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Der schnelle Weg zum Volltext –

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Der	schnelle	Weg	zum	Volltext	–	Einsatz	und	Nutzung	des	
Verlinkungsdienstes	der	Elektronischen	Zeitschriftenbibliothek	
Evelinde	Hutzler,	Martin	Scheuplein,	Petra	Schröder

Als Partner von vascoda bietet die Elektronische Zeitschriftenbibliothek (EZB)1
zentrale Dienstleistungen für das interdisziplinäre Wissenschaftsportal vascoda2
an. Eine besondere Rolle kommt ihr sowohl beim Nachweis lokaler Nutzungs-
lizenzen von elektronischen Zeitschriften als auch bei der Verknüpfung der
Recherche mit dem Zugriff auf den elektronischen Volltext zu.
Mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat
die Universitätsbibliothek Regensburg einen EZB-Verlinkungsservice entwickelt,
der es ermöglicht, Benutzer von vascoda direkt zu elektronischen Volltexten von
Online-Zeitschriften zu führen. Dafür wurde bereits 2004 eine Open-URL-Schnitt-
stelle für die EZB entwickelt und im Laufe des Jahres 2005 kontinuierlich ausge-
baut. Der EZB-Verlinkungsservice wird inzwischen nicht nur im vascoda-Portal,
sondern auch von einer Vielzahl verschiedener Informationseinrichtungen und
Bibliotheken in mehr als 40 Informationsdiensten genutzt. So ist er z.B. in Dienst-
leistungen von mehreren vascoda-Partnern wie etwa in MedPilot3 oder in Virtu-
elle Fachbibliotheken4 integriert. Darüber hinaus ist er in Digitalen Bibliotheken
wie etwa in der DigiBib5 oder in der Regionalen Datenbank-Information Baden-
Württemberg (ReDI)6 oder in einzelnen Datenbanken im Einsatz.
Der EZB-Verlinkungsdienst findet bei Nutzern zunehmend Anklang. Im Jahr 2005
wurde der Service in über 925.000 Fällen genutzt.


1.	Einsatzmöglichkeiten	des	EZB-Verlinkungsdienstes
Der Verlinkungsservice der EZB kann in verschiedenen Kontexten eingesetzt
werden. Es ist möglich, ihn als eigenständigen Dienst für die Verlinkung auf elek-
tronische Volltexte in Online-Zeitschriften zu verwenden. Darüber hinaus kann
er auch in eine Verfügbarkeitsrecherche eingebunden oder in Kombination mit
anderen Linkresolvern eingesetzt werden.


1   http://ezb.uni-regensburg.de/
2   http://www.vascoda.de
3   http://www.medpilot.de
4   Exemplarisch seien hier die ViFa Pol (http://www.vifapol.de)
    oder Geo Leo (http://www.geo-leo.de/) genannt.
5   http://www.digibib.net/
6   http://www.redi-bw.de


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1.1.	Einsatz	der	EZB-Verlinkung	als	eigenständiger	Dienst
Der EZB-Verlinkungsdienst ist via OpenURL-Schnittstelle als eigenständiger Ser-
vice in Fachportalen, Digitalen Bibliotheken und Datenbanken im Einsatz.
In diesem Fall fungiert der EZB-Verlinkungsdienst als Linkresolver für die in der
EZB enthaltenen Zeitschriften. Er führt die Benutzer von einem Rechercheergeb-
nis – soweit es sich um einen Nachweis für einen Aufsatz handelt, der in einer in
der EZB nachgewiesenen Zeitschrift enthalten ist – gezielt zu den elektronischen
Volltexten. Bei einer Vielzahl von elektronischen Zeitschriften kann die EZB dabei
direkt auf den gesuchten Aufsatz verlinken. Wo eine Artikelverlinkung nicht mög-
lich ist, verweist die EZB auf die nächsthöhere Ebene, also zum Inhaltsverzeichnis
des Heftes, zur Jahrgangsübersicht oder zur Zeitschriftenhomepage. In diesen
Fällen erhält der Nutzer spezifische Hinweise, wie er den Volltext abrufen kann.
Bei dieser Verlinkung werden auch die von der EZB-Anwendereinrichtung erwor-
benen Lizenzen berücksichtigt. Die EZB gibt dabei Auskunft, ob der recherchierte
Aufsatz im Volltext kostenfrei zugänglich ist oder durch eine von einer EZB-An-
wenderbibliothek bereit gestellte Lizenz genutzt werden kann. Zudem führt die
EZB zu dem Anbieter, bei dem Nutzungsrechte vor Ort bestehen.




