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									Die Stadt Hamm - Stadtgeschichte


Von der Gründung 1226 bis zur "Großstadt Hamm" finden Sie auf den folgenden Seiten einen Überblick über
die "wichtigen Momente" in der über 775-jährigen Geschichte dieser Stadt.




Die Gründung Hamms

Im Bereich des heutigen Stadtgebietes lagen im 13. Jahrhundert - noch vor Gründung der Stadt Hamm - im
Osten die Burg Mark mit ihrem Burgherrn Graf Adolf von der Mark und im Westen (im Gebiet des heutigen
Hafens) die Stadt Nienbrügge, deren Herr Friedrich von Altena-Isenburg war, ein Cousin des Grafen von der
Mark.
Im Streit des Erzbischofs von Köln mit einigen westfälischen Grafen war Friedrich von Altena-Isenburg an der
Ermordung des Erzbischofs im Jahr 1225 beteiligt. Dafür wurde er hingerichtet und seine Stadt, Nienbrügge,
zerstört. Das Gebiet der Stadt wurde zum großen Teil seinem Cousin, Graf Adolf von der Mark, zugesprochen.
Die Bürger von Nienbrügge waren somit heimatlos. Graf Adolf ließ daher eine neue Stadt errichten, etwas
näher an seiner Burg Mark, im Winkel zwischen Lippe und Ahse-Zufluss. Solches "winkelförmige Terrain
zwischen zwei Flüssen" wurde "Hamm" oder "Hamme" genannt, was der heutigen Stadt Hamm ihren Namen
gab. Die Gründung erfolgte am Aschermittwoch, dem 4. März 1226.
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Gründungsprivileg

Gründungsprivileg der Stadt Hamm, 13. Jahrhundert. Reproduktion aus Overmann, Stadtrechte.
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum
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Burghügel Mark

Burghügel Mark, Aufnahme 1939.
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum
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Gedenkstein

Gedenkstein des Grafen Adolf von der Mark auf dem Burghügel Mark.
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Mittelalter

Die neu gegründete Stadt Hamm wurde zusätzlich zu ihrer geschützten Lage zwischen zwei Flüssen mit Gräben,
Wällen, Palisaden und später auch einer Stadtmauer gesichert, die das Stadtgebiet eingrenzte. Es gab die
folgenden vier gemauerten Stadttore:

- Nordentor (heute: Nordstraße bei "Alt Hamm")
- Südentor (heute: Südstraße "Meile")
- Ostentor (heute: Zentralbibliothek)
- Westentor (heute: Bushaltestelle "Westentor")

Das Bild Hamms war geprägt von Fachwerkhäusern, Hütten, Bohlenwegen, steinernen Kirchen und
Grünflächen. Die Menschen in der Stadt lebten damals überwiegend vom Ackerbau, vom Handwerk und vom
Handel. Zunächst waren die ritterlichen Dienstleute des Grafen, die Burgmannen, für die Stadt von großer
Bedeutung. Sie lebten auf der Burg Mark und in der Stadt, teilweise aber auch auf ihren Höfen auf dem Land.
Die ritterlichen Dienstleute besaßen das Bürgerrecht und damit das Recht der Ratswahl. Sie lebten von ihrem
Grundbesitz und waren von Abgaben befreit.
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Schon die ersten Stadtrechte für Hamm förderten die Zuwanderung, indem sie die zugewanderten Menschen
von den Forderungen ihrer früheren Grundherren befreiten. Die meisten Zuwanderer kamen aus den Orten der
näheren Umgebung. Durch diesen Zuzug vergrößerte sich die Zahl der Bevölkerung.
Hamm wurde im 13. und 14. Jahrhundert immer wieder von Katastrophen wie der Pest (etwa 1350) und
großen Bränden (1288 und 1308) heimgesucht, die fast die gesamte Stadt und ihre Bevölkerung auslöschten.
Die kirchliche Entwicklung in Hamm geht weit ins Mittelalter zurück. Zu dieser Zeit war sie nicht nur für die
soziale Fürsorge bestimmend, sondern auch ausschlaggebend für das gesamte geistige und kulturelle Leben
und beeinflusste in hohem Maße das wirtschaftliche und politische Leben. Mit der kirchlichen Entwicklung war
im Allgemeinen auch die Entwicklung des Schulwesens eng verbunden. Als Gerichtsort hat Hamm eine bis ins
Mittelalter zurückreichende Tradition. Schon seit dem 14. Jahrhundert war in der Stadt ein Ratsgericht
ansässig.
1469 wurde Hamm zur Hansestadt. Die Mitgliedschaft bei der Hanse endete im Jahre 1651.
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Nordentor

