Arbeitskreis 1 Das Neue und das Risiko - 'risk governance'

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Arbeitskreis 1 Das Neue und das Risiko - 'risk governance' Powered By Docstoc
					Arbeitskreis 1
Das Neue und das Risiko - 'risk governance'
SCHÄDLER Ingolf, Deputy Director General for Innovation, Austrian Ministry for Transport, Innovation and Technology, Vienna, Arbeitskreisleitung
EPPRECHT Thomas K., Direktor, Risk Engineering Services, Swiss Reinsurance Company, Zürich
HALLER Matthias, Professor emeritus für Risiko-Management und Versicherung, Institut für Versicherungswirtschaft, Universität St. Gallen
KRÖGER Wolfgang, Leiter des Laboratoriums für Sicherheitsanalytik, Institut für Energietechnik, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
LEVERMANN Anders, Juniorprofessor für Klimamodellierung auf langen Zeitskalen, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Potsdam
MITTELSTRASS Jürgen, Direktor, Zentrum Philosophie und Wissenschaftstheorie, Universität Konstanz; Vorsitzender, Österreichischer Wissenschaftsrat, Wien
SINNER Frank, CEO, BioNanoNet GmbH; Head of Department, Bioanalytics, Institute of Medical Technologies and Health Management,
JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Graz
STREICHER Barbara, Executive Manager, Science Center Network, Vienna
POGANY Alexander, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien, Arbeitskreisbetreuer

Voraussagbarkeit, Risiko, Dialog, Emergenz, Akzeptanz und Akzeptabilität – das waren nur einige jener Schlagwörter welche im
Arbeitskreis 1 „Das Neue und das Risiko – risk governance“ durchleuchtet und intensiv diskutiert wurden. Die Vorträge und Themen
des Arbeitskreises bauten sich sukzessiv aufeinander auf. Beginnend mit einer philosophischen Betrachtung über „Das Neue“ wurden
anhand von 2 Themenfeldern (Klimawandel, Nanotechnologie) konkrete und hypothetische bzw. bewiesene und nicht bewiesene
Risiken für den Menschen erörtert. Danach wurden 2 Möglichkeiten präsentiert, wie mit Risiken umgegangen werden kann. Einerseits
vom wirtschaftlichen Standpunkt gesehen aus der Sicht eines Versicherungsunternehmens, andererseits vom politischen Aspekt
betrachtet, aus der Sicht des IRGC, des „International Risk and Governance Councils“. Schließlich wurde noch der
Risikokommunikation durch zwei Vorträge breiten Raum gewidmet.
Prof. Jürgen Mittelstrass, Direktor des Zentrums für Philosophie und Wissenschaftstheorie auf der Uni Konstanz, ermahnte in seinem
Einführungsvortrag wie wichtig es ist einen rationalen Diskurs über Risikofragen zu führen, der auch immer von der Gesellschaft und
seiner Kultur abhängig ist und betonte die Grenzen der Voraussagbarkeit, denn Wissenschaft und Technik gehen wohin sie wollen.
Der gesellschaftliche Streit um Forschung bzw. der Unterschied zwischen empirischer Akzeptanz und normativer Akzeptabilität sei
unbedingt notwendig.
Frank Sinner vom Institut für medizinische Systemtechnik und Gesundheitsmanagement gab einen kurzen Einblick in die faszinierende
Welt der Nanotechnologie und hob sowohl die Chancen als auch mögliche Gefahren dieser neuen Technologie hervor. In der
Diskussion zu den Gefahren der Nanotechnologie sei es wichtig zwischen abbaubaren und nicht abbaubaren Nanostrukturen zu
unterschieden. Die Toxizität von Nanopartikel ist bedingt durch ihre „Größe“. Gold, ein sehr inertes Material, beschleunigt bei einer
Größe von 5 nm katalytische Prozesse. Die Forschung im Bereich Nanotoxizität erlebt derzeit einen rapiden Aufschwung und deren
Diskussion wird generell sehr heterogen geführt, da eine einheitliche und gute Charakterisierung von Nanopartikel notwendig ist. Was
als ziemlich gesichert gilt ist die Tatsache, dass Nanopartikel Zellbarrieren überwinden bzw. in der Zelle sich ansammeln können und
dass diese in der Gasphase sehr reaktiv sind. Ein Übertritt von Nanopartikel über die Haut ist unwahrscheinlich, doch wurden diese
Untersuchungen nur für gesundes Hautgewebe durchgeführt.
Prof. Levermann vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung versuchte, nach einer kurzen wissenschaftlichen Beschreibung dieses
Phänomens, zu beantworten, mit welchen Folgen und Risiken der Klimawandel für jeden von uns verbunden ist. Ausführlich ging er
auf die sogenannten „Tipping Points“ oder Kippprozesse ein. Dies sind Regionen oder Prozesse, die besonders sensitiv auf den
Klimawandel reagieren. Beispiele dafür sind der indische Sommermonsum bzw. die atlantische thermohaline Zirkulation (Golfstrom).
Eine Möglichkeit sich vor Risiken zu schützen ist, sich zu versichern. Für Thomas Epprecht, Project Officer bei Swiss Re, bildet das
Prinzip Versicherung einen integralen Bestandteil jedes „Risk Governance Systems“. Neue Versicherungsprinzipien (Quantifizierbarkeit,
Zufälligkeit, Gegenseitigkeit, Wirtschaftlichkeit) sind heutzutage kaum mehr anwendbar. Als Konsequenz daraus ergeben sich
Kommunikation und Dialog, Anpassung von Risikokapital, neue Geschäftsfelder bzw. Anpassung der Bedingungen mit dem Ziel die
Risikoträgerfunktion der Assekuranz als Teil des „Risk-Governance“ Systems zu erhalten und anzupassen.
Risikokonzepte bauen auf eine möglichst fehlerfreie Analyse auf, sind aber auch mit dem jeweiligen Kontext verknüpft und unterliegen
dementsprechend laufend Änderungen. Wolfgang Kröger, Professor an der ETH Zürich und Gründungsrektor des IRGC („International
Risk and Governance Council“) mahnte hier aus der Vergangenheit zu lernen sowie neue Entwicklungen und Herausforderungen
rechtzeitig zu erkennen. Der auch von ihm entwickelte „Risk Governance Framework“ versucht sich diesen Herausforderungen
zustellen. Er besteht aus mehreren „Building Blocks“: pre-assessment (nicht nach Chancen fragen; was sind die Grenzen meiner
Betrachtung; wer sind die Stakeholder), Risikoeinschätzung (haben wir eine Basis um Entscheidungen zu treffen), Charakterisierung
(ist das Risiko akzeptabel bzw. Management. Das alles verbindende Element ist die Kommunikation. Dieser Prozess muss mehrere
Mahle durchlaufen werden.
Wenn sich die sozialen und kulturellen Kriterien der Risikointerpretation als besonders konfliktträchtig erweisen, so kommt der
Risikokommunikation mit Blick auf eine gesellschaftlich abgestützte Technologieanwendung eine zentrale Bedeutung zu. Prof. Matthias
Haller, em. Prof. für Risiko-Management der Universität St. Gallen und Präsident der Stiftung Risikodialog präsentierte in seinem
Vortrag eine 3-Ebenen-Betrachtung als Beitrag der Wissenschaftlichen Disziplinen der Risikoforschung zur Kommunikation über
Risiken: die naturwissenschaftlich-technische Risikoanalyse, die psychologische und soziologische Risikoforschung. Auch die
Interaktionen zwischen den Technologiebereichen und die Wertverschiebungen im Zeitablauf sind zu beachten. Eine mögliche
Erweiterung der 3 Ebenen um eine vierte, nämlich jener der Gruppendynamik, wurde in der anschließenden Diskussion überlegt.
Zum Abschluss gab Dr. Barbara Streicher, Geschäftsführerin des Science Center Netzwerk, Beispiele, wie die Bevölkerung in Risk-
Governance Strategien einbezogen werden können. Die Einbeziehung von Laien hat deren Zeit und Interesse als Vorraussetzung.
Daher sind Science Center Aktivitäten interaktiv, sie ermöglichen selbstbestimmtes Lernen, setzen kein Vorwissen voraus, haben
spielerische Komponenten und geben Impulse zum Weiterdenken. Ein Beispiel ist „playDECIDE“, ein Spiel, welches ermöglicht in
neue Themen einzusteigen bzw. diese strukturiert zu diskutieren. Experimente in der Schule („Breaking the Ice“ zum Thema
Klimawandel) bzw. Wanderausstellung erwecken nachhaltiges Interesse und eine Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen
Themen.
Arbeitskreis 2
Industrie im Wandel - Chancen, Herausforderungen, Strategien
RÜBIG Günter, Technologiebeauftragter des Landes Oberösterreich; Geschäftsführer, RÜBIG GmbH & Co KG, Wels, Arbeitskreisleitung
BAUER Robert, Professor, Institut für Organisation, Johannes Kepler Universität Linz
FREUDHOFER Franz, Werksleiter, MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG, Steyr
PÖCHHACKER Gerlinde, Geschäftsführerin, Bereich Innovation und Technologie, OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H., Linz
PÖTTINGER Klaus, Präsident, Industriellenvereinigung Oberösterreich; Geschäftsführender Gesellschafter, Alois Pöttinger Maschinenfabrik GesmbH, Grieskirchen
RINNHOFER Hans, Geschäftsführer, Austrian Research Centers GmbH - ARC, Seibersdorf
ROELS Wim, Vice President Innovation & Technology, Borealis AG, Vienna
NEGELI-GANZ Beatrice, Projektmanagerin Innovation & Technologie, OÖ. Technologie- und Marketinggesellschaft m.b.H., Linz, Arbeitskreisbetreuerin

Der laufende Strukturwandel in Wirtschaft, insbesondere der Industrie und Gesellschaft lässt sich nicht aufhalten. Offenheit gegenüber diesen
Veränderungen eröffnet einem innovativen Wirtschafts- und Technologiestandort die Chancen der Globalisierung zu nützen. Dennoch darf man die
immer stärker werdenden globalen Player wie beispielsweise China oder Indien nicht unterschätzen. Nur durch einen laufenden Dialog zwischen Politik
und Wirtschaft können die Herausforderungen rasch erkannt werden um so diesen Strukturwandel erfolgreich zu bewältigen.

