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Das didaktische Arbeitsmittel Re

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Das didaktische Arbeitsmittel Re Powered By Docstoc
					      Das didaktische Arbeitsmittel „Rechenzug“: praktischer Einsatz im Umgang mit zweistelligen Zahlen
                         Seminar: L; Seminarleiter: Martin Becker; Referendarin: Christine Strauß – Ehret; 12.03.2002



„Es kann sehr leicht sein, dass Kinder von Natur aus so leistungsfähige Lerner sind, dass das Rechnen, das wir ihnen beizubringen versuchen, viel
leichter von ihnen gelernt werden könnte, wenn wir als Lehrer nicht so darauf fixiert wären, es ihnen beibringen zu wollen“ (TRIVETT 1977 zitiert
nach KRAUTHAUSEN 1998, 21).




                                                                           Empirische Grundlegung/ Struktur – niveau – orientierter Unterricht




       34                                                                               Zahlbeziehung/ Struktur zweistelliger Zahlen/ ZR 100

                                                                                                     Übliche Erarbeitung und Arbeitsmittel

                                                                                                Schulabakus


                                                                           Praktischer Einsatz / Arbeitsmittelvariationen/ Lehrwerke
Empirische Grundlegung
Die empirische Grundlegung dieses Materials beruht u.a. auf einer Studie der Universität
Marburg. Dahinter stand die Überlegung, wie wichtig die simultane Erfassung von Mengen
für die Entwicklung des Zahlbegriffs sei und wie die Erfahrung verschiedener
Mengenanordnungen sich auf die Simultanerfassung auswirkt.
Die Studie belegt, dass eine lineare Mengenanordnung die Größenanordnung einer Menge am
schlechtesten erfassen lässt. Doppelreihig angeordnete Elemente (geringer Abstand der
einzelnen Elemente) erzielten die besten Leistungen. Wurden die Elemente jedoch auf ein
Raster mit insgesamt 10 Freifeldern gelegt, konnten die Resultate noch signifikant erhöht
werden (vgl. ebd.1999a, 21). KUTZER bezeichnet das Verfahren von der Anzahl der
unbesetzten Felder auf die Anzahl der besetzten zu schließen als „negatives
Ergänzungsverfahren“ (ebd.). Der Rechenzug ist die methodische Einkleidung dieser
gewonnenen Untersuchungserkenntnisse.




Struktur – niveau – orientierter Unterricht
Reinhard Kutzer und seine Marburger Kollegen gehen von der vor 20 Jahren empirisch
abgesicherten These aus, dass Lernversagen durch didaktische Fehlentscheidungen
mitverursacht wird, die durch den lernpsychologischen und didaktischen Forschungsstand
bedingt wird. Um Lernen auf die jeweils individuellen Bedürfnisse auszurichten ist eine
bessere Kenntnis des Lernprozessverlaufs, der primären und sekundären Lernvoraussetzungen
und Lernbedingungen, der wichtigsten Lerndimensionen und der sachstrukturellen
Anforderungen notwendig.
Studien und Analysen über das Lernen haben zur Erkenntnis geführt, dass Lernprozesse
mehrdimensional bestimmt sind. Zentrale Lernbedingungen sind:

    Komplexität des Lerngegenstandes / der Lernsituation („Sachstruktur“:
     Sachgegebenheiten , die einen Sachverhalt, ein Ding, ein Phänomen, ein Zielverhalten
     aus der Sicht der Lernsituation des Kindes bestimmen)
    Lernniveau und Generalisierung (von der strukturiert, konkret vorstellenden
     Handlung, über die teilweise und dann vollständig vorstellenden Handlung, zu
     verschiedenen Generalisierungsformen)
    Lernart (werden nur in Abhängigkeit von der Zielsetzung gewählt)

Kutzer u.a. verfolgen dabei den Gedanken des stufenweisen Aufbaus (siehe Piaget) nach dem
z.B. die Invarianz unabdingbareVoraussetzung für den Zahlbegriffserwerb ist. Um in diesem
Sinne Diagnostik und Förderung zu erstellen, müssen Lernstrukturgitter angelegt und
strukturorientierte Tests angewandt werden. Ein genaues Beschäftigen mit der
Vorgehensweise und den grundlegenden Gedanken Kutzers ist dafür unerlässlich.
Weiterführende Literatur:
KUTZER, Reinhard (1999b): Überlegungen zur Lernorganisation im Sinne strukturorientierten
Lernens. In: PROBST, Holger (Hrsg.): Mit Behinderungen muss gerechnet werden. Der Marburger
Beitrag zur lernprozessorientierten Diagnostik, Beratung und Förderung, 15- 69. Solms- Oberbiel
WANIEK, Dorothea (1999): Überlegungen zum Konzept einer lernprozessorientierten Diagnostik und
Didaktik und seiner Bedeutung im elementaren Mathematikunterricht. In: PROBST (s.oben)
Zahlbeziehung/ Struktur zweistelliger Zahlen/ Zahlenraum 100

