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Die Einladung - Die Einladung

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Die Einladung - Die Einladung Powered By Docstoc
					**Die Einladung**
  für Köritz, Neustadt (Dosse),
     Kampehl und Schönfeld
         Oktober /November 2006


Titelbild: Radfahrer im Uhrenpark am Rheinufer
in Düsseldorf
                            Neustadt, 28. September 2006
Liebe Gemeinde,
jetzt ist es so weit: mit dieser Ausgabe „Die Einladung“, die
zwar überwiegend noch von Pfarrer Wolf Fröhling
verantwortet wird, wird wahr, was wir schon angekündigt
haben: Ab dem 1. Oktober bin ich ganz zu 100% für Sie als
Pfarrerin von Neustadt und Köritz-Kampehl zuständig und
mein Mann geht zum ersten Mal in Elternzeit und wird
nächstes Jahr zum 1. Oktober 2007 wieder mit mir zusammen
die Pfarrstellen verwalten. Wir können nicht anders, als zu
sagen: Wir freuen uns auf unseren Wechsel und die neuen
Aufgaben!
Gerade weil ich vor meiner Elternzeit vorwiegend für den
Gemeindebereich Neustadt zuständig war, kann es sein, dass
ich manche aus Köritz-Kampehl noch nicht kennen gelernt
habe. Ich kann Sie nur ermuntern: Sprechen Sie mich einfach
an, wenn Sie mich als Ihre Pfarrerin besser kennen lernen
wollen. Gern nehme ich mir Zeit für Sie. Seelsorge verstehe
ich als Sorge für die Seele, für jeden einzelnen. Gott möchte,
dass es immer jemanden gibt, bei dem Sie sich aussprechen
und auch vor Gott aussprechen können, deshalb gibt es uns als
Pfarrer hier vor Ort.
Um möglichst viele von Ihnen in den unterschiedlichen
Generationen kennen zu lernen, habe ich mir vorgenommen,
jeden zum Geburtstag zu besuchen, der hinten eine „0“ oder
eine „5“ hat, oder der über 80 Jahre alt wird.
Möge Gott uns aber auch in vielen anderen Situationen in
diesem Jahr zusammenführen und gemeinsam mit Seiner Hilfe
an unserer Gemeinde bauen, mehr werden und noch aktiver
unser Gemeindeleben zusammen gestalten.
Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich gesegnete, bunte
(vor allem vom Herbstlaub) und erfüllte Herbstmonate,
Ihre Pfarrerin

        Michaela Fröhling
Auf folgende Veranstaltungen weisen wir besonders hin:

      Zum St. Martinsfest am 11. November führen wir in
diesem Jahr ein St. Martins-Schauspiel auf.
Um 16 Uhr sind alle Kinder mit ihren Eltern und auch alle
anderen Interessierten zu diesem St. Martins-Schauspiel in die
Kreuzkirche am Kirchplatz eingeladen.
Anschließend werden wir mit unseren Laternen um die
„Amtsfreiheit“ wandern und über die (abgesperrte) Straße zur
katholischen Kirche gelangen.
In der katholischen Kirche erwartet uns eine kurze
St. Martinsandacht mit dem Ritual des traditionellen „Keks-
Teilens“.
      Es wird wieder ab Oktober Frauenabende geben! Seit
den Weltgebetstagsveranstaltungen haben wir pausiert. Jetzt
aber sind Frauen jeglichen Alters wieder eingeladen, sich mit
Pfarrerin Michaela Fröhling im Pfarrhaus einmal im Monat zu
treffen und bei einer Tasse Tee über „Gott und die Welt“ ins
Gespräch zu kommen. Am 20.10. um 19.30 Uhr sei nur so
viel verraten: Es geht um die „Orientierung“.
