.ch/SPM13apr07.pdf (10.05.07), S. 14                            4
                                                                                             Vgl. http://www.fh-eberswalde.de/_obj/764B9A88-FDBF-
     2
       Vgl. http://www.wwf.de/presse/details/news/klimawandel_killt_korallen/ (09.07.07)     43ED-8B1B- 1FFCE22DD8FA/outline/Paper_ITB_Klimawandel_
     3
       Vgl. http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/                           Tourismus.pdf (19.03.2007)
       broschuere_umweltbewusstsein.pdf (30.08.2007)                                       5
                                                                                             www.climatepartner.com


52       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                                Studium




ClimatePartner berechnete bei-           Arosa nicht nur einen nen-
spielsweise für den Feldberger Hof 6     nenswerten Gästezuwachs,
eine Treibhausgasbilanz und identi-      sondern gewann auch Touri-
fizierte den Heiz- und Strombedarf        stikpreise und wird von den
des Hotels als Hauptemissionsquel-       Medien als Vorbild in Sachen
len. Durch den Umstieg auf Öko-          Klimaschutz gelobt.
strom und eine Hackschnitzel-Anla-           Diesem Beispiel folgte          Kli ma ne utr ale r Wi nte rur lau b
ge konnte der CO2-Ausstoß um 1.300       auch Toblach , eine Touris-
                                                        9
                                                                                  Die Klimaschutzinitiative ClimatePart
                                                                                                                            ner verleiht
t jährlich reduziert werden. Mitarbei-   musdestination in Südtirol,                     im Auftrag von Arosa Tourismus
terschulungen, Förderung des ÖPNV,       die in Zusammenarbeit mit
Einkauf regionaler Produkte und der      ClimatePartner ab Sommer                    ______________________________
                                                                                                                                ___
CO2-Fußabdruck der Feldbergbahnen        2009 klimaneutrale Reisen                              diese Urkunde.

(klimaneutrales Skifahren) waren         anbieten wird. In Toblach,                Die Urkunde bescheinigt, dass die durch
                                                                                                                                    den
weitere Maßnahmen des ersten kli-        das für seine ökologische              Winterurlaub in Arosa entstehende
                                                                                                                       n CO -Emissionen
                                                                                    durch zusätzliche Klimaschutzmass
                                                                                                                            nahmen
maneutralen Hotels Deutschlands.         Ausrichtung bekannt ist,                            kompensiert wurden.
Eine überragende Medienresonanz,         wird es sowohl im Sommer,
der CMT Touristikpreis und redu-         als auch im Winter klimaf-                                          Arosa, _________________________
                                                                                                                    Arosa Tourismus
                                                                                                                    Hans-Kaspar Schwarzenbach
zierte Energiekosten sind unter an-      reundliche Reiseangebote
derem der Lohn für die Bemühungen.       geben. 2008 hat Toblach
Andere folgten diesem Beispiel, so       den Umweltpreis LEGAM-
z.B. das Bio-Seehotel Zeulenroda 7,      BIENTE für herausragende
Europas bestes Tagungshotel, das als     Leistungen im Bereich En-
erstes Hotel klimaneutrale Tagungen      ergieversorgung und Um-                  Cert 2006-458 000



anbietet.                                weltschutz erhalten.
     Auch der schweizerische Winter-         Diese Beispiele zeigen auf, wie
sportort Arosa 8, der auf eine lange     Klimaschutz im Tourismus Chan-
Tradition von klimafreundlichem          cen öffnet, indem Unternehmen der       Sonja Obermeier
Tourismus zurückblicken kann, setzt      Branche ihrer besonderen Verant-        Sonja Obermeier (Jahrgang 1977)
auf das Knowhow von ClimatePart-         wortung gerecht werden und sich         studierte an der Fachhochschule Mün-
ner. Mit einem Nachtfahrverbot,          durch gezielte Kommunikation ihres      chen Tourismusmanagement mit dem
Gratis-Ortsbussen und dem Einsatz        Engagements einen Namen machen.         Schwerpunkt Hospitality-Management.
erneuerbarer Energien hat die Des-       Quantitative Reduktionsergebnisse,      Sie schrieb ihre Diplomarbeit über
tination schon zahlreiche Maßnah-        Medienpräsenz, Kundenzuspruch           Klimaschutz in der oberbayerischen
men für den Klimaschutz umgesetzt.       und erhöhte Nachfrage sind die über-    Hotellerie. Seit Mai 2008 ist sie bei der
Mit klimaneutralen Winterpauscha-        zeugenden Argumente für Tourismu-       Klimaschutzberatung ClimatePartner
                                                                                 mit Hauptsitz in München als Consul-
len und einer gezielten Nachhal-         sunternehmen, im Klimaschutz aktiv
                                                                                 tant tätig.
tigkeitskommunikation erreichte          zu werden.


6
    www.feldberger-hof.de                8
                                             www.arosa.ch
7
    www.seehotel-zeulenroda.de           9
                                             www.toblach.info




                                                                                                                                                   Anzeige




                                                                                                      Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport          53
      Studium




     Was bringt die Zukunft dem Tourismus?
     Branchen-Szenarien für das Jahr 2028

                            Thomas Bausch        häufigsten behandelten Mega-Trends.       ten Mega-Trends (35 = 243) die für
                                                 Allerdings beziehen sich die Klima-      die Zukunftsanpassung relevanten

     D     ie Zukunft einzelner Teilbranchen
           im Tourismus war Gegenstand
     eines intensiven Kompaktseminars im
                                                 modelle noch immer auf recht grobe
                                                 räumliche Raster (200 km x 200 km)
                                                 und werden mittels Zusatzmodel-
                                                                                          Kombinationen zu identifizieren. So
                                                                                          gibt es Kombinationen, die sich aus-
                                                                                          schließen: Eine maximale Energie-
     Wintersemester 2008. Die Identifikati-       le auf Quadrate zu 10 km x 10 km         verfügbarkeit geht sicherlich nicht
     on der wichtigsten Mega-Trends und          regionalisiert. Sie treffen ihre Aus-    mit einem sehr niedrigen technolo-
     deren Auswirkungen auf Studienrei-          sagen vor dem Hintergrund verschie-      gischen Fortschritt einher. Zudem
     severanstalter, den Low-Cost Sektor,        dener Entwicklungsszenarien und be-      war jeweils abzuwägen, welche Fak-
     Wellnesshotellerie und alpine Winter-       ziehen sich auf die weitere Zukunft,     toren für die jeweilige Branche för-
     sportdestinationen stand im Fokus der       d.h. auf einen Zeitraum von 2050         derlich oder eher hinderlich sind. Für
     Arbeit. Fazit aller Teilnehmer, d.h. Stu-   und später. Für 2028 ist daher we-       die Gesundheits- und Wellnesshotel-
     dierender wie Professoren: „Wir haben       niger der absolute Klimawandel als       lerie ist der demografische Wandel bis
     viel über Zusammenhänge und die Zu-         vielmehr die Verhaltensänderung des      zum Jahr 2028 eher erfreulich: Mehr
     kunft gelernt!“                             Verbrauchers wie auch die geänderte      ältere Menschen fragen auch mehr
                                                 Rahmensetzung durch den Gesetz-          Gesundheitsvorsorgeangebote nach.
     Welche Trends bestimmen                     geber zum Klimaschutz von Bedeu-         Für alpine Wintersportregionen da-
     unsere Branchen-Zukunft?                    tung. Lediglich für die Teilbranche      gegen muss davon ausgegangen wer-
     Globale und gesellschaftliche Mega-         der Wintersportorte kann es in nied-     den, dass die Nachfrage nach Skifah-
     Trends, die man selbst nicht maßgeb-        rigeren Lagen teilweise schon zu einer   ren aus den Stammquellmärkten
     lich beeinflussen kann, verändern die        faktischen Veränderung der Schneesi-     stagniert oder nachlässt. Für die Stu-
     Rahmenbedingungen der Wirtschaft.           cherheit kommen.                         dierenden war gerade die Auseinan-
     Zur Vorbereitung auf das viertägige             Das Beispiel zeigt, dass die Wir-    dersetzung mit den komplex ver-
     Intensivseminar mussten die Teil-           kung räumlich und für jede Teilbran-     netzten Einflussfaktoren spannend
     nehmerinnen und Teilnehmer Mega-            che unterschiedlich ausfallen kann.      und lehrreich. Sie hatten Abhängig-
     trends identifizieren. Für die Touris-       Da die einzelnen Trends nicht unab-      keiten zu erkennen und deren Dyna-
     muswirtschaft erschienen dabei vor          hängig voneinander sind, fällt die Dy-   mik auf plausiblen Annahmen basie-
     allem von Interesse                         namik innerhalb eines Trends je nach     rend in ihrer Wirkung abzuschätzen.
     ■ Demografie                                 Annahmen unterschiedlich aus. Ein        Viel bislang Erlerntes kam in kombi-
     ■ Energieverfügbarkeit und Preise           starker technologischer Fortschritt      nierter Form zur Anwendung.
     ■ Klimawandel                               kann bei Verkehrsmitteln zu einer bes-
     ■ technologischer Fortschritt               seren Energieeffizienz und damit zu       Was bringt nun die Zukunft
     ■ Sicherheitslage                           bezahlbaren Energiepreisen führen.       dem Tourismus?
                                                 Dies mindert in Folge den Energiever-    Beim Umgang mit der Zukunft han-
     Zu diesen Mega-Trends galt es, um-          brauch, sichert die Energieverfügbar-    delt es sich um Managemententschei-
     fassende Informationen zusammen-            keit und bremst den Klimawandel.         dungen unter Unsicherheit. Was die
     zutragen: Vergangenheitsdaten, aktu-                                                 Zukunft bringt, wurde teils sehr kon-
     eller Zustand wie auch Vorhersagen für      Szenarien helfen, den Entwick-           trär diskutiert. Die Gruppe der Winter-
     die kommenden 20 bis 30 Jahre. Hier-        lungskorridor abzustecken                destinationen arbeitete heraus, dass
     zu wurden Studien von Forschungs-           Durch den hohen Grad der Unsicher-       bis zum Jahr 2028 der demografische
     instituten, Aussagen der Zukunftsfor-       heit der Entwicklung behilft man         Wandel weit mehr Bedeutung hat als
     schung, amtliche Statistiken, aber auch     sich damit, die Trendkombinationen       der Klimawandel in seinen unmittel-
     Ergebnisse von Expertenbefragungen          zu ermitteln, die einerseits plausi-     baren Auswirkungen. Dieser wird sich
     und daraus abgeleitete politische Stra-     bel sind und andererseits eine Ober-     aber indirekt niederschlagen, da die
     tegiepapiere herangezogen.                  grenze (=„Maximum Szenario“), ei-        Politik gegensteuern und damit nicht
                                                 nen Mittelweg (=„Average Szenario“)      regenerative Energie teurer wird. Zu-
     Dynamik und Wirkung von                     oder aber eine Untergrenze (=„Mi-        dem ist sehr wahrscheinlich, dass ein
     Trends fallen unterschiedlich aus           nimum Szenario“) beschreiben. Die        Teil der Gesellschaft sich „klimakor-
     Die Dynamik und Vorhersagegenau-            Studierenden waren mit der Aufgabe       rekt“ verhalten will und daher Ange-
     igkeit zu den genannten Trends dif-         konfrontiert, aus allen denkbaren        bote, die energetisch ineffizient sind,
     ferieren erheblich. Der Klimawandel         Maximal-, Average- und Minimum-          ablehnt. Im Billigpreissektor wurde
     ist derzeit in den Medien einer der am      Kombinationen der fünf genann-           lebhaft diskutiert, ob nicht Deutsch-

54     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                Studium




land als Reiseziel auch zum Pau-          war es ein voller Erfolg. Bis zum frü-
schal-Billigmarkt tendiert. Bei Studi-    hen Nachmittag wurden in der Grup-
enreisen bestand Einigkeit, dass trotz    pe Sport getrieben, bestehende Kon-
technologischen Fortschritts sich di-     takte vertieft oder neue geknüpft.
ese nicht virtualisieren lassen. Die      Doch ab 16:00 Uhr wurde täglich bis
Wellnesshotellerie wiederum kann          weit nach 22:00 Uhr gearbeitet. Dabei
sich auf steigende Nachfrage freuen.      ließen sich viele Studierende von der
Doch wurde lebhaft um die Frage ge-       fortgeschrittenen Uhrzeit nicht brem-
rungen, wie eine präzise Wellnessde-      sen und vergaßen über ihre Diskussi-
finition der Zukunft aussehen muss,        onen die Zeit. Kleingruppen zu sechs     Neue Lernform
um sich nicht in der Beliebigkeit zu      Studierenden unter Anleitung eines       Die Fakultät plant, diese Lernform weiter auszubauen.
verlieren.                                Professors erlebten ein intensives       Dabei sollen auch Studierende anderer Hochschulen
                                          und produktives Lernen. Aber auch        mitwirken können. Erste positive Versuche wurden hier
Neue Lernform hat sich bewährt            die Professoren gewannen durch das       bereits in den letzten Jahren im Winter mit der Freien
und soll weiterentwickelt werden          Zusammenfügen der Informationen,         Universität Bozen und im Sommer mit ITHAS (Inter-
Fahren 24 Studierende und vier Pro-       Prognosen und durch die Diskussion       national Tourism and Hospitality Academy at Sea,
fessoren in ein Skigebiet für ein Zu-     neue Einblicke.                          vgl. http://tr.fh-muenchen.de/ithas/activity.htm)
kunftsseminar, so ist die Skepsis groß,                                            gemacht. In Master-Programm soll daher diese Idee
                                                                                   weiterentwickelt werden.
ob es sich nicht nur um einen Spaß-
ausflug handelt. Rückblickend jedoch




                                                                                     Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport          55
      Studium




     Doppelabschluss für Nachwuchsführungskräfte


          Ein Gespräch mit Silke Leimser,
                  ACCOR Hospitality und
     Axel Gruner, Fakultät für Tourismus,
          zum Thema „  Verbundstudium“.



     A   CCOR Deutschland kooperiert
         seit dem Wintersemester 2008/
     2009 mit der Fakultät für Tourismus
     der Hochschule München im Rah-
     men eines Verbundstudiums.

     Passport: Was ist unter einem Verbund-
     studium zu verstehen?
     Prof. Dr. Axel Gruner: Das siebensemes-
     trige Studium an der Fakultät für Tou-
     rismus wird mit einer Ausbildung zum
     Hotelfachmann/Hotelfachfrau (IHK)         Hoteldirektoren teilnehmen, wur-         Passport: Die ersten drei Teilnehmer     Silke Leimser,
                                                                                                                                 ACCOR Hospitality
     kombiniert. Somit erlangen die Stu-       den drei Bewerber ausgewählt, die        sind seit Oktober 2008 in den Mercure
     dierenden innerhalb von viereinhalb       sich anschließend noch einmal wäh-       Hotels beschäftigt. Könnten Sie ab-      Axel Gruner,
     Jahren zwei angesehene Abschlüsse.        rend eines Kurzpraktikums von der        schließend noch etwas zu den Erfah-      Fakultät
                                                                                                                                 für Tourismus
                                               richtigen Berufswahl überzeugen          rungen sagen, die Sie bisher gemacht
     Passport: Was hat ACCOR veranlasst,       konnten.                                 haben?
     Studienplatzinhabern dieses Angebot       Die Studierenden werden während          Silke Leimser: Unsere Hoteldirektoren
     zu unterbreiten?                          des ersten Jahres in einem Mercure       waren schon während des Castings
     Silke Leimser: Durch die enge Verzah-     Hotel ausgebildet und beginnen dann      von den hoch motivierten Bewer-
     nung von Studium und Ausbildung           mit dem Studium. Nach drei Jahren        bern begeistert. Dieser Eindruck hat
     möchten wir gezielt Nachwuchsfüh-         erfolgt die Prüfung vor der IHK, das     sich während der ersten Wochen im
     rungskräfte für die zweite Reihe ent-     Studium kann nach weiteren ein-          Hotel mehr als bestätigt und wir sind
     wickeln. Zudem haben wir momentan         einhalb Jahren mit einem Bachelor        sehr zuversichtlich, dass die Drei das
     oftmals das Problem, dass besonders       of Arts (BA) im Tourismusmanage-         anspruchsvolle Studium sowie die in-
     fähige Auszubildende nach dem Ende        ment abgeschlossen werden. ACCOR         tegrierte Ausbildung sehr gut meis-
     der Ausbildung kündigen, um noch          zahlt während der betrieblichen Aus-     tern werden.
     ein Studium aufzunehmen. Diesem           bildung eine Ausbildungsvergütung
     Zustand möchten wir sozusagen prä-        und übernimmt zudem auch die             Passport: Wir danken für das Gespräch.
     ventiv begegnen.                          Studiengebühren. Denkbar ist selbst-
         Mit der Fakultät für Tourismus        verständlich auch, das Verbundstudi-
     kooperieren wir schon seit mehreren       um auf unsere anderen Hotelmarken
     Jahren eng und haben in diesem Zu-        auszudehnen.
     sammenhang die hervorragend aus-                                                   Die Interviewpartner
     gebildeten Praktikanten und Absol-        Passport: Ist eine Ausweitung des        Dr. Axel Gruner ist seit November 2004 Professor für Hos-
     venten schätzen gelernt.                  Programms auf andere Hotelgesell-        pitality- Management an der Hochschule für angewandte
                                               schaften geplant?                        Wissenschaften München, Fakultät für Tourismus.
     Passport: Wie läuft das Verbundstudi-     Prof. Axel Gruner: Derzeit stellen wir   Er verfügt über langjährige operative Erfahrung in der
     um konkret ab?                            im Rahmen des Verbundstudiums für        internationalen Hotellerie, zuletzt als geschäftsführender
     Silke Leimser: Das Immatrikula-           die Hotellerie und die Touristikbran-    Direktor eines Ferienhotels auf Teneriffa.
     tionsamt der Hochschule macht             che jeweils zehn Studienplätze zur       Kontakt: axel.gruner@hm.edu
     erfolgreiche Bewerber um einen            Verfügung. Um eine möglichst hohe
                                                                                        Silke Leimser studierte selbst Tourismusmanagement an
     Studienplatz auf das integrierte Stu-     Qualität des Programms zu gewähr-
                                                                                        der Hochschule München und ist seit September 2007
     dienangebot aufmerksam.                   leisten, werden wir maximal mit fünf
                                                                                        für den Bereich Personalmarketing bei der ACCOR Hotel-
         Im Rahmen eines Castingtages,         Hotelgesellschaften kooperieren. In-
                                                                                        lerie Deutschland zuständig.
     an dem unter anderem Mitarbeiter          teressierte Unternehmen können ger-      Kontakt: silke.leimser@accor.com
     aus der Personalentwicklung und           ne mit mir in Kontakt treten.

56     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                                   Studium

                                                                                                              Ich bin se
                                                                                                         ich den Sch hr froh darüber, d
                                                                                                     duale Ausb        ritt gewa               ass
                                                                                                                  ildung zu        gt habe, m
                                                                                                  triebliche                                    ich für die
                                                                                                              Ausbildun bewerben. Da die
   Stimmen aus der Praxis                                                                       ich in me
                                                                                              umfangre
                                                                                                            inem Ausb
                                                                                                           ic
                                                                                                                           g stark ve
                                                                                                                                      rk
                                                                                                                         ildungsbe ürzt ist, werde
                                                                                                                                     trieb bere
                                                                                                                                                     be-

                                                                                             und veran h gefördert und be                        its jetzt
                                                                                                         twortung                   k
                                                                                           wohl ich                  svolle Aufg omme interessante
                                                                                                      erst sehr                    aben übe
                                   Frau Fürbeck                                            Erfahrung             kurz                         rtragen, o
                                                                                                       en, die ich Teil des Teams bin                       b-
                                                      n                                                                                      . Die tägli
                           un d Frau Coldewe habe                                          und ich fr
                                                                                                       eue mich
                                                                                                                    mache, b
                                                                                                                               ringen m                    chen
                     sich extrem schne   ll eingearbeitet und                               Diese hoh              jede
                                                                                                        e Herausf n Tag darüber, so v
                                                                                                                                          ich schne
                                                                                                                                                       ll voran
                                                            ig ein-
                                     an sehr eigenständ                                      Tourismu               orderung                   iel zu lern
               konnten von Beginn             h sehr gut integriert
                                                                                                        smanage
                                                                                                                    men
                                                                                                                                , gekoppe
                                                                                                                                           lt mit dem n.
                                                                                                                                                            e
                                  haben sic                                                   nen Auge
            gesetzt werden. Sie                                 bin ganz                                  n Wegbere t-Studium, sind in
                                      Teams geworden. Ich                                      Zukunft.                iter für ein              mei-
           und  sind schnell Teil des          als auch Ausbildung
                                                                      er-                                                           e erfolgre
                                                                                                                                                iche
                                hl Studium,
          sicher, dass sie sowo                          sie später ihr
                                 rden und hoffe, dass                                                        Mercure H                 Carina Fürb
        folgreich beenden we                        r Verfügung stellen.
                                                                                                                          otel Münch                eck
                             unserem Konzern zu
                                                                                                                                    en City Ce
                                                                                                                                               nter
        hohes Fachwissen                               da es in idealer Weise
                              halte ich für optimal,
        Das duale Studium                               gen Leuten die
                                 rbindet und den jun
         Praxis und Theorie ve                kunft bietet. Diesen
                                                                     Ausbil-
                                  für die Zu
           allerbesten Chancen                            iter ausbauen.
                                 wir in der Zukunft we
            dungsgang sollten                                          hel
                                                            Henning Mic
                                                        re München City/
                               Direct eur Délégué Mercu         ektor
                                            Unterschleißheim Dir
                                                            Center
                               Mercure   Hotel München City


                                                                                                                 der
                                                                                                    Studium o
                                                                                                                  bereitet
                                                                                             Ausbild ung? Was            tere
                                                                                                    ideal a uf das spä           r
                                                                                       einen nun                   etwas meh
                                                                                                      reits nach
                                                                                      Leb en vor? Be          n ich ein  deutig
                                                                                                 Monat kan         ation ist. Ic
                                                                                                                                 h bin
                                                                                     als einem         ie Kombin                      keit
                                                                                    sagen  , dass es d        ass mir   die Möglich
                                                                                               ig dankbar, d               en  wird und
                                                                                    wahnsinn                 ung gegeb erz le-
                                                                                                 en Ausbild               sH
                                                                                    einer solch              r jedem an
                                                                                                  n Weg nu           dung von
                                                                                                                                 the-
                                                                                     kann diese
                                     l,
                             g Miche City/
                    d Hennin                                                                             ale Verbin
   Carina Fü élégué M
                                     en
            rbeck un ercure Münch otel                                                gen.  Eine optim bswir tschaftlichem
                            r Mercu
                                    re H                                                             betrie
            rD
   Directeu ißheim Direkto                                                             oretischem          xiserfahru
                                                                                                                        ng .
             le
    Untersch ity Center                                                                 Wis  sen und Pra               ina Coldew
                                                                                                                                 e
            nC                                                                                                       arM
    Münche                                                                                                                     Center
                                                                                                            el M   ünchen City
                                                                                                Mercure Hot




                                                                                                      Ich denke,
                                        hon
                           r hat uns sc n Quali-                                                  dass dieses duale Studien-
             Frau Präge            von ihre
                        arbeiten                 it gutem
                                                                                            programm für alle sehr vorteil-
        beim Probe                 lb wir sie m                                         haft ist. Wir als junge Studenten ha-
                    e ugt, wesha             einsetzen
    täten überz                r Rezeption              t, dass
                                                                                       ben so die Möglichkeit, während unserer
                  leich an de            ben gezeig
   Gewissen g                Wochen ha
                                                                                     Ausbildung die Praxis kennen zu lernen
                ie letzten               ar: Sie hat
                                                       sich
  konnten. D               cheidung w                     fgaben
                                                                                    und diese mit der entsprechenden Theorie
 dies die richtige Ents           tert sch wierige Au                             im Studium in Verbindung zu bringen. Somit
                     t und meis                       n, dass die
schnell ein
             geleb                    mit bewiese der Hoch-                      können wir uns schnell weiterentwickeln, lernen,
                        räger hat so         urismus
mit Bra vour. Frau P           kultät für To as Unterneh-
                                                                                über unsere Grenzen hinauszuwachsen und un-
             de  nten der Fa               für d                                sere Persönlichkeit zu entfalten. Wir haben nach
dualen Stu                   n Mehrwert R sind. Darüber
 schule Mü    nchen eine               ACCO
                                                                                 4,5 Jahren Ausbildung und Studium einen Dop-
                         ukunft von              Hotels eine                      pelabschluss in der Tasche und können schon
  men u  nd für die Z             nten in den
                    n die Stude                        ft unent-                   jede Menge Arbeitserfahrung nachweisen.
   hinaus lern
                   e                    sere Zukun
                     r ihre und für un                                              Vor allem im Dienstleistungssektor ist dies
     Basis, die fü                                Serge Cauran
                                                               t                     sehr wichtig und die beste Voraussetzung
       behrl  ich ist.                        N euperlach Sü
                                                             d                        für eine gesicherte Zukunft.
                                       ünchen
                           cure Hotel M
               Direktor Mer                                                                                         Tina Präger
                                                                                          Mercure Hotel München Neuperlach Süd




                                                                                                                                        Tina Präger
                                                                                                                                                    und Serge
                                                                                                                                        Direktor M             Caurant,
                                                                                                                                                   ercure Hot
                                                                                                                                        Neuperlac             el München
                                                                                                                                                  h Süd
                                                                                              Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                        57
      Studium




     HDV vergibt Wissenschaftspreis Hotellerie –
     Zweimal erster Platz für Absolventen der
     Fakultät für Tourismus, Hochschule München

                           Dr. Axel Gruner      nagement-Instrument für die Umwelt-
                                                orientierung in der internationalen

     B    ad Honnef. Eine Fakultät, zwei
          Preisträger: Absolventinnen der
     Fakultät für Tourismus der Hochschu-
                                                Hotellerie“. Darin setzte sie sich mit
                                                der Umweltinitiative „we care!“ der
                                                Hilton Hotels Corporation auseinan-
     le München haben beim HDV-Wissen-          der, die das Ziel hat, den Verbrauch
     schaftspreis Hotellerie abgeräumt. Ilka    von Ressourcen, insbesondere Was-
     Cremer gewann in der Kategorie pra-        ser und Energie, in den europäischen
     xisorientierte Arbeiten, Claudia Sun-      Hilton Hotels deutlich zu reduzieren.
     derkamp ist Siegerin der wissenschaft-     Zentrale Problemstellung der Dip-
     lich/theoretischen Arbeiten. Den Preis     lomarbeit war die Erarbeitung einer
     hatte die Hoteldirektorenvereinigung       Balanced Scorecard zur Umsetzung
     Deutschland e.V. (HDV) für die besten      dieser Umweltstrategie. Eine we-
     Absolventen deutscher Studiengänge         sentliche Erkenntnis der Arbeit war,
     im Bereich Hotelmanagement aus-            dass betriebliche Umweltorientie-
     geschrieben. Unterstützt werden die        rung und wirtschaftlicher Erfolg zu-       Als Verfasserin der zweitbesten wis-     Foto von links:
                                                                                                                                    Claudia Sunder-
     Preise von den Unternehmen progros         sammenhängen. Sunderkamp absol-            senschaftlich/theoretischen Arbeit
                                                                                                                                    kamp, Prof. Dr.
     Einkaufsgesellschaft und Micros Fide-      vierte nach dem Studium zunächst           wurde Silvia Buslei (24) prämiert.       Axel Gruner und
     lio. Die Sieger dürfen ihr Wissen an der   ein Trainee-Programm bei dem in-           Sie hatte sich an der Internationa-      Ilka Cremer

     Cornell University (USA) vertiefen.        ternationalen Hotelimmobilienbera-         len FH Bad Honnef mit dem Thema
          Die Preisverleihung des von der       ter Jones Lang LaSalle Hotels in Mün-      „Telecommunication Innovations in
     Hoteldirektorenvereinigung zum             chen, worauf im Anschluss eine Stelle      the Hospitality Industry“ beschäftigt.
     zweiten Mal vergebenen Wissen-             als Assistant Development Manager          Buslei fing im Anschluss an das Studi-
     schaftspreises fand am 12. April 2008      bei der Lindner Hotels Real Estate         um im Hilton Düsseldorf an und setzt
     anlässlich der HDV-Jahrestagung im         GmbH folgte.                               ihre Kenntnisse dort als Sales-Coordi-
     Tagungs- und Eventhotel Hotel Frei-             Dr. Axel Gruner, Professor für Hos-   nator ein.
     zeit Inn in Göttingen statt.               pitality-Management: „Unsere Fakul-            Die Gewinner erhalten einen ein-
          Ilka Cremer (29), Gewinnerin des      tät ist sehr stolz darauf, dass unsere     wöchigen Aufenthalt während der
     HDV Wissenschaftspreises in der Ka-        Absolventinnen gleich in beiden Ka-        Sommerkurse an der Cornell Uni-
     tegorie praxisorientierte Arbeiten, ist    tegorien gewonnen haben; der Erfolg        versity in Ithaca, New York, inklu-
     derzeit Management-Trainee bei der         beweist, dass wir zu den führenden         sive Flug und Aufenthalt auf dem
     Compass Group Deutschland. In ih-          Hochschulen im Bereich Hospitality-        Cornell-Campus. Die beiden Zweit-
     rer preisgekrönten Diplomarbeit un-        und Touristikmanagement gehören.           platzierten können sich über einen
     tersuchte sie die Ausbildungsquali-        Der Schlüssel zum Erfolg ist der kon-      dreitägigen Cornell-Kurs inklusive
     tät der Hotelgesellschaften ACCOR          tinuierliche Austausch mit der Praxis,     Übernachtungen in Brüssel freu-
     und Dorint. Dafür wurden in einer          welcher sich in unseren innovativen        en. Neben der Hoteldirektorenver-
     empirischen Studie 2.105 Auszubil-         Studieninhalten niederschlägt. Der         einigung Deutschland unterstützen
     dende, Hoteldirektoren und Ausbil-         ab dem kommenden Jahr angebote-            die progros Einkaufsgesellschaft so-
     der deutschlandweit befragt. Zent-         ne Hospitality Management-Master           wie das Hotelsoftwareunternehmen
     rales Ergebnis der Arbeit war die Er-      ist beispielsweise ein weiteres Resul-     MICROS-Fidelio die Preisträger.
     kenntnis, dass die Qualität der be-        tat dieses Dialogs.“                           Für den Preis konnten sich Ab-
     trieblichen Ausbildungsmaßnahmen                Den zweiten Platz in der Kategorie    solventen von Universitäten, Fach-
     größtenteils positiv beurteilt wurde,      praxisorientierte Arbeiten erreichte       hochschulen, Berufsakademien oder
     während im Bereich der Berufsschul-        Nico Dannenbring (28) von der WIHOGA       Fachschulen der Fachrichtung Hotel-
     ausbildung signifikante Defizite be-         Dortmund mit dem Thema „Hotelpro-          lerie/Hospitality bewerben, die ihre
     stehen.                                    jektentwicklung“. Er ergänzt mittler-      Abschlussarbeiten zwischen Herbst
          Claudia Sunderkamp (26) bekam         weile sein Fachschulwissen durch ein       2006 und Herbst 2007 abgeschlos-
     die Auszeichnung für ihre Diplomar-        Business Management-Studium an             sen und damit mindestens die Note
     beit „Die Balanced Scorecard als Ma-       der Fachhochschule Osnabrück.              2,0 erzielt hatten.