Rekonstruktion von Julius Wünsche 1926.
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum
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Ostentor

Rekonstruktion von Julius Wünsche 1926.
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum
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Westentor

Rekonstruktion von Julius Wünsche 1926.
Quelle: Gustav-Lübcke-Museum
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Stadtmauer

Alte Stadtmauer am Nordenwall
Quelle: Lutz Rettig
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Preußen

Die Grafschaft Mark mit ihrer Hauptstadt Hamm kam nach dem Jülich-Klevischen Erbfolgestreit zu Beginn des
17. Jahrhunderts zu Preußen.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) wurde Hamm immer wieder von den Truppen der
Kriegsparteien heimgesucht. Am Ende des Krieges, in dem ganze Landstriche verwüstet worden waren, wurde
Hamm preußische Garnisonsstadt. Da es keine Kaserne gab, mussten die stationierten Soldaten, teilweise mit
ihren Familien, in den Häusern der Hammer Bürger untergebracht werden. Dieses führte zu Unmut bei der
Bevölkerung. Der ständige Ärger endete erst mit dem Bau der Kaserne am Westentor, die General von
Wolffersdorff im Jahr 1774 aus den Steinen der Burg Mark erbaute.

Bei einem großen Brand im Jahre 1734 wurden viele Häuser in der Stadt zerstört. Am 16. April 1741 kam es
zum schwersten Brand, den es in Hamm je gegeben hatte. Dabei wurden zahlreiche Häuser und Gebäude
zerstört, darunter das Rathaus mit Stadtarchiv und die reformierte Kirche mit Turm, Orgel, Predigtstuhl und
Bänken im Innern. Wie auch schon nach den vorangegangenen schweren Bränden, sagte der König Friedrich II.
auch in dieser Situation den Bürgern seine Hilfe zu. Damit in Zukunft bei möglichen Bränden die Nachbarn
schneller zur Hilfe kommen konnten, wurde von der Kriegs- und Domänenkammer in Kleve die folgende
Weisung an alle Ämter und Magistrate der Grafschaft erteilt: Sobald ein Brand entstand, musste dieser nun
sofort durch einen Boten zu Pferd im nächsten Ort gemeldet werden. Die Bewohner dieses Nachbarortes
waren angehalten, die Nachricht unverzüglich in das nächste Amt oder die nächste Stadt weiterzubringen.
Somit wussten die Nachbarn des Brandortes sofort Bescheid und konnten sich unverzüglich zur Hilfe und
Rettung einfinden.
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Im Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) fand im Jahre 1761 die Schlacht bei Vellinghausen direkt vor den Toren
Hamms statt, bei der sich Franzosen und eine Armee aus Engländern, Preußen und Braunschweigern
bekämpften. Die Franzosen mussten sich bei der Schlacht an der Lippe geschlagen geben und sich
zurückziehen.
Ab 1788 wurde Hamm Sitz einer eigenen Kriegs- und Domänenkammer, einer preußischen Bezirksbehörde, an
der vorübergehend auch Karl Freiherr vom Stein (1757 – 1831) tätig war. Die Kriegs- und Domänenkammer war
eine für die gesamte Grafschaft Mark zuständige Verwaltungsbehörde.

