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					                                                          KOLL               &     PA RT N E R
                                                                   MAG. FELIX KOLL, STEUERB E R AT E R
                             M A G . CHRISTINE TÜCHLER, WIR TSCHAFTSPRÜFERIN UND STEUERBE R AT E R I N
                                            MAG. (FH) MICHAEL STÖCKELMAIER, MBA, STEUER B E R AT E R
                         S T E U E R B E RATUNGSGESELLSCHAFT WIR TSCHAFTSTREUHANDGESMBH
                                           HOLLABRUNN • STOCKERAU • GÄNSERNDORF • TULLN




                                                                               Stockerau, Juli 2008



Sehr geehrte Klientin, sehr geehrter Klient




                      Sie haben die Wahl…

Seit dieser Woche wissen wir, dass wir im September neuerlich mit
Nationalratswahlen beglückt werden. Die heiß ersehnte Steuerreform rückt dadurch in
weite Ferne. Vermutlich werden wir einen neuen Finanzminister kriegen, halten Sie mit
uns die Daumen, dass die Versprechungen zur Lockerung der Steuerschraube
diesmal eingehalten werden. Bereits vorher gilt es zu überlegen, ob geplante
Schenkungen noch vor dem 31.7.2008 vorgenommen werden sollen. Ausführliche
Informationen zu diesem Thema finden Sie weiter unten, wir stehen Ihnen aber gerne
jederzeit auch persönlich für Beratungen in diesem Zusammenhang zur Verfügung.
Weitere zu dieser Jahreszeit interessante Tipps und Überlegungen zum Steuerrecht
finden Sie ebenfalls in diesem Sommerrundschreiben. Wir wünschen Ihnen einen
herrlichen Sommer und laden Sie dazu ein nicht zu zögern uns bei Unklarheiten zu
kontaktieren




Mag. Christine Tüchler       Mag. Felix Koll          Mag. (FH) Michael Stöckelmaier, MBA