58     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                                                 Studium




Erfahrungsberichte der Gewinnerinnen
D    ie progros Einkaufsgesellschaft
     sowie das Hotelsoftwareunter-
nehmen MICROS-Fidelio ermöglich-
                                                                    Curacao, Karin aus Holland, Mariah
                                                                    von Hawaii, Kiko aus Japan und ich,
                                                                    Ilka, aus Deutschland. Schnell und
                                                                                                                                      Vorlesung „Leading & Motivating in
                                                                                                                                      the Real World“, unser Denkmuster im
                                                                                                                                      Sinne des „paradigm shifting“ zu ver-
ten einen unvergesslichen Aufent-                                   unkompliziert entwickelte sich ein                                ändern. Die PDP-Helfer zeigten uns
halt an der Cornell University, Ithaca,                             Gespräch und jeder fühlte sich wohl                               bei einer Campus-Führung die his-
den die beiden Preisträgerinnen in                                  in dem bunten Gemisch aus Leuten,                                 torischen und akademischen High-
den beiden nachfolgenden Berichten                                  Dialekten, Erfahrungen und Erwar-
selbst schildern:                                                   tungen.
                                                                                                                  Information:
                                                                         Dieses erste Erlebnis war bezeich-
Ilka Cremer, Gewinnerin des HDV                                     nend für die Woche, der ich entgegen-         Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. (HDV)
Wissenschaftspreises in der Kategorie                               sah, und es zeigt wunderbar die Viel-         mit Sitz in Bad Honnef wurde im Jahr 1981 gegründet
praxisorientierte Arbeiten                                          falt an Nationen und Menschen auf,            und zählt heute mehr als 132 Hoteldirektoren sowie
                                                                                                                  46 fördernde Mitglieder.
                                                                    die in Cornell während der Sommer-
Ausflug in das amerikanische Stu-                                                                                  Die HDV bündelt fachliche Kompetenzen der Führungs-
                                                                    monate studieren. So vielfältig wie die
dentenleben – sechs Tage an der Cor-                                                                              kräfte in der Hotellerie, unterstützt ihre Mitglieder bei
                                                                    Menschen selbst, so breit gefächert           der Bewältigung ihrer Aufgaben und engagiert sich sehr
nell University in Ithaca, New York                                 waren auch die Gründe, aus denen              stark im Nachwuchsbereich.
Eine Gegebenheit, ja im Grunde mein                                 die Leute nach Ithaca reisten. Einige
erstes Erlebnis in Cornell, ist mir ganz                            hatten vor, sich selbstständig zu ma-
besonders in Erinnerung geblieben.                                  chen, andere wollten das Hotelbusi-                HDV
Als ich am ersten Kurstag zum Früh-                                 ness ihrer Eltern übernehmen, man-           Wissen schaftspreis
stück ins Foyer der Statler Hall der                                che wurden von ihrem Arbeitgeber                   Hotellerie
Cornell School of Hotel Administra-                                 zur Weiterbildung geschickt und ei-
tion kam, erwartete mich ein reich-                                 nige kannten Cornell bereits aus dem                              lights der Cornell University und an
haltiges amerikanisches Frühstücks-                                 Studium, wohl wissend um die Qua-                                 den Abenden traf man sich mit den
büffet. Ich versorgte mich mit Bagel                                lität dieser Bildungseinrichtung. Und                             anderen Studenten des Programms
und Muffin und stellte mich an einen                                 dann gab es da noch zwei Gewinne-                                 zum BBQ oder auf ein Glas Wein in
der vielen Stehtische, an dem bereits                               rinnen des HDV Wissenschaftspreises                               College Town oder auf der Veranda
ein junger Mann seine morgendliche                                  aus Deutschland, die das Privileg hat-                            der Town Houses, in denen wir wäh-
Koffeinration zu sich nahm. Wie                                     ten, eine solche Fortbildungsmöglich-                             rend unseres Aufenthaltes unterge-
sich herausstellte, hieß dieser junge                               keit wahrzunehmen.                                                bracht waren.
Mann Dudley, kam aus Indien und                                          In den folgenden sechs Tagen                                     Beeindruckend war auch die
sah ebenfalls seinem ersten Kurstag                                 lernte ich viele weitere interessante                             traumhafte Umgebung, in der man
des Professional Development Pro-                                   Menschen, darunter Studenten, Pro-                                in Cornell studiert. Der Cayuga Lake,
gramms entgegen. Nach und nach                                      fessoren und Organisatoren des Pro-                               einer der Finger Lakes, ist nur einen
gesellten sich weitere Teilnehmer                                   gramms kennen. Im Kurs „Strategies                                Katzensprung entfernt, und durch
hinzu, stellten sich vor und ehe ich                                for Inspired Leadership“ diskutier-                               das gesamte Campus-Gelände zie-
mich versah, war ich von Leuten aus                                 ten wir über Motivations- und Füh-                                hen sich Wasserfälle, kleine Flüsse
allen Teilen der Welt umgeben. Da                                   rungsansätze für Mitarbeiter und                                  und man ist umgeben von herrlicher
waren Dominique aus LA, Steven aus                                  Professor Perry ermutigte uns in der                              Natur. Allein der morgendliche Fuß-

                                                                                                                                                                       Anzeige



                                                                         Axel Gruner:

             Axel Grun er (Hrs
             Wald emar Berg
                               g.)                                       Management-Lexikon
             Chris tian Buer
             Marc o A. Gardi
             Mario Maxe iner
                             ni
                                                                         Hotellerie & Gastronomie
              M an ag em en t-
              Le xi ko n                     H O S P I TA L I T Y
                                             MANAGEMENT                  403 Seiten, 14,8 x 21,5 cm, Best.-Nr.: 100511, 58,– Euro
              Hotellerie &                                               Matthaes Verlag, Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag
              Gastronomie                                                www.matthaes-shop.de

                                                                         Aus dem Inhalt: Das Fachlexikon gibt Auskunft zu: Allgemeine Betriebswirtschaft, Sales, Marketing,
                                                                         Dienstleistungs- und Qualitätsmanagement, Front Office Management, F & B Management, Perso-
                                                                         nalmanagement, Hoteleinkauf, Reiseveranstalter, Reisemittler, Hotelcontrolling, Hotelentwicklung,
                   DEUTS CHER FACH
                                   VERLA G                               Hotelinvestition und -finanzierung.
                                                                         Zielgruppen: Auszubildende, Studierende, Lehrende und Praktiker



                                                                                                                    Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                59
      Studium




     weg von den Town Houses über die          Diskussionen, Rollenspiele, Projektar-   Die „RedShirts“ sorgten von der Auf-
     Brücke bei den Wasserfällen bis hin       beiten, Case Studies und „Frontalvor-    nahme des „Klassenfotos“ in jedem
     zur Statler Hall war traumhaft schön.     lesungen“ wechseln einander ab.          Kurs über die Erstellung von Adress-
     In dieser Umgebung fiel es leicht, Stu-        Am ersten Tag fand ich mich          listen aller Kursteilnehmer bis zu der
     dium und Erholung miteinander zu          nach einem Frühstück während der         Verteilung der Teilnahmezertifikate
     verbinden!                                Registrierung im Kurs „Hotel Plan-       für alles und waren dabei immer
         Die beschriebenen Eindrücke und       ning and Design“ wieder. Ich setzte      hilfsbereit und freundlich – wirklich
     Erlebnisse haben den Cornell-Aufent-      mich in den nächsten Tagen intensiv      perfekt. Ausflugs- und Ausgehtipps
     halt lehrreich und unvergesslich für      mit Architektenplänen auseinander        fehlten natürlich auch nicht. Wäh-
     mich gemacht. Ich habe mein Wis-          und lernte Architektenhieroglyphen       rend meines Aufenthalts besuchte
     sen in Bezug auf Personalführung          zu deuten und zu verstehen, entwarf      ich die ca. vier Stunden entfernt ge-
     und Mitarbeiterentwicklung ver-           maßstabsgetreu eine Hotelsuite und       legenen Niagara Falls und einige der
     tieft, konnte internationale Freund-      ein F&B-Outlet und erkannte die rich-    für die Gegend bekannten Wasserfälle
     schaften schließen und bin sehr           tigen Größenrelationen von Küchen        und die umliegenden Seen der Finger
     glücklich, dass mir diese tolle Erfah-    und Restaurants, Bankett- und Lager-     Lakes-Region.
     rung ermöglicht wurde. Deshalb gilt       räumen, Zimmerzahlen und Aufzugs-             Die zweite Woche begann mit
     abschließend mein ganz besonderer         größen. Der Kurs „Fundamentals of        dem Kurs „Hotel Asset Management“,
     Dank der HDV und selbstverständlich       Hotel Investment“ ließ mich endlich      in dem ich lernte, dass Asset Manage-
     meinem Sponsor, MICROS Fidelio,           meinen Taschenrechner hervorkra-         ment im eigentlichen Sinne nicht nur
     vertreten durch Frau Grafe-Storost!       men, neben aktueller Finanzierungs-      Zahlenkontrolle und operative Emp-
     Herzlichen Dank!                          strukturen und unterschiedlicher         fehlungen umfasst, sondern viel stra-
                                               Bewertungsverfahren verhandelten         tegischer angesiedelt ist. Themen wie
     Claudia Sunderkamp, Gewinnerin des        wir in Gruppen Managementverträ-         Risikoanalyse, Portfoliomanagement,
     HDV Wissenschaftspreises in der Kate-     ge und versuchten, als Eigentümer        Highest and Best Use Benchmarking,
     gorie „wissenschaftlich-theoretische      und Betreiber für beide akzeptable       Budgeting von Capital Expenditure
     Arbeiten“                                 Kompromisse zu finden – sehr reali-       und nicht zuletzt Exitstrategien wur-
                                               tätsnah.                                 den als Teil dieser Aufgabe bespro-
     Zwei Wochen voller neuer Erfah-               An jedem ersten Abend eines          chen. Der letzte Kurs war „Advanced
     rungen am beeindruckenden                 Kurses findet ein Cocktailempfang auf     Hotel Investment“, der unter anderem
     Campus der Cornell University             der Terrasse des Statler Hotels statt,   die Wichtigkeit der Reinvestitionsrate
     Nach meiner Ankunft auf dem Cam-          eine der vielen Gelegenheiten, sich      in Hotelbewertungen anschnitt und
     pus der Cornell University in Ithaca,     mit seinen „Klassenkameraden“ aus-       neue Berechnungsmodelle bezüglich
     New York, war ich beeindruckt: Das        zutauschen, sie besser kennen zu ler-    optimaler Haltedauer aufzeigte. Die-
     Gelände, oberhalb von der Innenstadt      nen oder im Kurs Besprochenes noch       ser Kurs war leider als Einziger wenig
     von Ithaca und dem Cayuga Lake ge-        zu vertiefen. Fortgesetzt wird dieses    praxisnah und zu theoretisch aufge-
     legen, ist groß und weitläufig. Moder-     „networking“ während einiger Dinner      baut. Ein Exkurs in die Welt der Hotel
     ne Fakultätsgebäude mit Glasfassa-        und so mancher Barbesuche in der         Stocks and Bonds war dann jedoch,
     den befinden sich neben alten, trutzig     nahe gelegenen Stadt. In den zwei Wo-    insbesondere im Lichte der derzei-
     wirkenden Steinbauten, alle um Was-       chen habe ich so viele wertvolle und     tigen Finanzkrise, auch aus amerika-
     serfälle und einen großen See in grü-     nette Kontakte knüpfen können, die       nischer Sicht sehr interessant.
     nen Hügeln gruppiert. Es gibt einen       ich sicher weiter pflegen werde. Span-         Mein Aufenthalt an der Cornell
     alten Kreuzgang, eine Kirche, unzähli-    nend ist in diesem Zusammenhang          University und die Teilnahme am
     ge Wohnheime, über 20 Bibliotheken,       die große Weltkarte, die im Foyer der    Professional Development Program
     kleine Geschäfte und Restaurants, ein     School of Hotel Administration auf-      waren sehr lohnenswert, sehr lehr-
     Baseballstadium, einen Uhrenturm,         gestellt war: Man wurde aufgefordert,    reich, sehr interessant und spannend.
     mehrere Parkplätze, Buslinien, ein        seinen Herkunftsort mit einer Steck-     Die Organisation vor Ort und seitens
     Planetarium, Tennisplätze, Sporthal-      nadel zu markieren und während der       der HDV hier kann nur als perfekt be-
     len und botanische Gärten: eine Stadt     Pausen konnte man beinahe zusehen,       zeichnet werden. Von den aufgenom-
     in der Stadt. Hier würde ich nun also     wie sie sich vermehrten. Am Ende des     menen Kursinhalten, den guten Kon-
     zwei Wochen verbringen. Ich hatte         zweiwöchigen Aufenthalts war kaum        takten und den neuen Erfahrungen
     mich entschlossen, neben den bei-         ein Land ohne Stecknadel versehen.       werde ich noch lange zehren, und si-
     den gesponsorten Kursen des „Profes-      Sehr positiv ist auch die perfekte Or-   cher werde ich in den nächsten Jahren
     sional Development Program (PDP)“         ganisation jedes Aspektes des Pro-       noch einmal zurückkehren. Ich möch-
     noch zwei weitere zu belegen, um die      gramms aufgefallen: Bereits wäh-         te mich herzlich dafür bedanken, dass
     „Certification in Real Estate, Develop-    rend Anmeldung und Vorbereitung          es mir dank Ihrer Preisstiftung mög-
     ment and Hotel Investment“ zu errei-      war jederzeit ein Ansprechpartner        lich war, an dieser Zusatzqualifikati-
     chen. Die Kurse sind jeweils dreitägig,   von PDP erreichbar. Vor Ort waren Or-    on teilzunehmen! Ich hoffe, dass dies
     erfordern das Vorbereiten einer Haus-     ganisatoren und Helfer in rote Shirts    noch vielen weiteren Menschen mög-
     aufgabe und sind meistens interaktiv,     gekleidet und so sofort zu erkennen.     lich sein wird. Es lohnt sich!

60     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
      Studium




     Kreml und Tataren –
     Ein Kurzbericht aus Tatarstan

                            Volker Letzner




     I m Juni 2008 machte sich die Se-
       minargruppe „Europäische Tou-
     rismusregionen“ auf, um ein un-
     bekanntes und weit entferntes
     europäisches Ziel zu besuchen: Ta-
     tarstan! Selbst eingefleischte Welten-
     bummler waren bei der Lokalisierung
     dieses Ziels sichtlich überfordert und
     die besten Antworten waren noch
     jene, die „wohl irgendwas in Sibirien“
     murmelten. Nun, ganz so weit war es
     denn doch nicht: Tatarstan mit sei-
     ner Hauptstadt Kasan liegt auf hal-
     bem Weg zwischen Moskau und dem
     Ural und beschreibt sich mit seinem
     Tourismusslogan „Where Asia meets
     Europe“ ziemlich gut.
          Die 20 Studierenden (wieder ein-
     mal eine bunte Truppe aus sieben Na-      Studenten, ob sich denn Tatarstan       Zuerst mussten wir lernen, dass es        Tatarisches
     tionen) machten sich mit ihren Pro-       nicht zu einem „europäischen Kana-      einen Kreml also nicht nur in Mos-        Volksfest
                                                                                                                                     Volker Letzner
     fessoren Eberhard und Letzner unter       da“ entwickeln könnte? Wir besuchten    kau, sondern bald in jeder russischen
     der Führung unserer russischen Kom-       Reiseagenturen vor Ort und hatten na-   Stadt gibt und den Kirchenberg be-
     militonin Gulnaz auf den Weg, um an       türlich auch die Gelegenheit, Kasan     zeichnet. Auf dem UNESCO Weltkul-
     den Rand Europas vorzustoßen: zu-         und seine Umgebung an der Wolga auf     turerbe Kasaner Kreml befindet sich
     erst nach Moskau und dann mit dem         ihre touristischen Besonderheiten hin   aber neben den Kirchen auch eine
     Nachtzug nach Kasan, der uns bereits      zu entdecken. Dazwischen, ob im Ho-     neue, große, strahlendblaue Moschee.
     in engen Kontakt mit vielleicht 40        telzimmer, im Bus, auf einem Schiff     Dies liegt daran, dass die Tataren als
     mitreisenden Einheimischen brachte,       oder beim Besichtigen eines Attrak-     Turkvölker islamischen Glaubens
     denn russische Liegewagen verfügen        tors wurden in Referaten die theore-    sind und seit der russischen Invasion
     weder über Vorhänge noch gar Türen        tischen Hintergründe der Destination    im 16. Jahrhundert seitdem friedlich
     zum Abtrennen der Liegeabteile. Völ-      vorgetragen und besprochen.             mit ihren russisch-orthodoxen Er-
     lig übermüdet wurden wir dann von             Und die größte Überraschung für     oberern zusammenleben – der Islam
     einer kleinen Studentendelegation         uns alle war wohl der Kasaner Kreml!    ist also schon sehr lange in Europa be-
     der Kasaner Universität am Bahnhof
     in Kasan überraschend in Empfang
     genommen und mit den ersten tata-
     rischen Spezialitäten begrüßt.
          Weitere positive Überraschungen
     bot unser Programm genug, denn wir
     hatten zwei Kasaner Hochschulen zu
     besuchen, die uns ein ausführliches
     Rede- und Musikprogramm und sogar
     eine kleine studentische Ballettauffüh-
     rung boten. Wir trafen uns mit dem
     tatarischen Tourismusminister, der
     zusammen mit unseren Professoren
     auf dem Podium die Fragen des inte-
     ressierten Auditoriums beantwortete,
     unter anderem die kluge Frage eines                                                                                         Referate im Bus


62       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                 Studium




heimatet und nicht erst kürzlich mit
Migranten aufgetaucht, wie manche
                                                                                            Biertrinkendes
gerne suggerieren.                                                                          Kamel
    Mehr über diese Reise und mehr                                                              Volker Letzner
über die Chancen und Probleme des
russischen Incoming-Tourismus sol-
                   ing-Tourismus
len in einem ausführlichen Sonder-
                  führlichen
heft noch in diesem Jahr erscheinen.
                   m
Wer sich bis dahin nicht gedulden
                   in
kann und keine Möglichkeit hat,
in Tatarstan eurasischen Kul-
                  asischen
turen nachzuspüren ren
– dem sei alter-
nativ ein Besuch
der Ost-West-
Friedenskirche
vom inzwischen
verstorbenen Vä-  ä-
terchen Timofei    fei
empfohlen: Die idyllische, skurrile,
                   dyllische,
anarchistische, russisch-orthodoxe
                  ussisch-orthodoxe
Einsiedelei mitten im Event-Trubel
                   n
des Münchener Olympiageländes
lässt sich mit der Straßenbahn errei-
chen!
                                        Kasaner Moschee
                                           Volker Letzner




                                                            Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport        63
      Studium




     Wie bringt man seine gute Idee auf den Markt? –
     SCE weckt Unternehmergeist

     I nnovation und Gründung – wer
       sich zu diesen Themen schlau ma-
     chen will, der findet ein passendes
     Angebot am SCE. Studierende jeder
     Fakultät sind willkommen und kön-
     nen in curricularen Veranstaltungen
     zu den Themen Gründungsmanage-
     ment, Entwicklung einer Geschäfts-
     idee und Entwicklung der Unter-
     nehmerpersönlichkeit aktiv werden.
     Wer sich lieber in den Semesterferi-
     en in eine einwöchige „Ideenfabrik“
     einklinken will, profitiert von der
     kompakten Wissensvermittlung und
     der intensiven Gruppenarbeit, in der
     sich spannende Kontakte zu Studie-
     renden aus den anderen zwölf Fakul-
     täten knüpfen lassen. Das SCE bietet
     jährlich eine Spring School und eine
     Summer School an.
         Für angehende Tourismusfach-
     leute ist die internationale Sum-
     mer School von ganz besonderem         zentren der vier großen Münchner       Projektgruppe SCE   Projekt präsentiert und der feierliche
     Reiz; es wird durchgehend Englisch     Hochschulen gemeinsam organi-                              Abschluss vor der Jury und die Preis-
     gesprochen, die Hälfte der Teilneh-    siert: www.4entrepreneuraship.de.                          verleihung das Intensivseminar be-
     mer kommt aus dem Ausland und              Die Entwicklung eines Geschäfts-                       enden.
     bringt Ideen und Marktkenntnisse       modells von der kreativen Idee bis
     aus anderen Kulturen mit. 2008         zum marktfähigen Produkt wird in
     waren es vor allem Mexikaner und       einem interdisziplinären Team ent-
     Chinesinnen, die den Klang der wei-    wickelt und verlangt vollen Einsatz.   Informationen:
     ten Welt in die Münchner Kurstage      Wissensvermittlung von Experten        Über laufende Veranstaltungen, Anmeldefristen und
     brachten. Die „Entrepreneurial Im-     und Gruppenarbeit in kleinen Teams     Projekte können Studierende und Dozenten sich jederzeit
     pact International Summer School“      wechseln sich ab, bis zum Höhepunkt    informieren auf www.sce-web.de.
     wird auch 2009 von den Gründer-        der Veranstaltungen jedes Team sein



                                                                                                                                      Anzeige

                                                                                     Einsendeschluss ist der
                                                                                     15. November 2009
                                                                                     Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
                                                                                     Preise:
     Mit dem Wissenschaftspreis Hotellerie werden von der                            Sommerkurse Cornell University
     Hoteldirektorenvereinigung Deutschland e.V. einmal jährlich
                                                                                     Weitere Informationen und
     herausragende Diplom-, Bachelor-, Master- oder Fachschul-
                                                                                     Ausschreibungsunterlagen unter
     abschluss-Arbeiten zum Thema Hotelmanagement ausge-
                                                                                     www.hdvnet. de
     zeichnet.

