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Lebenswelten von Kindern und Jug

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Lebenswelten von Kindern und Jug Powered By Docstoc
					Landesverwaltungsamt                         Landesstelle Kinder- und Jugendschutz
Abteilung 6 (Landesjugendamt)                Sachsen-Anhalt e.V.
Referat 601 - Fortbildung                    www.jugend-lsa.de/jugendschutz
www.lvwa.sachsen-anhalt.de/Landesjugendamt




Handout:

Jugendschutz-Informationstag Sachsen-Anhalt 2006


Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
Welche Gefährdungspotenziale spielen eine Rolle?


Kooperationsveranstaltung am 30.11.2006

in Halle/Saale




erstellt von:

Frau Dagmar Reisner - Landesverwaltungsamt
Frau Kathrin Stude   - Landesverwaltungsamt
Herrn Arnfried Böker - Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.
                                2


Inhaltsverzeichnis



                                    Seite



Einleitung                             3

Tagungsablauf                          4

Impulsreferat Suchtwelten              6

Impulsreferat Fernsehwelten           10

Impulsreferat Kunstwelten             15

Impulsreferat Politikwelten           19

Impulsreferat Handywelten             23

Impulsreferat Spielewelten            26

Impulsreferat Internetwelten          30

Impulsreferat Sinnwelten              36

Diskussionsforum Lebenswelten         40
                                        3


Einleitung




Gesellschaftliche und technische Entwicklungen vollziehen sich in einem hohen
Tempo und verändern das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen.
Für Erziehende ist es nicht immer leicht, den Überblick über aktuelle Tendenzen und
Gefährdungslagen zu behalten.


Der Jugendschutz-Informationstag Sachsen-Anhalt 2006 will Ihnen eine Auswahl an
unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen vorstellen und
verschiedene Gefährdungslagen erläutern.


Die Veranstaltung soll Anregungen geben, kritisch und konstruktiv mit diesen
Lebenswelten in erzieherischen Prozessen umzugehen.
Neben einführenden Informationen erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu
jedem Thema eine schriftliche Übersicht mit Gefährdungslagen, Anregungen und
Ansprechpartnern in Sachsen-Anhalt in Form eines knappen Handouts.

Wir möchten uns bei allen Mitwirkenden recht herzlich bedanken.




                                                             Halle, November 2006
                                                   4


Jugendschutz-Informationstag Sachsen-Anhalt 2006
Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
Welche Gefährdungspotenziale spielen eine Rolle?


Veranstalter:            Landesverwaltungsamt (Landesjugendamt) Sachsen-Anhalt in Kooperation
                         mit der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.
Termin:                  30.11.2006
Ort:                     Halle, LISA (Lehrerfortbildungsinstitut Sachsen-Anhalt)
Zielgruppe:              Jugendschutzfachkräfte, pädagogisch Tätige in Jugendhilfe, Schule und
                         Kindertagesstätten sowie Hort, interessierte Eltern


Tagungsablauf:

Zeit     Lebenswelt          Thema                                             Referentin, Referent

09:30                        Begrüßung, Grußworte                              Landesjugendamt,
                                                                               Frau Heinecke
09:45    Suchtwelten         Komasaufen, Kiffen, Alcopops, Modedrogen          Frau Gerlinde Pokladek,
                             sind einige Schlagwörter zum Thema. Mit           Büro      für    Supervision,
                             welchen      Phänomenen        haben      die     Coaching                 und
                             Erziehenden zu tun? Welche Ursachen gibt          Organisationsentwicklung
                             es? Was heißt das für die pädagogische            sowie Suchtprävention
                             Arbeit in verschiedenen Feldern von
                             Kindertagesstätte       bis      hin       zu
                             Jugendeinrichtungen?
10:15    Fernsehwelten       Welche     Fernsehformate      werden    von      Frau Juliane Epp,
                             welchen     Zielgruppen     erreicht?    Hat      Jugendschutzreferentin
                             Fernsehkonsum      unserer     Kinder    und      Landesstelle   Kinder- und
                             Jugendlichen Auswirkungen auf Ihren               Jugendschutz Sachsen-Anhalt
                             Alltag? Sind fernsehfreie Zonen notwendig?        e.V.
                             Gibt es pädagogische Erfahrungen in
                             Kindertagesstätte,       Hort,        Schule,
                             Jugendeinrichtungen?
10:45- PAUSE                 Stehcafe
11:00
11:00 Kunstwelten            Mangas,       Anime,     Hentai     –     eine    Herr Markus Gerstmann,
                             erwachsenenfreie Welt? „Das sind doch nur         Jugendinformationsdienst
                             Comics, die machen doch nichts.“ So eine          Bremen, Lehrbeauftragter FH
                             Meinung von Erwachsenen. Woher kommen             Bremen
                             diese Dinge? Was fasziniert Mädchen oder
                             Jungen daran? Geht es nur um Gewalt und
                             Sex? Oder ist es kein Thema für
                             pädagogische Settings, weil es Kunst ist?
11:30    Politikwelten       Rechtsextremismus ist ein nach wie vor sehr       Herr Roman Ronneberg,
                             aktuelles Problem, mit dem Erziehende zu          Geschäftsführer Miteinander
                             tun haben. Es geht um die Fragen                  e.V.
                             Alttagskultur, rechte Inhalte aus der Mitte
                             der Bevölkerung, rechte Gewalt, rechte
                             Musik, rechte Internetforen... Wer ist wirklich
                             gefährdet? Welche pädagogischen Ansätze
                             versprechen Erfolg?
12:00- MITTAGSPAUSE
13:00
                                               5