Abb. 1: Einsatz des EZB-Verlinkungsdienstes in Datenbanken, dargestellt am Beispiel
          der Online Contents – SSG Politikwissenschaft / Friedensforschung


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Themen	                                                          Digitale	Bibliothek


Abbildung 1 veranschaulicht dies am Beispiel der Datenbank Online Contents – SSG
Politikwissenschaft / Friedensforschung. Ein EZB-Button führt zur EZB und von
dort aus zum Volltext in einer elektronischen Zeitschrift. In vielen Fällen kann die
EZB direkt auf den Aufsatz verlinken. Zugleich werden die bei den EZB-Anwen-
derbibliotheken vorhandenen Zugriffsrechte berücksichtigt. Dadurch bekommt
der Nutzer gezielte Information, ob er den Volltext abrufen kann und erhält
schließlich den Link zum Volltext bei dem Verlag bzw. den Anbieter, bei dem lokal
Zugriffsrechte vorhanden sind. Bei dieser Datenbank wird dem Nutzer IP-Adres-
sen-gesteuert durch die entsprechende Farbe der „EZB-Ampel“ schon beim Lite-
raturnachweis angezeigt, ob er auf den Volltext zugreifen kann.
Es wäre technisch auch möglich, den Nutzer ohne den Umweg über die EZB direkt
auf den gewünschten Artikel zu leiten. Die bisherigen Erfahrungen haben aller-
dings gezeigt, dass es durchaus vorteilhaft ist, den Nutzer über die EZB zu führen.
Dem Benutzer werden nämlich auf diese Weise wichtige Informationen bzw. Hil-
festellungen zur Nutzung der E-Zeitschrift eingeblendet. So erfährt der Nutzer, ob
es sich um eine frei zugängliche Zeitschrift oder um einen lizenzierten Titel han-
delt, der nur im Rahmen eines Online-Abonnements seiner lokalen Einrichtung
zugänglich ist. Dies ist nicht nur eine gute Möglichkeit, dem Nutzer transparent
zu machen, warum ein Volltext für ihn kostenfrei zugänglich ist, der Nutzer kann
sich so auch gezielt an seine Einrichtung wenden, falls es Probleme mit dem Voll-
textzugang gibt. Darüber hinaus gibt die EZB auch Auskunft, auf welcher Ebene
(Volltext, Jahrgangsübersicht oder Zeitschriftenhomepage) der Nutzer im Falle ei-
ner Zugriffsberechtigung weiterverlinkt wird. Der Nutzer kann sich auf diese Wei-
se besser bei der Suche seines Zeitschriftenaufsatzes orientieren. Bei lizenzierten
Aufsätzen, die mit einer gelben EZB-Ampel markiert sind, wird standardisiert
auch ein Link angeboten, über den sich der Nutzer über Zugangsbedingungen
zur Zeitschrift informieren kann. Und schließlich hat der Nutzer auch die Mög-
lichkeit eine Hilfeseite aufzurufen, in der ihm Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt
werden, falls es Probleme mit dem Volltextzugriff gibt.