Dabei wird die Herausforderung für Unternehmen darin bestehen das kreative Potenzial ihrer Mitarbeiter zu aktivieren. Entstehen
heiße Wertschöpfungsketten – solche mit Rückkoppelungseffekten – so wird der Innovationsprozess und damit die so genannte
„Time to Market“ neuer innovativer Produkte und Dienstleistungen verkürzt und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert.
Europa – ein Lebensraum der Vielfalt hat große Potenziale sich in diesen Veränderungsprozess einzubringen und daraus zu
profitieren.
Strategische Standortentwicklung
Oberösterreich erkennt diese Entwicklung und profitiert jetzt schon davon. Als exportstärkstes Bundesland mit hoher Industriedynamik,
konnte eine Rekordbeschäftigung bzw. die niedrigste Arbeitslosenquote im Vergleich zu den anderen Bundesländern erzielt werden.
Der Standort Oberösterreich erarbeitet seit einigen Jahren mit bedarfsorientierten, zielgerichteten Strategiekonzepte, die erfolgreich
umgesetzt werden. Um langfristig den Globalisierungsherausforderungen standhalten zu können, sollte sich die zukünftige FTI-Politik
verstärkt auf den Bereich der Humanressourcen, die künftig von zentraler Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region sein
werden, konzentrieren. Auch strategische Allianzen mit anderen Ländern, mit dem Bund und auf europäischer und internationaler
Ebene unterstützen Regionen und geben ihnen die Chance, die Globalisierung und den Strukturwandel zur nachhaltigen
Weiterentwicklung regionaler Wirtschaftsstrukturen und Wertschöpfungsmuster zu nutzen.
Globalisierung – Sicht der Unternehmen
Die Frage nach der richtigen Standortentscheidung eines Unternehmens steht in enger Verbindung mit der Strategieformulierung.
Von besonderer Wichtigkeit für Unternehmen ist die aktive Einbindung in Netzwerke.
Aber auch
die Kreativität um neue Idee zu entwickeln und zur Marktreife zu führen, ist ein wichtiger Faktor der Wettbewerbsfähigkeit.
Unternehmen sind aufgefordert, ihre Mitarbeiter verstärkt in den unternehmerischen Prozess zu integrieren, um eine starke
Identifikation mit den Unternehmenszielen zu fördern. Gelingt dies, so können bewusste und unbewusste Kundenwünsche leichter
erkannt und in Form entsprechender Produkte und Dienstleistungen umgesetzt werden.
Diversität in den Mitarbeitern im Sinne von unterschiedlichsten Ausbildungsrichtungen oder Herkunft eröffnet den im
Innovationsprozess so wichtigen breiten Zugang Probleme aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfassen und entsprechende Lösungen
zu entwickeln. Außerdem ist es für die Generierung von Innovationen förderlich, wenn die F&E-Abteilungen eines Unternehmens dem
Wettbewerb ausgesetzt werden.
Die mit der Globalisierung einhergehenden veränderten Wettbewerbsbedingungen verlangen somit Multiperspektivität, radikale
Eigenverantwortung und Optimismus, sowie die Fähigkeit des Systemdenkens. Gerade im Bereich des Forschungsschwerpunktes
Logistik gelten Prozessinnovationen als maßgebliche Erfolgsfaktoren. Sie bieten ein großes Potenzial zur Steigerung der
Wirtschaftlichkeit und Ertragskraft vieler Unternehmen und lassen sich erfahrungsgemäß in Netzwerken am besten umsetzen. Die
Stärkung der Kompetenz durch Netzwerke Faktor zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit.
Ein entsprechendes Umfeld in das Unternehmen eingebettet sind, gilt für Innovationen als notwendige, aber nicht hinreichende
Bedingung. Ebenso wichtig sind die Organisationsstrukturen auf unternehmerischer Ebene zur Generierung neuen Wissens.
Mittelfristig ist zu erwarten, dass das „Abarbeiten“ von Routinetätigkeiten nicht ausreichend zum wirtschaftlichen Erfolg eines
Unternehmens beitragen wird. Vielmehr erscheint es notwendig „Erfahrung“ als zentrales Wirtschaftsgut den Kunden zu Verkaufen.
Die Welt durch die Augen der Kunden zu sehen und so deren Bedürfnisse zu erkennen noch bevor diese sie selbst erahnen verlangt
eine äußerst hohes Maß an Kreativität und ist ein maßgebliches Erfolgskriterium für global agierende Unternehmen.
Working Group 3
Climate change and risk governance - the role of research, science and innovation
GABRIEL Irene, Österreichische Delegierte zum EU-Rahmenprogramm "Umweltforschung", Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Wien, Chair
GERTEN Dieter, Senior Researcher, Abteilung Globaler Wandel und Natürliche Systeme, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Potsdam
KÖRNER Christian, Head, Section Plant Ecology, Institute of Botany, University of Basel
KROMP-KOLB Helga, Leiterin des Instituts für Meteorologie, Universität für Bodenkultur Wien
PRÖBSTL Ulrike, Professorin, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), Universität für Bodenkultur Wien
SMITH Duane, President, Inuit Circumpolar Council (Canada); Vice President, Inuit Tapiriit Kanatami (ITK), Inuvik
STERNER Thomas, Professor of Environmental Economics, School of Business, Economics and Law, Göteborg University
BEGUSCH-PFEFFERKORN Karolina, Abteilung II.4 - Umweltsystemwissenschaften, ForschungsBildungsKooperation,
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, Wien, Coordination

Climate Change and Risk Governance are topics of high global political relevance. During the last year, the prominent Stern report and
the 4th IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) Assessment reports have triggered a worldwide discussion on climate
change issues. The “Review on the Economics of Climate Change” from Sir Nicholas Stern, former Chief Economist of the World Bank,
predicts high economic future costs (up to 20% GDP) for society if climate change continues at the present rate. The cost of
significant climate policy to avoid these losses is quantified at 1% of GDP. The IPCC Assessment report predicts global warming up to
6,4°C by 2100 depending on the emission scenarios.
This workshop offered a platform for information on and discussion of pressing climate change issues, risk being a central element to
most issues related to climate change. The first half of the workshop focused on facts about climate change, the need for policy and
the design of appropriate policy instruments. The second half emphasised geographical regions highly sensitive to climate change, the
polar region and the alpine region.
Helga Kromp-Kolb gave insight on the variety of trends and impacts of climate change. Temperature rise and warming effects will
differ geographically with highest warming over land and at most high northern latitudes. Snow cover will decrease and extreme
weather events such as heat waves, heavy precipitation events and droughts will increase. High uncertainties accompany future
climate predictions, which are due to the possible developments of socio-economic issues. Like Stern, Kromp-Kolb states the positive
message in this collection of bad news: humanity can shape its future climate by its actions. Dieter Gerten pointed out the fragility of
the Earth water system in particular in regard to increasing world-wide population. Climate change enhances local water scarcity. Our
future behaviour will decide whether we will face a global water crisis in the 21st century or find sustainable ways to manage our
water resources.
It is a challenge for the political system to design the appropriate policy instruments to address climate change and its impacts.
Thomas Sterner presented the broadness of possible policy instruments and argued that the most effective existing instrument for
reducing greenhouse gas emissions in Europe is gasoline taxes. The comprehensive Stern Review has moved up climate change
damage costs by a factor 10 relative to earlier quantifications, making the economic motivation for stringent climate policy all the more
evident.
A regional focus was taken by Duane Smith, the President of the Inuit Circumpolar Council of Canada. The situation of the Inuit and
other indigenous peoples of the northern polar region is strongly impacted by the disappearance of the ice and marine species -
effects of climate change. The social response of the Inuit has been international networking, e.g. through the Arctic Net and the Arctic
Council, the gain of scientific knowledge and risk management. Initiatives such as the International Polar Year support these
developments.
Problems in alpine regions due to climate change were highlighted from two very different angles. Christian Körner demonstrated
impressively how important a functionally diverse, intact vegetation cover is as the only safeguard of soils on slopes. He argued that
the changing atmospheric chemistry and related nitrogen fertilisation influences alpine vegetation composition stronger than climate
change. This may cause a shortage of space for existing vegetation and may result in biodiversity loss. Ursula Pröbstl focused on winter
tourism problems related to climate change. Her work has shown that snow availability is the most important driver for a choice of
destination, however, technical snow is not appreciated by tourists.
The vivid discussion of the workshop participants addressed among others the tabu topic of population growth as driver of
environmental problems in addition to climate change, e.g. the global water scarcity or false spatial planning. Wealth increase
worldwide was seen as one solution for reducing population growth. Another discussion point of strong interest and controversy
focused on the efficiency of gasoline taxes and the path dependence of suitability of other policy instruments. If you once introduce
gasoline taxes, people move to smaller cars, drive shorter distances and finally accept future tax increases more easily.
Science, Research and Innovation contribute significantly to comprehend the complexity of Climate change and its effects on nature
and society, to understand its causes and processes and to find problem solutions. Science and Research play an important role in
developing future visions and innovative problem solving concepts necessary for future climate protection and societal adaptation
strategies to climate impact.
Arbeitskreis 4
Neue Initiativen und Modelle des 7. EU Forschungs-Rahmenprogramms zur Stärkung der
europäischen Wettbewerbsfähigkeit - Europäische Technologieplattformen aus österreichischer
und europäischer Sicht
GRASSEGGER Evelinde, Leiterin der Abteilung III.I4 - Mobilitäts- und Verkehrstechnologien,
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien, Arbeitskreisleitung
PEPERNA Otto, Leiter der Abteilung C1.12 - Internationale Forschungs- und Technologiekooperationen,
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Wien, Arbeitskreisleitung
AFFENZELLER Josef, Koordinator nationaler und internationaler Forschung, AVL List GmbH; Geschäftsführer, Akustikkompetenzzentrum (ACC), Graz
FLORES ANOVER Leonardo, Project Officer, Unit G.3 - Embedded Systems and Control, Information Society and Media Directorate-General, European Commission, Brussels
GREIMEL Martin, Koordinator der österreichischen "National Support Group", Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), Wien
RAINER Bernd Walter, Policy Officer, Directorate F.5 - Health Biotechnology, Directorate-General for Research, European Commission, Brussels
SCHWAB Peter, Leiter der Forschung, voestalpine Stahl GmbH, Linz
WEISS Werner, Managing Director, Department for Solar Components and Systems, AEE - Institute for Sustainable Technologies, Gleisdorf
WIESMÜLLER Michael, Associated Consultant, A.T. Kearney, Vienna
ZATLOUKAL Kurt, Professor, Institute of Pathology, Medical University of Graz
HERLITSCHKA Sabine, Bereichsleiterin, Europäische und Internationale Programme, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG), Wien, Resümee
BAUER Ingrid, Leiterin des Referats Energie, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG), Wien, Arbeitskreisbetreuerin

Eine der neuen Initiativen zur Stärkung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit Europas sind die Europäischen
Technologieplattformen (ETPs), welche bereits im 6. EU Forschungs-Rahmenprogramm (RP) initiiert wurden und im 7. RP zur
Steigerung der Industriebeteiligung weiter entwickelt werden.
Der Arbeitskreis konzentrierte sich auf aktuelle Aspekte, die praktische Relevanz der ETPs und der daraus entstehenden gemeinsamen
Technologieinitiativen („Joint Technology Initiatives“ - JTIs) für involvierte österreichische Institutionen, Unternehmen und
Forschungseinrichtungen.
Auf Grundlage der Beiträge und Diskussionen sollen Maßnahmen zur weiteren Stärkung der zukünftigen österreichischen Beteiligung
hinsichtlich der Implementierung von ETPs bzw. der Umsetzung der 2007/2008 anlaufenden JTIs erarbeitet werden.