                                 2020 Hollabrunn, Brunnthalgasse 1a, Tel 0 29 52/303 61, Fax 0 29 52/303 61-33
                                   2000 Stockerau, Sparkassaplatz 1, Tel 0 22 66/652 20, Fax 0 22 66/652 20-33
                                      2230 Gänserndorf, Bahnstraße 2, Tel 0 22 82/24 28, Fax 0 22 82/24 28-19
                                           3430 Tulln, Prof. Grossmannstr. 3/17, Termin nach tel. Vereinbarung
                                                           e-mail: save.tax@koll-partner.at • DVR 043 12 57
                                         FN 61 361 m Landesgericht Korneuburg • UID-Nummer ATU18182400
            Reaktion auf den Wegfall des Erbschafts- und
        Schenkungssteuergesetzes - Schenkungsmeldegesetz
Bekanntermaßen hat der VfGH mit Wirkung 1.8.2008 das Erbschafts- und
Schenkungssteuergesetz aufgehoben. Am 6 Juni wurde im Parlament das
Schenkungsmeldegesetz 2008 beschlossen. Erbschafts- und Schenkungssteuer
wird nach dem 31.7.2008 nicht mehr erhoben. Zur Verhinderung von
„missbräuchlichen Gestaltungen“ wurden nun umfangreiche Meldeverpflichtungen
eingeführt.
:: Anzeigeverpflichtung von Schenkungen
Durch die Anzeigeverpflichtung ist es den Finanzbehörden leichter möglich,
Umgehungen von ertrag- wie auch umsatzsteuerpflichtigen Leistungsbeziehungen
aufzudecken. Eine Schenkung soll steuerfrei sein wenn sie aus freigebigen Motiven -
also ohne Erwartung einer Gegenleistung - erfolgt. Hingegen kann ein nach
wirtschaftlicher      Betrachtungsweise        grundsätzlich        steuerpflichtiger
Leistungsaustausch nicht durch eine Schenkung (bzw. bloß durch die Bezeichnung
als Schenkung) der Besteuerung entzogen werden - dies gilt z.B. für die Entlohnung
von Mitarbeitern durch den Unternehmer. Die Meldepflicht von Schenkungen
(Wertpapiere, Bargeld, Unternehmensanteile und Sachvermögen) trifft Zuwendenden
und Beschenkten gleichermaßen und hat innerhalb von 3 Monaten zu erfolgen, sofern
nicht Ausnahmetatbestände vorliegen. Keine Meldepflicht besteht für Zuwendungen
zwischen nahen Angehörigen (auch Lebensgefährten, Onkel, Tanten, Neffen und
Nichten, Cousins und Cousinen sowie Schwiegereltern und – kinder gehören dazu),
deren gemeiner Wert innerhalb eines Jahres € 50.000 nicht übersteigt. Zwischen
Nichtangehörigen liegt die (Frei)Grenze bei € 15.000 innerhalb von fünf Jahren.
Erfolgen mehrere Schenkungen innerhalb dieser Fristen, so sind die einzelnen Werte
zusammenzuzählen. Überdies sind z.B. Gewinne aus Preisausschreiben bzw.
Gewinnspielen oder Zuwendungen an Kirchen nicht anzeigepflichtig.
:: Grunderwerbsteuer bei unentgeltlichen Grundstücksübertragungen
Durch Wegfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer sollen nun die Steuerpflicht bei
unentgeltlichen Grundstücksübertragungen sowie auch damit zusammenhängende
Befreiungen durch das GrEStG umgesetzt werden. Demnach ist weiterhin bei
Unternehmensübertragungen die Übertragung von Grundstücken mit einem
Freibetrag von € 365.000 begünstigt. Ebenso können Ehegatten bei dem Erwerb
einer gemeinsamen Wohnstätte mit nicht mehr als 150m2 eine Teilung (Schenkung
zwischen den Ehegatten) steuerfrei vornehmen.
:: Zuwendungen von und an Stiftungen
Der Stiftungseingangssteuersatz beträgt bei inländischen Stiftungen 2,5%. Vor dem
1.8.2008 bezahlte Erbschafts- und Schenkungssteuer kann nicht auf die von der
Stiftung zu bezahlende Körperschaftsteuer angerechnet werden.
:: Sanktionen
Bei nicht fristgerechter Meldung der Schenkung kann eine Geldstrafe im Ausmaß von
bis zu 10% des übertragenen Wertes verhängt werden. Nach Ablauf eines Jahres - ab
Ende der Meldefrist - ist auch die Möglichkeit zur Selbstanzeige (mit strafbefreiender
Wirkung) ausgeschlossen. Die Vortäuschung von Schenkungen zwecks Umgehung
von anderen Steuern kann mit dem dreifachen des verkürzten Betrages sowie einer
Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert werden. Bei Verkürzung um mehr
als € 500.000 kann die Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren, bei mehr als € 3 Mio bis zu
7 Jahren betragen.
:: Schenkungen von Vermietungsobjekten
Entgegen der bisherigen Rechtslage können noch nicht verbrauchte 1/10 UND 1/15
Abschreibungen auch nach Schenkungen vom Beschenkten weitergeführt werden
(bisher nur bei Erbschaften möglich). Eine deutliche Verschlechterung zur bisherigen
Rechtslage ergibt sich allerdings dadurch, dass der Beschenkte die Buchwerte des
Schenkenden für Zwecke der AfA – Berechnung fortführen muss und eine
(steuerliche) Neubewertung der Liegenschaft nicht mehr zulässig ist.



