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Die meisten Menschen knnen sich

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Die meisten Menschen knnen sich Powered By Docstoc
					                                       Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                                ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­

Stadtverwaltung Überlingen                                                                                 Dezember 2005
Abt. Grünflächen, Umwelt & Forsten
Umweltkoordinator
Dr. Till Barthelmeß 
Tel.: 07551 / 99­10 68, Fax ­14 55
E­Mail: t.barthelmess@ueberlingen.de




1 Einführung

Viele Menschen wollen sich ein Leben ohne Handy nicht mehr vorstellen. Nach Angabe des baden­württember­
gischen   Umweltministeriums   gibt   es   in   Deutschland   70   Millionen   Handys   aber   nur   49   Millionen   Festnetz­
anschlüsse. Mobiles Telefonieren und ständige Erreichbarkeit gehören für die Mehrheit beruflich und privat zum 
Alltag. Daher und auch, um als Wirtschaftsstandort konkurrenzfähig zu bleiben, ist eine moderne Mobilfunkinfra­
                                                                                          struktur   für   die   Stadt   Über­
                  Das elektromagnetische Spektrum               1
                                                                                          lingen unverzichtbar. 
                                                                                           Besonders   nach   der   Ver­
Frequenz         Wellenart          Wellenlänge                 Beispiel
                                                                                           steigerung der UMTS­Lizenzen 
0 Hz             Gleichstrom        0 m                         Erdmagnetfeld
                                  Niederfrequenz                                           und   der   damit   verbundenen 
1Hz – 30 kHz     Wechselstrom       30.000 km bis 10 km         Elektrogeräte              Verdichtung   der   bestehenden 
                                  Hochfrequenz                                             Mobilfunknetze   wurden   viele 
30 kHz           Rundfunk           10 km                       Langwellen                 Bürgerinnen   und   Bürger   ­ 
300 kHz                             1.000 m                     Mittelwellen
                                                                                           bundesweit und auch in Über­
3 MHz                               100 m                       Kurzwellen
30 MHz                              10 m                        Ultrakurzwellen            lingen   –   skeptisch   gegenüber 
300 MHz                             1 m                         Fernsehen                  dieser   neuen   Technologie. 
                                                                Mobiltelefone              Über   die   elektromagnetischen 
3 GHz            Mikrowellen         10 cm                      Mikrowellenherd            Felder des Mobilfunks sind 30 
30 GHz                               1 cm                       Radar
                                                                                           Prozent   der   Deutschen 
                                 Infrarotstrahlung
300 GHz­300                          10 mm­770 nm               Wärmequellen               besorgt,   neun   Prozent   fühlen 
THz                                                                                        sich   gesundheitlich   beein­
                                  Sichtbares Licht                                         trächtigt, am häufigsten durch 
300 THz                              770­390 nm                 Sonne,                     Kopfschmerzen   und   Schlaf­
                                                                Glühbirne
                                                                                           probleme. Diese Daten hat das 
                                   UV­Strahlung
3 1015 Hz                           10­7 – 10­8 m               Sonne, Solarium            Infas­Institut   2003   für   das 
                                 Röntgenstrahlung                                          Bundesamt  für  Strahlenschutz 
30 1015 bis                         10­8 – 10­11 m              Röntgengerät,              (BfS) erhoben. Im Zusammen­
30 1018 Hz                                                      Radioaktivität             hang   mit   der   Errichtung   oder 
                                 Gammastrahlung
     18
                                                                                           Erweiterung   von   Sende­
30 10  Hz                          10­11 – 10­13 m
                                                                                           anlagen   kam   und   kommt   es 
                                                                                           allerorten zu Protesten betrof­
fener Anwohner.


Artikel 2 des Grundgesetzes garantiert die körperliche Unversehrtheit; dieser ist daher i.d.R. Vorrang einzuräu­
men, andere Interessen sind dem Prinzip der vorbeugenden Gesundheitsvorsorge unterzuordnen. Darüber, wie 

                                                                                                           ­ Seite 1 von 13­ 
                                      Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                               ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


die körperliche Unversehrtheit im Hinblick auf Mobilfunk zu wahren ist, gehen die Meinungen allerdings ausein­
ander. Der Gesetzgeber ist der Auffassung, dass der geforderte Gesundheitsschutz durch die in den Verord­
nungen zum Bundes­Immissionsschutzgesetz (aktuell 26. BImSchV) festgelegten Grenzwerte gewährleistet wird. 
Dementsprechend   hat   etwa  der  Landtag   von  Baden­Württemberg  im  Sommer   2003   die   Landesbauordnung 
(LBO)   dahingehend   geändert,   dass   Antennenanlagen   auch   dann   genehmigungsfrei   sind,   wenn   damit   eine 
Nutzungsänderung der Gebäude, auf denen sie errichtet werden, verbunden ist. Erklärtes Ziel dieser Rechts­
änderung war es, den Verwaltungsaufwand und auch die Kosten (für die Mobilfunkbetreiber) beim Ausbau der 
UMTS­Netze zu reduzieren. Gleichzeitig wurden Handlungsspielraum und Steuerungsmöglichkeiten der Kom­
munen weiter eingeschränkt.
Solange hier keine Trendwende im Konsumverhalten der Mehrheit und/oder in der Position des Gesetzgebers 
eintritt, z.B. als Folge neuer, gesicherter und anerkannter wissenschaftlicher Erkenntnisse, lässt sich die Entwick­
lung weder aufhalten noch rückgängig machen. 