      Unser Kirchenchor wird 60 Jahre alt! Zur besseren
Organisation (Einladung der ehemaligen Chorsänger etc.)
haben wir dieses wichtige Chorjubiläum etwas nach hinten
verschoben. Wir feiern das Chorjubiläum nun am
12. November um 14 Uhr mit anschließender Kaffeetafel in
der Köritzer Kirche. Unser Kirchenchor mit den ehemaligen
Sängerinnen und Sängern werden unter der Leitung von
Kantorin Laura Ulrich maßgeblich diesen Festgottesdienst
mitgestalten.
***************************************
 Vom 23. bis 30. Oktober ist Pfarrerin Fröhling zu einer
          Fortbildung in Brandenburg/Havel.
 Vertretungsdienst hat Pfarrer Bothe aus Wusterhausen,
                  Tel.: 033979-14767.

„Verwerfungen aus der Vergangenheit überwinden“
Aus der Ansprache zur Anbringung der Köritzer Gedenktafeln
von 1813-15 und 1870-71 im Köritzer Pfarrhaus am 1. 9. 2006
                  von Pfarrer Wolf Fröhling

„Gedenke des Sabbattages,         für diese Allianz von Thron
dass Du Ihn heiligest.“ So        und Altar beredt Zeugnis ab.
übersetzt Martin Luther das       Gedenktafeln vergangener
Dritte der 10 Gebote.             Kriege in Kirchen – sie
Wenn das Volk Israel des          gingen entgegen der
Sabbattages „gedenken“ soll,      Aufforderung der Bibel
so ist es damit aufgefordert,     “Gedenke“ oft nur in die
sich auf den 7. Tag der           Richtung der Erinnerung der
Schöpfung zu besinnen, wo         Vergangenheit.
Gott von allen Seinen Werken      Die Erschütterung nach 1945,
ruhte. Gleichzeitig wird in       einen grausamen Krieg mit
dieser Aufforderung               allen Folgen, insbesondere
„Gedenke“ deutlich: Es geht       vielen zivilen Toten, auf
nicht um die Vergangenheit,       deutschem Boden erlebt zu
sondern um das Heute und          haben, hat in vielen deutschen
Morgen, um die Einbezie-          Kirchen im Laufe der letzten
hung des Gebotes ins              Jahrzehnte zu einer Neube-
alltägliche Leben.                wertung solcher alten
„Gedenken“ ist also in der        Gedenktafeln geführt.
Bibel ein Wort, das uns nicht     Es gibt Kirchengemeinden,
in der Vergangenheit belassen     die solche einseitig auf die
will, sondern uns Gegenwart       Vergangenheit fixierte
und Zukunft aufschließt.          Gedenktafeln kommentarlos
Gedenktafeln vergangener          im sakralen Raum hängen
Kriege gehörten auf               ließen. Sie müssen sich die
kaiserliches Geheiß bis 1918      Frage gefallen lassen, ob
in vielen Kirchenräumen           dadurch in angemessener
selbstverständlich zum            Weise mit der eigenen
Inventar . „Mit Gott für          Vergangenheit kritisch genug
König und Vaterland“ – diese      umgegangen wird, wo doch
Überschrift über der Köritzer     augenscheinlich eine
Gedenktafel von 1870/71 legt      Distanzierung etwa zur
äußerst missverständlichen       Friedensdekade zum ersten
Formel: „Mit Gott für König      Mal in aller Offenheit und in
und Vaterland“ fehlt. Wo         der gemeindlichen Öffentlich-
solche Kirchengemeinden          keit miteinander beredet
von Tradition sprechen, um       werden, was mit diesen
ihr Nichthandeln an dieser       beiden Tafeln geschehen soll.