                      Die 24-Stunden-Betreuung
       aus steuerlicher und sozialversicherungsrechtlicher Sicht
Hausbetreuung findet im Privathaushalt der betreuungsbedürftigen Person statt und
umfasst regelmäßig die Erbringung haushaltsnaher Dienstleistungen sowie die
Unterstützung bei der Lebensführung. Abhängig von der konkreten Ausgestaltung
ergeben       sich     bei      der      „24-Stunden-Betreuung“        weitreichende
sozialversicherungsrechtliche, steuerliche sowie administrative Konsequenzen für alle
Beteiligten (betreute Person, Angehörige, Betreuungskraft). Abseits der Betreuung
durch die Angehörigen sind grundsätzlich drei Varianten möglich:
      Anstellung einer Betreuungsperson durch die zu betreuende Person bzw. die
      Angehörigen (Unselbständigen-Modell);
      Betreuung über eine Trägerorganisation, z.B. Caritas, Volkshilfe etc. (Träger-
      Modell);
      Abschluss eines Vertrages         mit   einem    gewerblich   tätigen   Betreuer
      (Selbständigen-Modell).
Die Betrachtung ist auf die Folgen für die betreute Person bzw. deren Angehörigen
gerichtet.
Die Beurteilung, ob eine selbständige oder unselbständige Tätigkeit vorliegt, hat nicht
allein anhand des z.B. in Verträgen ausgedrückten Willens der Vertragspartner,
sondern unter Berücksichtigung des Gesamtbildes zu erfolgen. Aus der Perspektive
der zu betreuenden Person fallen umfangreiche administrative Aufgaben an, wenn die
Betreuungsperson im Rahmen eines Dienstvertrages unselbständig tätig wird. Sie
umfassen einem Arbeitgeber entsprechend beispielsweise die Anmeldung bei der
Sozialversicherung, die Berechnung und Abfuhr des Arbeitnehmer- und
Arbeitgeberbeitrags zur Sozialversicherung, die Berechnung, Einbehaltung und Abfuhr
der Lohnsteuer sowie auch eine monatliche Lohnabrechnung und die Führung eines
Lohnkontos. Da bei der 24-Stunden-Betreuung - es ist regelmäßig davon
auszugehen, dass zwei Betreuer engagiert werden müssen - gleichsam eine
Eingliederung der Betreuungskraft in den Haushalt erfolgt, sind bei der Berechnung
der Lohnsteuer und der Sozialversicherungsabgaben zum vereinbarten Lohn
Sachbezüge für Kost und Logis hinzuzuaddieren - pro Monat beträgt dies 196,2 €
bzw. pro Tag 6,54 € pro Person. Im Rahmen des Träger-Modells treffen diese Melde-
und Mitteilungsverpflichtungen nicht die betreute Person sondern die
Trägerorganisation. Beim Selbständigen-Modell müssen die Betreuer selbst diesen
Verpflichtungen eingeschränkt nachkommen. Die mit der unselbständigen Tätigkeit
zusammenhängenden weitreichenden Folgen erfordern das nötige Augenmerk bei
der Vertragsgestaltung - eine Hilfestellung bieten Musterverträge zur Beschäftigung
einer selbständigen Betreuungskraft (Selbständige Tätigkeit), die unter
http://www.pflegedaheim.at abrufbar sind.
Unabhängig von der Betreuungsvariante stehen der betreuten Person zur Bestreitung
