Interview zum Thema Kooperation

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Interview zum Thema Kooperation Powered By Docstoc
					             Interview zum Thema Kooperation




Erstellt von:
Sandra Lühmann und Jan Breden




06.06.2010              Interview zum Thema Kooperation   1
             Zur Durchführung des Interviews

   Interviewdurchführung in der Lehrveranstaltung „Kooperieren“ unter der
    Leitung von B. Berthold
   Begründung für die Durchführung des Interviews an dieser Schule
   Vorstellung der Schule, die kooperativ unterrichtet
   Wahl der Interviewpartner
   Art der Kooperation: Regelschulklasse und Sonderschulklasse
   Erstellung der Fragen zum Interview
   Durchführung des Interviews
   Auffälligkeiten während des Interviews
   Auswertung des Interviews




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    Unsere Fragen im Interview zum Thema
                 Kooperation
1) Seit wann wird an deiner Schule kooperativ unterrichtet und wie ist diese
    Unterrichtsform entstanden?
1a) Hast du dich bewusst dafür entschieden an eine Kooperationsschule zu
    gehen?
2) Seit wann unterrichtest du Klassen, die in Kooperation mit einer
    Regelschulklasse stehen?
3) Welche Bereiche werden in deiner Klasse/Schule kooperativ unterrichtet
    und warum?
4) Mit wem arbeitest du kooperativ zusammen?
5) Sind alle Kooperationspartner gleichberechtigt?
6) Wie organisiert ihr die Kooperation (Absprachen/Regeln)?
7) Beschreibe aus deiner Sicht den typischen Ablauf einer
    “Kooperationsbesprechung”.
8) Was ist das Typische, Charakteristische an eurer Kooperation?


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    Unsere Fragen im Interview zum Thema
          Kooperation (Fortsetzung)
8a) Haben sich Kooperationsteams getrennt wenn sie gemerkt haben, dass sie
    nicht zueinander passen?
9) Was ist das Positive an der Kooperation und was empfindest du als eher
    negativ? Kannst du ein positives, wie negatives Erlebnis mit Kooperation
    schildern.
10) Wie lief die Kooperation am Anfang ab?
11) Wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert/entwickelt?
12) Was versprichst du dir in Zukunft von dieser Kooperation?
13) Wie gehen die Schüler damit um in Kooperation unterrichtet zu werden?
14) Wie wird die Kooperation vom Kollegium gesehen?
15) Möchtest du noch etwas zum Thema sagen, was bisher noch nicht
    angesprochen wurde?




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               Auswertung des Interviews

1) Seit wann wird an deiner Schule kooperativ unterrichtet und wie ist diese
   Unterrichtsform entstanden?
 Kooperativer Unterricht seit 15 Jahren an der Schule
 Zunächst als Versuch mit einer Klasse
 Früher: Schule = reine Grundschule
 Heute: mehrere Klassen sind an der Kooperation beteiligt

1a) Hast du dich bewusst dafür entschieden an eine Kooperationsschule zu
    gehen?
 Eigentlich Sek I-Sonderschullehrerin für lernbehinderte Kinder
 Zunächst Sonderschullehrerin an einer Geistigbehindertenschule
 Dann Freistellung erhalten, ob sie an die Kooperationsschule wechseln
    möchte
 Wechsel freiwillig vollzogen, da sie Lehrer an dieser Schule kannte

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2) Seit wann unterrichtest du Klassen, die in Kooperation mit einer
   Regelschulklasse stehen?
 Seit sechs Jahren, dies ist die zweite Schulklasse

 3) Welche Bereiche werden in deiner Klasse/Schule kooperativ unterrichtet
    und warum?
 Sport, Musik, Kunst, Sachunterricht in Kooperation
 In Mathematik und Deutsch unterschiedliche Lernvoraussetzungen
 Sportunterricht ist problematisch, da teilweise
    schwerstmehrfachbehinderte Kinder

4) Mit wem arbeitest du kooperativ zusammen?
 Zusammenarbeit mit Grundschullehrerin (Deutsch-, Mathematikunterricht)
 In der eigenen Klasse Kooperation mit einer Heilpädagogin und gelegentlich
   (13 Stunden) mit einer Kinderpflegerin




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5) Sind alle Kooperationspartner gleichberechtigt?
 Heilpädagogin und Sonderschullehrerin (Teams) sind gleichberechtigt; beide
   müssen gleiche Aufgaben machen, Ausnahme: Gutachten schreiben
 Gleichberechtigung in der Grundschulklasse: Grundschullehrerin hat im
   Unterricht den größeren Redeanteil
 die Leitung des Unterrichtes wird in den Fächern nach Neigung und
   Fähigkeiten der Kooperationspartner aufgeteilt

6) Wie organisiert ihr die Kooperation (Absprachen/Regeln)?
 Vorbereitungszeit: Grundschullehrerin hat dafür zwei Stunden erlassen
   bekommen; Sonderschullehrerin und Heilpädagogin jeweils eine Stunde
 Ein Mal in der Woche Besprechung (Regel)
 vor Projekten nach Bedarf länger
 teilweise auch privat und abends (bis zu 5h); es reicht dadurch manchmal
   nur kurz in der Pause zu sprechen
 Nach drei Jahren „Hand in Hand“ teilweise zwischen Tür und Angel
 Besprechungszeit variiert je nach Projekt
 Beispiel Sachunterricht: 4h pro Woche, manchmal intensiver; oder
   Projektunterricht (4 Wochen intensiv- 4 Wochen getrennt)

