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DAGPAGP-INFORMATIONEN

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					DAGP/ÖAGP-INFORMATIONEN
                                                         Ausgabe 3/2004 – 13. Jahrgang

Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie / Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie
                                                      Sektion Psychotherapie der GTA




VORSCHAU
                                                         daß die Gebärdesprache in Kontext einer              zu unserer psychotherapeutischen Arbeit
 Deutschland                                             lautsprachlich geprägten Umgebung die                herstellen. Wie wertvoll diese Ergebnisse
                                                         Sprachentwicklung sinnvoll unterstützen              sind,    wollen   wir   anhand   praktischer

 DAGP – Treffen, 5. November                             kann.                                                Beispiele aufzeigen.
                                                                                                              Wenn wir Euch neugierig gemacht haben,
 2004, 15 Uhr
                                                                                                              freuen wir uns auf Euer Kommen.
                                                         Referent:
                                                                                                              Wer mag, kann sich die Gestalttheory 2/
 Thema:     „Gestalttheoretische                         Mag. Martin Wögerbauer-Schrei-
                                                                                                              2002 mitnehmen.
 Überlegungen zum Spracher-                              hans,
 werb eines hörbehinderten Kin-                          Theologe, Pädagoge, Psychotherapeut
                                                                                                              Referentin und Referent:
 des“                                                    i.A.u.S. in freier Praxis.
                                                                                                              Renate Heill,
                                                                                                              Psychotherapeutin i. A. u. S., Systemischer
 Rund ein Promille der Bevölkerung in
                                                         Ort: Berggasthof Didoll,                             Coach, Leiterin der Tages- und Wohnstätte
 Deutschland und auch Österreich sind
                                                         Richstein                                            Autistenzentrum Arche Noah,
 gehörlos, ein Großteil von ihnen seit
                                                                                                              Thomas Zusanek,
 Geburt. Immer mehr gehörlos geborene
                                                                                                              Psychotherapeut i. A. u. S.,
 Kinder erhalten zwischen dem ersten und
 zweiten Lebensjahr ein Cochlea Implant.                 Österreich                                           stellvertretender Leiter der Tagesstätte
                                                                                                              Autistenzentrum Arche Noah.
 Normalerweise        wird     ihr     Hörvermögen
 dadurch so weit verbessert, daß sie die
                                                                                                              ORT:
 Lautsprache        erlernen     können.         Damit   ÖAGP – Theoriearbeitskreis,
                                                                                                              ABC-Zentrum, Mariannengasse 1,
 gerät die Gruppe der Gehörlosen, die                    5. November 2004, 15 Uhr
                                                                                                              1090 Wien
 sich mit Gebärdensprache verständigen
 zunehmend unter Druck. Ihre Bemühungen,                 Thema: „Was hat die Lust auf
 als eine Minderheit mit eigener Sprache                 Erdbeeren mit Gestalttheorie zu
 und      Kultur    anerkannt          zu   werden,      tun?“, Über den Artikel von Karl                     Das 1963 letztmals erschienene
 wirken     angesichts       dieser     Entwicklung      Duncker, Über Lust, Emotion und                      Buch von
 anachronistisch. Die Mehrheit der für die               Streben (Gestalttheory 2/2002)
 Förderung der „CI-Kinder“ zuständigen
 Logopäden         halten    den       Einsatz     der
                                                                                                                            Kurt Lewin
                                                         Um       so        komplexe      Begrifflichkeiten
 Gebärde für unnötig und kontraproduktiv.                wie     z.    B.    Lust,    Freude,   Begehren
 In der Begleitung meines hörbehinderten                 hat sich Karl Duncker ausführlich in                          Feldtheorie in den
 Sohnes Jonah sind wir trotzdem einen                    seinem Artikel Gedanken gemacht. Auf                         Sozialwissenschaften
 anderen Weg gegangen. Im Vortrag gebe                   gestalttheoretischer Grundlage geht er
 ich einige grundlegende Informationen                   mittels Phänomenologie unter anderem                 soll neu aufgelegt werden. Bei
 über     Hörbehinderung,        die    Kultur     der   Begriffen wie Genuß, Streben, Vorfreude,             www.booksagain.de kann man
 Gehörlosen und das Cochlea Implantat.                   Gesinnung nach.                                      sich bereits als Interessent/
 Weitere Themen sind die Bedeutung des                   Uns     haben       die     daraus   gewonnenen      Käufer vormerken lassen. (Eine
 Gehörs für die menschliche Entwicklung                  Erkenntnisse fasziniert. Deshalb haben               größere Anzahl von Vormerkun-
 und die Vorstellung einiger Sprachentsteh               wir uns eingehender damit befaßt. Die                gen sollte wohl auch den Nach-
 ungstheorien. Anhand gestalttheoretischer               wichtigsten Zusammenhänge wollen wir
                                                                                                              druck beschleunigen.)
 Überlegungen begründe ich meine Ansicht,                Euch gerne vermitteln und einen Bogen
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                         3/04




Impressum                                Inhalt
DAGP/ÖAGP-Informationen:                 Mittelteil zum Herausnehmen                                          I-VI
Information für die Mitglieder der       • ÖAGP-Ständiger Ausschuß: Ergänzende Informationen zur
ÖAGP und DAGP                               Ausbildungsordnung
                                         Editorial                                                              2
ÖAGP-Nationaler Zweig der Sek-           Aus der GTA
tion Psychotherapie der GTA in           • Zum 100. Geburtstag von Rudolf Arnheim                               3
Österreich                               • Nachruf auf Stephan Goerlich                                         4
Staatlich anerkannte psychothera-        • Informationen zur GTA-Tagung                                         5
peutische Ausbildungseinrichtung         Aus der DAGP
für das Fachspezifikum.                  • Wenn die phänomenale Welt wächst                                     6
Mitgliedsverein des Österreichi-         • Überwältigendes Spendenergebnis ermöglicht Berufung                 13
schen Bundesverbandes für Psy-           Aus der ÖAGP
chotherapie (ÖBVB).                      • Informationsabend                                                   14
Mitgliedsverein der European Asso-       • Ankündigung der Mitgliederversammlung                               14
ciation for Psychotherapy (EAP).         • Supervisions-Weiterbildung der ÖAGP                                 14
A-1180 Wien, Schopenhauerstraße          • Neues Mitglied der Ö25                                              14
48/6, Tel. und Fax +43/1/406 46 61       • Gesucht: Referenten für DAGP-Treffen                                15
(Bürozeit Do 10.00 bis 12.00 Uhr).       • Erwerb von Praxis- und/oder Praktikumsstunden                       15
                                         • Wir gratulieren                                                     15
DAGP-Nationaler Zweig der Sek-           • Verschiedenes vom Gestaltcafé                                       16
tion Psychotherapie der GTA in           • Bericht der Öffentlichkeitsarbeitsgruppe                            17
Deutschland                              • Symposion: Gesundheit und Krankheit aus wissenschafts-              17
Mitglied der Arbeitsgemeinschaft            theoretischer Sicht
Psychotherapeutischer Fachver-           Termine und Veranstaltungen                                           21
bände (AGPF).                            Adressen und Telefonnummern                                           24
Mitglied der European Association
for Psychotherapy (EAP)                  Editorial
D-88131 Lindau, Lindenhofweg 19,
Tel. +49/8382/259 76                     Viel zu schnell ist für mich der Herbst mit seinen kalten und oft
                                         frostigen Tagen herangezogen. Umso mehr erwärmt und freut es mich, daß
Fax +49/8382/942 278.                    in unserem Verein so viel konstruktive Arbeit geleistet wird. Bunt und
                                         abwechslungsreich, wie die Blätter im Herbst, sind die Artikel, Infor-
Redaktion und Herstellung:               mationen und Termine, die wir im Redaktionsteam über das Geschehen in
                                         der GTA, der DAGP und in der ÖAGP zusammen getragen haben.
Irene Agstner, Elisabeth Ripka,
                                         Und wie der Herbst nicht nur seine bunten Seiten hat, sondern auch das
Thomas Zusanek
                                         Sterben in der Natur mit sich bringt, ereilte uns die traurige Nach-
                                         richt, daß Stephan Goerlich an seiner Krebserkrankung gestorben ist.
Redaktionsschluß dieser Ausgabe:         Vielen Dank an Michael Groß, der den Nachruf gestaltet hat.
8. Oktober 2004                          Vielen Dank auch an alle anderen, die die Redaktion mit ihren Beiträ-
Nächste Ausgabe: März 2005               gen versorgt haben. Ich kann mich schwer entscheiden was mein Inter-
                                         esse mehr geweckt hat. Die im Februar stattfindende GTA-Tagung, der Ar-
(Redaktionsschluß 25.02.2005)
                                         tikel von Hans-Peter Crone über Russland oder die Berichte aus den Ar-
                                         beitsgruppen der ÖAGP? Nützlich finde ich auch den Terminkalender, denn
Wir freuen uns über Beiträge             wichtig, weil zukunftsweisend für die ÖAGP, ist der im November bevor-
jeder Art. Bitte als MS-Word-Do-         stehende Informationsabend, wo es um die Neuwahl des ÖAGP Vorstandes
                                         geht, sowie um die Psychotherapiekammer, die alle in Österreich arbei-
kument per E-Mail an:                    tenden Psychotherapeuten und -innen vertreten soll. Bei der Mitglie-
oeagp-red@yahoogroups.de                 derversammlung im Jänner könnt Ihr dann sowohl von Eurem aktiven als
oder per Post an:                        auch passiven Wahlrecht Gebrauch machen.
Irene Agstner, A-1170 Wien               Auf ein Treffen bei der Mitgliederversammlung, bei der Tagung oder
                                         einfach beim Pünschertrinken freut sich
Lacknergasse 6/12
                                                                                                 Elisabeth Ripka



                                                       –2–
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                            3/04




Aus der GTA

Gute Gestalt
Der Kunstpsychologe Rudolf Arnheim wird hundert


Runde Geburtstage erlauben                                                        sie an ihren Geburtstagen zum
es, wenigstens einmal die ver-                                                    besten zu geben pflegen: viel
pönte Frage nach den Lebens-                                                      Joghurt oder viel Gemüse, viel
grundlagen eines großen Werks                                                     Bewegung und sicher viel Liebe.
zu stellen. Und wenn man in                                                       Arnheim hat ein eigenes Rezept
solcher Weise nach Rudolf Arn-                                                    gefunden und es zum Kern seiner
heims Kunsttheorie fragt, dann                                                    Kunsttheorie gemacht, die man
wird man zunächst über sein                                                       sich leicht in eine Lehre vom lan-
Berliner Elternhaus sprechen                                                      gen Leben umformulieren kann:
müssen. Dort war das Verständ-                                                    Es ist das Prinzip der „guten Ge-
nis für die Kunst angelegt, nicht                                                 stalt“, das Prinzip der bewältigten
als vage Neigung, sondern als                                                     Spannungen, des Gleichgewichts
artistisches Eindringen bis ins                                                   der Kräfte, der Integration der
Technische. Sein Vater betrieb                                                    Einzelelemente in eine Gesamt-
eine Klavierfabrik. Arnheims                                                      struktur. Das geglückte Werk, so
Schwester heiratete Kurt Badt,                                                    glaubt Arnheim, sei nun einmal
einen bedeutenden Kunsthisto-                                                     keine bloße Ansammlung dispara-
riker, in dessen Haus Arnheim                                                     ter Motive, sondern ein einigendes
schon als Kind Cézanne-Aqua-                                                      Kraftfeld. Und er selbst war es,
relle, eine Delacroix-Magdalena                                                   der zwar nicht für das individuelle,
und einen Lehmbruck-Torso                                                         wohl aber für das soziale Leben
sehen konnte. Seine jüngste              und Gesichtern promoviert. Und           die Konsequenz zog: Wer die
Schwester war Fotografin.                nicht nur seine Studien hatten sich    Gesamtstruktur retten wolle, müsse
                                         in einem neuen, vielversprechen-       gerichtete Spannung, Wachstum
Die Elemente einer Kunsttheorie          den Forschungsbereich abgespielt,      und Wechsel einkalkulieren. So
lagen also bereit. Für Arnheim kam       sondern Arnheim erkannte bald,         wird er es gehalten haben, und so
als großes Glück hinzu, daß er eine      daß die neuen Formen des Films,        feiert er heute seinen hundertsten
neue Richtung der Erforschung der        und der Fotografie einer kunst-        Geburtstag. LORENZ JÄGER
menschlichen Wahrnehmung in              wissenschaftlichen Durchdringung
ihrer Pionierzeit kennenlernte und       harrten. Er schrieb eines der ersten   Aus der FAZ, 15.07.2004
an ihrer, Ausbildung teilnehmen          Bücher zur Theorie des Films, für      (herzlichen Dank an Rainer Kästl,
konnte: Die Gestaltpsychologie           die linksorientierte „Weltbühne“       der uns diesen Artikel geschickt
lehrte, daß man nicht zunächst ein-      übernahm er die Redaktion s Kul-       hat)
zelne Linien oder Farbflecke wahr-       turteils. Die Emigration führte ihn
nimmt, sondern integrierte Formen        zunächst nach Italien, dann in die
mit eigenen Ausdrucksvaleurs. Mit        Vereinigten Staaten.
Max Wertheimer und Kurt Lewin,
ihren hervorragenden Vertretern,         Unwillkürlich fragt man sich, wie
war diese Richtung in Berlin prä-        eine biblisch-patriarchalische Le-
sent. 1928 wurde Arnheim mit einer       benszeit von nun hundert Jahren
Dissertation über die Ausdrucks-         möglich ist. Man kennt die Rezepte
wahrnehmung an Handschriften             der anderen Hundertjährigen, die



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  Stephan Goerlich                                                                   bares Essen; nach – wie er sagte
  1966 - 2004                                                                        – schlechter Vorbereitung drei
                                                                                     Stunden Referat und lebendiger
  Wir trauern um Stephan Goerlich,                                                   Austausch über Phänomenologie
  geboren am 30. April 1966, gestor-                                                 und Gestalttheorie.
  ben am 10. Oktober 2004, Mitglied                                                  Im Kern war er ein von Gott be-
  der Redaktion der gestalt theory,                                                  rührter Mensch. In seiner Wohnung
  vielen von uns ein guter Freund.                                                   hatte er Bilder von seiner Reise
  Er war studierter Theologe und                                                     zum Sinai hängen, dem Berg der
  Psychologe. Am 26. Juni 1992                                                       Gotteserfahrung. Sein Primizspruch
  wurde er in Köln zum Priester ge-                                                  waren die Worte: „Seht, welche
  weiht. 1992-1999 war er Kaplan in                                                  Liebe.“ (1 Joh 3,1) Er verkörperte
  der Kölner Innenstadt. 1996-2002                                                   die verschwenderische Liebe Got-
  nahm er teil an der Weiterbildung         Das war Stephan: der friedliebende,      tes. Er war von ihr angerührt und
  in Gestalttheoretischer Psychothe-        redliche Mensch. Auf diese Art war       strahlte etwas von ihr aus. Das war
  rapie bei der GTA. 1999-2002 ar-          er Theologe, Priester, Psychologe,       zu spüren. Vielleicht ist das der
  beitete er als Krankenhausseelsor-        Freund. Er hat die Phänomenologie        Grund, warum er so viele Freunde
  ger in Leverkusen und promovierte         nicht nur studiert, sondern er war       hatte und warum er ein so guter
  über Simone Weill. Ab dem 1. De-          zutiefst ein Phänomenologe: er hat       Freund war.
  zember 2002 war er Pfarrer von St.        die Dinge so gesehen und genom-          Er war sehr gerne katholischer
  Nikolaus und Karl Borromäus und           men, wie sie waren. Aus den Dingen       Priester. Er war es so gerne, daß
  St. Bruno in Köln.                        selbst erwächst die Aufgabe, erwach-     er diesem Beruf vieles, vielleicht
  Zum ersten Mal bewußt erlebt              sen die Werkzeuge und Lösungswe-         zu vieles unterordnete. Er sagte
  habe ich Stephan bei einer Diskus-        ge. Nachzulesen in seinem Artikel in     einmal, er wolle „etwas in der Hand
  sionsrunde im Kölner Priestersemi-        gestalt theory 22, 47-62.                haben“, Brot, Wein. Das Absolu-
  nar Albertinum. Da ging es mit 120        In fast sechs Jahren gemeinsamer         te vermittelt sich am Konkreten.
  Theologiestudenten einen ganzen           Weiterbildung bei der GTA bewies         Noch zwei Wochen vor seinem Tod
  Vormittag lang sehr kontrovers            er eine unübertroffene Fähigkeit, den    eröffnete er – mit leicht geröteten
  um grundsätzliche Fragen: „Wie            Kern eines Problems sauber zu er-        Wangen, so daß kaum einer etwas
  heute Priester sein, wo liegt die         fassen und einen für alle Beteiligten    vom fortgeschrittenen Stadium
  Zukunft der Kirche, welche Form           akzeptablen Weg hinauszufinden.          seiner Krankheit bemerkte – in
  von Theologie ist überhaupt red-          Dabei lächelte er sein unnachahm-        seiner Pfarrei die Fotoausstellung
  lich vertretbar?“ Es war uferlos und      lich herzlich-verschmitztes unschul-     „Menschen im Viertel“, die ihm am
  schier unauflösbar. Eine Einigung         diges Stephan Goerlich-Lächeln.          Herzen lag. Er hatte einen jungen
  in weiter Ferne. Da stand plötzlich       Unter seiner Leitung gab es nie          Fotografen gefördert, der Men-
  einer in grünen Cordhosen und in          richtigen Ärger. Er konnte eine kleine   schen in ihrer nächsten Umgebung
  kariertem Hemd auf, der Schlüs-           Rolle, wie die Königin im Märchen        portraitiert hatte. Die Ausstellung
  selbund hing an einer Kette am            vom „Teufel mit den drei goldenen        zeigt das Leben von mir und dir,
  Gürtel, setzte sich – mit leicht ge-      Haaren“ so füllen, daß die ganze         wie es ist.
  röteten Wangen – in die Mitte und         Handlung von ihrem Charakter ge-         An Stephans Tod denken zu müs-
  sagte: „Diese Fragen sind doch            tragen wurde.                            sen, ihn zu vermissen, tut sehr
  eigentlich ganz einfach zu lösen,         Stephan war sehr vielschichtig. Ein      weh. Daß es gerade ihn treffen
  wenn man an das Gleichnis vom             klarer Denker, aber nie eiskalt, ein     mußte. Er hat etwas verkörpert,
  barmherzigen Samariter denkt.“            guter Musiker, ein guter Koch, ein       was sich schwer finden läßt. Aber
  Und er erzählte die Geschichte            Weinkenner; treu, auch in seinem         er hinterläßt deutliche Spuren in
  (Luk 10, 25-37) und jeder im Raum         Kinderglauben, freundlich, liebens-      unserer Erinnerung. Was er war,
  spürte, daß das die einfachste, die       wert, manchmal höchst perfekt,           was und wie er es gesagt hat, wirkt
  leichteste, die redlichste, die christ-   wenn es darauf ankam. Aber er            weiter.
  lichste, die sauberste Lösung war:        konnte auch wunderbar improvisie-
  zu helfen, wo es nottut.                  ren: mit wenigen Zutaten ein wunder-     Michael Groß



