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Medizinische Absicherung und med

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Medizinische Absicherung und med Powered By Docstoc
					Erfahrungsbericht Singapur/NUS

                2003




                   von

              Philip Wessely

        (philipwessely@hotmail.com)
1       Vorbereitung



1.1      Medizinische Absicherung und Medical Check
Um die Impfung sollte man sich frühzeitig kümmern. TwinRix (Hepatitis A und B) – für
Singapuraufenthalt empfehlenswert - bedarf drei Spritzen, im Abstand von einem Monat
von der ersten Spritze und 5 Monate nach der Zweiten. Falls man es nicht schafft, gibt es
die Möglichkeit, in Singapur die fehlende Impfung zu bekommen. Der Impfstoff kostet dort
nur ca. die Hälfte im Vergleich zu Deutschland. Das Gesundheitssystem Singapurs ist dem
europäischen mindestens ebenbürtig. Tollwut-, Malaria- oder Typhusimpfung sind für
Singapur nicht notwendig, empfehlen sich aber für manche der umliegenden Länder und
Gegenden.
Eine Auslandskrankenversicherung habe ich bei der Hansa Merkur über STA Travel für ca.
33 Euro pro Monat abgeschlossen.



1.2      Bank
Für den Aufenthalt in Singapur habe ich ein Konto bei der Citibank eröffnet. Der Vorteil liegt
darin, dass Abhebungen an den Citibank-Geldautomaten im Ausland nichts kosten. In
Singapur gibt es vier Filialen mit Abhebemöglichkeiten: Capital Square, City Link in der
Nähe von Suntec City, Esplanade und in der Orchard Road. Für Studenten gibt es keine
Gebühren und Kosten. Der Antrag ist ebenfalls kostenlos, wenn man ihn ausdruckt und
wegschickt oder in der Filiale abgibt. Gleichzeitig habe ich eine VISA-Karte beantragt, für
Studenten fallen im ersten Jahr keine Gebühren an, in jedem Folgendem sind 15 Euro pro
Monat fällig. Unbedingt beachten sollte man, dass man sowohl EC-Karte als auch
Kreditkarte mindesten einmal vor dem Reiseantritt in Deutschland benutzt hat – und sei es
nur für einen Kontoauszug. Andernfalls könnten mit den Karten im Ausland Probleme
auftauchen.
Ein Konto bei einer hiesigen Bank habe ich nicht eröffnet, habe aber von anderen
Exchange Students erfahren, dass eine Kontoeröffnung sehr unbürokratisch und schnell
verläuft. Außerdem hilft die Universität mit einer Informationsbroschüre weiter.
1.3         Flug
Den Flug habe ich bei STA-Travel gebucht; ein Direktflug von 11 Stunden mit offenem
Rückflugdatum bei der Deutschen Lufthansa. Der Preis lag bei ca. 650 Euro. Der Flug war
sehr angenehm, der Service war hervorragend und es blieben keine Wünsche offen.



1.4         Anschaffungen und andere Vorbereitungen
Int. Studentenausweis:     Sollte man sich beim Studentenwerk für 9 Euro besorgen, da
es                         einige Preisnachlässe in Museen und ähnlichem gibt.


Bücher, Infomaterial:      Ich kann den „Vis a Vis Singapur“-Führer von Dorling
                           Kindersley (15.90 Euro) empfehlen und natürlich das
                           Standardwerk „South-East Asia on a shoestring“ von Lonely
                           Planet. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn man nicht
                           alles genauso vorfindet wie im Reiseführer, weil in Singapur
                           sehr viel umgestaltet und gebaut wird.


Verlassen des Wehrpflichtbereiches:
                           Als Wehrpflichtiger hat man die Pflicht, seinen neuen
                           Aufenthaltsort dem Kreiswehrersatzamt zu melden. Dies
                           erfolgt über einen Brief, in dem     Aufenthaltsort, -dauer und
                           -grund aufgezeigt wird. Danach wird man offiziell vom
                           Kreiswehrersatzamt für die Zeit freigestellt.


Handy:                     Bereits in Deutschland sollte man sich ein Dual-Band Handy
                           besorgen, denn in Singapur kommt man ohne eins nicht aus.
                           Ich habe mir gleich nach der Ankunft in Singapur im Flughafen
                           eine Pre-paid Karte von Singtel ( POD) gekauft. Das Guthaben
                           ist gleichzeitig der Kaufpreis (50 S$) und man bekommt
                           zusätzliche 8 S$ gutgeschrieben.