Stelle zu begründen, würde       In einer christlichen
der Behauptung Vorschub          Gemeinde – das ist meine
geleistet, der Kirchenraum sei   tiefste Überzeugung - muss
ein lediglich musealer Raum.     nach Lösungen gesucht
Der in Köritz 1993 einge-        werden, die auf Verständi-
schlagene Weg, eine              gung und letztlich Versöh-
allgemeine Tafel des             nung zielen; eine Lösung, die
Gedenkens aufzuhängen,           weder Sieger noch Besiegte
verbunden mit zwei Bitten        zurücklässt und dadurch
aus dem Vaterunser, scheint      keine neuen Gräben zieht.
mir dabei die geeignetste        Eine Alternative zwischen der
Lösung zu sein, weil sie der     Aufbewahrung auf dem
Aufforderung der Bibel           Dachboden der Kirche und
„Gedenke!“ am nächsten           der Rückkehr in die sakralen
kommt, nämlich nicht             Räume der Kirche wurde
einseitig auf Vergangenheit      gesucht und mit dem Vestibül
orientiert, sondern Gegenwart    hier im Köritzer Pfarrhaus
und Zukunft kritisch in den      gefunden.
Blick nimmt.                     Möge dieser Ort nun also ein
Die gleichzeitige Konse-         würdiger Ort des Gedenkens
quenz, Gedenktafeln als          sein, ein Ort des neuen Weges
Dokumente der Ortsgeschich-      des Miteinanders in unserer
te an einem öffentlich nicht     Gemeinde. Ein Ort, der
zugänglichen Raum aufzu-         unseren Sinn darauf richtet,
bewahren, hat in Köritz          für Frieden und Versöhnung
damals Widerspruch erzeugt;      zu arbeiten, die mit uns an
es war in den letzten Jahren     unserem Ort beginnt, auf dass
um den Verbleib dieser           Verwerfungen aus der
beiden Gedenktafeln zu           Vergangenheit der
Auseinandersetzungen             Vergangenheit angehören.
gekommen, deren Folgen bis       Mögen dieser Ort des
heute nicht überwunden sind.     Gedenkens dazu führen, dass
Nun konnte im November des       wir dem nachstreben, was
letzten Jahres im Rahmen der
zum Frieden dient und zur              Erbauung untereinander.



 Gemeinschaftsgrabstätte auf dem Köritzer Friedhof
Am Sonntag vor dem ersten Advent erinnern wir uns an unsere
Toten; besonders an diejenigen, die im letzten Jahr von uns
gegangen sind. Und doch bleiben wir nicht beim Totengedenken
stehen. Als Christen glauben wir, dass wir auch nach dem Tode bei
Gott in Ewigkeit aufgehoben sind, so wie es die Bibel uns zusagt:
                        Jesus Christus spricht:
             „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“
                        (Johannes 11, Vers 25).
Diesen Spruch, in bronzene Buchstaben gefasst, finden Besucher des
Köritzer Friedhofes seit einigen Wochen auf dem Gedenkstein
gegenüber der Trauerhalle, den wir im Gottesdienst auf dem
Friedhof am 21. Mai feierlich eingeweiht haben.
Mit der Anbringung des Bibelwortes konnte die Einrichtung unserer
neuen Gemeinschaftsgrabstätte nunmehr abgeschlossen werden.
In unserem Ort hat dieser neugestaltete Teil des Köritzer Friedhofes
schon für viel Gesprächsstoff gesorgt, denn wer eventuellen Ange-
hörigen die Grabpflege ersparen wollte, war bislang gezwungen, auf
anderen Friedhöfen „anonym“ (also ohne kenntlich gemachte
Grabstätte) als Urne beigesetzt zu werden.
Im Unterschied dazu bietet die neue Köritzer Gemeinschafts-
grabstätte jedoch völlig neue Möglichkeiten:
    1. Sowohl Feuerbestattungen (Urne) als auch Erdbestattungen
         (Sarg) sind dort möglich.
    2. Eine Namensplatte mit Lebensdaten wird unmittelbar im
         Anschluss an die Trauerfeier auf der Grabstätte angebracht.
         Die Grabpflege durch die Friedhofsverwaltung ist gewähr-
         leistet, da diese Platte übermäht werden kann.