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Informationen zur Tagung
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                                                                           �������������������������
 Am Freitag, 25. Februar, findet die GTA-Tagung
                                                              �������������������������������������������
 in enger Verschränkung mit der von Univ. Prof.                         ����������������������������
 Dr. Walter PIERINGER organisierten Tagung
 „Der Mensch als Subjekt in der Medizin“ statt.
 Veranstaltungsort für den ersten Tag ist Medizini-
 sche Universität Graz.
 An dem ersten Tagungstag können die Work-
 shops und Vorträge beider Veranstaltungen be-
 sucht werden. Das endgültige Tagungsprogramm
 enthält ausführliche Informationen über beide
 Tagungen und wird im November ausgeschickt.
 Die Tagung ist ausgesprochen interdisziplinär
 und kommunikativ angelegt. Es sind nur we-
 nige Plenarvorträge geplant, dafür werden die
 Referenten bereits am Podium miteinander ins
 Gespräch kommen (Panel), vertiefende Diskus-
sionen sind dann in Workshops am Nachmittag
                                                                            ������������������������
möglich. Anmeldungen zu Arbeitskreisen sind                                            ������ ����������
diesmal nicht notwendig.                                  �������������������������������������������������������
Besonders hinweisen möchten wir auf das öffent-
                                                            �������������������������������������������
liche Streitgespräch
„Diktiert die Gehirnforschung ein neues Bild
von Mensch und Gesellschaft?“
zwischen Univ. Prof. Dr. Uwe LAUCKEN (Uni-
versität Oldenburg) und Univ. Prof. Dr. Hans          ������������� ���� ��������������� ���� ����� ������������ �����
                                                                                     ��������������������
Joachim MARKOWITSCH (Universität Bielefeld).                           ���������������������������������������������������
Moderation Franz Mechsner.                               ������������������������������������������������������������������������������������

Ab Samstag findet die GTA Tagung in den Räum-
lichkeiten der Fachhochschule Joanneum, Studi-
engang Sozialarbeit, statt. An diesem Nachmittag werden alle Referenten auf einer Agora Ihre Beiträge in recht
unterschiedlicher Form präsentieren. Daraus können selbstreguliert Workshops entstehen, in denen die Beiträge
vertiefend diskutiert werden können.

Ausführlichere Informationen gibt es laufend aktualisiert über unsere Homepage:
http://www.gestalttheory.net/conv/



                                                 Frühbucherbonus
      GTA Mitglieder erhalten bei Anmeldung vor dem 1.11.2004 einen
      Frühbucherbonus von 15.-€.
      Die Kosten für die Tagung betragen dann 110.-€.
      Wir ersuchen um Überweisung auf folgende Konten:
      Österreich: ÖAGP/GTA, Bank Austria, Konto Nr. 601 480 312 Bankleitzahl 12000
      Deutschland: GTA, Spar- und Kreditbank Gemünden, Konto- Nr. 82 64 13,
      Bankleitzahl 520 690 29

      Die Anmeldung erfolgt durch Einzahlung der Tagungsgebühr auf eines der genannten Konten.



                                                                    –5–
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Aus der DAGP

Wenn die phänomenale Welt wächst –
Begegnungen in Weißrussland und Russland
Hans-Peter Crone

Mittlerweile viermal habe ich in         Psychodrama in der Paartherapie.     Ein schmeichelhaftes Angebot
den vergangenen fünf Jahren be-          Jewgenij ist ukrainischer Psych-     zwar, aber vielleicht zwei Nummern
rufliche Reisen nach Weißrussland        iater, Mitte 50, lebt seit etwa 12   zu groß für mich?
und Russland unternommen. Jetzt          Jahren aus politischen Gründen
will ich ein Versprechen einlösen        (er war seit 1968 in der Demokra-    Jewgenij ermutigte mich: Es gehe
und meine wichtigsten Erfahrungen        tiebewegung aktiv) in Deutschland;   zwar erstens um das Thema im
daraus beschreiben.                      ob er auf Dauer hier bleiben oder    engeren Sinn, denn diese Tagung
                                         in die Ukraine bzw. nach Belarus     ist eine wichtige Gelegenheit zum
Nadeshda                                 zurückkehren wird, ist noch offen.   Austausch für die Fachleute, die in
                                         Er hat es sich vorläufig zur Auf-    Belarus, Russland und der Ukraine
Im Juni 1999 und im Juni 2000            gabe gemacht, Kontakte zwischen      mit den Opfern der Tschernobyl-
nahm ich in der Nähe von Minsk           Fachleuten aus Psychologie, Medi-    Katastrophe arbeiten. Zweitens
(Weißrussland = Belarus) an der          zin, Pädagogik etc. in den Staaten   gehe es aber um die Gelegenheit,
„VI. (und VII.) International Confer-    der ehemaligen Sowjetunion und       in westeuropäischen Ländern
ence: Psychosocial rehabilitation        in westeuropäischen Ländern zu       gebräuchliche Konzepte kennen
of population suffered of ecologi-       knüpfen.                             zu lernen, und drittens sei seiner
cal and technical catastrophe” teil.                                          Ansicht nach nicht spezielle wis-
Beide Male hielt ich einen 30-mi-        Anfang 1999 rief Jewgenij mich un-   senschaftliche Kompetenz gefragt,
nütigen Vortrag über Psychodrama         erwartet an und fragte, ob ich auf   sondern eine Mischung aus fach-
mit biblischen Texten und einen          der „VI. International Conference“   licher Erfahrung und persönlichem
vierstündigen Workshop dazu. Es          einen Vortrag halten wolle. Ich      Interesse. So begann ich, gezielter
war, vor allem natürlich beim ersten     spürte einerseits die Ernsthaftig-   darüber nachzudenken. Von drei
Mal, ein für mich abenteuerliches        keit der Frage und war auch sofort   thematischen Ideen (zwei davon
Unternehmen, eine Begegnung mit          neugierig, andererseits hatte ich    waren eher Kopfgeburten) reagier-
einer politisch, kulturell, geogra-      neben einer Portion Angst vor dem    te Jewgenij am deutlichsten und
phisch, fachlich, mentalitätsmäßig       Unbekannten zunächst große Zwei-     sehr ermutigend auf die, die mir
fremden Welt. Bei der zweiten            fel, ob ich zu diesem Thema etwas    und meiner alltäglichen Arbeit am
Reise führte ich außerdem im             Sinnvolles beisteuern könnte. Ich    nächsten lag, die vergleichsweise
Anschluß an die Konferenz noch           hatte mich zuvor weder theoretisch   wenig Arbeit für mich bedeutete,
eine zweitägige Fortbildung für          noch praktisch mit Katastrophen      und von der ich dachte, sie wäre
das pädagogische Personal des            und deren Folgen befaßt. Auch        im dortigen Umfeld am wenigsten
Kinderzentrums durch, in dem die         im Halten von Vorträgen habe ich     gefragt: „Bibliodrama. Psychodra-
Konferenz stattgefunden hatte.           wenig Erfahrung, schon gar nicht     matisches Spiel biblischer Texte
                                         auf solchen Fachtagungen und im      als eine Möglichkeit traumatische
Die Vorgeschichte                        internationalen Kontext. Ich frag-                                .
                                                                              Erfahrungen zu verarbeiten“ So
                                         te mich auch, weshalb Jewgenij       wurde ich mutiger und beschloß:
Im Sommer 1998 lernte ich Jewge-         gerade an mich dachte, wo es         Wenn ich schon Zeit und Kosten
nij Kagan kennen. Wir waren beide        doch in Deutschland kompetentere     auf mich nehme (in der Ankündi-
Teilnehmer in einem Seminar des          Leute im Bereich Psychotherapie/     gung war klar benannt, daß Gäste
Moreno-Institutes Überlingen über        Psychodrama/Gestalttheorie gibt.     aus dem Ausland die Reisekosten

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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                           3/04




selbst tragen müssten), dann biete       verschärfte Meldepflicht. Auf meine      sechs Monaten noch den Wert
ich neben dem Vortrag auch einen         Frage, ob es etwas gebe, was ich im      von 16 DM. Im Sommer 2000
Workshop an, damit Interessierte         Umgang mit Menschen russischer           sei es schon viel besser, nämlich
diese Art von Arbeit selbst erleben      Kultur unbedingt beachten müsse,         50 % im Halbjahr. Allein daraus
können.                                  antwortete mir Jewgenij vor der          lassen sich einige Irritationen er-
                                         Reise: „Das wirst du selbst heraus-      klären, die es auf meiner ersten
Das Ganze klang sehr streng              finden, es sind halt auch Menschen       Reise gab, z. B. daß ich für Un-
und anspruchsvoll („Das Organi-          – aber lass dich keinesfalls auf po-     terkunft und Verpflegung selbst
sationskomitee behält sich vor...“       litische Gespräche ein.“ Da konnte       aufkommen mußte, obwohl das
– Jewgenij gehört ihm nicht an),         ich als Ausländer nur ahnen, was         laut Einladung der Veranstalter
doch ich wurde offiziell eingela-        in den Trinkspruch am Abschlußa-         übernehmen wollte.
den. Sowohl die Vermittlung des          bend der Konferenz alles hineinge-
Kontaktes durch Jewgenij als auch        legt war: „Auf die Freiheit!“. Immer   - Ein normal verdienender Arzt be-
die weitere Vorbereitung (Abspra-        wieder stand für mich die Frage          komme, so hörte ich, umgerech-
chen über Arbeitsbedingungen             im Raum: Wie würde ich mich in           net 30-40 Dollar im Monat (1999);
incl. Dolmetschen) gingen sehr           einem repressiven politischen Sys-       ich bezahlte für die Bahnfahrt ca.
kurzfristig vor sich, für unsere Ge-     tem verhalten, wie es bei uns vor        450 DM, das waren 1999 noch
wohnheiten teilweise schleppend,         60 Jahren herrschte? Manchmal            250 Dollar; allerdings läßt sich
unklar, unzuverlässig. So blieb mir      war ich mir unsicher, ob ich Prä-        die Kaufkraft eines Gehalts in
fast keine Zeit mehr, mich über          gnantes atmosphärisch aufnahm,           Rubel nicht durch Umrechnung
meinen inhaltlichen Beitrag hinaus       obwohl ich als Fremder die sicher        in Dollar ermitteln; ich hörte von
auf die Reise vorzubereiten, zum         vorhandenen nonverbalen oder             Kollegen, die zwar zur Konfe-
Beispiel in bezug auf das Land           verbalen Signale gar nicht bewußt        renz angemeldet waren, jedoch
und die fremde Sprache. Ich fuhr         wahrnehmen konnte, oder ob ich           wieder absagen mußten, weil ihr
los, ohne die sichere Zusage für         meinen Vorurteilen, Klischees und        Arbeitgeber die Dienstreise nicht
eine Dolmetscherin zu haben. Zu          Assoziationen aufsaß: zum Beispiel       genehmigte, und die Bahnfahrt
meiner eigenen Beruhigung hatte          beim Anstehen an der Tagungskas-         vom Nachbarland Ukraine nach
ich meinen Vortrag vorsorglich ins       se, hinter der drei „Kaderfrauen“        Belarus für sie privat nicht be-
Englische übersetzt – das sollte         (??) aufgereiht saßen, oder beim         zahlbar war.
sich zwar als unnötig herausstellen,     völlig unerwarteten Ende einer
führte aber dazu, daß ich innerlich      gerade erst eröffneten Diskussion      - Ich habe leider nur eine Privat-
gut auf eventuell nötige Improvisa-      (vielleicht weil der Vorsitzende         wohnung von innen gesehen; sie
tion und allerhand Unwägbarkeiten        beim Sprechen aufgestanden war           erinnerte mich in manchem an
eingestellt in Belarus ankam.            oder einen bestimmten Tonfall            den Wohnstil meiner Großeltern
                                         hatte anklingen lassen).                 in den 60er-Jahren in einem frän-
Allgemeine Reiseeindrücke                                                         kischen Dorf.
                                         Ich kam in ein wirtschaftlich deso-
Ich kam in ein autoritär regiertes       lates Land mit Tendenzen zur Hoff-     - In der Hauptstadt Minsk gibt es
Land: Auf meiner inneren Land-           nung. Sehr gerne hätte ich noch          alles zwischen Barackensiedlun-
karte begann – trotz besseren            mehr Einblicke ins Alltagsleben ge-      gen und McDonald‘s Glaspalast,
Wissens – noch mit Polen der Ost-        nommen als jetzt möglich war. Ich        die gleiche Spanne auch in der
block. Tatsächlich ist es heute die      weiß nicht, wie weit man solchen         Kleidung der Menschen. Vieles
Grenze zwischen Polen und Bela-          bruchstückhaft aufgeschnappten           sieht hoffnungslos verkommen
rus, die zwei Welten trennt. Was ich     Zahlen trauen kann, eindrucksvoll        aus, trotzdem sind nach einem
aus DDR-Zeiten kannte, fand ich          und erschreckend sind sie jeden-         Jahr Fortschritte auf einigen
dort wieder: Strengste Kontrollen,       falls:                                   Baustellen erkennbar. Jewgenij,
Hundepatrouillen unter dem Zug,                                                   obwohl der politischen Lage ge-
unübersehbare Militärpräsenz auf         - 1999 hörte ich, die Inflationsrate     genüber sehr kritisch eingestellt,
den Straßen, allgemeine Vorsicht,          betrage 60 % im Quartal – das          sagt, das müsse man der Regie-
die innerhalb eines Jahres noch            bedeutet, 100 DM haben nach            rung von Lukaschenko zugute