     Unsere Partner:




64       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                      Theo Eberhard      uns zur Aufgabe gemacht. In einem         erfolgreichen Unternehmern wie Vu-
                                         Referentenzyklus haben wir Persön-        ral Öger, Erich Sixt und Dietmar Gunz
     as Verständnis für die Branche      lichkeiten aus Politik, Wirtschaft und    bis zu Philosophen wie Julian Nida-
     und die Welt schärfen, von dem      Gesellschaft gewinnen können, die         Rümelin und dem Moraltheologen
Wissen und den Erfahrungen ande-         an unserer Fakultät zu Besuch wa-         Friedhelm Hengsbach. Die Reihe wird
rer profitieren, auch das haben wir       ren. Dabei reicht das Spektrum von        fortgesetzt.




   n einer Reihe von Vorträgen hochka-   Öger kam eher zufällig zum Touris-        pen, bietet eine große Zahl
   rätiger Tourismusmanager sprach       mus: Nach einem Dipl.-Ingenieur-          von Verbindungen an und
am 15. Mai 2008 Vural Öger vor Studen-   Studium in Berlin stellte er „auf der     wählt seine Hotels sorg-
tinnen und Studenten der Fakultät für    Durchreise“ in Hamburg fest, dass         fältig aus. Der Lohn: eine
Tourismus zum Thema „Tourismus im        es von dort keine Charterflüge in die      große Zahl von Stamm-
Wandel – Von der Sonnenscheinbran-       Türkei gab. Also zog er einen Charter-    kunden, die das Unter-
che zum hart umkämpften Geschäft“.       verkehr für dortige Gastarbeiter auf,     nehmen vergleichsweise
     Der Gründer des europäischen        mit dem Versprechen, dass er selbst       krisenfest machen.
Marktführers für Türkeireisen, Öger      jedes Mal mitfliegen würde – denn sei-          Neben der Türkei hat
Tours, berichtete über seinen persön-    ne ersten, „bäuerlichen“ Fluggäste hat-   sich der Reiseveranstal-
lichen Werdegang, die Entwicklung sei-   ten Angst vor dem Fliegen. „Bei drei      ter auch weitere Ziele er-
ner Firma und sein Engagement in der     Flügen pro Woche wurde es mir dann        schlossen – mit unter-
Politik. Der Vortrag vor einem gut ge-   zu viel“, gesteht der Manager. Dessen     schiedlichem Erfolg: Spa-
füllten großen Hörsaal stieß auf größ-   Unternehmen ist seitdem stark ge-         nienreisen hat er mittler-
tes Interesse und löste eine lebhafte    wachsen ist: 1,4 Mio. Menschen reis-      weile wieder eingestellt,
Diskussion aus.                          ten im vergangenen Geschäftsjahr          wohingegen Cuba ganz gut läuft.
                                         mit Firmen der Öger Group in den               Die Frage, ob es sich heute noch
                                         Urlaub.                                   lohne, Tourismus zu studieren, be-
                                             Als Schlüssel zum Erfolg be-          antwortete Öger mit einem klaren
                                         zeichnet Öger die Konzentration           Ja. Schließlich wachse der weltweite
                                         aufs Kerngeschäft: Er erschließt sein     Markt wesentlich dynamischer als
                                         Herkunftsland für sämtliche Zielgrup-     der deutsche, erklärte er mit dem

                                                                                                                           65
      Gäste unserer Fakultät




     Verweis auf neue Quellmärkte, wie          zwei Kulturen in mir, das ist eine       ge kein Fundamentalist sein. Früher
     China. „Wenn ich wieder auf die Welt       wunderbare Bereicherung.“ Er selbst      hätten deutsche Frauen auch welche
     komme, will ich wieder Touristiker         habe in Deutschland nie Probleme we-     getragen – das sei ja auch praktisch,
     werden“, schwärmt der Offizierssohn:        gen seiner Herkunft gehabt, sondern      um graue Haare zu verbergen.
     „Wir haben mit Menschen zu tun, die        sei freundlich aufgenommen worden.           Auf die Frage nach seiner Nach-
     den besten Monat ihres Jahres ver-         Das Türkenproblem in Deutschland         folge erklärte Öger, er bilde mit seiner
     bringen.“ Der Tourismus habe eine          sei eher ein Unterschichtenproblem,      Tochter ein sehr gutes Team – fühle
     große Zukunft, denn „die Menschen          sagt Öger, der stolz auf Türken zwei-    sich aber auch noch sehr fit. Sein Amt
     werden mehr Geld verdienen und             ter Generation, wie den erfolgreichen    als Europaabgeordneter werde er al-
     mehr Freizeit haben“.                      Regisseur Fatih Akin, ist. Eine Gefahr   lerdings wahrscheinlich nicht verlän-
         Öger sieht sich selbst als Deut-       der Islamisierung sieht er nicht; wer    gern, damit sei er dann doch zeitlich
     schen türkischer Herkunft: „Ich habe       ein Kopftuch trage, müsse noch lan-      überfordert.            Antonie Bauer




     Dietmar Kastner – Rewe-Touristik-Chef:
     „Der Konzern aus der Wundertüte“

     D     ie touristische Fakultät setzte
           ihre Reihe mit Vorträgen hoch-
     karätiger Manager mit Rewe-Touristik-
                                                2006 allerdings wird
                                                der Umsatz vermutlich
                                                um 1% schrumpfen: Aus
     Chef Dietmar Kastner fort.                 Angst vor der Fußball-
          In der Kapelle drängten sich die      WM hatte Rewe „Sonder-
     Studenten, die den Sprecher der Ge-        angebote ausgeschrieben
     schäftsführung eines der größten           bis zum Gehtnichtmehr“,
     deutschen Touristikkonzerne einmal         sagte Kastner; es sei ein
     mit eigenen Augen sehen wollten. Sie       Fehler gewesen, zu billig
     erfuhren, welche Rolle der Zufall beim     zu kalkulieren. Das nächs-
     Entstehen von Rewes Touristiksparte        te Jahr werde aber deutlich
     gespielt hat, wie sie heute aussieht und   besser ausfallen. Seine Prog-
     wo Kastner gerne mit ihr hin möchte:       nose für die gesamte Zunft:
     noch weiter nach vorne.                    Er glaube nicht, dass in Eu-
          Rewes Touristiksparte ist recht       ropa in nächster Zeit neue
     neu: Erst 1988 kaufte die Handelsgrup-     Gebilde, also etwa durch Zu-
     pe ihre ersten Reisebüros. 1995 hatte      sammenschlüsse, entstün-                                       Dietmar Kastner,
     sie dann Appetit auf mehr, doch in         den; angesichts des fürch-                                     Rewe-Touristik-Chef

     der „Wundertüte“, die Kaufhof damals       terlichen Preisdrucks und „nicht
     loswerden wollte, befand sich neben        berauschender“ Umsatzrenditen
     300 Reisebüros auch der marode Ver-        – schon 2% seien vergleichsweise gut –   schaftliches Wissen mitbringen. Und
     anstalter ITS; Rewe musste ihn wohl        sei die Lust zu investieren zurzeit      wenn sie gut saufen können, ist es
     oder übel mit kaufen. Heute, etliche       nicht groß. Angst muss die Branche       nicht von Nachteil.“ Antonie Bauer
     Übernahmen später, ist die Gruppe          Kastner zufolge aber auch nicht ha-
     auf dem deutschen Reisebüro-Markt          ben: „Ich bin überzeugt, dass die Ver-
     führend; bei den Reiseveranstaltern        anstalter in dieser Form in den nächs-
     liegt sie auf dem dritten Platz. Nicht     ten Jahren bestehen werden.“
     mehr lange, wenn es nach Kastner                Auf die Frage, was gute Touris-
     geht: „Ich habe den Ehrgeiz, dass wir      musmanager ausmache, hat Kastner
     Thomas Cook eingeholt haben, wenn          einmal geantwortet: „eine Leber wie
     ich in Rente gehe“, verkündete der 1944    Stahl“. Heute formuliert er etwas vor-
     geborene Manager den FH-Studenten.         sichtiger, was FH-Absolventen, die bei
     Die Chancen stehen nicht schlecht.         Rewe Karriere machen wollen, mit-
     Sein Unternehmen entwickelt sich           bringen sollten:„Sie sollten sehr gut
     sehr konstant und rückt dem Rivalen        logisch und unaufgeregt arbeiten,
     zunehmend auf den Pelz.                    Unternehmertum und betriebswirt-

66     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
         apituliert die Ethik vor dem Kapi-   noch um den „Imperativ der Anteils-
         tal? Mit dieser Frage beschäftigte   eigner“, die Unternehmen einzig als
    sich Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach        Kapitalanlage betrachteten. Ihr Ziel
    am 23. April 2008 in einem Vortrag        sei es, das Kapital zu maximieren; die
    (mit Diskussion) an der Hochschule        anderen Produktionsfaktoren – Ar-
    München, Campus Pasing. Die Ver-          beits-, Natur- und Gesellschaftsver-
    anstaltung gehörte zur Reihe „Grenz-      mögen – seien als zu minimierende
    Werte – Ethisches Handeln in schil-       Kosten definiert.
    lernden Zeiten“ und war von den drei           Die Ethik müsse dennoch nicht
    in Pasing beheimateten Fakultäten         unbedingt vor dem Kapital kapitulie-
    und dem Paoso organisiert.                ren – „nicht, so lange es gelingt, eine
        Hengsbach ging in seinem Vor-         internationale Finanzarchitektur zu
    trag mit dem heute vorherrschenden        errichten. Ich habe den Eindruck, das
    Finanz-Kapitalismus und der Domi-         geschieht“, sagte Hengsbach in sei-
    nanz der Finanzinvestoren ins Ge-         nem Vortrag. Er setzt auf internatio-     Prof. Hengsbach, Jesuit und einer der
    richt. Der heutige Kapitalismus sei       nale Organisationen und Abkommen          bekanntesten Sozialethiker Deutsch-
    geprägt durch doktrinäre Leitbilder       wie UN, Weltbank und Kyoto-Proto-         lands, leitete von 1992 bis 2006 das
    wie z.B. „Konglomerate sind Schrott“      koll; eine geschlossene, einheitliche     renommierte Oswald von Nell-Bre-
    – in der nächsten Modewelle würden        Regelung der Finanzmärkte gebe es         uning-Institut. Zu seinen Arbeits-
    die Konglomerate dann wieder als          freilich nicht. Eine Hoffnung seien       schwerpunkten gehören die Theorie
    ideale Konstruktionen betrachtet.         auch Nicht-Regierungsorganisati-          demokratischer Marktwirtschaften
    Ein weiteres doktrinäres Leitbild sei     onen, von Greenpeace bis zu Ver-          und die Zukunft der Arbeit.
    der Shareholder Value. Es gehe nur        braucherorganisationen.




                                                                                                                                     spitzar.com




Die perfekte Location für erfolgreiche Seminare und Workshops. Jetzt anfragen!



Tel + 49 ( 0 ) 69 696 139 100
                                                                                                                                67
www.lufthansa-seeheim.de
           ie Studierenden der Fakultät       um die Wurst gegangen: „Mitte                                                    len. „Mitarbei-
           für Tourismus der Hochschu-        der 70er-Jahre hatte ich Hunder-                                                 ter müssen sich
     le München erlebten eine Premiere:       te von Millionen Schulden, für die                                               durchkämpfen“,
     Zum ersten Mal überhaupt sprach          ich bis zum letzten Hosenknopf                                                   sagt Sixt. So gebe
     Erich Sixt, Vorstandschef der Sixt AG,   haftete.“ Goldene Fallschirme für                                                es kein „richtiges,
     an einer deutschen Hochschule. Ei-       scheidende Führungskräfte findet                                                  perfektes Trai-
     ner der Gründe dafür ist, dass das für   der Unternehmer „eine Schande“.                                                  neeprogramm“;
     seine originellen Werbekampagnen         Vor allem die frechen Werbekam-                                                  neue Mitarbei-
     bekannte Unternehmen nach neuen          pagnen haben dazu beigetragen,                                                  ter werfe man
     Mitarbeitern sucht.                      dass Sixt einen sehr hohen Be-                                                  ins kalte Wasser
         Deutschlands größter Autoverleih     kanntheitsgrad genießt. So warb                                                 und hoffe, dass
     wird bald 100 Jahre alt: 1912 fing Sixt   die Firma etwa 2001 mit einer Fo-                                               sie schwimmen
     mit sieben Autos an, heute macht das     tomontage, auf der der heutigen                                                 könnten. Wer das
     Unternehmen mit rund 175.000 Fahr-       Bundeskanzlerin die Haare zu Berge                                              überlebt, hat aber
     zeugen etwa 1,6 Mrd. Euro Umsatz im      standen, für Cabrios – Frau Merkel                           offenbar ganz gute Karrierechancen.
     Jahr. Auf sein Studium führt das der     habe sich tatsächlich bedankt, sagt                          Bei Sixt gehe es viel schneller voran
     Vorstandsvorsitzende, unter dessen       Sixt. Oft gibt es allerdings keinen                          als anderswo, verheißt der Vorstand-
     Führung der Konzern erst so richtig      Dank, sondern Ärger. Tausende von                            schef.
     groß geworden ist, allerdings nicht      einstweiligen Verfügungen habe das
     zurück: „In Betriebswirtschaft habe      Unternehmen schon kassiert, freut
     ich gar nichts gelernt.“ Management-     sich Sixt: „Werbung ist dann nicht gut,
     wissen ist Sixt zufolge nicht gleich     wenn sie nicht provoziert.“ Bürokra-
     Managementerfolg. Den erreiche           tiehasser Sixt sucht Querdenker und
     man durch Bescheidenheit und De-         schwört auf das Chaos als Organisa-
     mut, durch Besessenheit und Risikof-     tionsprinzip. Darauf sollten sich Stu-
     reude. Im Gegensatz zu fest angestell-   dierende, die mit einem Job bei dem
     ten Managern sei es für ihn immer        Autovermieter liebäugeln, einstel-




                                                                                          n der alten Kapelle des Campus
                                                                                          Pasing berichtete der ehemalige
                                                                                        Münchner Oberbürgermeister und
                                                                                        Bundesminister Dr. Hans-Jochen Vo-
                                                                                        gel mit Humor und entwaffnender
                                                                                        Aufrichtigkeit von seiner Jugend im
                                                                                        Dritten Reich, seinem Beitritt zur
                                                                                        SPD und seinem politischen Engage-
                                                                                        ment bis hin zum Parteivorsitz.
                                                                                            Nicht nur den Wiederaufbau,
                                                                                        sondern auch Krisensituationen,
                                                                                        wie das Geiseldrama bei den Olym-
                                                                                        pischen Spielen 1972, musste Vogel

68
in seiner Zeit bewältigen: „Da liegt
Schönes und Trauriges eng beiei-
nander. Ich erinnere mich noch an
den Tag der Eröffnung, sonnenüber-
flutet, die Stadt offen für die Welt.
Und dann die schrecklichen Ereig-
nisse der Geiselnahme.“ Noch grö-
ßere Herausforderungen erwarteten
ihn in der turbulenten Zeit der Roten
Armee Fraktion: „Jeder wusste, dass
von dem, was man da vertrat, Leben
und Tod abhingen.“ Doch die Bun-
desrepublik bestand die Herausfor-
derung, ohne die rechtsstaatlichen
Grundprinzipien zu verletzen.
    Die heutige Politikverdrossenheit
liegt Vogel fern: „Manche meinen,
es gebe da eine gewisse Beliebigkeit,    Von der Jugend wünscht er sich            selbst zu Veränderungen beizutragen.
Pragmatismus, Zweckmäßigkeit.“           mehr Einsatz. Ein Staatssystem, das       Dabei sei es nicht so wichtig, wo man
Dem Grundgesetz liege ein Men-           auf menschlichen Grundrechten ba-         sich engagiert, sondern dass man es
schenbild und eine Wertordnung zu-       siert, sei in Deutschland alles ande-     tut. „Wer davonläuft, muss immer
grunde und vor allem eine Verant-        re als eine Selbstverständlichkeit. „Es   an die Schlussbilanz denken. Wenn
wortung vor Gott und den Menschen,       genügt nicht, sich um sich selbst zu      man sich mit 85 Jahren im Spiegel
wie sie in der Präambel festgelegt       kümmern. Man sollte sich auch für         sieht, ist es gut, wenn man mit sich
wird. „Ich bin überzeugt, dass ich ir-   das Gemeinwesen engagieren.“ Sich         selbst einigermaßen im Reinen ist.“
gendwann für meine Entscheidungen        über die Verhältnisse zu beklagen,
Rechenschaft ablegen muss.“              sei einfacher, als aktiv zu werden und




                       KOPF
                      TRIFFT
                     KARRIERE

                                            !
                                b finden
                       en und Jo
        Jetzt reinklick zjobs.de
                         g
                 www.ah




     Das Karriereportal der AHGZ
     für Hotellerie, Gastronomie, Catering und Touristik




                          www.ahgzjobs.de




                                                                                                                           69
          m 12. Dezember 2008 hatte die        Bei einer solchen Abhängigkeit                                       Journalisten nicht endgültig
          Fakultät für Tourismus den Chef-     bliebe es natürlich nicht aus,                                       mit den Firmen verscherzen,
     redakteur der fvw, Klaus Hildebrandt,     dass die Anzeigenkunden ihre                                         über die sie berichten, schließ-
     zu Gast. Der Journalist gewährte den      Muskeln spielen lassen wür-                                          lich brauchten sie auch weiter-
     Studierenden interessante Einblicke       den, wenn ihnen ein Artikel                                         hin Informationen und Inter-
     in eine hart umkämpfte Branche.           missfalle. „Wir haben laufend                                       viewpartner.
         Nach Aussage ihres Chefredak-         Anzeigenboykotts“, erzählte                                              Studierende mit journalis-
     teurs Hildebrandt ist die fvw mit ei-     Hildebrandt; immer seien ein                                        tischen Ambitionen dürfen
     ner Auflage von rund 31.000 Markt-         oder zwei Kunden so beleidigt,                                      sich Hildebrandt zufolge keine
     führerin unter den fünf deutschen         dass sie ihre Medienbudgets                                         allzu großen Hoffnungen
     Tourismusfachzeitschriften. Doch          stornierten. Doch die Redak-                                        machen, nach Diplom oder
     ihr Geschäft werde nicht einfacher,       tion lasse sich weder erpres-                                      Bachelor ohne journalisti-
     schon deshalb, weil 53% ihrer Abon-       sen noch bestechen; fvw-Re-                                        sche Ausbildung direkt bei einer
     nements an Reisebüros gingen. „Wir        dakteure dürften sich auch nicht von                          Reise-Fachzeitschrift einzusteigen.
     merken das Reisebüro-Sterben“,            Veranstaltern zu Reisen einladen las-                         „Wir ticken anders als Tourismus-
     sagte Hildebrandt, gab sich aber          sen. Alles, was sie wissen, könnten die                       unternehmen“, sagte der studierte
     trotzdem optimistisch: Schließlich        Journalisten dennoch nicht schrei-                            Volkswirt, „wir sind fast alle Journa-
     sei die Durchdringung der Branche         ben: Hildebrandt beschreibt den Um-                           listen“.
     geblieben. 79% aller Reisebüro-An-        gang mit den Firmen, über die fvw be-
     gestellten würden regelmäßig die          richtet, als „Geben und Nehmen“; die
     fvw und/oder ihr Schwesterblatt Tra-      Redakteure hätten eine große Verant-
     velTalk lesen. Das sei wichtig für die    wortung, denn eine allzu frühe Veröf-
     Zeitschriften, die sich zu mindes-        fentlichung könne leicht Deals kaputt
     tens 80% aus Anzeigen finanzierten.        machen. Zudem wollten es sich die




            itten in der Advents-                                          ist“ und dass zwischenmensch-     und manche Kollegin und Kollege hat
            zeit war der Nürnber-                                          liche Beziehungen wichtiger       Ruckriegels Literaturempfehlungen
     ger Kollege Gast der Fakultät                                         sind als ein neues Auto, über-    auf den weihnachtlichen Wunschzet-
     und sein vorweihnachtliches                                           raschte weniger als Ruckriegels   tel geschrieben. Die Diskussion wird
     Mitbringsel war Glück, ge-                                            konsequente Demontage der         weitergeführt werden müssen – theo-
     nauer ein Vortrag zum The-                                           Grundannahme des homo oeco-        retisch, aber auch aus Sicht der Hoch-
     ma „Glücksforschung“. In sei-                                        nomicus in den Wirtschaftswis-     schullehrer, die sich fragen müssen,
     ner unnachahmlich witzigen                                           senschaften. Es wurde aber auch    was künftig in den wirtschaftstheore-
     Art referierte Ruckriegel zu                                         sehr deutlich, dass hier noch      tischen Vorlesungen Inhalt sein muss.
     einem Thema, das viel rele-                                          eine große theoretische Aufgabe
     vanter ist, als der fast harm-                                      auf die Wirtschaftstheorie war-
     los wirkende Titel ahnen                                            tet: von den richtigen Ausgangs-
     lässt. Denn der Hintergrund                                         hypothesen der Glücksforscher
     ist ein eher trauriger: Trotz eines                                 zu einer „neuen“ Theorie ist es
     permanent steigenden Pro-Kopf-                                 noch ein weiter Weg und es bleibt
     Einkommens in den Industrieländern                             spannend zu sehen, was letztlich von
     werden die Menschen tendenziell im-                            der immer noch herrschenden ne-
     mer weniger glücklich. Unser Wirt-                             oklassischen Ökonomie übrig blei-
     schaftssystem produziert also mit                              ben wird. Es braucht nicht extra be-
     einem gigantischen Ressourcenauf-                              tont zu werden, dass so ein Thema in
     wand offensichtlich die völlig falschen                        Zeiten zusammenbrechender Märkte
     Dinge! Dass letztlich „weniger mehr                            eine heftige Diskussion nach sich zog,

70
    elten ist die Aula des Cam-
    pus Pasing bis auf den
letzten Platz gefüllt, am 15.
Dezember 2008 aber rangen
Studierende und Professoren
um die letzten Stühle. Un-
mittelbar nach dem Ende der
Fußball-Bundesliga-Hinrun-
de konnten auf Initiative von
Prof. Dr. Patricia East und Prof.
Dr. Felix Kolbeck die Studenten
der Fakultät für Tourismus an
der Hochschule München den
allseits beliebten und sympa-
thischen Fußball-Profi Phi-
lipp Lahm herzlich in ihren
Reihen willkommen heißen.
In einem sehr interessanten
und kurzweiligen Vortrag
gab der 25 Jahre junge Spie-
ler des FC Bayern Einblicke in                                                     von den begeisternden Wochen wäh-
seinen sportlichen Werdegang, sein       einer der jüngsten Stiftungsinhaber       rend der WM in Deutschland: „Es wa-
privates Leben und informierte über      in Deutschland.                           ren für mich die schönsten Wochen,
seine sozialen Aktivitäten. Im Mit-          Aktuell fördert er damit drei Pro-    die ich als Fußballer erlebt habe.“ Als
telpunkt standen hier seine erst vor     jekte: In Südafrika wird gerade mithil-   große Ehre wertete er die Frage nach
einem Jahr gegründete Stiftung und       fe seiner Stiftung ein Trainingsplatz     seiner Ambition auf das Kapitänsamt
die aktuell initiierten Hilfsprojekte.   für Jugendliche errichtet, in Äthio-      bei der Nationalmannschaft und merk-
Im Sommer 2007 war Philipp Lahm          pien konnten dank der Stiftung im         te an, dass dies sicher mal ein Thema
auf einer Urlaubsreise in Südafrika      Rahmen der Aktion „Schuhe für Bo-         werden könne, derzeit aber keines sei,
unterwegs und verschaffte sich ers-      koji“ kurz vor Weihnachten 500 Paar       da Michael Ballack Kapitän sei.
te Eindrücke von Land und Leuten         Laufschuhe an Nachwuchs-Sportler               Nach der fast halbstündigen Fra-
des Gastgeberlandes der nächsten         überreicht werden, und auch hier          gerunde bedankte sich die Studieren-
Fußball-Weltmeisterschaft in 2010,       in München ist er mit dem Projekt         denvertretung „f.a.s.t.“ der Fakultät
abseits von luxuriösen Teamquartie-      „Mädchen an den Ball“ aktiv, das Mäd-     für Tourismus bei Philipp Lahm für
ren. „Es war eine Riesenbegeisterung     chen mit Migrationshintergrund das        seinen Besuch und übergab ihm aus
zu spüren, die Leute dort leben für      Fußballspielen lehrt und ermöglicht.      den Erlösen des Glühweinverkaufs
den Fußball“, so Lahm, der fest über-    „Weitere Projekte werden sicher bald      am Campus zu Gunsten seiner Stif-
zeugt ist, dass in Südafrika eine sehr   folgen“, versichert Philipp. Stiftungs-   tung einen Scheck über € 250. „Es hat
schöne Weltmeisterschaft stattfinden      vorstand Thomas Hock ergänzte mit         mir sehr viel Spaß gemacht bei euch,
wird, wenn auch komplett anders im       detaillierten Informationen über die  e   und es war eine schöne Abwechslung“,
                                                                                                    sch
Vergleich zur WM 2006 in Deutsch-        Projekte und die Herausforderungen,  n,   resümierte Philipp am Ende dieser
                                                                                                Philip
land. Aber er sah auch, dass die Leute   die damit in der täglichen Stiftungsar-
                                                                              r-                  Stunde und wurde mit
                                                                                   interessanten Stu
dort zum Teil barfuß auf Glasscher-      beit verbunden sind.                        tosendem Beifall verabschiedet.
                                                                                                Beifa
ben Fußball spielen und gerade in            Natürlich kam aber auch der Sportrt             Philipp Lahm – ein Mensch,
                                                                                             P        L
den Townships die Jugendlichen von       in Philipp Lahms Ausführungen nicht  ht           der
                                                                                           de r auch als Fußball-Star
einem Bolzplatz nur träumen können.      zu kurz. Er berichtete von seinen Fuß-
                                                                              ß-                      und
                                                                                            Mensch u vor allem „Mit-
                                                                                            M
„Es war ein Urlaub, der mir die Augen    baller-Anfängen im Kindheitsalter beiei             Mensch“
                                                                                             Mensch geblieben ist!
                                                                                             M
weit öffnete“, fasste Lahm seine Ein-    seinem Heimatverein, der FT Mün-     n-
drücke zusammen. Geprägt von die-        chen-Gern, bis hin zum Leben als Pro-o-
sen Erlebnissen hatte er sodann im       fispieler beim FC Bayern und der Na-  a-
September 2007 den Entschluss ge-        tionalmannschaft. In seiner gewohnt  nt
                                                                                   Sp
                                                                                   Spendenkonto:
                                                                                   Spendenkonto:
                                                                                   Spe
fasst, eine eigene Stiftung zu grün-     lockeren und humorvollen Art stand    d
den, die„Philipp Lahm-Stiftung für       er auch den vielen Fragen der Stu-
Sport und Bildung“ und wurde damit       denten Rede und Antwort. Er erzählte

                                                                                                                             71
                                                m Rahmen der Veranstaltungsreihe        tarismus Stellung bezog. Der berühmte „Schleier des Nicht-
                                                zum Thema „Grenz-Werte – Ethisches               ,
                                                                                        wissens“ hinter dem die hypothetischen Vertragspartner des
                                              Handeln in schillernden Zeiten“, die      Gesellschaftsvertrages stehen sollen, bedeutet, dass die Ver-
                                              im Sommersemester 2008 von den            tragspartner ihre spätere soziale Stellung nicht kennen dür-
                                              drei Pasinger Fakultäten und dem          fen, wenn sie die Grundstruktur des politischen Systems und
                                              PAOSO gemeinsam ausgerichtet wurde,       dessen Freiheits- und Gleichheitsprinzipien festlegen sollen.
                                              gelang es den Organisatoren, mit Prof.    Da man nicht weiß, ob man selber arm oder reich sein wird,
                                              Dr. Julian Nida-Rümelin einen promi-      werden diese Grundsätze zu deutlich gerechteren Strukturen
                                              nenten Redner zu gewinnen. Der ehe-       führen als sie in den existierenden Systemen realisiert sind. In
                                              malige Kulturstaatsminister unter der     der lebhaften Diskussion wurde die Kompatibilität dieser The-
                                              Regierung Schröder sprach über „Ethik     orie mit den bekannten Pareto- und Kompensationskriterien
                                              – Spielverderber der Erfolgreichen?       hinterfragt und es wurde deutlich, dass der de facto-Rückzug
                                              Über das Dilemma von Wirtschaft und       der Wirtschaftswissenschaften aus Verteilungsfragen nicht so
                                              Ethik“. Nida-Rümelin knüpfte dabei an     bestehen bleiben muss. Da der Vortrag Nida-Rümelins noch
                                              John Rawls Theorie der Gerechtigkeit      vor der aktuellen Wirtschaftskrise lag, freuten sich die Teilneh-
                                              an und erläuterte deren aktuelle Bedeu-   mer über einen brillanten Theorievortrag – nicht ahnend, dass
                                              tung. Rawls Theorie begründete eine       die theoretisch diskutierten Themen in kürzester Zeit eine un-
                                              der wichtigsten politischen Philoso-      glaubliche politische Relevanz in der momentanen Debatte
                                              phien der Gegenwart, die in der Debatte   um die richtige Dosierung der Staatseingriffe bekommen
                                              zwischen Liberalismus und Kommuni-        würde.




         m 10. Dezember 2008 war Diet-        Marken der Veranstalter litten sehr                                         teuer – „deswegen gibt
         mar Gunz, der Gründer und Chef       darunter. Der E-Commerce habe die                                          es ein Marken- und Sub-
     des Reiseveranstalters FTI, an unserer   Entscheidungsmacht vom Reisebüro                                           marken-Kuddelmuddel“.
     Fakultät zu Gast. Das Thema hatte er     auf den Verbraucher verlagert.                                             Irgendwann stoße sich
     gewählt, weil Hochschulabsolventen           Nur 5% bis 10% der Kunden, so ge-                                      dann ein Controller da-
     bei Bewerbungsgesprächen beson-          nannte Wiederholer, wüssten genau,                                         ran, dass eine Firma zehn
     ders an Marketingstellen interessiert    was sie buchen wollten; andere seien                                       verschiedene Marken und
     seien. Zumindest bei FTI dürften rei-    „value-for-money-shopper“, die auf                                         entsprechende Vertriebs-
     ne Marketingjobs allerdings rar sein:    der Suche nach dem besten Angebot                                         und Marketingkosten
     „Wir haben die Marketingabteilung        keiner Marke treu seien. Insgesamt                                        habe, dann folge wieder
     vor gut zwei Jahren abgeschafft“, er-    betrage der Anteil der Wechselwäh-                                        die Konsolidierung: „Jedes
     zählte der Unternehmer.                  ler mindestens 90%, egal bei welcher                                      halbe Jahr reorganisiert
         Von Marketingetats wie in der        Marke. Treue zur Marke funktioniert                              jeder Konzern seine Marken.“ Beim
     Pharmabranche können die Reiseve-        Gunz zufolge nur, wenn der Content                               Preismanagement ist freilich der
     ranstalter nur träumen – bei einer       nicht vergleichbar ist – bei Vergleich-                          Horizont noch viel kürzer: FTI stellt
     durchschnittlichen Umsatzrendite         barkeit zähle immer der Preis: „Alles                                         heutzutage täglich
     von 1% bis 2% in Europa sind große       andere ist sekundär.“ Entsprechend                                            3 Mio. frische Preis-
     Sprünge nicht drin: „1% bis 2% kann      gehe der Kunde im Internet auch zu-                                           daten ins System.
     man schnell verlieren“, sagte Gunz,      erst auf Aktionsware, statt über die
     in dessen Unternehmen Marketing          Marke einzusteigen.
     nun Verantwortung aller ist, ob Fir-         „Versuche, zielgruppenorien-
     menchef oder Abteilungsleiter. Das       tierte Marken zu schaffen, endeten
     Internet mache ihnen allen das Le-       in einem nicht überblickbaren Mar-
     ben schwer: „Die Preisvergleichssys-     kenchaos“, sagte Gunz. Die Kunden
     teme sind so brutal“, klagt Gunz; die    glaubten, Premiummarken seien zu

