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Brandgefahr durch private Elektr

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  • pg 1
									FÜR DIE PRAXIS                                   Brandschutz



Brandgefahr durch private                                                                          sig. Da es sich bei der DIN VDE 0620 um
                                                                                                   eine reine Prüfnorm handelt, wurde mit der
                                                                                                   Überarbeitung im Jahre 2002 diese wichtige
Elektrogeräte im Betrieb                                                                           Anforderung aus der derzeit gültigen DIN VDE
                                                                                                   0620 herausgenommen.
H. Bluhm, Duisburg                                                                                 Bedauerlicherweise hat die Deutsche Kom-
                                                                                                   mission für Elektrotechnik (DKE) es versäumt,
Immer wieder kommt es durch das Betreiben von privaten Haushaltsgeräten,                           diese wichtige Anforderung an die Verwen-
die im Betrieb genutzt werden, zu Brandgefahren. Ursachen hiefür sind ein                          dung ortsveränderlicher Mehrfachsteckdosen
                                                                                                   an geeigneter anderer Stelle der DIN-VDE-Nor-
unsachgemäßer Einsatz, Verwendung von Billigprodukten sowie das Nicht-
                                                                                                   men wieder einfließen zu lassen. Zahlreiche
beachten der Betriebs- und Sicherheitshinweise der Gerätehersteller. Der                           Brandschäden sind jedoch auf ortsveränder-
Beitrag behandelt den ordnungsgemäßen Umgang mit Haushaltsgeräten,                                 liche Mehrfachsteckdosen und deren unsach-
die von den Angestellten in einen Betrieb eingebracht und genutzt werden.                          gemäßem Einsatz zurückzuführen. Deshalb
                                                                                                   wird derzeit wieder die Diskussion um eine
                                                                                                   erneute normative Verankerung des Verwen-
       Brandschäden                              festigkeit) und unvorschriftsmäßige Anwen-        dungszwecks und des fachgerechten Einsat-
 1     durch Elektrogeräte
                                                 dung (z. B. durch mehrfaches Hintereinander-
                                                 stecken bedingte unzulässige Erhöhung der
                                                                                                   zes solcher ortsveränderlichen Mehrfachsteck-
                                                                                                   dosenleisten innerhalb der DIN-VDE-Normen
Gemäß DIN VDE 0100-420:1991-11, Abschn.          Schleifenimpedanz) von Steckdosenleisten          verstärkt geführt (Bild ➌).