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  halten: allmählich stabilisiert sich   gung in der Kantine des Kinderzen-      sches gemeinnütziges Gemein-
  die wirtschaftliche Lage.              trums zeigten sich einige der Einhei-   schaftsunternehmen; u. a. ist das
                                         mischen beschämt, sie sei innerhalb     mir bis dahin unbekannte „Evan-
- Belarus hat weder Bodenschätze         eines Jahres noch eintöniger und        gelische Männerwerk Deutsch-
  noch Industrie von nennenswer-         knapper geworden (z. B. kam es vor,     lands“ maßgeblich beteiligt. Das
  tem Ausmaß, deshalb ist die Ab-        daß zur Nachmittagspause kein Kaf-      bedeutet, bereits der Ort trägt alle
  hängigkeit von Russland groß.          feepulver vorrätig war). Andererseits   Facetten weißrussisch-deutscher
                                         habe ich nie auch nur ansatzweise       oder westeuropäisch-sowjetischer
- Viele Menschen, so z. B. eine          gehungert, und am Abschlußabend         Berührungen in sich, von denen
  Sozialpädagogin, die ich ken-          gab es ein Buffet, das leicht die       ich als Einzelperson nur einige
  nen lernte, haben zwei oder drei       doppelte Zahl Menschen ernährt          wahrnehmen konnte: Offenheit und
  Arbeitsstellen, um die Familie         hätte und das für mein Empfinden        Kränkungen, Dankbarkeit und Neid,
  ernähren zu können. Ich habe           nicht nur Freude und großzügige         Arroganz und berechtigter Stolz,
  keine Vorstellung davon, was das       Gastfreundlichkeit, sondern auch        Maßstäbe setzendes Pilotprojekt
  vom Zeiteinsatz her bedeutet; ich      Verschwendung ausstrahlte.              und verdachterregende, für dortige
  vermute, auch dabei wird viel im-                                              Verhältnisse paradiesische Bedin-
  provisiert und gemauschelt. Das        Eindrücke von der Konfe-                gungen, tatsächliche Unterschiede
  Kinderzentrum bezahlt seinen           renz                                    und reine Zuschreibungen betreffs
  Angestellten bisher überdurch-                                                 Umgang mit Material, Geld, Arbeit,
  schnittlich gute Gehälter, um gute     Der Anlaß: Belarus ist das durch        Menschen, herrschenden Verhält-
  Leute zu bekommen und damit            die Reaktor-Havarie in Tscherno-        nissen, geschichtlichen Fakten...
  diese nicht noch anderswo ar-          byl (1986) am meisten geschädig-
  beiten müssen. Im Sommer 2000          te Land. Tschernobyl liegt in der       Die Teilnehmer/innen der Konfe-
  stand jedoch ein Gesetz kurz vor       Ukraine, sehr nah an der Grenze         renz waren etwa 80 Fachleute aus
  der Verabschiedung, nach dem           an der südöstlichen Ecke Weiß-          Medizin, Psychologie, Pädagogik,
  nur noch der staatlich festgelegte     russlands. Die Kleinstadt Gomel in      Logistik und verwandten Gebieten,
  Tariflohn bezahlt werden darf.         der am stärksten verstrahlten Zone      die alle auf irgendeine Art mit den
                                         liegt auf weißrussischem Gebiet. In     Opfern der Tschernobyl-Havarie
- Es blieb mir der Eindruck, daß         dieser Gegend muß es ähnlich sein       arbeiten und die unterschiedliche
  ich für viele dort als der „reiche     wie zu Kriegszeiten bei uns: Es         gesellschaftliche Milieus verkör-
  Onkel“ aus dem Westen gelte.           gibt fast keine Familie, die seit dem   pern (z. B. Erzieherinnen, Univer-
  Einerseits stimmt das natürlich,       Unglück nicht eines oder mehrere        sitätsprofessoren, Militärärzte). Sie
  doch es ist nur eine Seite der         Todesopfer zu beklagen hat.             kamen schätzungsweise zu 60-80
  Medaille; und mir scheint, daß                                                 % aus Belarus, eine Reihe aus
  viele Menschen dort die andere         Der Ort: Das Erholungs- und Bil-        Russland und der Ukraine, weni-
  nicht wirklich sehen wollen.           dungszentrum „Nadeshda-XXI.vek“         ge aus anderen Ländern. Aus den
                                         (= Hoffnung-21. Jahrhundert), un-       sogenannten westeuropäischen
Ich kam in ein Land, in dem viel         gefähr 70 km nördlich von Minsk,        Ländern kamen 1999 drei Gäste:
und gekonnt improvisiert wird. Z. B.     ist Gastgeber für die Konferenz.        ein Norweger, ein Italiener und ich;
wird aus einem beinahe spartani-         Das Zentrum wurde seit 1992 in          einige andere hatten ihre Teilnah-
schen Frühstück (nach einer priva-       einer radioaktiv relativ unbelasteten   me aus unterschiedlichen Gründen
ten Übernachtung) mit Hilfe einiger      Gegend von Belarus aufgebaut und        nicht zugesagt oder wieder ab-
Kräuter aus dem Gärtchen ein Au-         beherbergt für jeweils vier bis sechs   gesagt. Im Jahr 2000 war ich der
genschmaus. Diese Fähigkeit (mich        Wochen Gruppen von Kindern aus          einzige nicht russisch sprechende
hätte interessiert, was alles über       der Region Gomel. Einige Ferienta-      Gast.
Tausch von Naturalien abgewickelt        ge ermöglichen es, die Teilnehmer/
wird), gepaart mit einer herzlichen      innen der Konferenz aufzunehmen.        Infolge der Inflation – das Budget
Gastfreundschaft, ließ mich sicher-      Hier stieß ich unerwartet auf deut-     der Tagung war vier Monate zuvor
lich manche (oder die meiste) Not        liche deutsche Spuren, denn das         von den zuständigen Ministerien
gar nicht sehen. Über die Verpfle-       Zentrum ist ein weißrussisch-deut-      genehmigt worden – war die Ver-



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kürzung der Tagung von dreieinhalb       Fahrtkosten in harten Währungen          Inhalten dieser Arbeit vertraut ist.
auf zwei Arbeitstage nötig gewor-        würde – ich nehme es mal so, wie         Vor allem bei der Arbeit mit der
den. Dadurch war das Programm            ich es gehört habe – den meisten         Gruppe im Workshop war zu spü-
sehr komprimiert, mein Workshop          Institutionen kaum überwindbare          ren, daß sie nicht nur sprachlich,
von sechs auf dreieinhalb Stunden        Schwierigkeiten bereiten. Für mich       sondern auch in bezug auf Atmos-
verkürzt. Vormittags (d. h. 10-14        andererseits ist klar, daß ich mir zur   phäre, Gefühle, Intentionen tref-
Uhr) gab es Vorträge am Stück im         Zeit eine solche Reise, für die ich      fend übersetzte. Und für mich war
Plenum, nachmittags verschiedene         meine Praxis schließe, die Fahrt-        es eine neue Erfahrung zu merken,
Workshops. Am zweiten Tag fanden         kosten trage und die Unterstützung       daß ich einiges auch ohne Sprach-
fünf verschiedene Arbeitskreise mit      meiner Frau bei der Kinderbetreu-        kenntnisse intuitiv richtig verstand
thematischen Schwerpunkten statt         ung brauche, höchstens einmal            und dann von der Dolmetscherin
(z. B. methodologisch-organisato-        im Jahr leiste. Während meiner           die sprachliche Bestätigung hörte.
rische Fragen, Aktuelle Probleme         zweiten Konferenzteilnahme schei-        Zudem wird vieles prägnanter: Da
medizinisch-psychologischer Reha-        terte das Kopieren eines von mir         jede Kommunikation doppelte Zeit
bilitation, Krisen in der Familie), in   mitgebrachten Buches beinahe             beansprucht, konzentriert man sich
denen in meist halsbrecherischem         am Fehlen von Papier. Was ich an         noch mehr auf das Wesentliche.
Tempo Kurzvorträge und Arbeits-          Informationsmaterial dabei hatte
berichte aus Praxis und Forschung        (z. B. die Weiterbildungsrichtlinien     Im Workshop war die große Of-
gegeben wurden.                          der DAGP) ging weg wie warme             fenheit der 12 Teilnehmer/innen
                                         Semmeln, doch sind die bei uns           bemerkenswert.
Selbst nach der Ermutigung durch         üblichen Standards dort zur Zeit
Jewgenij war ich völlig überrascht       nicht bezahlbar. Ich vermute, daß        - Einzelne hatten schon Erfahrun-
über das große Interesse an mei-         hier die Nutzung des Internets             gen mit Psychodrama, doch für
nem Vortrag. Er war entgegen             manche Chancen bietet – nicht              den größeren Teil war das Neu-
meiner Annahme für das Plenum            nur, um an Literatur zu kommen,            land, und einzelne waren über-
eingeplant, und das Interesse der        sondern auch zur Kommunikation,            haupt zum ersten Mal in einer
Hörer/innen schien mir echt zu sein      denn der Postweg scheint (wegen            Selbsterfahrungsgruppe – sie
– wenn ich es richtig wahrnehme,         organisatorischer Probleme und             haben munter mitgemischt.
ist es sowohl auf psychologisch-         teilweise wegen Zensur) nicht
pädagogische Konzepte gerichtet          immer zuverlässig zu funktionie-         - Anders als in unserer Kultur, wo
als auch auf die religiöse Dimen-        ren. Insofern war ich dankbar für          es unabhängig von kirchlicher
sion. Ich habe den Eindruck, die         die von Gerhard Stemberger zur             Bindung ein weit verbreitetes
Menschen in den ehemals sowje-           Verfügung gestellte Liste der GTA-         Grundwissen über die Bibel
tischen Gesellschaften saugen wie        Internet-Adressen.                         gibt, sind selbst archetypische
Schwämme auf, was ihnen vorher                                                      biblische Stoffe (z. B. die Schöp-
nicht zugänglich war.                    Eine für mich neue und intensive           fungs- oder die Sintfluterzählung)
                                         Erfahrung war die Arbeit mit Dol-          fast nicht bekannt – eine Folge
Hier erlebe ich – auf beiden Seiten      metscherin. Entgegen aller Unklar-         des jahrzehntelang staatlich ver-
– die schmerzlichste Grenze, näm-        heit bei meinem Reiseantritt war zu        ordneten Atheismus.
lich die finanzielle Seite. In Westeu-   Beginn der Konferenz eine da, und
ropa gängige Bücher waren 1999 in        ich hätte es wohl nicht besser tref-     - Ich bekam mehrere Rückmeldun-
Belarus beinahe unerschwinglich.         fen können. Da ich beim ersten Mal         gen, wie ungewohnt und wohltu-
Ich bekam mehrere Anfragen, ob           keinerlei Sprachkenntnisse hatte,          end meine Aufmerksamkeit und
ich evtl. Workshops oder Fortbil-        war ich völlig auf die Dolmetscherin       Wertschätzung gegenüber den
dungen durchführen würde, z. B.          angewiesen. Ich fühlte mich abso-          einzelnen erlebt wurde; ande-
für das Personal der onkologischen       lut sicher aufgehoben und denke,           rerseits erlebte ich Situationen,
Kinderstation eines Krankenhau-          das hat damit zu tun, daß sie nicht        in denen mir fremd und positiv
ses, man könne aber leider kein          nur Deutsch studiert hat, sondern          der Sinn fürs Kollektiv ins Auge
angemessenes Honorar aufbrin-            als zweites Fach Sozialpädagogik,          sprang und nicht nur seine hin-
gen; selbst die Übernahme der            also mit der Fachsprache und den           derliche, ideologische Seite.



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Im Vorfeld der zweiten Reise               inhaltliche Beiträge geben.         Mein Vater – geboren 1931 – hatte
wurde ich (ebenfalls über Jewgenij)                                            das Glück, den Krieg nicht mehr
gefragt, ob ich im Anschluß an die       - Auch hier wieder erlebte ich die    als Soldat zu erleben. Aber mein
Konferenz eine Fortbildung für das         Offenheit und Neugier gegenüber     Schwiegervater war, wenn auch
pädagogische Personal (Erzieher/           uns selbstverständlichen Kon-       unfreiwillig, als Mitglied der Wehr-
innen,       Sozialpädagog/inn/en,         zepten und Haltungen (z. B. die     macht genau in jener Gegend um
Lehrer/innen, eine Psychologin)            Wertschätzung dem Einzelnen         Minsk und Witebsk eingesetzt.
des Kinderzentrums durchführen             gegenüber) und ein großes Be-       Auch wenn ein weißrussischer Kol-
würde: Zwei Tage Einführung in             dürfnis, offen sprechen und sich    lege (Psychoanalytiker) meinte, ich
die Gestalttheoretische Psychothe-         aussprechen zu können.              hätte wohl Schuldgefühle und diese
rapie, möglichst praktisch, so war                                             seien unangebracht, habe ich doch
der Wunsch. Ich entschied mich,          Zwei allgemeine Eindrücke, die sich   angesichts dieser Vergangenheit
meinen Aufenthalt zu verlängern          ergaben, sobald ich etwas näheren     Scham empfunden, und die Tatsa-
und bekam so, neben einer Ah-            Kontakt zu den Menschen knüpfte:      che, daß ich eingeladen und offen
nung von der staatlichen Kontrolle                                             empfangen wurde, konnte ich nicht
mittels Visumerteilung und Melde-        - In der dortigen Kultur scheinen     einfach als selbstverständlich an-
pflicht, einen ersten Einblick in eine     mir die Menschen leichter zwi-      sehen. Selbst solche Landschaften
weißrussische Institution und ihre         schen Berufs- und Privatsphäre      und Orte zu besuchen, Mahnmale
Strukturen und auch etwas mehr             wechseln zu können als ich es       aus der Sowjetzeit zu sehen und
Einblick in die Lebensverhältnisse         bei uns erlebe. Der Übergang        die Namen der sogenannten „Hel-
der Menschen. Die Palette unse-            vom Professor in Anzug und          denstädte“ zu hören, hat für mich
rer Arbeit reichte von einfachen           Krawatte zum Lagerfeuerfreak        dieser Reise und meinem inneren
Beispielen, wie man bei uns in             in Jogginghose war verblüffend,     Bild von diesem Land noch eine
Gruppen arbeitet, über Theorieele-         und ein „konspiratives Psychoa-     zusätzliche Färbung gegeben.
mente bis zu supervisorischen und          nalytikertreffen“ (man wollte mir
einzeltherapeutischen Sitzungen            wohl mal auf den Zahn fühlen        Brest
(letzteres in einer kleinen Gruppe         oder auch einfach nur Kontakt
am Abend, als der Großteil bereits         knüpfen) mit Wodka, Brot und        Im Januar 2002 unter nahm ich die
abgereist war). Außer vielen De-           Räucherwurst auf dem Männer-        dritte Reise nach Belarus, dieses
tails waren für mich vor allem drei        zimmer (à la Klassenfahrt in der    Mal nach Brest, Grenzstadt zu
Aspekte aufschlußreich:                    Jugendherberge) war in vieler       Polen. Eine Teilnehmerin der Kon-
                                           Hinsicht ein Erlebnis.              ferenz in Nadeshda arbeitet als
- Man (mindestens die Leitungs-                                                Assistentin am psychologischen
  ebene) weiß inzwischen über            - Auffallend oft habe ich mich im     Lehrstuhl der pädagogischen Fa-
  Supervision Bescheid und sieht           Alter der Menschen verschätzt:      kultät an der dortigen Universität
  auch die Notwendigkeit dafür in          Viele waren fünf bis zehn Jahre     und hatte den Kontakt zum Inhaber
  einer so komplexen Institution,          jünger als ich dachte: Ich führe    des Lehrstuhls hergestellt. Die Ver-
  jedoch sind bis jetzt in Belarus         das auf die schlechten allgemei-    anstaltung war ein viertägiges Son-
  die Bedingungen dafür erst an-           nen Lebensbedingungen zurück        derseminar „Einführung in die ge-
  satzweise geschaffen.                    und auf die Tatsache, daß die       stalttheoretische Psychotherapie“  ,
                                           Menschen dort deutlich früher       an dem 14 Personen teilnahmen.
- Ich hatte nicht mehr die Dolmet-         als bei uns das Studium been-       Die Mischung der Gruppe war nach
  scherin von der Konferenz zur            den und Verantwortung im Beruf      meinen Maßstäben ungewöhn-
  Verfügung, weshalb Jewgenij              übernehmen.                         lich und wäre vermutlich an einer
  übersetzte. Er ist zwar nicht aus-                                           deutschen Uni so nicht zu Stande
  gebildeter Dolmetscher, spricht        Was mich persönlich tief berührt      gekommen: vier Teilnehmer/innen
  aber gut genug Deutsch und             hat, war der geschichtliche Hin-      (der Lehrstuhlinhaber, die Assis-
  konnte darüber hinaus als Psych-       tergrund des Zweiten Weltkrieges.     tentin, zwei Lehrbeauftragte oder
  iater und als Mensch, der beide        Ich kam erstmals in einem Land,       Mentoren) arbeiteten am Lehrstuhl,
  Kulturen kennt, noch ganz eigene       das östlich von Deutschland liegt.    vier hatten das Studium dort be-



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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                          3/04




reits abgeschlossen und waren in         und der Gruppe gegenüber. Anteil-      wohnheiten und Arbeitsbedingun-
unterschiedlichen Berufsfeldern          nahme und Wertschätzung, wie ich       gen unabhängig machen und trotz-
tätig, zwei studierten noch dort,        es aus therapeutischen Beziehun-       dem das tun, was zu tun ist.
zwei waren ohne pädagogische             gen kenne, und das Wahrnehmen
oder psychologische Ausbildung           und Aufgreifen gruppendynami-          Was die materiellen Lebensbedin-
aufgrund persönlicher Kontakte           scher Phänomene schienen für die       gungen betrifft, erwähne ich der
und ihres Interesses zur Gruppe          meisten noch fremd und ungewohnt       Anschaulichkeit halber drei Bei-
gestoßen.                                zu sein.                               spiele:

