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Die Figur Dr. B

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Die Figur Dr. B Powered By Docstoc
					   Schachnovelle von Stefan Zweig




Eine Präsentation von Adrian Ziegler, Maximilian Seubert und Fabian Baier
             Gliederung
             Stefan Zweig: Schachnovelle




1. Knappe Inhaltsangabe
2. Charakter Mirko Czentovic
3. Charakter Dr. B.
4. Gattung Novelle
5. Aufbau
6. Psychologische Analyse
7. Biographische Parallelen
8. Quellen
             Knappe Inhaltsangabe
             Stefan Zweig: Schachnovelle




• Der Ich-Erzähler begegnet auf einer Dampferfahrt von New York nach Buenos
Aires dem Schachweltmeister Mirko Czentovic

• Czentovic wird von einem Millionär zu einer Simultanpartie herausgefordert
      die Erste wird verloren, in der zweiten wird durch Dr. B. aber Remis erreicht

• Rückblende als Erläuterung für die Begabung des Dr. B.

• Am nächsten Tag weitere Verabredung für eine Schachpartie

• Bei der dritten Partie verfällt Dr.B fast wieder der Schachvergiftung zum Opfer,
bricht aber davor ab, und beschließt nie wieder ein Schachbrett zu berühren.
Mirko Czentovic
        Gliederung
             Gliederung
        Stefan Zweig: Schachnovelle




• Aussehen, Herkunft, Bildungsweg
• Entwicklung
• Denkweise und Art seines Schachspielens
• Verhalten zur Schachrunde an Bord zu
  Dr.B
• Politische Deutung
      Aussehen, Herkunft, Bildungsweg
         Aussehen, Herkunft, Bildungsweg
           Stefan Zweig: Schachnovelle




• Aussehen: blond, grotesk, komisch, verschlafener
  Blick
• Herkunft: Vater war südslawischer Schiffer (Ungarn)
• Bildungsweg: Pfarrer bemüht sich ihm häusliche
                Nachhilfe zu geben, da er in der
                Dorfschule kaum etwas aufnahm
                    durch seine Teilnahmslosigkeit eignete
                    er sich kaum Bildung an („Seine Unbildung
                    war auf allen Gebieten gleich universell“)
           Entwicklung
               Entwicklung
           Stefan Zweig: Schachnovelle



• Nach dem Tod seines Vaters wurde er vom Pfarrer
  aufgenommen, wo er im Haushalt mithalf
• erster Kontakt mit Schach
• nach Sieg über Wachtmeister, brachte der Pfarrer ihn
  ins Café der Nachbarstadt
• zu Graf Simczic nach Wien
• nach mehreren Preisen wurde er mit 18 ungar.
  Meister; mit 20 Weltmeister
 => Eine doch ursprüngliche Unsicherheit verwandelte
  sich in einen kalten und plump zur Schau getragenen
  Stolz
           Denkweise und Art seines Schachspiels
 Denkweise und Art seines Schachspiels
           Stefan Zweig: Schachnovelle




• Denkweise: Schach und Geld sind die einzigen
  Sachen auf die er Wert legt, stur, phantasielos (Er
  konnte nicht eine einzige Partie auswendig spielen; deshalb
  führte er immer ein Taschenschach mit sich, um ein Problem zu
  lösen oder eine Partie zu rekonstruieren)
• Spielweise: Zäh, langsam, unerschütterlich, ohne ein
  einziges Mal vom Brett aufzuschauen und ohne jeden
  Ton von sich gebend; aber mit unwiderlegbarer
  Sicherheit; später arrogant, sobald er gemerkt hat,
  dass er seinem Gegner überlegen ist.
       Verhalten zur Schachrunde an Bord zu Dr. B
         Stefan Zweig: Schachnovelle



• Macht bei der ersten Partie Dr. B unbewusst nervös
  durch langes Überlegen
• Angetrieben von seiner Ungeduld schreit Dr.B
  Czentovic an
Entstehung eines leidenschaftlichen Hasses
• Bewusste Verzögerung der Runden von Czentovic mit
  zunehmender Boshaftigkeit
• Reagiert mit „entzückter Kühle“ auf erneute
  Wutausbrüche Dr.B‘s
            Politische Deutung
             Politische Deutung
            Stefan Zweig: Schachnovelle



Parallelen zwischen Czentovics Schachspiel und Machtsystemen

• Czentovic symbolisiert einen Diktator und die
  Schachfiguren das Volk mit denen er beliebig
  „umspringt“. Dabei hat er auch kein Problem
  welche zu opfern, um zu gewinnen
• Dies ist allerdings nur bei Czentovic so, da er
  stur (den Blick nur aufs Feld gerichtet) seine
  Strategie verfolgt, den unbedingten Wille alle
  den Gegner zu besiegen
            Figur Dr. B
         DieDie Figur Dr.B
         Stefan Zweig: Schachnovelle




•   Herkunft
•   Aufgabe
•   Haft
•   Schachvergiftung
       Herkunft
            Herkunft
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• ca. 45 Jahre alt
• Kommt aus einer hochangesehenen
  altösterreichischen Familie, in der es auch
  einen engen Freund von Schubert und
  einen Leibarzt des alten Kaisers gibt
         Aufgabe
               Aufgabe
         Stefan Zweig: Schachnovelle




Führt mit seinem Vater eine Anwaltskanzlei,
in der Gelder vom kaiserlichen Hof und vom
Klerus aufbewahrt werden.