4.1, dürfen elektrische Anlagen für ihre Umge-   und Verlängerungsleitungen sind dabei ursäch-     Somit bleibt für die Installationspraxis derzeit
bung keine Brandgefahr darstellen. Außerdem      lich für Brandschäden verantwortlich (Bild ➋).    nur die dringende Empfehlung: Sollten orts-
müssen beim Einsatz von elektrischen Be-         Insbesondere preisgünstig über Baumärkte zu       veränderliche Mehrfachsteckdosen benötigt
triebsmitteln auch die Sicherheitshinweise der   beziehende ortsveränderliche Mehrfachsteck-       werden, so sind unter Beachtung der für den
Hersteller beachtet werden (u. a. Betriebs-,     dosenleisten und Verlängerungsleitungen für       Einsatzort gültigen behördlichen Vorschriften,
Sicherheits- und Montagehinweise). Diese         den temporären Einsatz im Haushalt mit An-        der DIN-VDE-Normen sowie der Sicherheits-
Forderungen der DIN-VDE-Normen stehen im         schlussleitungen der Leitungstypen 03VV und       vorschriften der Feuerversicherer (VdS-Richt-
direkten Widerspruch zur Brandschadenstati-      05VV finden immer wieder, aufgrund attrakti-      linien), „robuste“ Steckdosenleisten bzw.
stik – Elektrogeräte sind häufigste Brandursa-   ver Materialpreise, den Weg in die Werksma-       Industriesteckdosenleisten in entsprechender
che in elektrischen Anlagen (Bild ➊).            gazine der Betriebe. Nach DIN VDE 0620:           Ausführung einzusetzen (Bild ➍).
Dabei sind die elektrotechnisch verursachten     1992-05, Abschnitt 3.4.26, sind ortsveränder-     Merkmale für „gute“ und „schlechte“ Mehr-
Brände durch Elektrogeräte in gewerblich ge-     liche Mehrfachsteckdosen nach DIN 49 440          fachsteckdosenleisten sind für den elektro-
nutzten Objekten (u. a. Verwaltungen, Produk-    Teil 2 als Ersatz für ortsfeste Installationen,   technischen Laien nur schwer zu erkennen.
tionsstätten) oftmals auf privat eingebrachte    einschließlich für Installationen in Kanälen,     Das VDE-, GS- oder CE-Zeichen sind dabei kein
Haushaltsgeräte zurückzuführen. Zu dieser        Leuchten, Möbeln und Caravans, nicht zuläs-       Garant für eine gut verarbeitete und belast-
Gruppe zählen neben den immer wieder
diskutierten ortsveränderlichen Mehrfach-                                    Feuerungs- und
steckdosenleisten (Tischverteiler) u. a. auch        Sonstige                Erhitzungsanlagen
Kaffeemaschinen, Wasserkocher, Zweiplat-             5%                      3%
ten-Kochherde, Rundfunkgeräte, Heizlüfter,           EDV-Anlagen                  Elektro-
Heizradiatoren und Kühlschränke. Das Ein-            1%                           installationen
bringen solcher Haushaltsgeräte geschieht                                                  32 %
                                                     Fahrzeuge/
dabei häufig ohne Kenntnis der zuständigen           Transportanlagen
technischen Abteilung oder der verantwort-           6%
lichen Elektrofachkraft eines Betriebes und          technische
damit auch ohne ausreichende Kenntnis zu             Einrichtungen
beachtender Bestimmungen und Normen oder             23 %
technischer Hintergründe.                            Druckbehälter                Elektrogeräte
                                                     1%                                   29 %