Wie bei den ersten Reisen war            In diesem Seminar hat es sich aus      - Jewgenij und ich waren privat
auch hier die Vorbereitung des           meiner Sicht besonders bewährt,          in der Wohnung der Assisten-
Seminars für unsere Verhältnisse         dass Jewgenij als Übersetzer mit-        tin und ihres Lebensgefährten
bruchstückhaft und von vielen Un-        wirkte. Er unterbrach manchmal           untergebracht. Ich vermute, ich
klarheiten gekennzeichnet. Z. B.         die Übersetzungsarbeit und flocht        kann überhaupt nicht ermessen,
schwankte die angekündigte Teil-         Exkurse ein, um auf kulturelle oder      was die beiden organisieren und
nehmerzahl zwischen 25 (am Tag           gesellschaftliche Unterschiede hin-      vielleicht ansparen mußten, um
vor meiner Abreise) und möglicher-       zuweisen und wie diese sich in der       uns morgens und abends zu ver-
weise nur 5 (bei meiner Ankunft). In     therapeutischen Arbeit in der Grup-      köstigen. Und die Wohnung, ein
Bezug auf die Zusammensetzung            pe bemerkbar machten.                    eingeschossiges Drei-Zimmer-
der Gruppe, die ich auch erst zu                                                  Holzhäuschen in einem Vorort
Beginn des Seminars wahrnehmen           Besonderen Eindruck hat bei mir          dieser 500.000-Einwohner-Stadt,
konnte, hat sich meine anfängliche       hinterlassen, wie die Menschen in        bietet Bedingungen, die bei uns –
Skepsis teilweise bestätigt: Die teil-   Brest unter äußeren Bedingungen          ich sage das einmal so pauschal
weise vorhandenen hierarchischen         leben, die ich – als einer, der aus      – wahrscheinlich die meisten
Beziehungen (Chef/Untergebene,           einem der reichsten Länder der           Langzeitarbeitslosen als unter
Prüfer/Studierende) hatten eine          Welt kommt – in fließenden Über-         ihrer Würde empfinden würden.
Wirkung auf die Arbeit in der Grup-      gängen abwechselnd als wohltu-
pe im Sinn von unterschiedlich gro-      end einfach/ungewohnt/ärmlich/         - Eine Teilnehmerin bekam mögli-
ßer Aktivität, Offenheit, Vorsicht. In   hinderlich/abstoßend empfand. Da         cherweise deshalb den Platz, weil
den Selbsterfahrungs-Teilen der Ar-      dachte ich oft an Hans-Jürgens           sie ein Auto zu bieten hatte, das
beit hielten sich die Funktionsträger    Hinweise auf die seminaiven Fehl-        dem Einkommen ihres Mannes,
auffallend zurück. Andererseits war      haltungen. Das eine ist: Unter be-       eines so genannten „neuen Rus-
ich erstaunt, wie viel persönliche       stimmten Bedingungen, wenn be-           sen“ (durch Handel oder anderes
Offenheit unter diesen Umständen         stimmte Hilfsmittel fehlen, kann ich     seit 1990 zu sehr viel Geld ge-
dennoch möglich war, was sich in         manches nicht tun; zum Beispiel          kommen) zu verdanken ist. Damit
drei therapeutischen Einzelsitzun-       haben die von mir als Arbeitsma-         holte sie uns täglich morgens ab,
gen und einer Supervisionssitzung        terial mitgebrachten Holzspielklöt-      brachte uns in die Innenstadt
vor versammelter Gruppe zeigte.          ze, Farbstifte und Wachskreiden          zur Uni, fuhr uns teilweise in der
                                         leuchtende Augen hervorgerufen,          Mittagspause auf kleinen Aus-
Großes Interesse hat die Gruppe          und den zuerst vorgesehenen              flugstouren herum, und lieferte
auch den Theoriesitzungen ent-           Arbeitsraum, der sonst wohl für          uns abends nach diversen Ein-
gegen gebracht. Dabei habe ich           Vorlesungen genutzt wird, habe           ladungen wieder ab. Die äußere
den Eindruck gewonnen, daß die           ich abgelehnt, weil die Fenster (es      Seite daran ist, wie viel Bequem-
Menschen dort sehr gut ausge-            war Winter) nicht dicht zu schließen     lichkeit und Zeitersparnis sie uns
bildet sind, was psychologisches         waren und weil die Schulbänke fest       damit exklusiv ermöglichte; es
Faktenwissen angeht; den größten         im Boden verschraubt waren. Das          läßt aber auch ahnen, in welcher
Nachholbedarf sah ich (und auch          andere ist: ich kann mich in er-         Tradition und Haltung von Gast-
die Teilnehmer/innen selbst) in          staunlich hohem Maß von gewohn-          freundschaft, die mich manchmal
Bezug auf die therapeutische und         ten – und manchmal vermeintlich          beschämt hat, die Menschen dort
menschliche Haltung den Klienten         notwendigen – komfortablen Ge-           uns aufnahmen.



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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                             3/04




- Das Honorar, das für Jewgenij          GTA als Mitträger auf und stellte        Ausbildungsjahre verteilt insge-
  und mich nach Abzug der Rei-           Teilnahmebescheinigungen aus.            samt nur 20 Studierende umfaßt.
  sekosten übrig blieb, läßt nicht                                                Das Teilnahmezertifikat, für dessen
  im geringsten erahnen, was es          Die Gruppe bestand aus fünf Stu-         Erstellung ich lange Verhandlungen
  heißt, daß die Teilnehmer/innen        dierenden und zehn ehemaligen            mit der dortigen Leitung führte, weil
  das Seminar privat finanziert          Absolventen dieser Ausbildung, die       die übliche GTA-Teilnahmebeschei-
  und dafür im Durchschnitt etwa         eine Kombination aus Psychologie-        nigung ihnen zu schlicht war, wirkt
  70 US-Dollar aufgebracht haben.        studium und psychoanalytischer           pompöser als ein Universitäts-Di-
  Ich weiß natürlich nicht, wie viele    therapeutischer Ausbildung dar-          plom hierzulande – der PC macht’s
  von ihnen direkt oder indirekt von     stellt. Wie weit das Abschlußniveau      möglich.
  „neuen Russen“ profitieren, doch       mit einem Psychologie-Diplom bei
  für die meisten dürfte dieser Be-      uns vergleichbar ist, kann ich nicht     An drei Beispielen – diesem Zer-
  trag den Gegenwert von einem           beurteilen. Die hohe Motivation          tifikat, der Meldepflicht vor Ort für
  bis zwei oder gar drei Monatsge-       der Teilnehmer/innen zeigte sich         mich als Ausländer und einem Fo-
  hältern ausmachen.                     sowohl in der Bereitschaft, sich als     toapparat zur Ablichtung unseres
                                         Protagonisten für die Demonstrati-       Stadtrundgangs – habe ich etwas
Eine andere Seite dieser Unter-          on therapeutischer Einzelsitzungen       von der Improvisationsfähigkeit und
nehmung kann sich hier vielleicht        zur Verfügung zu stellen, als auch       Korruptionsbereitschaft dort erlebt
nur ausmalen, wer im engeren und         in der Auseinandersetzung mit            und wie schwierig es sein kann,
unangenehmen Sinn mit Behörden           Theorie. Eine Klippe im Gruppen-         einerseits ohne Scheu die eigenen
und Bürokratie zu tun hat. Ich weiß      prozeß stellte bisweilen die offen-      Interessen zu schützen und Vortei-
nicht, wie viel Geduld, Verhand-         sichtlich bisher vorherrschende          le die sich bieten zu nutzen, ande-
lungsgeschick, „Vitamin B“ und           Gewohnheit dar, andere Gruppen-          rerseits sich nicht zu verkaufen und
Chuzpe für die Leute am Lehrstuhl        mitglieder – durchaus geübt und          in Unrecht und Abhängigkeiten zu
in Brest nötig war, um alle Geneh-       oft zutreffend – zu analysieren, da-     verwickeln.
migungen für dieses Seminar zu           hinter aber auch eigene Meinung,
bekommen. Ich hörte nur ein Jahr         Kritik und Interessen zu verbergen.      Auch hier wieder in neuer Variante
später, daß unter verschärften           Das autoritäre und wenig demokra-        erlebte ich, sowohl im öffentlichen
politischen und administrativen Be-      tische politische System spiegelt        Raum als auch in unterschiedli-
dingungen eine Wiederholung oder         sich natürlich auch im Umgang mit        chen Privatwohnungen, Elemente
Fortsetzung, die uns allen am Ende       Autorität in einem solchen Institut      des glas- und metallglänzenden
des Seminars als erstrebenswert          und in dieser Gruppe wider.              Büro- und Großstadtambientes
erschien, vorerst unmöglich ist.                                                  unserer Prägung neben dem weit
                                         Insgesamt habe ich hier den Ein-         überwiegenden an die Nachkriegs-
Woronesch                                druck gewonnen, daß einerseits           zeit erinnernden Flair von Mangel
                                         fundiertes Fachwissen vermittelt         und Verfall. Selbst nach der vier-
Vom 13.-19.4.2004 war ich erstmals       wird, andererseits in mancher            ten derartigen Reise kann ich mir
in Russland. Woronesch liegt etwa        Hinsicht ein aufwendiges äußeres         noch nicht im Detail vorstellen, was
500 km südlich von Moskau. Den           Erscheinungsbild über die tatsäch-       es heißt, unter diesen Umständen
Kontakt zum Leiter der dortigen          lichen Verhältnisse und manche           seinen Lebensunterhalt zu sichern.
Filiale der privaten Hochschule für      Mängel hinwegtäuscht. So war             Einer der Studenten, Anfang 20
Psychologie hatte wieder Jewgenij        ich sehr überrascht zu erfahren,         etwa, erzählte mir, daß er für das
geknüpft, und wir führten in der be-     daß das Institut, das von einem          Studium 1000 US-Dollar im Jahr
währten Aufgabenteilung ein fünf-        Psychologen-Ehepaar (er, laut            bezahlen muß. Um das zu finan-
tägiges Seminar „Gestalttheorie          Jewgenij ein sehr fähiger Psychoa-       zieren, verdient er mit einer vollen
und ihre Anwendungen in der indi-        nalytiker, firmiert als Präsident bzw.   Stelle als Bauarbeiter 4000 Rubel
viduellen und Gruppenpsychothe-          Direktor und lehrt daneben an einer      im Monat, das sind offiziell umge-
rapie und in der psychologischen         staatlichen Uni, sie als Leiterin der    rechnet ungefähr 115 €; das Ganze
Beratung“ durch. Erstmals trat hier      Schulprogramme oder Geschäfts-           ist jedoch nur möglich, weil sein
die Sektion Psychotherapie der           führerin) geleitet wird, auf drei        Chef ihm unter der Hand erlaubt,



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                                 ÖAGP
                Österreichische Arbeitsgemeinschaft für
                  Gestalttheoretische Psychotherapie
            Nationaler Zweig der Sektion Psychotherapie der GTA in Österreich



                     ERGÄNZENDE INFORMATIONEN
                               ZUR
                        AUSBILDUNGSORDNUNG
                                    OKTOBER 2004


                                 THEORIEPRÜFUNG


Zu der in der Ausbildungsordnung vorgesehenen Theorieprüfung zum Abschluss des 1.
Ausbildungsabschnitts wurde festgelegt:

Gegenstand der Prüfung sind die im 1. Ausbildungsabschnitt erworbenen Theoriekenntnisse
der Ausbildungsteilnehmer/innen, d.h. die Teilnehmer/innen sollten in der Lage sein, den
Standort und die Grundlagen Gestalttheoretischer Psychotherapie zu erläutern und ihre
Kenntnis der in der Ausbildungsgruppe referierten Grundlagenwerke unter Beweis zu stellen.

Die Prüfung wird von einer dreiköpfigen Prüfungs-Kommission abgenommen. Ihr gehören
jeweils zwei Mitglieder des Lehrpersonals an, sowie ein Mitglied der Kandidatenvertretung
(jeweils das Mitglied, das sich bereits im 2. Ausbildungsabschnitt befindet).

Die erfolgreiche Absolvierung ist jedenfalls eine der Voraussetzungen für die Zulassung zum
2. Ausbildungsabschnitt, kann jedoch bereits im Laufe des dritten Ausbildungsjahres abgelegt
werden.

Die Prüfung findet zeitlich jeweils vor den ÖAGP- Arbeitskreis-Terminen statt.
Bis zu vier Ausbildungsteilnehmer/innen können gleichzeitig antreten. Die Prüfung dauert bei
vier Teilnehmer/innen ca. 2 Stunden, bei geringerer Anzahl entsprechend kürzer.

Anmeldefrist: Um die zeitgerechte Vorbereitung, Organisation und Ankündigung (für
Zuhörer/innen) zu ermöglichen, ist das Antreten zur Theorieprüfung zwei Monate vorher
schriftlich in der Geschäftsstelle/Ausbildungsausschuss anzumelden, wobei die in der
Ausbildungsgruppe erstellten schriftlichen Unterlagen zu den jeweils gehaltenen Referaten in
dreifacher Ausfertigung anzuschließen sind.
Da die Zahl der Teilnehmer/innen auf maximal vier begrenzt ist, werden bei mehr
Anmeldungen die vier zuerst eingetroffenen Anmeldungen berücksichtigt.

Die Prüfung ist öffentlich, d.h. Interessent/innen aus der ÖAGP können daran als
Zuhörer/innen teilnehmen.



                                                                                               I
Ankündigung: Das Stattfinden der Theorie-Prüfung, Zeit und Ort (da jeweils vor dem ÖAGP
– Arbeitskreis, ist das in der Regel am selben Ort) werden in den ÖAGP-Informationen
mitgeteilt, um die Teilnahme von Zuhörer/innen zu ermöglichen. Diese Angaben können auch
bei der ÖAGP – Geschäftsstelle erfragt werden.

Wird die Prüfung nicht erfolgreich absolviert, kann sie bei einem der nächsten Termine
wiederholt werden.




                ABSCHLUSSBESCHEINIGUNG 1. ABSCHNITT


Die Ausbildungsordnung sieht vor, dass nach erfolgreicher Absolvierung des ersten
Ausbildungsabschnitts eine entsprechende Abschlussbescheinigung über den 1. Abschnitt
auszustellen ist, die mehr ist als eine bloße Teilnahmebescheinigung.

Diese bescheinigt, dass der/die Betreffende an den Veranstaltungen des 1. Abschnitts nicht
nur teilgenommen hat, sondern dass er/sie diesen Abschnitt erfolgreich absolviert und einen
bestimmten Ausbildungsstand erreicht hat. Dies setzt neben der Teilnahme die gesetzlich
vorgeschriebene Evaluation eines Ausbildungsfortschritts (u.a. die erfolgreiche Ablegung der
Theorieprüfung) voraus.




    BESCHEINIGUNG DER BERECHTIGUNG ZUR EIGENSTÄNDIGEN
    PSYCHOTHERAPEUTISCHEN TÄTIGKEIT UNTER SUPERVISION


Bei der so genannten „Freigabebescheinigung“, die im 2. Ausbildungsabschnitt (z.B. zur
Vorlage beim Arbeitgeber, bei Bewerbungen um Praktikumsstellen o.ä.) unter bestimmten
Voraussetzungen ausgestellt wird, gilt jene vom Psychotherapiebeirat genehmigte Vorlage,
die von der ÖAGP ausgearbeitet wurde.

Folgende Voraussetzungen für die Ausstellung dieser Bescheinigung sind notwendig:

   -   Die Ausstellung der Bescheinigung ist bei der Geschäftsstelle zu beantragen.
   -   Der erste Ausbildungsabschnitt wurde vollständig absolviert.
   -   Der/Die Antragsteller/in ist bereits in anrechenbarer Einzelsupervision, hat bereits
       zwei Doppeleinheiten absolviert und der/die Supervisor/in erhebt keine Einwände
       gegen die Ausstellung der Bescheinigung.

Hat der/die Supervisor/in Einwände gegen die Ausstellung der Bescheinigung nach der
zweiten Doppeleinheit, dann muss der Ständige Ausschuss damit befasst werden und dieser
entscheidet über die Ausstellung der Bescheinigung.




                                                                                              II
(Nach entsprechendem Beschluss des Vorstandes des Wiener Landesverbandes für
Psychotherapie (WLP) ist seitens der Informationsstelle für Psychotherapie des WLP der
Verweis auf freie Therapieplätze bei Psychotherapeuten in Ausbildung unter Supervision
möglich, wenn dies von den Beraterinnen für vertretbar gehalten wird.
Verwiesen wird jedoch nur an WLP – Mitglieder und das entsprechende Kapazitätsblatt ist
zusammen mit einer Kopie der „Freigabebescheinigung“ beim WLP einzureichen. Das
Kapazitätsblatt kann beim WLP angefordert werden.)