72
         er Umgang mit Menschen aus              das Besteck, wenn sie mit dem Essen             schwierig, Gäste aus verschiedenen
         anderen Kulturen ist für die Tou-       fertig seien. Deutsche Stewardessen in-         Kulturen immer richtig zu behan-
   rismus- und Hospitality-Branche eine          terpretierten das allerdings als Wunsch         deln. Während sich die Gattin des
   ständige große Herausforderung. Kaum          nach einem Nachschlag – und da es in            österreichischen Konsuls über einen
   jemand dürfte das besser wissen als Ro-       Japan nicht üblich sei, Nein zu sagen,          charmanten Handkuss freue, dür-
   bert Salzl. Der frühere Chefpilot der Luft-   habe so mancher japanische Fluggast             fe man die Frauen arabischer Gäste
   hansa und langjährige Vorsitzende der         bei der Lufthansa viel mehr Essen auf-          „nicht mal ignorieren“. Problema-
   Geschäftsführung der Arabella Hotel           geladen bekommen, als er eigentlich             tisch könne es auch werden, wenn
   Holding hat als Beiratsmitglied unserer       wollte. Oft sind es scheinbare Kleinig-         das Hotelpersonal nicht wisse, wel-
   Fakultät maßgeblich dazu beigetragen,         keiten, die einen Riesenunterschied ma-      che Nationalität es gerade vor sich habe:
   dass interkulturelle Kompetenz heute          chen. So schaffte die Lufthansa einst die    einen Japaner, vor dem es sich tief ver-
   ein wichtiger Bestandteil des Tourismus-      Zahnstocher an Bord ab, um DM 18.000         beugen sollte oder einen Chinesen, bei
   studiums ist. Am 30. April 2008 erzählte      im Jahr zu sparen; Salzl erfuhr nur zu-      dem kurzes, heftiges Kopfnicken als
   Salzl den Studierenden von seinen inter-      fällig, als er einmal selbst als Passagier   Begrüßung angebracht sei. Und selbst
   kulturellen Erfahrungen und wie die Un-       unterwegs war, von seiner japanischen        die Kenntnis der Nationalität sei oft bei
   ternehmen, die er gemanagt hat, mit die-      Sitznachbarin, dass sie und einige Lands-    Gästen aus Ländern mit ausgeprägtem
   sen Herausforderungen umgehen.                leute deshalb erwogen, zu einer anderen      Kasten- oder Standesdenken nicht aus-
        Ob im Flugzeug oder im Hotel: Un-        Airline zu wechseln. Salzl kümmerte sich     reichend: Da müsse man dann schon
   wissen über die Gewohnheiten der Gä-          sofort darum; seither versorgt die Luft-     genau wissen, wer mit wem auf densel-
   ste führt oft dazu, dass diese sich nicht     hansa ihre Fluggäste wieder mit Zahn-        ben Flur oder gar ins selbe Hotel dürfe.
   wohl fühlen. So überkreuzten Japaner          stochern. Im Hotel ist es nicht minder




www.juragastroworld.de




                                                                                                            müssen Sie
                                                                                                   nicht erst studieren
      International




     Eine Auswahl der Hochschulen,
     mit denen wir kooperieren

      1 Australien                                                5 England
     University of the Sunshine Coast, Sippy Downs, Queensland   University of Greenwich, London-Greenwich (nur WS)
       www.usc.edu.au                                              www.gre.ac.uk
                                                                 London Metropolitan University, London (nur Doppel-Diplom)
      2 Belgien                                                    www.londonmet.ac.uk
     Haute Ecole Lucia de Brouckère, Brüssel                     University of Lincoln, Lincoln (nur WS)
       www.heldb.be                                                www.lincoln.ac.uk

      3 Chile                                                     6 Finnland
     University of Serena, La Serena                             Jyväskylä University of Applied Sciences, Jyväskylä
       www.userena.cl                                              www.jamk.fi
                                                                 Haaga-Helia University of Applied Science, Porvoo
      4 Dänemark                                                   www.haaga-helia.fi
     University of Southern Denmark, Esbjerg
       www.sdu.dk




                                                                                                                6
                                                                                    13                     4
                                                                               8
                                                                                     5                     11
                                                                                                       2
                                                                                     7                                      16
                                                                                                                       12
                                                                                    15
                                                                                                     9 14




                                                       3




74     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                       International




 7 Frankreich                                                  11 Niederlande
Université Savoie de Chambéry, Chambéry (auch Doppel-Diplom)   NHTV internationale hogeschool Breda, Breda
  www.univ-savoie.fr                                             www.nhtv.nl
Université Balise Pascal, Clermont-Ferrand                     Stenden hogeschool, Leeuwarden
  www.univ-bpclermont.fr                                         www.chn.nl
Groupe Sup de Co, La Rochelle
  www.esc-larochelle.fr                                        12 Rumänien
Groupe ESC Troyes, Troyes                                      Universitatea Lucian Blaga, Sibiu (nur Incomings)
  www.group-esc-troyes.com                                       www.ulbsibiu.ro/ro

 8 Irland                                                      13 Schottland
Cork Institute of Technology, Cork (WS und SS)                 Napier University, Edinburgh (WS und SS)
  www.cit.ie                                                     www.napier.ac.uk
Athlone Institute of Technology, Athlone (nur WS)
  www.ait.ie                                                   14 Slowenien
                                                               University of Ljubljana, Ljubljana
 9 Italien                                                       www.uni-lj.si
Universitá Degli Studi di Bologna, Bologna/Rimini
  www.unibo.it                                                 15 Spanien
                                                               Universidad de Alcalá, Alcalá/Guadalajana
10 Macau                                                         www.uah.es
Macau University,Macau                                         Universidad de Alicante, Alicante
 www.must.edu.mo                                                 www.ua.es
                                                               Universidad de Almería, Almería
                                                                 www.ual.es
                                                               Universidad de Deusto, Bilbao (nur Doppel-Diplom)
                                                                 www.deusto.es
                                                               Universidad de Deusto, San Sebastian
                                                                 www.deusto.es
                                                               Universidad de Cádiz, Cádiz/Jerez d.l.Frontera
                                                                 www.uca.es
                                                               Universidad de Las Palmas de Gran Canaria, Las Palmas
                                                                 www.ulpgc.es
                                                               Universidad de Málaga, Málaga
                                                                 www.uma.es
                                                               Universidad Rey Juan Carlos, Madrid
                                                                 www.urjc.es
                                                               Universidad Complutense de Madrid, Madrid/Aranjuez
                                                                 www.cesfelipesegundo.com
                                                               Universidad de Murcia, Murcia
              10                                                 www.um.es
                                                               Universidad de Oviedo, Oviedo
           17                                                    www.uniovi.de
                                                               Universidad de La Laguna, Tenerife, La Laguna
                                                                 www.ull.es
                                                               Universidad de Zaragoza, Zaragoza
                                                                 www.unizar.es



                                                               16 Ungarn
                                                               University of Pannonia, Veszprém
                     1                                           www.vein.es

                                                               17 Vietnam
                                                               National University Hanoi, Hanoi
                                                                 www.vnu.edu.vn




                                                                  Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport        75
      International




     Fakultät International


                                                                                        Internationale Gastprofessoren
                            Birgit Dittrich   welches in den höheren Semestern
                                                                                        und Teaching Staff Mobility
                                              in entsprechenden Vorlesungen zur
     Vorlesungsangebot
                                              Interkulturellen Kompetenz gelehrt        Unser internationaler Anspruch
     und Summerschools
                                              wird. Aber auch das Eintauchen in         zeigt sich aber auch bei Lehrveran-
     Studierende an unserer Fakultät sol-     fremde Welten, Spaß am Reisen und         staltungen an unserer Fakultät. Die
     len sich in der Welt zuhause fühlen,     Entdecken sowie die Arbeit an kon-        Sprachveranstaltungen werden über-
     Menschen und Kulturen in ihren un-       kreten Projekten in anderen Ländern       wiegend von muttersprachlichen Do-
     terschiedlichen Ausprägungen ken-        wird an der Fakultät gezielt gefördert.   zenten gehalten und im Bereich der
     nen und verstehen lernen, die ganze      Beispielsweise werden innerhalb von       interkulturellen Kompetenz wird in
     Welt als ihren Arbeitsplatz begreifen.   Vorlesungen und Seminaren regel-          den entsprechenden Fremdsprachen
         Von unseren Studierenden er-         mäßig Exkursionen in andere Länder        gelehrt. Darüber hinaus bieten in je-
     warten wir nach dem Ende des Stu-        wie nach Österreich, in die osteuro-      dem Semester Gastprofessoren aus
     diums die Beherrschung von min-          päischen Nachbarländer, sogar nach        verschiedenen Ländern der Welt Vor-
     destens zwei Fremdsprachen. Neben        Vietnam, die Vereinigten Arabischen       lesungen und Seminare in Englisch
     Englisch können sich die Studieren-      Emirate sowie Tunesien etc. angebo-       oder einer anderen Fremdsprache an
     den zwischen den Sprachen Spa-           ten. Jährlich findet auch eine so ge-      und bringen somit internationales
     nisch und Französisch entscheiden.       nannte „Summerschool“ – ITHAS In-         Flair an die Fakultät.
     Allen Anfängern in diesen Sprachen       ternational Tourism and Hospitality           Auch für die Dozenten und Pro-
     bietet die Fakultät im ersten Semes-     Academy at Sea – mit Studierenden         fessoren der Fakultät besteht die
     ter neben dem Studium kostenlos          aus sechs Ländern und internationa-       Möglichkeit, innerhalb der so ge-
     einen vierstündigen Sprachkurs pro       len Dozenten statt. Hierzu wird auf       nanten Teaching Staff Mobility für
     Woche an. Darüber hinaus können die      antiken Motorseglern entlang der          eine kurze Zeit an einer der Partner-
     Studierenden weitere Sprachen wie        kroatischen Küste oder auf der Do-        hochschulen Vorlesungen zu halten,
     Chinesisch, Portugiesisch, Italienisch   nau eine „schwimmende Akademie“           was für die hiesigen Professoren eine
     usw. an unserer Fakultät Studium Ge-     eingerichtet. Jedes Jahr steht ITHAS      gute Gelegenheit darstellt, über eine
     nerale und Interdisziplinäre Studien     unter einem anderen Schwerpunkt,          kurze Zeit selbst internationales Flair
     belegen und sich so für das spätere      wie beispielsweise „Managing Tou-         zu schnuppern.
     Berufsleben zu qualifizieren.             rism in National Parks“, „Cruise Tou-
         Interkulturelle Kompetenz ist        rism“ usw., der von den Dozenten im       Erasmus-Auslandssemester
     aber viel mehr, als nur eine Spra-       Rahmen von Vorträgen, Workshops           Das Lifelong Learning Programm
     che zu beherrschen. Es geht dabei        und Exkursionen mit örtlichen Tou-        wurde von der EU ins Leben geru-
     auch um das Verständnis anderer          rismusexperten tiefer gehend behan-       fen, um den Informations- und Er-
     Kulturen und Wirtschaftssysteme,         delt wird.                                fahrungsaustausch auf europäischer
                                                                                        Ebene voranzutreiben, den Gedan-
                                                                                        ken der Unionsbürgerschaft zu stär-
                                                                                        ken und die Vielfalt der europäischen
                                                                                        Bildungssysteme zu einer Quelle der
                                                                                        gegenseitigen Bereicherung und An-
                                                                                        regung werden zu lassen.
                                                                                             Erasmus ist ein Teil des Lifelong
                                                                                        Learning Programms und bietet Stu-
                                                                                        denten die Chance, ein Studiensemes-
                                                                                        ter an einer europäischen Partneruni-
                                                                                        versität zu absolvieren.
                                                                                             Hierzu steht den Studierenden an
                                                                                        der Fakultät für Tourismus ein um-
                                                                                        fangreiches Angebot an Austausch-
                                                                                        möglichkeiten mit derzeit 34 Part-
                                                                                        nerhochschulen in ganz Europa zur
                                                                                        Verfügung. Falls die Studierenden ihre
                                                                                        gewünschte Hochschule nicht unter
                                                                                        den Partnerhochschulen finden, kön-

76     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                              International




nen sie als so genannte Freemover-         34 Universitäten Verträge auf Basis      Bachelors“. Hierzu werden den Studie-
Studierende ein Semester an ihrer          des „Erasmus“-Programms, die den         renden zwei Modelle angeboten, ent-
Wunschhochschule verbringen.               Austausch von Studierenden erleich-      weder das fünfte und sechste Semester
     Für das Auslandssemester bietet       tern sollen. Außerhalb Europas wur-      oder das siebte und achte Semester an
sich in der Regel das vierte oder fünfte   den mittlerweile Verträge mit fünf       der Partneruniversität zu verbringen.
Semester an. Den teilnehmenden Stu-        Partnerhochschulen geschlossen. Je-      Im Rahmen des Doppel-Bachelors sind
denten werden maximal 30 ECTS im           doch ist die Internationalisierung der   die zu belegenden Fächer im Ausland
Rahmen des European Credit Transfer        Fakultät noch nicht abgeschlossen,       genau vorgeschrieben und werden
System (ECTS) anerkannt. Demnach           sondern wird weiter vorangetrieben.      nach Rückkehr und bestandenen Prü-
ist das Auslandssemester kein verlo-       Die abgeschlossenen Verträge beru-       fungen vor Ort für das deutsche Fach
renes Semester, welches das Studium        hen immer auf Gegenseitigkeit, d.h.      angerechnet. Die Studierenden erhal-
unnötig hinauszögert, sondern eine         für jeden Studierenden, der an eine      ten nach diesem Jahr im Ausland den
wertvolle Bereicherung mit vollstän-       Partnerhochschule geht, kommt ein        Abschluss der Partneruniversität so-
diger Anerkennung der im Ausland           Studierender aus dem Ausland – auch      wie den Bachelor-Abschluss im Tou-
erbrachten Leistungen.                     so holen wir internationales Flair an    rismusmanagament der Hochschule
     Ehemalige Teilnehmer berichten        unsere Hochschule.                       München. Momentan bestehen Ab-
von einer einmaligen Erfahrung. Es              Innerhalb Europas liegen die Ver-   kommen mit der London Metropoli-
werden nicht nur die Sprachkenntnis-       träge mit dem Dublin Institute of        tan University, Université de Savoi in
se für das weitere Studium und den         Technology schon zur Unterschrift be-    Chambéry/Frankreich und der Uni-
späteren Beruf verbessert, sondern es      reit, das als nächster Partner begrüßt   versidad de Deusto in Bilbao/Spanien.
bietet sich die Möglichkeit, eine ande-    werden kann. In Vietnam plant die        Die Fakultät verhandelt im Moment
re Kultur kennen zu lernen und ein         Fakultät für Tourismus, federführend     mit weiteren Universitäten vor allem
weltweites Netzwerk aufzubauen.            an der sich gerade in Gründung be-       im englischsprachigen Raum und
                                           findenden Vietnamesisch-Deutschen         wird zukünftig voraussichtlich vier
Auslandssemester                           Universität einen Masterstudiengang      weitere Doppel-Bachelor-Programme
außerhalb Europas                          aufzubauen. Dort können in Kürze         anbieten können.
Neben den europäischen Partneruni-         nicht nur die Münchner Bachelor-
versitäten baut die Fakultät für Touris-   Absolventen ihren Master-Abschluss       Informationsveranstaltungen zum
mus das Angebot an weltweiten Part-        machen, sondern es soll auch ein Aus-    Auslandssemester an der Fakultät
nern kontinuierlich aus. Momentan          tausch auf Professoren- und Mitarbei-    Um möglichst viele Studierende der
bestehen Partnerschaften mit der Uni-      terebene stattfinden.                     Fakultät für Tourismus für ein Aus-
versity of the Sunshine Coast/Aust-                                                 landssemester zu gewinnen, werden
ralien, Universidad de La Serena/Chi-      Praxissemester im Ausland                regelmäßig Informationsveranstal-
le, Pontificia Universidad Católica del     Natürlich fördern wir auch, dass das     tung angeboten. Den Höhepunkt
Perú/Peru; National University Hanoi/      praktische Studiensemester im Aus-       eines jeden Semesters bildet die Mini-
Vietnam, Macau University/Macau.           land absolviert wird. Hierzu erhalten    Messe „Go Abroad“. Hier können sich
Unter den Studierenden ist ein deut-       die Studierenden Angebote aus un-        interessierte deutsche Studierende
licher Anstieg der Nachfrage an Studi-     serer Praktikantenbank oder akqui-       aus erster Hand bei den Austausch-
enplätzen in Australien und Südame-        rieren selbstständig Praktikumsstellen   studierenden informieren und ku-
rika zu bemerken. Die Nachfrage an         in der gesamten Welt. Hier reichen die   linarische Besonderheiten der Part-
einem Auslandssemester an den asia-        Angebote von namhaften Unterneh-         nerländer probieren.
tischen Partnerhochschulen ist etwas       men in großen Metropolen bis hin             Die Fakultät für Tourismus unter-
zögerlich. Allerdings kann die Fakultät    zu weniger bekannten Unternehmen         hält ein eigenes „International Office“,
für Tourismus im Sommersemester            in exotischen Ländern wie z.B. auf Sa-   um den Studierenden die optimale
2009 die erste Outgoing-Studierende        moa, den Cook Islands oder auf den       Unterstützung bei ihren internatio-
an die Macau University verzeichnen.       ABC-Inseln, Aruba/Bonaire/Curaçao.       nalen Ambitionen bieten zu können.
     Mit diesem Angebot wollen wir         Die Studierenden nutzen das Praxis-      Es wird von Birgit Dittrich geleitet.
vor allem Mut machen, sich in ein in-      semester im Ausland nicht nur für
ternationales Abenteuer zu stürzen.        ihre Sprachkenntnisse, sondern auch
Sicher, es ist eine Herausforderung –      dafür, erste Kontakte für den Start in
aber auch ein unbezahlbarer Gewinn!        das spätere internationale Berufsleben
                                           zu knüpfen.
Partneruniversitäten der
                                                                                    Informationen:
Fakultät für Tourismus                     Doppel-Bachelor
                                                                                    Alle Interessierten finden ausführliche Informationen
Die Fakultät begrüßt es, dass mög-         Neben dem theoretischen Erasmus-
                                                                                    auf der Homepage der Fakultät unter http://tr.fh-muen-
lichst alle Studierenden während           Semester und dem praktischen Stu-
                                                                                    chen.de/index.php?seite=internationales bzw. direkt
ihres Studiums zumindest ein Semes-        diensemester im Ausland, gibt es für     beim International Office der Fakultät für Tourismus bei
ter im Ausland verbringen. In Euro-        die Studierenden darüber hinaus die      Birgit Dittrich (birgit.dittrich@hm.edu).
pa bestehen mittlerweile schon mit         Möglichkeit des so genanten „Doppel-

                                                                                       Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport          77
      International




     International Office


                             Birgit Dittrich   “Managing Tourism in National                Department’s partner universities, they
                                               Parks”, “Cruise Tourism” etc., which is      can as so-called free movers spend a se-
                                               treated by the lecturers in detail in lec-   mester at the university of their choice
     Lecture Programme
                                               tures and workshops and excursions           in another European country.
     and Summer Schools
                                               with local tourism experts.                       As a rule, the 4th or 5th semester
     We want students in our faculty to feel                                                is a good one to spend at a foreign
     at home anywhere in the world, to get     International Guest Professors               university. Participating students are
     to know and understand different          and Teaching Staff Mobility                  awarded a maximum of 30 ECTS cre-
     peoples and cultures, and to look on      Our claim to internationality is how-        dits under the European Credit Trans-
     the whole world as their workplace.       ever also reflected in the courses of-        fer System (ECTS) – the credit points sys-
          We expect them to master at least    fered in our department. The langua-         tem at universities. A semester spent
     two foreign languages by the time         ge courses are delivered in the main by      abroad is therefore not a lost semes-
     they have completed their studies. In     native-speaker lecturers and lectures        ter which unnecessarily prolongs
     addition to English, students can deci-   on intercultural competence are deli-        your studies, but a valuable enrich-
     de between Spanish and French. In the     vered in the language of the country         ment with complete recognition of
     first semester we offer all beginners,     concerned. Moreover, every semester          the assessed performances abroad un-
     free of charge and in addition to their   guest professors from different coun-        der the terms of the EU-wide “Bolog-
     studies, a four-hour language course      tries hold lectures or seminars in Eng-      na Process” to ensure comparability
     in French or Spanish. Moreover, the       lish or another foreign language, thus       and transparency of assessed student
     students can study other languages        giving the department an internatio-         performances.
     such as Chinese, Portuguese or Italian    nal touch.                                        Former participants have descri-
     etc. in our General Studies department         The lecturers and professors in the     bed it as a unique experience. Not only
     and thus gain qualifications for their     department also have an opportuni-           do students improve their foreign lan-
     future career.                            ty under the so-called Teaching Staff        guage competency for the rest of their
          There is a lot more to intercultu-   Mobility programme to lecture for            studies and their later career, they also
     ral competence however than merely        a short period at one of our partner         have the opportunity to get to know
     mastering a foreign language. It also     universities. This is a good opportuni-      a foreign culture and to build up a
     involves an understanding of other        ty for the professors here to enjoy an       worldwide network.
     cultures and economic systems, some-      international atmosphere themselves
     thing which is taught in later semes-     for a short while.                           Semester Abroad Outside Europe
     ters in lectures on intercultural com-                                                 In addition to its European partner
     petence. In our department we also        Erasmus Semester Abroad                      universities, the Department of Tou-
     specifically encourage students to        As part of the Lifelong Learning Pro-        rism is continuously expanding the
     immerse themselves in foreign worlds,     gramme (previously SOCRATES) stu-            number of its partners worldwide.
     enjoy travelling and discovering and      dents at the University of Applied           Partnerships already exist with the
     work on concrete projects in other        Sciences München also have the op-           University of the Sunshine Coast/Aus-
     countries. For example, the lecture       portunity to spend one semester at           tralia, Universidad de La Serena/Chi-
     and seminar programme regularly           a university in Europe. The Lifelong         le, Pontificia Universidad Católica del
     includes excursions to other countries    Learning Programme was initiated             Perú/Peru, National University Ha-
     such as Austria, neighbouring Eastern     by the EU to advance the exchange of         noi/Vietnam and Macau University/
     European countries, even to Vietnam,      information and experience on a Eu-          Macau. Among the students there is
     the United Arab Emirates and Tuni-        ropean level, to increase identification      a noticeable increase in demand for
     sia etc. Every year there is also a so-   with EU citizenship and to make the          places in Australia and South America.
     called “Summer School” – ITHAS In-        variety of European educational in-          Demand for in a semester abroad at
     ternational Tourism and Hospitality       stitutions a source of mutual enrich-        an Asian partner university is a little
     Academy at Sea – with students from       ment and stimulation.                        slack. The Department of Tourism can
     six countries and international lectu-        With currently around 34 part-           however report the first outgoing stu-
     rers. A “swimming academy” is set up      ner universities throughout Europe,          dent to Macau University in the 2009
     on antique motorized gliders along        the Department of Tourism offers its         summer semester.
     the Croatian coast or on the Danu-        students a wide range of exchange                 This range of options is above all
     be. Every year there is a different fo-   options. If the students cannot find          intended to encourage students to be
     cus to the ITHAS, such as for example     their preferred university among the         adventurous and spend some time ab-

78     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  International




road. Of course it is a challenge – but    known companies in exotic coun-            Bachelor degree programmes in the
also an invaluable gain!                   tries such as e.g. on Samoa, the Cook      future.
                                           Islands or the ABC islands of Aruba,
Partner Universities of the                Bonaire and Curaçao. The students          Briefings on the Semester Abroad
Department of Tourism                      use the practical semester abroad          in the Department
The Department welcomes all students       not only to improve their foreign lan-     Regular briefings are held to encou-
if possible spending at least one se-      guage skills, but also to make initial     rage as many students as possible in
mester abroad in the course of their       contacts to help them start out on an      the Department of Tourism to spend
studies. In Europe we already have         international career later.                a semester abroad. Guest professors
agreements based on the “Erasmus”                                                     or visitors from the partner universi-
programme with 34 universities. The-       Double Bachelor Degree                     ties also give regular presentations of
se are intended to facilitate student      In addition to the theoretical Eras-       their universities. The highlight of eve-
exchanges. Outside Europe, we have         mus semester and the practical se-         ry semester is the “Go Abroad” mini-
now signed agreements with five part-       mester abroad, students also have          fair. At it, interested German students
ner universities. The Department’s in-     the possibility to do a so-called “Doub-   can get first-hand information from
ternationalization process is however      le Bachelor Degree”. For this, they can    exchange students currently at the
not yet completed and is continuing.       choose between two models. Either          Department, pick up some literature
The agreements signed are always re-       they spend semesters five and six at        and try the culinary specialities of the
ciprocal, i.e. for every student of ours   the partner university, or semesters       partner countries.
going to a partner university, a foreign   seven and eight. Under the Double Ba-           The Department of Tourism has
student comes to us – thus giving our      chelor programme, the subjects which       its own International Office to provi-
university an international touch.         must be taken abroad are specified          de students with optimum support
     In Europe the agreements with the     and, after the student has passed the      to help them realize their internatio-
Dublin Institute of Technology, who        examinations there and returned, are       nal ambitions. It is managed by Birgit
will be our next partner, are ready for    credited towards the German degree.        Dittrich.
signing. At the Vietnamese-German          After their year abroad students are
University currently being established     awarded the partner university’s deg-      Informations:
in Vietnam, the Department for Tou-        ree as well as the Bachelor Degree in      Anyone interested can find detailed information on the
rism is planning to take overall control   Tourism Management from the Uni-           Department’s home page at http://tr.fh-muenchen.de/
of setting up a Masters programme.         versity of Applied Sciences München.       index.php?seite=internationales or can contact Birgit
There not only will Bachelor graduates     At present we have agreements with         Dittrich directly at the International Office of the Depart-
from Munich soon be able to do their       the London Metropolitan Universi-          ment of Tourism (birgit.dittrich@hm.edu).
Masters, exchange on a professorial        ty, Université de Savoi in Chambéry/
and staff level is also planned.           France and the Universidad de Deusto
                                           in Bilbao/Spain. The Department is
Practical Semester Abroad                  currently negotiating with other uni-
We also of course encourage students       versities, in particular in the English-
to do their practical semester abroad.     speaking countries, and will probably
They either find offers in our place-       be able to offer four further Double
ment students’ database or find place-
ments themselves all over the world.
The names range from well-known
companies in large cities to lesser-




                                                                                         Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport              79
      International




     Neuer Partner in Dublin

                             Antonie Bauer      ken. Ein weiteres greifbares Ergebnis:
                                                Demnächst werden wir gemeinsam