13:00    Handywelten      Ein Medium mit rasender Verbreitung. Ein         Herr Arnfried Böker,
                          Medium, was fast jeder mittlerweile hat. Ein     Geschäftsführer Landesstelle
                          Medium, das immer mit Kostenproblemen,           Kinder- und Jugendschutz
                          Sex und Gewalt in Verbindung gebracht            Sachsen-Anhalt e.V.
                          wird.     Das    Handy.      Wie      nutzen
                          unterschiedliche Altersgruppen das Handy?
                          Welche Gefährdungslagen gibt es? Wie
                          kann man in der Pädagogik mit diesem
                          Medium       und    seinen    Möglichkeiten
                          umgehen?
13:30    Computerspiel-   Machen Computerspiele dick, dumm und             Herr Marek Klingelstein,
         welten           gewalttätig?     Was       fasziniert     an     Verantwortlicher Testbereich -
                          Computerspielen? Wer nutzt welche Genre?         Unterhaltungssoftware
                          Welche Gefährdungen sieht man hinsichtlich       SelbstKontrolle (USK)
                          des Computerspielens? Was macht die
                          USK? Wie ist die aktuelle Diskussion in
                          Wissenschaft und Politik?
14:00-   PAUSE            Stehcafe
14:15
14:15    Internetwelten   Das      Internet    bietet     unübersehbare    Herr Olaf Schütte,
                          Möglichkeiten wie zum Beispiel für die           Jugendbildungsreferent
                          Schule oder den Beruf. Aber es gibt auch         fjp>media
                          Schattenseiten.              Kinderchaträume,
                          Mutproben, Sexseiten, Suizidforen seien
                          beispielhaft genannt. Kommen unsere
                          Kinder und Jugendlichen allein zurecht oder
                          brauchen sie Begleitung. Wenn ja, wie kann
                          diese aussehen, wo doch oftmals die
                          Erwachsenen weniger wissen, als die
                          jungen Nutzer?
14:45    Sinnwelten       Beim Heranwachsen beschäftigen sich die          Frau Dr. Marion Zimmermann
                          meisten jungen Menschen mit Fragen wie           oder Frau Dr. Viola Phillip,
                          Sinn des Lebens, was ist meine Aufgabe           Fachreferentin               IDS,
                          usw. Antworten werden an verschiedenen           Informations-                 und
                          Stellen gesucht und gefunden. Nicht alle         Dokumentationsstelle
                          Antwortgeber helfen den Heranwachsenden          Neureligiöse Gemeinschaften,
                          aber weiter. Wie sieht der riesige Markt an      Psychogruppen              sowie
                          Lebenshilfe und Esoterik aus? Sind alle          Okkultismus / Satanismus –
                          schwarz       gekleideten       Kinder    und    ein Projekt der Landesstelle
                          Jugendlichen Satanisten? Wo finde ich als        Kinder- und Jugendschutz
                          Erziehender               Hilfe           und    Sachsen-Anhalt e.V.
                          Hintergrundinformationen?
15:15    Lebenswelten     Diskussionsforum mit den Referenten              Moderation:
                          Sind die Bedingungen des Aufwachsens             Frau Andrea Wegner,
                          unserer Kinder und Jugendlichen alle             Geschäftsführerin Deutscher
                          gefährlich?       Machen        Computerspiele   Kinderschutzbund        LV
                          süchtig?     Helfen     Handyverbote     oder    Sachsen-Anhalt
                          Ausgehverbote? Trifft das überhaupt auf
                          mich als Eltern oder Pädagoge zu? Muss
                          man bestimmte Themen schon im
                          Kindergarten bearbeiten? Was kann ich
                          machen, wenn ich nicht mehr an meinen
                          Zögling herankomme? Ist das in Sachsen-
                          Anhalt alles so schlimm? Solche und weitere
                          Fragen sollen in der abschließenden
                          Diskussionsrunde besprochen werden. Die
                          Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben
                          darüber hinaus die Möglichkeit, ergänzende
                          Fragen      einzubringen,      die   in   den
                          Kurzreferaten eventuell nur angerissen
                                      6


                    werden konnten.
16:00   Abschluss
                                7




                      Impulsreferat


                       Suchtwelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Komasaufen, Kiffen, Alcopops, Modedrogen sind einige
Schlagwörter zum Thema.
Mit welchen Phänomenen haben die Erziehenden zu tun?
Welche Ursachen gibt es?
Was heißt das für die pädagogische Arbeit in verschiedenen
Feldern von Kindertagesstätte bis hin zu Jugendeinrichtungen?




Referentin:

Frau Gerlinde Pokladek

Büro für Supervision,       Suchtprävention     und    Suchthilfe
Magdeburg

Leitung des Projektes
„Förderung des Jugendschutzaspektes              innerhalb      der
Suchtprävention in Sachsen-Anhalt“

e-mail: G.Pokladek@web.de
                                              8


Suchtwelten


Junge Menschen kommen immer früher mit Suchtmitteln in Berührung, das
Einstiegsalter sinkt. Für Kinder und Jugendliche auch unter 16 Jahren ist es meist
leicht, Zigaretten oder alkoholische Getränke zu erwerben. Erwachsene schauen
weg, die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes werden häufig missachtet – sei
es aus Bequemlichkeit, aus Unkenntnis oder auch aus kommerziellen Gründen.


Die alltägliche Verfügbarkeit legaler Suchtmittel erleichtert einen frühen Konsum
erheblich. Diese wissenschaftlich und praktisch belegte Beobachtung ist als
dramatisch zu bewerten. Sie erfordert Konsequenzen im gesellschaftlichen, im
politischen und im pädagogischen Bereich. Das Verhalten junger Menschen spiegelt
die gesellschaftlichen Realitäten. Über 50 % der ersten Kontakte mit Alkohol
geschehen nicht irgendwo sondern in der Familie1.


Suchtmittelkonsum bei Kindern und Jugendlichen ist doppelt gefährlich. Der sich
entwickelnde jugendliche Körper reagiert auf Suchtmittel empfindlicher, dadurch ist
das Risiko von körperlichen Schäden und gestörter Persönlichkeitsentwicklung bis
hin zur Abhängigkeit größer. Eine Abhängigkeit entwickelt sich schneller als beim
erwachsenen Menschen.


Deshalb gilt es, auch gesetzlich Grenzen aufzuzeigen, wann frühestens der Konsum
von Suchtmitteln verantwortbar ist und als jugendliches Experimentierfeld toleriert
werden kann. Das Jugendschutzgesetz richtet sich nicht nur an Kinder und
Jugendliche sondern hauptsächlich an Erwachsene und bietet eine Unterstützung in
der Auseinandersetzung mit dem Thema und in der gesundheitsbewussten
Erziehung der Kinder.




1
      Vgl. www.dhs.de,; Repräsentativerhebung der BZgA zur Drogenaffinität Jugendlicher, 2004
                                               9



Situation in Sachsen-Anhalt


In Sachsen-Anhalt wurde 1998 eine erste Studie zur „Modernen Drogen- und
Suchtprävention“ (MODRUS I) im Auftrag des Interministeriellen Arbeitskreises
„Sucht“ des Landes Sachsen-Anhalt erhoben. Als Fortsetzung sind in den Jahren
2000 die Studien MODRUS II und im Jahr 2003 MODRUS III entstanden. Damit liegt
eine Vergleichbarkeit der durchgeführten Erhebungen vor.


In Auswertung der Untersuchungsergebnisse zum Erfahrungshorizont und dem
persönlichen Konsumverhalten (MODRUS III, Pkt. 4.1., Tabelle 8, Seite 20)
ergeben sich bedenkliche Entwicklungstendenzen:


      Der   Eigenkonsum           der   Kinder      und         Jugendlichen       hat   in    den
       Vergleichszeiträumen         tendenziell       in         besorgniserregendem           Maße
       zugenommen. Der Anteil an Raucher hat sich innerhalb von fünf Jahren fast
       verdoppelt (20 % auf 37 %), der Anteil der Konsumenten alkoholischer
       Getränke wie Bier und Wein erfuhr einen Anstieg auf das Vierfache (7 % auf
       29 %) und der hochprozentiger alkoholischer Getränke einen Anstieg auf das
       Siebenfache (2 % auf 15 %).
      Dieses    rapide    Ansteigen     des       legalen       kindlichen   und     jugendlichen
       Drogenkonsums         ist    mehr    als       alarmierend.        Die       Risiken     und
       Gefährdungspotentiale von einem maßvollen Konsum zu einem späteren
       Suchtverhalten sind somit auf ein Vielfaches gestiegen.
      Alkohol entwickelt sich damit auch unter jungen Menschen zur gefährlichsten
       Droge, da diese im Unterschied zum Rauchen neben den gesundheitlichen
       Schädigungen auch weitergehende negative Folgen für ihre schulischen und
       beruflichen Perspektiven, für das Zusammenleben mit anderen, für die
       Persönlichkeitsentwicklung und anderen Lebensbereichen erwarten lässt.
      Bei   den     illegalen      Rauschmitteln          hat     sich   der   Konsum          von
       Marihuana/Haschisch unter den Heranwachsenden verdoppelt (3 % auf 7 %).
       Ecstasy     hat    offensichtliche   seine          Bedeutung      „zu   Gunsten“        der
       Cannabisprodukte verloren.
                                               10