    3. Die Trauerfeier kann im Unterschied zur anonymen
         Bestattung völlig normal zu Ende geführt werden (mit
         Erdwurf an der Grabstätte), da ja das Grab klar verortet ist.
              Andacht am Totensonntag (26. November)
an der Gemeinschaftsgrabstätte auf dem Köritzer Friedhof 16 Uhr.
KALEBUZ-KULTUR OKTOBER - NOVEMBER
Nach fünf mitreißenden Vorstellungen klingt die
diesjährige Kleinkunstreihe in der Kampehler Kirche aus;
wir hoffen, spätestens im November den 500. Besucher
feierlich begrüßen zu können.
Sonntag, 22. Oktober 16 Uhr (Neuer Termin!)
Karsten Troyke – „Lieder der Welt“
Der Berliner Sänger Karsten Troyke hat sich in den letzten 15 Jahren
insbesondere als erstklassiger Interpret jiddischer Lieder einen
Namen gemacht. Tourneen führten ihn bis in die USA. Mit an
Klangfarben reicher, ausdrucksvoller Stimme versteht er es, sein
Publikum an die Schauplätze der Lieder zu entrücken, ohne dass
jemand den Sitzplatz verlassen muss. Als jahrelanger Sänger am
Berliner „Hackeschen Hoftheater“ hat er viel zur Renaissance des
jüdischen Liedes am Anfang des 21. Jahrhunderts beigetragen.
Jens-Peter Kruse begleitet ihn gitarristisch einfühlsam auf einer
musikalischen Weltreise. Bereits zum zweiten Mal in Kampehl!!!


Freitag, 3. November 20 Uhr
“Der Tod, das muss ein Wiener sein…”
Schwarze Heimatlieder von Georg Kreisler (*1922)
mit Wolf Amadeus Fröhling (*1969),
Klavier und Gesang
Skurriles und Makabres vom Begründer des schwarzen Humors im
deutschsprachigen Kabaretts zum 304. Todestag von Ritter Kalebuz,
dargeboten vom „singenden Pfarrer“.

             www.kalebuz.de
**************************************
             „Von Schulze bis Schulze“ –
     Orgelmusikreihe in der Neustädter Kreuzkirche
             Samstag, 2. Dezember 18 Uhr
                    Kirchenmusikdirektor
               Prof. Friedrich Meinel, Potsdam
               spielt romantische Adventsmusik
     Veranstaltungen in unseren Kirchengemeinden
Christenlehre
(Kirche Köritz)                Frauenabend
jeweils montags                (Pfarrhaus)
2., 3. und 5. / 6. Klassen     jeweils 19. 30 Uhr
jeweils donnerstags            20. Oktober
1. und 4. Klasse               30. November (Basteln für
                               Advent und Weihnachten)
Konfirmandenunterricht
                               Bibelstunde
 (Kirche Köritz)
                               Landeskirchl. Gemeinschaft
7. Klasse: donnerstags
                               (Gemeindehaus Neustadt,
16 30 – 18. 30 Uhr
                               Robert-Koch-Str. 21);
19. 10. /
                               am 31. 10. und 28. 11.. im
November nach Vereinbarung
                               Seniorenheim „Dosseblick“)
8. Klasse donnerstags
                               jeden Dienstag 18 - 19 Uhr
16-18 Uhr:
2. 11. / 16. 11.               Seniorennachmittag
Konfirmandenelternabend am     jeweils mittwochs 15 Uhr
Mittwoch, 18. 10. 18. 30 Uhr   Kirche Köritz:
im Pfarrhaus                   4. Oktober / 1. November
9. Klasse freitags 16-18 Uhr   Gemeindehaus Neustadt:
20. 10. / 3. 11. / 17. 11.     11. Oktober / 15. November
Bibel zum Feierabend
                               Kirchenchor
jeweils 19. 30 Uhr
                               (Kirche Köritz)
Lindenhof Kampehl (Kauert)
                               mittwochs 19.30 - 21 Uhr
Donnerstag, 5. 10. / 9. 11.