Kleidung:                  Man sollte leichte Sommersachen (T-Shirts, kurze Hemden
                           usw.) mitnehmen. Für die Vorlesungen empfehlen sich
                           langärmlige Hemden, Stoffhosen und geschlossene Schuhe
                             (wegen Klimaanlagen). Ansonsten kann man in Singapur
                             Kleidung günstig kaufen.




2       Anfangsphase und Leben in Singapur



2.1      Ankunft
Der Flug verging     trotz 11 Stunden sehr schnell. Am Flughafen fanden zu meinem
Erstaunen keine langwierigen Kontrollen statt. Nachdem ich das Flughafengebäude
verlassen hatte, wurde ich gleich von dem tropischen Wetter überrascht. Man gewöhnt sich
jedoch relativ schnell an diese schwülen und heißen Gefilde. Nichts desto trotz muss man
in Singapur des Öfteren Flüssigkeit zu sich nehmen, um nicht ganz auszutrocknen. Es
besteht die Möglichkeit vom Flughafen entweder mit dem Taxi oder der MRT (Mass Rapid
Transportation),der U-Bahn Singapurs, zu gelangen. Die Taxifahrten sind im Vergleich zu
Deutschland wirklich erschwinglich und sind ab zwei bis drei Personen der MRT oder dem
Bus vorzuziehen. Eine Taxifahrt vom Changi Airport zum Campus der NUS kostet je
nachdem wo man hin will zwischen 20 und 30 S$. Fährt man hingegen mit der MRT
Richtung Campus, so fährt man bis Haltestelle Buena Vista und nimmt von da Bus Nr. 200,
95 oder 92.



2.2      Registrierung
In der ersten Woche des Semesters muss man sich zunächst in der University Hall
(Registar’s Office) registrieren. Zur gleichen Zeit startet die so genannte „Add and Drop
Week“, in der man neue Kurse hinzu- und alte, für die man sich registriert hat, abwählen.
Nach dieser Woche fängt eine Periode von ungefähr drei Wochen an, in der man nur noch
Kurse abwählen kann. Für all diese Dinge bekommt man am Tage der Registrierung eine
Einweisung und ein sehr hilfreiches Informationsblatt.



2.3      Lebenshaltungskosten
Für den Anfang braucht man etwas Bargeld, das man direkt am Flughafen umtauschen
kann. Ansonsten ist die Nutzung einer Kreditkarte von Vorteil. Die Lebenshaltungskosten
sind in Singapur etwa mit Deutschland zu vergleichen. Man zahlt jedoch mehr für die
Unterhaltung, Alkohol und Milchprodukte. Das Essen ist grundsätzlich sehr billig (je weiter
sich man vom Stadtkern entfernt, desto billiger wird es). Man findet überall so genannte
„Food courts“, wo eine Mahlzeit zwischen 3 und 10 S$ kostet.


Die Anrufe nach Deutschland sind relativ günstig. Mit der Nextel-Karte ist eine
Gesprächsdauer von 3 Stunden und 17 Minuten für 10 S$ möglich. Diese Karte erhält man
in Kiosken. Einfach den Code auf der Rückseite freirubbeln und den Anweisungen auf der
Karte folgen. Jedoch muss man dafür einen eigenen Festnetzanschluss haben, den man
relativ leicht bei Singtel beantragen kann.
Telefoniert man mit dem Mobiltelefon nach Deutschland, so belaufen sich die Kosten auf
etwa 0.30 bis 0.40 S$. Hierzu sollte man aber die 019 vor den Ländercode wählen.



2.4      Sprache
Auf Singlisch war ich am Anfang schon sehr gespannt. Meine asiatischen Mitbewohner
habe ich anfangs kaum verstanden und am Flughafen hatte ich auch einige Schwierigkeiten
, aber nach 1-2 Monaten gewöhnt man sich an die eigenartige Sprache und übernimmt
schon unbewusst so manche Ausdrücke, wie lah, can und ah automatisch in den
Srachgebrauch.
Empfehlenswert ist das Wörterbuch -„An essential guide to Singlish“- (10S$), welches einen
in das Geheimnis des Singlish einweiht.