  Das Einstiegsalter ist besorgniserregend bei allen wichtigsten Drogen weiter
  gesunken. Insbesondere beginnen die Heranwachsenden mit dem Rauchen immer
  früher (12,5 Jahren auf 11,3 Jahre). Auch bei Marihuana haben sich die
  Erstkonsumenten verjüngt (14,6 auf 14,0 Jahren). Andere illegale Drogen haben die
  jungen Konsumenten im Alter von 14 Jahren erstmalig zu sich genommen.2

  Was ist erlaubt und was nicht?

              unter 16 Jahren      unter 16 Jahren          über 16, aber          über 16, aber
                                    zusammen mit           unter 18 Jahren       unter 18 Jahren
                                  Erziehungs- oder                                zusammen mit
                                 Personenberechtigte                                Erziehungs- oder
                                          m                                   Personenberechtigtem

Aufenthalt                                                  bis 24:00 Uhr
 Bier, Wein
     (1)                             ab 14 Jahren
 Alkopops
     (2)
Spirituosen
     (2)
   Tabak

  Hinweis     Zwischen 5 – 23     Person muss über 18      Ausweis zeigen       Person muss über 18
               Uhr darf eine     Jahre alt sein, handelt      lassen!         Jahre alt sein, handelt im
               Mahlzeit oder     im Auftrag der Eltern /                       Auftrag der Eltern / des
                ein Getränk         des Vormundes                              Vormundes (schriftliche
                konsumiert            (schriftliche                                 Vereinbarung)
                  werden             Vereinbarung)

  (1) Bier- oder weinhaltige Mischgetränke dürfen an Personen unter 18 Jahren
      abgegeben werden.
  (2) Branntweinhaltige Getränke sind z. B. Rum, Cognac oder Wodka.
      Branntwein ist ein Getränk, bei dem durch Erhitzen (=Brennen) der Alkoholgehalt
      erhöht ist. Diesen Vorgang nennt man auch Destillation. Der Alkoholgehalt von
      Branntwein liegt meist bei 40 %.
      Alkopops sind Getränke, die mit Branntwein gemischt werden und daher dürfen
      sie an Personen unter 18 Jahren nicht abgegeben werden.




  2
         vgl. Moderne Drogen- und Suchtprävention (MODRUS III), FOKUS Halle 2004 veröffentlicht
          vgl. Möglichkeiten und Grenzen der Prävention in der Schule, Landespräventionsrat
         Sachsen-Anhalt 2005
                              11




                     Impulsreferat


                    Fernsehwelten



Inhaltliche Schwerpunkte:

Welche Fernsehformate werden von welchen Zielgruppen erreicht?
Hat Fernsehkonsum unserer Kinder und Jugendlichen
Auswirkungen auf Ihren Alltag?
Sind fernsehfreie Zonen notwendig?
Gibt es pädagogische Erfahrungen in Kindertagesstätte,
Hort, Schule, Jugendeinrichtungen?




Referentin:

Frau Juliane Epp

Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.

Jugendschutzreferentin

e-mail: jugendschutz@jugend-lsa.de
                                         12


Fernsehwelten

Das Fernsehen ist ein wichtiges Medium für Kinder. Für kleine Kinder ist es oft neben
Hörangeboten das am meisten genutzte Medium. Die öffentlich-rechtlichen Sender
und zum Teil auch die privaten Sender halten ein reichhaltiges Programm für Kinder
aller Altersgruppen vor. Gleichzeitig gibt es eine Reihe von Sendungen im Tages-
und Abendprogramm, die nicht geeignet sind für Kinder und Jugendliche bestimmter
Altersgruppen.



Eine der wichtigsten Aufgabe des Jugendmedienschutzes im Bereich Fernsehen ist
es, die Kinder beim Fernsehen zu begleiten, sich für das, was sie mögen und wofür
sie sich begeistern zu interessieren und Kinder bei der Auswahl der Sendungen und
der Intensität der Fernsehnutzung behilflich zu sein. Es ist wichtig Kinder von klein
auf zur Medienkritik zu befähigen und ihnen zu zeigen, dass man durchaus
hinterfragen sollte, was einem täglich im Fernsehen geboten wird.



Dazu ist eine größere Einsicht der Erwachsenen (Eltern, Pädagogen) in die Notwen-
digkeit der Fernseherziehung in der Familie und in den Einrichtungen (Kita, Hort,
Schule, offene Kinder- und Jugendarbeit) unbedingt notwendig.



Der Internetauftritt (http://www.schau-hin.info/index.php?id=60) der bundesweiten
Kampagne für mehr Medienkompetenz „Schau-hin, was deine Kinder machen!“
bietet zum Thema „Fernsehen in der Familie“ 10 goldene Regeln zur
Fernsehnutzung an:

In vielen Kinderzimmern steht er bereits, der Fernseher. Kleinere Kinder sind
fasziniert von den bunten Bildern. Die älteren Kinder suchen Action, Liebesdramen
und Sendungen, in denen Wissen vermittelt wird. Wie Eltern den Fernsehkonsum
steuern und mit ihren Kindern darüber reden können? SCHAU HIN! mit den zehn
goldenen Fernsehregeln.
                                         13


1. Regeln vereinbaren

Vereinbaren Sie mit Ihren Kindern klare Regeln, wann, wie lange und was sie im
Fernsehen gucken dürfen und achten Sie auf die Einhaltung der Vereinbarung.
Schon aus diesem Grund gehört ein Fernseher nicht ins Kinderzimmer, denn dann
ist Kontrolle kaum noch möglich.


2. Gemeinsam fernsehen

Der Fernseher eignet sich nicht als Babysitter. Schauen Sie, sooft es geht,
gemeinsam mit Ihrem Kind fern. Vor allem Vorschul- und Grundschulkinder
benötigen unsere Begleitung. Bekannte Formate und Videos, von denen Sie wissen,
dass sie gut zu verkraften sind, können die Kinder gelegentlich auch allein ansehen.


3. Über Erlebnisse sprechen

Achten Sie auf die Signale Ihres Kindes beim Fernsehen und gehen Sie darauf ein.
Seien Sie nicht irritiert, wenn Ihr Kind beim Fernsehen spricht oder im Zimmer
umherläuft. Hierdurch verarbeitet es die Fernseherlebnisse.


4. Fernsehen ist kein Druckmittel

Das Fernsehen sollte nicht als Mittel für Belohnung und Strafe eingesetzt werden.
Dem Medium wird dabei eine Bedeutung verliehen, die mit dem eigentlichen Grund
der Bestrafung (z.B. das Zimmer wurde nicht aufgeräumt) nichts zu tun hat und das
Interesse am Fernsehen wird durch das Verbot noch gesteigert.


5. Kritische Nutzung

Versuchen Sie, Ihre Kinder dabei zu unterstützen, das Fernsehen selbständig und
kritisch zu nutzen. Helfen Sie ihnen, Werbung und Programme klar von einander zu
trennen. Sie sollten mit ihnen auch über Gewaltdarstellungen sprechen.