der mit der 24-Stunden-Betreuung verbundenen Kosten Förderungen (z.B.
Pflegegeld) sowie die steuerliche Geltendmachung als außergewöhnliche
Belastung zu. Anträge auf die besondere Förderung der 24-Stunden-Betreuung
müssen an das zuständige Bundessozialamt gerichtet werden (Antragsformulare
finden sich auf http://www.bundessozialamt.gv.at) und sind an den Anspruch auf
Pflegegeld zumindest der Stufe 3 geknüpft, welcher durch eine ärztliche Bestätigung
über die Notwendigkeit der 24-Stunden-Betreuung nachzuweisen ist. Bei einem
Pflegegeldbezug ab der Stufe 5 ist automatisch von der Notwendigkeit der Rund-um-
die-Uhr-Betreuung auszugehen.
Das Unselbständigen-Modell sowie das Träger-Modell werden mit max. 800 € pro
Monat (bei 2 Betreuern) gefördert. Im Rahmen des Selbständigen-Modells beträgt
der monatliche Zuschuss für zwei Betreuungskräfte max. 225 €. Die Förderung
verringert sich bzw. entfällt bei Überschreiten von Einkommens- und
Vermögensgrenzen der betreuten Person. Das monatliche Nettoeinkommen darf
nicht mehr als 2.500 € ausmachen, wobei Unfallrenten, Versehrtengeld, Pflegegeld
usw. diese Grenze nicht beeinflussen. Hinsichtlich der Vermögensverhältnisse
bleiben diese bis zu einem Wert von 7.000 € unberücksichtigt, der Wert des der
betreuten Person zu Wohnzwecken dienenden Eigenheims und jener des
entsprechenden Hausrats (dazu zählen grundsätzlich auch Auto, TV, Radio etc.)
vermindern die Förderung ebenso wenig wie die Vermögensverhältnisse der
Angehörigen.
Wie bei der Betreuung in einem Pflegeheim ist auch bei der Betreuung im eigenen
Haushalt die steuerliche Geltendmachung als außergewöhnliche Belastung an den
Bezug von Pflegegeld zumindest der Stufe 1 gebunden. Die Höhe der
außergewöhnlichen Belastung berechnet sich aus der Summe der getätigten
Aufwendungen abzüglich des erhaltenen Pflegegelds und der Förderung der 24-
Stunden-Betreuung. Abhängig vom jeweiligen Betreuungsmodell umfassen diese
Aufwendungen Gehalt-, Sozialversicherungs- und Dienstgeberbeiträge sowie auch
Sachbezüge. Zahlungsbelege an die Betreuungsperson sind zwecks Nachweises 7
Jahre aufzubewahren. Übernehmen die Angehörigen die Aufwendungen, da die
betreute Person nicht über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, steht ihnen die
steuerliche Geltendmachung als außergewöhnliche Belastung zu. Es hat jedoch
eine Kürzung um den Selbstbehalt (max. 12%) zu erfolgen. Die Anerkennung der
außergewöhnlichen Belastung kann dem VwGH und dem UFS folgend versagt
werden, wenn zusammenhängend mit bzw. im Vorfeld der Übernahme der
Betreuungskosten eine Schenkung von der betreuten Person an die Angehörigen
erfolgt ist (VwGH vom 21.10.1999, 98/15/0201; UFS RV 0392-S/06 vom 31.8.2006).
      Verträge zwischen Angehörigen - Voraussetzungen für die
                      steuerliche Anerkennung