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6a) Entscheiden sich die Grundschullehrer freiwillig für Zusammenarbeit mit
    Sonderschullehrern in Kooperationsklassen?
 Freiwillige Entscheidung
 unterschiedliche Motive
 Beispiel: Kleinere Klassen; max. 18 Grundschulkinder + 6 Sonderschulkinder
    (Motiv: geringere Schülerzahl (Regelklasse: 25 bis 30 Kinder))
 Motive meistens nicht das Ziel der Kooperation

7) Beschreibe aus deiner Sicht den typischen Ablauf einer
   “Kooperationsbesprechung”.
 Frage wurde im Interview nicht explizit gestellt

8) Was ist das Typische, Charakteristische an eurer Kooperation?
 Die Klassen befinden sich unmittelbar nebeneinander und sind durch einen
   Durchgang miteinander verbunden
 Kinder können sich deshalb auch in der morgendlichen „Gleitzeit“ treffen
   (Austausch Sonderschulkinder und Grundschulkinder findet gut statt)
 Partnerarbeit zwischen den Kindern läuft gut
 Kinder mit Förderbedarf werden gut integriert und unterstützt; „Kinder
   helfen Kindern“
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Fortsetzung: Was ist das Typische, Charakteristische an eurer Kooperation?
 Kooperation unter den Kindern hat sich erst mit der Zeit entwickelt
 nicht immer die selben Grundschulkinder, die Sonderschulkindern helfen
 niemand der Kinder wird zur Kooperation gezwungen
 Kooperation läuft im Moment ohne explizite Anleitung der Lehrerinnen, da
   Regeln und Arbeitsformen feststehen
 für die Kooperation zwischen den Lehrerinnen gibt es kein „Rezept“; vieles
   muss ausprobiert werden
 die Kooperationspartner (Lehrerinnen) müssen sich verstehen und ähnliche
   Interessen/Vorstellungen von der Unterrichtsgestaltung haben, sonst kann
   einen „gute“ Kooperation nicht stattfinden

8a) Haben sich Kooperationsteams getrennt wenn sie gemerkt haben, dass sie
    nicht zueinander passen?
 Selbst schon erfahren und aus persönlichen Gründen ausgeschieden
 nach dritter Klasse ausgestiegen und in neues Team (1. Klasse) eingestiegen
 Vermutung der Interviewpartnerin: In vielen Teams die Bereitschaft zum
    Wechseln, aber Wechsel wird selten vollzogen, da er mit vielen
    Schwierigkeiten verbunden ist

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9) Was ist das Positive an der Kooperation und was empfindest du als eher
   negativ? Kannst du ein positives, wie negatives Erlebnis mit Kooperation
   schildern.
Positiv:
   Sonderschulkinder gucken sich viel von Grundschulkindern ab
   Grundschulkinder profitieren im sozialen Bereich (auch untereinander)
   Lernen untereinander
   Auf dem Schulhof spielt sich viel ab
   Rückzugsmöglichkeiten in der Sonderschulklasse sind trotzdem möglich
   Akzeptanz gegenüber Anderen wird gefördert
   Inhaltlich: Beispiel : Sonderschulkind kann schneller Laufen als jedes
    Grundschulkind
Negativ:
   „Leistungsdruck“ in der Grundschulklasse kollidiert mit den Anforderungen
    an die Sonderschüler
   Zeitaufwand von Sonderschulkindern ist größer
   Grundschullehrer will Unterrichtsstoff vermitteln
   Sonderschullehrer : „Weniger ist manchmal mehr“



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10) Wie lief die Kooperation am Anfang ab?
11) Wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert/entwickelt?
Anfang:
   Morgenkreis, Spiele, Musik, Schwimmen, Kennenlernen
Übergang:
   kontinuierliche Steigerung, keine Vorgaben wie oft, wie lange (hängt von den
    Kindern ab)
   Sachunterrichtthemen über Tiere
   Klassenfahrten
   gemeinsames Handeln: Kochen, Backen, Frühstück vorbereiten
Heute:
   Kompliziertere Themen werden behandelt
   Beispiel: Wasserkreislauf - Versuche in Partnerarbeit

12) Was versprichst du dir in Zukunft von dieser Kooperation?
 wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Eltern
 mit der Kooperationspartnerin: wünscht sich weniger Missverständnisse und
    einen toleranteren Umgang (mehr Verständnis für die Belange des Anderen
    aufbringen - Leistung versus Zeit)

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13) Wie gehen die Schüler damit um in Kooperation unterrichtet zu werden?
 Frage wurde im Interview nicht explizit gestellt

14) Wie wird die Kooperation vom Kollegium gesehen?
 Es sind nicht alle dafür
 Sonderschullehrer fühlten sich am Anfang als Gast in der Schule (teilweise
    heute auch noch so)
 Unterordnung der Sonderschullehrer am Anfang
 Jetzt gibt es mehr Sonderschullehrer als Grundschullehrer - trotzdem
    häufig Anpassung der Sonderschullehrer an die Grundschullehrer
 Unzufriedenheit in beiden „Lagern“
 Problem: Schulleitung übernahm Sonderschullehrerin
 Einige Grundschullehrer verweigern sich bis heute kooperativ zu
    unterrichten
 Wunsch: Auflösung der Klassifizierung in Sonder- und Grundschullehrer
 Austauschversuche des Klassenunterrichts wurden kaum wahrgenommen




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15) Möchtest du noch etwas zum Thema sagen, was bisher noch nicht
    angesprochen wurde?
 Wunsch: Integration statt Kooperation
 Realität: Im Moment nicht durchsetzbar und auch nicht durchführbar
 Kinder sollten in ihrer Umgebung zur Schule gehen, um Schulfreundschaften
    auch privat vertiefen zu können




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