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Protokoll der Kuba- Exkursion 2000

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					             Protokoll der Kuba- Exkursion 2000


20.03.2000

Varadero

Bearbeiter: Lars Bergmann, Patrick Sawade, Christian Urbanski

Themenschwerpunkte: Tourismusentwicklung in Varadero, Touristenbefragung




                                     Varadero




                                        189
Gliederung




1. Rahmenbedingungen für die jüngere touristische Entwicklung auf Kuba
2. Historische Entwicklung Varaderos
3. Die touristische Entwicklung in Varadero seit 1990
4. Nutzungskonflikte
5. Touristenbefragung während des Aufenthaltes in Varadero
6. Fazit




                                       190
1. Rahmenbedingungen für die jüngere touristische Entwicklung auf Kuba


Die Gründung der ersten staatlichen Tourismusagentur Cubanacan 1987 deutete auf die
beginnenden Bemühungen der kubanischen Regierung hin, zukünftig den Tourismus als
einen Sektor zu entwickeln, in dem ausländische Direktinvestitionen getätigt und
Devisen geschöpft werden können. Die rechtlichen Grundlagen wurden bereits 1982 im
Joint-Venture-Gesetz festgeschrieben, welches den Weg für die Beteiligung von
ausländischen Konzernen am kubanischen Tourismus ebnete. Bei der Zusammenarbeit
obliegt dem ausländischen Partner die Vermarktung des gemeinsamen Projektes.
Eigentümer der Objekte und Arbeitgeber bleibt der kubanische Staat, der sich somit
seine Unabhä ngigkeit bewahrt (siehe Tag 8: Guardelavaca).
Das Image der Partner, die Kenntnisse des internationalen Marktes und erprobte
Marketingstrategien bewirkten zu Beginn der 90er Jahre einen Anstieg der
Besucherzahlen sowie der Einnahmen im Tourismussektor (vgl. Abb.1).


    Abb. 1: Entwicklung der Besucherzahlen und der Bruttoeinnahmen
                                    aus dem Tourismus

         1600
         1400

         1200                      Besucherzahlen in 1000
         1000                      Bruttoeinnahmen in Mio. US-$
                                   (* :keine Daten verfügbar)
           800
           600
           400

           200
             0
                   1987*

                           1988*


                                    1989*


                                            1990

                                                     1991


                                                             1992

                                                                     1993

                                                                             1994


                                                                                    1995


                                                                                             1996

                                                                                                     1997




              Quellen: Inversiones y negocios in GR 1997, S.626; Hall, D.R.: „Tourism development in Cuba“
              in Harrison, D., 1992: „Tourism and the LDC“, eigene Darstellung




Im Zuge dieser Entwicklung wurden weitere staatliche Tourismusagenturen gegründet
(Cubatour, Gaviota, Havanatur). Deren Arbeit konzentriert sich teils auf die Verwaltung
                                                   191
bereits bestehender touristischer Strukturen, teils auf die Erschließung des bisher
ungenutzten Potentials. der Insel. Dennoch spielen die traditionellen kubanischen
Touristenziele nach wie vor die größte Rolle, obwohl neuentstandene Objekte, wie z.B.
in Guardelavaca, bereits in vielen Katalogen der Reiseveranstalter als Geheimtipp
gehandelt werden. Das größte und bekannteste Ferienzentrum Kubas, Varadero,
befindet sich ca. 140 km östlich von Havanna in der Provinz Matanzas. Im Folgenden
werden neben der historischen Entwicklung Varaderos v.a. die Einflüsse der oben
beschriebenen Merkmale der neuen kubanischen Tourismuspolitik betrachtet.



2. Historische Entwicklung Varaderos

Erstmals erwähnt wird der Ort 1587, als die Spanier die Halbinsel zur Salzförderung
nutzten und von hier aus die Insel und die spanische Flotte mit Salz belieferten. Die
vormals hier ansässigen Ureinwohner waren zu dieser Zeit bereits ausgerottet, ihre
Existenz auf Hicacos konnte aber vor wenigen Jahrzehnten durch die Entdeckung von
Höhlenmalereien im Norden der Halbinsel bestätigt werden.