                                                   ➊ Brandschadenstatistik Quelle: Provinizial
 2     Mehrfachsteckdosenleisten
Die Verwendung von ortsveränderlichen Mehr-
fachsteckdosenleisten und Verlängerungslei-
tungen als Ersatz für eine unzureichende orts-
feste Elektroinstallation stellt eine Brand-
gefahr in elektrischen Anlagen dar. Die                                                            ➌ Unzulässige Verwendung von orts-
unsachgemäße Auswahl (z. B. preisgünstigere        ➋ Verschmorte Mehrfachsteckdosen-               veränderlichen Mehrfachsteckosen-
Haushaltstischverteiler statt robuster Indus-      leiste                                          leisten
triesteckdosenleisten mit höherer Kurzschluss-


  Autor
  Dipl.-Ing. Holger Bluhm, Duisburg, ist VdS-
  anerkannter Sachverständiger zum Prüfen
  elektrischer Anlagen.                            ➍ Beispiel einer „robusten“ Mehrfachsteckosenleiste


974                                                                                                              Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 12
  ➎ Haushaltsgeräte unzulässig im Metallschrank eines Mitarbeiters betrieben

bare Steckdosenleiste. Als Empfehlung las-         dabei die Interessen von Arbeitnehmern zu
sen sich folgende Unterscheidungsmerkmale          Gunsten der Brand- und Personenschadenver-
nennen:                                            hütung zurück zu stellen. So ist zum Beispiel
• Die Mehrfachsteckdosenleiste sollte für          der Einsatz von Kühlschränken in einer Produk-
  eine Leistung von mindestens 3 600 W zu-         tionshalle für Spanplatten (feuergefährdete Be-
  gelassen sein.                                   triebsstätte) aus Sicht der Arbeitnehmer durch-
• Die Mehrfachsteckdosenleiste sollte zuge-        aus nachvollziehbar. Die Brandgefahr, die vom
  lassen sein für den Einbau in Möbel.             Kühlschrank in diesem konkreten Fall, aufgrund
• Die Mehrfachsteckdosenleiste sollte ein          der zu geringen Schutzart und damit der
  robustes Gehäuse besitzen (im günstigsten        Möglichkeit der Selbstentzündung von Holz-
  Fall Aluminium).                                 staubablagerungen (Wärmestau) im Bereich
Grundsätzlich ist festzustellen, dass ortsver-     des Verdichters, ausgeht, steht jedoch in kei-
änderliche Mehrfachsteckdosenleisten aus-          nem Verhältnis zur Notwendigkeit des Nutzens
schließlich für den temporären Einsatz ge-         des Kühlschranks durch den Arbeitnehmer.
dacht sind und in keinem Fall als Ersatz für
eine nicht ausreichende ortsfeste elektri-         3.2     Sicherheitshinweise des
sche Anlage eingesetzt werden sollten.                     Geräteherstellers
                                                   Beim Einsatz von Haushaltskaffeemaschinen,
                                                   Wasserkochern und Rundfunkgeräten sind
                                                   beim bestimmungsgemäßen Gebrauch solcher
 3       Haushaltsgeräte                           ortsveränderlicher Betriebsmittel neben den