6. Den Tagesablauf nicht diktieren lassen

Lassen Sie sich Ihren Tagesablauf nicht von der „Flimmerkiste“ diktieren. Möchten
Sie oder Ihre Kinder gar nicht auf eine Sendung verzichten, gibt es ja noch den
Video- oder DVD-Rekorder. Es besteht kein Grund, alles stehen- und liegen zu
lassen.
                                           14


7. Vorbildfunktion

Überdenken Sie als Vorbild für Ihre Kinder Ihr eigenes Fernsehverhalten. Zappen Sie
oberflächlich oder wählen Sie Programme bewusst aus? Lassen Sie den Fernseher
oft nebenbei laufen? Besser ist es, den Fernseher zu einer bestimmten Sendung
einzuschalten und danach wieder abzuschalten.


8. Erfahrungsaustausch

Ihr Einfluss auf Ihr Kind verändert sich mit zunehmendem Alter: Kinder orientieren
sich dann verstärkt an Freunden, Freundinnen und anderen Gleichaltrigen, mit denen
sie ihre Zeit verbringen. Tauschen Sie sich deshalb mit anderen Eltern z.B. über die
Themen Fernsehkonsum, TV-Werbung oder Gewaltdarstellungen aus.


9. Kein schlechtes Gewissen

Kinder brauchen das Fernsehen genauso wie die Erwachsenen: um sich zu
informieren und zu lernen, um abzuschalten, um sich unterhalten zu lassen, um eine
eigene Phantasiewelt zu entwickeln. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Ihr
Kind nicht nur „pädagogisch wertvolle“ Sendungen guckt. Oder dass es überhaupt
fernsieht, anstatt mit anderen Kindern „sinnvoll“ zu spielen.


10. Auch mal abschalten

Achten Sie darauf, dass Sie und Ihr Kind auch noch Zeit für Spiele, Sport sowie
Freunde und Freundinnen haben. Fernsehen sollte auf keinen Fall die einzige
gemeinsame Tätigkeit Ihrer Familie sein. Und umgekehrt sollte einem Kind das
Fernsehen nicht grundsätzlich verboten werden. Es muss lernen, sich in einer Welt
zurechtzufinden, die sehr stark durch Medien bestimmt ist. Finden Sie das richtige
Mittelmaß: Verteufeln Sie das Fernsehen nicht, aber haben Sie auf jeden Fall ein
Auge darauf, was sich Ihr Kind anschaut.
                                         15


Diese Regeln könnte man zur Grundlage nehmen, um mit Kindern und Eltern zum
Thema „Fernsehen“ in einen kreativen Dialog zu treten. Das Thema Fernsehen ist in
den Familien oft mit Angst besetzt. Keiner will sich in „die Karten gucken“ lassen. Um
so wichtiger ist es, das Eltern miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam
Lösungen für Probleme zu diesem Thema zu finden.



Die Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V. bietet Projekte und
auch thematische Elternabende zum Thema „Fernseherziehung“ an. Außerdem sind
wir bei der Erstellung von Konzepten für die medienpädagogischen Arbeit behilflich.



Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt zu uns auf:



Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.

Tel.: 0391/7346246

Fax: 0391/7346247

e-mail: jugendschutz@jugend-lsa.de

www.jugend-lsa.de/jugendschutz



Weiterführende Links zum Thema Fernsehen und Fernseherziehung:

www.flimmo.de

www.schau-hin.info

http://www.zappen-klicken-surfen.de

http://www.wissen-und-wachsen.de

www.kika.de

www.tv-wunschliste.de
                                16




                      Impulsreferat


                       Kunstwelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Mangas, Anime, Hentai – eine erwachsenenfreie Welt?
„Das sind doch nur Comics, die machen doch nichts.“
So eine Meinung von Erwachsenen.
Woher kommen diese Dinge?
Was fasziniert Mädchen oder Jungen daran?
Geht es nur um Gewalt und Sex?
Oder ist es kein Thema für pädagogische Settings, weil es Kunst
ist?




Referent:

Herr Markus Gerstmann

Jugendinformationsdienst Bremen

Lehrbeauftragter FH Bremen

e-mail: gerstmann@jugendinfo.de
                                        17



Kunstwelten: Manga, Anime, Hentai- eine erwachsenenfreie Welt?


Manga

     Wussten Sie schon, dass Mangas in Japan von allen Altersgruppen gelesen
      werden?
      Es gibt Mangas für Kleinkinder, Teenager, Angestellte und Greise, für
      Mädchen und Jungen, Hausfrauen und Punks. Ungefähr die Hälfte aller
      Manga wird von Frauen für Frauen gezeichnet.


     Wussten Sie schon, dass die Auflage von Mangas so hoch ist, wie ALLE
      Druckerzeugnisse in Deutschland zusammengenommen?
      Mitte der 90er betrug sie 2 Milliarden verkaufte Exemplare pro Jahr. Manga
      sind so billig, dass sie für jeden erschwinglich sind - ein Sammelband mit 600
      Seiten kostet ca. 3 Euro. Außerdem gibt es überall gebrauchte Manga.


     Wussten Sie schon, dass die Zeichentrickserien Heidi und Biene Maja aus
      Japan kommen?
      Wie bei Film oder Fernsehen gibt es bei Manga und Anime (Zeichentrickfilme)
      alle Genres - von der Kinderserie über Dokumentationen und Sozialkritisches
      zu Liebesromanzen, Aktion und Pornografie.


     Wussten Sie schon, dass es auch in Deutschland eine große Fangemeinde
      gibt?
      Die größten Fanclubs wie Animex und Anime no Tomodachi haben viele
      tausend Mitglieder, es gibt deutschlandweite Fantreffen (Cons) und talentierte
      junge FanzeicherInnen. Derzeit erscheinen in Deutschland ca. 40 Titel im
      Monat, im Fernsehen laufen diverse Animeserien, bei kleinen Jungen sind
      Sammelkartenspiele wie Yu-Gi-Oh der Hit.
      Andere Fans treffen sich verkleidet in Mangakostümen auf sog. Cosplays.
                                         18


Anime

     Wussten Sie, dass sie bestimmt schon viele Animes gesehen haben?
      Die Zeichentrickserien „Wickie und die starken Männer“, „die Biene Maja“,
      „Pinocchio“, „Heidi“, „Sindbad“ und „Captain Future“ stammen alle aus Japan.


     Wussten Sie, dass mehr als ein Drittel aller Filme, die in japanischen Kinos
      laufen, Animes sind?
      Jeder 5. Kinobesucher geht dort ins Kino, um einen Anime zu sehen. und
      Animes wie Prinzessin Mononoke erzielen in Japan höhere Einspielergebnisse
      als Blockbuster wie Titanic.


     Wussten Sie schon, dass „Gefahr durch Animes“ häufig vor allem durch
      Unkenntnis entsteht?
      Oftmals führt der einheitliche Zeichenstil (große Augen etc.) dazu, dass auch
      Bibliothekenbetreiber   oder   Videothekbesitzer   Animes   für   Kinder   und
      Erwachsene verwechseln und falsch einsortieren.


     Wussten Sie, dass ca. 60% aller weltweit im TV gezeigten Trickfilme
      japanische Animes sind?
      Beliebte Jungen-Animes wie „Dragonball“ ähneln oft Klassikern wie den
      „kleinen Strolchen“ oder auch Harry Potter. Ein oder mehrere Jugendliche
      gehen in die Welt hinaus und müssen auf dem Weg ins Erwachsen werden
      Aufgaben und Schwierigkeiten mit der Unterstützung von einem weisen
      Mentor meistern.


Hentai

     Was sind Hentai‟s?
      Mit Hentai (dt. "Transformation" oder "Abweichung") bezeichnet man im
      Westen pornographische Manga und Anime.