       = Grundlegende Voraussetzungen für den verstehenden operativen Umgang
       = Herkömmliches Vorgehen/ Lern - Behinderungen



                        verstehender Umgang mit
Anzahlzerlegung             +/ - und =                     Größenvorstellung




            ERARBEITUNG DES ZAHLENRAUMES 1 - 99




Zählmethodische                                          fehlende Zahlbeziehungen /
Konzepte                                                        Stellenwert




   Zahlbeziehung                                    Strukturelemente zweistelliger
                                                          Zahlen



                                                    Schrittweise Erweiterung
                                                      0-9 / 10–20 / Zehnerschritte


                        OPERATIVER UMGANG
Durch: Handlung und Visualisierung der Stellenwerte und des Bündelungs- und
         Entbündelungsvorganges

     Zu frühes Ansprechen ohne Strukturerfassung
     verstärktes Üben (Fertigkeit kann Verstehen nicht ersetzen!)
     Operationen in Gleichungsschreibweise (schriftliche Verfahren leichter!)
     Zehnerübergang: vorgegebene z.T. unübersichtlicher schriftlicher Wege (besser:
      Einbau von Gedächtnisstützen, Vernetzungen, Ableitungen, Reduzierung des
      Komplexitätsgrades)
Arbeitsmittelvergleiche

Hunderter - Tafel

1    2    3     4    5    6    7       8    9    10
11   12   13    14   15   16   17      18   19   20
21   22   23    24   25   26   27      28   29   30
31   32   33    34   35   36   37      38   39   40
41   42   43    44   45   46   47      48   49   50
51   52   53    54   55   56   57      58   59   60
61   62   63    64   65   66   67      68   69   70
71   72   73    74   75   76   77      78   79   80
81   82   83    84   85   86   87      88   89   90
91   92   93    94   95   96   97      98   99   100

In fast allen mathematischen Lehrwerken ist die Hundertertafel das Arbeitsmittel für die
Arbeit mit zweistelligen Zahlen, da sie „in prägnanter Weise die dezimale Struktur unseres
Zahlensystems [verkörpert] und hilft Einsichten [...] zu gewinnen in Analogien, die auf
dieser Struktur beruhen.“ (RADATZ/ SCHIPPER 1998, 36). Sie stellt die Zahlenreihe bis 100 dar
(strukturiert in Zehnerreihen) und soll von den Kindern so erarbeitet werden, dass sie
gleichsam zu einem mentalen Modell wird (vgl. ebd., 28).
Kritiker sehen folgende Nachteile:

      Zählstrategien werden verstärkt
      Visualisierung schwer
      Laut Studien bleiben nur Bruchstücke der Tafel (z.B. Form, Kästchen etc.) dauerhafter
       im Gedächtnis, der Zahlenaufbau nicht!
      Häufigste Frage der Kinder: Wo ist denn die Null? (eigentlich wechselt die Stelle
       wenn 10 voll sind, demnach müssten alle Zehner in der ersten Spalte untereinander
       stehen)
      Erweiterung in den 1000 ZR unübersichtlich und schwer; Reihung bei 100 zu Ende


Schulabakus
Abakus = bestimmte, nicht- automatische Rechengeräte, denen ein Stellenwertsystem
zugrunde liegt (z.B. Rechenmaschine mit 10 x 10 Perlen)
Material: einige, voneinander abgegrenzte Flächen und loses Material, mit dem auf den
Flächen gearbeitet werden kann (z.B. quadratische Teppichfliesen (ca. 10 x 10 cm groß und
einfarbige Rechenplättchen oder selbstgesägte Holzstäbchen). Die Holzstäbchen o.ä. dienen
zur Zahldarstellung auf diesen Feldern.