Männerabend                    Gottesdienste im
(Kirche Köritz)                Seniorenheim „Dosseblick“
jeweils 19. 30 Uhr             Donnerstag 12. 10. 15 Uhr
19. Oktober / 16. November     Donnerstag, 23. 11. 15 Uhr
                               (jeweils mit Abendmahl)
Klön- und Spielnachmittag
(Gemeindehaus Neustadt)
jeweils 14. 30 Uhr
25. Oktober / 29. November
             ADVENT IST IM DEZEMBER!
Die Bischöfin von Hannover, Margot Käßmann, hat sich angesichts
vieler bereits im September vorhandener Schokoladenweihnachts-
männer vor drei Jahren entsprechend zu Wort gemeldet. Umfragen
bestätigen: 71 % der Kunden sind genervt, schon im Spätsommer
Lebkuchen in den Geschäftsauslagen zu finden. Auch in diesem Jahr.
               Der Kunde ist König!? Selten so gelacht!
Die erste Nachricht kam dieses Jahr aus England. Am 5. August
2003 meldete das „Hamburger Abendblatt“: „Harrods“ startet die
Weihnachtszeit! 144 Tage vor dem Fest bot das Kaufhaus in London
bei drückender Sommerhitze Weihnachtsartikel an. Wenig später
wurden auch bei uns die ersten Nikoläuse und Dominosteine in den
Geschäften gesichtet. Da frage ich mich: Sind wir noch zu retten?
Was für ein Unsinn! Meines Erachtens werden langfristig so nicht
nur die Kirchenjahresrhythmen lächerlich gemacht, sondern es
werden auch die heilsamen Rhythmen unseres Lebens zerstört.
Wenn alles gleichzeitig und immer ist, gibt es keine Vorfreude, kein
Warten-Können mehr. Und wenn wir im November nicht die Zeit
der Auseinandersetzung mit dem Sterben zulassen von Volkstrauer-
tag und Bußtag bis Toten- bzw. Ewigkeitssonntag, dann gibt es
letzten Endes auch keine Zeit der Freude mehr, dann ist alles
gleichgültig.
Das Burn-Out-Syndrom beim Managern hat ja als Ursache, dass sie
keinen Rhythmus von Schaffen und Ruhen mehr kennen.
Anscheinend verfällt unsere ganze Gesellschaft inzwischen kollektiv
diesem Syndrom.
„Alles hat seine Zeit – Advent ist im Dezember“, so haben wir als
hannoversche Landeskirche unsere Initiative genannt, die inzwischen
immer größere Kreise zieht. Wir setzen uns für die christliche
Adventskultur ein und sind nicht gegen Geschenke, Lebkuchen und
Weihnachtsmärkte! Im Gegenteil - ich freue mich auf den Advent –
aber zur rechten Zeit. Ich wünsche mir, dass der Advent wieder die
Zeit wird, in der wir uns bewusst auf Weihnachten, auf die Geburt
des Gotteskindes vorbereiten. Die Adventszeit ist voller schöner
Rituale, die unserer Seele gut tun und auch unseren Kindern. Die
Adventskampagne will Menschen Lust und Mut machen, Advent
wieder in der Adventszeit zu feiern. Machen Sie mit!