Nachfolgend sind die wesentlichen Themenschwerpunkte des Arbeitskreises zusammengefasst:
− Der aktuelle Entwicklungsstand betreffend Planung und Implementierung der gemeinsamen Technologieinitiativen (JTIs):
     Modelle, Erfahrungen und Ausblick auf weitere Entwicklungsschritte
− Nutzen, Hebelwirkungen und Herausforderungen für österreichische Unternehmen und Forschungsorganisationen sowie
     Mehrwert der ETPs und JTIs
− Strategische Aspekte einer Beteiligung österreichischer Unternehmen und Forschungsorganisationen an den europäischen
     Technologieplattformen und JTIs
− Die Rolle des Forschungsumfeldes: Europäische Kommission, Ressorts, Forschungsförderungsorganisationen. Bewertung der
     Entwicklungen seit der ETP-Konferenz 2006 in Wien
− Diskussion von Maßnahmen im Sinn der weiteren Steigerung der österreichischen Beteiligung an JTIs und europäischen
     Technologieplattformen
Arbeitskreis 4 wurde gemeinsam vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, dem Bundesministerium für Verkehr, Technologie
und Innovation und der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft/Bereich Europäische und Internationale Programme
veranstaltet.
Weitere Informationen bei:
Dr. Sabine Herlitschka
FFG – Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft/ Bereich Europäische und Internationale Programme (EIP)
sabine.herlitschka@ffg.at
DI Otto Peperna
Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit/Abt. für internationale Technologie- und Innovationsangelegenheiten
otto.peperna@bmwf.gv.at
Working Group 5
The end of IT-innovation - the growth opportunity for Europe?
MÜLLER Hans, Mitglied des Vorstands, Future Network, Wien, Chair
CHROUST Gerhard, Institutsvorstand, Institut für Systems Engineering and Automation, Johannes Kepler Universität Linz
FRICKO Anton, Program Manager Emerging Technologies, IBM Austria, Vienna
GAUSS Richard, Leiter der Abteilung II.5 - Arbeit, Soziales, Gesundheit und Pensionen, Bundesministerium für Finanzen, Wien
HAHN Georg, Geschäftsführer, Raiffeisen Software Solution und Service GmbH, Wien
HELD Barbara, Referat IDABC - Europäische eGovernement Services, Generaldirektion Informatik, Europäische Kommission, Brüssel
MÜLLER Hartmut, Geschäftsführer, Raiffeisen Informatik GmbH, Wien
PRENTICE Stephen, Vice President and Distinguished Analyst, Gartner UK Limited, Egham
QIAN Xie, Standardization Development Research Center, China Electronics Standardization Institute (CESI), Beijing
HILLEBRAND Thomas, PwC PricewaterhouseCoopers GmbH, Wien, Coordination

Besides consumerization that will influence the behaviour of companies, we do not expect ground breaking new innovations in
Communication and Information Technology in the near future. New innovations will be only by using and combining existing
technologies, respectively by further changed behaviour in communications and cooperation.
From the scientific point of view, information technology will further speed up, allowing more complex programming. This will lead to
further acceleration of business processes and optimization. Due to the global network, global business will be common and
information acquisition will cause lifetime training and educational processes. Opportunities especially for small and medium
enterprises will benefit from these developments. Governmental funding would be desired, a regulatory framework is required.
Impacts of society will play a major role.
Today companies are dependent on almost monopolistic proprietary software licence models, paid to companies in the US.
Prerequisites to break up this monopoly are open standards and open architectures based on Open Source Software. Money for
licenses could be invested in local services, strengthening Europe’s economy.
Additionally this would lead even to more competition, lowering prices and giving companies a variety of options for the future. Finally
this would also lead to a balance of power between US and Europe.
What we should expect from different stakeholders:
− From local governments and politicians we would expect to set a good example in promoting and using Open Source Software,
     developing an Open Source Software-strategy. This would help to speed up and guide to more Open Source Software usage.
     panEuropean government projects would be one good example.
− We also would advise using Open Source Software in the fields of education. This would not only meet manufacturer’s neutrality
     but also would increase the independence of suppliers in a medium term time range. This would also open the creative mindset
     of the younger generation for future innovation.
− Furthermore we would expect to set up a legal framework to have legal certainty, giving more trust to the user community.
− As a prerequisite we would expect more interoperability by defining and using open, standardized protocols and interfaces. This
     would ease integration and facilitate migration.
− From the business side we would like to encourage more companies to use Open Source Software products and to participate
     within Open Source Software-communities. To migrate from proprietary products (e.g. operating system, database) to Open
     Source Software could be the oilfields of the IT-industry in Europe.
Arbeitskreis 6
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Mobilität - die Herausforderung an die
Infrastruktur und den Individualverkehr
ENGLEDER Bernhard, Stadt Wien, Dienststellenleiter MA 28; Vorsitzender des Lenkungsausschusses, ITS Vienna Region, Wien, Arbeitskreisleitung
REICHHOLD Mathias, Vorstand, ASFINAG - Autobahnen- und Schnellstraßen- Finanzierungs- AG; Präsident, ATTC - Austrian Traffic Telematics Cluster, Wien, Arbeitskreisleitung
FASSNAUER Michael, Geschäftsführer, meteomedia gmbh, Wien
HERRY Max, Geschäftsführer, HERRY Consult GmbH - Büro für Verkehrsplanung, Wien
KRANZL Christa, Staatssekretärin, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien
SCHENZ Richard, Regierungsbeauftragter für den Kapitalmarkt und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich;
Präsident, GSV - Österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, Wien
SCHEUERER Klaus, Representative of the Board for Traffic and Environment, BMW AG, Munich
STRIGL Alfred W., Geschäftsführer, ÖIN - Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung, Wien
WILHELM Werner, Vorstand, Engineering Forschung und Entwicklung, MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik AG & Co KG, Graz
HUFNAGL Hartwig, Generalsekretär, ATTC - Austrian Traffic Telematics Cluster, Wien, Arbeitskreisbetreuer

Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche 07 veranstalten ITS Vienna Region und der Austrian Traffic Telematics Cluster ATTC
am Freitag, den 24.August 07, den Arbeitskreis 6 „Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Mobilität - die Herausforderung an die
Infrastruktur und den Individualverkehr“. Ziel des Arbeitskreises ist es, in drei Themenkreisen die verschiedenen Perspektiven des
Spannungsfelds „Klima und Mobilität“ zu umreißen und Szenarien für die Zukunft zu skizzieren.
Staatssekretärin Christa Kranzl: „Globales Handeln ist jetzt notwendig“
Für Staatssekretärin Christa Kranzl sind eine ernsthafte Diskussion und ein europäisches Handeln von höchster Priorität. „Mittlerweile
ist nachgewiesen, dass der Mensch ein bedeutender Mitverursacher der aktuellen Klimaverhältnisse und Trends ist. Mobilität muss
daher neu gedacht und gestaltet werden!“, stellt Kranzl fest.
Kranzl sieht eine Kombination von zahlreichen Maßnahmen auf globaler Ebene erforderlich, um die ambitionierten Ziele des Kyoto-
Protokolls zu erreichen – insbesondere auch im Verkehrsbereich. Dabei geht es etwa um Innovationen im Energiebereich
(Passivhäuser, Antriebstechnologien...), um eine nachhaltige Raumplanung, um Kostenwahrheit sowie um die Verlagerung des Modal
Split hin zu umweltfreundlichen Verkehrsmitteln.
Ein europäischer Verkehrstelematik-Aktionsplan und eine enge Kooperation aller Akteure sind hier ebenso ein Thema, wie der gezielte
Ausbau von Wasserstraßen und Schieneninfrastruktur. Bei den Wasserstraßen ist Österreich EU-weit führend, bis 2010 werden 6,4
Milliarden € in den Ausbau der Schiene investiert, der neue Klima- und Energiefonds ist mit 500 Millionen € ein starkes
zukunftsweisendes Signal für Forschung und Entwicklung.
„Ich sehe uns auf dem richtigen Weg. Erfolgreich kann letztendlich nur ein Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft, Forschung,
Infrastrukturbetreibern und nicht zuletzt von uns allen als Verkehrsteilnehmer, Energieverbraucher und Konsumenten sein.“, so
Staatssekretärin Christa Kranzl abschließend.
Themenkreis 1: Infrastrukturbetreiber
Extreme Wetterausprägungen und mit ihnen Hochwasser, Stürme, Erdbeben oder Erdrutsche treten infolge des Klimawandels immer
häufiger auf. Diese neuen Bedingungen stellen die Betreiber von Verkehrsinfrastruktur vor große Herausforderungen, die rasch und
effizient gelöst werden müssen.
Für den Verkehrsplaner Dr. Max Herry gibt es 3 wesentliche Maßnahmenbereiche: Weniger Fahrzeug-km, umweltfreundliche
Verkehrsmittelwahl und effizientere Energienutzung.
Denn nach wie vor verlaufen so gut wie alle Trends zugunsten des MIV und das Kyoto-Ziel ist in weiter Ferne: Der Güterverkehr
wächst stärker als das Wirtschaftswachstum, Ein-Personen-Haushalte nehmen massiv zu (in Salzburg derzeit bereits 45%),
Motorisierungsgrad, Wegelängen, Freizeitverkehr und Erledigungswege steigen nach wie vor massiv.
Neben dem gezielten Infrastrukturausbau haben für Herry vor allem monetäre und regulative Maßnahmen, Bewusstseinsbildung
sowie Telematik das größte Potenzial, die aktuellen Trends zu brechen. Die entscheidende Basis ist für Herry eine „langfristige,
kontinuierliche und umsetzungsorientierte“ Verkehrspolitik.
Mag. Michael Fassnauer, Geschäftsführer der Meteomedia GmbH, unterstreicht die Wichtigkeit von vernetzten und dynamischen
Detektions-, Informations- und Warnsystemen sowie entsprechender Organisationsstrukturen. Zahlreiche Maßnahmen werden derzeit
realisiert, um die bestehende Infrastruktur möglichst vor Schäden infolge unmittelbarer Naturkatastrophen zu bewahren,
Verkehrsteilnehmer rechtzeitig zu informieren und zu sichern und die Mobilität auch in Krisenfällen zu garantieren. Erst dadurch
werden eine objektive Verkehrsmittel- und Routenwahl und eine ökologische Mobilität in der Praxis möglich.
Themenkreis 2: Individualverkehr
Die Schuldfrage des Klimawandels wird nach wie vor heftig diskutiert. Für das wichtigste Treibhausgas CO2 ist der Straßenverkehr
allerdings Hauptverursacher in Österreich. Von zentraler Bedeutung ist daher die Frage, wie sich Verkehrsaufkommen,
Antriebstechnologien, Gewichts- und Materialoptimierung oder Kraftstoffe in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden.
Werner Wilhelm, MAGNA-Vorstand für Engineering, Forschung und Entwicklung zeigt in seiner Rede die rasante Veränderung von
Transportwegen, Technologien, Werten und Denkstrukturen auf. Als zentrale Innovationsfelder sieht er Emotionen, Ökologische
Technologien, Produktionsprozesse und intelligente Sicherheitssysteme. Wilhelm betont abschließend die effiziente Zusammenarbeit
von Bildung, Politik und Wirtschaft und wie hoch die notwendig die rasche Umsetzung von Maßnahmen und Technologien ist.
Der Representative of the board for Traffic and Environment von BMW, Dr. Klaus Scheuerer, stellt fest, dass in Umfragen die
Verantwortung für Umweltschutz im Verkehrsbereich primär den Fahrzeugherstellern zugerechnet wird, auch wenn die realen CO2-
Emissionen durch Innovation und Optimierung durchaus geringer sind. Den größten ökologischen Hebel sieht Scheuerer dabei
aufgrund der Stückzahlen in der unteren Mittelklasse. BMW konnte seit 1990 den Flottenverbrauch mit dem Maßnahmenpaket um
30% reduzieren. Laut Scheuerer können Hybridsysteme ihre Vorteile vor allem im urbanen Gebiet ausspielen. BMW setzt vielmehr
auf “Efficient Dynamic”, also auf Antriebsoptimierung, Energiemanagement und Gewichtsreduktion sowie langfristig auf
Wasserstoffantriebe.
Themenkreis 3: Verkehrspolitik und Verkehrsmanagement
Wie schnell und in welchem Ausmaß sich die einzelnen Maßnahmen, Technologien und Innovationen etablieren, hängt maßgeblich
von den Strategien, Fördermaßnahmen und Ambitionen der politischen Entscheidungsträger ab. Vor allem entsprechende
Organisationsstrukturen sind für den Aufbau von intermodalen, dynamischen und großräumigen Verkehrsinformationssystemen von
zentraler Bedeutung.
GSV-Präsident Dr. Richard Schenz betont in seiner Rede, dass nur 0,5 bis 1,5 % des Treibhauseffektes vom Menschen verursacht
werde und daher vom Menschen beeinflusst werden können. Hiervon entfallen in einem Land mit hohem Motorisierungsgrad ein
Fünftel auf verkehrsbedingte Emissionen. Dennoch müssen auch im Verkehr Klimaschutzmaßnahmen gefordert und gefördert
werden. Schenz spricht sich für Anreize zugunsten der Schiene und der Binnenschifffahrt, für Optimierungen im
Straßenverkehrsbereich sowie für realistische und auch einhaltbare Grenzwerte aus – allerdings sollte dabei nie die wirtschaftliche
Verhältnismäßigkeit übersehen werden.
In der folgenden Diskussion kristallisiert sich der zentrale Punkt heraus, dass es sich beim Ökosystem nicht um ein „Fass“, sondern
vielmehr um eine „Waage“, also ein Gleichgewichtssystem handelt. Daher kann man die Notwendigkeit von Maßnahmen nicht an
dem Ausmaß der Grundgesamtheit messen.
Für DI Dr. Alfred Strigl vom Österreichischen Institut für nachhaltige Entwicklung geht es um das konkrete vielfältige Handeln, um das
Überwinden der Trägheit anstelle von weiteren Konzepten – Basis dafür ist ein sich rasch entwickelndes neues Bewusstsein für
nachhaltiges Handeln, Konsumieren, Reisen oder Investieren. Dieses Bewusstsein entwickelt sich in den letzten Jahren nach einer
langen Zeit der Stagnation massiv.
Abschließend präsentiert DI Hans Fiby das Projekt ITS Vienna Region (www.its-viennaregion.at).
Der Schwerpunkt des Arbeitskreises 6 muss sich somit auch in der Praxis fortsetzen: Die Diskussionen rund um die aktuelle Situation,
Schuldfragen und diverse Ziele müssen zunehmend in den Hintergrund treten – nun geht es darum, mit neuem Bewusstsein die
zahlreichen Konzepte in Form konkreter Maßnahmen umzusetzen.
Die Organisatoren des Arbeitskreises:
ATTC – Austrian Traffic Telematics Cluster
Der "ATTC - Austrian Traffic Telematics Cluster" wurde im Jahr 2003 auf Initiative der ASFINAG als Verein zur Förderung der Telematik
gegründet. Im Interesse der österreichischen Volkswirtschaft hat sich der aus 16 namhaften Österreichischen Unternehmen aus
Forschung, Wirtschaft und Industrie bestehende Cluster zum Ziel gesetzt, sowohl an der Weiterentwicklung als auch an der
praxisnahen Umsetzung neuer Technologien auf dem Gebiet der Telematiksysteme für das Verkehrswesen zu arbeiten.
ITS Vienna Region
ITS Vienna Region ist ein eigenständiges Projekt im VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) und wurde 2006 von den Ländern Wien,
Niederösterreich und Burgenland gegründet. Das ITS-Team baut bis 2009 einen intermodalen Verkehrsdaten-Pool und in der Folge
ein regionales, dynamisches und intermodales Verkehrslagebild für die Vienna Region auf. ITS Vienna Region kooperiert dabei eng mit
regionalen und nationalen Verkehrsunternehmen. Gleichzeitig ist ITS Vienna Region auch Partner bei der Entwicklung von
Verkehrstelematik-Services und in zahlreiche Forschungsprojekte involviert – unter anderem beim Projekt „VIP Vienna Region“, das in
der Programmlinie „I2-Intelligente Infrastruktur“ des BMVIT gefördert wird.
Rückfragehinweis:
ITS Vienna Region                               ATTC – Austrian Traffic Telematics Cluster
DI Klaus Heimbuchner                            Mag. Hartwig Hufnagl
+43-1 581 30 60                                 +43-1 512 51 73
klaus.heimbuchner@its-viennaregion.at           hartwig.hufnagl@asfinag.at
www.its-viennaregion.at                         www.attc.at
Arbeitskreis 7
Design by nature - der Beitrag der Natur zum industriellen Fortschritt
WIMMER Rupert, Professor, Institut für Holzforschung, Universität für Bodenkultur Wien, Arbeitskreisleitung
FRANEK Friedrich, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter, AC²T research GmbH - Österreichisches Kompetenzzentrum für Tribologie, Wiener Neustadt
GEBESHUBER Ille, Universitätsassistentin, Institut für Allgemeine Physik, Technische Universität Wien
HINTERWALLNER Markus, Leiter Business Development, Eybl International AG, Krems
NAUER Gerhard, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter, ECHEM Kompetenzzentrum für angewandte Elektrochemie GmbH, Wiener Neustadt
OELLER Karl-Heinz, Vorstand, Internationales Bionik-Zentrum, Stiftung für Bionik, Saarbrücken
SPECK Thomas, Professor für Funktionelle Morphologie und Bionik, Direktor des Botanischen Gartens, Plant Biomechanics Group,
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
ZEPPELZAUER Claus, Bereichsleiter Unternehmen & Technologie und Geschäftsfeldleiter Technopole,
ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH, Tulln, Arbeitskreisbetreuer