Im vorliegenden Text sollen einige Grundbegriffe definiert sowie im Zusammenhang mit der Mobilfunktechnik rele­
vante physikalische Sachverhalte erläutert werden. Bezüglich der rechtlichen Aspekte sei auf den Text „Mobilfunk 
und Baurecht“ verwiesen. 



1.2 Entwicklung der Mobilfunktechnik 
Die Ära des Mobilfunks1  begann bereits im ersten Weltkrieg. 1918 konnten Bahnreisende der 1. Klasse auf der 
Strecke zwischen Berlin und Hamburg mobil telefonieren. Aber erst 1958 ging das erste öffentliche Mobilfunknetz, 
das sog. A­Netz, in Betrieb. Ab 1972 wurde dieses durch das B­Netz ersetzt, beide waren vor allem für Autotele­
fone gedacht. Erst in den 90er Jahren kamen im C­Netz (1984 bis 2000) kleinere mobile Telefone, Handys, hinzu. 
Bis dahin basierte die Mobilfunktechnik auf der analogen Übertragung von Daten. Erst mit den D­ (ab 1992, T­
Mobile und Vodafone) und den E­Netzen (O2 und E­Plus) begann die digitale Datenübertragung und damit die 
sog. „Zweite Mobilfunkgeneration“. Diese basiert auf dem GSM­Standard (Global System for Mobile Communica­
tion).   Die   beiden   aktuell   bestehenden   GSM­Netze   unterscheiden   sich   durch   die   genutzten   Frequenzen   (= 
Schwingungen pro Sekunde, Einheit: Hertz): D­Netz 890­960 MHz (kurz GSM 900) und E­Netz 1.710­1.880 MHz 
(GSM 1.800). Allerdings nutzen beide D­Netz­Betreiber teilweise auch das GSM 1.800­Band.


Als „Dritte Mobilfunkgeneration“ wird der UMTS­Standard bezeichnet (Universal Mobile Telecommunications Sys­
tem; Frequenz 1.900­2.170 MHZ).  Aufgrund der hohen Datenübertragungsraten (bis zu 2 Mbit/s) werden neue 
Anwendungen möglich, wie etwa schneller Internetzugang, E­Commerce und mobiles Multimedia bis zu Video­
Übertragungen. 
In Deutschland gab es erste Probeläufe im Jahr 2003, seit 2004 ist UMTS kommerziell verfügbar. Durch die Ver­
steigerung der UMTS­Lizenzen im Juli/August 2000 nahm die deutsche Bundesregierung rund 50 Mrd. Euro ein. 
Es wurden sechs Lizenzen an folgende Mobilfunkanbieter vergeben, von denen heute noch vier aktiv sind: 
    o T­Mobile Deutschland GmbH
         Mobilfunktochter der Deutschen Telekom und Betreiber des D1­Netzes. Der Ausbau des UMTS­Netzes 

 Aus: Grasberger, Thomas & Kotteder, Franz: Mobilfunk ­ Ein Freilandversuch am Menschen. – Verlag Antje Kunstmann, 
1

München, 1. Aufl. 2003.

                                                                                                         ­ Seite 2 von 13­ 
                                     Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                              ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


         in Deutschland geht bei der Telekom relativ gut voran. Aufgrund ihrer Größe ist die Telekom gegenüber 
         den kleineren Wettbewerbern im Vorteil, nur Vodafone verfügt über ähnliche Kapazität.
    o    Vodafone D2 GmbH
         Nach der Übernahme von Mannesmann Mobilfunk durch Vodafone AirTouch entstand der größte Tele­
         kommunikations­Konzern der Welt. Weitere Übernahmen machten Vodafone in fast jedem Land Europas 
         präsent.
    o    O2 (Germany) GmbH & Co. OHG
         Muttergesellschaft von O2, ehemals Viag InterKom, ist die britische mmO2, welche aus dem Ex­Monopo­
         listen British­Telecom hervorgegangen ist. Aktuell steht die Übernahme durch die spanische Telefonge­
         sellschaft Telefonica an.
    o    E­Plus, Mobilfunk GmbH & Co. KG
         Die Tochterfirma E­Plus der niederländischen Telekom KPN und der japanische Mobilfunkriese NTT DO­
         COMO bildeten in der deutschen UMTS­Auktion eine Allianz.
    o    MobilCom Multimedia GmbH, gab die Lizenz Ende 2003 zurück.
    o    Quam GmbH, musste bereits Ende 2002 das Geschäft einstellen.