     Wussten Sie das, die Begriffe Hentai, Manga, Anime auf vielen Internetseiten
      als synonym für Erotikseiten steht?
                                          19


        Westliche Internetseiten benutzen diese Schlagwörter um ihre Angebote
        interessanter zu machen.
        Wie bei Film oder Fernsehen gibt es bei Manga und Anime (Zeichentrickfilme)
        alle Genres - von der Kinderserie über Dokumentationen und Sozialkritisches
        zu Liebesromanzen, Aktion und Pornografie.


Lösungsansätze:

Eltern, PädagogInnen und JugendschützerInnen sollten sich mit dem Thema
befassen. Von Interesse sollten dabei die Verkaufsstrategien der Verlage,
Buchhandel und der Fernsehsender sein und insbesondere die Internetanbieter und
Sexhotline, die mit Mangabildern eine Verbindung zur Pornografie ziehen, die so
nicht vorhanden ist.
Der Jugendschutz kann die Buchhändler mit Fachinformationen unterstützen.


Des Weiteren
       Interessieren sie sich für die Lebenswelten der Jugendlichen
       Informieren sie sich darüber
       Bleiben sie im Gespräch mit den Jugendlichen


Empfehlungen:


Broschüren vom ServiceBureau Internationale Jugendkontakte:


Buch:
Jaqueline Berndt: Phänomen Manga – Comickultur in Japan, Edition Q


Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf:


Markus Gerstmann, ServiceBureau Internationale Jugendkontakte Bremen,
www.jugendinfo.de


Ansprechpartnerin in Sachsen-Anhalt:
Juliane Epp, Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.
                                 20




                       Impulsreferat


                       Politikwelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Rechtsextremismus ist ein nach wie vor sehr aktuelles Problem,
mit dem Erziehende zu tun haben.
Es geht um die Fragen Alttagskultur, rechte Inhalte aus der Mitte
der Bevölkerung, rechte Gewalt, rechte Musik, rechte
Internetforen...
Wer ist wirklich gefährdet?
Welche pädagogischen Ansätze versprechen Erfolg?




Referent:

Herr Roman Ronneberg

Miteinander e.V. Sachsen-Anhalt

Geschäftsführer

e-mail: net.gs@miteinander-ev.de
                                         21


Politikwelten


Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf:


Miteinander e.V.
Roman Ronneberg
Erich-Weinert-Str. 30
39104 Magdeburg




Tel:   03 91 - 6 20 77-3
Fax:   03 91 - 6 20 77-40




e-mail: net.gs@miteinander-ev.de
22
23
                              24




                      Impulsreferat


                      Handywelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Ein Medium mit rasender Verbreitung.
Ein Medium, was fast jeder mittlerweile hat.
Ein Medium, das immer mit Kostenproblemen, Sex und Gewalt
in Verbindung gebracht wird. Das Handy.
Wie nutzen unterschiedliche Altersgruppen das Handy?
Welche Gefährdungslagen gibt es?
Wie kann man in der Pädagogik mit diesem Medium und seinen
Möglichkeiten umgehen?




Referent:

Herr Arnfried Böker

Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.

Geschäftsführer

e-mail: jugendschutz@jugend-lsa.de
                                         25



Handywelten


Kein Medium vor dem Handy konnte sich innerhalb kürzester Zeit so verbreiten. Der
Besitz eines Handys ist mittlerweile selbstverständlich und aus dem Alltag von
Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Wie verbreitet das Handy ist
und wie es genutzt wird, beschäftigt regelmäßig die Wissenschaft.
                                            26


Gefährdungslagen / Problembereiche:
            Technik                     Inhalte                   Nutzungsverhalten

Strahlung                     Pornografie                  Mobbing

Branding                      Werbung                      Verletzung der
                                                           Privatsphäre

Diebstahl                     Gewalt                       Gläserner Kunde

Viren                         Rechtsextremismus            Kosten

                                                           Unkontrolliertes
                                                           Nutzungsverhalten (SMS,
                                                           Spiele, Chat, Fernsehen
                                                           ...)
                                                                   (kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Lösungsansätze:

   Miteinander im Gespräch bleiben
   Funktionen und Möglichkeiten erklären, erklären lassen
   Thema Handy in pädagogische Settings integrieren
   Information und Aufklärung
   Handyprojekte, Medienprojekte (siehe www.handywissen.info)
   Elterninformationen
   Weiterbildungen, Fachtagungen besuchen


Weiterführende Informationen, Informationsveranstaltungen, Workshops, Projekte,
Weiterbildungen, Beispiele:

www.handywissen.info oder www.jugend-lsa.de/jugendschutz à Handy
www.netzcheckers.de
www.handysektor.de


Ansprechpartner in Sachsen-Anhalt:
Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V., Arnfried Böker
Freiligrathstraße 11
39108 Magdeburg
Tel.: 0391/73 46 2 46
e-mail: jugendschutz@jugend-lsa.de
                                 27




                       Impulsreferat


                       Spielewelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Machen Computerspiele dick, dumm und gewalttätig?
Was fasziniert an Computerspielen?
Wer nutzt welche Genre?
Welche Gefährdungen sieht man hinsichtlich des Computer-
spielens?
Was macht die USK?
Wie ist die aktuelle Diskussion in Wissenschaft und Politik?




Referent:

Herr Marek Klingelstein

Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle (USK)

Verantwortlicher Testbereich

e-mail: klingelstein@usk.de
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Spielewelten


Aktuelle Diskussionen:
        z.B.: Einstufungen der USK
„Nachdem die Bundesregierung in ihrer Antwort vom 7.8.2006 auf die Kleine Anfrage
der FDP der USK ausdrücklich „eine hohe Qualität bei der Altersfreigabe von
Computerspielen“ attestiert hat, hören wir nun von einer neuen Initiative aus
Niedersachsen.
Herr Schünemann schätzt die Selbstkontrolle der Hersteller als unzureichend ein und
fordert: „Das muss in staatliche Hand“. Und: "Gewalt verherrlichende Spiele, bei
denen es ums Töten geht, gehören nicht in die Hände von Kindern und
Jugendlichen."
Unterstützt wird er von Herrn Prof. Pfeiffer, vom Kriminologischen Forschungsinstitut
Niedersachsen (KFN): "Ich kann nicht begreifen, dass solche Spiele auf dem Markt
sind".
Herr Prof. Pfeiffer trägt in diesem Rahmen Ergebnisse eines Forschungsprojekts zur
Arbeit der USK vor, das soweit uns bekannt ist, gerade angelaufen ist.
Gewalt verherrlichende Spiele gehören nicht in die Hände von Kindern und
Jugendlichen ...“ (Quelle: www.usk.de: USK verwundert über Innenminister von
Niedersachsen )


        Wirkungsfragen
Sind Spieler suchtgefährdet? Werden Kinder Killer?



        Alterskennzeichnungen

Was dürfen Kinder spielen?