                               ÖAGP – ARBEITSKREIS


Der im 2. Abschnitt vorgesehene Fachvortrag über Erfahrungen in der Anwendung der
Gestalttheorie im eigenen Praxis-/Berufsfeld ist generell zuerst in einer Regionalgruppe zu
halten, wobei explizit der Bezug zur Gestalttheorie als Einstieg dienen soll.

Der Inhalt des Referats ist auch der Regionalgruppe und der Leiterin des ÖAGP –
Arbeitskreises (derzeit Brigitte Lustig) schriftlich vorzulegen (ausgearbeitete Version oder
Zusammenfassung im Umfang von mind. 4 A4 Seiten).
Auf Grundlage dieses Vortrages und der Diskussion in der Regionalgruppe entscheidet diese
darüber, ob der Vortrag in dieser bzw. in einer überarbeiteten Version für den ÖAGP –
Arbeitskreis vorgeschlagen wird.
Diese Entscheidung wird der Leiterin des ÖAGP – Arbeitskreises mitgeteilt und begründet.
Über die Auswahl der Vorträge für den ÖAGP – Arbeitskreis aus diesen Empfehlungen
entscheidet dann der ÖAGP – Ausbildungsausschuss auf Vorschlag der Leiterin des ÖAGP –
Arbeitskreises.

Es wird ersucht, mindestens vier Wochen vor dem Arbeitskreis mit der Leiterin einen Termin
zu vereinbaren, an dem die vorbereitete Fassung des Referates und die Gestaltung des
Arbeitskreises besprochen werden kann und Zeit für eventuelle Präzisierungen und
Ergänzungen bleibt.




                        FACHSPEZIFISCHES PRAKTIKUM


Nach § 6 Abs 2 Z 2 PthG muss während der fachspezifischen Ausbildung „zum Erwerb
praktischer psychotherapeutischer Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang sowohl mit
verhaltensgestörten als auch leidenden Personen“ ein fachspezifisches Praktikum im Ausmaß
von zumindest 550 Stunden absolviert werden.

Welche Praktikumsstellen als solche staatlich anerkannt sind, kann einer Liste entnommen
werden, die das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF), 1030 Wien,
Radetzkystraße 2, aktuell hält (siehe auch nachfolgend angeführte Online Suche). Diese
Stellen sind bereits auf die Erfüllung der geltenden Kriterien geprüft worden.
Dort absolvierte Praktika werden von der ÖAGP in jedem Fall anerkannt.



                                                                                              III
Von den 550 Stunden

       sind zumindest 150 Stunden in einer „facheinschlägigen Einrichtung des
       Gesundheitswesen“ zu absolvieren (z.B. Krankenanstalten bzw. Universitätskliniken
       mit psychotherapeutischer Aufgabenstellung)
       - in der Online Suche PsychologInnen und PsychotherapeutInnen des BMGF bei
       Einrichtungen, unter Kontakt: PTH, facheinschlägige Ausbildungen.

       können die restlichen Stunden, also bis zu 400 Stunden, auch in einer „Einrichtung
       des psychotherapeutisch-psychosozialen Feldes“ (z.B. Sozialdienste,
       Beratungsstellen, etc. mit psychotherapeutischer Aufgabenstellung) absolviert werden
       – in der Online Suche PsychologInnen und PsychotherapeutInnen des BMGF bei
       Einrichtungen, unter Kontakt: PTH, fachspezifische Praktika.

Dieses Praktikum sollte nach der ÖAGP – Ausbildungsordnung während des ersten
Ausbildungsabschnittes absolviert werden.

Die ÖAGP gibt allen AusbildungskandidatInnen, die noch keinen derartigen Praktikumsplatz
haben, die allenfalls erforderliche Unterstützung dabei, einen geeigneten Platz zu erhalten.
Ein solcher Bedarf muss allerdings möglichst frühzeitig der Kandidatenvertretung bekannt
gegeben werden.

Wer das Praktikum bei einer noch nicht anerkannten Einrichtung absolvieren möchte, sollte
folgende Schritte unternehmen:

Erstens, die ins Auge gefasste Einrichtung auf die Möglichkeit aufmerksam machen, sich als
fachspezifische Praktikumsstelle anerkennen zu lassen. (Antrag beim BMGF). Erfolgt dies
und wird die Einrichtung anerkannt, ist auch die Anrechenbarkeit des Praktikums automatisch
gesichert.

Zweitens, wenn die Einrichtung das nicht machen will, besteht auch die Möglichkeit, von der
ÖAGP (Ausbildungsausschuss) prüfen zu lassen, ob eine Anrechnung von
Praktikumszeiten bei dieser Einrichtung in Frage kommt und zugesichert werden kann.

Für diese Prüfung ist die Vorlage von Unterlagen notwendig (nach Möglichkeit eine
Bestätigung der Einrichtung mit den folgenden Inhalten), aus denen hervorgeht:

       dass die Einrichtung kontinuierlich arbeitet und eine psychosoziale
       Versorgungsaufgabe wahrnimmt,
       dass sie über mindestens zwei eingetragene Psychotherapeut/Innen als
       MitarbeiterInnen verfügt und die Praktikumsanleitung durch eine/n eingetragene/n
       Psychotherapeuten/in erfolgt,
       dass es sich um eine klinische Einrichtung handelt – soferne es um den
       facheinschlägigen Ausbildungsteil von 150 Stunden geht.

Der Ausbildungsausschuss der ÖAGP prüft diese Unterlagen und nimmt dann schriftlich dazu
Stellung, ob ein Praktikum bei dieser Einrichtung von der ÖAGP auf die Ausbildung
angerechnet wird oder nicht. Dabei wird ggf. auch Rücksprache mit dem BMGF gehalten.

Zur Absicherung der AusbildungskandidatInnen wird dringend empfohlen, diese Überprüfung
vor Antritt des Praktikums vornehmen zu lassen!


                                                                                          IV
Die Praktikums – Supervision (mind. 30 Stunden) hat methodenspezifisch zu erfolgen und ist
bei einem der LehrtherapeutInnen der ÖAGP (begleitende Einzel- oder Gruppensupervision
zum Praktikum) zu absolvieren. Bei entsprechender Nachfrage werden kleine Gruppen zur
begleitenden Praktikums – Supervision von der ÖAGP angeboten – Anfragen bitte zeitgerecht
an den Ausbildungsausschuss richten!

Wer sich bereits früher absolvierte Praktikumszeiten auf das fachspezifische Praktikum
anrechnen lassen möchte, soll möglichst frühzeitig einen entsprechenden Antrag an den
Ausbildungsausschuss der ÖAGP richten. Diesem Antrag sind entsprechende Bestätigungen
sowie Unterlagen im obigen Sinn beizulegen.
Der Ausbildungsausschuss der ÖAGP prüft diese Unterlagen und nimmt schriftlich dazu
Stellung, ob und in welchem Ausmaß die absolvierten Praktikumszeiten bei dieser
Einrichtung von der ÖAGP auf die Ausbildung angerechnet werden können oder nicht.

Die aktuellen Termine des Ausbildungsausschusses – „Ständiger Ausschuss“ sind den
ÖAGP – Informationen zu entnehmen!




                    PSYCHOTHERAPEUTISCHE TÄTIGKEIT

Nach § 6 Abs 2 Z 4 PthG hat eine psychotherapeutische Tätigkeit mit verhaltensgestörten
oder leidenden Personen in der Dauer von zumindest 600 Stunden zu erfolgen.

Speziell für jene AusbildungsteilnehmerInnen, deren berufliche Tätigkeit nicht ohnehin diese
Anforderung abdeckt, empfiehlt es sich daher, nach erfolgter „Freigabebescheinigung“
entsprechende Stundenaufzeichnungen über ihre therapeutische Tätigkeit zu führen.




                                 ABSCHLUSSARBEIT


Die Ausbildungsordnung der ÖAGP verlangt zum Abschluss der Ausbildung eine schriftliche
Arbeit, in der am Beispiel eigener Praxis der persönliche Therapiestil beschrieben,
erläutert und gestalttheoretisch begründet wird.

Am Beispiel der Beschreibung einer Einzeltherapie soll veranschaulicht werden, wie die
Abschlussarbeit aussehen kann:

   •   Aus dem gesamten (bei noch laufenden Therapien: bisherigen) Verlauf einer Therapie
       ist nach eigenem Gutdünken ein Abschnitt von etwa zehn Sitzungen
       herauszugreifen. Dabei ist es freigestellt, ob dies zehn Sitzungen aus dem Anfangs-,
       Mittel- oder Abschlussteil der Therapie sind.
       Die Abschriften der Tonbandaufzeichnungen dieser ausgewählten zehn Sitzungen sind
       der Abschlussarbeit als Anhang beizufügen. Dieser Anhang dient dazu, dass sich die
       Leser des Beurteilungsausschusses einen eigenen Eindruck verschaffen können, wie



                                                                                           V
       die Therapie verlaufen ist und um festzustellen, inwieweit sie mit der vom/von der
       Verfasser/in geleisteten Reflexion und theoretischen Begründung übereinstimmen.
   •   Im eigentlichen Textteil sind drei dieser zehn Sitzungen ausführlich zu
       reflektieren, der Therapieverlauf und eigene Interventionen darzustellen und
       gestalttheoretisch zu begründen.
       Diese Reflexion soll im Stil einer Selbstsupervision der geleisteten Arbeit abgehalten
       sein.
   •   Der Therapieverlauf vor und nach den ausgewählten und beschriebenen Sitzungen
       soll kurz zusammengefasst dargestellt werden, damit der/die Leser/in einen Überblick
       über den gesamten Therapieverlauf erhalten kann.


Wer entsprechend seines Arbeitsgebietes keine Einzeltherapie, sondern z.B. eine
Gruppentherapie, Personal- und /oder Oragnisationsentwicklungsprojekte, die Betreuung von
SchülerInnen mit „besonderen Bedürfnissen“ als Beratungslehrer/in bzw. PsychagogInnen
beschreibt, verfährt analog zu den obigen Hinweisen. Auch hier ist ein größerer Abschnitt des
Arbeitsverlaufs mit Abschriften von Tonbandaufzeichnungen oder ausführlichen
Gesprächsprotokollen zu belegen, wobei ein Teil dieses Abschnitts ausführlich beschrieben,
reflektiert und gestalttheoretisch begründet werden soll.

Bei der Anfertigung der Abschlussarbeit ist es sinnvoll, die ihr zugrunde liegende
Therapie/Arbeitsweise in der Einzelsupervision zu reflektieren und die Möglichkeiten freier
kollegialer Arbeitsgruppen, der Regionalgruppen und insbesondere des Kolloquiums zu
nutzen.

Abschlussarbeiten sind nicht generell öffentlich zugänglich, die Namen der Personen sollten
dennoch anonymisiert werden. Wer sich für bestimmte Abschlussarbeiten interessiert, muss
sich daher selbst mit den jeweiligen AutorInnen ins Einvernehmen setzen.




            EINTRAGUNG IN DIE PSYCHOTHERAPEUTENLISTE


Nach Annahme der Abschlussarbeit durch den Beurteilungsausschuss ist das Ausbildungs-
buch zur Ergänzung der noch nicht eingetragenen absolvierten Ausbildungsschritte an die
Geschäftsstelle der ÖAGP/Ausbildungsausschuss zu schicken.

Auskünfte zu den vom BMGF gestellten Erfordernissen zur Eintragung in die
Psychotherapeutenliste sind von dort einzuholen.

Unterlagen/Bestätigungen, die - zusätzlich zum Abschlusszertifikat - vom Ausbildungsverein
bereit zu stellen sind, sind vom Ständigen Ausschuss (Ansprechpartnerin derzeit Eva Wagner-
Lukesch) einzuholen.



                           Zusammenstellung: Ständiger Ausschuss
           Brigitte Lustig, Andreas Wachter, Eva Wagner-Lukesch, Oktober 2004



                                                                                           VI
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                          3/04




um 15 Uhr zu gehen, damit er die         wirtschaftliche – Bedingungen sich     und der anhaltenden wirtschaftli-
Veranstaltungen besuchen kann,           weiter entwickeln, sondern auch        chen Einschränkungen in höherem
die am Institut zwischen 16 und 21       davon, wie weit es uns gelingt, un-    Maße als bei uns bereit, sich über
Uhr stattfinden.                         terschiedliche kulturelle Prägungen    Literatur Wissen anzueignen. Und
                                         in Bezug auf Planungs- und Orga-       daß ein Nachholbedarf und großes
Abgesehen von der manchmal               nisationsarbeit und auf Klarheit und   Interesse besteht, sich mit „westli-
vorhandenen und verständlichen           Verbindlichkeit von Absprachen auf     chen“ Konzepten, namentlich aus
Euphorie am Ende eines solchen           einen Nenner zu bringen.               der humanistischen Psychologie,
Seminars, die ich als Leiter wie                                                auseinander zu setzen, steht für
als Teilnehmer des öfteren erlebt        Unabhängig davon, ob mir eine          mich außer Zweifel. Insofern wäre
habe, sehe ich nach dieser Ver-          Fortsetzung dieser Arbeit mög-         es sehr wünschenswert, daß auch
anstaltung zum ersten Mal eine           lich sein wird oder nicht, sehe ich    Hans-Jürgens Buch „Gestalttheorie
vielleicht realistische Möglichkeit,     eine andere Chance, gestalttheo-       und Psychotherapie“ ins Russische
die Zusammenarbeit fortzusetzen.         retisches Gedankengut im russi-        übersetzt würde. Es sollte mich
Das Interesse seitens der Leitung        schen Kulturraum zu verbreiten.        nicht wundern, wenn wir unter Nut-
in Woronesch und einiger Teilneh-        Jewgenij erzählte mir, daß in den      zung der bis jetzt geknüpften Kon-
mer ist vorhanden, Jewgenij und ich      letzten zehn Jahren die meisten im     takte und der russischen Improvi-
sind dazu bereit, und der Sektions-      Westen wichtigen Fachbücher im         sationskunst einen Weg fänden,
vorstand hat weiterer Kooperation        Bereich Psychologie/Pädagogik/         der weniger Geld dafür erfordert
zugestimmt. Ich denke momentan           Erziehung/Psychotherapie        ins    als die bei uns übliche Übertragung
an eine „kleine Zusatzausbildung“        Russische übersetzt wurden. Zwar       durch professionelle Übersetzer.
mit dem Arbeitstitel „Gestalttheo-       sind solche Bücher für viele Men-      Ich würde mich freuen, wenn der
retische Psychotherapie als Zweit-       schen in den ehemals sowjetischen      GTA-Vorstand sich wohlwollend mit
 methode. Einführung in Praxis und       Ländern noch unerschwinglich,          dieser Frage befassen würde. Es
 Theorie“ im Umfang von viermal          aber zumindest in Bibliotheken         diente zum einen ganz sicher der
 fünf Kurstagen innerhalb von zwei       und Facheinrichtungen sind sie         gemeinsamen Sache, zum andern
 Jahren. Ob sich das tatsächlich         zunehmend vorhanden. Meiner            vielleicht auch der internationalen
 verwirklichen läßt, wird nicht nur      Einschätzung nach sind die Men-        Ausrichtung der Gesellschaft.
 davon abhängig sein, wie die äu-        schen dort aufgrund der Jahrzehn-
 ßeren – vor allem politische und        te dauernden fachlichen Isolation




Überwältigendes                          können. Innerhalb weniger Wochen       Es ist daher damit zu rechnen,
                                         trafen bei mir und Rainer Zusiche-     daß wir einige Zeit warten müssen,
Spendenergebnis                          rungen über einen Gesamtbetrag         bis es in der Angelegenheit voran
ermöglicht                               von 11.150,00 € ein. Mit diesem        gehen wird. Ich werde Euch dann
                                         überwältigenden Ergebnis hatte         wieder kurz davon berichten.
Berufungsantrag                          wirklich keiner gerechnet. Die Freu-
                                         de ist natürlich sehr groß, weil nun   Bernd Gerstner
                                         zumindest aus finanziellen Gründen
Im Juni richteten DAGP und ÖAGP          das Berufungsverfahren nicht mehr
einen sachbezogenen Spenden-             scheitern wird.
bzw. Bürgschaftsaufruf an ihre           Der Anwalt hat nun bei Gericht den
Mitglieder. Dieser Aufruf war nötig      Antrag auf Zulassung der Berufung
geworden, weil die Sektion Psycho-       gestellt. Er hat außerdem beantragt,
therapie nur mit einer zusätzlichen      daß für die Entscheidung wichtige
Finanzspritze noch in der Lage war,      Einzelfragen vom Landesverwal-
das Approbationsverfahren von            tungsgericht vorher dem Europäi-
Hans-Jürgen weiter verfolgen zu          schen Gerichtshof gestellt werden.



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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                       3/04




Aus der ÖAGP
Informationsabend...Informationsabend...Informationsabend...Informationsabend
                                         Am 9. November veranstaltet die ÖAGP einen Informationsabend für
                                         Ihre Mitglieder.