Pflanzen und Tiere haben sich bereits seit langen als hervorragende Ideengeber für innovative bionische Produkte bewährt. Bionik beschäftigt sich
mit der Entschlüsselung von „Erfindungen der belebten Natur“ und ihre innovative Umsetzung in der Technik. Das Wort Bionik leitet sich aus den
Begriffen Biologie und Technik her, wodurch schon eine grundsätzliche Definition der Forschungsrichtung gegeben ist. Es handelt sich hierbei
nicht um eine direkte Übertragung, sondern um ein kreatives Umsetzen in die Technik, d.h. um ein durch die Natur angeregtes „Neuerfinden“,
das in der Regel über mehrere Abstraktions- und Modifikationsschritte abläuft. Bionik ist ein hochgradig interdisziplinäres Forschungsgebiet.
Innovative technische Entwicklungen im Bereich der Oberflächentechnologie haben die Natur als Vorbild. Der Wunsch nach einer „makellosen“
Weste - fleckenfrei, was auch immer passiert - wird in der Pflanzenwelt oft realisiert. Wassertropfen perlen von der Oberfläche des Blattes ab und
nehmen jedes Körnchen Verschmutzung mit. Diese Selbstreinigung einer biologischen Oberfläche wurde in den neunziger Jahren hinsichtlich der
physikalisch-chemischen Grundlagen als „Lotus-Effekt“ beschrieben, hilft unterschiedlichen Pflanzen wie Schilfrohr, Tulpen, Kapuzinerkresse , ihre
Blätter sauber zu halten und die Photosynthese ungestört ablaufen zu lassen. Dieser Effekt basiert auf einer besonderen Oberflächenstruktur, die
nur sehr geringe Adhäsionskräfte zwischen den Molekülen der Flüssigkeit und der Oberfläche zulässt, sodass die Kohäsionskräfte innerhalb der
Flüssigkeit selbst bei Substanzen mit geringer Oberflächenspannung diese Adhäsionskräfte deutlich überwiegen – es findet daher keine
Benetzung der Oberfläche statt.
Durch eine geeignete Kombination von nano-skaligen und mikro-skaligen Strukturen auf einer Oberfläche kann der Lotus-Effekt auch für
unterschiedliche Medien realisiert werden.
Auf Glasoberflächen konnte dieser Effekt bereits technisch realisiert und für selbstreinigende große, architektonisch eingesetzte Glasscheiben
genutzt werden. Im Bereich der Textilien für die Automobilindustrie kann der Lotus-Effekt für schmutzabweisende Textilien eingesetzt werden. Mit
dem Einsatz von Nanotechnologie ist die Textilindustrie auf dem Weg zu Quantensprüngen.
Noch nicht zum Alltag gehört die tribologische Aufgabenstellungen aus der Sicht natürlicher Vorbilder zu bearbeiten. Der Systemansatz im
Zusammenhang mit Reibung und Verschleiß ist selbst erst relativ spät in das Bewusstsein der Techniker und Wissenschafter gedrungen
(„Tribologie“, 1966). Ohne die generelle tribo-bionische Sichtweise einzuschränken, muss doch festgestellt werden, dass diesbezügliche Vorbilder
der Natur sich jeweils in ihrer ganz spezifischen Umgebung bewähren. Dies betrifft insbesondere thermische Situationen oder mechanische
Gegebenheiten (Beanspruchungen). Werden diese jeweiligen Bedingungen – man könnte sie tribologisches Biotop nennen –, innerhalb derer
zumeist eine erstaunliche Fehlertoleranz besteht, nicht eingehalten, so ist das Versagen des Systems naheliegend.
Mittels Biomineralisation können sich Algen Häuser aus Glas bauen, Bakterien produzieren präzise, magnetische Kristalle. Für den sehr großen
Bereich der Strukturmaterialien (Polymere, Composites, Keramiken) stellt die „Bio-Inspiration“ für Materialwissenschaften eine wichtige Quelle
neuer Möglichkeiten dar.
Der Bionik Ansatz wird nicht nur in der Technik, sondern auch im modernen Management verwendet. Das neue Paradigma des Lernens von der
Natur im Management kann nicht nur zu Wettbewerbsvorteilen führen, sondern neue Lösungsansätze und Möglichkeiten bei der Gestaltung von
Innovationsprozessen bringen. Die Analogie-Bionik bei sozialen Systemen ist jedoch problematisch, da Gefahr der Beliebigkeit vorhanden ist. Die
Natur hat die beste Steuerung für komplexe nicht vorhersehbare Umfeldentwicklungen „gefunden“: das menschliche Zentralnervensystem.
In der Natur realisierte Lösungen bieten interessante Ansätze für tribologische Aufgabenstellungen. Hinsichtlich der Übertragbarkeit müssen diese
Lösungen ohne falsche Euphorie kritisch hinterfragt werden.
Die Bionik ist Zusatz, nicht Ersatz. Traditionelles Konstruieren durch Ingenieure wird weiterhin die Grundlage technischer Entwicklungen bleiben.
Bionik kann und soll diese etablierte und bewährte Vorgehensweise nicht ersetzen. Die Bionik bietet Anregung, keine Patentrezepte. In der Natur
sind viele Probleme gelöst, die als analog zu technischen Problemen angesehen werden können. Die vielfältigen Lösungsvorschläge der Natur
sollen als Ideenreservoir zur (Weiter-)Entwicklung von Technologien und Produkten genutzt werden. Die evolutionäre Orientierung auf die
Optimierung eines Systems unter bestimmten Randbedingungen kann nicht für quasi beliebige Applikationen allgemein übernommen werden.
Natürliche und technische Parallelentwicklungen sind nicht Bionik. Oftmals wurden in der Vergangenheit ohne jegliche Vorkenntnis der Natur
Problemlösungen in der Technik entwickelt, die in ihrer Funktion und teilweise auch ihrer Form natürlichen Gebilden mit ähnlichen Aufgaben
verblüffend ähneln. Solche Lösungsanalogien sind das Ergebnis von Parallelentwicklungen ohne wissenschaftlichen Erkenntnistransfer von der
Biologie in die Technik und haben nichts mit Bionik zu tun.
Die Bionik ist nicht per se „ökologisch“ oder „umweltverträglich“. Nachhaltigkeit ist zwar ein intrinsisches Ziel bionischer Forschung, aber bionische
Produkte können auch mit Materialien hergestellt werden, die keine gute Ökobilanz besitzen.
− Lotus-Effekt ist der „Leuchtturm“, aber viele andere Lösungen sind im Kommen
− „Bottom-up“ und „Top-Down“, beide Ansätze sind wichtig, Mix von 1:2
− Schwerpunkte: Materialien, Leichtbau, Oberflächen, Grenzflächen, Tribologie
− Phasenmodelle: Vorbild/Analogie – Abstraktion – neue Lösung, Phasen sollen Hand in Hand gehen: Interdisziplinarität und Kommunikation
− „Design by Nature“: nicht nur „technische“ Lösungen, übertragbar in Management, Innovationen, Logistik
− Bionik ist auch ressourcenschonend
− Bionik überwindet alte Grenzen der alteingesessener Forschungsrichtungen
− Design by Nature „Von Makro bis Nano“
Arbeitskreis 8
Smart Wellbeing
GOEBL Reinhard, Leiter der Abteilung III.I5 - Informations- und industrielle Technologien, Raumfahrt,
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien, Arbeitskreisleitung
HENF Frieder, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Technologie-Region K.E.R.N. e.V., Rendsburg
LISCHKA Günter, Head of Customer Marketing, ONE GmbH, Vienna
LUKOWICZ Paul, Vorstand, Institut für Technische Informatik und Kommunikationstechnik,
Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik, Hall in Tirol
RADERMACHER Franz-Josef, Leiter des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung/n (FAW/n), Ulm
THIE Jan, Senior Project Manager, Department for Technology and Accessibility, Vilans, Utrecht
WINTLEV-JENSEN Peter, Head of Sector, eInclusion, Information Society and Media Directorate-General, European Commission, Brussels
AIGNER Walter, Vorstand, HiTec Marketing, Wien, Arbeitskreisbetreuer