                15 Jahre neben der Mumie –
     die Kalebuzführerin Margitt Fechner aus Kampehl
Am 1. November ist sie bereits 15 Jahre in Amt und Würden
als Führerin in der Kalebuz-Gruft der Kampehler Kirche:
Margitt Fechner geb. Hegermann aus Kampehl. Sie kann sich
noch gut erinnern, wie sie damals zu dieser ungewöhnlichen
Arbeit gekommen war: 1991 suchte die Kampehler Familie
Mathiske, die die Betreuung der Kalebuzgruft im Auftrage der Stadt
Neustadt seit Jahren übernommen hatte, nach einer neuen
Herausforderung und ging in die Gastronomie. Damals zeichnete
sich bereits ab, dass die Kirche ab 1. März 1992 offiziell die
Kalebuzgruft übernehmen würde. Der damalige Köritzer und
Kampehler Pfarrer Hans-Peter Freimark war folglich hängeringend
auf der Suche nach einer verlässlichen Kraft, die bereit wäre, täglich
außer Montags den vielen Besuchern von Kampehl Deutschlands
wichtigste Mumie zu zeigen. Eigentlich hatte man damals an Frau
Fechners Mann Wolfgang gedacht, der kurz davor arbeitslos
geworden war. Jedoch schlug dieser dem Pfarrer gleich seine Frau
für diese neue Vollzeitaufgabe vor. Margitt Fechner war damals eine
von zwei Verkäuferinnen im Kampehler Konsum und musste nicht
lange überlegen, diese neue Arbeit in der Kalebuzgruft anzunehmen.
Als Kampehlerin war sie gegenüber der Kirche mit ihrem Gruft-
anbau aufgewachsen, hatte oft dem alten Dorfschullehrer Klaus
Plessow zugehört, wie dieser den Touristen die schaurige Geschichte
vom Ritter Kalebuz erzählte. Bis heute hat Margitt Fechner diese
Herausforderung nicht bereut. Ihre nahezu tägliche Arbeit in der
engen und nicht immer angenehmen Kalebuzgruft empfindet sie
auch nach fünfzehn Jahren nicht als monoton, wiewohl immer
wieder die selbe Geschichte vom Ritter Kalebuz neu erzählt werden
muss. Sie liebt es, auf diese Weise mit Menschen aus der ganzen
Welt in Kontakt zu kommen und ein wichtiger Anlaufpunkt für den
regionalen Tourismus zu sein. Hier sieht Margitt Fechner noch viel
ungenutztes Potential – es gibt allein in Deutschland eben noch
genug Leute, die das schöne Ruppiner Land noch nicht bereist und
demzufolge auch noch nicht Ritter Kalebuz einen Besuch abgestattet
haben.
Genauso gern wie die Gruft zeigt Margitt Fechner den Besuchern
auch die durch ihre schöne Schlichtheit bestechende Kampehler
Kirche: „Man kommt auf diese Weise auch am Tage mal kurz aus
der Gruft raus.“
               „Zeigen, wie es wirklich war“
Pfarrer i. R. Hans-Peter Freimark über die Eröffnung des
Geschichtsmuseums im Dokumentationszentrum Perleberg
Herr Freimark, wie sind Sie auf die Idee gekommen, sich einer
Dokumentation zur Frage „Was war die DDR?“ zu widmen?
Vor einigen Jahren hatte ich eine denkwürdige Begegnung mit
einem Bundesbürger, der felsenfest überzeugt war, die Rote Armee
hätte sich 1949 vom Territorium der DDR zurückgezogen. Daraus
entwickelte sich ein mehrstündiges Gespräch, an dessen Ende mein
Gesprächspartner sagte, er habe nun verstanden, was wirklich in der
DDR los war. Kinder und Jugendliche kennen die DDR nicht mehr
– das Bildungsministerium hat ja jetzt vor, die DDR stärker in den
Lehrplänen zu berücksichtigen - und viele Erwachsene haben vieles
vergessen, was ihnen widerfahren ist; die Ausstellung will also
politische Aufarbeitung ermöglichen. Als ich noch Pfarrer in Köritz
war, hatten wir die Vorstellung, im Stallgebäude neben dem
Pfarrhaus diese Ausstellung unterzubringen, aber wir sind nunmehr
bei 800 Quadratmetern. Der Platz dort hätte bei weitem nicht
ausgereicht. Die Dokumentation beginnt mit dem Thema „Die DDR
als Staat“, Büchern und Zeitungsausschnitten zum Thema, zeigt den
Weg der SED, der Blockparteien und Massenorganisationen; außer-
dem gibt es ein DDR-Schlafzimmer und Jugendzimmer, original-
getreu eingerichtet – also privater und politischer Alltag in der
DDR. Viele Exponate haben meine Eltern schon aufgehoben, vieles
ist in Neustadt nach der Wende weggeworfen worden, und ich habe
es mir damals von Müllbergen besorgt, gesichtet und geordnet.