Teil der Lizenzverträge ist die Verpflichtung, bis Ende 2003 25 % und bis Ende 2005 50 % der Bevölkerung mit 
UMTS­Angeboten zu versorgen. Um dieses Ziel zu erreichen haben die Betreiber mit dem Ausbau der UMTS­
Netze in den Großstädten begonnen und sind jetzt dabei, auch ländliche Regionen zu erschließen. Bundesweit 
wurden bzw. werden für UMTS etwa 40 bis 60.0000 neue Antennen montiert. Die UMTS­Netze bauen auf den 
bestehenden   GSM­Netzen   auf,   in   den   meisten   Fällen   werden   vorhandene   GSM­Standorte   um   UMTS­
Komponenten erweitert. Langfristig soll UMTS GSM ablösen. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass die häufig 
gestellte Frage, ob die UMTS­Netze benötigt werden, hier über Angebot und Nachfrage vom Markt beantwortet 
wird. 
Da UMTS im 2,1 GHz­Bereich funkt, muss die Senderdichte noch etwas enger als beim E­Netz (1,8 GHz) sein. 
Ideal wären für diese Mobilfunkanlagen Abstände von 0,2 bis 2 Kilometer im städtischen Bereich. Verzögerungen 
beim Netzausbau, fehlende Endgeräte, exorbitante  Preise und ein Zurückbleiben der Leistungen  hinter den 
Erwartungen (Übertragungsraten bisher 384 Kbit/s statt der theoretisch möglichen 2 Mbit/s) haben einen Durch­
bruch der UMTS­Technik bis jetzt verhindert. Etwa ab 2006 wird mit HSDPA (High Speed Downlink Packet Ac­
cess) eine leistungsstärkere Weiterentwicklung von UMTS zur Verfügung stehen, die drahtlose Internetnutzung 
auf dem Notebook ermöglichen soll. Daneben wurden weitere Techniken, wie schnurlose Datenübertragung mit­
tels WLAN2 oder Bluetooth3, entwickelt.



1.3 Physikalische Grundlagen4 
Die   Eigenschaft   hochfrequenter   Wechselströme,   den   Stromleiter   (Antenne)   in   Form   von   Strahlung   oder 
Schwingungen zu verlassen, wird in der Mobilfunktechnik zur Informationsübertragung genutzt. 


Die nach Frequenzen, Wellenlänge und Energiegehalt unterschiedenen Wellenarten sind in der Tabelle auf Seite 
1 dargestellt: 


2
  WLAN = wireless local­area network, bezeichnet drahtlose lokale Funknetzwerke.
3
  bluetooth = preisgünstige Möglichkeit zur Kurzstrecken­Kommunikation per Funk.
4
  Quellen u.a.; www.nova­institut.de, www.izmf.de, www.bmwa.bund.de

                                                                                                      ­ Seite 3 von 13­ 
                                     Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                              ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


Ionisierende Strahlung (IR):  Der Energiegehalt ist groß genug, um aus Atomen und Molekülen Elektronen 
herzulösen. Dies ist der Fall bei Röntgen­ und Gammastrahlung sowie bei Teilchenstrahlung (Alpha­ und Beta­
strahlung). 
Nicht­ionisierende   Strahlung   (NIR):  Niederfrequente   elektrische   und   magnetische   sowie   hochfrequente 
elektromagnetische Felder (Radio­ und Mikrowellen) und optische Strahlung (Licht und UV) haben Energiege­
halte, die nicht für eine Ionisation ausreichen. Hierzu gehören die in der Mobilfunktechnik genutzten Frequenzen 
von einigen Hundert bis einigen Tausend Megahertz.


                           Größenangaben bei sehr kleinen und sehr großen Zahlen 
                                 nach SI ("Système Internationale d'unités")
         SI­Vorsatz
                       Zeichen                      Vielfaches der Einheit                        in Worten
         zur Einheit
       Yocta               y       10­24    = 0,000 000 000 000 000 000 000 001              Quadrillionstel
       Zepto               z       10­21    = 0,000 000 000 000 000 000 001                  Trilliardstel
       Atto                a       10­18    = 0,000 000 000 000 000 001                      Trillionstel
       Femto               f       10­15    = 0,000 000 000 000 001                          Billiardstel
       Piko                p       10­12    = 0,000 000 000 001                              Billionstel
       Nano               N        10­9     = 0,000 000 001                                  Milliardstel
       Mikro            µ (u)      10­6     = 0,000 001                                      Millionstel
       Milli              m        10­3     = 0,001                                          Tausendstel
       Zenti               c       10­2     = 0,01                                           Hundertstel
       Dezi                d       10­1     = 0,1                                            Zehntel
             Ausgangsgröße         100      = 1,0
       Deka               da       101      = 10                                             Zehnfaches
       Hekto               h       102      = 100                                            Hundertfaches
       Kilo                k       103      = 1 000                                          Tausendfaches
       Mega               M        106      = 1 000 000                                      Millionenfaches
       Giga               G        109      = 1 000 000 000                                  Milliardenfaches
       Tera               T        1012     = 1 000 000 000 000                              Billionenfaches
       Peta               P        1015     = 1 000 000 000 000 000                          Billiardenfaches
       Exa                E        1018     = 1 000 000 000 000 000 000                      Trillionenfaches
       Zetta              Z        1021     = 1 000 000 000 000 000 000 000                  Trilliardenfaches 
       Yotta              Y        1024     = 1 000 000 000 000 000 000 000 000              Quadrillionfaches