“Was ist neu an den Neuen Alten?“ und „Wie kann eine missionsorientierte Technologiepolitik darauf abstellen?“ - diese Fragen
standen am Beginn des Arbeitskreises „Smart Wellbeing“. Die Dramaturgie stellte den Spannungsbogen zwischen der Avantgarde und
internationalen Erfahrungen mit missionsorientierter Technologiepolitik her. Beispiele erfolgreicher Innovationen im Segment der nicht
mehr berufstätigen „Neuen Alten“, sowie strategische Roadmaps ausgewählter österreichischer Akteure in Forschung und Industrie
rundeten den Tag ab. Die erfolgreiche Orientierung an den Chancen des demographischen Wandels ist ein gesamtgesellschaftlicher
Prozess. Wie erfolgreiche Beispiele zeigen muss der demographische Wandel zur Chefsache insb. auf Ebene der Regionen werden.
Zentrale Bedeutung kommt Fragen des „Wie startet man diesen Prozess?“ und der Rolle von Bundesakteuren zu.
Mit einem Altenanteil von fünfunddreißig Prozent wird unsere Gesellschaft zweifellos bald anders sein als heute. Wie Mikrozensus-
Auswertungen zeigen, hat sich das Segment bis 75 Jahre schon heute drastisch verändert. Wir haben zehn gesunde Jahre dazu
gewonnen und unterscheiden uns in vieler Hinsicht von unseren Großeltern mit 65 oder 75. Und was Innovationen betrifft treten die
„neuen Alten“ durchaus fordernd und selbstbewusst auf. Dieser Trend wird sich fortsetzen.
Das Wissen und der selbstbewusste Umgang mit Computern wird bereits aus dem Berufsleben und aus Freizeitanwendungen
mitgebracht. Vor allem chronisch Kranke wissen aus special-interest Foren (SIGs) im Internet bereits heute häufig mehr über neue
Hilfen und neue Dienste als gute Ärzte. Die Anzahl der Hochbetagten wird sich gar vervierfachen. Einige davon werden nicht nur ihre
praktischen Ärzte in punkto Wissen ordentlich fordern, sondern ebenso Tourismusanbieter, Kultur und Freizeitindustrie, mobile Pflege,
Nachbarn und Angehörige.
Intensität und Dynamik der IKT-Forschung bleiben noch länger unverändert aufrecht. IKT-Forschung beeinflusst direkt auch die
Forschung in zahlreichen anderen Forschungsdisziplinen wie etwa Analysen des FWF zeigen. Zweites Faktum ist der Wunsch von mehr
als vier Fünftel der Europäer, so lange wie möglich in den eigenen, vertrauten vier Wänden zu leben. Um diesen zentralen Wunsch
erfüllen zu können wurde in sechzehn Mitgliedsländern der Europäischen Union eine technologiepolitische Initiative zur Förderung
von IT-basierten Produkten und Diensten vorbereitet. Gegenwärtig wird das Programm „Ambient Assisted Living“ in einem
Kodezisionsverfahren mit dem Europäischen Parlament (§ 169) verhandelt. Die großen nationalen Unterschiede in der Infrastruktur
und im täglichen Umgang mit Senioren bilden eine besondere Chance und legen ein vorerst bilaterales bzw. transnationales
Vorgehen nahe. Die Generaldirektion Informationsgesellschaft (DG INFSO) wird sich finanziell dem transnationalen Förderprogramm
der Mitgliedsstaaten anschließen.
Die Unterschiede im nationalen Kontext stellen eine Herausforderung für neue, missionsorientierte Technologiepolitik dar und zeigen
sich zum Beispiel folgendermaßen: Finnland hat nur ein Fünftel der österreichischen Kapazität an Krankenhausbetten – und selbst
diese Zahl erscheint dortigen Akteuren zu hoch. Krankenhäuser sind nicht nur kostentechnisch ungeeignet für die längerfristige
Betreuung von Senioren mit geringfügigen oder chronischen Leiden. Umgekehrt stoßen die eigenen vier Wände als umfunktioniertes
Krankenzimmer oder „gefahrenbereinigte Zone“ ebenso auf Widerstand. Auch das persönliche Empfinden von „einsam sein“ spielt
eine wichtige Rolle bei IKT-Lösungen. Es weist ein deutliches Nord-Süd Gefälle auf – betagte Italiener fühlen sich deutlich weniger
einsam als Skandinavier obwohl Infrastruktur und Betreuung auch anderes erwarten ließen. International sind hybride Formen der
Betreuung, Pflege und Freizeitgestaltung weit fortgeschritten. Neue internationale Anbieter rüsten für die „Golden Ager“. Für die Politik
stellt sich die Frage: Was erledigt der Markt und wo ist staatliches Eingreifen zur Absicherung unserer Zukunft angesagt?
Erfolge der Vergangenheit zeigen das Potential für Österreich. Das vom bm:vit eingerichtete bekannte nationale Förderprogramm FIT-
IT hat den Erfolg österreichischer Akteure im 6. und 7. Forschungsrahmenprogramm vorbereitet und die österreichische Vorreiterrolle
in Nischen international aufgezeigt. Auf diesen Erfahrungen aufbauend wird im neuen Themenfeld aktuell ein Programm des bm:vit
erarbeitet (Arbeitstitel I-Life).
Den Spannungsbogen im Alpbacher Arbeitskreis knüpft an bei der Kick-off Veranstaltung zur österreichischen IKT-Strategie (Rat für
Forschung und Technologieentwicklung, Dezember 2006). Dort hatte Josef Radermacher klar dargelegt, dass IKT-Forschung
zumindest die nächsten Dekaden ungebremst boomen wird. Nunmehr geht es um die Kontextualisierung der IKT-
Forschungsroadmap: Wie zeigt sich das inhärente Potential von IT, unser Denken zu verstärken? Wie sehen neue
Benutzerschnittstellen aus? Wie äußern sich Embedded Systems (unauffällige Sensor/Aktuatorsysteme in der Kleidung, im Raum, fast
überall,…) in diesem Anwendungsbereich? IT-basierte Produkte und Dienste als Ergebnis der Forschung sind dabei Wachstumsmotor
und gleichzeitig skalierbare Reserve um mit neuen gesellschaftlichen Herausforderungen umzugehen.
Wirksame missionsorientierte Technologiepolitik wird neue Allianzen mit bisher technologiepolitikfernen Akteuren brauchen. Frieder
Henf illustrierte in seinem Vortrag wie Vorreiter unter den Regionen sich auf die demographischen Änderungen vorbereitet haben.
Bürgermeister und regionalpolitische Akteure haben mutig vor Ort Strukturen geschaffen, sich aktiv auf das Neue vorzubereiten und es
aktiv mit zu gestalten. Das von Henf vorgestellte Projekt hat in den letzten fünf Jahren diesbezüglich bereits Vorarbeit geleistet und
wurde vom deutschen Bundesministerium für Forschung als eines von sieben Projekten prämiert. Inhaltlich zeigte das Referat wie viel
lokal getan werden kann und muss. Denn damit wissensbasierte Dienste für ältere Menschen als Basis wirtschaftlicher Entwicklung in
Europa angenommen werden können, braucht es ein glaubwürdiges Umfeld. Technologiepolitik hat bisher noch wenig Allianzen auf
Ebene der Gemeinden. Henf zeigte, dass es sowohl lohnt, sich regional den Chancen der demographischen Veränderung zu stellen;
als auch, dass es exzellente Partner gibt – auch und gerade unter historisch völlig technologiefernen Akteuren. Eben diese Achse hat
das Potential etwas Neues zu schaffen, das weit über die Addition der einzelnen Projekte und Budgets hinausreicht.
Im 6. und 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission wurden und werden bereits nennenswert finanzielle Mittel zur
Förderung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten für Smart Ageing im weitesten Sinne eingesetzt. Peter Wintlev-Jensen
(European Commission eInclusion DG INFSO H3) erläuterte in seinem Referat „Ageing well in the information society, a triple win for
Europe?” die drei Zielsetzungen neuer missionsorientierter Technologiepolitik aus der Sicht von eInclusion. Auch der innovative Schritt
der DG INFSO, sich als einer der ganz grossen Fördergeber Europäischer IKT Forschung finanziell am bilateralen Programm Ambient
Assisted Living der Mitgliedsstaaten zu beteiligen war Gegenstand der Ausführungen von Wintev-Jensen.
In den Niederlanden gibt es bereits langjährige wissenschaftliche Forschung zu Innovationen im Feld der Pflege und insbesondere der
langfristigen Pflege. Jan Thie hat das dortige Kompetenzzentrums KITTZ seit 1993 mit aufgebaut. Das Institute for Quality and Applied
Home Care Innovations (KITTZ) wurde erst jüngst gemeinsam mit zwei weiteren Zentren zu VILANS zusammengeführt. Thie gibt als
Arzt, Manager und Pflegeforscher in seinem Referat “From gadgets to useful instruments for independent living“ Einblick in das
Wissensreservoir und die fundierte Erfahrung aus dem Feld der Pflegeforschung. Besonderes Augenmerk erhielt das Konzept des IT-
unterstützten Selbstmanagements bei chronischer Krankheit. Gerade in der Einbindung artikulierter internationaler Erfahrungen liegt
ein zentrales Potential bilateraler Kooperation zwischen Staaten wie Österreich, den Niederlanden, Finnland, Dänemark etc. Thie
illustrierte aber auch die hohen Erwartungen des niederländischen Gesundheitsministeriums in IKT und deren Beitrag zur Reduzierung
der Lücke zwischen Nachfrage nach Pflegediensten und dem Angebot. Als Avantgarde geht man in den Niederlande im Unterschied
zu Österreich bereits davon aus, dass IKT-basierte Steigerung von Effizienz und Wirksamkeit der langfristigen Pflege eine zentrale
Herausforderung der Zukunft ist. Bildlich gesprochen gibt es gar nicht genug Hände um auf konventionellem Wege in der Pflege das
Auslangen zu finden. Aber auch das Verständnis von Gesundheitssystem wird aufgrund von IT-enabled Diensten mittelfristig starken
Veränderungen unterworfen sein.
Paul Lukowicz zeigte in seinem Referat„Wearable und Pervsavie Computing: Der Computer als Persönlicher Gesundheitscoach “ an
konkreten Beispielen, wie körpernahe Sensorik und intelligente Umgebungen ein effektives, persönliches „Gesundheitsmanagement“
ermöglichen können. Zu den vorgestellten Projekten und Konzepten gehören Coaching für Nordic Walking und Skilanglauf,
automatische Verfolgung von Essgewohnheiten, und Ansätze zur Verhaltensbewertung im Bereich der Psychotherapie. Ein Projekt mit
dem Kompetenzzentrum Licht zeigte den Einfluss lichttechnisch optimierter Raumumgebung auf die wahrgenommene Lebensqualität
und den Lebensalltag von Senioren mit Demenzerkrankung. Anfang Oktober 2007 organisiert cemit ein Symposium mit den drei
Schwerpunkten „Mobilität und Sicherheit für ältere Menschen“, „Gesundheit und Tourismus im Alter“, „Lernen und Wissensvermittlung
im Alter“.
Ein aktuelles österreichisches Fallbeispiel einer solchen Produkteinführung referiert Günter Lischka, Head of Consumer Marketing, One
Gmbh in seinem Beitrag „Why and how a lifestyle oriented mobile operator addresses the elderly”. Österreich als höchst kompetitiver
Mobilkommunikationsmarkt ist auch deswegen internationaler Vorreiter, weil Wachstumspotentiale durch Erhöhung der Penetration
oder durch Verdrängung klassischer Telefonie ausgereizt sind. Obwohl naturgegeben die Gewinnerwartungen pro Teilnehmervertrag
(APRU, Average Revenue Per User) in der Zielgruppe der Älteren geringer, sind erwartet sich One aufgrund des selbst entwickelten,
passgenauen Angebots höhere Kundenloyalität, geringere Investitionsnotwendigkeit in teuerste cutting-edge Technologie und auch
niedrigere Kannibalisierung von bestehenden Produkten und Diensten. Lischka präsentiert auch Erfahrungen zum Prozess der
Beschäftigung mit Senioren in einem Unternehmen mit einer auf Lebensstil, Jugend und rasche Veränderung ausgerichteten Marke.
Mehrstufige Kommunikation und Präferenz für Mund-zu-Mund Werbung verlangsamen prima vista die Einführungsgeschwindigkeit.
Dieser industrielle Blick führt jedoch letztendlich rascher zu breitenwirksamen Angeboten als der Versuch grundsätzlich by Design die
Gesamtheit der Population mit neuen IKT-basierten Diensten zu versorgen.
Es lassen sich also vier Treiber für die Emergenz des Neuen bei den „Neuen Alten“ identifiziern: (1) die zahlenmäßige Zunahme und
ein historisch noch nie dagewesener Anteil an der Gesamtbevölkerung – wir können also nicht aus historischen Vorbildern lernen, (2)
die neue Qualität in Erwartung und im Umgang mit Technologie und die damit mögliche aktive Beteiligung an der gesellschaftlichen
Entwicklung (3) die Wirkung der IT-Forschung auf die Funktionalität künftiger Serviceangebote und (4) die konzertierte Anstrengung
führender Akteure der Technologiepolitik, genau hier Neues für Europa und unsere Gesellschaft zu schaffen. Der Arbeitskreis ist in
gewohnter Alpbachtradition ein Beitrag zu diesem work in progress.
Working Group 9
The five senses
THURNER Stefan, Head, Complex Systems Research Group, Medical University Vienna; External Professor, Santa Fe Institute, Chair
EHRENBERGER Klaus, Professor emeritus für experimentelle und klinische Otolaryngologie, Medizinische Universität Wien
HATT Hanns, Chair of the Department Cell Physiology, Ruhr-University Bochum
PIZA Hildegunde, Vorstand, Universitätsklinik für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Universität Innsbruck
SVOZIL Karl, Professor, Institut für Theoretische Physik, Technische Universität Wien
THIS Hervé, Professor, Molecular Gastronomy Team, Institut des sciences et des industries du vivant et de l’environnement (AgroParisTech) and
Laboratoire de Chimie des Interactions Moléculaires, Collège de France, Paris
WEDRICH Andreas, Vorstand, Universitäts-Augenklinik, Medizinische Universität Graz
HÖHRHAN Johannes, Mitglied der Geschäftsführung, Vereinigung der Österreichischen Industrie, Landesgruppe Wien, Coordination

What are the 5 senses?
The senses are the link, interface or connection point of the outer-world and ourselves - whatever ourselves are. Everything that we
can learn, every perception, every potential to react in this world depends crucially on how information from the outside-world can
reach us. It can only reach us through our senses, the entry points for the outside world. Already at the entry points the outside-world
information becomes transformed in a way that the information can be potentially useful.
In a world which is presently changing at speeds as it never did before, in a time where we can start of drastically change, manipulate
and replace our senses, this has implications on how we - as individuals and as a society - will see the world. With changing first the
outside-world and the information associated to it, and second with the ability to change, manipulate and replace the senses, this of
course changes our view of the world - this in return - will change the world itself: This is what emergence is all about.
Our plan for this workshop was to approach the immense subject of the five senses from several perspectives:
− enlargement / replacement / alteration of the senses
− representations of the senses in the brain
− senses and the implications of communication
− aspects of aesthetics (as a higher order phenomenon)
− how can one shape and design special input for our senses
− hear a little what is information that gets transformed in our senses?
For this we introduce the following speakers:
Hildegunde Piza: Head of Plastic Surgery at the Medical University Innsbruck. She is best known for contributions in hand
transplantations with a special focus on children. For years she has been engaged for the European Forum Alpbach, this year
especially in Junior Alpbach.
Hanns Hatt: Chair of Cellphysiology at the Ruhr Universität Bochum.
He is a pioneer in the research of mechanisms behind smell, for which he got rewarded some prestigious prices lately and was widely
covered by press.
Andreas Wedrich: Head of Department of Ophthalmology at the Medical University Graz.
He is maybe best known for his work in retinal prostheses.
Klaus Ehrenberger: Former head of the ENT (ear, nose, throat) clinic at the Medical University Vienna.
He is an expert amongst other things on cochlear implants, and a person with deep interest in human communication.
Karl Svozil: Theoretical physicist at the Technical University Vienna with the rare courage to look beyond the limits of his field.
Here he will present his views on aesthetics.
Hervé This: Head of the INRA Molecular Gastronomy Team at the Agro Paris Tech.
He is known by his books on explanations of secrets of the art of cooking. He is a physical-chemist by training, studied with Mr Jean
Marie Lehn, and is actively engaged in the promotion of science to the public.
Arbeitskreis 10
Technologietransfer der europäischen Regionen
PELZL Bernhard, Geschäftsführer, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Graz, Arbeitskreisleitung
EDLINGER-PLODER Kristina, Landesrätin für Wissenschaft und Forschung, Verkehr und Technik, Steiermärkische Landesregierung, Graz
HÖDL Erich, Vice-president, European Academy of Sciences and Arts, Vienna
HULL Christopher John, Secretary General, European Association of Research and Technology Organisations (EARTO), Brussels
KRANZL Christa, Staatssekretärin, Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Wien
LENARCIC Jadran, Director, The Jozef Stefan Institute, Ljubljana
LYKLEMA Dick, Senior Policy Advisor, TNO, Delft
PIOCK Richard, Geschäftsführer, Durst Phototechnik Digital Technology GmbH, Lienz
PLIMON Anton, Geschäftsführer, arsenal research - Österreichisches Forschungs- und Prüfzentrum Arsenal Gesellschaft mbH, Wien
REBERNIK Bernhard, Member of the Executive Board ret., Andritz Group
SCHINAGL Clemens, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Graz
HARTMANN Christian, Institut für Technologie- und Regionalpolitik, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH, Graz, Arbeitskreisbetreuer