In den napoleonischen Kriegen musste der preußische König die Grafschaft Mark, und damit auch Hamm, an
Napoleon abtreten. Nach Napoleons Niederlage und seiner Abdankung wurde Hamm wieder preußisch. Als die
französische Gerichtsverfassung mit Ende der napoleonischen Herrschaft in Preußen für ungültig erklärt
wurde, nahm die preußische Verwaltung das zum Anlass, das Gerichtswesen zu überarbeiten. Nachdem Hamm
den zunächst angestrebten Sitz der Bezirksregierung nicht bekommen hatte und dieser schließlich an Arnsberg
ging, wurde stattdessen das Oberlandesgericht im Jahr 1820 von Kleve nach Hamm verlegt. Von 1894 bis 1959
hatte es seinen Sitz in einem repräsentativen Gebäude am Friedrichsplatz, der heute Theodor-Heuss-Platz
heißt. Heute ist in diesem Gebäude das Rathaus untergebracht.
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Industrialisierung in Hamm

Die Lage Hamms an den Flüssen Lippe und Ahse förderte das Mühlengewerbe. Zunächst gab es nur
Wassermühlen, später wurden die Mühlen mit Maschinenkraft angetrieben.

Während bis ins 18. Jahrhundert die meisten Bewohner Hamms noch vom Ackerbau lebten, veränderte der
Bau des Eisenbahnnetzes im 19. Jahrhundert die Stadt grundlegend: Die Bahnstrecken Köln-Minden und
Münster-Paderborn bildeten hier einen zentralen Verkehrsknotenpunkt. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte
Hamm den größten Rangierbahnhof Europas; der Personenbahnhof war zentraler Umsteigepunkt für zahllose
Reisende.

Mit den Eisenbahnlinien beschleunigte sich die industrielle Entwicklung in Hamm. Die Drahtindustrie (später
WDI und Westfälische Union), die sich direkt an der Eisenbahnlinie ansiedelte, wurde fester Bestandteil der
Hammer Industrie. Durch diese wirtschaftliche Entwicklung stieg die Bevölkerungszahl in Hamm zum Ende des
19. Jahrhunderts sprunghaft an.

Hamm wurde 1882 zum Kurort "Bad Hamm", als man bei Probebohrungen nicht auf die gesuchte Kohle,
sondern zufällig auf Solequellen stieß. Repräsentative Kuranlagen entstanden, die in den folgenden Jahren von
immer mehr Gästen genutzt wurden.

Im Zuge der weiteren Entwicklung hatte sich die Einwohnerzahl der Stadt stetig erhöht, so dass Hamm 1901
zur eigenständigen ("kreisfreien") Stadt wurde.
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Die guten Transportmöglichkeiten und die zentrale Lage brachten Hamm auch für den Bergbau große Vorteile.
Vier Zechen im Hammer Umkreis (späteres Stadtgebiet) begannen Anfang des 20. Jahrhunderts mit der
Kohleförderung:

- 1901 Zeche de Wendel, später: Heinrich Robert (Pelkum)
- 1903 Zeche Maximilian (Werries)
- 1905 Zeche Radbod (Bockum-Hövel)
- 1912 Zeche Sachsen (Heessen)
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Weltkriege

Sowohl der Erste als auch der Zweite Weltkrieg hatten – wie für ganz Deutschland – auch für die Stadt Hamm
und ihre Bürgerinnen und Bürger besonders schwerwiegende Folgen. Aus diesem Grund werden die beiden
Weltkriege ausführlich behandelt.



Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg hatte auch in Hamm Engpässe in der allgemeinen Versorgungslage zur Folge. Wohnungen
und Grundnahrungsmittel wie zum Beispiel Kartoffeln fehlten. Schon 1915 musste man den Gürtel enger
schnallen, denn zu dem Zeitpunkt waren beispielsweise die Kartoffelpreise schon doppelt so hoch wie im Jahr
zuvor.

