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					DER MIHRÂB
Indischer mihrâb

Indischer mihrâb, in Marmor gehauen, 14./15. Jh. Sammlung Musee du Louvre, Departement des antiquites arientales VON SEINEN VIELEN BEDEUTUNGEN - …ERHÖHTER PLATZ", …PAVILLON", SELBST …KRIEGER" -HAT SICH DAS WORT MIHRÂB ZUGUNSTEN DER alleinigen Verwendung für …Mauerrvertiefung", …Gebetsnische", …Apsis" freigemacht. Der mihrâb wurde im 8. Jh., zweifellos in Damaskus, eingeführt, als es notwendig geworden war, im Moscheegebäude die Richtung nach Mekka (qibla) anzuzeigen. Der Prophet hatte sich während seines Exils in Medina ursprünglich in Richtung der heiligen Stadt Jerusalem gewandt und kein Dokument belegt die physische Existenz eines mihrâb in dieser Zeit. Laut Aussage arabischer Historiker soll der dritte Kalif des Islam, 'Uthmän ihn 'Affän, die Initiative ergriffen haben, der Moschee einen mihrâb beizugeben. Trotzdem ist der mihrâb erst nach und nach den Moscheen hinzugefügt worden, denn abgesehen davon, daß der frühe Islam sichtbaren Symbolen keinen Platz einräumte, wie es zum Beispiel in Kirchen der Fall ist, widerstrebte es ihm, dergleichen zu schaffen, um die an eine strikte religiöse Orthodoxie gewöhnten Gläubigen nicht zu verwirren. Dennoch ist der mihrâb eines der wenigen Symbole des Islam im eigentlichen Sinne, da er in äußerlicher Art und Weise die Orientierung nachMekka, das seinerseits eine Abstraktion bleibt, zum Ausdruck bringt. Von grundlegender Bedeutung für die Moschee ist der mihrâb, er ist eine der symbolischen Darstellungen, die sich verbreitet hat. Man findet ihn in Marmor gegraben, in verzierten Mauerflächen und selbst auf den Rückseiten islamischer Münzen älterer Zeit. Im Laufe der Entwicklung des Islam wurde die Einrichtung eines mihrâb - sowie der Moschee, die ihn schützt — von großer Bedeutung für die Gültigkeit des Gebets, das in seine Richtung abgehalten wird. Die Vielgründigkeit, die die Einrichtung eines mihrâb verlangt, läßt sich am philosophischen und theologischen Einsatz ermessen, der im Islam, einer Religion, die die absolute Einheit Gottes predigt, erbracht wurde. Denn eine Moschee, die nicht nach Mekka orientiert ist, ergäbe keinen Sinn. Auch haben arabische Theologen, Architekten, Mathematiker und Astronomen viel über die möglichen Achsen spekuliert, die den Standort und die Ausführung der qibla steuern können und sollen. Der mihrâb bildet die architektonische Antwort auf die entsprechenden Fragen, die der Kreis der muslimischen Gelehrten in dieser Hinsicht aufgeworfen hat. Seit dem 8./9. Jh. wird von der islamischen Vorgabe keine Abweichung von der Norm mehr gestattet, und es ist eine Frage des guten Rufs des Baumeisters, dies buchstabengetreu zu beachten.

Über das islamische Gebiet sind sehr schöne mihrâbs verstreut. Sie stellen den höchsten Grad an Veredlung einer Moschee dar. Einzelne mihrâbs sind mit Gold ausgelegt, mit beleuchteten Einfassungen und mit Stuck-Stalaktiten versehen, die den Eindruck vermitteln, als würden sie sich bewegen. Andere sind viel einfacher und verfügen über keine besonderen Zusätze. Manchmal kommen mihrâbs aus Holz vor, wie der der Moschee von Tachoun Pascha (Türkei), einer Moschee, deren Erbauung bis ins 13. Jh. zurückgeht. Nach Meinung zahlreicher Baumeister befinden sich die bemerkenswertesten Gebetsnischen in folgenden Moscheen:- al-Aqsä-Moschee in Jerusalem (8. Jh.);Große Moschee La Mezquita in Cordoba (10. Jh.);Große Moscheen in Isfahan und Yazd, erstere mit einem mihrâb, der eingefaßt ist von einem Pflanzendekor aus Stuck (um 1310), zweitere mit einem mihrâb mit Fayencen (1375);Mausoleum der Sayyida Ruqayya in Kairo (12. Jh.);Moschee in Konya (Türkei) am Sedrettin Konevi, mit einem mihrâb mit Fayencen (um 1274).Schließlich verdienen noch zwei weitere Gebetsnischen genannt zu werden, die zu den bemerkenswertesten Zeugnissen islamischer Architektur zählen:- Moschee STdi 'Uqba in Kairuan (9. Jh.), deren mihrâb einen eindeutig arabisch-islamischen Stil reflektiert;- Moschee Ahmad al-Burdaim in Kairo, deren mihrâb aus dem Jahr 1628 stammt und Marmorverzierungen in verschiedenen Farben aufweist. Diese Aufstellung kann natürlich nicht als umfassend betrachtet werden und nur den Geschmack der Fachleute wiedergeben, da sie nur nach ästhetischen Gesichtspunkten, nicht aber hinsichtlich objektiver Baugeschichte der Moscheen - und damit ihrer Gebetsnischen - erstellt ist. Auch eine Rangordnung kann nicht erstellt werden. In ästhetischer Hinsicht beweist die Ge-betsrichtungsnische die Kunstfertigkeit der Künstler, die sie entworfen und ausgeführt haben. Aber sie ist auch Ausdruck der …Persönlichkeit" einer Moschee, sie bleibt der beste Ausdruck des Geschmacks einer Epoche und manchmal auch der islamischen Region, wo sie sich befindet. Schließlich bleibt eine Moschee ohne mihrâb sowohl ein Bauwerk ohne magnetischen Anziehungspunkt als auch ein Stück mit liturgischer Schwere, aber einer Art geistiger Blindheit ausgeliefert.

Mihrâb
Mihrâb der Moschee in Paris in klassisch-maurischem Stil, errichtet in den zwanziger Jahren.


				
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