Elektromagnetische Schwingungen sind durch ihre Frequenz (Einheit: Hertz = Schwingen pro Sekunde) und ihre 
Wellenlänge (Einheit: Meter) charakterisiert: Je kürzer die Wellenlänge oder je höher die Frequenz, desto größer 
ist die Strahlungsenergie. 
Ein Maß für den Energiegehalt eines elektromagnetischen Feldes im Fernbereich (vgl. Kasten Seite 5) ist die sog. 
Leistungsfluss­   oder   Strahlungsdichte  (Formelzeichen   S,  Einheit:   Watt   pro   Quadratmeter).   Dies   ist   die 
Energie, die pro Zeiteinheit eine Fläche senkrecht zur  Ausbreitungsrichtung der elektromagnetischen Felder 
durchströmt. Bei Abstrahlung der Felder von einer Antenne nimmt die Leistungsflussdichte im Quadrat der Entfer­
nung von der Antenne ab. Gemessen und angegeben werden oft auch die elektrische Feldstärke (E, Einheit: Volt 
pro Meter) und die magnetische Feldstärke (H, Einheit: Ampere pro Meter). Diese Größen lassen sich einfach in­
einander umrechnen (vgl. Kasten).


                                                                                                       ­ Seite 4 von 13­ 
                                     Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                             ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­



1.4 Grenzwerte für hochfrequente elektromagnetische Strahlung5
Die vorherrschende Wirkung der Strahlung hochfrequenter Feldern auf den menschlichen Körper ist Erwärmung. 
Nach einer „Daumenformel“ können gesundheitliche Wirkungen auftreten, wenn sich das Körpergewebe um mehr 
als 1°C erwärmt. International wird deshalb empfohlen, eine spezifische Absorptionsrate (SAR) nicht zu über­
schreiten.  Die Spezifische Absorptionsrate ist die pro Zeit und pro Masse von biologischem Gewebe aus dem 
Strahlungsfeld absorbierte Energie. Diese Absorptionsrate heißt spezifisch, weil sie von den gewebetypischen 
Absorptionseigenschaften des bestrahlten Gewebes bei der jeweiligen Frequenz abhängt. Diese Absorptions­
eigenschaften werden in aufwendigen Versuchen ermittelt und können nicht durch einen einfachen formelmä­
ßigen Zusammenhang beschrieben werden. Da die Bestimmung der SAR­Werte sehr aufwendig ist, sind diese 
für konkrete Messprogramme und Überwachungsaufgaben nicht anwendbar. Hier wird als abgeleiteter Grenzwert 
die   Leistungsflussdichte   bzw. 
die elektrische und/oder magne­
                                                 Umrechnung von Leistungsflussdichte und
tische Feldstärke verwendet. 
                                                 (elektrischer oder magnetischer) Feldstärke
Für   elektromagnetische   Felder 
galten   bis   1991   die   Empfeh­ S = Leistungsflussdichte (W/m )
                                                                   2
                                                                                              S = E2 / Z
lungen der Internationalen Kom­ E = elektrische Feldstärke (V/m)                              S = E * H
mission   für   den   Schutz   vor  H = magnetische Feldstärke (A/m)
nichtionisierenden Strahlen (IC­ Z = Wellenwiderstand des freien Raumes 
                                                                                              S= H2 / Z
NIRP). Von 1991 bis 1997 galt in           (Konstante = 377 Ohm)
Deutschland die DIN VDE 0848 
Teil 2: 1991­10, die Grenzwerte  Voraussetzungen: Freie Wellenausbreitung und Fernfeld
für   den   Aufenthalt   in  Ein Fernfeld liegt vor, wenn der Abstand von der Quelle wesentlich größer ist als die 
                                     Wellenlänge und wesentlich größer als die Antennenabmessungen. Im D­Netz­Be­
elektromagnetischen   Feldern  reich beträgt die Wellenlänge ca. 30 cm, im E­Netz ca. 15 cm. Ein Freifeld liegt bei 
festlegte. Seit Januar 1997 gilt in  Abwesenheit von Leitern und Ladungsträgern vor. Die Bedingungen von Fernfeld und 
Deutschland   die   Verordnung  Freifeld sind für die Strahlungsausbreitung im freien Luftraum relativ gut erfüllt.
über elektromagnetische Felder 
(26. Verordnung zur Durchführung des Bundes­Immissionsschutzgesetzes, 26. BImSchV). Darin sind Grenzwerte 
für die elektrische und magnetische Feldstärke in der Umgebung von Stromversorgungsanlagen und Bahnstrom­
anlagen festgelegt sowie Grenzwerte für hochfrequente Felder, die auch den Bereich der Mobilfunkfrequenzen 
umfassen. Die Grenzwerte sind nach Frequenzbereichen aufgegliedert:
Der Festlegung der Mobilfunkgrenzwerte für die Bevölkerung liegt die Annahme einer ständigen Exposition durch 
elektromagnetische Felder zugrunde. Dies bedeutet, dass die Mobilfunknetzbetreiber gemäß der 26. BImschV 
gesetzlich dazu verpflichtet sind, die Grenzwerte an allen Orten einzuhalten, an denen sich Menschen über einen 
längeren Zeitraum aufhalten. Das gilt zum Beispiel für Wohnhäuser und Arbeitsstätten, aber auch für Schulen, 
Kindergärten, Spielplätze oder Krankenhäuser.
In der Schweiz gelten anlagenbezogene Grenzwerte, die bezogen auf die Leistungsflussdichte nur 1% der bei 
uns geltenden Grenzwerte betragen. Anlagenbezogen bedeutet, dass jede Anlage für sich betrachtet wird. Theo­
retisch können sich die Wirkungen mehrerer Anlagen kumulieren; praktisch fällt dies aufgrund der durch die Netz­
struktur bedingten Abstände der Mobilfunkanlagen allerdings kaum ins Gewicht. Umweltorganisationen, Baubio­
logen und Ärzte fordern zur Vorsorge vielfach einen Höchstwert von 0,001 W/m 2, also 1 mW/m2 = 1.000 µW/m2 


5
 Quellen u.a. www.nova­institut.de

                                                                                                   ­ Seite 5 von 13­ 
                                        Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                                ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


und noch deutlich niedrigere Werte im Wohn­ und Schlafbereich. Weitere Vorsorgewerte sind im Bericht des Bü­
ros Honisch erläutert.