Mit dem Bau von Holzhütten an der Nordküste durch Familien aus Cárdenas begann
eine erste touristische Nutzung der Halbinsel in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts –
Varadero selbst blieb bis in die 20er Jahre ein kleines Fischerdorf am Fuße Hicacos. Der
Strand gewann in den Folgejahren immer mehr an Bekanntheit und wurde bald auch
zum Anlaufpunkt von Besuchern aus Havanna. Nach der Eröffnung des ersten Hotels in
Varadero 1915 setzte in den 20er und 30er Jahren ein Boom ein, der die Basis für die
heutige touristische Bedeutung bildete. 1926 erwarb der millardenschwere Industrieelle
Du Pont ein etwa 500 ha großes Grundstück. Durch den Bau seiner Villa und den
Verkauf von Grundstücken an amerikanische Millionäre wurde Varadero zum
exklusiven Ferienort für Amerikaner auf Kuba. Vor allem in den 30er und 40er Jahren
war es Investitionsziel zahlreicher Spekulanten sowie der Mafia.


Der Bau des Hotels Internacional löste ab 1950 einen Bauboom aus, der erst mit dem
Sieg der Revolution und den damit einhergehenden Enteignungen der amerikanischen
Besitztümer endete. Die Strände standen somit nach der Auflösung der vormals
amerikanischen Enklave erstmals auch der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung

                                          192
und sollten nach den Plänen der neuen Regierung zukünftig nur von Touristen aus
kubafreundlichen Ländern genutzt werden.


Im sozialistischen Kuba wurde die vorhandene touristische Infrastruktur weiter genutzt
und   z.   T.   ausgebaut.     So   erhielt    Varadero   einen   Flughafen   und   eine
Schnellstraßena nbindung nach Havanna. Neuerrichtete Plattenbauten dienten der
Unterbringung der To uristen aus dem Ostblock, wo ein Kubaurlaub als eine Belohnung
für aktive Leistungen im Sozialismus galt. Ein Massentourismus im heutigen Sinne
wurde jedoch nicht angestrebt.
Erst durch die ausbleibende Unterstützung durch die UdSSR Ende der 80er Jahre und
die damit einsetzende Verschärfung der wirtschaftlichen Lage wurde die kubanische
Regierung zu einem Umdenkungsprozeß gezwungen.




3. Die touristische Entwicklung in Varadero seit 1990


Der Zusammenbruch des Ostblocks veranlaßte die zunehmende Umorientierung der
kubanischen Tourismusindustrie auf Urlauber aus westlichen Ländern. Die bereits
beschriebenen Wirtschaftsreformen ließen seit        den 80er Jahre auch Investitionen
ausländischer Tourismuskonzerne zu, die allerdings auch weiter staatlich reglementiert
waren. 1990 entstand mit dem „Sol Palmeras“ in Varadero das erste Joint-Venture-
Unternehmen zwischen der kubanischen Regierung und ausländischen Investoren. Vor
allem kanadische, spanische, deutsche und mexikanische Konzerne schufen zusammen
mit den Tourismusagenturen bis heute 27 Joint-Ventures am Strand von Hicacos.
Nahezu 55 Hotels mit derzeit etwa 20.000 Hotelbetten (1994: 15.000) sind seither
gebaut worden und werden im Wesentlichen von Touristen aus den Ländern besucht,
die hier investiv tätig wurden. Für das Jahr 2000 sieht die Planung eine Aufstockung der
Hotelbetten auf etwa 23.000.
Durch die rasante touristische Erschließung hat sich Varadero zum wichtigsten
Ferie nort auf Kuba entwickelt. Der heute 12.000 Einwohner zählende Ort erstreckt sich
mittlerweile über 17 km den Strand entlang.
Die Planung der Hotelanlagen als meist abgeschlossene Einheiten und der zunehmende
Flächenverbrauch lassen Varadero immer mehr zu einem typischen Touristenort

                                              193
werden, dessen ursprünglicher Flair verlorengeht und heute bereits die Anzeichen
mediterraner Verhältnisse erkennen läßt. Einen geschlossenen Ortskern im weiteren
Sinne gibt es nur im südlichen Teil der Halbinsel, wo heute noch die alten Häuser der
Fischersiedlung und die Villen der 30er bis 50er Jahre stehen. Wesentlich geprägt wird
dieser Teil Varaderos auch von den Hotelanlagen der 60er bis 80er Jahre. Sie werden
überwiegend in Eigenverantwortung der staatlichen Age nturen geleitet.
Kooperationsverträge mit ausländischen Investoren bestehen größtenteils im nördlichen
Teil der Halbinsel, wo in den 90er Jahren moderne Hotelkomplexe errichtet wurden,
welche    in   der   gehobene    bis   oberen    Preisniveau    angesiedelt   sind.   Die
Durchschnittsgröße der Hotels liegt bei etwa 350 Zimmern.