     F  akultät für Tourismus verstärkt
        ihre Zusammenarbeit mit irischen
     Hochschulen.
                                                mit Athlone auch einen Doppel-Ba-
                                                chelor anbieten können.
                                                    Mit Dublin besteht grundsätz-
                                                lich Einigkeit, dass beide Hochschu-
     Studierende, die ein Semester im eng-      len eine enge Partnerschaft eingehen
     lischsprachigen Ausland verbringen         wollen, mit Zusammenarbeit in der
     wollen, können sich freuen: Unserer        Forschung, Austausch von Dozenten
     Fakultät ist es gelungen, eine weitere     und vor allem natürlich auch von
     renommierte Hochschule in Irland           Studierenden. Voraussichtlich wer-
     als Partner zu gewinnen. Das Dub-          den wir künftig drei Studierende in
     lin Institute of Technology (http://dit.   die irische Hauptstadt senden kön-
     ie) verfügt über eine der größten Fa-      nen. Mit den jeweils zwei Studienplät-
     kultäten für Tourismus Europas mit         zen, die wir schon jetzt in Cork und     Prof. Antonie Bauer,   mester 2009/2010 nach Irland möch-
                                                                                         Head of Depart-
     einer ganzen Reihe interessanter Stu-      Athlone haben, macht das insgesamt                              te, der sollte unbedingt die Erasmus-
                                                                                         ment Kevin Griffin
     diengänge. Daneben trafen sich Birgit      sieben Studienplätze in Irland. Die      und Birgit Dittrich    Einführungsveranstaltung am
     Dittrich und Antonie Bauer auf ihrer       bisherigen Erfahrungen aus der Zu-                              18. März 2009 besuchen; die Bewer-
     Irland-Reise auch mit unseren Part-        sammenarbeit mit unseren irischen                               bungsunterlagen müssen in der letz-
     nern am Cork Institute of Technolo-        Partnern sind sehr gut; einige Studen-                          ten Märzwoche im Erasmusbüro ein-
     gy (http://www.cit.ie) und Athlone         tinnen haben sogar ein Semester an-                             gereicht werden.
     Institute of Technology (www.ait.ie),      gehängt, weil es ihnen auf der Grünen
     um die Zusammenarbeit zu verstär-          Insel so gut gefiel. Wer im Winterse-




     Erfahrungen einer Erasmus-Studentin
     an der Fakultät für Tourismus

           Das Gespräch mit María wurde         Können Sie uns kurz sagen, wieso Sie     gemacht? Haben Sie auch Kontakt zu
                       mit Birgit Dittrich      sich damals für München entschieden      Deutschen gefunden?
                und Jessica Heeg geführt.       haben, um dort Ihr Auslandsjahr zu       María: In meinem Wohnheim (Anm.:
                                                verbringen?                              Almaha-Wohnheim in Pasing) bin

     M     aría José Morales Hernández
           ist Studentin an der Univer-
     sidad de La Laguna in Teneriffa, ei-
                                                María: Die Universidad de La Laguna
                                                hat leider nur drei Partnerhochschu-
                                                len in Deutschland. Neben München
                                                                                         ich die einzige Erasmus-Studentin
                                                                                         und deshalb habe ich sehr viel Kon-
                                                                                         takt mit deutschen Studenten. Auch
     ner der 14 spanischen Partnerhoch-         nur Ulm und Göttingen. Davon hat         eine Freundin, die ich noch von Te-
     schulen der Fakultät für Tourismus.        mir München am besten gefallen, so-      neriffa kenne, wohnt dort und somit
     Seit Anfang des Wintersemesters            wohl was die Stadt angeht, aber auch     unterhalten wir uns fast die ganze
     2008/2009 verbringt sie im Rahmen          was die Hochschule betrifft. Zudem       Zeit auf Deutsch. Aber einige meiner
     des Erasmus-Programms ein Jahr an          hatte ich das Glück, einige Studenten    Mitbewohner sprechen auch sehr gut
     der Hochschule München. Nach Ende          aus München kennen zu lernen, die für    Spanisch und ab und zu sprechen wir
     des ersten Semesters haben wir mit         ein Semester in Teneriffa studiert ha-   auch ein bisschen Spanisch, damit sie
     María über ihr Leben in Deutschland        ben. Dies hat mich zusätzlich in dem     ihre Kenntnisse verbessern können.
     und ihre Erfahrungen an der Hoch-          Beschluss bestärkt, nach München zu      An der Uni war es leider ein bisschen
     schule gesprochen.                         kommen.                                  schwieriger, Kontakte mit den einhei-
                                                                                         mischen Studenten zu knüpfen. Die
     Passport: Sie sind nun schon ein halbes    Passport: Welche Erfahrungen haben       Leute waren zwar alle immer sehr
     Jahr in Deutschland bzw. in München.       Sie bisher mit der deutschen Sprache     freundlich, aber dennoch blieb es bei

80     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                              International




einer eher oberflächlichen Bekannt-        dem Leben in Deutschland und in Tene-
schaft. Auch hatte ich am Anfang          riffa? Gibt es überhaupt welche?
Schwierigkeiten, dem Unterricht auf       María: Natürlich gibt es Unterschiede.
Deutsch zu folgen, da meine letzte        Neben so offensichtlichen Unter-
Deutschprüfung vor über einem Jahr        schieden wie z.B. das Essen ist mir
war. Aber nach zwei Monaten hatte         aber auch aufgefallen, dass der Ver-
ich mich daran gewöhnt, den ganzen        kehr in München viel organisierter
Tag Deutsch zu hören und die Spra-        ist. Hier haben die Bushaltestellen
che stellt mittlerweile kein Problem      anders als in Teneriffa alle Namen
mehr dar.                                 und man weiß genau, wo man ein-
                                          und aussteigen muss. Ich glaube, für
Passport: Als Sie an die Hochschule       Fremde wäre es schwieriger, sich in
München kamen, mussten Sie nicht          Teneriffa zurechtzufinden. Auch das
nur mit einer fremden Sprache und         typische Vorurteil, das man gegen-        Erasmus-Studentin    melden. Denn hier konnte ich für den
                                                                                    María José Morales
neuen Menschen umgehen, sondern           über Deutschen und ihrer Pünkt-                                Fall der Fälle eine Liste mit Ärzten er-
                                                                                    Hernández
sich auch in einem fremden Fächer-        lichkeit hat, kann ich bestätigen. Da                          halten, die Spanisch sprechen. Auch
system zurechtfinden. Welche Erfah-        musste ich mich am Anfang erst dran                            wenn man den Reisepass verlieren
rungen haben Sie damit gemacht?           gewöhnen. Ebenso ist in München al-                            sollte, bieten sie dort Hilfe an.
María: Wir mussten schon im Som-          les ein bisschen hektischer, z.B. hilft
mersemester von Teneriffa aus die         in Teneriffa im Supermarkt die Kas-                            Passport: Was war bisher Ihr schönster
Kurse wählen, die wir dann im Win-        siererin die Sachen einzupacken, wäh-                          oder erinnerungswürdigster Moment,
tersemester hier belegen wollten. Wir     rend man in Deutschland selbst alles                           den Sie hier in München erlebt ha-
konnten zwar auch aus den Fächern         schnell einpacken muss. Auch zur                               ben?
des Bachelor-Programms Fächer be-         Prüfungszeit wurde im Wohnheim                                 María: Sehr schön fand ich die ganze
legen, aber z.B. erschien mir Kosten-     plötzlich einiges anders. Jeder war                            Atmosphäre am ersten Tag in der Loth-
rechnung in einer fremden Sprache         mit Lernen beschäftigt und es schien                           straße, dem Orientation Day. Jeder
zu schwer. Ich habe nur Seminare be-      sehr viel Stress in der Luft zu liegen.                        war aufgeregt und keiner wusste ge-
legt, in denen wir aber sehr viele Ar-    In Teneriffa hat man irgendwie mehr                            nau, worauf er sich eingelassen hatte
beiten schreiben mussten. Auch war es     Ruhe. Fällt der Karneval in die Prü-                           und was auf ihn zukam. Dieses Ge-
zu Semesterbeginn schwierig, die Bele-    fungszeit, gehen die Studenten trotz-                          fühl werde ich wohl immer in Erin-
gung der Seminare zu koordinieren, da     dem dorthin.                                                   nerung behalten. Aber es gab noch
in jedem nur eine bestimmte Anzahl             Was mir an der Hochschule Mün-                            viele andere schöne Momente. Die
an Plätzen zu vergeben war. Die Profes-   chen sehr positiv aufgefallen ist, sind                        Erasmus-Weihnachtsfeier im Pao-
soren der jeweiligen Fächer waren sehr    die vielen modernen Einrichtungen.                             so war beispielsweise auch ein sehr
verständnisvoll und haben Dinge auch      Beispielsweise finde ich den Studen-                            schönes Erlebnis.
mehrmals wiederholt, wenn wir etwas       tenausweis super, mit dem man über-
nicht verstanden haben, was beispiels-    all zahlen kann. Außerdem kann ich                             Passport: Können Sie schon eine Art
weise die Anfertigung der Seminar-        ihn mir einfach an den vorhandenen                             Zwischenfazit zu Ihrem Aufenthalt
arbeiten anging.                          Automaten verlängern lassen. Auch                              ziehen?
                                          die tollen Sportmöglichkeiten, die                             María: Nachdem jetzt das erste Semes-
Passport: Wie fanden Sie dabei die Be-    man über den Zentralen Hochschul-                              ter vorbei ist, freue ich mich natürlich
treuung und die Unterstützung, die        sport hat, kenne ich in der Art von der                        erst einmal, meine Familie in Tenerif-
Sie seitens der Hochschule erfahren       Universität in Teneriffa nicht.                                fa zu besuchen und meine Freunde
haben?                                                                                                   wiederzusehen. Aber natürlich bin
María: Wir konnten uns immer an das       Passport: Gibt es irgendwelche Tipps,                          ich auch auf München im Sommer
Erasmus-Büro wenden, wenn wir Prob-       die Sie zukünftigen Incoming-Studie-                           gespannt. Bisher kenne ich es ja nur
leme oder Fragen hatten. Und hatten       renden geben möchten?                                          im Herbst und Winter, was auch eine
wir etwas nicht verstanden, wurde es      María: Super ist, dass man alle In-                            interessante Erfahrung für mich war,
uns auch auf Englisch noch mal er-        formationen, die man fürs tägliche                             weil ich Kälte von Teneriffa nicht ge-
klärt, was gerade den Anfang sehr er-     Leben benötigt, im Internet finden                              wohnt bin. Ich musste mir hier erst-
leichtert hat. Vor wichtigen Terminen,    kann. Beispielsweise hat mir am An-                            mal eine neue Jacke und Pullover
z.B. bei der Prüfungsanmeldung, ha-       fang die Website des MVV sehr gehol-                           kaufen. Es gibt in München so viel zu
ben wir zusätzlich noch einmal eine       fen, da ich nur meinen Startbahnhof                            unternehmen und noch so viel zu se-
E-Mail-Erinnerung bekommen, was           und mein Ziel eingeben musste und                              hen, worauf ich mich sehr freue. Auch
ich sehr gut fand. Ich habe mich im-      schon genaue Auskunft bekam über                               haben sich meine Deutschkenntnisse
mer gut betreut gefühlt.                  die Linien und wo ich umsteigen                                mittlerweile sehr verbessert und ich
                                          musste. Auch fand ich es hilfreich,                            hoffe, dass ich diese im Sommerse-
Passport: Und was sind Ihrer Meinung      mich am Anfang des Semesters beim                              mester noch ausbauen kann.
nach die Hauptunterschiede zwischen       Spanischen Konsulat in München zu

                                                                                        Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport               81
      International




     Entwicklung von Wissenschaftstourismus
     in der Achuar-Gemeinde Sharamentsa, Ecuador

                            Heike Schilling    ten der technischen Anlagen aufkom-
                                               men zu können.
     Ausgangslage
                                                    Außerdem wird der Aufbau von
     Die Achuar-Indígenas sind, wie unzäh-     Aus- und Weiterbildungsmöglichen
     lige andere ethnische Gruppierungen       angestrebt. Ein weiteres wichtiges Ziel
     weltweit, gerade in den letzten Jahr-     des Projekts ist es, den Stolz der Indí-
     zehnten verschiedensten internen          genas auf ihre eigene kulturelle Identi-
     wie auch externen Faktoren des Wan-       tät zu stärken und so zum Erhalt dieser
     dels ausgesetzt. Zu den gravierendsten    einzigartigen Kultur beizutragen.
     Veränderungen in der Amazonasregi-
     on zählen unter anderem:                  Struktur
     ■ das Bevölkerungswachstum inner-         AMAZONICA-Initiative
        halb der indigenen Gruppierungen       Der gemeinnützige Verein Indio-
        (unter anderem aufgrund von ver-       Hilfe e.V. wurde 1982 von Mascha Kau-
        besserter medizinischer Versor-        ka und Ulrich Pohl gegründet und ist
        gung, Rückgang der kriegerischen       seitdem in Entwicklungshilfepro-
        Auseinandersetzungen)                  jekten in unterschiedlichen Regionen
     ■ die Dezimierung des jagdbaren           und bei verschiedenen indigenen            Achuar-Gemeinde Sharamentsa            Traditionelle Häuser
                                                                                                                                 in Sharamentsa
        Wildes als Versorgungsgrundlage        Gruppierungen Ecuadors tätig.              Das Siedlungsgebiet der Achuar liegt
                                                                                                                                     Heike Schilling
     ■ die Bedrohung der Bio- und Kultur-          Unter dem eingetragenen Mar-           im Nordwesten des Amazonasbe-
        diversität der Region durch das Ein-   kennamen AMAZONICA vereinen                ckens, in den Provinzen Alto Ama-
        dringen von Ölfirmen, Holzgesell-       sich seit 2001 alle Aktivitäten von In-    zonas und Loreto des peruanischen
        schaften und Biopiraterie              dio-Hilfe e.V. in der Amazonasregion       Departements Loreto sowie in den
                                               Ecuadors und Perus in Zusammen-            ecuadorianischen Provinzen Pastaza
     Hieraus ergibt sich die Gefahr der Ab-    arbeit mit den Völkern der Shuar,          und Morona Santiago. Das von ihnen
     wanderung der Jugend in die Periphe-      Achuar, Tiefland-Quichua und Záparo.        bewohnte Territorium beiderseits
     rie urbaner Siedlungen aufgrund feh-      Seit Juni 2002 steht die AMAZONICA-        der peruanisch-ecuadorianischen
     lender Zukunftsaussichten innerhalb       Initiative unter der Schirmherrschaft      Grenze beträgt etwa 55.000 qkm, bis
     des Waldes und drohende Marginali-        der UNESCO. Die Stiftung wurde 2007        heute hauptsächlich Primärwald, bei
     sierung. Aus diesen Faktoren leitet       als Dachorganisation über das Ge-          einer Gesamtbevölkerungszahl von       Siedlungsgebiet der
     sich ein dringender Handlungsbedarf       samtprogramm gegründet.                    ca. 13.000 Personen.                   Achuar in Ecuador
     ab – in erster Linie der Aufbau einer
     lokalen Ökonomie in den indigenen
     Gemeinden.

     Zielsetzung des Projekts
     Aufgrund der genannten Problem-
     felder besteht die Notwendigkeit,
     alternative Einkommensquellen im
     Wald zu schaffen, d.h. eine lokale
     Ökonomie aufzubauen, welche der
     indigenen Bevölkerung eine selbst
     bestimmte Lebensstruktur und eine
     Zukunft in ihrem traditionellen Le-
     bensraum ermöglicht. Die Zielset-
     zung des Projekts ist die finanzielle
     Unabhängigkeit der Gemeinde, um
     in Zukunft auch ohne die Unterstüt-
     zung von Hilfsorganisationen wie
     AMAZONICA für z.B. Schulgelder,
     Werkzeuge, Medikamente, Versor-
     gungsflüge und Instandhaltungskos-

82     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                International




Das Dorf Sharamentsa (Koordinaten:        wicklung der Indianer-Jugend eine         li. José Peas, Vice-   Projekts. Sharamentsa wurde hierfür als
                                                                                    bürgermeister von
2°27’50’’ Süd/76°59’40’’ West), Provinz   Zukunft im Wald zu ermöglichen und                               Standort ausgewählt und startete im
                                                                                    Sharamentsa, tra-
Pastaza, liegt am Ufer des Río Pasta-     den Umweltschutz zu fördern. Maß-         ditionell gekleidet    Mai 2008 den ersten Kurs für indigene
za, ca. 30 km von der peruanischen        nahmen hierfür waren unter anderem        und geschmückt         Führungskräfte, in Kooperation mit
Grenze entfernt und wird aktuell von      die Einführung erneuerbarer Energien      re. Domingo Peas,      Lehrkräften der Universität Cuenca.
zwölf Familien mit insgesamt 92 Per-      zur dezentralen Versorgung, die Ausbil-   Projektleiter
sonen bewohnt.                            dung in verschiedensten Bereichen (von
                                                                                    AMAZONICA              Umsetzung
    Sharamentsa war von Oktober           Alphabetisierung bis hin zur Gründung         Heike Schilling    Durch den Aufbau von Wissenschafts-
2002 bis September 2007 eine der          von Kleinbetrieben) und der Aufbau                               tourismus in Kooperation mit der
drei Mustergemeinden des Pilot-           einer medizinischen Versorgung mit                               Hochschule München, deren Part-
projekts von AMAZONICA, dessen            Schwerpunkt auf Malariabekämpfung.                               neruniversitäten und der Universi-
Zielsetzung darin bestand, durch          2008 begann mit dem Aufbau der AMA-                              tät Cuenca wird der Bevölkerung von
zukunftsweisende Gemeindeent-             ZONICA-Akademie die zweite Phase des                             Sharamentsa und der umliegender

                                                                                        Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                83
      International




                                                                     chieren und arbeiten wollen. Im Ge-
                                                                                                               Leitbild
                                                                     gensatz zu den klassischen Touristen
                                                                                                               Wissenschaftstourismus
                                                                     kommen die Wissenschaftler nicht
                                                                     mit einer bestimmten Erwartungs-          Verschiedene interne und externe
                                                                     haltung, sondern mit einer wissen-        Faktoren des Wandels gefährden die
                                                                     schaftlichen Aufgabe.                     Zukunft der Achuar in ihrem traditi-
                                                                         Der Aufbau einer Forschungssta-       onellen Lebensraum, dem ecuado-
                                                                     tion, inklusive Bibliothek, erleichtert   rianischen Primärregenwald. Um
                                                                                                               dieser einzigartigen Kultur auch in
                                                                     der Bevölkerung den Zugang zu Bü-
                                                                                                               den kommenden Jahrzehnten eine
                                                                     chern, Forschungsmaterialien und
                                                                                                               selbstbestimmte Lebensstruktur
                                                                     künftig auch den Zugang ins Internet.     zu ermöglichen, ist die Schaffung
                                                                     Dies eröffnet neue Bildungsteilhabe       von Aus- und Weiterbildungsmög-
                                                                     durch den aktiven Austausch zwi-          lichkeiten, der Aufbau einer lokalen
                                                                     schen Forschern und Gastgebern. Der       Ökonomie und damit der finan-
                                                                     interkulturelle Austausch findet also      ziellen Unabhängigkeit und die
                                                                     auf gleicher Ebene statt und bestärkt     Förderung ihrer eigenen kulturellen
                                                                     die indigene Bevölkerung in ihrem         Identität notwendig.
                                                                     Stolz auf ihre kulturelle Identität.
                                                                                                               Wissenschaftstourismus bietet
                                                                         Voraussetzung für die Arbeit mit
                                                                                                               eine realistische Lösung, diese drei
                                                                     Wissenschaftlern und deren Insti-
                                                                                                               Komponenten nachhaltig zu verei-
                                                                     tutionen sind vertragliche Verein-
                                                                                                               nen und einen Beitrag zum Erhalt
                                                                     barungen darüber, alle Arbeiten im        dieser Kultur zu leisten. Diese Form
                                                                     Rahmen dieses Projekts der Biblio-        des Tourismus fungiert als Einkom-
                                                                     thek und damit der Gemeinde zur           mensquelle für ein Netz von Ge-
                                                                     Verfügung zu stellen und etwaige          meinden im Einklang mit der Natur,
                                                                     Einnahmen aus den Forschungsre-           bietet eine neue Art der Bildungs-
                                                                     sultaten mit den an der AMAZONICA-        teilhabe für die lokale Bevölkerung
                                                                     Akademie beteiligten indigenen Ge-        durch den Zugang zu Büchern, For-
                                                                     meinden zu teilen. Der Schutz des         schungsmaterialien und Internet
                                                                                                               und ermöglicht einen interkulturel-
                                                                     geistigen und materiellen Eigentums
                                                                                                               ler Austausch auf gleicher Ebene,
                                                                     der Indígenas soll dadurch bestmög-
                                                                                                               indem die Achuar den Gästen der
                                                                     lich gewährleistet werden.                Akademie bei ihren Forschungsvor-
                                                                                                               haben als Partner zur Seite stehen.
                                                                     Konzept
                                                                     Projektbeteiligte sind die Gemeinde       Das Konzept Wissenschaftstouris-
                                                                     Sharamentsa (Bereitstellung von Flä-      mus wurde als Angebot für Hoch-
     Gemeinden eine Einkommensquel-          Prof. Dr. Erwin Seitz   chen und Baumaterialien; Service-         schulen weltweit entwickelt, um
                                             (li) und Prof. Dr.                                                Workshops, Seminare und Fallstu-
     le innerhalb ihres traditionellen Le-                           leistung), die Stiftung AMAZONICA
                                             Theo Eberhard (re)
     bensraumes und im Einklang mit                                  (Bereitstellung der Infrastruktur und     dien vor Ort anzubieten und für
                                             Mascha Kauka und                                                  Diplomanden, Doktoranden und
     der Natur geboten. Diese Form des                               der Logistik), die Hochschule Mün-
                                             Projektleiter der                                                 andere an der Forschung interessier-
     Tourismus ermöglicht den Achuar,        Shuar-Gemeinde          chen (zuständig für den Vertrieb
                                                                                                               te Personengruppen, die im Umfeld
     den Gästen der Akademie bei ihren       Yuwientsa mit           des Wissenschafts-Campus und An-
                                             traditioneller Bema-                                              eines intakten Primärregenwaldes
     Forschungsvorhaben als Partner zur      lung und Schmuck
                                                                     sprechpartner für Universitäten           recherchieren und arbeiten wollen.
     Seite zu stehen. Dies steht im Gegen-                           weltweit) und die Universität Cuenca      Im Gegensatz zum „klassischen
     satz zum „klassischen Tourismus“,           Heike Schilling     (zuständig für die Basisausbildung        Touristen“ kommen diese Besucher
     welcher in einem derartigen Umfeld                              der Achuar im Bereich Hospitality).       nicht mit einer bestimmten Erwar-
     Gefahr läuft, voyeuristische Züge an-                                Die Diplomarbeit von Heike Schil-    tungshaltung in die Gemeinde, son-
     zunehmen und die Indígenas zu exo-                              ling, Studiengang Tourismusmanage-        dern mit einer konkreten wissen-
     tischen Entertainern für den abenteu-                           ment an der Hochschule München,           schaftlichen Aufgabe. Die Achuar
     erlustigen Touristen zu degradieren.                            bildet die theoretische Grundlage für     treten hierbei als gleichberechtigte
                                                                                                               Partner gegenüber den Wissen-
         In diesem Zusammenhang wur-                                 die Entwicklung von gemeindebasier-
                                                                                                               schaftlern auf. Die Option der Teil-
     de das Konzept Wissenschaftstouris-                             tem Wissenschaftstourismus in Sha-
                                                                                                               habe an ihrem traditionellen Wissen
     mus für Hochschulen weltweit entwi-                             ramentsa. Aufgrund ihres vorherigen       dient nicht ihrer Ausbeutung, son-
     ckelt, um Workshops, Seminare und                               Studiums der Ethnologie berücksich-       dern durch klar vereinbarte vertrag-
     Fallstudien vor Ort anzubieten und                              tigt sie unter anderem kulturelle As-     liche Regeln dem Schutz ihres mate-
     für Diplomanden, Doktoranden und                                pekte und wägt Chancen und Risiken        riellen und geistigen Eigentums.
     andere an der Forschung interessier-                            für die Achuar ab.
     te Personengruppen, die im Umfeld
     eines intakten Primärwaldes recher-

84     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                   International




Development of Scientific Tourism in the
Achuar Community in Sharamentsa, Ecuador:
A Project of the Department of Tourism

                        Heike Schilling     cational facilities. Another important     the three modal communities in
                                            aim of the project is to strengthen the    AMAZONICA’s pilot project, the aim of
Point of departure
                                            pride of the Indígenas in their own cul-   which was a forward-looking develop-
Like so many other ethnic groups            tural identity and thus to help preser-    ment of the community which would
around the world, the Achuar Indígenas      ve this unique culture.                    offer the Indian youth a future in the
have been subjected to a wide range of                                                 forest and promote environmental
internal and external change factors,       Structure                                  protection. The measures to achieve
especially in the past few decades. The     AMAZONICA Initiative                       this included the introduction of re-
most serious of these changes in the        The charitable organization Indio-         newable energies to provide decentra-
Amazon region include:                      Hilfe e.V. was founded in 1982 by          lized supply, training in different fields
■ the growth in population within the       Mascha Kauka and Ulrich Pohl and           ( from a literacy campaign to establi-
  indigenous groups ( for example as        since then has been actively engaged       shing small enterprises) and the set-
  a result of improved medical care,        in development aid projects in diffe-      ting up of a medical care system with
  or a decrease in the number of ar-        rent regions and with different indige-    a focus on fighting malaria. In 2008
  med conflicts)                             nous groups in Ecuador.                    the second phase of the project began
■ the decimation of game hunted as               Since 2001 the registered brand       with the setting up of the AMAZONICA
  basic food supply                         name AMAZONICA covers all activi-          Academy. Sharamentsa was chosen as
■ the threat to the bio- and cultural       ties by Indio-Hilfe e.V. in the Amazon     the location for it and in May 2008, in
  diversity of the region by the intru-     region of Ecuador and Peru among           cooperation with teaching personnel
  sion of oil companies, logging com-       the Shuar, Achuar, lowland Quichua         from the University of Cuenca, began
  panies and bio pirates                    and Záparo peoples. Since 2002 the         the first course for indigenous mana-
                                            AMAZONICA Initiative has been un-          gers.
The result is an increasing tendency        der the patronage of UNESCO. The
among the young to migrate to the           foundation was set up in 2007 as an        Implementation
peripheries of urban settlements as         umbrella organization for the overall      Building up scientific tourism in co-
there is no future for them living in the   programme.                                 operation with the University of Ap-
forest and a risk of marginalization.                                                  plied Sciences München, its partner
These factors mean there is an urgent       Achuar community in Sharamentsa            universities and the University of
need for action – the most pressing         The area settled by the Achuar lies in     Cuenca gives the people of Sharament-
need being to build up a local econo-       the north-east of the Amazon basin,        sa and the surrounding communi-
my in the indigenous communities.           in the provinces of Alto Amazonas and      ties a source of income in their tradi-     Welcome Ceremony
                                            Loreto in the Peruvian Department of       tional environment and in harmony              Heike Schilling
Aim of the project                          Loreto and in the Ecuadorian provinces
The problem areas outlined above            of Pastaza and Morona Santiago. The
make it necessary to create alternati-      territory inhabited by them straddles
ve sources of income in the forest, i.e.    the border between Peru and Ecuador
to build up a local economy which al-       and is approximately 55,000 sq km
lows the indigenous population to de-       in size, is still predominantly old-
termine their way of life themselves        growth forest and has a population of
and offers them a future in their tra-      around 13.000.
ditional environment. The aim of the             The village of Sharamentsa (co-
project is financial independence for        ordinates: 2°27’50’’ south/76°59’40’’
the community so that in future it will     west), province of Pastaza, is on the
be able to meet the costs of, e.g. school   bank of the Río Pastaza, about 30 km
fees, tools, medicines, supply flights       from the Peruvian border, and is cur-
and maintenance of the technical            rently inhabited by twelve families
equipment without the support of reli-      numbering in total 92 people.
ef organizations such as AMAZONICA.              From October 2002 to Septem-
It also aims to set up training and edu-    ber 2007 Sharamentsa was one of

                                                                                          Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                 85
      International




                                                                                                                Scientific
                                                                                                                Tourism Approach
                                                                                                                Various internal and external chan-
                                                                                                                ge factors are threatening the fu-
                                                                                                                ture of the Achuar in their traditi-
                                                                                                                onal environment, the Ecuadorian
                                                                                                                old-growth rainforest. To allow this
                                                                                                                unique culture to determine its own
                                                                                                                way of life in the decades to come,
                                                                                                                it is necessary to create training
                                                                                                                and educational facilities, build up
                                                                                                                a local economy and thus financial
                                                                                                                independence and promote the in-
                                                                                                                digenous cultural identity.

