Universittslehrgang

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Universittslehrgang Powered By Docstoc
					                       Universitätslehrgang:
                           LRS-Therapie
                   (Therapie von Lese-/Rechtschreibstörungen)


§ 1 AUSBILDUNGSZIEL:
Lesen und Schreiben sind zentrale Kulturtechniken, die zur Informationsbeschaffung
und zur Kommunikation über zeitliche und räumliche Distanzen hinweg genutzt werden
können. Im Zeitalter der zunehmenden Computernutzung verliert die Schriftsprache
keineswegs an Bedeutung, vielmehr sind kompetente Lesefertigkeiten zentrale
Voraussetzung für den Zugriff auf globale Informationsnetze (Internet etc.).
Schwierigkeiten beim Erwerb dieser Kulturtechniken stellen eine wesentliche
Beeinträchtigung für die Entwicklung eines Kindes dar. Die Lese- und/oder
Rechtschreibstörung (im folgenden kurz als LRS bezeichnet) ist die häufigste
spezifische Entwicklungsstörung im Schulalter und wird auch in der Internationalen
Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) der WHO als eine der umschriebenen
Entwicklungsstörungen (F81.0) angeführt. Ohne entsprechende Behandlung weist diese
Störung eine hohe Persistenz bis ins Erwachsenenalter auf. Langfristig entstehen also
aufgrund von unbehandelten oder falsch diagnostizierten Lese-/Rechtschreibstörungen
nicht unerhebliche volkswirtschaftliche Schäden, zumal von LRS betroffene Personen
am Arbeitsmarkt geringere Chancen vorfinden.
Es gibt verschiedene Berufsstände, die die Behandlung der LRS durchführen könnten.
Allerdings erwirbt keine dieser Berufsgruppen mit ihrer Berufsausbildung automatisch
die Befähigung, Kinder mit LRS zu therapieren. Ziel des Universitätslehrganges ist
deshalb die Ausbildung von LRS-TherapeutInnen, die umfassende Kenntnisse über
diese Störung besitzen und in der Lage sind, eigenständig eine spezifisch auf die
Bedürfnisse des Kindes abgestimmte Behandlung mit wissenschaftlich evaluierten und
begründbaren Methoden durchzuführen. Der Universitätslehrgang "LRS-Therapie" wird
mit der Bezeichnung "akademische(r) LRS-Therapeut/-in" abgeschlossen.
Die kognitions- und neuropsychologische Erforschung des Schriftspracherwerbs und
seiner spezifischen Störungen schreitet seit etlichen Jahren rasch voran, ständig
werden neue praxisrelevante wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen. Am Institut für
Psychologie der Universität Salzburg ist eine der wenigen Forschergruppen tätig, die
sich im deutschen Sprachraum mit dieser Lernstörung wissenschaftlich
auseinandersetzen. Die Befunde dieser Forschungstätigkeit wurden und werden in
international anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Es
bestehen auch intensive internationale Kooperationen mit LeseerwerbsforscherInnenn
in zahlreichen europäischen Staaten sowie den USA und Kanada. Die gewonnenen
wissenschaftlichen Erkenntnisse finden ihre unmittelbare Umsetzung in
Förderprogrammen für LRS-Kinder, die zusätzlich zur wissenschaftlichen Tätigkeit
durchgeführt werden. Der Universitätslehrgang "LRS-Therapie" bietet eine gute
Möglichkeit, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar an die Praxis
weiterzugeben.

§ 2 STUDIENFORM
Der Lehrgang soll berufsbegleitend in Form von Wochenendkursen abgehalten werden.
Insgesamt besteht der Lehrgang aus 30 Semesterstunden, die auf vier Semester
aufgeteilt werden. Für den Abschluss des Lehrganges ist zusätzlich die Absolvierung
eines Praktikums im Ausmaß von 40 Stunden und die Abfassung einer schriftlichen
Falldokumentation und einer darüber abzulegenden Prüfung erforderlich.

§ 3 LEITUNG DES LEHRGANGS:
Der/die Lehrgangsleiter/-in wird von der zuständigen akademischen Behörde bestellt.