Die Struktur des Ablaufs des gesamten Arbeitskreises, und somit der Präsentationen und Diskussionen, fußte auf dem Triple-Helix
Modell von Innovationssystemen innerhalb dessen die Bereiche der Politik, der Wirtschaft und Forschung auf immer neue Weise
interagieren und evolvieren und so Innovation und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit generieren.
Für den Bereich Politik führte die Landesrätin Maga. Kristina Edlinger-Ploder die Notwendigkeit der Setzung von Rahmenbedingungen
für erfolgreichen Technologietransfer durch die öffentliche Hand aus. Da im Bereich der Forschung und der Weitergabe von neuen
wissenschaftlichen Erkenntnissen an die Wirtschaft letztendlich Menschen am Werk sind, wurde die hohe Wichtigkeit von Vertrauen
und das Schaffen einer für den Transfer fördernden Atmosphäre hervorgehoben. Als wichtiges Instrument, um solche
Rahmenbedingungen zu schaffen, haben sich Netzwerke (Cluster und Forschungsnetzwerke erwiesen. Sie ermöglichen eine
inhaltliche Schwerpunktsetzung und schaffen den Humus für Kooperationen zwischen Wirtschaft und Forschung.
Der Bereich der Wirtschaft wurde von zwei Vertretern von Unternehmen hinsichtlich der Ansprüche an erfolgreiche
Forschungskooperationen (und damit verbunden Technologietransfer) und auch durch die öffentliche Hand gestaltete
Rahmenbedingungen für eine solche Zusammenarbeit beleuchtet. Dabei zeigte sich, dass zwischen großen multinational agierenden
Firmen und technologieorientierten Mittelbetrieben diesbezüglich deutliche Unterschiede bestehen. So zeigte das Referat von Dr.
Bernhard Rebernik von der Andritz AG, dass große Unternehmen den externen Zukauf von Wissen als globales Portfolio betrachten
und somit RTOs, wollen sie in diesem Markt bestehen die geschäftlichen Spielregeln beherrschen müssen. Dr. Richard Piock von der
Durst Phototechnik AG demonstrierte demgegenüber die Schwierigkeiten, mit denen KMU konfrontiert sind, wenn sie neues
technisch-naturwissenschaftliches Wissen für die Lösung eines Problems in der Produktentwicklung benötigen. Einig waren sich beide
Referenten sowohl in der Tatsache, dass Technologietransfer allein nicht zum Erfolg führt sondern die marktliche Verwertung ebenfalls
gegeben sein muss als im dem Faktum, dass ein erfolgreicher Transfer auch mit einem Personaltransfer zwischen den beteiligten
Akteuren verbunden sein sollte.
Kommunikation hervorgehoben
Der Bereich der Forschung wurde im Rahmen des Arbeitskreises auf zwei Ebenen beleuchtet:
Auf der ersten Ebene stand die europäische Dimension des Technologietransfers zur Diskussion. Christopher Hull von der EARTO
stellte in seinem Referat die wissenschaftstheoretischen Grundlagen für den Begriff Technologietransfer dar und zeigte anhand des
konkreten Beispiels der VTT in Finnland auf, wie eine inhaltliche Neuorientierung von RTOs hin zu „Business Solutions“ aussehen
kann. Prof. Erich Hödl stellte daran anschließend das Konzept des European Institute of Technology als zukünftigen auf europäischer
Ebene agierenden Technologietransfer-Akteurs vor.
Auf der zweiten Ebene wurden dann konkrete umsetzungsorientierte Ansätze zum Technologietransfer zur Diskussion gestellt. Prof.
Jadran Lenarčič vom Jo ef Stefan Institute präsentierte das Projektkonzept für das zukünftige Centre of New Technologies vor, dessen
Kern ein problemlösungsorientiertes interdisziplinäres Creativity Lab nach dem Vorbild von Stanford sein wird. Komplementär dazu
wurden anschließend von DI Clemens Schinagl von der JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH Ansätze für einen
erfolgreichen Technologietransfer mit KMU unter einem ebenfalls als Creativity Lab konzipierten Gesamtrahmens vorgestellt. Einen
konkreten Einblick in die in den Niederlanden eingesetzten Technologietransferinstrumente gab dann anschließend Dr. Dick Lyklema
von der TNO anhand von Beispielen für gemeinsam mit der Industrie gegründete Technologieinstitute. DI Anton Plimon von Arsenal
Research zeigte dann abschließend inhaltlich-methodische Dimensionen von Technologietransfer hin zu KMU anhand des
Themenbereichs numerische Simulation und komplexe Systeme auf.
Es herrschte in der abschließenden Diskussion Einigkeit im Arbeitskreis, dass Europa sich in der Technologieentwicklung und im –
transfer auf jene Kompetenzen konzentrieren sollte, die sowohl eine entsprechende Verankerung in den regionalen Wissensbasen
aufweisen sollen als auch über klare globale Alleinstellungsmerkmale verfügt. Neben den Kompetenzen im Umgang mit komplexen
Systemen wurden dabei weiters die Bereiche Werkstoffe, Motoren und Umwelttechnik sowie ressourcen- und energieeffiziente
Verfahren bzw. umweltgerechte Produktionsverfahren genannt.
Arbeitskreis 11
Phänomen Second Life - Die Erschaffung einer neuen Welt?
SCHLÄFFER Christopher, Group Product and Innovation Officer, Deutsche Telekom AG; Vorstand für Produkte und Innovation,
T-Mobile International AG & Co. KG, Bonn, Arbeitskreisleitung
FELLNER Dieter W., Vorstand, Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD), Darmstadt
FERSCHA Alois, Vorstand, Institut für Pervasive Computing, Johannes Kepler Universität Linz
FRICKO Anton, Program Manager Emerging Technologies, IBM Austria, Vienna
KOBZA Rudolf, Chairman, Draftfcb Kobza und Lowe GGK Werbeagentur GmbH, Wien
KOTAUCZEK Peter, Präsident, Verband Österreichischer Software Industrie (VÖSI); Vorstandsvorsitzender, BEKO Holding AG, Nöhagen
MEINL Paul, Geschäftsführender Gesellschafter, factline Webservices GmbH, Wien
PRANTNER Thomas, Direktor für Online und Neue Medien, ORF - Österreichischer Rundfunk, Wien
RUSCH Doris C., Affiliated Researcher, MIT Convergence Culture Consortium, Wien
THAA Doris Nadine, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien, Arbeitskreisbetreuer