Wie in ganz Deutschland versuchte man auch in Hamm, mit den anstehenden Problemen fertig zu werden. In
Berlin wurden Sonderämter eingerichtet, wie das Reichsernährungsamt und die Kriegsrohstoffabteilung, die
Produktion und Konsum regulierten. Durch Verordnungen wurden Höchstpreise festgesetzt und beispielsweise
die Verkaufsmengen von Brotgetreide oder Kartoffeln beschränkt. Dieses System wurde 1915 eingeführt und
bis zum Ende des Krieges beibehalten. Jede Gemeinde musste ab sofort das in ihrem Ort gewachsene Getreide
beschlagnahmen und an die Reichsgetreidestelle abliefern. Während des Krieges wurde der Stadt Hamm die
Festsetzung der Höchstpreise und die Rationierung der Lebensmittel übertragen. Im Zuge der Rationierung der
Grundnahrungsmittel wurden Lebensmittelmarken ausgegeben. Diese Form der Zwangswirtschaft begünstigte
die Entstehung Schwarzer Märkte. Der Kampf gegen den Wucher mit Lebensmittelpreisen zog sich durch die
gesamte Kriegszeit.
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Auch in der Nachkriegszeit besserten sich diese Probleme zunächst nicht. Im Sommer 1919 war die
Versorgungslage der Bevölkerung so miserabel, dass nicht einmal mehr Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln zu
haben waren. Nur wer genügend Geld besaß, um sich bei Schiebern zu Wucherpreisen zu versorgen, konnte
sich einigermaßen ernähren. Die Stadtverordnetenversammlung hatte aus diesem Grund am 19. Mai 1919 eine
Lebensmittelkommission aus vier Magistratsmitgliedern und 14 Stadtverordneten gebildet, die jedoch nichts
bewirkt hatte. Die Stimmung in der Bevölkerung verschlechterte sich zunehmend. Bald kam es wegen der
hohen Preise zu immer stärkeren Auseinandersetzungen zwischen Händlern und Einkäufern sowie zu Tumulten
und Plünderungen. Im Sommer 1919 wurden neben Lebensmittelgeschäften auch viele Bekleidungsläden
geplündert.
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Zweiter Weltkrieg

Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland machte auch vor Hamm nicht Halt: Viele Hammer Bürgerinnen und
Bürger waren davon betroffen und lebten am Existenzminimum. Armut wurde zunehmend zum Problem. Die
NSDAP nutzte diese Situation aus und versprach in ihrem Wahlprogramm Besserung der Situation.

1933 feierten die Nationalsozialisten in Hamm die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. Es kam in den
folgenden Monaten und Jahren zu Razzien im Hammer Stadtgebiet, bei denen u. a. Sozialdemokraten und
Kommunisten verhaftet wurden. Weiterhin kam es zu ersten Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung in
Hamm.

Bei den Reichstagswahlen im März 1933 gewann die NSDAP in Hamm mit "nur" 38,06 % der Stimmen, während
in Norddinker 82 % und in Uentrop 77 % der Bürger den Nationalsozialisten ihre Stimme gaben.

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurde die Hammer Synagoge verwüstet und musste später von den
Juden selbst abgerissen werden.
Anfang Juni 1940 fielen nachts die ersten Bomben auf den Raum Hamm. Sie waren als Vergeltung für deutsche
Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung englischer Industriestädte von britischen Bombern abgeworfen
worden. Was zunächst noch von der Bevölkerung als eine Attraktion angesehen wurde – man strömte
schaulustig zu den ersten Bombentrichtern – erwuchs später zur großen Bedrohung. Ein weiterer Angriff folgte
am 8. September des selben Jahres kurz vor Mitternacht: Zwei Bomben trafen die Liebfrauenkirche und
richteten schwere Schäden an. Die Tatsache, dass dies das erste Gotteshaus in Deutschland war, das ein Opfer
der Bomben wurde, nutzte Goebbels propagandistisch aus.
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Wie ein Auszug aus der amtlichen landrätlichen Beschreibung der Stadt- und Landkreise im Regierungsbezirk
Arnsberg vom Februar 1944 besagt, war Hamm "Luftschutzort erster Ordnung und war zu Anfang des Krieges
wegen seiner Verkehrsbedeutung die am häufigsten angegriffene Stadt des Industriegebietes". Die strategische
Bedeutung des Raumes Hamm war aber nicht nur auf seinen Verschiebebahnhof und den Kanal
zurückzuführen, sondern auch auf die vier Kasernenanlagen sowie die vormals für die Wirtschaft der Stadt so
wichtigen Drahtwerke, die jetzt wichtige Kriegsgüter herstellten.