§ 4 LEHRGANGSBEIRAT
(1)Der Beirat hat für den Lehrgang beratende Funktion, insbesondere bezüglich der
   strategischen Planung, also bedarfsgerechter Gestaltung der Lehrinhalte, Methodik
   der Vermittlung und Qualitätssicherung.
(2)Der Lehrgangsbeirat setzt sich aus fünf Personen zusammen, deren Tätigkeit in
   inhaltlichem Bezug zu den Inhalten des Lehrgangs steht.
(3)Die Mitglieder des Beirats werden von der Lehrgangsleitung vorgeschlagen und von
   der zuständigen akademischen Behörde für die Dauer eines Lehrgangs bestellt.
(4)Der Lehrgangsbeirat ist mindestens einmal pro Semester von der Lehrgangsleitung
   einzuberufen.


§ 5 LEHRINHALTE

Folgende Kenntnisse und Fähigkeiten sollen im Rahmen des Universitätslehrganges
vermittelt werden1:

1       Wissensbereiche
1.1  Kenntnisse über die umschriebenen Entwicklungsstörungen im Lesen und
Rechtschreiben
1.1.1 Grundkenntnisse über wissenschaftliche Modelle und Befunde zum
Schriftspracherwerb
1.1.2 Grundkenntnisse über die Funktionsprinzipien der deutschen Orthographie und
anderer Schriftsysteme
1.1.3 Kenntnisse über Ursachen und Risikofaktoren, Symptomatik, Verlauf und
Prognose der LRS
1.1.4 Wissen über diagnostische Verfahren, mit denen umschriebene Lese- und
Rechtschreibstörungen diagnostiziert werden können.

1
 Als Vorlage für die Erstellung dieses Studienplanes dienten Empfehlungen zur Ausbiludngsqualifikation der
Therapeuten für die Behandlung der Lese- und Rechtschreibstörung von Prof.Dr.med.Dipl.-Psych. A. Warnke
(Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Würzburg) und Priv.Doz.Dr.
H. Amorosa (Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität München)
1.1.5 Kenntnisse zur Differentialdiagnose, zur Abgrenzung verschiedener Ätiologien für
LRS und zur Abgrenzung von anderen Entwicklungsstörungen.
1.1.6 Wissen über Sprachentwicklungsstörungen, deren Symptomatik und
Auswirkungen auf den Erwerb der Schriftsprache
1.1.7 Kenntnisse der wissenschaftlichen Verfahren zur Behandlung der LRS und
Wissen zur Indikation der Behandlungsverfahren
1.1.8 Kenntnisse zur individuellen Anpassung der Behandlungsschritte unter
besonderer Berücksichtigung der zusätzlichen Störungen, Begabungen und inner- und
außerfamiliären Hilfsmöglichkeiten.
1.2   Kenntnisse über psychische Begleitstörungen
1.2.1 Kenntnisse zu den möglichen psychischen Begleitstörungen bei Kindern und
Jugendlichen mit umschriebenen Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten.
1.2.2 Grundkenntnisse zu den wichtigsten Diagnosen psychischer Störungen des
Kindes- und Jugendalters gemäß der internationalen Klassifikation psychischer
Störungen (ICD-10) sowie Grundkenntnisse zu Verlauf und Behandlungsmöglichkeiten
dieser Störungen.
1.2.3 Kenntnisse zu den Verfahren zum Aufbau von Lernmotivation und
Arbeitsverhalten und zur speziellen erzieherischen Führung von Kindern mit
umschriebenen Entwicklungsstörungen und psychischen Begleitstörungen.


1.3   Kenntnisse über innerschulische und innerfamiliäre Auswirkungen der LRS
sowie über Möglichkeiten der Kooperation mit Eltern und Schule
1.4   Kenntnisse über die sozialrechtliche Situation


2     Praktische Fertigkeiten

2.1   Wissenschaftliche Methoden zur Behandlung der LRS

2.1.1 Präventive Maßnahmen
 Übungen zur phonologischen Bewusstheit im Kindergarten- und Vorschulalter
 Unterstützende Maßnahmen im Erstleseunterricht


2.1.2 Spezifische Übungen zum Lesen
 Übungen zur phonologischen Bewusstheit und zur Lautanalyse und -synthese
 Übungen zum systematischen Einüben der Buchstabe-Lautbeziehungen (z.B. durch
   Handzeichen aus einem phonembestimmten Manualsystem)
 Linguistisch fundierte Übungen zum Zusammenlauten
 Übungen zur Analyse von Wörtern in kleinere Bestandteile (z.B. Silben,
   subsyllabische Segmente und Morpheme)
 Übungen zur Erhöhung der Worterkennungsgeschwindigkeit und der Leseflüssigkeit
 Übungen zum sinnerfassenden Lesen, wobei die oft eingeschränkten sprachlichen
  Fähigkeiten bei der Auswahl des Lesestoffs berücksichtigt werden müssen.
 gezielter Einsatz von Computerprogrammen
 Wecken des Interesses und der Freude an eigener Lektüre und Hilfestellung bei der
  Auswahl geeigneter Texte