Die Einhaltung der Grenzwerte wird von der Bundesnetzagentur (BNA, ehemals Regulierungsbehörde Telekom­
munikation   und   Post,   RegTP)   stichprobenartig   überwacht.   Die   BNA   stellt   vor   Inbetriebnahme   einer   Mobil­
funkanlage für deren Betrieb eine sog. Standortbescheinigung aus. In diesem Verfahren werden die Einhaltung 
der personen­ wie auch der herzschrittmacherbezogenen Grenzwerte überprüft sowie die diesbezüglich einzuhal­
tenden Abstände für jeden Sendemast individuell festgelegt. Kann der Mobilfunkbetreiber die Standortbescheini­
                                                                                       gung für eine Mobilfunkanlage vor­
                     Grenzwerte der 26. BImSchV                                        weisen,   hat   die   Kommune   keine 
                                                                                       Möglichkeit,   aus   Gründen   des 
              für den Frequenzbereich des Mobilfunks 
                                                                                       (Gesundheits­)   Schutzes   der   Be­
                                                                                       völkerung   die   Aufstellung   eines 
                         elektrische        magnetische            Leistungs­
    Frequenz                                                                           Sendemastes zu untersagen. 
                        Feldstärke E          Feldstärke H          flussdichte S 
     f (MHz)
                               (V/m)                (A/m)               (W/m2)

100­400                27,5                0,073                  2,0                  SAR­Werte für Handys
400 ­ 2.000            1,375 *  f          0,0037 *  f            0,005 * f
                                                                                       Die Grenzwerte der 26. BImSchV 
900 (D­Netz)           42                  0,11                   4,7
                                                                                       beziehen   sich   auf   ortsfeste 
                                                                                       Anlagen also etwa Mobilfunkbasis­
1.800 (E­Netz)        59                    0,15                 9,3
                                                                                       stationen.   Für   die   von   Handys 
2.000 ­ 300.000       61                    0,16                 10                    ausgehende   Strahlungsbelastung 
2.100 (UMTS)          61                    0,16                 10                    sind   die   Bedingungen   zur 
                                                                                       Anwendung   der   abgeleiteten 
                                                                                       Grenzwerte nicht erfüllt. Der Kopf 
befindet sich typischerweise im Nahbereich der Antenne (die wenigen Zentimeter Abstand der Antenne vom Kopf 
sind deutlich kleiner als die Wellenlänge von mindestens 15 cm). Freifeldbedingungen liegen ebenfalls nicht vor, 
da der Kopf als absorbierendes biologisches Gewebe sich in unmittelbarer Nähe der Antenne befindet. D.h.: Es 
ist wissenschaftlich unkorrekt, eine Grenzwertsetzung für Handystrahlung über Angaben der Leistungsflussdichte 
vorzunehmen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Angabe einer Leistungsflussdichte immer nur in einem de­
finierten Abstand zur Strahlungsquelle Sinn hat. Die bestrahlten Bereiche des Kopfes weisen aber sehr unter­
schiedliche Abstände zur Sendeantenne eines Handys auf. Selbst wenn die Leistungsflussdichte in unmittelbarer 
Nähe eines Handys interessieren würde, wäre sie messtechnisch äußerst schwierig zu erfassen, da man sich im 
unmittelbaren   Nahfeld   befindet   und   die   Messantenne   immer   eine   erhebliche   Störung   des   Feldes   darstellen 
würde. Zur Expositionserfassung von Handys ist es daher notwendig und sinnvoll beim Basisgrenzwert SAR zu 
bleiben. 



1.5 GSM­Technik
(zu ergänzender Text)


1.6 Aufbau der Mobilfunknetze

                                                                                                           ­ Seite 6 von 13­ 
                                   Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                           ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


(zu ergänzender Text)