Ein Dauerthema bei Betriebsprüfungen ist die Abgrenzung zwischen beruflich und
privat veranlassten Aufwendungen. In diesem Zusammenhang stehen als
Betriebsausgaben deklarierte Zahlungen an nahe Angehörige regelmäßig auf dem
Prüfstand. Aus diesem Anlass sollen die Voraussetzungen für die steuerliche
Anerkennung nochmals in Erinnerung gerufen werden. Vorab ist anzumerken, dass
die zivilrechtliche Gültigkeit solcher Vereinbarungen nicht zwangsläufig auch zur
steuerlichen Anerkennung ausreicht.
Vereinbarungen (unabhängig ob es sich um einen Werk- oder Dienstvertrag handelt)
finden nur dann steuerlich Anerkennung, wenn sie

      nach außen ausreichend zum Ausdruck kommen (Publizität),

      einen eindeutigen, klaren und jeden Zweifel ausschließenden Inhalt haben
      und

      auch zwischen Familienfremden unter den               gleichen   Bedingungen
      abgeschlossen worden wären (Fremdvergleich).

Diese Voraussetzungen müssen allesamt für sich erfüllt sein. Der Abschluss eines
schriftlichen Vertrages ist nicht zwingend erforderlich, sollte allerdings aus
Beweisgründen unbedingt erfolgen. Die vereinbarten Leistungen müssen über die
Erfüllung von allgemeinen Beistandspflichten unter Angehörigen hinausgehen.
Tätigkeiten wie Telefondienst, Terminvereinbarungen, gelegentliche Chauffeurdienste
und Bankerledigungen werden daher in der Regel nicht anerkannt, insbesondere
wenn diese praktisch nur in der Freizeit sowie während des Urlaubes erbracht werden.
Besondere Vorsicht ist bei widersprüchlichen oder unklaren Vertragsbestandteilen
(z.B. fehlende oder unklare Regelungen zur Arbeitszeit, Abgeltung von Überstunden
usw.) gegeben. Diese werden zu Lasten des Steuerpflichtigen ausgelegt und können
zur Nichtanerkennung der Vereinbarung führen.
Hinsichtlich der Fremdüblichkeit fällt die Grenzziehung in der Praxis oftmals schwer.
Die Entlohnung hat sich an den Gesichtspunkten der Qualität und Quantität der
Arbeitsleistung zu orientieren. Kritisch sind daher Vereinbarungen, die z.B. eine
ungewöhnlich hohe Anrechnung von Vordienstzeiten enthalten oder zu einem
sprunghaften Anstieg der Bezüge ohne entsprechende Veränderung der Arbeitszeit
oder des Arbeitsinhaltes führen. Im Zweifel kann eine Orientierung an den
Bestimmungen des relevanten Kollektivvertrages hilfreich sein.
Sinngemäß sind die Voraussetzungen auch bei der Gestaltung von Miet- und
Pachtverträgen, Darlehens- und Kaufverträgen zwischen nahen Angehörigen zu
beachten. Ebenso sind die dargestellten Kriterien auch für die Beurteilung der
steuerlichen Anerkennung von Leistungsbeziehungen zwischen Gesellschafter-
Geschäftsführern und ihren Kapitalgesellschaften maßgebend.
               Wann führt ein negativer Saldo am
   Verrechnungskonto zu einer verdeckten Gewinnausschüttung?
In der Praxis kommt es häufig vor, dass Gesellschafter entnahmebedingt
Verrechnungsverbindlichkeiten gegenüber ihrer GmbH aufweisen. Dies ist jedoch
nicht     nur     aus   gesellschaftsrechtlichen   Gründen     (Stichwort   „verdeckte
Einlagenrückgewähr“), sondern auch aus steuerlichen Gründen nicht unproblematisch.
Es gelten hierfür die Kriterien für „Verträge zwischen Angehörigen - Voraussetzungen
für die steuerliche Anerkennung“ also insbesondere die steuerlichen Grundsätze für
die Anerkennung von Geschäften zwischen angehörigen Personen
(Schriftlichkeit, eindeutiger Inhalt, Fremdüblichkeit). Ein dauerhaft negativer Saldo
am Verrechnungskonto kann zu einer verdeckten Gewinnausschüttung (steuerliche
Nichtanerkennung der Kreditgewährung und Anfall von 25% bzw. bei Übernahme der
KESt durch die Gesellschaft sogar 33,33%KESt) führen, wenn eine Rückzahlung von
vorneherein nicht gewollt ist oder aufgrund der wirtschaftlichen Situation des
Gesellschafters objektiv nicht mit einer Rückzahlung gerechnet werden kann. Das
Fehlen von Einbringungsmaßnahmen kann ebenso ein Indiz dafür sein, dass eine
Rückzahlung nicht gewollt ist.
Verzichtet ein Gesellschafter-Geschäftsführer auf sein Gehalt und entnimmt er
gleichzeitig Beträge für seinen Lebensunterhalt, ohne den Rückzahlungstermin, die
Fälligkeit der Zinsen und den Kreditrahmen klar festzulegen, sind die Entnahmen
ebenfalls als verdeckte Ausschüttungen anzusehen. Entscheidend ist dabei das
Gesamtbild der Verhältnisse. Fehlt eine angemessene (fremdübliche) Verzinsung,
führt dies auch zu einer Einstufung als verdeckte Gewinnausschüttung. Erfolgt die
Verzinsung erst in dem auf den Bilanzstichtag folgenden Jahr, so ist nur dann keine
verdeckte Ausschüttung darin zu erkennen, wenn die Nachträglichkeit der Verzinsung
ausdrücklich (und nachweislich) vereinbart wurde. Für den Fall von Entnahmen durch
den Gesellschafter ist daher Sorge zu tragen, dass schriftliche Vereinbarungen über
den Kreditrahmen, die Rückzahlungsmodalitäten und die Verzinsung getroffen
werden. Für die Verzinsung sollte derzeit zumindest ein Zinssatz von 5 bis 6% pa
fixiert werden. Selbstverständlich ist auch eine variable Verzinsung (z.B. Euribor
zuzüglich 50 Basispunkte) möglich. Keinesfalls sollte die vereinbarte Verzinsung die
eigenen Finanzierungskosten der Gesellschaft unterschreiten.