2.1.1 Spezifische Übungen zur Rechtschreibung
 Übungen zur phonologischen Bewusstheit und zur Lautanalyse und -differenzierung
 Übungen zum Aufbau von orthographischem Regelwissen
 Übungen zum Aufbau eines Gedächtnisspeichers für Wortschreibungen (z.B. durch
   den Einsatz von Karteisystemen)
 gezielter Einsatz von Computerprogrammen
 Übungen zur Verbesserung des schriftlichen Ausdrucks
 Analyse der individuellen Fehler gemeinsam mit dem Kind und Erarbeiten von
   Strategien zur Selbstkorrektur


2.2    Aufbau von Arbeitsverhalten und Lernmotivation
 Vorstrukturierung der einzelnen Arbeitseinheiten unter Berücksichtigung der
   Motivation und Aufmerksamkeitsleistung des Kindes
 Gewährleisten von übersichtlichen und gut verständlichen Aufgabenstellungen,
   angepasst an das Leistungsniveau des Kindes
 Planung der Behandlungsstunde gemeinsam mit dem Kind
 Erarbeitung von Monitoring-Strategien für das Kind
 Aufzeigen der Lernerfolge
 Erarbeiten von realistischen Zielsetzungen, die für das Kind erreichbar sind
 sinnvoller Einsatz von Belohnungssystemen
 sinnvoller Einsatz von Lernspielen



2.3     Die Zusammenarbeit mit Elternhaus und Schule
 Informationsaustausch mit Eltern und Schule über die Diagnose, Behandlung und
   erzielte Leistungsfortschritte
 Informationen für LehrerInnen über Möglichkeiten der differenzierten
   Leistungsbeurteilung
 Beratung der Eltern bei der Durchführung der Hausaufgaben und in der Gestaltung
   von häuslichen Übungseinheiten
 Verständigung mit der Schule über den aktuellen Unterrichtsstoff und die in der
   Behandlung eingesetzten Methoden sowie entsprechende Koordination
 Berücksichtung von Auswirkungen der vorliegenden kognitiven Defizite auf andere
   Schulleistungen, z.B. Schwierigkeiten beim Verständnis von mathematischen
   Textaufgaben oder Probleme beim Erwerb von Fremdsprachen
 Verständigung mit Elternhaus und Schule im Umgang mit gegebenenfalls
   vorliegenden Begleitstörungen der LRS bzw. zusätzlichen psychischen Störungen
2.4     Erkennen und Behandeln von möglichen psychosozialen und psychischen
Begleiterscheinungen der LRS
 Klärung der augenblicklichen Lebenssituation des Kindes, sodass das Kind selbst
   und dessen Familie seine Beeinträchtigung und Entwicklungschancen erkennen und
   verstehen lernen.
 Vermitteln von Strategien zum besseren Umgang mit der Schwäche in Schule und
   Alltag
 Bei Vorliegen von psychischen Störungen, die die Übungssituation oder den Alltag
   des Kindes beeinträchtigen, Erkennen und Vermitteln einer entsprechenden
   Beratung oder Therapie sowie adäquate Berücksichtigung im Rahmen der LRS-
   Therapie


2.5    Erstellen eines spezifisch auf die Situation des Kindes abgestimmten
Behandlungsplanes
 Auswahl von Übungselementen aus verschiedenen methodischen Ansätzen nach
   Maßgabe des individuellen Vermögens des Kindes
 Anpassung des Schwierigkeitsgrades der gewählten Aufgabe an den individuellen
   Leistungsstand des Kindes
 Überlegungen zu Länge und Häufigkeit der einzelnen Übungseinheiten, sodass sie
   der Aufmerksamkeitsspanne des Kindes angepasst sind
 Überlegungen zu Möglichkeiten der Förderung des Selbstvertrauens und der Lern-
   Leistungsmotivation
 Vor- und Nachbereitung von Behandlungseinheiten
 Dokumentation des Behandlungsverlaufs
 Regelmäßige Evaluation der Leistungsveränderungen und gegebenenfalls
   Adaptation des Behandlungsplanes
 Planung der Kooperation mit Elternhaus und Schule