1.2.	Einbindung	des	EZB-Verlinkungsdienstes	in	eine	Verfügbarkeitsrecherche	
Der EZB-Verlinkungsdienst	kann auch in eine Verfügbarkeitsrecherche eingebun-
den sein.
Bei der Verfügbarkeitsrecherche wird geprüft, ob und wo ein recherchierter Ar-
tikel elektronisch und/oder gedruckt vorhanden ist. Für die Prüfung der elektro-
nischen Ausgabe wird der EZB-Verlinkungsdienst verwendet. Die EZB gibt Aus-
kunft, ob ein Artikel elektronisch verfügbar ist und lokale Zugriffsrechte bestehen.
Im positiven Fall leitet die EZB den Benutzer möglichst direkt zum Volltext weiter.
Abbildung 2 zeigt dies exemplarisch für ein Beispiel aus der Regionalen Daten-
bank-Information Baden-Württemberg (ReDI).


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  Abb. 2: Nutzung des EZB-Verlinkungsdienstes im Rahmen einer Bestandsabfrage,
                         dargestellt am Beispiel von ReDI


1.3.	Einbindung	der	EZB-Verlinkung	in	andere	Linkresolver	
Die EZB kann auch Dienste für Linkresolver erbringen. Die Universitätsbibliothek
Regensburg hat ein EZB-Datenexportformat entwickelt, mit dem es möglich ist,
differenzierte Lizenzinformationen (mit Angaben zu Lizenzzeiträumen und lokal
gültigen URLs für den Volltextzugriff) in Linkresolver wie SFX zu laden und dadurch
die Verlinkung auf Artikel auf der Grundlage lokal vorhandener Zugriffsrechte zu
steuern. Darüber hinaus kann der EZB-Verlinkungsdienst selbst als Service als so-
genanntes Target in andere Linkresolver eingebunden werden, wie Abbildung 3
exemplarisch am Beispiel des Gateway Bayern veranschaulicht.




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          Abb. 3: Integration des EZB-Verlinkungsdienstes in SFX am Beispiel
                                 von Gateway Bayern


2.	Bisheriger	Umfang	des	EZB-Verlinkungsdienstes
Der EZB-Verlinkungsdienst umfasst alle elektronischen Zeitschriften, die in der
EZB nachgewiesen sind. Für alle in der EZB enthaltenen Titel wird mindestens eine
Verlinkung zur Homepage der Zeitschrift angeboten, sofern ein für die Verlinkung
erforderliches Mindestmaß an Metadaten (dies ist in der Regel eine ISSN) vorhan-
den ist. Um dem Nutzer den Zugang zum Volltext zu erleichtern, bietet die EZB
jedoch in möglichst vielen Fällen einen direkten Link zum gesuchten Aufsatz an.
Die Realisierung der Artikelverlinkung basiert in der Regel auf der Open-URL-
Technologie. Die Syntax des Links, der auf den Aufsatz oder die Heftebene führt,
ist in vielen Fällen systematisch aufgebaut, so dass dieser technisch nachgebil-
det werden kann. Die bibliografischen Angaben zum Aufsatz werden zu diesem
Zweck in die entsprechende Linkstruktur eingesetzt, um einen Volltextlink zu er-
zeugen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Artikelverlinkung ist somit, dass der



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EZB von den Datenbankanbietern über die Open-URL-Schnittstelle korrekte und
möglichst vollständige Metadaten zum benötigten Aufsatz übergeben werden.
Ende 2005 bietet die EZB folgende Verlinkungsmöglichkeiten:
 • Verlinkung auf Artikelebene für ca. 10.000 Zeitschriften von 69 Verlagen / Anbietern
    -	 das sind ca. 42% aller EZB-Titel und
    - ca. 70% aller in der EZB enthalten lizenzpflichtigen Zeitschriften
 •	 zusätzlich Artikelverlinkung zu	ca. 21.000 Zeitschriften von so genannten
    Aggregatoren
 • Verlinkung auf Heftebene für ca. 400 Zeitschriften von 5 Verlagen / Anbietern
 • In den Fällen, in denen weder eine Verlinkung auf Aufsatz- noch auf Heft-
    ebene möglich ist, wird auf die Zeitschriften-Homepage verlinkt.
Die EZB ist bestrebt, ihre Artikelverlinkung möglichst auf den Bedarf in Deutsch-
land abzustimmen. Sie nutzt die in der EZB vorhandenen Nutzungsstatistiken, um
die am häufigsten abgerufenen Zeitschriften zu identifizieren und bemüht sich,
für diese Zeitschriften eine Artikelverlinkung zu realisieren. In hohem Maße wer-
den auch deutsche Zeitschriftenangebote bei der Realisierung der Artikelverlin-
kung berücksichtigt, denn insbesondere in den Bereichen Recht, Wirtschaft und
Sozialwissenschaften werden häufig deutschsprachige Quellen nachgefragt.