           Kein sofortiger Gewinn aus der Konvertierung von
                        Fremdwährungskrediten
Fremdwährungskredite erfreuen sich sowohl im privaten als auch im betrieblichen
Bereich trotz bestehender Risiken noch immer einer großen Beliebtheit. Dabei ist es
häufige Praxis, dass nach einer gewissen Laufzeit die Währung, in der die
Rückzahlung zu erfolgen hat, vom Kreditnehmer geändert wird. Ein solcher
Wechsel, z.B. von YEN zu Schweizer Franken, wird oft vollzogen, wenn mit einer
vorteilhaften Wechselkursentwicklung und insgesamt günstigeren Kreditfinanzierung
zu rechnen ist. Der VwGH (vom 15.1.2008, 2006/15/0116) setzte sich unlängst im
Zusammenhang mit der Konvertierung einer Fremdwährungsverbindlichkeit mit der
Frage      auseinander,  ob     eine   Gewinnrealisierung    und      somit    eine
einkommensteuerliche Erfassung bereits im Zeitpunkt der Kreditkonvertierung
innerhalb der Fremdwährungen gegeben ist oder aber erst bei der Konvertierung in
Euro bzw. im Zeitpunkt der tatsächlichen Kredittilgung eintritt.
Wird ein Fremdwährungsdarlehen aus betrieblichen Gründen aufgenommen und
steht in der Folge fest, dass ein geringerer Euro-Betrag aufgewendet werden muss,
um das Fremdwährungsdarlehen zu tilgen, so führt diese Verringerung sowohl bei
einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung als auch beim Betriebsvermögensvergleich
grundsätzlich zu einer steuerpflichtigen Betriebseinnahme. Allerdings tritt die
Steuerpflicht erst dann ein wenn feststeht, dass diese Vermögensvermehrung
endgültig realisiert ist. Das ist in der Regel allerdings erst bei (endgültiger, eventuell
auch nur teilweiser) Tilgung der Fremdwährungsverbindlichkeit der Fall. Erst zu
diesem Zeitpunkt stehe das Verhältnis zur letztendlichen Bezugsgröße der während
der Kreditlaufzeit festgestellten Wertveränderung, nämlich der Heimatwährung (EUR),
fest. Im privaten Bereich ist ein steuerpflichtiger Spekulationsgewinn allenfalls
denkbar, sofern eine Konvertierung zum Euro bzw. die Tilgung der Verbindlichkeit
innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist erfolgt.