               3. Feld         2. Feld       1. Feld
                                   0
               0               0       0         0 0



                     1                 3           2   =   132
DIE BÜNDELUNGSREGEL ALS HANDLUNGSBASIS

Folgende Regel beinhaltet die Handlungsbasis auf der alles Rechnen am Abakus aufgebaut
wird:
 „Ersetze zehn Stäbchen (Steinchen, Plättchen...) die in einem Feld liegen,
 durch ein Stäbchen im Feld links daneben“.



Addition: beide Zahlen werden gelegt und dann gebündelt
Subtraktion: Entbündelung


Vorteile:
    Breites handelndes Einsatzspektrum (Addition, Subtraktion, Multiplikation und
       Division) mit allen Anwendungen (Ergänzen, Vervielfachen, Verdoppeln, Halbieren,
       Wegnehmen, Vermindern, Aufteilen und Verteilen)
    Die dezimale Struktur kann in ihrer Ganzheit erkannt werden
    Natürliche Differenzierung möglich, jedes Kind kann damit innerhalb seiner
       Möglichkeiten arbeiten
    Bei Ablehnung des Rechenzuges gut einsetzbar
    Es kann überall damit gearbeitet werden (z.B. im Wald mit Tannenzapfen)
    Geringe Materialkosten

Nachteile, die sich aus der Arbeit mit dem Schulabakus ergaben:
    Schlechte Simultanerfassung einer unstrukturierten Menge über 6 => Rechnen durch
       Abzählen wird forciert
    Abzählprozess dauert zu lange
    Das Abzählen ist stark fehlerbehaftet; die Kinder haben dann zwar richtig gebündelt,
       aber trotzdem das falsche Ergebnis erhalten
    Selbstkontrollen nicht möglich, da die zu bündelnde Menge nicht mehr sichtbar
       vorhanden ist
    Wirkt nicht unbedingt ansprechend, wenig Spielcharakter
    Visualisierungshilfe?

Weiterführende Literatur:
JOHANN, Michael / MATROS, Norbert (2001): Wechselspiele. Kreatives Rechen am Schulabakus.
Landau




Praktischer Einsatz des Rechenzuges

                                                               spielerische und
Visualisierungshilfe                                              anschauliche
bei Zahlbeziehungen                                             Erarbeitung des
und operativen                     RECHENZUG                      Positionssystems
Vorgängen                                                    keine Zählstrategie!
Gegliederte Vorgehensweise (logischer Aufbau als Möglichkeit)
1: Unkontrollierte Spielphase
2: Einsicht in die 10er Bündelung als Konvention
3: Laderegeln (z.B. drei volle Waggons und fünf Kisten; rote Deckel)
4: Sprechweise als Konvention: „Ich habe drei volle Waggons und fünf einzelne
   Kisten geladen“; Benennung der Zug- Zahlen: „Das ist ein drei – fünf Zug“
5: Schreibweise der zweistelligen Zahlen mit Farbhilfe
6: Null- Funktion (Erarbeitung voller Zehner); Festigung des Positionssystems
7: Erarbeitung der Zahlwörter
8: Operationen: Aufladen und Abladen (mit und ohne Zehnerüberschreitung)
9:Übertragung der Erkenntnisse auf verschiedene andere Arbeitsmittel



                                                 Kreativität
       Wissen um die
       Lernvoraussetzungen
       des Kindes
                                                                       Verstehender
                                                                       Umgang mit + / -
                                                                       und =
                               Voraussetzungen
                               für die Arbeit mit
                               dem Rechenzug
                                                                  Sichere Anzahlzerlegung
 Differenzierung =                                                im ZR bis 10
                                Lehrer
 Unterrichtsimma-
 nente Diagnostik               Schüler

                                                               Spielfreude
          Tieferes Verständnis für
          die Problematik der
          Erarbeitung (der Sache)                      Arbeitsmittelvariationen




Literatur / Lehrbücher
Schülerbände die diese Problematik aufgreifen:
KUTZER, Reinhard u.a. (1999a): Mathematik entdecken und verstehen (Band 2). Zur Neubearbeitung
des Unterrichtswerkes. Hünfeld
KUTZER, Reinhard u.a. (2000): Mathematik entdecken und verstehen (Band 3). Zur Neubearbeitung
des Unterrichtswerkes. Hünfeld

Lehrerbände und Materialien:
Lydia Kutzer, Verlag und Vertrieb von Lehr, Lern- und Arbeitsmitteln, 36088 Hünfeld; Tel:
06652/3155; e-mail: Lydia. Kutzer@gmx.de
      Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Sonderschulen
                             Kaiserslautern