   9. November 2004                      • Gerhard Stemberger berichtet über den Stand der Dinge in puncto
                                           Gründung der Psychotherapie-Kammer und die erwünschten und un-
     19.00-21.30 Uhr                       erwünschten (Neben)Wirkungen.

       ABC-Zentrum                       • Heinz Kühlschweiger wird über die laufenden Verhandlungen des
                                           ÖBVP mit Universitäten und Fachhochschulen bezüglich der Akade-
          1090 Wien                        misierung der Psychotherapieausbildung und der Anrechenbarkeit der
                                           Psychotherapieausbildung auf ein Hochschulstudium berichten.
   Mariannengasse 1
                                         • Im dritten und letzten und wichtigen Punkt geht es um die ÖAGP
                                           selbst: um die Neustrukturierung des Vereines, um die im Jänner
                                           stattfindende Mitgliederversammlung und um die Wahl des neuen
                                           Vorstandes, der nicht mehr der alte sein wird.




                                         Supervisions-Weiterbildung der ÖAGP
  Ankündigung
  der                                     Die Supervisions-Weiterbildung      rapie abgeschlossen oder weitge-

  Mitglieder-                             der ÖAGP zur Erfüllung der Vor-
                                          aussetzung für die Eintragung in
                                                                              hend abgeschlossen haben, kön-
                                                                              nen diese Weiterbildung zu einer
  versammlung                             die ÖBVP-Feldsupervisoren-Liste     weiteren Qualifizierung nützen. Ein
                                          hat im September 2004 erstmals      Einstieg in die Weiterbildung ist
                                          mit einem Seminartag „Theorie und   jederzeit möglich. Die Richtlinien
  Am 14.01.2005 findet                   Praxis der Einzel-, Gruppen- und     der Supervisions-Weiterbildung der
                                         Teamsupervision“ in Wien statt-      ÖAGP und die entsprechenden
  die Mitgliederversamm-                 gefunden und wird kontinuierlich     Termine sind im Jahresprogramm
                                         weitergeführt werden. Interessen-    abgedruckt bzw. bei der ÖAGP-Ge-
  lung der ÖAGP und die                  ten dieses Weiterbildungsganges,     schäftsstelle erhältlich.
                                         die bei der ÖAGP ihre Ausbildung
  Wahl des neuen Vor-                    in Gestalttheoretischer Psychothe-

  standes statt.
                                         Neues Mitglied der Ö25
  Zeit: 17.00
                                         Die junge Ö25 hat Zuwachs bekom-
  Ort:    ABC-Zentrum                    men,

          Mariannengasse 1               Wir möchten sie ganz herzlich in
                                         unserem Verein begrüßen und
          1090 Wien                      wünschen viel Freude in und an der
                                         Ausbildung.

                                                       – 14 –
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                          3/04




Gesucht:                                 Erwerb von Praxisstunden
Referenten für                           und/oder Praktikumsstunden
DAGP-Treffen

Für die Durchführung der DAGP-           Maria Seidenschwann und ich ar-       würden von sich aus keine profes-
Treffen (die den Arbeitskreistreffen     beiten, ebenso wie 12 andere Kolle-   sionelle Hilfe in Anspruch nehmen,
der ÖAGP entsprechen) werden             gInnen, im Kuratorium Wiener Pen-     und „bieten“ nur selten Themen an,
immer mal wieder Referenten ge-          sionistenwohnhäuser als Psycholo-     an denen sie „arbeiten“ möchten.
sucht. Falls Ausbildungskandida-         gInnen. Es gibt 30 Häuser, die über   D. h. in diesem Setting bzw. mit
tInnen der ÖAGP für den Abschluß         ganz Wien verstreut sind. Immer       diesem Klientel ist es sicher ein an-
ihrer Ausbildung Interesse an einer      wieder werden PraktikanntInnen        deres Arbeiten als in freier Praxis.
Durchführung haben sollten, mögen        gesucht. Neben PsychologInnen
sie sich bitte melden. Die nächste       können auch PsychotherapeutIn-        Wer sich für ein Praktikum interes-
Gelegenheit bietet sich bereits am       nen ein Praktikum bei uns absolvie-   siert, kann sich zwecks genauerer
18.03.05. Die Durchführung eines         ren. D. h. es gibt für ÖAGPlerInnen   Auskunft an mich wenden: Tel.
DAGP-Treffens wird von der ÖAGP          die Möglichkeit, Praxisstunden bzw.   02231/63154.
anerkannt. Die DAGP kann für die         Praktikumsstunden im Geriatriebe-
Fahrtkosten nach Richstein und die       reich zu sammeln. Unsere KlientIn-    Margit Fally
Übernachtung aufkommen.                  nen sind im Durchschnitt 85 Jahre
Kontaktperson des DAGP-Vorstan-          alt, also hochbetagt. Sie wohnen
des ist Michael Kalweit, E-Mail:         entweder im Appartement oder auf
michael.kalweit@01019freenet.de.         der Betreuungsstation. Die meisten




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                                                        – 15 –
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                            3/04




Stimmungsbild über das sommerliche                                               Referenten für das
Gestalt-Café beim Heurigen                                                       Gestaltcafè 2005
                                                                                 gesucht!
Als im Mai die Idee zum ÖAGP-            Mit viel Heiterkeit erzählten die
Heurigen geboren wurde, hatte ich        „Alten“ ihre persönlichen Erfahrun-
die Hoffnung auf einen ähnlichen         gen aus den Anfängen der ÖAGP.          Das Gestaltcafè soll Absolventen
Sommer wie im Vorjahr. Doch diese        Obendrein konnten wir auch noch         der Ausbildung zum Gestalttheo-
erwies sich als trügerisch. Denn wie     ein Feuerwerk über Wien bewun-          retischen Psychotherapeuten ein
Ihr ja alle selbst erlebt habt, waren    dern. Natürlich bedauerten wir all      Forum des lebendigen Austausches
die schönen Tage, wenn überhaupt,        jene, die gerade im Urlaub sein         bieten.
heuer eher in der Wochenmitte.           mußten und daher nicht beim Heu-        Es wird deshalb durch eure Be-
Also bat ich bei der Tischbestel-        rigen sein konnten. Wir scherzten       reitschaft, Themen zur Diskussi-
lung um die Möglichkeit, sowohl          und lachten sehr viel und machten       on zu stellen, getragen.
draußen, wie auch drinnen sitzen         uns über Einige(s) recht lustig.        Wir planen das Jahr 2005 und
zu können. An jenem Freitag, den         Bei ganz netter, persönlicher At-       würden uns freuen, wenn jemand
30. Juli meinte es der Wettergott        mosphäre und einem guten Buffet         die Bereitschaft zeigt, sein Arbeits-
gut mit uns. Es regnete nicht! Es        hielten wir doch mehrere Vierterln      gebiet vorzustellen oder über ein
war zwar nicht so wirklich der laue      durch, um uns dann gemeinsam            Thema, das ihn besonders beschäf-
Sommerabend, trotzdem saßen wir          und zufrieden auf den Nachhause-        tigt, zu diskutieren.
zwischen Weingärten und hatten           weg zu machen.
eine wunderbare Sicht über Wien.                                                 Schreibt uns einfach ein e-mail oder
Bei sternenklarem Himmel und sehr        Die nächste Gelegenheit zu einem        ruft uns an!
nettem Ambiente fühlten wir uns im       ungezwungenen Zusammensein
Weingut Reisenberg am Oberen             wird sich beim Punschtrinken erge-      Renate Heill
Reisenbergweg 15 sehr wohl.              ben. Ich freue mich jetzt schon auf     0699/18529717
                                         Euer zahlreiches Kommen. Infor-         renate.heill@gmx.at
Gekommen waren Brigitte Lustig,          mation kommt zeitgerecht über die
Eva Lukesch und Franz, Edith             Yahoo-Gruppe. Bitte sagt den Ter-                            Doris Beneder
Schreiber, Elisabeth Ripka, Patrizia     min dann an mögliche interessierte,                          0664/4660976
Frank, Thomas Zusanek und ich.           e-mail-lose „Gestalten“ weiter.                     dorisbeneder@chello.at
Bei Sonnenuntergang und später
im Vollmondschein tauschten wir          Bis bald, Euer Gestalt-Café
Urlaubserlebnisse, -pläne, Garten-
und Kindergeschichten aus.               Renate Heill




                                                        Gemma Pünscher trinken

                                           Nachdem wir im vorigen Jahr heftig darüber diskutiert haben, wie der
                                          Plural von Punsch lautet, wollen wir heuer diese Diskussion hochgeistig
                                                                         fortsetzen.

                                                        Bitte merkt euch folgenden wichtigen Termin vor:

                                                             Montag, 6. Dezember 2004 ab 19 Uhr
                                                               Punschstand auf der Freyung




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Bericht der                                                                   und von persönlichen Emotionen
                                                                              gefärbten Standpunkt bezogen, in
Öffentlichkeitsarbeitsgruppe                                                  der Hoffnung das Wesen und die
                                                                              Kernaussage der Vorträge noch
Nach zweieinhalb Jahren Öffent-          Im Vergleich zu den letzten beiden   erfasst zu haben.
lichkeitsarbeit war es nun einmal        Messen stieg die Besucherzahl        Besonders faszinierend empfinde
an der Zeit zurückzuschauen und          enorm. Verstärktes Interesse für     ich den Umstand, daß sich Medizi-
Resümee über die gemeinsamen             Aus- und Weiterbildung war er-       ner, wenn auch in viel zu geringer
Erfolge unserer Arbeit zu ziehen.        kennbar. Unsere Angebote kosten-     Anzahl, das Symposium war in
Hier die wesentlichen:                   frei an unserem Gestaltcafe und      Relation zu der gebotenen Qualität
                                         dem nächsten Arbeitskreis teilzu-    leider viel zu schlecht besucht, sich
♦ Entwürfe mehrerer Plakate              nehmen (Einladungen dazu lagen       der Diskussion mit anderen Wissen-
♦ Ausbau bestehender Kontakte zu         auf) wurden gerne angenommen.        schaften über einen zentralen Be-
  Propädeutikumseinrichtungen            Wir werden sehen, ob sich hin und    griff wie „Gesundheit und Krankheit“
♦ neue Kontakte zu Propädeuti-           wieder bei diesen Veranstaltungen    stellen. Die gesamte Veranstaltung
  kumseinrichtungen                      neue „Gestalten“ sehen lassen.       ist geprägt von intensiver und of-
♦ Zustandekommen von Seminaren           Schülergruppen kamen zum Teil        fener Auseinandersetzung mit der
  in Propädeutikumseinrichtungen         mit Listen, in die sie gewisse In-   Thematik und von zum Teil heftig
♦ Beitrag zu mehr Dynamik inner-         formationen eintragen sollten (wie   geführten Diskussionen.
  halb unseres Vereins                   verläuft ein Erstgespräch, nenne     Dr. FLECK eröffnet das Symposium
♦ Vorbereitung und Gestaltung            3 verschiedene Therapierichtun-      mit einem Vortrag, in dem er sich für
  sowie Betreuung der Messestän-         gen,… ), damit sie dann im Un-       den Übergang vom Objektivismus
  de bei drei Psychotherapiemes-         terricht weiterdiskutieren können.   zum Konstruktivismus ausspricht.
  sen                                    Anscheinend haben zur Zeit nicht     Er als Psychologe ist der Meinung,
                                         nur Medien wie das Fernsehen das     daß die Philosophie und ihre Theo-
Apropos Psychotherapiemesse -            Thema Psychotherapie aufgegrif-      rien nur die Annährung an eine Re-
die letzte fand am 9.10. wieder im       fen, sondern auch Lehrer, was uns    alität beschreiben kann, die dann
Wiener Rathaus statt; die Vorberei-      klarer Weise sehr freut.             über die Bedeutungszuschreibung
tungen dafür standen in der letzten                                           in der Psychologie weiter entwickelt
Zeit in unserer Gruppe im Vorder-        Ilse Zacher                          wird. Interessant erscheint, daß Dr.
grund. Ziel war es, die Gestaltung                                            Fleck als „radikaler“ Konstruktivist
des Messestandes der Professi-                                                die Realität einer physikalischen
onalität unseres Vereins mit den                                              Welt nicht in Abrede stellt, sondern
zur Verfügung stehenden Mitteln                                               sogar meint, daß diese Annahme
anzupassen, was meiner Meinung                                                zum Wesen des radikalen Kon-
nach ganz gut gelungen ist.                                                   struktivisten gehöre. Erkenntnis,
                                                                              so er als „Konstruktivist“, ist ohne
                                                                              Subjekt nicht möglich. Des weiteren

Symposion: Gesundheit und Krankheit                                           versucht er zu erklären, warum der
                                                                              radikale Konstruktivismus oft so
aus wissenschaftstheoretischer Sicht                                          bedrohlich erlebt wird: der radika-
                                                                              le Konstruktivismus gefährde das
ein Bericht von Martin Held                                                   Weltbild vieler Wissenschafter und
                                                                              löse damit Unsicherheit und Angst
11. März bis 13 März 2004 im Na-         sehr interessanten Veranstaltung.    aus. Im Anschluß an den Vortrag
turhistorischen Museum Wien,             Natürlich wird diese Beschreibung    wird über die Frage, in wie weit Karl
Veranstalter: Österreichische Ge-        sowohl im Umfang als auch in der     POPPER in die Nähe des Konstruk-
sellschaft für Organismisch- Sys-        Präzision und damit Sinnvermitt-     tivismus gerückt werden kann, sehr
temische Forschung und Theorie           lung den gehaltenen Vorträgen        angeregt diskutiert.
Es handelt sich hier um eine per-        nur bedingt gerecht. Es wird hier
sönliche Zusammenfassung dieser          ausdrücklich einen subjektiven       Frau Prof. KREITLER, von der

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Universität Tel-Aviv läßt mich bei       Studien über die Überlebensdauer.       aufgrund der Definitionsgewalt der
ihrem Vortrag aufhorchen, als sie        Sie kommt in ihren Ausführungen         Diagnose und seines Weltbildes
die Psychoonkologie als Kernge-          und eigenen Forschungsergebnis-         der, der weiß, was das Wohl des
biet der Gesundheitspsychologie          sen ganz klar zu dem Ergebnis,          Patienten ist. Auch Definitionen
bezeichnet. Die Intention dahinter       daß psychologische Faktoren für         der WHO über Gesundheit geben
wird aber klar, wenn sie betont das      ein längeres Überleben und bei          dem „Geschenk“ der Medizin, das
Krebskranke nicht psychisch krank        einem längeren Überleben von ent-       geradezu eine „Gnade“ ist, einen
sind, sondern sich in erster Linie in    scheidender Bedeutung sind.             religions-utopischen Wert und im-
einer Krise befinden. Sie referiert      Diese Ausführungen zur Über-            munisieren damit die Medizin.
über die Lebensqualitätsmessun-          lebenszeit regen mich zu einer          Der Arzt entscheidet sakrosankt
gen in den 70er Jahren, die keinen       angenehmen       Pausendiskussion       darüber, was normal und was pa-
Unterschied zwischen chronisch           mit Dr. FRAUENLOB an. Meiner            thologisch ist. Aber schon in der
Kranken und „sogenannten“ Gesun-         Meinung nach ist unsere Kultur zu       Geronto-Medizin wird das durch-
den gezeigt haben. Auf den ersten        stark auf das „menschliche LEBEN“       schnittliche Physiologische zum
Blick mag dieses Ergebnis erstau-        fixiert und andere Aspekte werden       Pathologischen. Je besser die
nen, aber für den Gestalttheoretiker     dadurch zu wenig beachtet. Inte-        Diagnostik, umso eher findet man
wäre z. B. die geschachtelte Figur-      ressant wäre doch zu überlegen,         abweichende pathologische Ergeb-
Grund-Konstellation eine mögliche        was sich auch im Umgang mit             nisse, die zu therapieren sind.
Erklärung. Interessant ist, daß Fr.      Schwerst- oder Todkranken ändern        Natürlich wird auch hier der Wer-
Prof. KREITLER in ihrem weiteren         würde, wenn wir als den zentralen       tebezug auf die westliche Kultur-
Vortrag auf die duale pasteursche        Wert nicht mehr das „menschliche        gesellschaft und damit Religion of-
Annahme vom „pathogenen Faktor“          Leben“ hätten, sondern z. B. die        fensichtlich. Der frühere heidnische
und dem entsprechenden „pathoge-         „Menschenwürde“. Wie würde sich         Arzt durfte angesichts von Leid
nen Hintergrund“ bzw. im Prozess         dieser neue Fokus z. B. auf die         noch nach dem „wie und woher“
der Heilung der „Medizin“ und dem        technische Aufrechterhaltung von        fragen, der frühchristliche Arzt
„hilfreichen Hintergrund“ eingeht.       Leben oder die Gabe von Schmerz-        nach dem „warum“ und „was ist der
Bei der Betrachtung von Krankheit        mitteln auswirken? Vielleicht regt      Sinn“. In der heutigen katholischen
stellen wir häufig die Frage „Was        diese Frage den Leser genauso an        Bioethik, in der der Papst nach wie
ist am Anfang der Krankheit ge-          wie unsere Diskussion, obwohl mir       vor die zentrale Autorität besitzt, ist
schehen?“, von der sie meint, es         schon bewußt ist, daß diese Frage       das Leben heilig. Das menschliche
sei vielleicht eine dumme Frage,         in unserem Kulturkreis ein Tabuthe-     Leben in jeder Form ist stets als
führt aber zu den von ihr kritisch       ma ist.                                 „Geschenk Gottes“ zu betrachten
gesehen wichtigsten Forschungs-                                                  und bildet damit das Fundament
methoden in der Onkologie der            In den Ausführungen von Doz.            aller Betrachtungen, auch in der
retrospektiven (rückblickende Be-        LAPIN am Nachmittag, gibt es auf        Medizin. Hier wird vorab eine Ant-
fragung von Krebskranken) bzw.           diese meine Frage, bedingt sogar        wort bzw. eine Definition festgelegt,
quasi-prospektiven Methode (Aus-         eine Antwort. In seinem Vortrag         die jede Frage von vornherein un-
heben und Heranziehen von alten          versucht er darzustellen, wie sehr      möglich macht. Jemand der die Ant-
Tests bzw. Reihenuntersuchungen).        die Aussagen der Ethik und Bioe-        worten kennt hinterfragt nicht mehr.
Sie geht auf Studien der zwei            thik von gesellschaftlichen Trends      Jeder der dennoch fragt, begibt
großen Psychoonkologischen For-          abhängen.                               sich in die Gefahr einen Tabubruch
schungskreise in England (Royal          Die Frage der Ethik und unserer         zu begehen und vom System aus-
Marsden Gruppe, M. WATSON) und           Einstellung steuert unser Verhalten     geschlossen zu werden. Hier wird
der Forschergruppe aus der USA           und unsere Wahrnehmung. Schon           natürlich auch ethische Diskussion
(um SPIEGEL, BLOOM) ein und              im Eid des Hippokrates begründet        verhindert.
meint, daß diese in ihren Unter-         sich das Exklusivitäts-Bewußtsein       Interessant ist, daß Doz. LAPIN die
suchungen zu wenig medizinische          des ärztlichen Standes, das die         protestantische Bioethik als eine der
Faktoren betrachtet hätten. Frau         Wahrnehmung von Symptomen               engagiertesten bezeichnet, obwohl
Prof. KREITLER konzentriert dann         und die daraus getroffene Diagnose      durch verschiedene Strömungen im
ihren Vortrag in guter, klassischer      bzw. die Denkweise und die Metho-       Protestantismus der der größte ge-
psychoonkologischer Tradition auf        den der Medizin steuert. Der Arzt ist   meinsame Nenner eine Bezugnah-