(Siehe auch Ratgeber: Crashkurs Kind und Computerspiele auf usk.de)


        Wissen, was gespielt wird
Wie Alterskennzeichen bei der USK entstehen. Wer im Beirat der USK arbeitet. Wer
der Träger der USK ist... Welche Genres des Computerspiels es gibt. - Über all das
informiert eine jüngst erschienene Broschüre. Erfahren Sie auf 23 Seiten alles über
                                          29


den Jugendschutz für Computerspiele seit den Neuregelungen des Gesetzgebers
vom 1.4.2003. (Heft zum Download siehe unten)
      Datenmaterialien




(Quelle: www.usk.de)


Die Jahresbilanz 2005


Über 15.000 Produktionen wurden seit 1994 bei der Unterhaltungssoftware
Selbstkontrolle (USK) eingereicht. Das elfte Prüfjahr war zugleich das dritte Jahr des
neuen Jugendschutzrechts. 2686 Titel wurden bei der USK im Jahr 2005 geprüft -
zum Vergleich: 2152 (2004), 2286 (2003), 1210 Titel (2002), 949 (2001), 930 (2000).
Die Zahl geprüfter PC-Titel (PC, PC/MAC-Hybrid, Macintosh-PC) stieg im Vergleich
zum Vorjahr: 1310 (2005), 1190 (2004), 1191 (2003), 428 (2002), 421 (2001), 442
(2000).
Noch deutlicher wuchs die Anzahl geprüfter Konsolenspiele: 1197 (2005), 895
(2004), 1095 (2003), 760 (2002), 528 (2001), 488 (2000). Für die PlayStation 2 stieg
die Titelzahl von 432 (2004) auf 438 (2005). 274 Titel wurden für die XBOX geprüft
(212 im Vorjahr). 156 Spiele für den GameBoy Advance wurden eingereicht (120 im
Vorjahr). Spiele für Nintendo DS wurden 105 Mal geprüft (7 im Vorjahr). Für den
GameCube wurden 89 Titel eingereicht (94 im Vorjahr). Erstmals vertreten waren die
Sony PSP mit 85 Titeln und die Microsoft XBOX 360 mit 48 Titeln.
Titel in der Tradition der Automatenspiele (Arcade: Beat‟em Up, Shoot‟em Up,
Geschicklichkeit, Racer) wurden wieder am häufigsten eingereicht: 556 (2005) zu
413 (2004). Auf Platz zwei steht erneut die Spielesammlung mit 363 Titeln (197 im
Vorjahr). Platz drei erhält mit 219 Titeln der Shooter (Ego, 3rd-Person, Taktik,
online/LAN), fast gleichauf mit den Sportspielen: 216 Titel (zu 170 im Vorjahr). Auf
Platz fünf steht Jump„n Run mit 135 Titeln (108 im Vorjahr). Es folgen Action-
                                          30


Adventure und Simulation (beide 105), Gesellschaftsspiel (88) und Strategie (82),
Genremix (70) und Rollenspiel (66).


Fast 60 Prozent aller Titel erhielten eine Freigabe unterhalb der 12 Jahre (54,5 % im
Vorjahr). Der Anstieg hier verweist letztlich auf den enormen Zuwachs an
Spielesammlungen. Seit 1.4.2003 wurde in Prüfverfahren 72 Mal die Entscheidung
„Keine Kennzeichnung gemäß §14 JuSchG“ getroffen - 40 Mal alleine im Jahr 2005.


„Bund und Länder waren sich im Jahr 2005 einig: Die Selbstkontrolle für
Computerspiele funktioniert. Auch im Bereich der Entscheidung „Keine
Kennzeichnung gemäß §14 JuSchG“ gab es den beiderseits anerkannten fachlichen
Austausch.“ (Dr. Klaus-Peter Gerstenberger, Leiter der USK, anlässlich der
Jahresbilanz 2005)“ (Quelle: www.usk.de)


        Onlinesucht, Spielesucht


Links:
www.usk.de (Hintergrundinformationen, aktuelle Kennzeichnungen von
Computerspielen)
www.zavatar.de (Computerspiele-Datenbank mit Alterskennzeichnungen)
http://helliwood.mind.de/~usk/pdf/Leseprobe.pdf (Ratgeber siehe oben)
http://helliwood.mind.de/~usk/pdf/usk2006.pdf (Informationsmaterial zu Genre und
Alterkennzeichen)




Marek Klingelstein
(Testbereich)
USK - Unterhaltungssoftware SelbstKontrolle
Marchlewskistr. 27
10243 Berlin - Germany
Phone: +49-30-29363829-5
FAX: +49-30-29363829-9
E-Mail: klingelstein@usk.de
Internet: www.usk.de
                               31




                      Impulsreferat


                     Internetwelten


Inhaltliche Schwerpunkte:

Das Internet bietet unübersehbare Möglichkeiten wie zum Beispiel
für die Schule oder den Beruf.
Aber es gibt auch Schattenseiten.
Kinderchaträume, Mutproben, Sexseiten, Suizidforen seien
beispielhaft genannt.
Kommen unsere Kinder und Jugendlichen allein zurecht oder
brauchen sie Begleitung? Wenn ja, wie kann diese aussehen,
wo doch oftmals die Erwachsenen weniger wissen, als die jungen
Nutzer?




Referent:

Herr Olaf Schütte

fjp>media

Jugendbildungsreferent

e-mail: olaf.schuette@fjp-media.de
                                          32


Internetwelten


1. Das Internet - unendliche Weiten...


Das Internet ( von engl. Interconnected Networks “zusammengeschaltete Netze” ist
ein weltweites dezentrales Netz von miteinander verbundenen Computernetzen für
den Austausch digitaler Daten.Der Datenaustausch zwischen den einzelnen Internet-
Rechnern (Servern) erfolgt über technisch normierten Internetprotokolle.


... für Kinder und Jugendliche besonders sinnvoll
Das Surfen im Internet, das Nutzen von webbasierten Kommunikationswegen hilft,
Medienkompetenz zu erwerben. Kinder und Jugendliche, die früh an den sinnvollen
Umgang mit dem Internet herangeführt werden, lernen, vernetzt zu denken. Ihre
Kreativität und ihr Denken wird angeregt, ihre kognitive Entwicklung gefördert. Sie
können die Qualität und Bedeutung von Inhalten in der Regel besser einschätzen als
ihre Nonliner-Altersgenossen, sie üben sich im informellen Lernen. Nicht zuletzt sind
sie besser gewappnet für die Herausforderungen einer vernetzten Lebenswelt.


2. Wie viele Jugendliche nutzen das Internet in Deutschland...
  Quelle: (N)Onliner-Atlas 2006


- Anteil an Bevölkerung über 14 Jahren in Prozent
- Bundesweit:              Onliner: 58,2 Nutzungsplaner: 6,1 Offliner: 35,7
- Alter 14 - 19 Jahre:     Onliner: 86,5 Nutzungsplaner: 7,1 Offliner: 6,4
- Alter 20 - 29 Jahre:     Onliner: 86,5 Nutzungsplaner: 4,8 Offliner: 8,7


... und welchen Aktivitäten gehen die Jugendlichen nach?
  Quelle: JIM 2005
Alter 12 - 19 Jahre               Mädchen                   Jungen
E-Mail                            53 %                      51 %
Messaging                         35 %                      46 %
Infosuche                         28 %                      42 %
Nachrichten/Aktuelles             23 %                      41 %
Chatten                           25 %                      25 %
                                         33