                        Tagesgeld bei eintägiger Reise
Tagesgelder erfüllen im Zusammenhang mit beruflich veranlassten Reisen den Zweck,
die mit der Verpflegung verbundenen Mehrkosten aufgrund Unkenntnis über die lokale
Gastronomie zu kompensieren. Werden diese Tagesgelder vom Dienstgeber
gewährt (Betriebsausgaben) so stellen sie beim Empfänger grundsätzlich steuerfreie
Diäten dar. Erhält der Dienstnehmer gar keinen bzw. nicht den max. Ersatz (26,4 €
pro Tag) vom Arbeitgeber, so kann er den Fehlbetrag ohne Nachweis als
Werbungskosten i.Z.m. seiner unselbständigen Tätigkeit geltend machen.
Das steuerfreie Tagesgeld von max. 26,4 € kann vom Arbeitgeber - sofern nicht durch
Häufigkeit    anzunehmen     ist,   dass    bereits  Kenntnis     über     günstige
Verpflegungsmöglichkeiten vorliegt - auch für Dienstreisen mit täglicher Rückkehr
(eintägige Dienstreisen) gewährt werden. Der VwGH (vom 30.10.2001, 95/14/0013)
sowie der UFS haben die Geltendmachung von Tagesgeldern als Werbungskosten bei
eintägigen Reisen (ohne Übernachtung) mit der Begründung abgelehnt, dass der
auswärtige Verpflegungsaufwand durch die Konzentration auf Mahlzeiten vor Antritt
und nach Rückkehr von der Reise sowie durch die Mitnahme von Proviant vermieden
werden könne. Demnach wäre ein Dienstnehmer bei einer eintägigen Dienstreise
benachteiligt wenn er vom Dienstgeber gar keinen bzw. nicht den vollen Ersatz
geleistet bekommt.
Die Finanzverwaltung hat im Lohnsteuerprotokoll 2007 entgegen der Meinungen von
VwGH und UFS zum Ausdruck gebracht, dass vom Dienstnehmer Tagesgeld auch
bei eintägigen Reisen (ohne Übernachtung) weiterhin als Werbungskosten geltend
gemacht werden kann. Dem aufgrund der oftmals kurzen Reise tatsächlich geringeren
Verpflegungsaufwand wird bereits durch die Aliquotierung des Tagesgeldes
Rechnung getragen - bei einer Dauer von über drei Stunden können 2,20 € / Std. und
ab 12 Stunden die vollen 26,40 € geltend gemacht werden.
  Dienstreise in Kombination mit anschließendem Privataufenthalt
Arbeitnehmer haben mitunter im Zuge von Dienstreisen die Möglichkeit, an die
Dienstreise einen Urlaub anzuhängen. Der Rückflug wird dabei vom Arbeitgeber
bezahlt (zum Teil auch für diesen vorteilhaft, da am Wochenende oftmals günstigere
Flüge bezogen werden können). Der Umstand, dass an die Dienstreise ein Urlaub
angehängt wird bzw. die Rückreise nicht auf direktem Weg erfolgt, hat keine
Auswirkungen auf die lohnsteuerfreie Behandlung des Reisekostenersatzes beim
Dienstnehmer bzw. auf die Abzugsfähigkeit beim Arbeitgeber.
Strengere Maßstäbe werden von der Finanzverwaltung bei Dienstreisen von
Geschäftsführern angelegt, da diese aufgrund ihrer Stellung in der Regel auf die
Gestaltung der Dienstreise und den damit verbundenen Urlaub Einfluss nehmen
können.

                        Familienbeihilfe und Ferialjob
Kinder unter 18 Jahren dürfen ohne Gefährdung des Familienbeihilfenbezugs beliebig
viel pro Jahr verdienen. Ältere Kinder dürfen bis zu € 9.000,- pro Jahr verdienen, ohne
dass der Familienbeihilfenbezug gestrichen werden kann. Die Einkommensgrenze ist
das zu versteuernde Jahreseinkommen – also der Verdienst vor Steuer. Etwaige
endbesteuerte Einkünfte (Zinsen, Dividenden..) finden keine Berücksichtigung, werden
also nicht auf obige Grenze angerechnet. Im Zweifel (Brutto – Netto, freie
Dienstverträge, besondere Einkünfte etc.) wenden Sie sich bitte an uns.


               Neues Kilometergeld und Pendlerpauschale
Ab 1. Juli 2008 gelten (vorläufig bis 31.12.2009) neue Sätze:
Kilometergeld pro gefahrenem Kilometer: PKW und Kombi: € 0,42, Motorräder bis
250 cm³: € 0,14, Motorräder über 250 cm³ € 0,24, Zuschlag für Mitfahrer: € 0,05.
Pendlerpauschale pa: klein: ab 20 – 40 km: € 630,00; 40 – 60 km: € 1242,00; über
60 km: € 1857,00; groß: 2 – 20 km € 342,00; 20 – 40 km: € 1.356,00; 40 – 60 km: €
2.361,00; über 60 km: € 3.372,00.

                                Aktuelle Zinssätze
                                                     14.03.2007 -
                                                      09.07.2008 ab 09.07.2008
Basiszinssatz                                           3,19%        3,70%
Steuerrecht
Stundungszinsen                                         7,69%           8,20%
Aussetzungszinsen                                       5,19%           5,70%
Anspruchszinsen                                         5,19%           5,70%
Zinsen für Arbeitgeberdarlehen                          3,50%           3,50%
Sozialversicherung
Für rückständige Beiträge, die nicht bis spätestens    zum 15. des Folgemonats
entrichtet worden sind.
Ab 1. Jänner 2008 (2005: 6,33%)                                 7,32%

				
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