1.7 DECT­Telefone
Weithin unbekannt ist, dass auch die handelsüblichen Schnurlostelefone für den Haushalt nichts anderes sind als 
Mobilfunkanlagen im Kleinen. Üblich ist der sogenannte DECT/GAP­Standard (DECT = Digital Enhanced Cord­
less  Telecommunication,  GAP  =  Generic Access  Profile). Dieser ist  niederfrequent mit 100  Hz gepulst  und 
funktioniert im Frequenzbereich zwischen 1.880 und 1.900 MHz. Die Basisstationen von DECT­Telefonen senden 
ununterbrochen und rund um die Uhr Signale aus, also auch dann, wenn man nicht telefoniert, wenn das Mobilteil 
herumliegt oder in der Ladestation steckt. Ihre Reichweite beträgt bis zu 200 Meter, und die Leistungsflussdichte 
erreicht auch in einem Meter Abstand noch Werte von mehreren Tausend Mikrowatt pro Quadratmeter und damit 
eine Größenordnung, die sogar jene einer durchschnittlichen Mobilfunk­Basisstation in näherer Umgebung über­
schreitet – dies jedoch freiwillig und in der eigenen Wohnung, nicht im Freien.
Bei einer Messkampagne im Juli 2005 wurden in Überlingen im Freien von DECT­Telefonen verursachte Strah­
lungsdichten zwischen 0,01 und 10  µW/m2  gemessen, in den Wohnungen dürften die Werte deutlich höher 
liegen. In verhältnismäßig gering belasteten Gebieten, wie etwa in Hödingen, sind stellenweise 97 % der gepuls­
ten Strahlung im Freien auf DECT­Telefone zurückzuführen.
Vorgänger der digital gepulsten Sendetechnik (DECT) war der analoge CT1­Standard, der 1998 zum CT1­Plus­
Standard erweitert wurde (CT = Cordless Telephone). Ein CT1­Plus­Telefon sendet nur, wenn telefoniert wird, die 
Sendeleistung beträgt lediglich 10 Milliwatt, der Frequenzbereich befindet sich zwischen 885 und 932 MHz. CT1­
Plus­Telefone gibt es nur noch von wenigen Herstellern (z.B. Versandhandel Fa. Konrad); der ebenfalls digitale 
und gepulste CT2­Plus­Standard konnte sich überhaupt nicht durchsetzen. 
Im Online­Shop des Schweizer Telekommunikationsunternehmens  Swisscom  werden, nach Angabe der Zeit­
schrift „Öko­Test“ (9/05), seit Juni 2005 Schnurlostelefone angeboten, die über einen sogenannten Eco­Mode 
verfügen. Wird dieser Modus im Bedienmenü aktiviert, senden die Telefone nicht mehr im Dauerbetrieb, wenn 
das Mobilteil in der Basisstation steckt. Groß beworben wird dieser echte Fortschritt aber nicht. Vielmehr ver­
steckt sich ein dürftigere Hinweis auf die neue Funktion in den technischen Spezifikationen der Geräte. Die Tele­
fone Classic A313, A413, und Top A321 isdn, A421 isdn werden leider nur innerhalb der Schweiz und Liechten­
stein vertrieben, in Deutschland muss der Konsument weiterhin auf einsichtige Hersteller hoffen.


                           Wer den Sendemast im Wohnzimmer vermeiden will, 
                         kann auch auf das bewährte Schnurtelefon zurückgreifen.


Wer trotzdem nicht auf DECT­Geräte verzichten will oder kann, aber die Strahlenbelastung wirkungsvoll redu­
zieren möchte, für den kommt eine Abschirmlösung in Betracht. Die meisten kommerziell angebotenen Geräte 
und Folien sind zwar wirkungsvoll aber in der Handhabung gewöhnungsbedürftig. Eine auch im Telefonalltag be­
stechende Lösung bietet etwa die 99 Euro teure, von der Zeitschrift „Öko­Test“ (März 2005) mit dem Gesamturteil 
„sehr gut“ bewertete Dect Protect Abschirmbox von Hersteller Protectes. Die auch optisch nicht unangenehm auf­
fallende Box sorgt für eine Abschirmleistung von über 99 Prozent. Das Telefonieren ist im normalen Gebäudeum­
feld trotzdem problemlos möglich. Die in verschiedenen Farben erhältliche Box nimmt dank Klappdeckel sowohl 
die Basisstation als auch das Handyteil auf und ist für alle handelsüblichen Schnurlostelefone ausgelegt.



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                                   Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                           ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


Auch andere Hersteller bieten taugliche Abschirmboxen an. Wer es sich zutraut, kann seinem schnurlosen Tele­
fon auch selber ein Metallgehäuse basteln. Im Idealfall wird auch die Zuleitung zur Basisstation abgeschirmt. Am 
einfachsten ist es übrigens, wenigstens für die Nacht den Netzstecker zu ziehen oder das DECT­Telefon ­ etwa 
per Zeitschaltuhr ­ abzuschalten. Das fördert nebenbei einen störungsfreien Schlaf.



1.8 Zielkonflikt zwischen Minimierung der Strahlenbelastung und Schonung des Orts­ und Land­
schaftsbildes
(zu ergänzender Text)




                                                                                               ­ Seite 8 von 13­ 
                                      Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                              ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