3. Möglichkeiten und Gefahren des Internets


Webseiten im World Wide Web
WWW, das World Wide Web ist das weltweites Netzwerk, ein über das Internet
abrufbarer Dienst. Zum Aufrufen der auf vernetzten Webservern gespeicherten
Informationen (z.B. Webseiten) benötigt man einen Webbrowser (bekannt: Internet
Explorer). Das Aufrufen der erfolgt über das eingeben einer Adresse (URL), die meist
mit “http://www.” beginnt.
Unzählige Informationen (z.B. über Bands und Musikstars, beliebte Fernsehserien)
sind im Internet zu finden. Ganze Lexika bieten ihre Informationen multimedial online
an. So bieten Webseiten Hilfe bei Schule, Studium, Ausbildung und Beruf. Da das
WWW dynamisch und grenzüberschreitend ist, ist es von staatlicher Seite nicht oder
nur schwer kontrollierbar.
Gefahren: Seiten mit verfassungswidrigem Inhalt (Rassismus, Kriegsverherrlichung,
Nationalsozialismus), Gewaltdarstellungen, Pornografie, Kinderpornografie


Chatten und Messaging
Chat (von engl. to chat „plaudern, unterhalten“) ist die elektronische Kommunikation
zwischen zwei oder mehreren Personen in Echtzeit mittels Computer und Internet.
Beim Textchat werden nur Zeichen ausgetauscht, mittlerweile gibt es auch
Chatsystem mit Ton- und Video.
Web-Chats sind meist in verschiedene (Themen-)Bereiche (Chatrooms) unterteilt.
Man benötigt keine spezielle Software. Chatrooms üben besonders auf jüngere
Nutzer eine große Anziehungskraft aus: 32 Prozent der 12- bis 13jährigen, aber nur
19 Prozent der 18- bis 19jährigen nutzen Chatrooms.
Beim Instant Messaging wird der Chat nicht in einem öffentlichen Kanal geführt,
sondern nur zwischen denjenigen, die die entsprechende Software auf ihrem
Rechner installiert haben.
Vor allem ältere Kinder bzw. Jugendliche begeistern sich für das Chatten: Hier
können sie in eine andere Identität schlüpfen, verborgene Neigungen ausprobieren,
sich erproben oder einfach nur unkompliziert mit anderen quatschen.
                                          34


Gefahren: Beschimpfungen und Beleidigungen, sexuelle Belästigung, Missbrauch
durch Bilder und Objekte von jugendlichen Nutzern, Übergriffe per E-Mail und
Telefon, Anbahnung eines sexuellen Missbrauchs


Foren - virtuelle Plätze im Internet
Ein Internetforum (von lat. Forum “Marktplatz”), ist ein virtueller Platz zum Austausch
von Meinungen.
Die aktuell verbreiteste Form ist das Webforum, ein Internetforum auf einer
Webseite. Die Nutzer können Diskussionsbeiträge (Postings) hinterlassen, die von
anderen Nutzern gelesen und beantwortet werden können. Die Kommunikation findet
nicht in Echtzeit statt. Die meisten Foren widmen sich bestimmten Themen. Foren
können mit geringem Aufwand auch von technischen Laien eingerichtet und
betrieben
werden.
Kinder und Jugendliche können in Foren unzensiert und ohne Angst vor
erwachsener Kontrolle Neuigkeiten, Meinungen oder Informationen austauschen und
kommentieren.


Gefahren: Jugendgefährdende Einträge und Themen, insbesondere so genannte
Suizidforen, in denen die Nutzer sich über einen möglichen/geplanten Selbstmord
austauschen und sich mitunter sogar dazu verabreden.


4. Hinweise und Hilfestellungen für Erwachsene


- Unterstützen Sie die positive Einstellung des Kindes/Jugendlichen zum Internet!
- Seien Sie selbst ein Vorbild im Umgang mit dem Internet!
- Vertrauen Sie dem Kind/Jugendlichen, sein Sie aber zu Stelle, wenn es/er einen
 Erwachsenen braucht!
- Begleiten Sie Kinder beim Surfen!
- Stellen Sie gemeinsam zeitliche und inhaltliche Regeln für die Internetnutzung auf!
- Sprechen Sie mit dem Kind/Jugendlichen über Sinn und Gefahren des Internet,
 klären Sie altersgemäß auf! Sprechen Sie mit den Eltern!
- Zeigen Sie Bereitschaft, von Ihren Kindern zu lernen, machen Sie sich gemeinsam
 mit dem Kind/Jugendlichen mit der Handhabung und Nutzung des Internet vertraut!
                                           35


- Stellen Sie den Computermonitor öffentlich und so auf, dass er einsehbar ist!
- Stellen Sie eine kindgerechte Startseite ein!
- Legen Sie eine eigene Linkliste für das Kind/ den Jugendlichen an!
- Richten Sie dem Kind/Jugendlichen bei einem altersgemäßen Mailanbieter eine
 eigene "Nickname"-Mailadresse ein!
- Verwenden oder installieren Sie kindgerechte Suchmaschinen!
- Setzen Sie sich mit Schutzmaßnahmen wie Filter auseinander
 (nutzen Sie sich nur, wenn nötig)!
- Installieren Sie eine Firewall und verwenden Sie einen aktuellen Virenschutz!
- Sperren Sie kostenpflichtigen Rufnummern (Dialern) und so genannte Mehrwert-
 dienste!
- Nutzen Sie medienpädagogische Fortbildungsangebote und bieten Sie Informatio-
 nen für Eltern an!
- Melden Sie problematische Seiten!


5. Informations- und Meldestellen, nützliche Partner


Informationen, Arbeitshilfen, Tipps und Materialen gibt es unter anderem bei den
folgenden Institutionen:


Jugendschutz.net (www.jugendschutz.net)
Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de)
Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia (www.fsm.de)
Kommission für Jugendmedienschutz (www.kjm.de)
Internet-ABC e.V. (www.internet-abc.de)
Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (www.gmk-net.de)
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (www.bundespruefstelle.de)
Deutsches Jugendinstitut (www.dji.de/www-kinderseiten)
Schulen ans Netz e.V. (www.schulen-ans-netz.de)
                                         36




Auf den folgenden Seiten können Sie jugendgefährdende und strafbare Inhalte des
Internets melden:
www.jugendschutz.net
www.internet-beschwerdestelle.de


Bei dringenden Fragen, ernsthaften Problemen oder Schulungsbedarf sprechen Sie
(wenn vorhanden) die örtlichen Jugendschützer oder direkt die Kolleginnen und
Kollegen der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz an (www.jugend-
lsa.de/jugendschutz).


6. Rechtliche Grundlagen online


Strafgesetzbuch (StGB): http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/index.html
Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV): www.schure.de/22620/jmstv.htm
Jugendschutzgesetz (JuSchG): http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/juschg/




Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf:


Herr Olaf Schütte
fjp>media, Verband junger Medienmacher Sachsen-Anhalt
PSF 1442, 39004 Magdeburg Mail: olaf.schuette@fjp-media.de
Tel.: 03 91 / 561 82 36 Web: www.fjp-media.de
                               37




                      Impulsreferat


                       Sinnwelten

Inhaltliche Schwerpunkte:

Beim Heranwachsen beschäftigen sich die meisten jungen
Menschen mit Fragen wie Sinn des Lebens, was ist meine Aufgabe
usw.
Antworten werden an verschiedenen Stellen gesucht und
gefunden. Nicht alle Antwortgeber helfen den Heranwachsenden
aber weiter.
Wie sieht der riesige Markt an Lebenshilfe und Esoterik aus?
Sind alle schwarz gekleideten Kinder und Jugendlichen
Satanisten?
Wo finde ich als Erziehender Hilfe und Hintergrundinformationen?