Die ganz auf die Bedürfnisse der westlichen Touristen zugeschnittenen Hotels zeichnen
sich durch großzügige Anlagen, reichhaltige Sportangebote und vergleichsweise guten
Service aus. Diese Faktoren begünstigen neben den natürlichen Bedingungen vor Ort
die Einbindung in „All Inclusive“-Konzepte westlicher Reiseveranstalter. Durch die
„Rundumversorgung“ innerhalb der Hotelanlage bleiben für die meisten Touristen
Ausflüge in andere Landesteile Kubas und sogar in die nähere Umgebung (inkl.
Varadero) unattraktiv (siehe Umfrage). Zusätzlich schafft die periphere Lage der Hotels
im Norden, die geringe Attraktivität der Innenstadt in bezug auf zentrale Einkaufs- oder
Unterhaltungsmöglichkeiten sowie der unzureichende Nahverkehr keine Anreize zum
Verlassen der Hotelanlage.


Durch die bereits beschriebene Joint-Venture-Struktur zwischen Staat und Investor, die
diesem lediglich einen Managementvertrag zubilligt, ist der Staat als Hauptinvestor
andererseits gezwungen, mit eigenen Mitteln die touristische Infrastruktur zu erstellen.
So gehen Schätzungen davon aus, das nur etwa ein Drittel der Einnahmen aus dem
Tourismus als Nettoeinnahmen zu verbuchen sind. Zwei Drittel müssen derzeit in die
Versorgung mit importierten Produkten reinvestiert werden. In Varadero ist die Dichte
der Freizeitaktivitäten mit hohem technischen Aufwand besonders ausgeprägt. Neben
Golfplätzen, ist v.a. der Wassersport sehr kostenintensiv. Dieser bedarf enormer
Investitionen , wie z. B. Tauchausrüstungen, Jet Ski, Surfbretter, Motor- und Segelboote
etc. Auch die Hotelausstattung und letztlich die Lebensmittelversorgung verschlingt
einen Großteil der Deviseneinnahmen.

                                           194
Die hohe Konzentration von Touristen macht Varadero zu einem besonderen
Anziehungspunkt für Kubaner, die diesen Ort ansonsten als Fremdkörper auf Kuba
empfinden. Nirgendwo sonst ist die touristische Apartheid auffälliger. Eine
landestypische Atmosphäre wird lediglich durch die in Varadero arbeitenden Kubaner
und durch von den Hotels inszenierte Folkloreshows vermittelt.
Zur Bekämpfung der Prostitution und zur Kriminalitätsprävention ist der Strand von
Varadero heute wieder für Einheimische faktisch gesperrt. Die Überwachung erfolgt
durch eine starke Polizeipräsenz im Ort und an den Stränden. Zusätzlich erfolgt an
einem Kontrollpunkt der Polizei am Ortseingang die Überprüfung aller kubanischen
Personen, um unberechtigten Zugang zur Halbinsel zu verhindern.
Arbeitsplätze im Tourismusbereich sind unter Kubanern hochbegehrt, verdient doch ein
Arbeiter oftmals durch das Trinkgeld eines Tages mehr als ein normaler Arbeiter
außerhalb dieses Sektors in mehreren Monaten. Durch den hohen Devisenbedarf des
Staates werden die einheimischen Angestellten nicht direkt durch die Hotels bezahlt.
Die Vergütung erfolgt durch den Staat in Peso, während dieser von den Hotels
monatlich etwa 400 $ pro Arbeitnehmer erhält.




4. Nutzungskonflikte

Im Zuge der Energiekrise, die sich durch den Wegfall der Belieferung mit
subventioniertem Erdöl durch die SU ergab, wurde die Erschließung der eigenen
Ölvorkommen forciert. Ein weiterer Grund waren und sind fehlende Devisenbestände,
um den eigenen Bedarf deckende Ölimporte zu tätigen.
Die Erdölförderung an der Nordküste Kubas konzentriert sich bisher auf die
Lagerstätten bei Santa Cruz del Norte (östlich von Havanna), Punta Escondido (25 km
westlich von Varadero) und an der Bahia de Cárdenas (östlich von Varadero). Die
Vorkommen begrenzen sich allerdings nicht nur auf diese Gebiete. Zukünftig könnte
sich bei einer Verschärfung der Energiekrise der Nutzungskonflikt zwischen Industrie
und Tourismus ausweiten, wenn die Förderung auf touristische Regionen wie z.B.
Varadero, Playas del Este oder die Cayos ausgedehnt wird.


                                         195
Neben der Raumnutzungskonkurrenz besteht teilweise eine Beeinträchtigung der
Luftqualität, da das kubanische Rohöl einen hohen Schwefelanteil besitzt und somit
geruchsintensiv ist. Aufgrund der minderen Qualität des Erdöls bedarf es daher einer
ständigen Abwägung zwischen der Neuerschließung von Lagerstätten und dem Ausbau
der touristischen Nutzung, zumal die Fördermengen vergleichsweise gering sind.