2 Mobilfunknetzplanung in Überlingen
Die mit dem Ausbau der GSM­ und UMTS­Mobilfunknetze verbundene Zunahme der Mobilfunkanlagen löste 
auch in Überlingen eine kontroverse Diskussion über Elektrosmog und Mobilfunk aus. In den Jahren 2001 und 
2002 wurde vor allem um den Fernmeldeturm in der Langgasse gestritten. Eine geplante Anlage am nördlichen 
Ortsrand von Nußdorf stand und steht seit 2004 in der Kritik. Die Errichtung neuer Mobilfunkanlagen und/oder die 
Aufrüstung bestehender Einrichtungen im Zentrum, in anderen Ortsteilen und den Teilorten wird Überlingen auch 
künftig beschäftigen. Die Frage nach der Strahlenbelastung und möglicherweise mit der Mobilfunktechnik ver­
                                                                       bundenen   Gesundheitsgefahren   wird   also 
                                                                       über Jahre aktuell bleiben. 
                                                                       Problematisch   ist,   dass   die   Kommune 
                                                                       wenig   Möglichkeiten   hat,  die   Standortpla­
                                                                       nung zu steuern, da Sendeanlagen weitge­
                                                                       hend genehmigungsfrei (bis 10 m Höhe im 
                                                                       Innenbereich) bzw. sogenannte privilegierte 
                                                                       Vorhaben (im Außenbereich) sind. 
                                                                       Um   einen   tragfähigen   Kompromiss   zwi­
                                                                       schen   den   berechtigten,   einander   aber 
                                                                       widerstrebenden                 Anforderungen 
   Mobilfunkanlage in der Langgasse in Überlingen (2005)               „Minimierung   der   Strahlenbelastung“   und 
                                                                       „Sicherstellung   der   Mobilfunkversorgung“ 
                                                                       zu erreichen, hat der Gemeinderat im De­
zember 2004 beschlossen, das Ingenieurbüro für Umweltstress­Analytik, Dipl.­Ing. Norbert Honisch, 72813 St. Jo­
hann, mit der fachlichen Beratung der Stadt in Mobilfunkfragen zu beauftragen. 
Das Büro wurde unter drei Bietern ausgewählt, die alle von den beiden seinerzeit in Überlingen aktiven Bürgerin­
itiativen („Strahlungsarmes Überlingen“ und „Mobilfunk Nußdorf“) vorgeschlagen wurden. 



Erfassung des Ist­Zustands: Im ersten Halbjahr 2005 untersuchte das Büro Honisch die derzeitige Situation in 
Überlingen. 


Grundlage   der   Berechnungen   sind   die   technischen   Angaben   der   Mobilfunkbetreiber   zu   den   einzelnen   be­
stehenden Basisstationen. Die für die Berechnungen benötigten Detailinformationen gehen über die in den öffent­
lich und für die Kommunen zugänglichen Datenbanken verfügbaren Angaben hinaus. Daher hat die Stadt Über­
lingen die vier aktiven Mobilfunkbetreiber und die Deutsche Bahn um Unterstützung für Herrn Honisch gebeten, 
welche diese dankenswerterweise auch gewährten. 


Berechnungen sind in diesem Fall sinnvoller als Messungen, da die Sendeleistung der Mobilfunkanlagen stark 
davon abhängt, wie viele Nutzer gerade mobil telefonieren oder Daten senden bzw. empfangen. 


Um auf der sicheren Seite zu sein, werden sog. worst­case­szenarios berechnet, d.h. es wird als schlechtester 
(bzw. belastendster) Fall angenommen, dass alle Sendeanlagen gleichzeitig auf allen Kanälen mit voller Leistung 


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                                               ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


senden. In der Realität wird dieser Fall kaum je eintreten. Der Auslastungsgrad der Anlagen ist besonders nachts 
deutlich niedriger. 


Die zweite grundlegende Annahme, die das Büro Honisch bei seinen Berechnungen getroffen hat, ist, dass die 
elektromagnetischen Wellen sich frei im  Raum  ausbreiten können. Berücksichtigt werden lediglich die topo­
graphischen Gegebenheiten, also das Geländerelief. Es gibt zwar sehr viel aufwendigere und teurere Simu­
lationsprogramme, die auch den digital erfassten Gebäudebestand berücksichtigen. Die Vegetation wird aber (so­
weit   bekannt)   von   keinem   verfügbaren   Programm   berücksichtigt.   Diese   zweite   Annahme   führt   dazu,   dass 
physikalische Effekte der Wellenausbreitung, wie Dämpfung, Brechung und Reflektion, durch Gebäude und Vege­
tation vernachlässigt werden. Da diese Phänomene i.d.R. zu einer Verringerung bzw. Zerstreuung der Strahlung 
führen, wird so der worst­case­Charakter der Berechnungen verstärkt. 


Es handelt sich bei den so ermittelten Werten um Freilandwerte, innerhalb von Wohnungen sollte die Strahlenbe­
lastung noch einmal deutlich (Faktor 10 bis 100, je nach Bausubstanz) geringer sein (Ausnahme: offenes Fenster 
mit Orientierung und freiem Blick auf die Hauptstrahlrichtung einer Mobilfunkanlage).
Zusätzlich zu den Berechnungen hat das Büro 
Honisch im Juli 2005 Messungen in Überlingen 
(Kernstadt und Teilorte, vgl. Bericht „Mobilfunk­
Emissionen Messungen“) an 30 Messpunkten 
durchgeführt, um die Ergebnisse der Berech­
nungen zu überprüfen (Plausibilitätskontrolle). 
So lagen beispielsweise die Messergebnisse in 
der   Umgebung   der   Mühlbachstraße   deutlich 
höher als berechnet. Nachfragen beim betrof­
fenen Mobilfunkbetreiber und der Baurechtsab­
teilung   ergaben,   dass   die   Angabe   der   Be­
treiber zur Höhe der Anlage auf dem Wohnstift 
Augustinum nicht auf die Mühlbachstraße son­
dern auf die Nußdorfer Straße bezogen war, so  Norbert Honisch, Messkampagne im Juli 2005 (am Münster)
dass in der ersten Fassung der Berechnungen 
von einer viel zu großen Höhe der Anlage über 
Grund ausgegangen wurde. Derartige Fehler und Missverständnisse konnten mit Hilfe der Messungen eliminiert 
werden.