                        Unterrichtsvorbereitung für einen Seminarbesuch
Name:                    Christine Strauß - Ehret
Schule:                  SFL Nordringschule Landau
Datum:                   12.03.2002                        Zeit: 8.40 – 9.20
Lernstufe:               3
Mentor:                  Herr Wagner
Fachrichtung/ Fach:      L/ Mathematik
Name des Fachleiters:    Martin Becker




             Thema der Unterrichtseinheit: VERINNERLICHUNG DES
      SUBTRAKTIONSVORGANGES MIT UND OHNE ENTBÜNDELUNG IM
               ZAHLENRAUM 100 (Einsicht in das Stellenwertsystem)
Anschauungsmaterial: Rechenzug nach REINHARD KUTZER

    1. Inhaltsbegründung und Einordnung der Stunde
In die dem Thema der Unterrichtseinheit vorangegangenen Stunden, wurde anhand des
Materials von KUTZER (Rechenzug) an der Erfassung und der Verinnerlichung der Struktur
zweistelliger Zahlen (Stellenwerte), sowie an Additions- und Subtraktionsvorgängen (-/+
Einer oder Zehner) gearbeitet. Daran schließt sich nun, durch das Rahmenthema „Ostern“
mitgeprägt (Osterhasen werden abgeladen), die Erfassung und Verinnerlichung des
komplexen Subtraktionsvorganges an.
Eine fehlende Einsicht in die Stellenwerte (als grundlegende Voraussetzung für
Mengenerfassung und Zahlenoperationen), gekoppelt mit der damit einhergehenden
Verfestigung der Zählkompetenzen und -strategien (z.B. Weiter- und Dazuzählen im ZR 20)
kann bei der Mehrzahl der Schüler einer SFL beobachtet werden. Einsicht geschieht durch
Verinnerlichung, indem das Äußere nach Innen transportiert wird. Um diesen Vorgang
anzuregen und zu unterstützen, eignet sich das didaktische Material „Rechenzug“ wie kein
anderes. Spielerisch eingebettet bezeichnen verschiedene Farben (Rot = volle Waggons =
Zehner; Grün = einzelne Kisten = Einer) die Stellenwerte und werden erst abgelöst wenn ein
sicherer Umgang zu beobachten ist. Der Subtraktionsvorgang kann damit eigentätig erarbeitet
werden.

    2. Methodisch didaktische Überlegungen
Das Thema Subtraktion wird im Klassenverband frontal bearbeitet. Nach der gemeinsamen
Einarbeitung in das Thema kann jedes Kind, je nach Lernstand, selbst den zu erarbeitenden
Schwerpunkt wählen (Subtraktionsgeschehen ohne oder mit Entbündelung oder mit eigenen
Zahlen und Subtraktionswegen). Das Thema wird mit verschiedenen Sinneskanälen
erarbeitet:   auditiv    (Zuggeschichte), visuell (Geschichte an der Tafel) und taktil/
kinästhetisch, also eigenaktiv- handelnd (Arbeiten an der Stellentafel).

    3. Kurze Zielformulierung / Lernmöglichkeiten
Bewusstmachung und Verinnerlichung des Subtraktionsvorganges (mit oder/und ohne
Entbündelung) und der damit verbunden Veränderung der Zahlen in den zugehörigen
Stellenwerten.
   4. Verlaufsbeschreibung

                                Gemeinsamer Einstieg
           kurzes Gespräch (stummer Impuls durch eine grüne, mit einem Deckel
            verschlossene Kiste in dem ein Schokoladehase liegt)

Wechsel zu entspannter Sitzform (Kopf auf die Arme legen, Augen wenn möglich schließen)
           auditive Ansprache: Geschichte über die Zugreise des Schokoladehasen (durch
              geschlossene Augen und entspannte Sitzlage soll das „sehen“ intensiviert
              werden); in den Reisebericht sind Subtraktionshandlungen mit Einern (gleicher
              Zehner mit und ohne Entbündelungen) sowie mit Zehnern und Einern
              eingebunden (Abladehandlungen); Unterstützung der Visualisierung durch
              Zuggeräusche aus dem Kassettenrekorder
           Gemeinsame visuelle Nacherarbeitung des Geschichteinhaltes im Tafelbild
              (durch Klettverschlüsse haftbar gemachte Hasen die in den Zug ein- und
              ausgeladen werden können); visuelle und handelnde Bewusstmachung der
              verschiedenen Subtraktionsvorgänge; Einsatz einer Stellenwerttafel
           Klären der Aufgabenstellung und der Organisation für die Aneignungsphase
              (Arbeitsblätter erläutern; Arbeitsform: Partner- und Einzelarbeit möglich)