Als Hitler an die Macht kommt, wird die
Kanzlei als „Postamt“ genutzt.
       Aufgabe
            Aufgabe
       Stefan Zweig: Schachnovelle



Jedoch stellt Dr.B einen Mann ein, der zum
Spitzel wird und die Kanzlei verrät.
Dr.B wird einen Tag, bevor Hitler nach
Wien kommt, von der SS gefangen
genommen.
       Haft                          Haft
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• Kommt nicht in ein KZ, sondern wird in
  einem Hotelzimmer eingesperrt
• 14 Tage vergehen bis er zum ersten
  Verhör gerufen wird
• 4 Monate lang versucht er sich vom
  krankhaften Rekapitulieren der Verhöre
  abzulenken
       Haft                          Haft
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• Er spürt, dass seine Kraft nachlässt und ist
  dann sogar bereit alles zu sagen
• Sein Zustand verbessert sich als er vor
  einem Verhör in einem „neuen“ Raum
  wartet
• In diesem Raum sieht er ein Buch aus
  einer Jacke schauen und klaut es
       Haft                          Haft
       Stefan Zweig: Schachnovelle



• Zu seiner vorzeitigen Enttäuschung ist es
  eine Sammlung von Schachmeisterpartien
• Nachdem er sich aber ein Schachbrett und
  Figuren gebastelt hat, ist er entschlossen
  die Partien nachzuspielen
• Durch diese geistige Anstrengung fühlt er
  seine Denkfähigkeit nicht nur zurück,
  sondern er meint sie neu geschliffen zu
  haben
       Schachvergiftung
         Schachvergiftung
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• Er versinkt wieder im Nichts, als er jede
  Partie schon bis zu 20mal im Kopf
  durchgespielt hat
• Zur Rettung will er gegen sich selbst spielen
• Spielfreude → Spiellust → Spielzwang
• Er wird sogar im Schlaf heimgesucht
       Schachvergiftung
         Schachvergiftung
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• In den Verhören ist er sehr konfus und
  empfindet sie als Störung
• Er lebt nur noch in Schach-Ichs, die sich
  gegenseitig beschimpfen schneller zu
  spielen
• Die Besessenheit wirkt sich jetzt auch auf
  seinen Körper aus → Abmagerung,
  unruhiger Schlaf
       Haft                          Haft
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• Er erwacht eines Morgens ruhig und weich
  im Bett
• Er ist in einem Krankenhaus, weil er den
  Wächter angegriffen hat und völlig
  verrückt war
• Dank einem Arzt wird er nicht mehr in Haft
  genommen, muss aber das Land
  verlassen
       Schachvergiftung
         Schachvergiftung
       Stefan Zweig: Schachnovelle




• Er will nur ein Schachspiel bestreiten
• Am Anfang ist er ruhig und plaudert,
  während des Spieles, sogar mit den
  Leuten
• Czentovics Denkpausen bringen ihn
  jedoch aus der Ruhe
• Am Ende gewinnt er gegen den
  Schachweltmeister
        Schachvergiftung
          Schachvergiftung
        Stefan Zweig: Schachnovelle



• Doch Dr.B ist wieder völlig besessen und nimmt
  eine Revanche an
• Durch Czentovics Verzögerungstaktik ist er so
  aufgeregt, dass er auf den Tisch trommelt
• Dr.B murmelt nun unverständliche Sachen und
  spielt im Kopf andere Partien
• Zuletzt entschuldigt er sich und verspricht nie
  wieder Schach zu spielen
            Gattung Novelle
             Stefan Zweig: Schachnovelle




Novellen (= novella (ital.) Neuigkeit) sind Erzählungen, welche...


1. Kürzer sind als ein Roman, keine Nebenhandlungen und nur wenige
Hauptfiguren (=Protagonisten) haben.

2. Die Handlung konzentriert sich auf ein plötzliches, krisenhaftes Ereignis, durch
welches der Lebensweg des Protagonisten eine schicksalhafte Wendung erfährt.

3. Die Struktur der Novelle ist der des Dramas ähnlich:
Exposition - Hinführung zur Krise - Krise - Verzögerung - Lösung/Katastrophe
             Aufbau
             Stefan Zweig: Schachnovelle




Aufbau, typisch für Novelle:


1. Ich-Erzähler
2. Rückblende
3. Spannende Handlungsführung
         Psychologische Analyse
         Stefan Zweig: Schachnovelle




• Dr. B. erkrankt an, wie er es selber bezeichnet: „Schachvergiftung“
• Erleidet starke Schizophrenie
• Schach als Droge/Sucht für geistige Abhängigkeit
             Biographische Parallelen
             Stefan Zweig: Schachnovelle




Parallelen zu Dr. B:

  • Sohn eines angesehenen jüdischen Industriellen
  • Pazifistische Grundhaltung (1917/1918 Aushebung aus Wehrdienst)
  • Kampf für Ideale
          Quellen
          Stefan Zweig: Schachnovelle




• Zweig, Stefan: Schachnovelle
• http://www.ni.schule.de/~pohl/unterricht/kl9/zweig_schachnovelle.htm
• http://www.zum.de/Faecher/D/BW/gym/Novellen/gattung.htm
• http://www.stefanzweig.de

				
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