Letztlich stehen wir in der Debatte um SL wieder vor essentiellen Fragen, nicht nur über fehlende rechtliche Strukturen in Online-
Welten, sondern auch solche des Datenschutzes, also wer letztlich Zugriff auf die Kundenprofile hat, in einer Welt die keine Schatten
wirft.
Second Life – ein bloßer Medienhype?
Die Medienberichterstattung über die von Linden Labs ins Leben gerufene online Plattform Second Life ist beinahe omnipräsent. Man
sieht Beiträge darüber auf CNN, liest darüber im Standard und hört darüber auf Ö1. Der Medienhype um Second Life ist ein selbst für
PR- und Marketing-Experten außergewöhnliches Phänomen. Doch zumindest bislang beschränkt sich der Erfolg von Second Life auf
die äußerst umfangreiche mediale Präsenz, der tatsächliche dauerhafte Usererfolg fehlt aber. Mag der Zulauf an „Residents“ auch sehr
hoch sein, bezogen auf die Anzahl regelmäßiger, aktiver User kann Second Life dem Vergleich zu anderen Onlinewelten oder stark
genutzten nationalen Webplattformen nicht standhalten. Aus medienwissenschaftlicher Perspektive stellt sich die Frage womit man es
hier eigentlich zu tun hat, wie sich Second Life in den Kanon immersiver Onlinewelten einordnen lässt, ob es nun überhaupt ein
“Game” ist oder nicht. Verglichen mit herkömmlichen Massively Multi-Player Online Role Playing Games (MMORPGs), wie etwa
„World of Warcraft“, ist der Realitätsstatus von Second Life als überzeugende und vom ersten Leben losgelöste Parallelwelt eher
gering. Eine interessante Frage ist immer wieder: “In Second Life ist ja nichts echt, wie kann man für so etwas nur reales Geld
ausgeben?!” Virtuelle Objekte wechseln den Besitzer im Austausch gegen echtes Geld, reale Vor-träge werden in virtuellen Auditorien
übertragen, vor einer Gruppe zuhörender Avatare, hinter denen wiederum echte Menschen stecken. Es ist weniger die Immersion in
ein überzeugendes Paralleluniversum, das derzeit die Faszination von Second Life ausmacht, sondern eher die Tatsache, dass Second
Life eine Verlängerung des ersten Lebens darstellt. In dieser Hinsicht ist Second Life nicht nur “toy”, sondern “tool”; ein Werkzeug, um
Szenarien auszuprobieren und Ideen zu testen.
Wirtschaftliche Aspekte von Second Life
Aus Sicht von Investoren ist SL daher eine Plattform der Wertschöpfung, die derzeit möglicherweise falsch eingeschätzt wird. Die
wesentlichen Wertschöpfungsquellen liegen derzeit in den Feldern Entertainment, Financial Services und Collaborative Product
Lifecycle Management (C-PLM). Der Bereich Entertainment ist derzeit der am stärksten entwickelte Teil des SL. Fast alle bisher
bekannten Erfolgsgeschichten im SL basieren auf Unterhaltung. Selbst so genannte „Liegenschaftsgeschäfte“ basieren nicht auf echten
Grundstücken, sondern auf der Illusion des Liegenschaftsbesitzes und des damit verbundenen Ausgestaltungswillens.
Aus Sicht der Medienindustrie stellt sich, - wie bei allen größeren technologischen bzw. medialen Neuerungen - die Frage, wie es
diese nutzen kann, um neue Erlebnisarten beim Publikum bzw. konvergente und interaktive Formate zu schaffen und diese über die
klassischen Medien Radio und Fernsehen hinaus auf weitere Plattformen und in die reale Welt zu übertragen. Das virtuelle Erlebnis im
Fernsehen wurde somit auf andere Ebenen und gleichzeitig in die reale Welt übertragen, wobei nicht die Plattform, sondern das
Erlebnis selbst im Vordergrund stand.
Second Life aus der Sicht des Marketings und der Werbeindustrie ist einerseits ein Spiegel der neuen Gesetzmäßigkeiten von Medien
und Konsumverhalten, andererseits ist SL selbst eine Marke, die das Medium Internet und dessen Bedeutung plakativ dynamisiert wie
keine andere Plattform. Interaktivität und User Generated Content machen den User zudem selbst durch Medien und Angebote des
Konsums zum Regisseur, zum Medienmacher und zum Navigator seiner Welt. Content und Werbung verschmelzen in vielen
Bereichen. Werber werden zu Content Managern. Auch gibt der Konsument das Tempo vor und wird ebenso Content Manager. Ihn
einzubeziehen, zum Botschafter der Marke zu machen ist die Aufgabe dabei. Doch welchen sozialen Nutzen kann SL bringen? Ein
signifikantes Beispiel für die derzeitige Nutzung der neuen technologischen Möglichkeiten ist der Bildungsbereich.
Bildungseinrichtungen gehören zu den Pionieren in Second Life, gefördert durch spezielle Konditionen beim Erwerb von Land nützen
sie die Möglichkeit, virtuelle Lehrveranstaltungen anzubieten. Prinzipiell bietet SL ein Umfeld, in dem auf vielfältige Weise neue
Erfahrungen erworben und soziale Interaktionen in verschiedenen Rollen und unterschiedlichen Kontexten erprobt werden können.
Die Vielfalt des Angebots fördert die Neugier, der spielerische Zugang weckt die Lust am Experiment und der große
Gestaltungsfreiraum gibt breiten Raum, Ideen ohne großen Aufwand auch tatsächlich umzusetzen. Es bleibt abzuwarten, wann und in
welcher Weise sich Bildungsanbieter auf diese neuen Möglichkeiten einstellen und einen Nutzen daraus ziehen werden. Den
Vorteilen stehen aber auch einige Nachteile gegenüber. So bedeutet die geschlossene Architektur zum Beispiel, dass anbietende
Teilnehmer in SL das Risiko eingehen müssen, dass die in SL geschaffenen virtuellen Welten (die ja nur mit Werkzeugen von SL
innerhalb von SL erzeugt werden können) durch einen Wechsel der SL-internen Technologie von heute auf morgen wertlos werden.
Ein weiterer Nachteil des zentral entwickelten und zentral organisierten SL besteht in der mangelnden Nutzung von existierender
Expertise bzw. existierenden Werkzeugen und Systemen in der 3D Welt. So scheint im Linden Lab selbst wenig Erfahrung / Kapazität
für die Realisierung komplexer 3D Systeme vorhanden zu sein.
Die Sinnfrage
Doch kritisch betrachtet stellt sich einem gerne die Frage: Warum muss es gleich ein ganzes „Leben“ sein, wenn es kaum eine
Handvoll guter Ideen für „Zweit-Lebensentwürfe“ gibt? Ist die partizipative Entwicklung eines zweiten Lebens in einer zweiten Welt
nicht der warnende Ausdruck für die Abwesenheit konkreter Erst-Lebensentwürfe und Erst-Weltmodelle? Kann es sein, dass hier die
Technik zuerst war, und dann der Mensch eingepasst wurde? „Pervasive Computing“ – dem „Second Life“ im Spektrum der
Informationstechnologie diametral gegenüberliegenden – beginnt mit dem Menschen, und fragt wo, wie viel, und ob überhaupt er
Technik braucht. Verbunden mit der, von vielen SL-Nutzern aufwendig inszenierte Repräsentation im virtuellen Raum ist die Frage
nach der digitalen Identität. Diese wirken zum einen nach außen, sind also durch andere wahrnehmbar, zum anderen handelt es sich
um Elemente, die nach innen die eigene Identität konstituieren. Während dies für viele natürlich wesentlich zur Attraktivität derartiger
Online-Welten beiträgt, wird es von der anderen Seite zunehmend problematisiert, vor allem aus juristischen und wirtschaftlichen
Überlegungen heraus. Sowohl Entertainment orientierte als auch ökonomische Aktivitäten bergen in diesem Fall eine enorme soziale,
logistische und finanzielle Sprengkraft in sich, die sich bereits im Ansatz zeigt. Steuerbehörden, Strafrechtsexperten und Kulturkritiker
beginnen sich mit dem Phänomen SL zu beschäftigen. Im Entertainment zeigen sich erste Konflikte in der Frage der erlaubten und
verbotenen Unterhaltungen. Als Beispiele können die Vorwürfe der Kinderpornografie und der Wiederbetätigung dienen, die ganz
neue rechtliche und ethische Fragen aufwerfen. Diese Fragen müssen und können letztlich mit dem gesellschaftlichen Konsens und
dem gesunden Menschenverstand der ersten Welt beantwortet werden. Auf jeden Fall ist man sich einig, dass das Phänomen SL ein
Vorbote ist, für das was noch auf uns zukommt.
Special Event
Bulgaria and Romania as partners in EUropean science and research
HORVAT Manfred, Honorarprofessor für Internationale und Europäische Forschungs- und Technologiekooperation, Technische Universität Wien, Chair
WEITGRUBER Barbara, Strategic Projects in International Relations, Austrian Federal Ministry of Science and Research, Vienna, Chair
ALDEA Alexandru Emil, Vice-President, National Authority for Scientific Research, Ministry of Education, Research and Youth, Bucharest
ENACHE Virginia, Expert, Department of European Integration and International Cooperation, National Authority for Scientific Research,
Ministry of Education, Research and Youth, Bucharest
KÖNIG Ralf, Referatsleiter, Internationale Kooperation und Mobilität, Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft mbH (FFG), Wien
PANHOLZER Georg, Unit for International Technology and Innovation, Federal Ministry for Economic Affairs and Labour, Vienna
PETCU Dana, Professor, Department of Computer Science, Faculty of Mathematics & Informatics, Western University of Timisoara;
Director, Institute e-Austria, Timisoara
SCHUCH Klaus, Business and Research Manager, Centre for Social Innovation (CSI), Vienna
VUTSOVA Albena, Executive Director, National Science Fund, Ministry of Education and Science, Sofia
BUCHBAUER Heribert, Department for International Research Co-operation, Austrian Federal Ministry of Science and Research, Vienna, Coordination
STOKLASKA Anneliese, Head, Department for International Research Co-operation, Austrian Federal Ministry of Science and Research, Vienna, Coordination

On January 1, 2007, Bulgaria and Romania joined the EU and at about the same time the EU launched its 7th Research Framework
Programme. A special event at the Alpbach Technology Forum 2007 dedicated to “Bulgaria and Romania as partners in European
science and research” provided an opportunity to present the latest developments in science and research in Bulgaria and Romania as
well as an outlook on future activities.
Based on these reports, experts from the region and from Austria discussed short and medium term perspectives on how to intensify
the cooperation in science and research on a bilateral, regional as well as on a multilateral level with a special focus on the joint
participation in FP7.
In order to further strengthen the bi- and trilateral co-operation the following Memorandum of Understanding between the Ministry of
Education and Science of the Republic of Bulgaria, the Ministry of Education, Research and Youth of Romania and the Austrian Federal
Ministry of Science and Research was signed by the Ministers:


                                                MEMORANDUM OF UNDERSTANDINGbetween


                                                                          the
                                                    MINISTRY OF EDUCATION AND SCIENCE
                                                         OF THE REPUBLIC OF BULGARIA
                                                                       and the
                                              MINISTRY OF EDUCATION, RESEARCH AND YOUTH
                                                                      ROMANIA
                                                                       and the
                                                FEDERAL MINISTRY OF SCIENCE AND RESEARCH
                                                          OF THE REPUBLIC OF AUSTRIA
                                                                      concerning
                                                         COOPERATION IN THE AREAS OF
                                                             SCIENCE AND RESEARCH
The Ministry of Education and Science of the Republic of Bulgaria and the Ministry of Education, Research and Youth of Romania and
the Federal Ministry of Science and Research of the Republic of Austria
RECOGNIZING the important contribution of joint actions in science and research for the further strengthening of the ties between the
partnering countries
DESIRING to further promote the close and friendly relations existing between their countries
CONSIDERING their common interest to promote and encourage their scientific research and technological cooperation
CONVINCED that these measures will enhance the economic and social development of their countries
ACKNOWLEDGING the achievements already obtained in these areas
PURSUANT to the prevailing laws and regulations as well as scientific cooperation policies and procedures in their respective countries
EMPHASISE the importance of the cooperation in science and research between their countries and welcome initiatives to strengthen
cooperation such as
− increased networking of high level officials responsible for science and research in the respective countries by regular meetings
    and mutual invitations to relevant events and activities,
− enhanced cooperation of national, regional or institutional Contact Points in view of the Seventh Framework Programme (2007-
    2013) of the European Community for research, technological development and demonstration activities (FP 7),
− enhanced networking between universities and higher education institutions, also in regional cooperation programmes such as
    CEEPUS (Central European Exchange Program for University Studies),
− increased efforts in fully integrating South Eastern Europe and the West Balkan Countries in the European Research and Higher
    Education Areas, e.g. in the framework of the SEE-ERA.Net activities and in the core objective “Fostering and Building Human
    Capital” in the framework of the Stability Pact for South Eastern Europe.
− enhanced cooperation between funding organizations for mutual exchange of evaluators for national research projects and
    programmes
The present Memorandum of Understanding does not result in the creation of any obligation regarding international law nor shall it
have any effect on existing legislation.
Done in three original documents in English, all three texts being equally authentic
in Alpbach on August 24, 2007:
Cristian Mihai ADOMNIŢEI,
Minister for Education, Research and Youth of Romania
Johannes HAHN,
Austrian Federal Minister for Science and Research
in Salzburg on August 24, 2007:
Daniel Vassilev VALTCHEV,
Minister for Education and Science of the Republic of Bulgaria