Selbständige Aneignungsphase

           In Einzel- oder Partnerarbeit werden die Arbeitsblätter von den SS selbsttätig
            handelnd (kleine Hasen die mit Klettverschluss versehen in die Waggons ein-
            und ausgeladen werden können; Einsatz einer Stellenwerttafel) bearbeitet
           LP gibt Hilfestellungen, berät Kinder mit schwacher Leseleistung
           Unterstützung eines geordneten Ablaufs durch Klammerritual (jeder SS hat
            eine Klammer mit Namen die er ohne zu fragen an das an der Tafel befindliche
            Brett mit den Angaben „Ich brauche Hilfe“ und „Ich bin fertig“ befestigen
            kann)


Gemeinsame Auswertung

           Gesprächsthema: Schwierigkeiten der Subtraktion (Entbündelung)
           Lösung aller Arbeitsblätter: 1 Hase bleibt übrig
           Ausblick auf die nächsten Mathematikstunden in denen mit weiteren
            Geschichten gerechnet wird
   5. Verlaufsskizze

   1. EINSTIEG (AKUSTISCHE VISUALISIERUNGSHILFE)




    T             D          D         D
    A             D          D         D
    F
    E             D          D         D
    L             D          D         D


 Methode: Geschichte erzählen mit Begleitgeräuschen (Kassettenrekorder)

   2. VISUELLER NACHVOLLZUG




        34




Material: Rechenzug /Tafelmaterial
Arbeitsform: Frontal wie 1. / Tafelarbeit


   3. EIGENAKTIVER NACHVOLLZUG

                                                Zehner            Einer

    T             D          D         D
    A             D          D         D
    F
    E             D          D         D
    L             D          D         D


                     Material: Arbeitsblätter/ Stellenwerttafel
                    Arbeitsform: Allein / Partnerarbeit möglich

   4. Besprechung der Ergebnisse (Ausschnitte) und Schwierigkeiten (eventuell im
      Stuhlkreis)
      Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Sonderschulen
                             Kaiserslautern

                        Unterrichtsvorbereitung für einen Seminarbesuch
Name:                    Christine Strauß - Ehret
Schule:                  SFL
Datum:                   12.03.2002                        Zeit: 8.40 – 9.20
Lernstufe:               3
Mentor:                  Herr
Fachrichtung/ Fach:      L/ Mathematik
Name des Fachleiters:    Martin Becker




             Thema der Unterrichtseinheit: VERINNERLICHUNG DES
      SUBTRAKTIONSVORGANGES MIT UND OHNE ENTBÜNDELUNG IM
               ZAHLENRAUM 100 (Einsicht in das Stellenwertsystem)
Anschauungsmaterial: Rechenzug nach REINHARD KUTZER

    1. Inhaltsbegründung und Einordnung der Stunde
In die dem Thema der Unterrichtseinheit vorangegangenen Stunden, wurde anhand des
Materials von KUTZER (Rechenzug) an der Erfassung und der Verinnerlichung der Struktur
zweistelliger Zahlen (Stellenwerte), sowie an Additions- und Subtraktionsvorgängen (-/+
Einer oder Zehner) gearbeitet. Daran schließt sich nun, durch das Rahmenthema „Ostern“
mitgeprägt (Osterhasen werden abgeladen), die Erfassung und Verinnerlichung des
komplexen Subtraktionsvorganges an.
Eine fehlende Einsicht in die Stellenwerte (als grundlegende Voraussetzung für
Mengenerfassung und Zahlenoperationen), gekoppelt mit der damit einhergehenden
Verfestigung der Zählkompetenzen und -strategien (z.B. Weiter- und Dazuzählen im ZR 20)
kann bei der Mehrzahl der Schüler einer SFL beobachtet werden. Einsicht geschieht durch
Verinnerlichung, indem das Äußere nach Innen transportiert wird. Um diesen Vorgang
anzuregen und zu unterstützen, eignet sich das didaktische Material „Rechenzug“ wie kein
anderes. Spielerisch eingebettet bezeichnen verschiedene Farben (Rot = volle Waggons =
Zehner; Grün = einzelne Kisten = Einer) die Stellenwerte und werden erst abgelöst wenn ein
sicherer Umgang zu beobachten ist. Der Subtraktionsvorgang kann damit eigentätig erarbeitet
werden.