                                                                                                                Scientific tourism offers a realistic
                                                                                                                concept for combining these three
                                                                                                                components with lasting effect and
                                                                                                                contributing towards the preservati-
                                                                                                                on of this culture. This form of tou-
                                                                                                                rism acts as a source of income for
                                                                                                                a network of communities living in
                                                                                                                harmony with nature, allows the lo-
                                                                                                                cal population to participate in edu-
     with nature. This form of tourism al-       tractual agreements to make availab-         Heike Schilling   cation in a new way through access
     lows the Achuar to help their guests        le to the library, and therefore to the                        to books, research materials and the
     from the Academy with their research        community, all work carried out as                             Internet and allows an intercultural
     project as partners. This is in contrast    part of this project and to share with                         exchange between equals in which
     to “classical tourism” which in such        the indigenous communities involved                            the Achuar are partners who help
                                                                                                                the guests from the Academy with
     an environment runs the risk of beco-       in the AMAZONICA Academy any in-
                                                                                                                their research work.
     ming voyeuristic and degrading the          come from the research findings. This
     Indígenas to exotic entertainers for        measure is intended to guarantee the                           The concept of scientific tourism
     adventure-seeking tourists.                 best possible protection for the intellec-                     was developed for universities
          In this context the concept of sci-    tual and material property rights of                           worldwide to offer on-site work-
     entific tourism for universities was        the Indígenas.                                                 shops, seminars and case studies
     developed worldwide to offer on-site                                                                       and for students taking diploma
     workshops, seminars and case stu-           Concept                                                        exams, doctoral candidates and
     dies, and for students taking diplo-        Participants in the project are the com-                       other groups interested in research,
     ma exams, doctoral candidates and           munity of Sharamentsa (provision of                            who want to do research and work
                                                                                                                in an intact old-growth rainforest
     other groups interested in research,        land and construction materials; ser-
                                                                                                                environment. In contrast to “clas-
     who want to do research and work in         vice), the AMAZONICA foundation
                                                                                                                sical tourists” these visitors do not
     an intact old-growth forest environ-        (provision of the infrastructure and
                                                                                                                come with particular expectations,
     ment. In contrast to classical tourists,    logistics), the University of Applied                          but to fulfil a concrete scientific mis-
     the scientists do not come with parti-      Sciences München (responsible for the                          sion. In the process the Achuar act
     cular expectations, but to fulfil a sci-     marketing of the Science Campus and                            as equal partners to the scientists.
     entific mission.                             contact for universities worldwide)                            The opportunity to share their tra-
          Setting up a research station,         and the University of Cuenca (respon-                          ditional knowledge serves not as a
     complete with library, makes it easier      sible for basic training of the Achuar in                      means to exploit them but, through
     for the population to access books, re-     the Hospitality sector).                                       clear and agreed contractual rules,
     search materials and, in future, the             The dissertation by Heike Schilling,                      to protect their material and intel-
                                                                                                                lectual property rights.
     Internet as well. The active exchange       a student of Tourism Management
     between researchers and hosts allows        at the University of Applied Sciences
     them to participate in a new educa-         München, forms the theoretical basis
     tional experience. The intercultural        for the development of community-
     exchange is thus a process between          based scientific tourism in Sharament-
     equals and encourages the indigenous        sa. Owing to her previous study of eth-
     population to be proud of their cultu-      nology, she takes for example cultu-
     ral identity.                               ral aspects into account and weighs
          The precondition for working with      up the opportunities and risks for the
     scientists and their institutions is con-   Achuar.

86     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                            International




Interkulturelle Kommunikation
in Spanien und Lateinamerika

                          Irmela Neu     formen unterschiedlicher Kulturen.        kosten abfängt. In Spanien hat die Re-
                                         Dazu gehören religiöse Prägungen          gierung Zapatero vor einigen Jahren

D     as Thema Interkulturelles Trai-
      ning in Spanien und Latein-
amerika ist als zwei Module im Cur-
                                         ebenso wie Lebensgewohnheiten,
                                         Umgangsformen, Kleidung, Höflich-
                                         keit und sprachlich angemessene
                                                                                   eine Kommission eingerichtet, um
                                                                                   zu prüfen, ob die Zeiten der Siesta
                                                                                   nicht zumindest in einigen Regionen
riculum des Bachelor verankert,          Ausdrucksformen, was einige Bei-          Spaniens abgeschafft werden sollten
wobei sich die StudentInnen nicht        spiele für Spanien und Lateinameri-       – zu Gunsten der europaweiten An-
ausschließlich auf Spanien und La-       ka verdeutlichen sollen: In Spanien       gleichung der Bürozeiten. Allerdings
teinamerika konzentrieren, sondern       und Lateinamerika stellt die Familie      fanden die Vorschläge bislang keine
im dritten Semester verpflichtend        noch immer einen wichtigen Bezugs-        weit reichende Zustimmung.
auf die Grundlagen von Intercultural     punkt dar. Dies wirkt sich sowohl auf         Der deutschen Kultur wird nach-
Training in englischer Sprache und       die Zeitgestaltung aus als auch auf die   gesagt, dass sich Werte wie Arbeit,
wahlweise zu Frankreich und der          Gespräche, die das Thema der Eltern       Pünktlichkeit und Zielorientierung
Francophonie oder zu Spanien und         oder Kinder wie selbstverständlich        zu einer Lebensform des Lebens, um
Lateinamerika; im fünften Semester       einschließen. Allerdings verändern        zu arbeiten, verselbstständigen. Cabe-
belegen sie wie im dritten das inter-    sich die traditionell geprägten For-      zas cuadradas oder Cabezas cuadricu-
kulturelle Training zur anglophonen      men des Zusammenlebens im Zuge            ladas wird dann hinter vorgehaltener
Welt und wahlweise zur francopho-        der Globalisierung vor allem in den       Hand gemunkelt, was mit engstirnig
nen oder hispanophonen.                  Großstädten wie in den industriali-       oder auch stur zu übersetzen wäre. Al-
     Der Forschungsbereich der In-       sierten Ländern hin zu Singlegesell-      lerdings habe ich auch immer wieder
terkulturellen Kommunikation ent-        schaften. Dennoch: Es ist nach wie        spanische und lateinamerikanische
stand vor allem in den USA in den        vor üblich, dass junge Paare noch         Kollegen erlebt, die spätestens nach
Bereichen der Ethnologie, Linguistik     lange bei den Eltern oder in der Nähe     einem Abend im Biergarten oder gar
und Soziologie in den 60er- und 70er-    der Großfamilie leben. Treffen und        nach dem Besuch vom Oktoberfest
Jahren des 20. Jahrhunderts aus zwei     Feiern mit Freunden hat ebenfalls         aus dem Staunen über die feierfreu-
Richtungen: zum einen der Untersu-       eine hohe Priorität – bisweilen so        digen Deutschen gar nicht heraus-
chung indianischer Kulturen (Hopi,       hoch, dass Verspätungen zu weiteren       kamen. Beim Thema Feiern und Ar-
Navarro), die sich von ihrer Tradition   Verabredungen als zweitrangig ange-       beiten kommen sicher historische
erheblich von der US-amerikanischen      sehen werden. Doch Vorsicht, im be-       Faktoren zum Tragen.
unterschieden, und zum anderen der       ruflichen Umfeld wird Pünktlichkeit            Wie der Jurist, Nationalökonom
multikulturellen Gesellschaft, die zu    verlangt.                                 und Mitbegründer der Soziologie
Cross-cultural Studies anregten. In           Wegen der längeren Mittagspau-       Max Weber (1864-1920) nachwies –
dem Maße, wie multinationale Un-         se, der so genannten Siesta, hält sich    er hatte 1919/1920 den Lehrstuhl für
ternehmen ihre Produktionsstätten        hartnäckig die Meinung, Spanier und       Nationalökonomie an der Münchener
in verschiedene Kontinente und Län-      Lateinamerikaner seien (etwas faule)      Universität inne –, besteht ein enger
der auslagerten, zeigte sich die Not-    Lebenskünstler, die arbeiten, um zu       Zusammenhang zwischen der protes-
wendigkeit, internationale Teams         leben; Siesta und Fiesta sei ihr Le-      tantischen Ethik, dem Stellenwert der
z.B. durch spezielle Mitarbeitertrai-    bensmotto, sie würden lieber feiern       Arbeit und der Industrialisierung zum
nings zu kulturellen Unterschieden       als das, was deren Kritiker als „ar-      einen und eher barocken, sinnlichen
von Kommunikationsformen auf             beiten“ bezeichnen. Ein Blick auf die     Lebensformen katholisch geprägter        Oaxaca, Mexiko
eine erfolgreiche Zusammenarbeit         Arbeitszeiten belehrt eines Besseren:
vorzubereiten. Interkulturelles Ma-      In vielen Büros wird ebenso wie in an-
nagement bezieht sich auf kulturell      deren Ländern Europas um 9:00 Uhr
unterschiedliche Führungsstile und       begonnen. Die Mittagspause liegt
Organisationsentwicklungen, deren        zwischen 14:00 Uhr und 16:00 Uhr
Kenntnis und Berücksichtigung für        oder 16:30 Uhr, die nachmittäglichen
erfolgreiche Geschäftsabschlüsse und     Arbeitszeiten in den Büros erstrecken
-abläufe unabdingbar ist.                sich bis in den frühen Abend, bis 19:30
     Die interkulturelle Kommunika-      Uhr oder 20:00 Uhr. Je nach Einkom-
tion vermittelt durch verschiedene       menssituation kann es auch sein,
Methoden Kenntnisse über Werte,          dass eine Zweitarbeit oder -beschäfti-
Normen und (sprachliche) Umgangs-        gung die steigenden Lebenshaltungs-

                                                                                      Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport          87
      International




     Kulturen zum anderen. Die katho-         wann wer und in welchen Situationen
     lisch geprägten Kulturen wie Spani-      mit du oder Sie anzureden ist, denn es
     en und Lateinamerika kennen mehr         gilt nur im Allgemeinen, dass im his-
     Feste, so etwa zu Ehren von Heiligen,    panophonen Raum schneller geduzt
     wie die Noche de San Juan, eine in       wird. Ein zentrales Thema ist die Fra-
     ganz Spanien gefeierte Tradition, die    ge, ob überhaupt und wie Ablehnung
     in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni    bzw. Kritik geäußert wird. Dem di-
     stattfindet. In Lateinamerika gibt es     rekten Stil deutscher Gesprächspart-
     eine Reihe von Festen, die deutlich      ner entspricht eher ein Nein oder
     Spuren eines kulturellen Synkretis-      eine direkte Kritik, während im hi-
     mus zeigen. Darunter ist im Bereich      spanophonen Raum verbindlichere
     der Kunst, der Religion, der Lebens-     Formen der Aussage wie „wir könnten
     gestaltung die Herausbildung neuer       so, aber auch so“ ebenso üblich sind
     Formen aus der Verschmelzung der         wie das Erzählen von Begegnungen
     indigenen Kulturen mit der impor-        oder Geschichten, die eine mehr oder
     tierten europäischen zu verstehen.       weniger verschlüsselte Botschaft ent-
     Synkretismus nimmt z.B. die As-          halten.
     pekte unterschiedlicher Religionen            Als so genannte Does and Don’ts       Peru-Rail auf dem   Lateinamerika (500 Mio. Menschen)
     bewusst auf und formt sie zu etwas       werden nützliche Handlungsanwei-           Weg zum Machu       weist eine Vielzahl (etwa 700 gespro-
                                                                                         Picchu
     Neuem. Ein Beispiel hierfür ist der so   sungen gebündelt, die es ermögli-                              chene) indigener Sprachen auf, die
     genannte Día de los Muertos in Mé-       chen, sich in der entsprechenden                               auch heute noch gesprochen und
     xico, das mexikanische Totenfest am      Kultur in beruflichen und privaten                              zum Teil als ko-offizielle Sprachen an-
     2. November, neben dem Fest der          Situationen so zu bewegen, dass Fett-                          erkannt werden. Indigene Sprachen
     Jungfrau von Guadalupe am 12. De-        näpfchen vermieden werden.                                     sind vor allem in Peru, Guatemala,
     zember, das bedeutendste Fest Me-             Was die sprachliche Seite betrifft,                       Bolivien und Paraguay, weniger in
     xikos. Es ist ein fröhliches, ausge-     gehört zur interkulturellen Kommu-                             Mexiko, Ecuador and Chile verbreitet.
     lassenes, lebensfreudiges Fest, das      nikation die Klärung der Frage nach                            In absoluten Zahlen gibt es in Mexiko
     auch entsprechend und mit vielen         der Verbreitung des Spanischen. Spa-                           (nach Guatemala, Bolivien und Peru)
     Süßigkeiten in den Büros gefeiert        nisch wird von über 400 Mio. Men-                              die größte Anzahl von Sprechern ei-
     wird. In dieser sehr lebendigen Tra-     schen auf der ganzen Welt gespro-                              ner indigenen Sprache. In allen an-
     dition kommt ein Verhältnis zum          chen, davon in 21 Ländern (Spanien,                            deren lateinamerikanischen Ländern
     Leben und Tod zum Ausdruck, das          19 Länder Lateinamerikas und in                                ist die Anzahl der Personen, die indi-
     von den culturas prehispánicas, den      Äquatorial-Guinea in Afrika) als of-                           gene Sprachen sprechen, verschwin-
     vorspanischen Kulturen geprägt ist       fizielle Sprache. Der Anteil der Spa-                           dend klein.
     und gleichermaßen als christliches       nischsprechenden in den Vereinigten                                 In Peru ist Quechua neben Spa-
     Fest gefeiert wird – nicht nur in Mé-    Staaten beträgt mittlerweile 12%,                              nisch zweite Amtssprache. Das im
     xiko, sondern auch in anderen Län-       auch in Brasilien (Portunhol), Belize,                         Hochland Ecuadors verbreitete, mit
     dern, z.B. den Andenländern. Formen      Marokko, Westsahara, auf den Nieder-                           Quechua verwandte Kichwa (oder
     von Synkretismus zeigen sich auch        ländischen Antillen und den Philip-                            Quichua) ist dort zwar nicht Amts-
     in der Bedeutung von Daten, Num-         pinen wird Spanisch von einem gro-                             sprache, jedoch verfassungsmäßig
     mern, Farben und Wochentagen. Ein        ßen Bevölkerungsanteil gesprochen.                             anerkannt. In Bolivien haben Ayma-
     Beispiel: Der Dienstag, der martes,      Spanisch ist damit, nach Chinesisch,                           ra, Quechua und Guaraní im Tiefland
     der Tag des Kriegsgottes Mars, wird      Hindi und Englisch, die weltweit am                            neben dem Spanischen ko-offiziellen
     in einigen Regionen als ein poten-       häufigsten gesprochene Sprache und                              Status. Guaraní ist neben Spanisch
     zieller Unglückstag angesehen, was       gewinnt als Weltsprache mehr und                               eine der offiziellen Sprachen Paragu-
     ein Refrain zum Ausdruck bringt: En      mehr an Bedeutung. In Spanien gibt                             ays, wo es von einer zweisprachigen
     martes, ni te cases ni te embarques.     es weitere Sprachen in einigen Regi-                           Mehrheit verwendet wird. Die Spra-
     An einem Dienstag sollst du weder        onen, den Comunidades Autónomas,                               chen haben inzwischen eine Schrift-
     heiraten noch dich einschiffen.          allen voran das Katalanische, eine                             form nach dem lateinischen Alphabet
         In der Kommunikation kommen          vom Latein abstammende roma-                                   und werden in Programmen der Edu-
     kulturelle Unterschiede z.B. in Höf-     nische Sprache, der in Cataluña, mit                           cación Intercultural Bilingüe (EIB),
     lichkeitsformen zum Ausdruck, so in      Varianten auch in Valencia, Islas Bale-                        der Interkulturell zweisprachigen
     der Anrede mit Titeln und Berufsbe-      ares, in den Autonomiestatuten eine                            Bildung unterrichtet. Während eines
     zeichnungen in Lateinamerika, die        gleichberechtigte Stellung als offizi-                          Praxissemesters war ich in Cocha-
     früher in Europa üblich waren, und       elle Sprache zuerkannt wird. Dassel-                           bamba, Bolivien, im Projekt der Deut-
     die heute in Österreich anzutreffen      be gilt für das Baskische, einer nicht                         schen Gesellschaft für technische Zu-
     sind. Die Frage nach dem Duzen und       vom Latein abstammenden Sprache.                               sammenarbeit (gtz) PROEIB Andes
     Siezen (tú, usted, vosotros, ustedes,    Die Gründe für die Mehrsprachigkeit                            (Programa de Educación Intercultu-
     vos) erfordert genauere Kenntnisse,      Spaniens sind historisch erklärbar.                            ral Bilingüe) tätig; es handelt sich um

88     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                       International




einen Magister-Studiengang für post-      und Pflichten wahrnehmen. Dies un-
graduierte Studenten aus den sechs        terscheidet sich von dem Ansatz der
Andenländern. Bei Besuchen in den         Multikulturalität, in dem verschie-
weit abgelegenen Landschulen im           dene Kulturen nebeneinander leben,
Umfeld von La Paz und in der Nähe         wobei die jeweilige nationale Verfas-
der alten Silbestadt Potosí im An-        sung als Rechtsgrundlage gilt. Gleich-
denhochland wurde mir klar, welche        zeitig soll alten Traditionen wie Ver-
Vielfalt in den Ländern Lateinameri-      antwortung für die Gemeinschaft ein
kas nebeneinander besteht. Auf der        neuer Stellenwert eingeräumt wer-
einen Seite Lebensformen in Rund-         den. In der Interkulturellen Kommu-
hütten wie zur grauen Vorzeit, die        nikation wird zwischen kollektivis-
Feldbestellung mit Holzpflug, ohne         tischen und individualistischen Aus-
Elektrizität, Wasser und Straßen – die    richtungen unterschieden. Die Poli-
Kinder hatten Schulwege von zwei          tik in den Ländern zielt darauf ab, die
Stunden zu Fuß pro Weg –, auf der         kollektivistischen Werte zu stärken,
anderen Seite Großstädte mit Vier-        damit sie nicht in den individualis-
teln, die auch in Europa sein könnten.    tischen der Wettbewerbsgesellschaft
Luxus- und Elendsviertel liegen dicht     untergehen.
beieinander; das Personal der armen            Da die indigenen Kulturen ein
Viertel arbeitet zum Teil bei den Rei-    ausgeklügeltes System des gemein-
chen. Die Landflucht führt zu einem        schaftlichen Eigentums, der Wohn-
schnellen Anwachsen der Städte und        formen und des Zusammenlebens
bringt das Auseinanderbrechen sozi-       kannten, scheint mir die kollektivis-                   die natürlichen Ressourcen erschließt
aler Strukturen wie Familien mit sich.    tische Ausrichtung in diesem Konti-                     und nutzbar macht. Nachhaltigkeit ist
Die Suche nach Überlebensmöglich-         nent ein besonderes, historisch ver-                    ein erklärtes Ziel, das bisweilen kurz-
keiten und nach Arbeit wird von dem       mitteltes Erbe zu sein. Hiermit ist                     fristig einträglichen, doch wenig um-
Wunsch nach Modernisierung beglei-        gemeint, dass die Gemeinschaft und                      weltfreundlichen und die lokale Be-
tet, sodass Spanisch und Englisch die     Freundschaft einen prioritären Stel-                    völkerung fördernden Projekten zum
indigenen Sprachen zurückdrängen.         lenwert im eigenen Leben einnimmt.                      Opfer fällt. In den Ländern mit einem
Dem steht deren bewusste Förderung        Ein Beispiel aus Mexiko: Ich wollte                     hohen indigenen Anteil ist der Ethno-
entgegen. In Ländern wie Venezuela,       im Rahmen meiner Vorlesungen im                         tourismus in Mode gekommen. Auch
Ecuador und Bolivien verbinden die        Magisterstudiengang an der Univer-                      Kultur-, Öko-, Abenteuer- und Natur-
Regierungen ihre indigenistische Po-      sidad Pedagógica Nacional in Oaxaca,                    tourismus erfreuen sich größerer Be-
litik mit dem Versuch, Lateinamerika      México, von den postgraduierten Stu-                    liebtheit. Außerhalb von den bereits
als Kontinent in einer anti-imperialis-   denten wissen, was sie zu einem teil-                   bestehenden Touristenzentren tref-
tischen Politik zu stärken. In Bolivien   weise mit großen Mühen und Opfern                       fen Menschen völlig verschiedener
fand am 25. Januar 2009 ein Referen-      verbundenen weiteren Studium mo-                        Kulturen aufeinander. Ein Beispiel
dum über die neue Verfassung statt,       tivierte. Einhellig erklärten sie mir,                  aus Perú: Zwischen Cuzco und Machu
die mehrheitlich (60% Ja-Stimmen)         dass sie Qualifikationen erwerben                       Picchu verläuft eine Eisenbahnlinie,
angenommen wurde. Diese wird im           wollten, die sie dazu befähigten, wich-                 die Touristen zu einem der Highlights
Sinne des Regierungsprogrammes            tige Ämter wie Bürgermeister, Schul-                    von Lateinamerika bringt (Machu Pic-
von Präsident Evo Morales die Rech-       direktor etc. kompetent wahrzuneh-                      chu). Auf der Bahnstrecke liegen wei-
te der indianischen Bevölkerungs-         men. Zudem wollten sie als Lehrer                       tere touristische Sehenswürdigkeiten
mehrheit stärken und sie mehr am          den Schülern mehr bieten als das, was                   wie Ollantaytambo. Nun versuchen
Wohlstand des Landes beteiligen. Die      sie ohnehin schon kannten. Wer Wis-                     die Gemeinden der Umgebung mit
neue Verfassung soll den Ureinwoh-        sen erwirbt, soll es auch weitergeben                   staatlicher Unterstützung aus Lima,
nern Boliviens Land und eine eige-        und anwenden – und zwar dort, wo                        den so genannten turismo vivenci-
ne Justiz (soweit im Einklang mit der     Unterstützung durch Freunde und                         al, Wohnen unter einem Dach, aufzu-
Verfassung) zusichern. Zur Zeit der       Familie gegeben war oder ist, und wo                    bauen. Die Weberinnen und Bauern
spanischen Kolonialherrschaft be-         nun eine Gegenleistung ansteht.                         der Region haben ihre alten Häuser
gangenes Unrecht an den Indianern              Interkulturelle Kommunikation                      teilmodernisiert, also mit einem Bad
soll wieder gutgemacht werden.            für den Tourismus scheint mir not-                      ausgestattet, die alten Küchen hygie-
     Die Stärkung der Rechte verfolgt     wendiger denn je zu sein. In Latein-                    nischer gestaltet. Nun springen kei-
das Ziel, Aspekte der ciudadanía inter-   amerika steht der Ausbau des Touris-                    ne cuys – andine Meerschweinchen –
cultural, der interkulturellen Staats-    mus als Beitrag zur Modernisierung                      am Boden mehr herum, die ihrerseits
bürgerschaft, zu fördern. Sie geht von    und Entwicklung der Länder oben-                        den Rauch der Holzöfen brauchten.
der Gleichberechtigung der Kulturen       an. Es soll ein Ausgleich für die Land-                 Eine beidseitige interkulturelle Vor-
aus, die auf der Grundlage der Verfas-    flucht, Verstädterung und Ungleich-                      bereitung von Touristen und Anden-
sung ihre staatsbürgerlichen Rechte       heit geschaffen werden, indem man                       bewohnern ist in Planung.

                                                                                    Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport           89
      Alumni




     Karrieren –
     Ehemalige stellen sich vor!