5. Touristenbefragung während des Aufenthaltes in Varadero


Mit dem Ziel, Basisinformationen über Struktur, Verhalten und Präferenzen der
Touristen zu erhalten, führten die Teilnehmer der Exkursion am 19. März 2000 eine
formlose Befragung der Urlauber durch. Befragungsorte waren dabei hauptsächlich das
Hotel, der Strand und eine Diskothek. Die Fragestellungen lauteten:
•   Woher kommen Sie?
•   Wie lang ist Ihr Aufenthalt auf Kuba?
•   Besuchen Sie außer Varadero noch andere Orte oder Regionen auf Kuba?
•   Was gefällt/ gefiel Ihnen an Ihrem Urlaub auf Kuba am Besten?
•   Was gefällt/ gefiel Ihnen an Ihrem Urlaub auf Kuba weniger gut?


Insgesamt wurden 99 Personen aller Altersklassen befragt. In den nachfolgenden
Ausführungen werden die Ergebnisse aus den gesammelten Notizen ausgewertet.


Abbildung 2 zeigt den prozentualen Anteil der Nationalitäten an der Gesamtzahl der
befragten Personen. Auffällig ist der hohe Anteil an deutschen und kanadischen
Touristen. Dies liegt zum einen in den Urlaubslandpräferenzen der einzelnen Nationen
begründet, zum anderen, speziell bei den kanadischen Touristen, auch in der Intensität
der wirtschaftlichen Verknüpfungen zu Kuba und ihrer Auswirkungen. Durch die
politische Distanz ist der Anteil der US-amerikanischen Touristen trotz der räumlichen
Nähe erwartungsgemäß gering.




                                            196
                               Abb. 2: Herkunftsländer der befragten
                                            Touristen
                                                  Sonstige
                                                    10%
                                          USA
                                    GB
                                          1%
                                    5%

                                         NL                             D
                                         6%                            38%


                                     F
                                    12%



                                                     CAN
                                                     28%




Die Frage nach der Verweildauer der Touristen auf Kuba und hier speziell in Varadero
(Abb.3) lieferte wenig überraschende Ergebnisse. Nahezu 75 % der Befragten buchten
einen zweiwöchigen Urlaub. Die Gründe hierfür liegen zum einen in der
Angebotsstruktur der Reiseanbieter, zum anderen aber auch in der typisch
durchschnittlichen Urlaubsdauer eines Westeuropäers oder Nordamerikaners begründet.
Der dennoch sehr hohe Anteil dieser Gruppe in Varadero zeigt des weiteren auch die
herausragende Stellung des Ortes als Ziel des ausländischen Pauschal- oder
Massentourismus.
Aufenthalte von drei oder mehr Wochen sind hingegen in Varadero seltener
anzutreffen. Diese Gruppe stellt im Wesentlichen die Rundreisenden dar, die sich nur
wenige Tage in Varadero aufhalten.


                                    Abb. 3: Dauer des Aufenthaltes auf
                                                  Kuba
                               80                    75
                               70
                               60
                    Personen




                               50
                               40
                               30
                               20         15                     7           2
                               10
                                0
                                          1           2           3      über 3
                                                Aufenthalt in Wochen

                                                     197
Das Interesse der Urlauber an anderen Regionen Kubas und der evtl. damit verbundenen
Beachtung kultureller Aspekte gibt Abb.4 deutlich wieder. Nahezu 50% der befragten
Personen   verbringen                            ihren     gesamten                Urlaub             in       Varadero. Das touristische
Freizeitangebot, aber auch die Präferenzen der Urlauber bewirken eine eher geringe
touristische Mobilität. Lediglich Havanna und Trinidad besitzen eine gewisse
Attraktivität. Das hängt zum einem mit dem internationalen Image der Hauptstadt
zusammen, zum anderen auch mit dem Angebot der Reiseveranstalter. Sie beschränken
sich naturgemäß auf sehenswerte oder berühmte Ausflugsziele, deren Besuch sich im
Rahmen von Tagestouren verwirklichen läßt.


                                                  Abb. 4: Ausflugsziele der Varadero-Touristen
                                                                         (Mehrfachnennungen möglich)
                                     60
                                                                                                                                          46
                         Nennungen




                                     50
                                                 36
                                     40
                                     30
                                     20                         9              8                  6
                                     10                                                                          4           1
                                      0
                                               Havanna     Trinidad        Rundreisen Santiago de Kurztrips in             Cayos       Aufenthalt
                                                                                         Cuba     die nähere                             nur in
                                                                                                  Umgebung                             Varadero




In den Abbildungen 5 und 6 wurde bezüglich der Zufriedenheit lediglich Kategorien mit
mindestens 3 Nennungen berücksichtigt. Die Antworten auf Frage 4 entsprechen den
allgemeinen Anforderungen der Touristen an ein karibisches Urlaubsziel.