2.5      (Ess)Kultur
Einen wirklichen Kulturschock kann man in Singapur nicht erleben. Die Gesellschaft ist viel
europäischer als man glaubt. Der Kleidungsstil der Frauen und Männer ist westlich. Auch
die Umgangsart ist westlich geprägt. Man bemerkt jedoch sehr oft den asiatischen bzw.
chinesischen Einfluss, z.B. beim Einkaufen (sehr langsam, fast schleichender Gang), oder
beim Bezahlen (würdevolle Übergabe des Geldes mit zwei Händen).
Vor dem Essen sollte man sich auch nicht fürchten. Im Stadtinneren gibt es Mahlzeiten,
wie man es von dem Chinarestaurant in Deutschland kennt. Natürlich gibt es auch Indische,
Malaiische, Japanische und Thailändische Küche. Je weiter man sich von dem Stadtkern
entfernt, desto typischere, einheimische und scharfe Mahlzeiten bekommt man.
Empfehlenswert wäre es Vitamintabletten aus Deutschland mitzunehmen, weil nach einiger
Zeit Vitaminmangel auftritt und die Tabletten in Singapur verhältnismäßig teuer sind.



2.6      Unterkunft
Während meines Aufenthaltes war ich in Eusoff Hall untergebracht und kann nur jedem
empfehlen, sich in einer Hall einzuquartieren. Dadurch hat man die Möglichkeit, einige
Locals kennen zu lernen, und kommt generell in den Genuss einer sehr persönlichen
Atmosphäre. Die anderen Exchange Students, die vorwiegend im PGP untergebracht sind,
lernt man sowieso durch abendliche Aktivitäten kennen.



2.7      Nachtleben
An dieser Stellen möchte ich nur drei Anmerkungen machen. Zum einen solltet ihr den Boat
Quay meiden, da dieser sehr touristisch ist und es weitaus bessere Lokalitäten gibt. Zum
anderen solltet ihr euch den Mittwochabend freihalten, um ins Insomnia zu gehen. Dort gibt
es jeden Mittwoch für 19 S$ Freeflow und ab ca. 22.30 Uhr spielt dort eine Liveband die
guten alten Lieder. Drittens sollte man auch mindest einmal in der New Asia Bar gewesen
sein, denn dort hat mein einen wirklich fantastischen Blick auf die ganze Stadt.




3       Kurse


Prinzipiell kann ich nur jedem empfehlen nicht zu viele Kurse zu besuchen, da man den
Arbeitsaufwand anfangs leicht unterschätzen kann. Anfangs hatte ich fünf Kurse gewählt,
merkte dann aber, dass ich mich zwischen dem Weiterkommen in mein Studium und der
Erweiterung meines persönlichen Horizontes durch Reisen und soziale Kontakte
entscheiden muss. Ich wählte zweiteres.
Vier Kurse stellt meines Erachtens nach ein gut zu bewältigendes Pensum dar, ohne dabei
auf genannte Annehmlichkeiten verzichten zu müssen. Dabei sollte man auch beachten,
dass 2000er-Kurse nicht soviel Arbeit machen wie beispielsweise 3- oder gar 4000er-Kurse.
Dies sind meine gewählten Kurse aus dem ersten Semester:


Business Policy (BH 3001)
Sehr guter und praxisbezogener Kurs. Das einzige Manko stellt das Final Exam dar, in dem
man in zwei Stunden einen Fall lesen, analysieren und ein achtseitiges Statement abgeben
muss. Alle nicht englischsprachigen Exchange Students aus meinem Bekanntenkreis
haben sich mit dieser Klausur ihre Note mehr oder weniger verschlechtert.


Asian Markets and Marketing (BZ 3601A)
Dies war mit Abstand der schlechteste Kurs, den ich besucht habe. Dr. Cheng schien mir,
keine wirkliche Linie in ihrer Vorlesung zu haben. Der Kurs war mehr eine Art
Kaffeekränzchen als eine ernstzunehmende Veranstaltung. Angefangen wurde prinzipiell
erst eine halbe Stunde nach dem offiziellen Beginn.


Finance (BZ 2004)
Ein sehr zu empfehlender Kurs, der ein Beispiel für den guten Ruf der NUS im Bereich
Finanzierung ist.


Intro to Fuzzy/ Neural Systems (EE 4305)
Ein ebenfalls sehr empfehlenswerter Kurs für alle WI/ETs, die in Mechatronik oder
Regelungstechnik vertiefen.


Robotics (ME4245)
Dieser Kurs war eher langweilig, sehr mathematisch und wenig Praxisbezug.




Abschließend möchte ich mich noch sehr gerne bei Frau Nothnagel bedanken, die stets
eine überaus liebenswerte und kompetente Ansprechpartnerin ist und mit ihrer freundlichen
und geduldigen Art eine große Hilfe war.

				
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