                                              sowohl im akademischen Austausch         Ort (kleine Klassen, internationale Studentenschaft, Eng-
                                              als auch im Rahmen der Praktika          lisch als Unterrichtssprache, Gastdozenten aus der Praxis)
                                              anboten. Als Italienfan mit entspre-     trugen ebenfalls dazu bei, mich für diesen Bereich nach-
                                              chenden Sprachvorkenntnissen hat         haltig zu begeistern.
                                              mich das erste Praxissemester dann           Im zweiten Praxissemester legte ich die Priorität auf
                                              auch nach Siena verschlagen, wo ich      den Inhalt und nicht das Land – deshalb blieb ich in Mün-
                                              in einem kleinen Reisebüro arbeitete.    chen und fand eine Stelle bei Air Mauritius. Die Arbeit bei
                                              Wenn auch von der Tätigkeit her si-      einer Airlinevertretung mit angeschlossenem Fluggroß-
                                              cherlich nicht die ultimative Heraus-    händler gab mir Einblicke in das Transportwesen, was bis
                                              forderung, so erlaubte es mir doch       heute noch eine nachhaltige Faszination auf mich ausübt.
                                              einen Einblick in einen zentralen Be-    Spannend und abwechslungsreich, aufgrund der geringen
                                              reich der Tourismusbranche: Bera-        Größe auch mit Einblicken in ganz unterschiedliche Be-
                                              tung und Verkauf des Endkunden.          reiche wie Flughafenabfertigung, Kapazitätsplanung, Aus-
                                                  In einem anderen Land zu leben       lastungen – und wieder der Kontakt mit einer teils sehr
     Andreas Hauser                           und zu arbeiten war spannend und         fremden Kultur.
     Consultant für internationale Touris-    ernüchternd zugleich. Zum einen un-          Nach einem Jahr Auszeit zum Reisen ging es für ein
     musplanung und -entwicklung, inter-      terschied sich der Aufenthalt sehr von   Doppel-Diplom nach Bilbao/Spanien. Nach kleinen An-
     kultureller Managementtrainer und        der vormals erlebten Leichtigkeit di-    fangsschwierigkeiten kamen die Vorteile: interkulturelles
     Hochschul-Dozent                         verser Urlaubsreisen und die tagtäg-     Lernen in Reinkultur, Einblicke in unterschiedlichste The-
                                              lichen Probleme glichen sehr denen       men zu Sport-, Tourismus- und Kulturmanagement, starke
                                              in Deutschland. Zum anderen machte       akademische Ausrichtung bei der Diplomarbeit. Und wie-
                                              es auch viel Spaß, den Umgang in ei-     derum waren viele Fächer und Studienarbeiten auf den
     Augenblicke einer Karriere:
                                              ner fremden Sprache zu erlernen,         Bereich der Tourismusplanung abgezielt, was sich klar als
     Tourismusstudium als Quelle
                                              und gleichzeitig die kulturellen Un-     das von mir favorisierte Arbeitsgebiet herausstellte.
     der Möglichkeiten
                                              terschiede zu entdecken und sich auf         Nach erfolgreichem Abschluss des Diploms in Spanien
     15 Jahre ist mein Studiumsbeginn         sie einzustellen: Umgang mit Zeit,       und in München begann dann der Ernst des Lebens – Aller
     in München nun her, und wenn ich         Geduld beim Warten, intensive per-       Anfang war schwer, und beinahe wäre ich damals aus Man-
     diese Spanne im Zeitraffer zurück-       sönliche Betreuung der Kunden.           gel an Alternativen bei einer Fluglinie gelandet. Doch nach
     blicke, fallen mir die gegensätzlichen       Nach diesen Erfahrungen im Aus-      fast einem halben Jahr Wartezeit ergab sich dann die Mög-
     Stationen umso klarer ins Auge: vom      land stand für mich fest, dass ich die   lichkeit für den perfekten Berufseinstieg bei einem deut-
     Studenten zum internationalen Do-        Chance auf ein Erasmus-Semester          schen Beratungsunternehmen mit Schwerpunkt Freizeit
     zenten; vom Freizeitreisenden zum        unbedingt nutzen wollte. Die NHTV        und Tourismuswirtschaft als Junior-Consultant. Die ersten
     interkulturellen Managementtrai-         in Breda/Niederlande machte in der       Monate waren hart: neue Kleiderordnung, lange Arbeits-
     ner; vom Praktikanten zum selbst-        Präsentation einen besonders guten       zeiten und langweilige Projekttätigkeiten. Doch dann die
     ständigen Tourismusberater in Euro-      Eindruck, und so entschied ich mich      Wende, es tat sich eine Stelle im Expo-2000-Team auf, das
     pa, Lateinamerika und der arabischen     für unser Nachbarland, das ich bis da-   die Weltausstellung in gastronomischen Fragen beriet. Da-
     Welt.                                    hin noch gar nicht kannte.               mit begann der Berateralltag: Leben im Hotel, Ganztages-
          Bei Studienbeginn 1993 war mir          Das dort angebotene „Inter-          meetings, Arbeit bis spät in die Nacht, Verhandlungsma-
     – vielleicht als einem der wenigen –     national Tourism Management              rathons. Eine Zeit mit anhaltendem Lerneffekt, sowohl im
     ziemlich klar bewusst, auf was ich       Consultancy“-Programm sollte sich        Umgang mit unterschiedlichen Kulturen als auch mit den
     mich einlasse. Eine klare Idee, wel-     für meine berufliche Zukunft als         Anforderungen der täglichen Geschäftswelt.
     chen beruflichen Weg ich mit dem          richtungsweisend herausstellen. Des-         Es folgte das erste wirkliche Tourismusprojekt: Er-
     Abschluss eines Dipl.-Betriebswirts      tinationen zu planen, Strategiekon-      stellung des touristischen Masterplans für Mauretanien.
     (FH) Fachrichtung Tourismus einmal       zepte für Urlaubsziele zu entwi-         Das war der Auftakt zur Ausweitung meiner beruflichen
     einschlagen würde, hatte ich dagegen     ckeln, in den frühen Stadien der tou-    Tätigkeit in der Tourismusberatung. Es folgte eine Reihe
     nicht.                                   ristischen Wertschöpfungskette zu        von Projekten in der Arabischen Welt (Touristischer Mas-
          Schon früh wollte ich die inter-    agieren – dieses Feld übte auf mich      terplan für Katar, Konzeptstudie für ein Hotelressort im
     nationalen Möglichkeiten des Stu-        einen besonderen Reiz aus. Und die       Oman), bei denen ich schrittweise in die Rolle des Pro-
     dienganges wahrnehmen, die sich          exzellenten Studienbedingungen vor       jektleiters hineinwuchs. Dann war ich bereit, eigenver-

90     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                  Alumni




antwortlich die Führung von Bera-         Kommunikation, Verhandlungsbe-
tungsprojekten in Lateinamerika zu        reitschaft, Geschichtenerzählungen,                    Hendrik David
übernehmen (Touristischer Master-         persönliche Kontakte und arabische
plan Las Perlas Inseln in Panama,         Lebenskunst.                                           Nach meiner Ausbildung zum Reisever-
Neukonzeptionierung einer Hotel-              Das Sammelsurium an positiven                      kehrskaufmann zog es mich mithilfe des
anlage auf Isla Margarita/Venezuela,      und negativen Erfahrungen in Syrien                    zweiten Bildungsweges von Husum nach
Hotelstudie in Panama).                   legte den Grundstein für die nächs-                    München. Nach den Jahren an der Nord-
    Die Arbeit in den interdiszipli-      te Stufe der beruflichen Weiterent-                     see sollte es endlich in die Nähe der Berge
nären Teams, die aus Umweltex-            wicklung nach meiner Rückkehr. Mit                     gehen. Das Studium an der FH München
perten, Stadtplanern, Architekten,        der Entscheidung für einen englisch-                   ermöglichte mir, sehr viel für meinen
Ingenieuren und Touristikern zu-          sprachigen MBA in International Ma-                    beruflichen Werdegang zu lernen. Es war
sammengesetzt waren, stellte dabei        nagement Consulting nahm ich nach                                              für mich eine Zeit,
besondere Herausforderungen – vor         acht Jahren Arbeitserfahrung meine                                             in der nicht nur
allem in dem interkulturellen Umfeld      akademische Ausbildung wieder auf.                                             Wissen vermittelt
                                                                                                                         W
der Auftraggeber. Doch die Anerken-       Zusätzlich zu meiner Tätigkeit als                                             wurde. Nach dem
                                                                                                                         w
nung und die Erfolge in der Projekt-      Tourismusberater begann ich, mei-                                              schnell absolvierten
                                                                                                                         s
arbeit machten die Mühen doppelt          ne Erfahrungen in Lateinamerika                                                Grundstudium, mit
                                                                                                                         G
wieder wett – mit dem besonderen          und der arabischen Welt in Form von                                            Teilnahme an zahl-
                                                                                                                         T
Highlight, der Präsidentin Panamas        interkulturellen Managementtrai-                                               reichen Lerngrup-
                                                                                                                         r
die Ergebnisse vorzustellen.              nings weiterzugeben. Und schließ-                                              pen, ging es in das
                                                                                                                         p
    Dann ging nach einer Reihe von        lich nahm ich die Möglichkeit wahr,                                            Auslandssemester
                                                                                                                         A
Managementfehlern die Firma, bei          mein Wissen in Form von Seminaren                                              nach Málaga. An-
                                                                                                                         n
der ich arbeitete, pleite und es er-      zu Tourismusplanung, Wirtschafts-                                              schließend legte ich
                                                                                                                         s
gab sich eine komplett neue Heraus-       ethik und interkultureller Kompetenz                                           im Rahmen meines
forderung: Mit einem kleinen Ein-         an internationalen Universitäten und                                           Praktikums bei der
                                                                                                                         P
stiegsprojekt wagte ich schließlich       Hochschulen (unter anderem auch                        touristischen Unternehmensberatung Dr.
den Sprung in die Selbstständigkeit.      an der Hochschule München) weiter-                     Fried & Partner den Grundstein für mei-
Das erste halbe Jahr war extrem hart:     zugeben.                                               ne erste Arbeitsstelle nach der Zeit an der
Nicht ein einziger Auftrag folgte. Alle       Seit dem Beginn meines Studi-                      Fachhochschule. Zum Abschluss meines
Versuche, Projekte in Deutschland         ums vor 15 Jahren habe ich Reisen                      Studiums ermöglichte mir die Deutsche
oder im Ausland an Land zu ziehen,        in über 70 Länder der Welt gemacht                     Bahn, eine Diplomarbeit über die Einfüh-
schlugen fehl oder wurden auf die         und in vier Kontinenten gearbeitet.                    rung eines Semestertickets in München
lange Bank geschoben. Ein zweimo-         Im Rückblick weiß ich es heute mehr                    zu schreiben. Dieses seit langen Jahren in
natiges Weltbank-Projekt in Mexiko        denn je zu schätzen, welche Möglich-                   der Stadtpolitik, bei den Verkehrsträgern
gab mir das Selbstvertrauen und die       keiten sich mir durch mein Touris-                     und unter Studentenvertretern stark dis-
Zuversicht wieder. Und als sich mir       musstudium in München geboten                          kutierte Thema begleitet mich bis heu-
danach die Chance eröffnete, für ein      haben. Ich hatte die Chance, wichtige                  te. Anfang 2005 begann ich als Consul-
Jahr als Tourismusberater nach Da-        Erfahrungen zu machen, und habe                        tant bei Dr. Fried & Partner. In dieser Zeit
maskus/Syrien zu gehen, nahm ich          somit den Grundstein für meine                         habe ich unterschiedliche Beratungspro-
diese einmalige Gelegenheit wahr.         heutige Tätigkeit gelegt. Und auch ei-                 jekte im Auftrag von Reiseveranstaltern,
    Dort erfuhr ich, was es heißt, in     nen nicht unwesentlichen Teil meiner                   Leistungsträgern und Vertriebsorgani-
einem Entwicklungsland zu arbeiten,       persönlichen Entwicklung verdanke                      sationen begleitet und durchgeführt. Im
das sehr langsam dabei war, sich von      ich den Gelegenheiten, die sich mir                    Frühjahr 2009 stelle ich mich einer neu-
35 Jahren Sozialismus zu befreien.        geboten haben.                                         en Herausforderung im Bereich Marke-
Wunderbar gastfreundliche Men-                Ich habe Betätigungsfelder für                     ting und Verkauf beim DAV Summit Club,
schen wurden durch kompletten             mich entdeckt, welche mich heraus-                     der Bergsteigerschule des Deutschen Al-
Mangel an marktwirtschaftlichem           fordern und mir gleichzeitig viel                      penvereins und Reiseveranstalter für ak-
Verständnis kontrastiert, ein auf Hie-    Spaß bereiten. Vielleicht inspiriert                   tive Berg- und Kulturerlebnisse.         .
rarchien und Beziehungen basie-           mein bisheriger Weg den einen oder
rendes System stand im Gegensatz zu       anderen, auch für sich neue Möglich-
einem unermesslichen Reichtum kul-        keiten auszuprobieren und Chancen
tureller und natürlicher Highlights.      wahrzunehmen.
Dadurch wurde schließlich mein Er-
fahrungsschatz auf eine ganz andere
Weise bereichert: Ich ließ mich auf                                                Auch Karriere gemacht?
die Kultur und die Menschen ein, um
Dinge zu lernen, die in meiner deut-                                               Dann meldet euch bei der Redaktion:
schen Art bis dahin nicht stark aus-                                               birgit.dittrich@hm.edu.
gebildet waren: Geduld, indirekte

                                                                                    Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport               91
      Alumni




     Michael O. Littich
     Director of Food & Beverage
     Holiday Inn Munich City Centre

     Spannend und abwechslungsreich – das sind sicher                                           Assistent F&B Manager in Scuol (Graubünden) ging
     die Adjektive, die meinen Weg nach dem Touris-                                             es innerhalb der Kette weiter in den Club Nobilis in
     musstudium an der Hochschule München am be-                                                der Türkei. Nach einer weiteren Saison am Arlberg
     sten beschreiben. Nach der Ausbildung zum Koch                                             wieder zurück an die türkische Riviera, diesmal als
     in einem kleinen Privathotel und einem Zwischen-                                           Food & Beverage Manager. Mit 404 Zimmern, ei-
     stop im Steigenbergerhotel Grafenau hatte ich                                              genem 18-Loch-Golfplatz und 16 F&B Outlets war
     mein Tourismusstudium 1995 am damaligen Fach-                                              Nobils damals der größte Club der 100%igen TUI-
     bereich BWL begonnen. Neben dem Studium war                                                Tochter Robinson.
     mir das Engagement in der Studentenvertretung                                                   Seit Anfang 2008 nun zurück in Deutschland,
     immer wichtig (im Senat der Hochschule und deutsch-          sollte der nächste Schritt in die Business-Hotellerie gehen – am liebsten in einer
     landweit für den Dachverband FUTURISTA).                     großen, internationalen Kette. Die neue Herausforderung war die Position des
         Der Schritt in die Hotellerie wäre nach Ausbildung und   Director of Food and Beverage im größten Holiday Inn auf Kontinentaleuropa,
     Schwerpunktstudium logisch gewesen. Doch ein Angebot         dem Holiday Inn Munich City Centre. Besonders spannend war gleich zu Beginn
     der hochschulnahen TWT AG führte mich drei Jahre lang        der neuen Tätigkeit der Relaunch des Marke Holiday Inn. Als eines der wenigen
     in eine ganz andere Richtung. Meine Aufgaben umfassten       Pilot-Hotels wurde das HI Munich City Centre bereits auf die neuen Anforde-
     Projektmanagement im Bereich Auftragsforschung/-ent-         rungen des Brand-Images umgerüstet. Ziel des weltweiten Projektes ist es, ein
     wicklung und die Koordination des Münchener Business         zeitgemäßes Image, die Steigerung der Qualität und eine bessere Einheitlichkeit
     Plan Wettebewerbs. Der Weg zurück in die Gastronomie         der Marke zu erreichen. Der Relaunch beinhaltet ein neues Serviceversprechen,
     führte über die Interimsgeschäftsführung des Biertem-        ein unverwechselbares Empfangserlebnis für die Gäste und eine frische Aus-
     pels in Bad Tölz für das Hofbräuhaus Traunstein, einem       stattung der Zimmer. Die neuen Markenlogos werden an den Hotels installiert,
     Erlebnisrestaurant. Die nächste Station war der Robinson     die das Relaunch-Programm erfolgreich realisiert haben. Der neue Markenauf-
     Club Alpenrose in Zürs am Arlberg als stellvertretender      tritt soll in allen Holiday Inn Hotels – inklusive der Projekte in Planung – bis
     Restaurantleiter, eines der schönsten Skigebiete Europas     Ende 2010 realisiert werden. Weltweit sind davon 3.125 Hotels der Brands Holi-
     mit Stars und Sternchen. Über einen Zwischenstop als         day Inn, Express by Holiday Inn und Holiday Inn Express betroffen.




     Markus Schlichenmaier

     Markus Schlichenmaier (Jahrgang 1976) ist Seniorberater bei Wilde & Partner
     Public Relations. Die vielfach ausgezeichnete Münchner Agentur zählt als Kom-
     munikationsspezialist für die Segmente Travel & Tourism, Transport & Logis-
     tics sowie Hospitality & Lifestyle zu den führenden PR-Agenturen im deutsch-
     sprachigen Raum. Im Jahre 2008 wurde Wilde & Partner branchenübergrei-
     fend zu Deutschlands „PR Agentur des Jahres“ gewählt. Seit vier Jahren betreut
     Markus Schlichenmaier den Kunden Emirates und ist innerhalb der Agentur
     zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der in Dubai beheimateten
     internationalen Fluggesellschaft.
          „Gerade bei einem globalen und so rasant wachsenden Unternehmen wie
     Emirates umfasst der PR-Bereich ein sehr abwechslungsreiches sowie dyna-
     misches Arbeitsumfeld und stellt einen täglich vor neue kommunikative He-
     rausforderungen. Neben der täglichen Pressearbeit sind die Gründung der
     eigenen Premium-Hotelgruppe, das FIFA-Sponsoring während der Fußball-
     Weltmeisterschaft 2006, spektakuläre ITB-Auftritte, das neue Mega-Terminal
     in Dubai sowie die Erstauslieferung des Airbus A380 PR-Aufgaben, die in die-      Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Fachbereich erfolgte
     ser Vielfalt und Aufgabenstellung anspruchsvoll und beispiellos sind“, so der     sein praktischer Einstieg in die PR in der Kommunikati-
     Dipl.-Betriebswirt.                                                               onsabteilung der Hamburg Tourismus GmbH, wo er auch
          Als Leiter des mehrköpfigen Aviation-Teams ist Markus Schlichenmaier ver-     seine Diplomarbeit schrieb.
     antwortlich für Agenturkunden aus dem Bereich Luftfahrt. Besonders der Be-            Markus Schlichenmaier ist regelmäßig Gastredner
     reich Krisen-Kommunikation ist einer seiner weiteren Themenschwerpunkte.          zum Thema „PR im Tourismus“ an der Fakultät für Tou-
          Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung zum Reiseverkehrskauf-           rismus der Hochschule für angewandte Wissenschaften -
     mann bei Thomas Cook war für ihn klar, dass ein weiterführendes Studium im        München. Im Jahre 2007 veröffentlichte er einen Fallstu-
     Tourismus unerlässlich ist. Nach intensiver Prüfung fiel seine Entscheidung        dienbeitrag über das InterContinental Berc.
     auf die Fachhochschule München. Nach verschiedenen Seminaren im Bereich



92     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                         Alumni




Andrea Staiger
                                              Nicole Rupp
Inspiriert durch verschiedene Familien-
reisen durch ganz Europa im knallgrünen       Geldtrainerin und Autorin von
VW-Käfer, absolvierte ich zunächst eine       „Haben kommt von Sein –
Ausbildung beim Amtlich Bayerischen           Der Wandel zur erfüllten Geldbeziehung“,
Reisebüro und ging 1991 für eine Saison       www.geldbeziehung.de
als Animateurin und Ausflugsbegleite-
rin in den Club Med Donoratico/Toska-         Mit Beginn meines Studiums an der FH
na und begann direkt im Anschluss mein        habe ich meine mögliche Karriere im ge-
Studium an der FH, heute Hochschule           sicherten Beamtenstatus bewusst been-
                       München. Neben         det, um mir die Tür in die Wirtschaft zu
                       dem Vorsitz der
                       d                      öffnen. Damals war es noch mein Traum,         heitsfindung dankend an. Doch aus
                       SAT und der Mit-
                       S                      Reisejournalistin zu werden. Wie das Le-       der geplanten „Übergangsphase“ ent-
                       begründung von
                       b                      ben so ist, kam natürlich alles anders. Die    wickelte ich mich mit Begeisterung
                       FUTURISTA pepp-
                       F                      insgesamt fast zwei Jahre, die ich wäh-        zur selbstständigen Finanzberaterin
                       te
                       t ich mein Stu-        rend meiner Studienzeit im Ausland ver-        weiter. Nach einiger Reifephase bot
                       dium durch ein
                       d                      brachte, haben mich und meine heutige          ich Anfang 2003 mein erstes öffent-
                       Erasmus-Semester
                       E                      Lebenseinstellung entscheidend geprägt.        liches geldbeziehung®-Seminar an.
                       in
                       i Malaga auf und            Mein freiwilliges erstes Praktikum in     Daraufhin kamen Anfragen für ein-
                       pflegte Kontakte
                       p                      Singapur hatte sich kurzfristig vor Ort zer-   zelne Sitzungen und Begleitungen.
                       und Bankkonto
                       u                      schlagen. Doch während meiner darauf           Seither ist vieles organisch und sta-
im Rahmen von Nebenjobs bei Karstadt          folgenden Abschlussreise erfuhr ich in         bil gewachsen: allem voran meine
Reisebüro, ADAC Reisen und der Futur          Bangkok, dass bei Siemens Ltd. ein Reprä-      beiden Kinder, 2006 mein eigenes
Umwelt- und Tourismusberatung. 1995           sentant für die damals aktuelle ISO-9000-      Buch „Haben kommt von Sein – Der
zog ich nach Hannover und begann ein          Zertifizierung gesucht wurde. Spontan be-       Wandel zur erfüllten Geldbeziehung“,
21-monatiges Management-Trainee-Pro-          warb ich mich und wurde prompt für die         welches im Eigenverlag erschienen
gramm bei der TUI. Bis 2000 war ich dann      einjährige Implementierungsphase als           ist. Es geht mir nicht in erster Linie
als Referentin TUI Vital zuständig für Pla-   Repräsentantin eingestellt. Ich verdiente      um mehr Geld, sondern erst einmal
nung, Einkauf, Kalkulation sowie für Ver-     ein thailändisches Ingenieurs-Gehalt und       um mehr Wertschätzung sich selbst
triebs- und Marketingaktionen. Nach der       lebet in „Präsident Park“ mit nahezu je-       wie auch anderen gegenüber, mehr
Expo zog es mich zurück nach München,         dem Luxus – direkt konfrontiert mit den        Vertrauen und mehr Lebensqualität
denn hier konnte ich mich beim Reisever-      Slums. Das veränderte mein Weltbild. Ich       mit Geld – als gesunde Basis für mehr
kaufssender Sonnenklar.TV kurze Zeit als      habe besitzlose Menschen erlebt, in deren      Geld und einen Sinn stiftenden Um-
Produktmanager und später als Redak-          Augen Lebensfreude und innerer Frieden         gang damit.
teurin und Producerin austoben. Parallel      strahlte und Menschen, denen es trotz               Aktuell bin ich in Verbindung
gab ich mein Wellnessmarketing-Wissen         materiellem Überfluss daran mangelte.           mit einem ehemaligen Konzernge-
als Lehrbeauftragte an die achten Semes-           Mein zweites Auslandspraktikum war        schäftsführer schon dabei, mit eini-
ter des Fremdenverkehrsschwerpunktes          ein spannendes und neues Stiftungspro-         gen erfolgreichen mittelständischen
weiter. Von 2002 bis 2005 übernahm ich        jekt in Costa Rica, welches ich als Basis      Unternehmern ein Folgebuch zu
beim DTI Deutsches Touristik Institut         meiner Diplomarbeit ein Jahr lang be-          veröffentlichen, um Unternehmens-
e.V. das Thema: E-Learning. Dazu zählte       gleitete. Da ich in dem Projekt nicht be-      ethik als Erfolgsbasis weiter zu unter-
unter anderem der Aufbau einer Acade-         zahlt werden konnte, verbrachte ich das        stützen. Mein Eigenverlag entwickelt
my-Plattform für den Dänemark Spezi-          Jahr mit Realtauschgeschäften: Überset-        sich weiter und inzwischen berate
alistenclub und die Erweiterung der LTU       zungen, Presse- und Werbetexte gegen           und unterstütze ich Menschen mit
Touristik Fernschulung um eine Online-        Unterkunft und Verpflegung. Dies hat           ihren eigenen Buchprojektideen. Ich
variante. Seit 2006 bin ich Abteilungslei-    mich nicht nur erfolgreich durch dieses        vermittle Geldpatenschaften, in den
terin Marketingkooperationen, verhandle       Jahr gebracht, sondern mir viele ganz be-      Fällen, in denen ich in den Coachings
mit unseren Touristikpartnern Budgets         sondere Momente und Freundschaften             ein hohes Potenzial erkenne und Ban-
für gemeinsame Marketingaktionen              zu den Menschen geschenkt.                     ken eine Investition scheuen.
und koordiniere mit einem dreiköpfigen              Am Ende des Studiums war mir nach              Bis ich meinen Markt aufgebaut
Team die verschiedenen Co-Marketing-          all der gelebten Vogelfreiheit kein Ange-      hatte, habe ich einige Krisenzeiten
Aktionen, wie Reisebürodekos, Events,         stelltenverhältnis mehr vorstellbar: Ich       durchlebt und dadurch gelernt: Es
Print-/Plakat-/TV- und Onlinekampa-           wollte selbstständig sein – egal wie. Das      gibt nur gute Zeiten in unserem Le-
gnen. Seit 2007 leitete ich zusätzlich das    Angebot, auf selbstständiger Basis den         ben. Diejenigen, die wir sofort genie-
Vertriebsmarketing und koordinierte un-       Innendienst eines kleinen Finanzdienst-        ßen dürfen und diejenigen, in denen
ter anderem den neuen Messeauftritt von       leistungsunternehmens zu unterstützen,         wir in unserem inneren Wachstum
FTI und konzipierte die neue E-Learning-      nahm ich deshalb bis zur weiteren Klar-        herausgefordert sind.
Plattform www.fti-academy.de.

                                                                           Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport               93
      Alumni




     Andrea Vialkowitsch
     Projektleiterin E-Business/Online-Marketing
     BAYERN TOURISMUS Marketing GmbH

     Die gelernte Reiseverkehrskauffrau zog es im Jahr 2000                                           Funktion als Projektleiterin E-Business/
                                                                                                      Fu
     zum Tourismusstudium nach München. Über den Studi-                                               Online-Marketing liegen meine Aufgaben
                                                                                                      O
     enschwerpunkt Fremdenverkehr/Freizeitwirtschaft sowie                                            primär in den Bereichen E-Kampagnen, Me-
                                                                                                      pr
     begleitende Praktika beim dwif in München und der DZT                                            dienkooperationen sowie die Vermarktung
                                                                                                      di
     in Tokio legte sie ihren Fokus schon früh auf den Bereich                                        des
                                                                                                      de Portals www.bayern.by. Toll finde ich,
     des Destinationsmanagements. Der Einstieg in das Thema                                           dass
                                                                                                      da sich meine Wege hier häufig mit ehe-
     Online-Marketing erfolgte über ihre Tätigkeit als Kunden-                                        maligen Kommilitonen, die teils Kunden
                                                                                                      m
     betreuerin im Werbebereich einer auf Tourismus speziali-                                         teils Geschäftspartner sind, kreuzen. Die
                                                                                                      te
     sierten Full-Service-Agentur, bei der sie auch schon als stu-                                    zahlreichen Berührungspunkte von Online-
                                                                                                      za
     dentische Aushilfe arbeitete: „Die Marketingmaßnahmen                                            und
                                                                                                      un Tourismusbranche bringen zudem viele
     der Kunden – vornehmlich Hotels und Tourismusverbän-                                             spannende Projekte mit sich.“
                                                                                                      sp
     de im Alpenraum – entwickelten sich immer mehr von                                     Seit März 2008 gibt sie als Lehrbeauftragte an der
     Print zu Online. Grund dafür waren in erster Linie die hö-                         Hochschule München das Seminar „Online-Kommunika-
     here Flexibilität und Messbarkeit der Online-Maßnahmen.                            tion im Tourismus“, um auch die Studenten für das sich
     Innerhalb dieses Wandels profitierte ich als Berufseinstei-                         stark entwickelnde Thema zu begeistern. Privat führt sie
     gerin von entsprechenden Weiterbildungsangeboten.“                                 unter www.filmtourismus.de einen Reise-Blog über Film-
         Nach drei Jahren Agenturleben stellte sich die gebür-                          schauplätze, mit deren touristischen Anziehungskraft sie
     tige Schwarzwälderin bei der BAYERN TOURISMUS Mar-                                 sich schon in ihrer Diplomarbeit auseinandersetzte. Rei-
     keting GmbH einer neuen Herausforderung: „In meiner                                sen tut sie aber nach wie vor am liebsten „offline“.




                                        Christina Werkstetter (25)
                                        C                                               Aufgabengebiet der fünf Airlineakquisiteure einstieg, des-
                                        Director Traffic Development Asia/
                                        D                                               to größer wurde meine Begeisterung für ihre Arbeit. Auch
                                        Pacific & Southern Europe
                                        P                                               nach meinem Praktikum blieb ich der Verkehrsentwick-
                                        Flughafen München
                                        F                                               lung als Teamassistentin treu und hoffte nach Abschluss
                                                                                        meines Studiums, in dieser Position fest angestellt über-
                                       Nicht einmal in meinen kühnsten Träumen
                                       N                                                nommen zu werden.
                                       hatte ich mir eine derartige Einstiegsposition
                                       h                                                     Als zeitgleich mit meiner Graduierung 2007 völ-
                                       direkt im Anschluss an mein Studium an der
                                       d                                                lig überraschend die Stelle der Akquisition für Südeuro-
                                       Fakultät für Tourismus der Hochschule Mün-
                                       F                                                pa, Asien und Ozeanien frei wurde, war mein Traumjob
                                       chen ausgemalt.
                                       c                                                plötzlich zum Greifen nah. Obwohl ich mir keine Illusi-
                                           Nachdem ich im Rahmen meines ersten          onen darüber machte, dass ich insbesondere in punkto
     Praxissemesters als Mitarbeiterin einer südafrikanischen Incoming Agentur          Berufserfahrung einen schweren Stand gegenüber meinen
     und kurz darauf als Erasmus-Studentin an der Universidad de Las Palmas de          Mitbewerbern haben würde, beschloss ich, diese einma-
     Gran Canaria dem Ruf der Ferne gefolgt war, reizte es mich, auch einen Sektor      lige Chance nicht verstreichen zu lassen und stürzte mich
     der Tourismusindustrie in meiner bayerischen Heimat kennen zu lernen. Die          in den Bewerbungskampf. Mir blieb kaum Zeit zu realisie-
     ganz besondere Atmosphäre, die viele von uns an einem internationalen Flug-        ren, dass die Wahl nach einigen nervenaufreibenden Wo-
     hafen spüren, hatte auch mich seit jeher fasziniert und so stand ein Praktikum     chen tatsächlich auf mich gefallen war, denn mit der Ent-
     am Flughafen München ganz oben auf meiner Wunschliste.                             scheidung änderte sich mein Leben schlagartig. Rund 50%
          Nur im Hinblick auf meinen gewünschten Einsatzbereich war ich unschlüs-       meiner Arbeitszeit verbringe ich auf Reisen in meinem fa-
     sig, da ich im Grunde keine Vorstellung von den komplexen Strukturen hatte,        cettenreichen Verkehrsgebiet und verhandle auf Messen,
     die hinter dem Betrieb eines Luftverkehrsdrehkreuzes stecken. Erst bei einer       Veranstaltungen sowie in ihren Hauptverwaltungen mit
     durch die Hochschule organisierten Unternehmensbesichtigung, in der ver-           potenziellen Neukunden für den Münchner Flughafen.
     schiedene Abteilungen des Flughafens München vorgestellt wurden, entdeckte         Auch in der Zeit, die ich am Flughafen verbringe, kommt
     ich das für mich spannendste Aufgabengebiet: Nie hatte ich mir Gedanken über       keine Langeweile auf, denn die Aufgabe, bestehende Kun-
     den Prozess, wie Fluggesellschaften und Flughäfen auf dem internationalen          den zu halten und zu unterstützen, ist ebenso anspruchs-
     Parkett zueinander finden, gemacht. So war ich gleichermaßen erstaunt wie fas-      voll wie abwechslungsreich.
     ziniert vom Tätigkeitsfeld der Verkehrsentwicklung, deren Aufgabe zum einen             Auch nach zwei Jahren bin ich nach wie vor überzeugt
     in der Betreuung bestehender Airlinekunden sowie zum anderen in der welt-          davon, dass ich bei der Flughafen München GmbH meinen
     weiten Akquisition neuer Fluggesellschaften besteht. Als Praktikantin erhielt      persönlichen Traumjob gefunden habe und nie kam Reue
     ich die Chance, dieses Tätigkeitsfeld kennen zu lernen und je tiefer ich in das    auf, den Sprung ins kalte Wasser gewagt zu haben.