                                     Abb. 5: Was gefällt Ihnen an Ihrem Urlaub am
                                                        Besten?
                                                               (Mehrfachnennungen möglich)
                         60
                                          49
                         50
             Nennungen




                         40                        34
                         30                                20
                         20                                           13
                                                                                   8          6            6      5
                         10                                                                                            3           3
                           0
                                                                                                                    ft

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                    nn




                                                                                                                si


                                                                                                               us
                                                                                       Po
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                                                                Pa
                                                       as




                                                                                                              ge
                                                                                                              sc


                                                                                                              lu
                  So




                                                                                                            r/M
                                                                          ho
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                                                                                                           nc
                                                      W




                                                                                                          an
                                                                                              nd
                a/




                                                                        Er




                                                                                                        ltu
                                                                                                         lI




                                                                                                       er
                                                   r/
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                                                                                         La


                                                                                                      Al


                                                                                                     Ku
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                                                                                                  Ki




                                                                              198
Die Ergebnisse zu Frage 5 (Abb.6) zeigen allerdings, daß sich Kuba noch am Anfang
seiner touristischen Entwicklung befindet und natürliche Voraussetzungen wie Sonne,
Strand und Meer alleine nicht unbedingt ein Garant für einen rundum gelungenen
Urlaub sind. Mangelnder Service und Unzufriedenheit mit Hotel und Verpflegung
wurden mehrheitlich von Touristen genannt, die im älteren Teil Varaderos
untergebracht waren und nicht in den neuen Joint-Venture-Hotelkomplexen im Norden.


                                   Abb. 6: Was gefiel Ihnen an Ihrem
                                         Urlaub weniger gut?
                                             (Mehrfachnennungen möglich)
                               30       25
                               25               21
                 Nennungen




                               20
                               15
                                                         8      7
                               10                                       4    4      3      3
                                5
                                0
                                                            elw vice




                                                                                     tel
                                                    n
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                                                                                     n
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                                                                                 Ho
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                                                                              ys
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                                                                        po
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6. Fazit


Abschließend ist zu sagen, daß Varadero in wesentlichen Bereichen der touristischen
Infrastruktur Defizite aufweist, die einer Beseitigung oder Umstrukturierung bedürfen,
um dauerhaft Ziel für den internationalen Tourismus zu bleiben. Varadero fehlt ein
Ortskern, der die Funktion eines touristischen Zentrums mit vielfältigen Einkaufs- und
Verpflegungsmöglichkeiten übernimmt. Dieser Aspekt und der fehlende ÖPNV führen
bei einem Ort von nahezu 20 km Länge dazu, daß keine Anreize bestehen, die
Hotelkomplexe zu verlassen. So findet „geselliges Leben“ fast ausschließlich dort statt,
was sich zukünftig zu einem Standortnachteil entwickeln könnte.
Nicht zuletzt durch diese Umstände konnte sich Varadero kein spezielles Image
aufbauen. Es lebt bis jetzt vom Gesamtimage Kubas als „Perle der Karibik“, obwohl der
Ort mit dem wirklichen Kuba keine Gemeinsamkeiten aufweist. Der langfristige Erfolg
hängt von einer eindeutigen Heraushebung Varaderos von anderen karibischen

                                                               199
Urlaubszielen ab. Die bisherige Entwicklung erschwert den Aufbau eines eigenen
Images.
Momentan liegt der Vorteil noch im relativ niedrigen Preisniveau, ähnlich der
Dominikanischen Republik. Zukünftig sollte ein Schwerpunkt eher auf den qualitativen
Ausbau der vorhandenen Kapazitäten liegen, als auf der Schaffung neuer Hotelanlagen.
Potentiale bestehen hier besonders im südlichen Varadero, da hier neben der
Aufwertung der baulichen Strukturen auch die Möglichkeit zur Entwicklung eines
Stadtzentrums besteht. Damit könnten die Voraussetzungen für eine Reaktivierung der
kubanischen Lebensart und die Charakterbildung des Ortes gefördert werden.


Literatur:
Berlitz Reiseführer Kuba 1996
Hall,D.R., 1992 „Tourism development in Cuba“ In: Harrison,D., 1992: „Tourism and the LDC“
Polyglott Reiseführer Kuba 1999




                                               200

				
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