    2. Methodisch didaktische Überlegungen
Das Thema Subtraktion wird im Klassenverband frontal bearbeitet. Nach der gemeinsamen
Einarbeitung in das Thema kann jedes Kind, je nach Lernstand, selbst den zu erarbeitenden
Schwerpunkt wählen (Subtraktionsgeschehen ohne oder mit Entbündelung oder mit eigenen
Zahlen und Subtraktionswegen). Das Thema wird mit verschiedenen Sinneskanälen
erarbeitet:   auditiv    (Zuggeschichte), visuell (Geschichte an der Tafel) und taktil/
kinästhetisch, also eigenaktiv- handelnd (Arbeiten an der Stellentafel).

    3. Kurze Zielformulierung / Lernmöglichkeiten
Bewusstmachung und Verinnerlichung des Subtraktionsvorganges (mit oder/und ohne
Entbündelung) und der damit verbunden Veränderung der Zahlen in den zugehörigen
Stellenwerten.
   4. Verlaufsbeschreibung

                                Gemeinsamer Einstieg
           kurzes Gespräch (stummer Impuls durch eine grüne, mit einem Deckel
            verschlossene Kiste in dem ein Schokoladehase liegt)

Wechsel zu entspannter Sitzform (Kopf auf die Arme legen, Augen wenn möglich schließen)
           auditive Ansprache: Geschichte über die Zugreise des Schokoladehasen (durch
              geschlossene Augen und entspannte Sitzlage soll das „sehen“ intensiviert
              werden); in den Reisebericht sind Subtraktionshandlungen mit Einern (gleicher
              Zehner mit und ohne Entbündelungen) sowie mit Zehnern und Einern
              eingebunden (Abladehandlungen); Unterstützung der Visualisierung durch
              Zuggeräusche aus dem Kassettenrekorder
           Gemeinsame visuelle Nacherarbeitung des Geschichteinhaltes im Tafelbild
              (durch Klettverschlüsse haftbar gemachte Hasen die in den Zug ein- und
              ausgeladen werden können); visuelle und handelnde Bewusstmachung der
              verschiedenen Subtraktionsvorgänge; Einsatz einer Stellenwerttafel
           Klären der Aufgabenstellung und der Organisation für die Aneignungsphase
              (Arbeitsblätter erläutern; Arbeitsform: Partner- und Einzelarbeit möglich)


Selbständige Aneignungsphase

           In Einzel- oder Partnerarbeit werden die Arbeitsblätter von den SS selbsttätig
            handelnd (kleine Hasen die mit Klettverschluss versehen in die Waggons ein-
            und ausgeladen werden können; Einsatz einer Stellenwerttafel) bearbeitet
           LP gibt Hilfestellungen, berät Kinder mit schwacher Leseleistung
           Unterstützung eines geordneten Ablaufs durch Klammerritual (jeder SS hat
            eine Klammer mit Namen die er ohne zu fragen an das an der Tafel befindliche
            Brett mit den Angaben „Ich brauche Hilfe“ und „Ich bin fertig“ befestigen
            kann)


Gemeinsame Auswertung

           Gesprächsthema: Schwierigkeiten der Subtraktion (Entbündelung)
           Lösung aller Arbeitsblätter: 1 Hase bleibt übrig
           Ausblick auf die nächsten Mathematikstunden in denen mit weiteren
            Geschichten gerechnet wird
   5. Verlaufsskizze

   1. EINSTIEG (AKUSTISCHE VISUALISIERUNGSHILFE)




    T             D          D         D
    A             D          D         D
    F
    E             D          D         D
    L             D          D         D


 Methode: Geschichte erzählen mit Begleitgeräuschen (Kassettenrekorder)

   2. VISUELLER NACHVOLLZUG




        34




Material: Rechenzug /Tafelmaterial
Arbeitsform: Frontal wie 1. / Tafelarbeit


   3. EIGENAKTIVER NACHVOLLZUG

                                                Zehner            Einer

    T             D          D         D
    A             D          D         D
    F
    E             D          D         D
    L             D          D         D


                     Material: Arbeitsblätter/ Stellenwerttafel
                    Arbeitsform: Allein / Partnerarbeit möglich

   4. Besprechung der Ergebnisse (Ausschnitte) und Schwierigkeiten (eventuell im
      Stuhlkreis)

				
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