94     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                                                        Alumni




Wolfgang Seeger (36)                                                                                   dahin erworbenes theoretisches Wissen erst-
Leiter Medizinische Assistance Medicall AG                                                             mals unter Beweis stellen und in die Praxis
                                                                                                       umsetzen musste. Über 100 Fallmeldungen
Über fünf Jahre ist es inzwischen her, als mir im Herbst                                              in nur wenigen Stunden stellten unsere Or-
2003 die Diplomurkunde durch Prof. Dr. Eberhard über-                                                 ganisation und unsere Konzepte eingehend
reicht wurde. Sehr viel Positives hat sich seither an „un-                                            auf die Probe. Für zehn Tage war ein Großteil
serem“ Fachbereich getan – nicht nur, dass er sich heute                                              unserer personellen Ressourcen einzig und
Fakultät nennen darf. Und ebenso geehrt kann ich mich                                                allein mit der Bewältigung dieses Ereignisses
                                                                                                     a
schätzen, wenn ich hier heute Zwischenbilanz hinsichtlich                                            befasst. Keine fünf Monate später folgten zwei
                                                                                                     b
meiner beruflichen Entwicklung ziehen darf:                                                          weitere Großschadensereignisse, als es im Ab-
                                                                                                    w
     Auch mir ist es, ebenso wie einer großen Zahl meiner                                           stand von nur wenigen Wochen zu zwei folge-
                                                                                                    s
Mitabsolventen, mit Ende meines Studiums nicht gelun-                                              schweren Busunfällen mit insgesamt 15 Toten
                                                                                                   sc
gen, adhoc den Sprung ins Berufsleben zu schaffen. Vier                                            und
                                                                                                   un 64 verletzten Personen kam. Seither wid-
Monate und an die 80 gezielte Initiativbewerbungen wa-          men wir uns wieder dem „Tagesgeschäft“, was mit mehr als 6.000 Schadenfällen
ren nötig, bis ich meinem Berufsziel, einer Tätigkeit im tou-   pro Jahr nicht weniger anspruchsvoll ist.
ristischen Krisen- und Notfallmanagement, einen Schritt              Im Juni 2006 ermöglichte sich für mich ein interner Wechsel und damit
näher gekommen bin. Nicht unbedeutend war dabei die             verbunden der Aufstieg zum Leiter für den Bereich Leistungsverrechnung. Hät-
Tatsache, dass ich mich mit dieser Materie schon während        te mir unmittelbar nach meinem Studium jemand eine derartige Stelle an-
des Hauptstudiums kontinuierlich und eingehend be-              geboten, hätte ich dankend abgelehnt – wollte ich mich doch nie mehr mit
fasst habe und mir dabei ein umfangreiches Kontaktnetz-         Bilanzkennzahlen, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Kostenstellen-/Kos-
werk aufbauen konnte. Mit der Tatsache, eine Stelle in der      tenträgerrechnung „herumschlagen“. Um all die neuen Aufgaben zu erfüllen,
Schweiz anzunehmen, konnte ich mich vom ersten Mo-              konnte ich Markus Detel, als mehrjährigen Wegbegleiter aus S.A.T.-Zeiten (Stu-
ment an anfreunden, insbesondere da die Marktteilneh-           dentischer Arbeitskreis Tourismus an der Fakultät), einen mehr als nur eben-
mer in dieser Branche im Vergleich zu Deutschland noch          bürtigen Mitstreiter und Stellvertreter, gewinnen.
überschaubarer und deutlich intensiver vernetzt sind.                Doch so vielfältig und entwicklungsfähig diese Position auch war, die Nähe
     Im Februar 2004 trat ich meine neue Stelle in der          zum Patienten und die Möglichkeit zur persönlichen Einflussnahme auf die pri-
Funktion als Assistent der Geschäftsleitung bei der Medi-       märe Fallabwicklung waren in dieser Zeit nur bedingt gegeben. Entsprechend
call AG in Zürich an. Als größte unabhängige medizinische       „leicht“ fiel mir im Februar vergangenen Jahres sodann die Entscheidung, als
Assistance in der Schweiz ist das Unternehmen zuständig         mir im Zuge einer Neustrukturierung im Bereich Medizinische Assistance die
für die Organisation von Hilfsdienstleistungen bei medizi-      Abteilungsleitung und damit der Weg zurück ins Operations Management an-
nischen Notfällen von Schweizerinnen und Schweizern im          geboten wurde.
Ausland. Auftraggeber sind vorwiegend Kranken- und Rei-              Wenn ich mir nun die Frage stelle, ob ich mit dem in den vergangenen fünf
seversicherungen, in deren Namen diese Dienstleistungen         Jahren Erlebten und dem heute Erreichten zufrieden und glücklich bin, kann ich
erbracht werden.                                                aus tiefster Überzeugung antworten, ja, ich bin es – ganz im Bewusstsein, dass
     Zu meinen Aufgaben gehörten dabei insbesondere das         den Grundstein hierfür einzig und allein zwei Personen gelegt haben: Prof. Dr.
unternehmensübergreifende Qualitätsmanagement, die              Gewald, der mich zur Studienrichtung Hospitality-Management „abgeworben“
Betreuung des internationalen Dienstleisternetzwerks so-        und mich mein gesamtes Studium über freundschaftlich begleitet und geför-
wie die Koordination des Krisenmanagements. Nicht einmal        dert hat sowie Prof. Dr. Seitz, der mir mit seiner Idee für einen Beitrag zum The-
elf Monate sollte es dauern, bis ich am 26. Dezember 2004,      ma Krisenmanagement in seinem Buch Fallstudien zum Tourismusmarketing
in der Folge des Tsunami und der damit einhergehenden           überhaupt erst die Augen für mein heutiges Tätigkeitsgebiet geöffnet hat. Hier-
größten touristischen Katastrophe aller Zeiten, mein bis        für gebührt beiden mein herzlichster und aufrichtigster Dank!



                                                                                                                                           Anzeige




                                                                Es könnte passieren,
                                                                dass Sie nicht mehr weg wollen.
                                                                Erleben Sie mehr Freiraum, mehr Ungezwungenheit, mehr
                                                                gutes Design. Und seien Sie gespannt auf das inspirierende
                                                                Styling von Designer Matteo Thun. Auf Betten, die dem Wort
                                                                „bequem“ eine neue Dimension verleihen. Auf die pentalounge
                                                                als innovative Antwort auf konventionelle Hotelhallen, Hotelbars
                                                                und –restaurants. Und natürlich auf erfrischend entspannte
                                                                Mitarbeiter.


                                                                www.pentahotels.com



                                                                                         Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                95
      Die Fakultät




     Nächste Haltestelle:
     Schachenmeierstraße in München

     J  edem Anfang wohnt ein Zauber
        inne! Und viele von uns sind schon
     von der Möglichkeit verzaubert, ab
     dem 15. März 2010 in einem neuen,
     eigenen Haus zu residieren.
          Neu ist nicht ganz richtig: Das Ge-
     bäude in der Schachenmeierstraße
     in München wurde 1909 bis 1910 zur
     Unterbringung des Königlichen Ba-
     yerischen Telegraphen-Bataillons er-
     richtet – damals eine moderne kom-
     munikative Einrichtung. Vor unserem
     Umzug werden wir es dank der her-
     vorragenden Unterstützung unserer
     Hochschule aufwändig renovieren und
     wiederum mit modernster Kommuni-
     kationstechnologie ausstatten und eine
     ideale Lernumgebung schaffen.
                            Theo Eberhard




                                                         Schachenmeierstraße
                                                         ab 15. März 2010




96       Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
★★★★★
     Die Fakultät




     ProfessorInnen der Fakultät für Tourismus

                    Prof. Dr.                                                    Prof. Dr.
                    Theo Eberhard                    Prof. Dr.                   Felix Kolbeck
                                                     Volker Letzner
                    Dekan                                                        Studiendekan
                                                     Prodekan
                    Volkswirtschaftslehre,                                       Controlling/
                    Europäische Wirtschafts-         Volkswirtschaftslehre,      Rechnungswesen,
                    und Verkehrspolitik              Tourismusökonomie           Touristikkonzerne




                    Prof. Dr.                        Prof. Dr.                   Prof. Dr.
                    Djamal Benhacine                 Patricia East               Burkhard von Freyberg
                    Studienfachberater               Doppel-Bachelor             Ansprechpartner
                                                     Auslandsbeauftragte         Alumni und Sponsoring
                    Französisch im Tourismus,
                    Tourismus in Nordafrika,         Englisch, Intercultural     Hotel Operations Management,
                    Interkulturelle                  Competence and              Hotelprojektentwicklung,
                    Kommunikation                    Business Communication      Hospitality Consulting




                    Prof. Dr. Axel Gruner
                                                     Prof. Dr.
                    Studienfachberater               Norbert Klassen
                                                                                 Prof. Dr. Gerd Lederer
                    Betriebswirtschaftslehre         Mobilitäts- und Verkehrs-
                    Hotellerie und Gastronomie,      träger-Management,          Prüfungsausschuss
                    Hotel Operations                 Statistik, Methoden der
                    Management,                      empirischen Wirtschafts-    Arbeitsrecht,
                    F & B Management                 und Sozialforschung         Wirtschaftsprivatrecht




                    Lehrkraft
                    für besondere Aufgaben:                                      Prof. Dr.
                                                                                 Erwin Seitz
                    Alexander Pesch
                                                     Prof. Dr.                   Marketing für Verkehrsträger
                    Rechnungswesen für               Marion Schulz               und Reiseunternehmen/Markt-
                    Hotellerie und Gastronomie,                                  forschung, Marketing in der
                    Rechnungswesen I:                Finanzierung                Fremdenverkehrs- und Freizeit-
                    Hotel Controlling                Investition                 wirtschaft, Tourismus-Planspiel




     Unsere Mitarbeiterinnen



                    Helga Nassif                     Evelyn Veltmann             Melanie Sturm

                    Dekanat                          Studentensekretariat        Studentensekretariat


98   Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                        Die Fakultät




                                                                                                    Anzeige


                                                               Unsere Fakultät wird
                                                               weiter deutlich wachsen!
Prof. Dr.
Antonie Bauer
                            Prof. Dr.
Praktikantenbeauftragte,    Thomas Bausch
Pressearbeit,
Auslandsbeauftragte         Projekt Alpshealthcomp
                                                              Professorinnen
                                                              und Professoren
Englisch, Intercultural     Marketing,
Competence and Business     Destinationsmanagement,           im Tourismus
Communication               Tourismuspolitik
                                                              gesucht!

                                                              Die Fakultät für Tourismus der
                            Prof. Dr.
                            Peter Greischel                   Hochschule München ist die
Prof. Dr.                                                     größte akademische Ausbil-
Robert Goecke               Prüfungskommission                dungseinrichtung für Tourismus
                            Bachelor                          im deutschsprachigen Raum
IT-Beauftragter
                            Organisation,                     und wird auch in Zukunft wei-
IT im Tourismus             Projektmanagement                 ter wachsen. Deshalb werden
                                                              in den nächsten Monaten und
                                                              Jahren neue ProfessorInnenstel-
                                                              len für folgende Bereiche ausge-
                                                              schrieben:
                            Prof. Dr.
Prof. Dr.                   Irmela Neu
Alfred Merl                                                   → Marketing im Tourismus
                            Frauenbeauftragte,
Hotellerie,                 Auslandsbeauftragte               → Touristische
Unternehmensführung,
                                                                Regionalentwicklung




                                                                                                  STELLENAUSSCHREIBUNG
Marketing,                  Spanisch, Interkulturelle
Personalmanagement,         Landeskunde und                   → Betriebliche Steuerlehre
Tagungswesen                Kommunikation
                                                              → Hospitality-Management

                                                              → Verkehrsträger-
Prof. Dr.                   Prof. Dr.
                            Karlheinz Zwerenz
                                                                management
Peter Voigt
                            Prüfungskommission                → Personalmanagement
Studiengangsleiter          Diplom
Bachelor
                                                                im Tourismus
                            Volkswirtschaftslehre,
Betriebswirtschaftslehre    Statistik, Marktforschung
Touristik, Empirische       im Tourismus, Methoden
Wirtschafts- und Sozial-    der empirischen Wirtschafts-      Sind Sie an einer Karriere an der
forschung                   und Sozialforschung               Hochschule München interes-
                                                              siert und verfügen Sie über die
                                                              entsprechenden akademischen
                                                              und beruflichen Voraussetzun-
                                                              gen? Dann bleiben Sie am Ball!
                                                              Änderungen und Präzisierungen
                                                              sind kurzfristig zu erwarten,
                                                              sodass alle potenziellen Inte-
                                                              ressenten gebeten werden, die
                                                              konkreten Ausschreibungen in
                                                              der Presse und auf der Home-
                                                              page der Hochschule München
                                                              zu beachten.

Dipl.-Betriebswirtin (FH)
Birgit Dittrich
                            Andrea Schönberger
Koordination Student
Affairs Erasmus             Abt. Prüfung und Praktikum


                                                  Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport                     99
       Externe Lehrende




      Lehrbeauftragte
      an unserer Fakultät
      Florian Ballnus                        Reinhard Holterman                    Ralph M. Rixner
      Alpenraumprogramm                      Rechtsanwälte Holterman & Fischer     Computacenter AG & Co. oHG
      Alpine Space Contact Point Germany     Arbeitsrecht                          Projektmanagement
      Regionalplanung und Ökologie
                                             Frank-Ulrich John                     Dominik Rossmann
      Martin Bauer                           Bayerischer Hotel- &                  ULYSSES Webtourismus
      Selbstständiger Übersetzer             Gaststättenverband e.V.               Planspiele
      freiberuflicher Redakteur               Touristische Geografie
      Grundlagen der Volkswirtschaftslehre   praxisbegleitende LV                  Andrea Schmölzer
                                                                                   Communications Starnberg
                                             Dr. Renate Link                       Freizeit-Soziologie und -Psychologie
      Guadalupe Bedregal
      Intercultural Training: Spanisch       Business Communication Skills und
                                             Intercultural Training: Englisch      Dr. Siegfried Schneider
                                                                                   Wissenschaftlicher Direktor a.D.
      Astrid Blechschmidt                                                          Personalwirtschaft
                                             Patricia Lindner
      beck et al projects GmbH
                                             Intercultural Training: Französisch
      EDV und Reservierungssysteme                                                 Bernhard Schulz
                                             Hans Logins                           Kur- und Verkehrsamt Bernau
      Susan Byron                            Logins & Partner                      Fallstudie Bernau am Chiemsee
      Business Communication Skills          Gastronomieconsulting
      und Intercultural Training: Englisch   EDV                                   Hans Simon
                                                                                   Onlineweg.de Marketing
      Nieves Carbó Bacaicoa                  Birgit Mau-Endres                     GmbH & Co. KGaA
      Intercultural Training: Spanisch       Verein für Interkulturelle            EDV und Reservierungssysteme
                                             Verständigung e.V.
                                             Interkulturelle Kommunikation         Axel Student
      Agostino Cisco
                                                                                   Tourismusmanagement
      ACCOR
      Seminar Personalentwicklung            Wolfgang Meier
                                             Kosten- und Leistungsrechnung         Michael Toedt
                                                                                   Toedt, Dr. Selk & Coll
      Dr. Alfons Fischer                     Dr. Norbert Moschall                  CRM im Tourismus
      Steuern                                Wirtschaftsprivatrecht
                                                                                   Werner Voll
      Hector del Valle                       Georg Overs                           Gymnasiallehrer Mathematik
      Intercultural Training: Spanisch       Tegernseer Tal Tourismus GmbH         Wirtschaftsmathematik
                                             Management Gesundheits- und
                                             Freizeitbereich                       Dr. Christiane Vollmershausen
      Dieter Gauf
                                                                                   Wirtschaftsprivatrecht
      Bus-Seminar
                                             Günther Pichler
                                             Deutsche Bahn AG                      Andrea Vialkowitsch
      Wolfgang Gehra                                                               Bayern Tourismus Marketing GmbH
                                             Seminar
      Organisation                                                                 Seminar Online-Kommunikation
                                             Michael Pöllmann
      Susanne Gruber                         Messe München GmbH                    Prof. Dr. Fritz Wickenhäuser
      Bayerischer Hotel- und Gaststätten-    Messe- und Kongressmanagement         Präsident des Bundes der Selbstständigen,
      verband e.V.                                                                 Gewerbeverband Bayern e.V.
      Recht Hotellerie–Gastronomie           Cecilia Prusa                         Dienstleistungsmanagement
                                             Intercultural Training: Spanisch      Marketing
      Dr. Anne Gruhn
                                             Willy Ratzinger                       Dr. Peter C. Wolf
      Intercultural Training: Französisch
                                             BWR GmbH                              Grundlagen der VWL
                                             Aktive Rhetorik
      Dr. Hanno Haiber                                                             Yandong Xu
      Seminar Flughafen-Infrastruktur                                              Intercultural Training: Englisch
                                             Wolfgang Richter
                                             Deutscher Reisepreis-
      Manfred Hanrieder                      SicherungsVerein VVaG                 Günther Zappe
      Freier Marketingberater und -trainer   Reise- und Touristikrecht             Kosten- und Leistungsrechnung
      Marketing




100     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                                                                                  Externe Lehrende




Internationale GastprofessorInnen


                    Prof. Dr.                                                     Prof. Dr.
                    Desiderio                                                     Meredith Lawley
                    Garcia Almeida
                                                                                  Associate Professor
                    Profesor de la                                                (Marketing) at the
                    Universidad de                                                University of the
                    Las Palmas de                                                 Sunshine Coast (USC)
                    Gran Canaria                                                  in Australia




   I  work at the University of Las Palmas de Gran Cana-
      ria. In the University of Applied Sciences – München
I have taught courses on Strategic management, Manage-
                                                                 H      er main teaching areas are Research Methods and
                                                                        Services Marketing. Meredith Lawley has taught at
                                                              the University of Applied Sciences – München on three oc-
ment skills and Organisation, obviously applied to the tou-   casions for periods of time ranging from one week to one
rism industry. I have been teaching courses in Munich sin-    month. Her first teaching visit was arranged as part of the
ce 2004 and this year I completed my third semester as a      ongoing relationship between USC and Munich. She enjo-
Visiting professor there. Thus, I have spent the summer       yed this visit so much she has been happy to return on two
semester of 2004, 2006, and 2007 in the Faculty of Tourism    further occasions and looks forward to continuing the rela-
of the University of Applied Sciences. I chose the Faculty    tionship in the future.
of Tourism because I met one of their professors as part
of the ongoing collaboration between my university and
yours, and consequently we had the chance to talk about
synergies in the teaching and research fields.




                    Prof. Dr.                                                     Prof.
                    William C. Gartner, Ph. D.                                    David A. Fennell, Ph. D.

                    Professor of Applied                                          Department of Tourism
                    Economics, University                                         and Environment
                    of Minnesota, USA                                             Brock University, Canada




   M
branding.
          y main topic is tourism development with spe-
          cializations in image formation and destination        D      avid Fennell teaches and researches mainly in the
                                                                        areas of ecotourism and tourism ethics. He has
                                                              published widely in these areas, including sole authored
    I started to teach here in Munich in 2006. I teach one    books on ecotourism programme planning, a general text
intensive course for University of Applied Sciences – Mün-    on ecotourism, tourism ethics and a title focusing on codes
chen each semester. I usually teach the course over a one     of ethics in tourism (he has edited two other books). Fen-
or two week period.                                           nell is the founding Editor-in-Chief of the Journal of Eco-
    Actually the Dean of the Tourism Faculty asked me.        tourism and is an active member on the editorial boards
I was delighted to accept the offer and was pleasantly sur-   of many academic journals.
prised at how nice the University and Munich are, so it
makes me very happy to return each semester.




                                                                 Ausgabe 02|2009 Tourismus Management Passport              101
       Campus Pasing




      f.a.s.t. e.V. – Die Studierendenvertretung
      f.a.s.t e.V. – The students’ council

      D      ie f.a.s.t. e.V. („federation of active students of tourism
             management“) ist die offizielle Studierendenvertre-
      tung an der Fakultät Tourismus. Spricht man von der
      f.a.s.t. e.V. meint man die aktiven Studierenden, welche sich
      in zahlreichen Projekten und Initiativen engagieren.
           Wir sehen unsere Aufgaben vor allem in zwei Be-
                                                                           f   .a.s.t. e.V. (“federation of active students of tourism management”) is the offi-
                                                                               cial students’ council of the Department of Tourism. If you are talking about
                                                                           f.a.s.t. e.V., you mean the active students – the ones who are engaged in various
      reichen: Zum einen vertreten wir im Rahmen unserer                   projects and initiatives.
      Fachschaftsaufgaben die Wünsche und Anliegen der                           Our tasks fall into two main categories: On the one hand we represent the
      Studierenden gegenüber der Fakultät sowie der Hoch-                  students vis-à-vis the Department and the central administration of the Uni-
      schule. Durch das traditionell gute Verhältnis zwischen              versity of Applied Sciences. Due to the excellent rapport maintained at all times
      f.a.s.t. e.V. und unseren Professoren haben wir beste Vo-            between f.a.s.t. e.V. and our professors, we have a very good basis for active par-
      raussetzungen, um eine aktive Mitgestaltung der Studien-             ticipation in decisions concerning our study conditions.
      bedingungen zu ermöglichen.                                                On the other hand it is also our task to offer certain services to our students.
           Auf der anderen Seite sehen wir es ebenso als unse-             The main part of our team organises cultural and study-related events and
      re Aufgabe, den Studierenden gewisse Dienstleistungen                supports student initiatives. Freshman-welcoming events, tourism-parties,
      anzubieten. Ein Großteil unseres Teams organisiert kul-              excursions to tourism service
      turelle und universitäre Veranstaltungen und unterstützt             providers, hikes, winter-cot-            Kontakt/Contact:
      studentische Initiativen.                                            tage-trips, support for chari-
                                                                                                                    f.a.s.t. e.V. – federation of active students
           Erstsemester-Begrüßung, Tourismuspartys, Exkursi-               t-able projects. All this – and
                                                                                                                    of tourism management
      onen zu touristischen Leistungsträgern, Wanderungen,                 still much more – is offered by
                                                                                                                    Am Stadtpark 20, 81243 München
      Skihüttenfahrten, Unterstützung von karitativen Projek-              f.a.s.t. e.V.
                                                                                                                    Tel.: 089 8205487, Fax: 089 8205908
      ten. All dies – und noch viel mehr – wird von der f.a.s.t. e.V.
                                                                                                                    info@fast-muenchen.de, www.fast-muenchen.de
      angeboten.




      PAOSO
      P   AOSO – die Hochschul-
          gemeinde in München-
      Pasing.
                                                                                                  Highlights im PAOSO
                                                                                                  19. März 2009, ab 20 Uhr: Party zum Semesterbeginn
          PAOSO – ein Ort für                                                                     World Café: Offene Gespräche zum Thema
      Kontakt, Gemeinschaft                                                                       „Lebensziele“. Erasmus-Studierende sind besonders
      und Orientierung.                                                                           eingeladen! 25. März 2009, 19 Uhr
          Leute kennen lernen:
                                                                                                  Blind Dinner. Essen im Dunkeln. 1. April 2009, 19 Uhr
      im gemütlichen Café, bei
      kultigen Festen und aben-                                                                   Druckausgleich. Eigen-Akupressur in Stresszeiten.
      teuerlichen Freizeitakti-                                                                   6. April 2009, 18 Uhr
      onen. Profil entwickeln                                                                     Gotteshaustour. Wie sich Religionen in Räumen ausdrü-
      und Potenziale entdecken:                                                                   cken. Eine Tour von der Synagoge über Asamkirche und
      Seminare und Workshops geben die Mög-                                                       Herz Jesu Kirche zur Moschee in Pasing.
      lichkeit, kommunikative und emotionale                                                      26. April 2009, 14 Uhr. Besondere Einladung an alle
                                                                                                  Hochschulangehörige. Unbedingt vorher anmelden!
      Kompetenzen zu trainieren. Meinungsbildung und Engagement: Aktuelle Dis-
      kussionen mit interessanten Gästen fördern gesellschaftliches und soziales Be-              Sommerfest mit der Big Band der HM.
      wusstsein. Sinn und Orientierung: Begleitung bei Entscheidungen oder spiri-                 28. Mai 2009, ab 19 Uhr *
      tueller Suche.                                                                              Wake Boarding*, voraussichtlich 6. Juni 2009
          Beratung und Coaching – Leben und Studium warten manchmal mit be-
                                                                                                  Das ist eine kleine Auswahl des PAOSO-Programms im
      sonderen Prüfungen auf. Im PAOSO gibt es ein vertrauliches und hilfreiches
                                                                                                  Sommersemester 2009. Mehr auf unserer Homepage
      Gesprächsangebot. Für Lerngruppen oder studentische Initiativen stehen un-
                                                                                                  www.paoso.de
      sere Räume bereit.

102     Tourismus Management Passport Ausgabe 02|2009
                                             HERKOMMEN,
                                                WOHLFÜHLEN,
                                              DABLEIBEN.




                                             Wenn der Sommer Urlaub macht, dann kommt
                                             er ins wohl schönste Hochtal Europas.
                                             Weil da Sport und Spaß, Genuss und Gaudi,
                                             Entspannung und Erlebnis so nah beieinander
                                             liegen. Da lacht das Herz und da freut sich die Seele.
                                             Bis bald im Tannheimer Tal.



Tel. +43-5675-6220-0 www.tannheimertal.com
                                                                                                       parole.de
MUC: BEST OF GERMANY
                                                                                  München ist BMW


                                                                             München ist SIEMENS


                                                                      München ist MICROSOFT


                                                            München ist ALLIANZ


                                            München ist FC BAYERN


                                München ist HOFBRÄUHAUS




München ist Zentrum einer der erfolgreichsten Wirtschaftsregionen Deutschlands und Europas.
Hier vereinen sich Industrie und High Tech, Finanzwelt und Mode, IT und Media, Forschung und Kultur.
Munich Airport – Best of Europe.


www.munich-airport.de

				
lily cole lily cole
About