3.	Nutzung	des	EZB-Verlinkungsdienstes
Seit Herbst 2004 wird die Nutzung des EZB-Verlinkungsdienstes statistisch erfasst.
Im Jahr 2005 wurde der EZB-Verlinkungsdienst insgesamt über 925.000 mal ge-
nutzt. Abbildung 4 zeigt die ansteigende Entwicklung der Zugriffe im Verlauf des
Jahres 2005.
Abbildung 5 zeigt die über den EZB-Verlinkungsdienst angebotenen Zugriffs-
möglichkeiten auf die gefundenen Artikel im Jahr 2005. Der Anteil der abgeru-
fenen Aufsätze, die kostenfrei in über das Internet angebotenen Zeitschriften
erschienen waren, lag dabei bei 11% der Gesamtnutzung. Bei 41% aller Anfragen
war es dem Nutzer aufgrund eines Online-Abonnements seiner Einrichtung mög-
lich auf den Volltext zuzugreifen. In 48% aller Nutzungsfälle waren keine lokalen
Zugriffsrechte auf den Volltext vorhanden. Der Nutzer konnte den gewünschten
Artikel daher nicht über ein Online-Abonnement seiner Einrichtung in elektro-
nischer Form abrufen.




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      Abb. 4: Entwicklung der Zugriffe auf die EZB-Schnittstelle im Jahr 2005
               Gesamtnutzung im Jahr 2005: Über 925.000 Zugriffe




      Abb. 5: Angebotene Zugriffsmöglichkeiten auf den gefundenen Artikel
                  über den EZB-Verlinkungsdienst im Jahr 2005




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Digitale	Bibliothek	                                                    Themen


Über den EZB-Verlinkungsdienst konnten im Jahr 2005 bei 77% der Anfragen,
bei denen der Nutzer zugriffsberechtigt auf den Volltext war und der EZB von den
Datenbanken ausreichende Angaben zum Artikel übergeben wurden, ein direkter
Volltextlink angeboten werden. Bei 1% wurde seitens der EZB auf Heftebene, bei
den verbleibenden 22% auf Homepageebene verlinkt (siehe Abbildung 6).




 Abb. 6: Angebotene Weiterverlinkung über den EZB-Verlinkungsdienst im Jahr 2005
          bei Zugriffsberechtigung auf den Artikel und Übergabe kompletter
                               bibliografischer Angaben


Die Artikelverlinkung wurde im Laufe des Jahres 2005 weiter ausgebaut, so dass
der Anteil der Direktverlinkung auf den Volltext an der Gesamtnutzung im zwei-
ten Halbjahr 2005 bereits bei 80% lag.


4.	Ausblick	
Die bisherigen Erfahrungen mit dem im Rahmen von vascoda aufgebauten
EZB-Verlinkungsdienst haben gezeigt, dass dieser neue Service bereits in weni-
gen Monaten von den Nutzern gut angenommen wird. Es ist geplant, die bishe-
rige EZB-Verlinkung im vascoda-Portal durch eine Verfügbarkeitsrecherche zu
erweitern, in die die EZB-Verlinkung integriert ist. Dadurch können den Nutzern
von vascoda zusätzlich zum elektronischen Zugang Informationen über alter-
native Bezugsmöglichkeiten angeboten werden. So sollen z.B. mit Hilfe der ZDB
Informationen bereitgestellt werden, ob und wo ein Aufsatz in gedruckter Form
vorhanden ist. Außerdem sollen Pay-per-View-Optionen eingebunden werden.



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