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me auf die heilige Schrift und eine       aus dualem Ich-Bewußtsein, sowohl        Wie durch den Vortrag von Dr. HUNT
humanistische Auffassung ist.             Tigergottheit als auch Heilerin zur      (Inst. f. Biologie, Santiago de Chile)
Vielleicht fördert hier die katholische   gleichen Zeit, bei der Heilerin führt.   über den Begriff Krankheit aus der
Kirche die durch ihre starre Haltung,     Für uns wissenschaftliche orien-         Sicht von MATURANA (persönliche
mit Anspruch auf Definitionsgewalt        tierten Menschen bleibt natürlich        Gespräche des Referenten mit MA-
und damit entsprechender Diskrimi-        immer die Frage offen, ob nicht das      TURANA) deutlich wurde, reichen
nierung, die Kluft zwischen den Na-       Wesen dieser Krankheit das ist, für      „vorwissenschaftliche“ Ansätze wie
turwissenschaften und der Religion        dessen Heilung sie sich hält, womit      jene von MATURANA nicht aus,
bzw. behindert wissenschaftliches         sie sich in guter Gesellschaft mit       um einen sinnvollen Erklärungswert
Erkennen. Nur wer Hinterfragt kann        der Psychoanalyse befindet.              für die Medizin zu haben. Diese
Neues erkennen, aber wir leben            Hier wird von der Vortragenden           mögen in anderen Feldern wie
natürlich auch alle mit unserer ge-       selber die Nähe zur Psychotherapie       dem Management, wo es mehr um
sellschaftlichen und religiösen Sozi-     betont. Ich denke, daß diese Aus-        plakative, einfach zu verstehende
alisation, so dass uns viele Fragen       führungen für die Heilbehandlung         Aussagen geht ihre Berechtigung
erst gar nicht in den Sinn kommen.        sowohl in der Psychotherapie als         haben, aber nicht für die Medizin.
– Keiner von uns kann aus seiner          auch in der psychologischen Be-          (Eine vielleicht interessante Frage
Haut.                                     handlung, vor allem die Betonung         warum funktionieren übernommene
                                          des dualen Wirkmechanismus von           Modelle, die in einem System falsch
Frau Doz. EIGNER referiert über           Wort und Ritual, zu weiteren Über-       waren, in einem anderen ganz gut?)
„Psychosomatik“ aus schamani-             legungen anzuregen vermag.               Für diese Fragestellung der Medizin
scher Sicht. Sie betont selber den        Auch die pragmatische Sicht der          reduziert sich die Antwort von MA-
Wortwitz im Titel ihrer Ausführung        Kranken, daß sie auch Schamanen          TURANA auf die Aussage, man
betreffend des Wortes „Psychoso-          aufsuchen, die ohne Berufungser-         möge einen Monat bei Indianern die
matik“, weil es aus schamanischer         lebnis (krisenhaftes psychischer         Heilkunst erlernen und würde dabei
Sicht natürlich die Trennung zwi-         Ausnahmezustand, der von uns             mehr über Medizin erfahren, als
schen Körper und Geist nicht gibt.        etwas abwertend als Schamanen-           auf jeder westlichen medizinischen
Sie erläutert, daß teilweise die          krankheit bezeichnet wird) diesen        Universität. Interessant erscheint in
schamanischen Vorstellungen un-           Beruf mit gewissen Einschrän-            diesem Zusammenhang die Äuße-
seren gar nicht so fremd sind, wie        kungen erfolgreich ausüben, mag          rung von MATURANA, daß er sich
z. B. die Ausführungen von BALINT,        für die fortschreitende unsinnige        wieder verstärkt der Biologie zu-
daß der Arzt die wichtigste Droge         gesetzliche Reglementierung in           wenden werde, weil er das Gefühl
des Patienten ist, zeigt.                 westlichen „Heilberufen“ richtung-       habe, nicht verstanden oder falsch
Im Schamanismus ist das Wort das          weisend sein.                            interpretiert zu werden.
Wesen und die Gestalt. Das Wort
ist jenes, was nach außen hin als         Schon durch diese Vorträge wird          Ein interessanter Umstand am
Phänomen sichtbar wird. Für uns           deutlich, daß die zentralen Begriffe     Rande der Veranstaltung war die
ist es etwas befremdend, daß das          in der Medizin, die für die letzten      Aufregung, so berichtet von Prof.
auch nur gedachte Wort in der             Jahrhunderte die Handlungsgrundla-       FEIGL, über falsche oder unvoll-
Heilbehandlung oft schon heilsame         gen darstellten, ins Wanken geraten      ständige akademische Titel. Interes-
Wirkung hat. Entscheidend für die         sind. Als wäre die Finanzierungskri-     sant ist, daß je mehr man versucht,
schamanische Intervention ist aber        se des Gesundheitssystems noch           einem Umstand wie dem Anführen
das Ritual, das unter Anwesenheit         nicht schwerwiegend genug, kün-          von Titeln im Programm gerecht zu
von teilweise großem Publikum,            digt sich, angetrieben durch neue        werden, desto größer die emotiona-
das natürlich keines ist, in Szene        wissenschaftliche Erkenntnis, ein        le Auswirkung bei Fehlern.
gesetzt wird.                             tief greifender Paradigmenwechsel        Durch die Ausführungen von Frau
Diese Kunstfertigkeit der szeni-          in der Medizin an. Zentrale Begriffe     Mag. BONET, einer Mitarbeiterin
schen, ritualisierten Umsetzung           wie Krankheit und daraus abgeleitet      von Prof. RIEDEL, die unter ande-
des Heilrituals wird uns anhand           Gesundheit sind aus heutiger Sicht       rem vom „Human Genom Projekt“
eines Videos verdeutlicht, in dem         nur noch bedingt haltbar und werden      berichtet, wird sehr deutlich, daß
eine Tigergottheit von der Heilerin       in absehbarer Zeit obsolet bzw. sich     der Paradigmenwechsel in der
Besitz ergreift und zu einem durch-       massiv verändern.                        Medizin schon begonnen hat. Frau

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Mag. BONET referiert, daß die Er-        gen würde. Es sei außerdem in der      für neue Erkenntnis von entschei-
gebnisse des „Human Genom Pro-           Wissenschaft unüblich den eigenen      dender Bedeutung. Die Medizin ist
jekt“ des „Pariser Teams“ und des        Gegenstand in Frage zu stellen.        in ihrer Erkenntnis heute offensicht-
„amerikanischen Teams“ eine Dis-         Irritationen erfolgten üblicherweise   lich schon so weit fortgeschritten,
krepanz von 40% aufweisen. Auf           von außerhalb des Systems und          daß ein Paradigmenwechsel wie in
den ersten Blick könnte man an-          würden im eigenen auch nicht als       der Physik durch die Relativitäts-
nehmen, daß eines der Teams wohl         solche gesehen (mit Hinweis auf        theorie, in Kürze zu erwarten ist.
einen Fehler bei der Untersuchung        die derzeit in Österreich geführte     Leider scheint für die Psychologie,
gemacht haben muß. Heute gehe            Diskussion der Universitäten mit       dieser Schritt noch in weiter Ferne,
man aber davon aus, daß beide Er-        der Politik).                          obwohl es Anfang des letzten
gebnisse richtig sein könnten. Das       Zur Verhaltensteuerung durch           Jahrhunderts mit dem Aufkommen
menschliche Genom sei wie ein            Wahrnehmung bring er einen amü-        der Gestaltpsychologie fast so
Buch, es komme immer darauf an,          santen Vergleich mit einer Klima-      ausgesehen hätte, als würde die
wer in welcher Umgebung daraus           anlage. Eine Klimaanlage nimmt         Psychologie eine wissenschaftli-
vorliest. Wir sollten wieder anfan-      die Welt in drei Zuständen wahr        che Vorreiterstellung einnehmen.
gen, oder besser gesagt aufhören,        und richtet daran ihre Handlungen      Grundsätzlich sei angemerkt, daß
die Speisekarte mit den Speisen          aus (Handlungssteuerung durch          der derzeitig in der Psychologie
zu verwechseln. Die Kausalrealität       Wahrnehmung). Wenn es zu kalt          geführte wissenschaftliche Diskurs
liegt immer im Betrachter. (Weitere      ist heizt sie, wenn es zu warm ist     der Zitation bestenfalls pseudowis-
Ausführungen über epigenetische          kühlt sie und wenn die Temperatur      senschaftliche Erkenntnis bringt.
Marker, oder „Schrott-DNA, finden        dazwischen liegt tut sie gar nichts.   Wir schreiben der neuen Erkenntnis
sich im Scientific Amerikan (Spek-       Nur, was ist wenn es brennt?... -      wegen voneinander ab und sind zu-
trum der Wissenschaft).)                 Sehr gesund ist dieses Verhalten       tiefst erstaunt, daß diese Erkennt-
                                         für die Klimaanlage sicher nicht       nis gar so neu nicht ist. Vielleicht
Zum Abschluß referierte Doz.             – aber in der Welt der Klimaanlage     sollten wir in der Wissenschaft
FÜLLSACK zum Thema: Die „Ge-             wird diese Unterscheidung nicht        wieder radikale Schritte wagen
sundheit“ der Unterscheidung „Ge-        getroffen.                             und Bücher verbrennen. Zumindest
sundheit-Krankheit“.                     Für mich waren diese Ausführun-        würde es uns den Wert dieser (wis-
Seine Kernaussage ist, daß die           gen eine gelungene Abrundung die-      senschaftliche Erkenntnis und der
Wissenschaft ihrem Wesen nach            ses wirklich sehr spannenden und       Bücher) wieder verdeutlichen.
nicht wertend sei und daß man            hochinformativen Symposiums.           Der Blick über den Zaun ins ande-
mit extrem wertenden Aussagen in         Offensichtlich vollzieht sich auch     re Fachgebiet lohnt sich, nur die
der Wissenschaft keinen Anschluß         die Wissenschaftsgeschichte in         Schlußfolgerung bleibt unklar.
finde, sondern nur in der Politik.       Zyklen und Um- bzw. Irrwege sind
Es gelingt dem Vortragenden mit
einem extrem provokanten Beispiel
über das Wiederauftauchen der
als ausgestorben geltenden klas-               Die DAGP/ÖAGP-Informationen gibt‘s jetzt auch im Netz als
sischen Hysterie bei türkischen Ar-                PDF-Dokument zum Anschauen oder Herunterladen
beitsmigrantinnen in Deutschland                                       unter
(Bericht des Spiegel) sein Publikum
zu provozieren und klar zu machen,
daß es für das Gesundheitssystem
von fataler Auswirkung wäre, den
Begriff Krankheit zu hinterfragen.
Es wäre geradezu absurd und
würde dem Mediziner den Boden
unter den Füßen wegziehen, bzw.
ausgesprochen ungesund wenn                        www.gestalttheory.net/gta/sektion/info.html
diese „Wahrheit“ ernsthaft hinterfra-



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Termine/Veranstaltungen Oktober 2004 bis Dezember 2005


Oktober 2004
   1.-3.10.04 Gestalttheorie und Ess-Störungen: „Hungern hält Leib und Seele zusammen“, Thomas Fuchs,
              Didoll
      4.10.04 Ständiger Ausbildungsausschuss ÖAGP, 19:30 Uhr
  2.-.6.10.04 Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
      7.10.04 Kollegiale Gruppen-Supervision, 19 Uhr, Nachbarschaftszentrum, 1150 Wien,
              Kardinal Rauscher-Platz (Bitte vorher telefonische Kontaktaufnahme, ob Ort und Uhrzeit bleiben.
              Irene Agstner 01/4800802 oder Elisabeth Ripka 0699/10280963)
 11.-15.10.04 Werkstatt Gutenstein
     12.10.04 Psychotherapie-Beirat: Eintragungsausschuss, Vollsitzung
              (letzte Einreichung für Anträge 1.10.04)
 16.-18.10.04 Gruppensupervision, Gutenstein, Hans-Jürgen Walter
     19.10.04 19 Uhr, Gestaltcafe, Psychosomatik, Dieter Zabransky & Markus Hochgerner, Buchhandlung
              Krammer, 1070 Wien Kaiserstr. 13
 23.-24.10.04 Sektionsvorstandssitzung, Gutenstein
 25.-27.10.04 Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
     31.10.04 Ende der Einzahlungsfrist für Frühbucherkonditionen für die GTA Tagung im Februar 2005 siehe
              www.gestalttheory.net/gta

November 2004
      4.11.04    Kollegiale Gruppen-Supervision, 19 Uhr, Nachbarschaftszentrum, 1150 Wien,
                 Kardinal Rauscher-Platz (Bitte vorher telefonische Kontaktaufnahme, ob Ort und Uhrzeit bleiben.
                 Irene Agstner 01/4800802 oder Elisabeth Ripka 0699/10280963)
      5.11.04    DAGP-Treffen, Didoll
      5.11.04    ÖAGP-Arbeitskreis, 1090 Wien, ABC Zentrum Marianneng. 1
  6.-10.11.04    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
      9.11.04    Informationsabend über die Psychotherapie Kammer und Akademisierung sowie Neustruktuierung
                 im ÖAGP und Nominierung der Kanditaten für den Vorstand. 19 - 21:30 Uhr ABC-Zentrum, Marian
                 neng. 1, 1090 Wien
 12.-14.11.04    Suchtseminar, Gutenstein, Dieter Zabransky
 17.-21.11.04    Ö25, Gutenstein
 19-20.11.04     „Dialog der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in Österreich“: 1. Österreichische Tagung
                 der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Vienna International School. Tagungssekre-
                 tariat: Yvonne Gezzele: Tel: 01/958 12 40, Fax: 01/317 65 11, oekids@chello.at (Andrea Brix und
                 Mag. Andreas Wachter halten einen Vortrag und gestalten ein Workshop)
     20.11.04    Vorstandssitzung der ÖAGP, 11Uhr, Cafe Jelinek, Otto Bauerg. 5, 1060 Wien
 22.-24.11.04    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien

Dezember 2004
   4.-8.12.04    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
      6.12.04    ÖAGP/Gestaltcafe`: Treffen zum „Pünschertinken“ 19Uhr Freyung 1010 Wien
 13.-15.12.04    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
    14.12.04     Psychotherapie-Beirat: Eintragungsausschuss, Vollsitzung
                 (letzte Einreichung für Anträge 3.12.04)




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Termine/Veranstaltungen Oktober 2004 bis Dezember 2005
Jänner 2005
   8.-12.1.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
      14.1.05    Mitgliederversammlung d. ÖAGP und Wahl des Vorstandes; 17Uhr, ABC-Zentrum, Marianneng. 1,
                 1090 Wien
  16.-20.1.05    Einführungsseminar in Österreich, Kästl/Walter, Gutenstein
  21.-25.1.05    Ö 25 Gutenstein
      23.1.05    Supervisions-Weiterbildung; Theorie und Praxis der Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision,
                 Kästl, Wien
      24.1.05    Ständiger Ausbildungsausschluß, 19:30 Uhr
  24.-26.1.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
  28.-30.1.05    Kindertherapie, Lusti/Wachter, Wien

Februar 2005
 12.-16.2.05     Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
 18.-20.2.05     Gruppensupervision, Hans-Jürgen Walter, Gutenstein
 21.-23.2.05     Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
 24.-27.2.05                                              GTA,
                 14. Wissenschaftliche Arbeitstagung der GTA, Graz, siehe auch www.gestalttheory.net/gta
      25.2.05    „Schnupperstunden“ Lustig/Wagner-Lukesch, Wien

März 2005
    5.-9.3.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
      18.3.05    ÖAGP-Arbeitskreis, 1090 Wien, ABC Zentrum, Marianneng. 1
      18.3.05    DAGP-Treffen, Didoll
  19.-21.3.05    Bibliodrama, Hans-Peter Crone, Didoll
  21.-23.3.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien

April 2005
   6.-10.4.05    Ö 25, Gutenstein
   9.-13.4.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
  22.-24.4.05    Psychodrama und Aufstellungsarbeit, Rainer Kästl, Gutenstein
  25.-27.4.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien

Mai 2005
   7.-11.5.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
  20.-22.5.05    Theorieseminar, Walter, Gutenstein
      20.5.05    „Schnupperstunden“ Lustig/Wagner-Lukesch, Wien
  21.-23.5.05    Einzelsupervision Rainer Kästl in Wien
  25.-29.5.05    Ö25, Gutenstein

Juni 2005
    4.-8.6.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
      17.6.05    ÖAGP-Arbeitskreis, 1090 Wien, ABC Zentrum Marianneng. 1
      17.6.05    DAGP- Treffen, Didoll
  20.-22.6.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien

Juli 2005
    2.-6.7.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
  18.-20.7.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien



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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                    3/04




Termine/Veranstaltungen Oktober 2004 bis Dezember 2005
September 2005
    3.-7.9.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
      16.9.05    „Schnupperstunden“ Lustig/Wagner-Lukesch, Wien
  23.-25.9.05    Methoden und Interventionstechniken, Kästl, Gutenstein
  26.-28.9.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien

Oktober 2005
  8.-12.10.05 Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
 10.-14.10.05 Psychotherapiewerkstatt, Gutenstein
 15.-17.10.05 Gruppensupervision, Walter, Gutenstein
     22.10.05 Supervisions-Weiterbildung, Theorie und Praxis der Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision,
              Kästl, Wien
 24.-26.10.05 Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien

November 2005
     4.11.05     DAGP-Treffen, Didoll
     4.11.05     ÖAGP-Arbeitskreis, Wien
  4.-6.11.05     Gestalttheorie und Ess-Störung, Thomas Fuchs, Neuhaus
  5.-9.11.05     Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
 21.-23.11.05    Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien

Dezember 2005
  3.-7.12.05 Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien
 12.-14.12.05 Einzelsupervision, Rainer Kästl in Wien




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DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                          3/04




Adressen und Telefon-Nummern

                        Gesellschaft für Gestalttheorie und ihre Anwendungen GTA

       Vorstand der GTA: Dr. Gerhard STEMBERGER (1. Vorsitzender), Prof. Dr. Gisela KUBON-GILKE (2. Vor-
             sitzende), Dipl.Psych. Michael RUH (Schatzmeister), Dipl.Psych. Dr. Marianne SOFF (Schriftführe-
             rin), Prof. Dr. Ernst PLAUM (Beisitzer)
       GTA-Geschäftsstelle: Michael RUH, Steinweg 11, D-35066 Frankenberg, Deutschland
             Tel.: (+49) 6451-716700 / Fax: (+49) 6451-718556; e-mail: gestalttheorie@t-online.de.
       Bankverbindung in Österreich: GTA-Kto der ÖAGP bei der BANK AUSTRIA (BLZ 20151) Nr. 601 480 312
       Bankverbindung in Deutschland: Konto der Gesellschaft für Gestalttheorie, Spar- und Creditbank
             Gemünden (BLZ 52069029) Nr. 826413
       Homepage der GTA: http://www.gestalttheory.net
       Deutschsprachige Homepage der GTA: http://www.gestalttheory.net/gta

              Herausgebergremium der GESTALT THEORY: Dr. Gerhard STEMBERGER (geschäftsführend),
                   Prof. Dr. Jürgen KRIZ, Dipl. Psych. Dr. Hans-Jürgen WALTER
              Redaktion: Irene AGSTNER, Dipl. theol. Stephan GOERLICH, Dipl. theol. Michael GROSS, Dave
                   VAN VALKENBURG
              Einreichung von Manuskripten für die Gestalt Theory:
                   Dipl. theol. Michael GROSS, Laufer Weg 53, D-90552 Röthenbach a.d. Pegnitz (eMail:
                   michael.gross.nuernberg@gmx.de)
              Homepage der Gestalt Theory: http://www.gestalttheory.net/gth

                                         Sektion Psychotherapie der GTA

       Vorstand der Sektion Psychotherapie der GTA: Dipl. Psych. Rainer KÄSTL (1. Vorsitzender), Dr. Eva
             WAGNER-LUKESCH (2. Vorsitzender), Dr. Gerhard STEMBERGER, DDr. Dieter ZABRANSKY,
             Dipl. Psych. Bernd GERSTNER (Kooptiertes Mitglied)
       Geschäftsstelle der Sektion Psychotherapie:
             D-88131 Lindau, Lindenhofweg 19; Tel. 0049/8382/25976 (22254 privat) Fax: 0049/8382/942278
       Geschäftsführer: Dipl. Psych. Rainer KÄSTL
       Homepage der Sektion: http://www.gestalttheory.net/gta/sektion

              WuP - Ausschuß Wissenschaft und Publikationen der Sektion Psychotherapie:
                Leitung: Dipl. Psych. Dr. Marianne SOFF , Dipl. Psych. Michael RUH (Stv.)
                Anschrift (Soff): Dr. H.-Winter.-Str. 12, D-64646 Heppenheim, BRD (Tel. 0049/6252/78308)

              Redaktion DAGP/ÖAGP-Informationen:
                Dipl. Psych. Michael KALWEIT, Brandhofstr. 2, D-88433 Schemmerhofen, Tel. 0049-7356/3106,
                eMail: michael.kalweit@01019freenet.de
                Irene AGSTNER, Elisabeth RIPKA, Thomas ZUSANEK
                Beiträge an: oeagp-red@yahoogroups.de oder an Irene Agstner, 1170 Wien, Lacknerg. 6/12

             Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie DAGP

       Vorstand der DAGP: Dipl. Psych. Rainer KÄSTL (Vorsitzender), Dipl. Psych. Dr. Thomas FUCHS, Dipl.
             Psych. Bernd GERSTNER, Dipl. Psych. Michael KALWEIT, Dipl.-Soz. Päd. Irme STÜBER
       Geschäftsstelle der DAGP:
             D-88131 Lindau, Lindenhofweg 19; Tel. 0049/8382/25976 (22254 privat) Fax: 0049/8382/942278
       Geschäftsführer: Dipl.Psych. Rainer KÄSTL
       Homepage der DAGP: http://www.gestalttheory.net/dagp

              Vertretung der DAGP in der AGPF (Arbeitsgemeinschaft Psychotherapeutischer
              Fachverbände):
                 Dipl. Psych. Dr. Thomas FUCHS




                                                         – 24 –
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                         3/04




Adressen und Telefon-Nummern
         Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Gestalttheoretische Psychotherapie ÖAGP

       Vorstand der ÖAGP: DDr. Dieter ZABRANSKY (1. Vorsitzender), Dr. Eva WAGNER-LUKESCH (2. Vorsit-
             zende), Dr. Brigitte LUSTIG, Dr. Gerhard STEMBERGER, Heinz KÜHLSCHWEIGER
       Geschäftsstelle der ÖAGP: 1180 Wien, Schopenhauerstraße 48/6; Tel. 01/406-46-61 (Journaldienst Do 10-
             12 h, sonst Anrufbeantworter).
       Geschäftsführung: Dr. Eva WAGNER-LUKESCH (Tel. 0699/192-064-92 bzw. Dienststelle: 01/71100-3434)
       Finanz-Angelegenheiten (Mitgliedsbeiträge etc.): Dr. Brigitte LUSTIG (Tel. 01/524-36-69)
       Homepage der ÖAGP: http://www. gestalttheory.net/oeagp

              Ausbildungsausschuß der ÖAGP:
                 Dipl. Psych. Dr. Hans-Jürgen WALTER (Vorsitz), Dipl. Psych. Ulrike HENSGEN, Hans-Rainer
                 HUBBES, Dipl. Psych. Bernd GERSTNER, Dipl. Psych. Rainer KÄSTL, Dr. Brigitte LUSTIG, Dr.
                 Gerhard STEMBERGER, Mag. Andreas WACHTER, Dipl. Psych. Klaus WINKELHOG, Dr. Eva
                 WAGNER-LUKESCH, DDr. Dieter ZABRANSKY
              Ständiger Ausschuß (führt die laufenden Geschäfte des Ausbildungsausschusses, ausgenommen
              Angelegenheiten der beiden Unterausschüsse):
                 B. LUSTIG (Vorsitz), A. WACHTER, E. WAGNER-LUKESCH
              Beurteilungsausschuß (entscheidet über Abschlußarbeiten):
                 R. KÄSTL (Vorsitz), G. STEMBERGER, D. ZABRANSKY
              Berufungs-Ausschuß (Behandlung von Beschwerden und Einsprüchen zu allen Teil- und
              Abschlußbeurteilungen in der Ausbildung):
                 B. GERSTNER (Vorsitz), B. LUSTIG, K. WINKELHOG
              Anschrift für alle diese Ausschüsse: ÖAGP-Geschäftsstelle, 1180 Wien, Schopenhauerstr. 48/6
              ÖAGP-Vertreter im Psychotherapiebeirat: D. ZABRANSKY, Stellvertr.: E. WAGNER-LUKESCH
              Delegierte der ÖAGP in der ÖBVP-Gremien:
                 Ausbildungs- und Methodenforum (AMFO) des ÖBVP: Gerhard STEMBERGER
                 (Fachspezifikum), Heinz KÜHLSCHWEIGER (Weiterbildung); KandidatInnen-Forum des ÖBVP:
                 Bettina OSTHEIM (Stv. Rainer HEINCZ)
              ÖAGP-Kandidatenvertretung:
                Rainer HEINCZ (Tel. 02266/66708 oder 0699/11929546), Dr. Bettina OSTHEIM (02243/33935)
              ÖAGP-Vorstandsverantwortliche für den ÖAGP-Arbeitskreis:
                Brigitte LUSTIG (Tel. 01/524-36-69)
              ÖAGP-Vorstandsverantwortliche für Regionalgruppen und Regionalgruppen-Forum:
                Heinz KÜHLSCHWEIGER (01/810-40-05), Christine SPRAIDER (Tel. 0676/738-32-82)
              Ansprechpartner für derzeit bestehende ÖAGP-Regionalgruppen in Wien:
                Wien I: Barbara EMNET (01/480-41-49)
                Wien III: Jörg TURBA (01/985-72-33)
              Koordinatorinnen der 3-Jahres-Gruppe in Österreich:
                Ö25: Dagmar BERGERMAYER (Tel. 0699/102-03-047) & Barbara VEIGL (Tel. 0650/703-37-37)
              ÖAGP-Ausschuß ”Klinisches Forum”: Christine SEMOTAN, Tel. 02772/51329
              ÖAGP-Arbeitsgruppe Kindertherapie: Brigitte LUSTIG, Tel. 01/524-36-69
              ÖAGP-Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit
                Koordinatorin: Ilse ZACHER (01/280-31-64, ilse_zacher@yahoo.de)
              ÖAGP-Arbeitsgruppe Fortbildung und Kommunikation
                Doris BENEDER (02256/81-62-04), Renate HEILL (0699/185-29-717)
              IRIS - Psychotherapeutische Beratungs- und Behandlungsstelle der ÖAGP im NZ15:
                 Sitz: 1150 Wien, Kardinal Rauscher Platz 4 (Nachbarschaftszentrum) Tel. 01/985-38-30
                 Team: Mag. Andrea BRIX, Mag. Margit FALLY (Geschäftsführung), Heinz HETTICH
                 (Therapeutische Leitung)
              ÖAGP-Vertretung in der Informationsstelle für Psychotherapie des WLP:
                Heinz HETTICH, Sabine LACKNER




                                                         – 25 –
DAGP/ÖAGP-Informationen 13. Jg. (2004)                                                                           3/04




Adressen und Telefon-Nummern

                        Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP)

       Homepage: http://www.psychotherapie.at/oebvp/

       Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP)
             1030 Wien, Löwengasse 3/5. OG/TOP 6 (Tel: 01/512-70-90, Fax: 01/512-70-914)

       Burgenländischer Landesverband für Psychotherapie (BLP)
            7000 Eisenstadt, Esterhazystraße 18 (Tel. & Fax: 02682/684 71)

       Kärntner Landesverband für Psychotherapie (KLP)
             9020 Klagenfurt, Rudolfsbahngürtel 2 (Tel: 0463/50 07 56, Fax: 0463/59 07 56)

       Niederösterreichischer Landesverband für Psychotherapie (NÖLP)
             2326 Maria Lanzendorf, Hauptstr. 10 (Tel: 02235/42 965, Fax: 02235/44 039)

       Oberösterreichischen Landesverband für Psychotherapie (OÖLP)
            4020 Linz, Adlergasse 12 (Tel. & Fax: 0732/77 60 90)

       Salzburger Landesverband für Psychotherapie (SLP)
             5020 Salzburg, Fürstenbrunnstr. 4 (Tel. & Fax: 0662/82 38 25)

       Steirischer Landesverband für Psychotherapie (STLP)
              8010 Graz, Elisabethstr. 38 (Tel: 0316/37 25 00 Fax: 0316/36 50 17)

       Tiroler Landesverband für Psychotherapie (TLP)
              6020 Innsbruck, Leopoldstr. 38 (Tel & Fax: 0512/56 17 34)

       Vorarlberger Landesverband für Psychotherapie (VLP)
             6850 Dornbirn, Eisengasse 7 (Tel: 05572/21463, Fax: 05572/233499)

       Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP)
            1010 Wien, Rosenbursenstr 8/3/8 (Tel: 5126173, Fax: 512 44 77) Büro: Mo Di Mi 10-13h, Do 12-15h
            WLP-Informationsstelle für Psychotherapie (512 71 02; tel. Beratung: Mo, Mi, Do 14-16h, Sa 10-12h)


                                             Sonstiges (Österreich)
       Büro des Psychotherapiebeirats
             BM für Gesundheit und Frauen, A-1030 Wien, Radetzkystraße 2
             Tel. 01/71100 DW 4465 (Fr. Haderer) oder DW 4147 (Herr Kohaut)
             [Antragstellung für Eintragung in die Psychotherapeutenliste, für Ausnahmegenehmigungen;
             Meldung von Adress-Änderungen von eingetragenen Psychotherapeut/innen etc.]

       Wiener Gebietskrankenkasse
            1101 Wien, Wienerbergstraße 15-19, Tel. 60-122-0 (oder Klappendurchwahl)
            [bei Psychotherapie-Verrechnungsproblemen Frau DDr. Fleischmann, stv. Leiterin der
            Vertragsabteilung, Durchwahl 2303; bei Problemen mit der (Voraus)Bewilligung die Vertrauens-
            Psychotherapeutin der WGKK, Frau Dr. Zissler]

       ARGE Psycholog/innen und Psychotherapeut/innen im ÖGB
            c/o Dr. H. BARTUSKA, 1180 Wien, Haizingergasse 43/1 (Tel. 01/478-6170-11, Fax: 01/478-6170-4)

       EAP (European Association for Psychotherapy)
            1010 Wien, Rosenbursenstr. 8/3/7 (Tel. 512-70-911)
            http://www.europsyche.org

       WCP (World Council for Psychotherapy)
            1010 Wien, Rosenbursenstr. 8/3/7 (Tel. 512-70-912)
            http://www.worldpsyche.org



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