Die Zivilbevölkerung wurde zwar schon vor dem Krieg in luftschutzgemäßes Verhalten eingewiesen, die ersten
Bunker wurden jedoch erst im Jahr 1940 errichtet. Nach und nach entstanden in Hamm elf bombensichere
Hochbunker, die aber bei weitem nicht der gesamten Bevölkerung Schutz bieten konnten. Zwar plante man im
Jahr 1944 weitere Bunker zu errichten, diese Pläne wurden aber nicht mehr realisiert.

Als die USA sich 1941 am Krieg beteiligten, wurde die Lage für die Zivilbevölkerung noch gefährlicher. 1943
begannen die Alliierten mit Flächenbombardements und dem so genannten "Bombing around the clock". Der
erste schwere Tagesangriff am 4. März 1943, der dem Industriegebiet im Westen der Stadt, vor allem der
Westfälischen Union galt, forderte 154 Todesopfer.
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Der erste Großangriff auf das gesamte Stadtgebiet und die nähere Umgebung Hamms folgte in den
Abendstunden des 22. April 1944. Unter Einsatz von 750 Bombern und einigen hundert Jagdflugzeugen
wurden 8000 Spreng- und 3500 Brandbomben abgeworfen. Innerhalb einer knappen Stunde war die Stadt in
ein Flammenmeer und eine Trümmerwüste verwandelt. Der Verschiebebahnhof, der Güterbahnhof sowie
Wohnviertel im südlichen und westlichen Stadtgebiet wurden besonders schwer getroffen. Etwa 240 Gebäude
wurden völlig zerstört, weitere 350 schwer beschädigt. Mit weit über 200 Todesopfern forderte dieser Angriff
die meisten Menschenleben, die je einem Luftangriff auf die Stadt Hamm während des Krieges zum Opfer
fielen.

Am 31. Mai 1944 forderte ein weiterer Großangriff mit ca. 200 Toten, von denen der größte Teil Zwangsarbeiter
und Kriegsgefangene waren, wieder eine große Zahl von Menschenopfern. Zeitweise waren mehrere Tausend
Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene in der Stadt und der Umgebung in extra dafür eingerichteten Lagern
untergebracht. Sie arbeiteten zum größten Teil auf den umliegenden Zechen. Die hohe Zahl an getöteten
Kriegsgefangenen beim Angriff vom 31. Mai 1944 war darauf zurückzuführen, dass eine Bombe das so
genannte "Russenlager" an der Rosenstraße 35/Wilhelmstraße 150 traf. Den Insassen war es, wie auch der
jüdischen Bevölkerung, untersagt, bei Fliegeralarm die Luftschutzräume aufzusuchen.
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Im Herbst desselben Jahres folgten drei große Angriffsserien auf die Stadt und die Umgebung, die ebenfalls
schwere Schäden verursachten.

Das Leben der Menschen in Hamm war von ständiger Angst vor neuen Angriffen und von Verlusten an
Menschenleben und Sachwerten geprägt, so dass mit Beginn des Jahres 1945 die meisten das Kriegsende
herbeisehnten.

Am 6. April 1945 wurde Hamm von den Amerikanern besetzt. Für die Stadt war damit der Krieg beendet. Die
jüdische Gemeinde in Hamm existierte nicht mehr. Später schlossen sich einzelne jüdische Menschen aus
Hamm der jüdischen Kultusgemeinde Groß-Dortmund an.

Im Zweiten Weltkrieg wurden in Hamm 1.029 Personen getötet, davon 233 Internierte und Kriegsgefangene.
Aufgrund seiner Zentralität war Hamm - nach Dortmund - die am stärksten zerstörte Stadt des westfälischen
Ruhrgebiets. Bei 55 Luftangriffen wurden mehr als 60 % der Stadt zerstört. Die Hochbunker überstanden die
massiven Bombenangriffe und sind heute noch Bestandteil des Stadtbildes.