                                                   DIN-VDE-Normen und der BGV A3 auch die ent-
Werden durch Angestellte oder Mitarbeiter          sprechenden Sicherheitshinweise der Geräte-
Haushaltsgeräte, z. B. Kaffeemaschinen, Was-       hersteller zu beachten. In denen wird eindeutig
serkocher, Rundfunkgeräte usw., in den Betrieb     das „Ziehen des Netzsteckers nach jedem
eingebracht und dieser Sachverhalt durch die       Gebrauch oder im Fehlerfall“ gefordert (Auszug
Firmenleitung geduldet, so werden sie automa-      einer Bedienungsanleitung eines Wasser-
tisch Bestandteil der elektrischen Anlage und      kochers – Bild ➏).
müssen entsprechend DIN-VDE-Normen, BGV            Insbesondere einfache Haushalts-Kaffeema-
A3 und den Sicherheitshinweisen der Hersteller     schinen und Heißwasserbereiter (Wasserko-
errichtet, betrieben, gewartet, instand gehalten   cher) haben immer wieder zu Bränden geführt,
und geprüft werden (Bild ➎).                       obwohl sie zwar nachweislich nach Dienst-
Gleiches gilt für ortsveränderliche elektrische    schluss vom Arbeitnehmer am Schalter ausge-
Betriebsmittel, die durch die Firmenleitung ge-    schaltet wurden, der Netzstecker jedoch nicht
kauft und betrieben werden. In jedem Fall ist      gezogen wurde. Eine Ursache hierfür ist die
dabei durch eine Elektrofachkraft individuell zu   Möglichkeit des phasenverkehrten Anschlus-
prüfen, ob der Betrieb solcher Elektrogeräte in    ses solcher Haushaltsgeräte. Bild ➐ verdeut-
der betreffenden Örtlichkeit überhaupt zulässig    licht schematisch diese Erkenntnis am Beispiel
ist (z. B. unzulässig in Feuchträumen, feuer-      einer Haushalts-Kaffeemaschine.
gefährdeten Betriebsstätten, Ex-Räumen und         Da der Ein-/Aus-Schalter vieler Haushaltskaf-
Ex-Zonen usw.).                                    feemaschinen nur einpolig schaltet, besteht die
                                                   Möglichkeit, dass an der Heizspirale der Kaffee-
3.1     Einsatz in speziellen Umgebungen           maschine (in der Regel unterhalb der Heizplat-
Sollen elektrische Betriebsmittel in speziellen    te) bei eingestecktem Stecker noch Spannung
Umgebungen, z. B. Feuchträumen oder feuerge-       liegt, obwohl der Schalter ausgeschaltet ist. Bei
fährdeten Betriebsstätten, eingesetzt werden,      dieser Konstellation (Bild ➐, rechtes Schema-
so ist zunächst zu prüfen, ob sie in ihrer vom     Schaltbild) unterbricht der Schalter den rück-
Hersteller angegebenen Schutzartausführung         führenden Leiter (Neutralleiter), während über
den entsprechenden behördlichen Vorschriften,      den Außenleiter bei eingestecktem Stecker
den DIN-VDE-Normen sowie den Sicherheitsvor-       ungeschaltet Spannung an der Heizspirale an-
schriften der Feuerversicherer (VdS-Richtlinien)   liegt.
genügen. Genügen die elektrischen Betriebs-        Da Kaffeemaschinen im betrieblichen Alltag oft
mitteln diesen Anforderungen nicht, so dürfen      bis an ihre Belastungsgrenze hin betrieben
sie auch nicht eingesetzt werden. Oftmals sind     werden, setzt die negative mechanische und


Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 12
FÜR DIE PRAXIS                                      Brandschutz



elektrische Veränderung bzw. der Verschleiß
der Kaffeemaschinen – bedingt durch u. a.                                                           • Kinder vom Gerät fernhalten.
• Verkalkung,                                                                                       • Das Gerät nur gemäß Typenschild-An-
• Korrosion der Heizspirale,                                                                          gabe anschließen und betreiben.
• Überlauf von Kaffee auf die Heizplatte,                                                           • Gerät nicht anschließen, wenn die Zu-
• Einbrennen von Kaffeeresten in die Heiz-                                                            leitung oder das Gerät Beschädigungen
   platte und Überhitzung                                                                             aufweisen.
wesentlich früher ein, als bei im Familienhaus-                                                     • Netzstecker nach jedem Gebrauch oder
                                                                                                      im Fehlerfall ziehen.
halt eingesetzten Kaffeemaschinen. Hinzu
                                                                                                    • Zuleitung nicht
kommt, dass derartige Veränderungen an den                                                            – mit heißen Teilen in Berührung bringen,
Kaffeemaschinen nicht durch die Arbeitnehmer                                                          – über scharfe Kanten ziehen.
wahrgenommen oder sogar bewusst ignoriert                                                           • Eine beschädigte Zuleitung darf nur durch
werden.                                                                                               unseren Kundendienst ersetzt werden,
                                                                                                      um Gefährdungen zu vermeiden.
                                                                                                    • Ausgediente Geräte sichtbar zerstören
        Prüfung ortsveränderlicher                                                                    und ordnungsgemäß entsorgen. Nähere
 4      Betriebsmittel nach BGV A3
                                                                                                      Informationen auch zur Entsorgung der
                                                                                                      Verpackungen erhalten Sie von Ihrem
                                                                                                      Händler oder der Gemeinde- bzw. Stadt-
Gemäß BGV A3 § 5 (sowie DA zu § 5) sind orts-         Ihr Wasserkocher (Bild)                         verwaltung.
veränderliche elektrische Betriebsmittel alle         a Riegel zum Öffnen des Deckels               • Die Zuleitung darf die Kanne nicht berüh-
sechs Monate unter Verwendung geeigneter              b Ein-/Aus-Schalter:                            ren, da diese heiß wird.
Messgeräte auf ihren einwandfreien Zustand               oben EIN (I), unten AUS (0)                • Nicht einschalten, wenn die Kanne leer
hin zu prüfen. Beträgt die Fehlerquote < 2 %, so      c Kanne mit Boden aus Edelstahl                 ist.
kann die Prüffrist für die ortsveränderlichen         d Kanne aus Edelstahl                           Der Edelstahl verfärbt sich und kann be-
elektrischen Betriebsmittel in Büroräumen auf         e Kontroll-Lampe                                schädigt werden.
maximal zwei Jahre ausgedehnt werden. Weite-          f Wasserstands-Anzeige                        • Leere Kanne nicht füllen, wenn sie heiß
                                                      g Sockel mit Kabelaufwicklung                   ist: Das Gerät kann durch den Tempera-
re Angaben hierzu können den Durchführungs-
                                                                                                      turschock beschädigt werden.
anweisungen zur BGV A3 entnommen werden.              Dieses Gerät ist für den Haushalt und nicht
Für den Betrieb solcher ortsveränderlichen elek-      für den gewerblichen Einsatz bestimmt         Wasser erhitzen/kochen
trischen Betriebsmittel gilt ferner, wie für alle     Nur Wasser erhitzen, keinesfalls eine         Sockel und Kanne nicht auf oder neben eine
elektrischen Betriebsmittel, der Grundsatz des        Suppe (hinterlässt fetten Geschmack und       heiße Oberfläche stellen. Riegel in Richtung
sicheren und gefahrlosen Betriebes. Das heißt,        kann überkochen), Milch (brennt an und        Griff ziehen, Deckel öffnen und Kanne fül-
es müssen alle Maßnahmen, ggf. auch zusätz-           kocht über) und fertige Getränke wie Tee      len, dabei Wasserstands-Anzeige beachten.
liche Maßnahmen, getroffen werden, damit              oder Kaffee (Kanne verfärbt sich).            Höchstens 1,7 Liter einfüllen. Verbrühungs-
eine größtmögliche Sicherheit beim Betrieb            Bitte lesen Sie die Gebrauchsanweisung        gefahr durch überkochendes Wasser.
                                                      aufmerksam durch und bewahren Sie diese       Deckel wieder schließen und einrasten las-
elektrischer Betriebsmittel erreicht und somit
                                                      für den späteren Gebrauch sorgfältig auf.     sen, sonst funktioniert die Dampfstop-Auto-
die Brand- und Unfallgefahr minimiert wird.
                                                                                                    matik nicht. Kanne nur auf trockenen
                                                      Sicherheitshinweise                           Sockel stellen. Sollte der Sockel nass sein
                                                      Dieses Gerät entspricht den anerkannten       • Netzstecker ziehen,
                                                      Regeln der Technik und den einschlägigen      • Sockel und Fläche unter dem Sockel mit
                                                      Sicherheitsbestimmungen für Elektrogerä-         saugfähigem Küchentuch abtrocknen,
                                                      te. Reparaturen und Eingriffe im Gerät sind   • Netzstecker wieder einstecken.
                                                      nur von Fachkräften durchzuführen. Der Her-   Ein-/Aus-Schalter nach oben drücken. Das
                                                      steller haftet nicht für Schäden, die durch   Gerät heitzt auf und die Kontroll-Lampe
                                                      nicht bestimmungsgemäßen Gebrauch oder        leuchtet. Das Einschalten ist nur möglich,
                                                      falsche Bedienung verursacht werden.          wenn die Kanne auf dem Sockel steht.