Wo und wann kann diese Ausstellung besucht werden?
Das Gebäude in der Feldstraße 98 a befindet sich direkt neben der
Perleberger Feuerwehr. Die Eröffnung findet am Samstag, den
7. Oktober um 11 Uhr statt, dann ist immer vier Tage in der Woche
geöffnet, Donnerstag und Freitag von 9-13 Uhr, Samstag und
Sonntag von 14-16 Uhr. Bei Gruppen wie etwa Schulklassen können
auch außerhalb dieser Zeiten Führungen arrangiert werden unter
03876-616393 oder 0162-5887640. Von Dezember bis März werden
wir wegen der Heizperiode geschlossen haben. Wir hoffen, im
nächsten Jahr noch das DDR-Kapitel „Widerstand und Opposition“
präsentieren zu können sowie regionale Aspekte des Dritten
Reiches. Langfristig soll jedenfalls die Geschichte des
20. Jahrhunderts in der Prignitz dokumentiert werden.
                        Atme auf!
        „Du sorgst für das Land und tränkst es;
          Du überschüttest es mit Reichtum.“
                  (Psalm 65, Vers 10)
„Was unser Gott geschaffen hat, das will Er auch erhalten“
heißt es in einem Kirchenlied.
Gott kümmert sich also um Seine Erde, die Er geschaffen hat
als Schöpfer, genau so wie Er uns geschaffen hat. Gott als
Schöpfer steht also in enger Beziehung zu Seiner Erde, deren
fruchtbaren Teil wir für gewöhnlich als „Land“ bezeichnen.
Unser Monatsspruch sagt: Gott sorgt für das Land, und Er
macht das Land reich.
Diese Aussage erschließt sich nicht auf den ersten Blick, denn
die Menschen müssen sich doch abrackern, damit das Land gut
bebaut wird. Eine Karikatur von unserem Monatsspruch war
darum die sozialistische Losung aus den siebziger Jahren:
„Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein“.
Verordneter Atheismus stand dahinter.
Oskar Brüsewitz, damals Pfarrer in Rippicha bei Zeitz (Bezirk
Halle) war eines Tages mit Pferd und Wagen durch die
Kreisstadt gefahren. Auf einer Blechtafel, die er an den Wagen
angebracht hatte, stand als Gegenentwurf zu dieser Losung:
„Regen kommt von Segen. Doch ohne Segen, ohne Gott geht
die ganze Welt bankrott!“ Das sorgte für Aufsehen. Der
Pfarrer wollte zum Ausdruck bringen: Wir müssen den
Menschen sagen, was wir glauben: Hinter allen unseren guten
Erfahrungen, wo uns etwas gelingt (ob in der wirklichen Ernte
oder in der im übertragenen Sinn im Leben) steht Gott. Ihm
können wir „Danke!“ sagen, weil wir letztlich Ihm alles Gute
im Leben verdanken. Auf das Erkennen dieses
Zusammenhangs kommt es an. Gott ist unser Schöpfer, und
daraus folgt: Ihm können wir vertrauen, Ihm können wir unser
ganzes Leben anvertrauen – Ihm im Gebet danke sagen und im
Gebet alle unsere Sorgen auf Ihn werfen, denn Gott sorgt für
uns, wo wir uns Ihm voll und ganz anvertrauen.