Referentinnen:

Frau Dr. Marion Zimmermann
Frau Dr. Viola Phillip

Fachreferentinnen       IDS,         Informations-     und
Dokumentationsstelle      Neureligiöse      Gemeinschaften,
Psychogruppen sowie Okkultismus / Satanismus – ein Projekt
der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt
e.V.

e-mail: idsneureligioesegemeinschaften@gmx.de
38
                                                 39


Sinnwelten

Alles hat seinen Sinn! – Esoterik und kein Ende
„Esoterik“ in Kurzfassung:
Der Begriff Esoterik leitet sich vom griechischen Adjektiv „esôterikós“ ab, was wörtlich
übersetzt „zum inneren Kreis gehörig“ bedeutet.
Das Substantiv „Esoterik“ ist dagegen wesentlich jünger und meint dasselbe wie der
etwa zeitgleich aufgekommene Begriff „Okkultismus“.
Als Teil der modernen „Erlebnisgesellschaft“ wurde Esoterik inzwischen zu einem
beachtlichen Geschäftszweig. Dabei sind zwei Ebenen zu unterscheiden:


       die kommerzialisierte Szene freier „spiritueller“ Angebote (Gebrauchsesoterik,
        Lebenshilfe)
       organisierte Weltanschauungsgruppen (Rosenkreuzer, Templer, Theosophen,
        Anthroposophen)
Quelle: Faltblatt „Esoterik“, Evangelische Zentrale für Weltanschauungsfragen



Merkmale moderner Esoterik
   Esoterische Erkenntnisse entziehen sich weitgehend den fünf Sinnen. Esoterik ist
    ein Glaubenssystem.
   Die Vertreter der Esoterikszene versuchen immer wieder ihre „Höheren
    Wahrheiten“ als wissenschaftliche Erkenntnisse anzupreisen.
   In der Esoterik ist Gott eine universelle und unpersönliche Kraft, die die reine
    Energie verkörpert und angeblich alles Sein durchdringt.
   Für radikale Esoteriker ist die materielle Welt eine Illusion. Die Wirklichkeit spielt
    sich in der geistigen, übersinnlichen, astralen oder kosmischen Welt ab.
   Die Erleuchtung oder das „höhere Bewusstsein“ erreicht man durch Rituale und
    Techniken, die von Meistern und spirituellen Lehrern vermittelt werden.
   Erlöst ist, wer die geistige Transformation vollzogen hat, die „Kosmischen
    Gesetze“ kennt und im Einklang mit der göttlichen Energie schwingt.
   Ein Weltenlehrer oder neuer Christus – auch Avatar genannt – soll in die Welt
    kommen und die spirituell entwickelten Menschen in ein „höheres Bewusstsein“
    führen.
Quelle: Hugo Stamm: Achtung Esoterik, Pendo 2000
                                           40


Verbreitung / Statistik
10 Mrd. Euro Umsatz im kommerziellen Bereich. 15% des jährlichen Umsatzes des
deutschen Buchhandels werden in der Sparte Esoterik erwirtschaftet. Viermal jährlich
finden Esoterik-Messen statt, Volkshochschulen bieten ein breites Esoterik-Spektrum
an. Der Astro-Sender hat 1500 selbständige Zukunftsdeuter mit 45 Mill. Euro
Umsatz. Fast jeder zweite Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren ist mit okkulten
Praktiken vertraut.


Grundlegende Kritikpunkte an der Esoterik:
   Irrationalität statt Rationalität
   Glaube an besondere außersinnliche, sensitive Begabung von Personen,
    subjektive Erfahrbarkeit statt wissenschaftliche Überprüfbarkeit
   Ablehnung des Fortschrittsgedankens aus historischer,
    gesellschaftswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Sicht
   Heilsversprechungen und Förderung von Allmachtsphantasien
   Karma wird verantwortlich gemacht für alle persönlichen Schicksalsschläge
    (Krankheiten, Behinderungen, Misserfolge im Beruf) bis hin zur Rechtfertigung
    des Holocaust
   Schaffung von Mythen und Verschwörungstheorien


Ursachen für den Esoterikboom
   politische Verunsicherung – Fehlen von gesellschaftlichen Visionen
   hohe Arbeitslosenrate – keine Sicherheit vor sozialem Absturz – Existenzängste
   zunehmende Individualisierung – Einsamkeit
   diffuse Ängste vor der Zukunft und Sehnsüchte nach einem paradiesischen
    Zustand (Wasserzeitalter verspricht Liebe, Harmonie, Verständnis)
   Enttäuschung über Möglichkeiten der Wissenschaft, i. b. der Medizin, überzogene
    Erwartungen an die Machbarkeit des technischen Fortschritts
   Sehnsucht nach Wundern und Unerklärlichem in einer allzu rational wirkenden
    und durch Sachzwänge bestimmten Lebenswelt


   Flucht in eine göttliche, kosmische Ordnung
   Glaube an eine schicksalsbestimmende, metaphysische Kraft
   Zufluchtssuche in irrational-esoterischer Sinnstiftung
   Möglichkeit, sich elitär von der Masse abzusetzen
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Entzauberung der Geisterwelt mit wissenschaftlicher Sachkunde und Humor
Colin Goldner: Die Psycho-Szene, Alibri Verlag 2000
Hugo Stamm: Achtung Esoterik. Zwischen Spiritualität und Verführung, Pendo Verlag
2000
Claudia Barth: Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur. Eine Einführung in die
Kritik irrationaler Welterklärungen, Alibri Verlag 2006
Gesellschaft zur Untersuchung von Parawissenschaften e.V.: Skeptiker. Zeitschrift
für Wissenschaft und kritisches Denken, erscheint vierteljährlich. Internet:
http://gwup.org
Wolfgang Hundt: „Gibt‟s das wirklich?“ Okkultismus und Esoterik in Fragen und
Antworten Ein Ratgeber für Schule und Jugendarbeit. Care-line Verlag 2004
Christoph Bördlein: Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine. Eine
Einführung ins skeptische Denken. Alibri Verlag 2002
Marcus Hammerschmitt: Instant Nirwana, Alibri Verlag 2005




Bitte nehmen Sie bei Interesse Kontakt auf:


Frau Dr. Viola Philipp, Frau Dr. Marion Zimmermann
IDS Informations- und Dokumentationsstelle neureligiöse Gemeinschaften und
Psychogruppen, Okkultismus und Satanismus:


Steinweg 5
06110 Halle / Saale


Tel.: 0345/29 00 235
                               42




                    Diskussionsforum


                     Lebenswelten


Sind die Bedingungen des Aufwachsens unserer Kinder und
Jugendlichen alle gefährlich?
Machen Computerspiele süchtig?
Helfen Handyverbote oder Ausgehverbote?
Trifft das überhaupt auf mich als Eltern oder Pädagoge zu?
Muss man bestimmte Themen schon im Kindergarten bearbeiten?
Was kann ich machen, wenn ich nicht mehr an meinen Zögling
herankomme?
Ist das in Sachsen-Anhalt alles so schlimm?
Solche und weitere Fragen sollen in der abschließenden
Diskussionsrunde besprochen werden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben darüber hinaus die
Möglichkeit, ergänzende Fragen einzubringen, die in den
Kurzreferaten eventuell nur angerissen werden konnten.


Moderatorin:

Frau Andrea Wegner

Deutscher Kinderschutzbund LV Sachsen-Anhalt e.V.

Geschäftsführerin

e-mail: dksb.lsa@t-online.de