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Mandala – Herkunft und Bedeutung

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Mandala – Herkunft und Bedeutung Powered By Docstoc
					Pädagogischer Einsatz von Lege-Mandalas



Mandala – Herkunft und Bedeutung
Der Begriff Mandala stammt aus Indien und bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt
soviel wie „Kreis“. Man versteht darunter ein meist rundes Kunstwerk, in dessen Mitte
häufig religiöse Abbildungen zu finden sind. Besonders im Buddhismus und im
Hinduismus waren und sind derartige Abbildungen verbreitet.
Ein Mandala zeichnet sich häufig auch dadurch aus, dass es wiederkehrende Muster
und Formen beinhaltet. Dies hilft dem Betrachter, sich auf die geistige Abbildung, die
es darstellen soll, zu konzentrieren.
Darüber hinaus hat ein Mandala immer einen festen Mittelpunkt, aus dem heraus das
Bild nach außen hin wächst. Diese Art des Legens setzt neue Energien und Kräfte
frei.
Die Kreisform, sowie die Kraft, die aus etwas heraus wächst, findet man auch in
vielen Elementen unserer Natur. So besitzt zum Beispiel auch eine Schnecke ein
rundes Haus, das deutlich einen Mittelpunkt erkennen lässt. Der Baum gibt in seiner
Krone und in der Baumscheibe die Kreisform, die von Innen nach Außen strahlt,
wieder. Nicht zuletzt trägt auch der Mensch seinen Mittelpunkt, das Sonnengeflecht,
in der Körpermitte. Von hier aus strahlt seine Energie nach außen in alle
Körperregionen.
Im Tibetischen Buddhismus entstehen Mandalas auch häufig aus gefärbtem Sand. In
tage- oder gar wochenlanger Arbeit entstehen großartige Kunstwerke, die
anschließend in einer Zeremonie wieder verwischt werden. Das Wegwischen
verdeutlicht die Vergänglichkeit allen Lebens und die Loslösung des Gläubigen von
materiellen Gütern. Die Abstraktion einer geistigen Vorstellung zu einem zwei-
dimensionalen Mandala erfordert zudem ein hohes Maß an Konzentration und
geistiger Reife.
Heutzutage sind Mandalas eine beliebte Beschäftigung für große und kleine Kinder.
Oftmals werden in den einfachen Vorkommen vorgefertigte Ausmalbilder bunt
gemalt. Dies ist unbestritten eine erfreuliche Beschäftigung, die die Konzentrations-
fähigkeit schult. Jedoch steckt in Mandalas viel mehr als nur das. Lege-Mandalas
eröffnen neue Wege in der pädagogischen und therapeutischen Welt zur Schulung
von kognitiven, motorischen und sozialen Eigenschaften. Im Gegensatz zu den
Ausmalmandalas ermöglicht das Lege-Mandala ein hohes Maß an Kreativität.

Ziele
In Pädagogik und Psychologie finden Mandalas heute eine vielfältige Anwendung.
Ob gemalt, geklebt oder gelegt, Mandalas sind in aller Munde. Und das zurecht!
Besonders Lege-Mandalas fordern und fördern ein breites Spektrum an
pädagogischen Zielen.

Kognitives Ziel: Die Gestaltenden lernen Materialien, Farben und Formen kennen
und begreifen. Dies geschieht zum einen durch die Vielzahl an Legematerial, zum
anderen durch unterschiedliche Legevorlagen. Alle Materialien sind beschriftet, so
dass die richtigen Begriffe stets parat sind. Zudem entstammen einige Materialien
der täglichen Umgebung. Das Wiedererkennen und Bezeichnen dieser Materialien
schult ebenfalls das Gedächtnis.
Soziales Ziel: Mandalas zu legen ist meistens Einzelarbeit. Es gilt daher, die übrigen
Gestaltenden in ihrer eigenen Arbeit nicht zu stören oder zu behindern. Es herrscht
also nach Möglichkeit Stille, unnötige Bewegungen werden vermieden. Dies schult
Disziplin und den Respekt vor dem Gegenüber. Darüber hinaus kann ein Mandala
aber auch als Gruppenarbeit gestaltet werden. Gemeinsam entsteht dann ein
großes, herausragendes Mandala.
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Pädagogischer Einsatz von Lege-Mandalas

Feinmotorisches Ziel: Die kleinen und größeren Legematerialien erfordern
unterschiedliche motorische Fähigkeiten. Jeder kann problemlos diejenigen
Materialien wählen, mit denen er zurecht kommt. So entsteht kein Leistungsdruck.
Dennoch ist stets ein gewaltiger Spielraum vorhanden. Von recht großen Steinen
oder Kastanien bis hin zu kleinen Perlen, die zudem noch gerne weg rollen, ist alles
vorhanden. Die regelmäßige Anwendung schult die Feinmotorik.
Wahrnehmung: Die kleinen und größeren Unterschiede zwischen den Materialien zu
erkennen fördert die Wahrnehmungsleistung. Auch hier ist die Spanne beachtlich.
Das Angebot reicht von großen und glatten bis hin zu kleinen und rauen
Gegenständen. Einige sind rund, andere wiederum eckig. Die Variationen sind sehr
vielfältig. Dies im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“ ist ebenfalls ein Ziel der
Lege-Mandalas.
Sprachförderung: Da das Legen der Mandalas in aller Ruhe abläuft, ist die
Förderung der Sprache Aufgabe der Vorbesprechung. Beispielsweise in einem
Stuhlkreis kann vorab erklärt werden, was für Materialien verwendet werden, was
ihre Eigenschaften sind, was man gedanklich mit ihnen verbindet usw.
Phantasie: Auch einen hohen Anspruch an die Phantasie stellen Lege-Mandalas. Es
gibt nahezu keine Vorgaben, was die Form und Gestaltung der Mandalas betrifft. Ob
Linien, Wellen oder Flächen, es ist voll und ganz der Phantasie der Legenden
überlassen, wie die Materialien arrangiert werden. Zudem wird kein Mandala dem
anderen gleichen, zu vielfältig sind Materialien und Legemöglichkeiten.
Entspannung: Nicht zuletzt hat das Legen von Mandalas entspannende Wirkung.
Man geht in sich, konzentriert sich und genießt die Stille. Es zählt für den Moment
nur die Arbeit vor den Augen, sonst nichts. Man kann loslassen von der Hektik des
Tages und dem Alltag. Jeder bestimmt selbst, wann sein Mandala fertig ist und damit
den Zeitpunkt, wann aus der Mandala-Welt wieder aufgetaucht wird.




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