§ 6 KOSTEN DES LEHRGANGS:
(1)Zur kostendeckenden Führung des Lehrgangs wird ein Lehrgangsbeitrag auf
   Vorschlag der Lehrgangsleitung von der zuständigen akademischen Behörde durch
   Verordnung festgesetzt und bei Bedarf den budgetären Erfordernissen angepasst.
(2)Die jeweiligen Semestergebühren sind von den LehrgangsteilnehmerInnen zu Beginn
   des Semesters zu entrichten.
(3)Im ersten Semester werden bereits entrichtete Gebühren nicht rückerstattet. Für
   spätere Semester kann die Lehrgangsleitung die entrichteten Gebühren
   rückerstatten, vorausgesetzt die Meldung des vorzeitigen Abbruchs des Lehrgangs
   erfolgt bereits vor Semesterbeginn .
(4)Der zuständigen akademischen Behörde ist jährlich ein Finanzbericht zur Gebarung
   des Lehrganges vorzulegen.

§ 7 ZULASSUNGSVORAUSSETZUNGEN:
(1)Abschluss einer Pädagogischen Akademie oder
(2)Abschluss des ersten Studienabschnitts eines Lehramtsstudiums oder
(3)Abschluss des ersten Studienabschnitts eines Studiums der Psychologie, Pädagogik,
   Sonderpädagogik, Sprachwissenschaft, Medizin oder anderer einschlägiger
   Studienrichtungen oder
(4)Abgeschlossene Ausbildung zum/r KindergärtnerIn bzw. HortbetreuerIn oder
(5)Abgeschlossene Logopädieausbildung oder
(6)Abschluss einer gesetzlich anerkannten Ausbildung zum/r PsychotherapeutIn
(7)Andere Berufsgruppen mit einschlägigen Vorkenntnissen

§ 8 STUDIENPLÄTZE
(1)Die Zulassung erfolgt jeweils nach Maßgabe der vorhandenen Studienplätze
(2)Ein Lehrgang ist auf maximal 40 TeilnehmerInnen beschränkt

§ 9 ZULASSUNG
(1)Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Lehrganges werden als außerordentliche
   Studierende an der Universität Salzburg zugelassen.
(2)Die Zulassung zum Universitätslehrgang "LRS-Therapie" erfolgt nach Prüfung der
   Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen nach Absprache mit dem Lehrgangsbeirat
   durch die Lehrgangsleitung. Für die Zulassung wird die Qualifikation der
   BewerberInnen und die Reihenfolge der Anmeldungen berücksichtigt.
(3)Die Lehrgangsleitung kann jede(n) Bewerber/- zu einem persönlichen Gespräch und
   zur Vorlage von Unterlagen zum Nachweis der erforderlichen
   Zulassungsvoraussetzungen auffordern.



§ 10 LEHRVERANSTALTUNGEN:

(1) Folgende Typen von Lehrveranstaltungen sind vorgesehen:
a) Vorlesung (VL): dient der Vermittlung und gemeinsamen Erarbeitung pädagogisch
   und didaktisch aufbereiteter Lehrinhalte
b) Übung (UE): unter Anleitung werden grundlegende Orientierung sowie methodische,
   praktische und technische Fertigkeiten in einem angewandten Fachbereich
   erworben
(2) Alle Lehrveranstaltungen sind Pflichtfächer. Der Lehrgangsleitung obliegt die
   Anerkennung allenfalls bereits anderweitig an anerkannten postsekundären
   Bildungseinrichtungen absolvierter gleichwertiger Lehrveranstaltungen.
(3) Für alle Vorlesungen (VL) und Übungen (UE) herrscht Anwesenheitspflicht. Zur
   Zulassung zur Abschlussprüfung einer Lehrveranstalung müssen mindestens 2/3 der
   Veranstaltung besucht worden sein. In begründeten Ausnahmefällen kann die
   Lehrgangsleitung eine Zulassung zur Prüfung aussprechen, wenn die
   Anwesenheitspflicht nicht in ausreichendem Ausmaß erfüllt wurde.
(4) Für alle Lehrveranstaltungen ist eine Evaluation einzurichten.
(5) Das Studienprogramm beinhaltet folgende Lehrveranstaltungen:


