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					DIE TANZENDEN DERWISCHE VON KONYA
DIE TANZENDEN DERWISCHE VON KONYA Bonn, 9. Oktober 1980 In der Beethovenhalle treten die …Tanzenden Derwische von Konya" auf als seien sie eine Showtanzgruppe. Manche Zuschauer erwarten denn wohl auch einen ungestüm dionysischen, orgiastischen Wirbel - statt des kontemplativen, ekklesiastischen Zeremoniells disziplinierter, urbaner Mönche, deren Poesie und Musik Höhepunkte der klassisch-türkischen Kunstentwicklung markieren. Es hub an mit einem persischen Loblied des Dschelal-ud-Din Rumi, mit gewaltiger, inbrünstiger Stimme von einem blinden Hafiz, Kam Karaca, zelebriert. Dann der lautlose Einzug der Mevlevi-Derwische in symbolträchtiger Kleidung: Auf dem Kopf die honigfarbene Filz-Sikke; sie erinnert an Grabsteine. Der schwarze Kaftan gilt als Symbol des Grabes, der weiße Glockenrock und die weiße Bolerojacke unter dem Kaftan stehen für das Leichentuch. Zu ungemein besinnlicher Instrumentalmusik umschreiten die Derwische zunächst dreimal den Raum mit unregelmäßiger, verzögernder Schrittfolge. Am Ehrenplatz des Scheichs (post) wendet jeweils der Vorausgehende, um sich mit dem Nachfolgenden tief zu verneigen. Der Scheich reicht den Vorbeidefilierenden die Hand zum Kuß. Während sie sich dazu hinabbeugen, küßt er seinerseits ihre Sikke. Alsdann beginnen die Mevlevi, sich zu drehen, zunächst mit den Händen kreuzweise auf der Schulter. Doch schon bald entfalten sich die Arme - die rechte Handfläche nach oben, die linke nach unten. (: Alles kommt von Gott. Doch der Derwisch gibt Gottes Segen weiter.) Die Drehungen sei es am Ort oder in der Fortbewegung - laufen völlig ruhig und gleichmäßig ab. Ein Ballettkritiker würde sie als Drehungen nach links, en dedans, bezeichnen, basierend auf einem kurzen Wechselschritt am Ort (drei Taktteile) und dem Eindrehen des (rechten) Schwungbeines zum vierten Taktteil. Die Derwische setzen diese Drehungen 20 - 25 Minuten unverwandt fort, ohne daß Schweiß, Schwindel oder Schnaufen wahrzunehmen wären. Als große, weiße Schmetterlinge hat man diese Tänzer beschrieben, aber auch als Planeten, die sich um ein geistiges Zentrum drehen. Kein Wunder, daß sich der Blick schon bald in dem hypnotisch wirkenden Wogen dieses stummen Reigens verliert. Man wird gewahr, daß es sich um eine ausgefeilte Methode zur physischen Induzierung religiöser Extase handelt. Der greise Scheich der Derwische, Selam Tüzün, ist von ungewöhnlicher Autorität und daher auch Bühnenwirksamkeit; sein zeitlupenhaftes Drehen ist subtil und dennoch von großer Ausstrahlung. Spätestens jetzt muß es dem letzten Zuschauer klar geworden sein, daß er keinen peinlich altgewordenen Tänzer erlebte, sondern aus Askese gewonnenes Charisma


				
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