                                                     ➏ Sicherheitshinweise innerhalb der Bedienungsanleitung eines Wasserkocher-
                                                     Herstellers




                                                                                                                              ➐ Möglichkeit
                                                                                                                              des phasenver-
                                                                                                                              kehrten An-
                                                                                                                              schlusses bei
                                                                                                                              Haushalts-
                                                                                                                              Kaffeemaschinen
                                                                                                                              (vereinfachtes
                                                                                                                              Schema)



976                                                                                                                Elektropraktiker, Berlin 59 (2005) 12
                                                                               Brandschutz                                FÜR DIE PRAXIS



Unter Verweis auf diesen elektrotechnischen         blem der Akzeptanz solcher notwendigen und vor-      Ein weiterer Aspekt ist die Minimierung von
Grundsatz gemäß DIN VDE 0105-100:2005-06,           schriftskonformen Maßnahmen bei technisch            privat eingebrachten Elektrogeräten, sofern
Abschn. 4.1 ff., sowie BGV A3 § 3 kann eine         unversierten Personen bzw. elektrotechnischen        eine Duldung durch die Firmenleitung vor-
Brand- und Unfallgefahr minimiert werden,           Laien gemäß DIN VDE 1000-10, stellt immer wie-       liegt. Es ist zu hinterfragen, ob jeder Mitarbei-
wenn mindestens die folgenden Maßnahmen             der ein Problem im Hinblick auf den fachgerech-      ter eine eigene Kaffeemaschine o. ä. benö-
umgesetzt werden:                                   ten Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebs-       tigt oder ob eine Kaffeemaschine pro Aufent-
• Betrieb von Elektrogeräten nur dort, wo sie       mittel dar. In diesem Zusammenhang sei auf das       haltsraum genügt. Mitarbeiter müssen sich
  entsprechend ihrer Ausführung und Schutzart       Energiewirtschaftsgesetz verwiesen, dass bei ei-     des Weiteren verantwortlich für den bestim-
  zulässig sind.                                    nem Zuwiderhandeln gegen die allgemein aner-         mungsgemäßen Gebrauch und die Aufsicht
• Strikte Beachtung der Sicherheitshinweise         kannten Regeln der Technik im Schadensfall           solcher Elektrogeräte zeigen. Durch Mitarbei-
  der Hersteller von Elektrogeräten.                auch strafrechtliche Konsequenzen ermöglicht.        ter privat eingebrachte Elektrogeräte werden
• Allpoliges Abschalten nach Gebrauch durch         Eine Kosteneinsparungs-Argumentation ist somit       automatisch Bestandteil der elektrischen
  Ziehen des Netzsteckers.                          immer – nicht zuletzt auch im Falle einer juristi-   Anlage und müssen entsprechend den DIN-
• Benennung eines verantwortlichen Mitarbei-        schen Auslegung – sicherheitsrelevanten Not-         VDE-Normen, BGV A3 und den Sicherheits-
  ters innerhalb einer Abteilung, der auffällige    wendigkeiten unterzuordnen.                          hinweisen der Hersteller errichtet, betrieben,
  Veränderungen oder Beschädigungen sofort                                                               gewartet, instand gehalten und geprüft
  an eine zuständige Elektrofachkraft oder die                                                           werden. Gleiches gilt für ortsveränderliche
  Sicherheitsfachkraft meldet – sofortige Man-                                                           elektrische Betriebsmittel, die durch die
  gelbeseitigung durchführen.                        5      Fazit                                        Firmenleitung gekauft und betrieben werden.
• Gemäß BGV A3 vorgeschriebene Prüfung                                                                   Für den Betrieb solcher ortsveränderlichen
  sämtlicher ortsveränderlicher elektrischer        Grundsätzlich sind beim Betrieb von Elektro-         elektrischen Betriebsmittel gilt ferner, wie für
  Betriebsmittel unter Beachtung der vorge-         geräten                                              alle elektrischen Betriebsmittel, der Grund-
  schriebenen Prüffristen.                          • die Betriebs- und Sicherheitshinweise der          satz des sicheren und gefahrlosen Betrie-
Darüber hinaus sind verschiedene weitere geeig-       Gerätehersteller zu beachten,                      bes. Das heißt, es müssen alle Maßnahmen,
nete Maßnahmen denkbar, die jedoch indivi-          • die Aufsichtspflicht zu erfüllen und diese         ggf. auch zusätzliche Maßnahmen, getroffen
duell auf die konkrete betriebliche Situation ab-   • nach Gebrauch allpolig vom Netz zu trennen.        werden, so dass eine größtmögliche Sicher-
zustimmen sind. Hierin ist sicherlich das Aufga-    Individuell ist zu klären, ob ein Gebrauch von       heit beim Betrieb elektrischer Betriebsmittel
bengebiet der Sicherheitsfachkraft und des          Elektrogeräten auf Grund der örtlichen Gege-         erreicht wird und somit die Brand- und Unfall-
Brandschutzbeauftragten zu sehen. Das Pro-          benheiten überhaupt zulässig ist.                    gefahr minimiert wird.                         ■

								
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