Typ   Lehrveranstaltung                                                         SeStd.
VL    Theoretische Modelle und empirische Befunde zum Schriftspracherwerb       1
VL    Lese-/Rechtschreibschwäche: Verursachung und Symptomatik                  2
VL    Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen                         1
VL    Linguistische Grundlagen des Leseerwerbs                                  1
VL    Diagnose der Lese-/Rechtschreibleistungen                                 1
VL    Lese-/Rechtschreibschwäche: Überblick über Behandlungsmethoden            2
VL    Psychische Störungen im Schulalter                                        2
VL    Lese-/Rechtschreibschwäche im schulischen Kontext                         1
VL    Lese-/Rechtschreibschwäche im familiären Kontext                          1
VL    Lese-/Rechtschreibschwäche im psychotherapeutischen Kontext               1
VL    Lernmotivation                                                            1
VL    Neuropsychologische Aspekte von Lernstörungen                             1
VL    Verlaufsdiagnostik, Therapieplanung und Falldokumentation                 1
VL    Aktuelle Themen der LRS-Forschung                                         1
VL    Aktuelle Themen der LRS-Behandlung                                        2
VL    Dyskalkulie                                                               1
UE    Methoden zur Verbesserung der Lese- und Rechtschreibleistungen            6
UE    Methoden zur Behandlung zusätzlicher Leistungsdefizite                    2
UE    Fallbegleitende Supervision                                               2
      Summe Semesterstunden                                                     30

§ 11 PRAKTIKUM:
Durchführung von LRS-Behandlungseinheiten im Ausmaß von 40 Therapiestunden (die
erforderliche Vor- und Nachbereitung sowie Kontakte mit Elternhaus und Schule werden
in dieses Stundenausmaß nicht eingerechnet) sowie 15 Stunden praktikumsbegleitende
Supervision, mindestens 3 davon als Einzelsupervision. Eine SupervisorInnen-Liste wird
von der Lehrgangsleitung in Absprache mit dem Lehrgangsbeirat geführt.




§ 12 ABSCHLUSSBEDINGUNGEN

(1)Für jede Vorlesung ist eine schriftliche oder mündliche Prüfung abzulegen.
(2)Übungen werden nach Maßgabe des/der Lehrveranstaltungsleiters/-in durch eine
   schriftliche oder mündliche Prüfung bzw. durch eine schriftliche Arbeit gemäß einer
   mit dem/der Lehrveranstaltungsleiter/-in abgesprochenen Aufgabenstellung
   abgeschlossen.
(3)Bezüglich der Wiederholung nicht bestandener Prüfungen gelten die Bestimmungen
   des UniStG97.
(4)Erstellung einer umfassenden schriftlichen Falldokumentation einer vom/n (der)
   Ausbildungskandidaten/in eigenständig erstellten und durchgeführten LRS-Therapie
   im Ausmaß von mindestens 20 Therapiestunden.
(5)Nach positiver Begutachtung der schriftlichen Falldokumentation muss bei dem/der
   GutachterIn eine Prüfung abgelegt werden, in welcher der/die KandidatIn anhand des
   dokumentierten Falles den Nachweis über die erworbenen Kenntnisse und
   Fertigkeiten erbringen soll. Eine Liste potentieller GutachterInnen wird von der
   Lehrgangsleitung in Absprache mit dem Lehrgangsbeirat geführt.
(6)Diplomarbeiten, Dissertationen oder gleichwertige Arbeiten, die in Bezug zum
  Thema Schriftspracherwerb und Lernstörungen stehen, können von der
  Lehrgangsleitung anstelle einer schriftlichen Falldokumentation anerkannt werden. In
  diesem Fall entfällt auch die Prüfung, deren Gegenstand die Falldokumentation ist.

§ 13 BEURTEILUNG
(1)Die Beurteilung aller Prüfungen und Prüfungsarbeiten einschließlich der schriftlichen
   Falldokumentation erfolgt anhand einer fünfstufigen Notenskala von 1 (sehr gut) bis 5
   (nicht genügend).


§ 14 ABSCHLUSS
(1)Der Lehrgang gilt als abgeschlossen, wenn alle Pflichtfächer gemäß Studienplan
   sowie die schriftliche Falldokumentation und die darüber abzulegende Prüfung
   positiv abgeschlossen wurden und ein Nachweis über die Absolvierung des
   Praktikums (§ 11) vorliegt.
(2)Der/die LehrgangsteilnehmerIn erhält ein Abschlusszeugnis und ein Zertifikat, mit
   dem die Bezeichnung "akademische LRS-Therapeutin" bzw. "akademischer LRS-
   Therapeut" verliehen wird
(3)Die Gesamtbeurteilung des Universitätslehrganges hat "mit Auszeichnung
   bestanden" zu lauten, wenn in keinem Prüfungsfach eine schlechtere Beurteilung als
   "gut" und in mindestens der Hälfte der Fächer die Beurteilung "sehr gut" erteilt
   wurde.

				
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