Beim Wiederaufbau nach dem Krieg wurden lediglich die drei alten Kirchen in der Stadt im früheren Stil wieder
errichtet. Die anderen Neubauten erfolgten überwiegend im modernen Stil; die Bedürfnisse des Autoverkehrs
spielten bei der Stadtplanung eine große Rolle.
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Liebfrauenkirche

Zerstörte Liebfrauenkirche im Jahr 1940.
Quelle: Heinz Hilse
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                                   Pauluskirche

                                   Brennende Pauluskirche am 30.09.1944.
                                   Quelle: Heinz Hilse
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                                   Fliegergeschädigte

                                   Ausweis für Teil-Fliegergeschädigte,
                                   Vorderseite. Ausgestellt am 04.04.1945
                                   im Kreis Unna.
                                   Quelle: Heinz Hilse
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Großstadt

Viele Flüchtlinge sorgten nach Ende des Zweiten Weltkrieges für einen sprunghaften Bevölkerungsanstieg in
Hamm. Im Zuge der ersten kommunalen Neuordnung 1968 wurde das Hammer Stadtgebiet erweitert:
Westtünnen, Berge und Teile Wiescherhöfens gehören seitdem zur Stadt.

Die Neugliederung von 1975, bei der Heessen und Bockum-Hövel, Pelkum und Herringen sowie Rhynern und
Uentrop mit den anderen Stadtbe-zirken und der Innenstadt zu einer neuen Großstadt zusammengeschlossen
wurden, prägt den gegenwärtigen Charakter Hamms. Durch diese Kommunalreform vergrößerte sich das
Stadtgebiet erheblich und die Einwohnerzahl stieg rapide an. Während Hamm im Jahr 1968 nur 45 km² groß
war, umfasste es im Jahr 1975 eine Fläche von 226 km². Seit dieser Neugliederung kann Hamm sich offiziell
"Bergbaustadt" nennen, da seitdem alle Zechen im Stadtgebiet liegen.

Heute ist die Stadt Hamm in die sieben Stadtbezirke Hamm Mitte, Uentrop, Rhynern, Pelkum, Herringen,
Bockum-Hövel und Heessen unterteilt.
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Zeittafel


Jahr        Ereignis


1976        schloss die Zeche Sachsen.
            Die Stadt Hamm feierte ihr 750-jähriges Bestehen.
1983        ging das Atomkraftwerk THTR 300 in Uentrop ans Netz.
1984        führte Hamm die erste Landesgartenschau NRW ‘s auf dem Gelände der ehemaligen
            Zeche Maximilian durch. Der größte Glaselefant der Welt entstand.
1989        wurde das Atomkraftwerk in Uentrop endgültig abgeschaltet.
            Das Hammer Technologie- und Gründerzentrum HAMTEC wurde eröffnet.
            Seit 1989 wird in Hamm kein Bier mehr gebraut. Die Brauerei Isenbeck gab den
            Standort im Jahr 1989 endgültig auf.
1990        wurden die alten Brauereigebäude der Firma Isenbeck abgerissen.
1991        schloss die Zeche Radbod.
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Zeittafel


Jahr        Ereignis


1992        fand auf dem ehemaligen Gelände der Brauerei Isenbeck die Eröffnung des Allee-Centers statt.
            Hamm wurde in einem Modellprojekt der Landesregierung zur "Ökologischen Stadt der Zukunft"
            gewählt.
1993        wurde das Öko-Zentrum NRW auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Sachsen eröffnet.
            Hamm wurde zur "fahrradfreundlichen Stadt" erklärt.
            Das Gustav-Lübcke-Museum wurde eröffnet.
1998        wurde Hamm Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz 1998/99.
2001        beging die Stadt Hamm ihre 775-Jahr-Feier.
2003        fand die Eröffnung des Hammer Sport- und Gesundheitsbades „Maximare“ statt.

								
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