Die Ergebnisse der Emissionsberechnungen für die Stadt Überlingen sind in einem Bericht zusammengefasst 
(„Mobilfunk­Emissionen Gesamtsituation“). Dieser Bericht wurden am 7. November 2005 Vertretern der Mobilfunk­
betreiber und der in Überlingen in Sachen Mobilfunk aktiven Bürgerinitiativen, am 21. November im Bauaus­
schuss des Gemeinderats und am 23. November 2005 öffentlich im Gemeinderat vorgestellt. Dieser Bericht wird, 
soweit neue Anlagen hinzukommen, fortgeschrieben. Eine neue Grunderhebung wird erst in einigen Jahren er­
forderlich. 
Somit verfügt Überlingen – als eine von sehr wenigen Kommunen in Deutschland – über eine rationale Grundlage 
für die Diskussion der von Mobilfunk verursachten Strahlenbelastung, die auch in die Standortwahl einfließt (s.u.). 
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                                               ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­



Ein interessantes Ergebnis der Untersuchung ist beispielsweise, dass der Standort Langgasse aufgrund seiner 
Höhe weniger problematisch ist, als andere, niedrigere Standorte (etwa Hofstatt, Christoph­ und Mühlbachstraße 
sowie mit Einschränkungen Abigstraße). Obwohl der ehemaligen Fernmeldeturm in der Langgasse, der aktuell 
von drei, demnächst allen vier Mobilfunkbetreibern mit Antennen bestückt ist, für viele bedrohlicher wirkt, als die 
unauffälligeren Standorte.



 Wichtig:  Bei den Daten handelt es sich um Ergebnisse einer Simulationsrechnung unter den genannten 
 Annahmen.  Diese  können und sollen  nur  dazu  dienen, die  Größenordnung  der  Strahlenbelastung  abzu­
 schätzen. Aus den im Bericht veröffentlichten Kartenmaterial kann nicht auf die konkrete Situation an einem 
 bestimmten Wohnort geschlossen werden. Wer sich Klarheit über die exakte Situation in seiner Wohnung ver­
 schaffen   will,   kann   dies   nur   durch   Messungen   tun   (möglichst   über   einen   gewissen   Zeitraum).   Solche 
 Messungen werden beispielsweise von Baubiologen durchgeführt. 




Vorgehensweise   beim   Ausbau   der   Mobilfunknetze   in   Überlingen:  Ziel   der   Stadt   Überlingen   ist   eine 
Minimierung   der   Strahlenbelastung   bei   gleichzeitiger   Sicherung   der   Mobilfunkversorgung   auf   dem   aktuellen 
Stand der Technik. Auf der mit dem Bericht zur Emissionsberechnungen geschaffenen Datengrundlage wird jede 
neue Mobilfunkanlage u.a. auch im Kontext der von den bestehenden Anlagen ausgehenden Strahlenbelastung 
beurteilt. Hierfür wurde das nachstehende Verfahrensschema entwickelt. 
Entsprechend den verschiedenen Vereinbarungen zwischen Städtetag und Mobilfunkbetreibern melden letztere 
den   Kommunen   jährlich  ihre  „Suchkreise“.  Als  Suchkreise   werden  z.T.  unregelmäßig   geformte   Flächen  von 
einigen Hundert Metern Durchmesser bezeichnet, innerhalb derer die Mobilfunkbetreiber im Rahmen ihrer jewei­
ligen Netzplanung eine weitere Anlage errichten wollen. Die Verwaltung legt dem Bauausschuss des Gemeinde­
rats die in diesen Suchkreisen gelegenen städtischen und spitälischen Grundstücke vor. Das Gremium ent­
scheidet, welche Liegenschaften den Betreibern zur weiteren Prüfung gemeldet werden dürfen. Die Betreiber 
wählen die für ihre jeweilige Netzplanung funktechnisch geeigneten Standorte aus. Das Büro Honisch prüft, wel­
che Konsequenzen sich hinsichtlich der Emissionen aus einer Realisierung der beantragten bzw. geplanten 
Anlage an diesem Standort ergeben würden. Beispiele für diese Emissions­Prognosen stehen im Netz zur Verfü­
gung. Falls die Strahlenbelastung einen gewissen Wert (Schwellenwert s.u.) übersteigt, ist das Büro Honisch be­
auftragt, Vorschläge zur Minimierung der Strahlenbelastung zu erarbeiten. Diese können in technischen Ver­
änderungen am möglichen Standort bestehen oder auch dahin gehen, anstelle dieses Standorts einen anderen 
zu verwirklichen.



Als Schwellenwert, ab dem das Büro Honisch Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten hat, wurde der Wert der 
sog. Salzburger Resolution festgelegt. Sobald eine neue Anlage in ihrer Umgebung eine Leistungsflussdichte von 
mehr als 1.000 µW/m2  gepulste elektromagnetische Strahlung verursacht, soll diese technisch verbessert oder 
nicht realisiert werden – zumindest nicht auf einem Grundstück oder Gebäude im städtischen Verfügungsbereich. 
Das Recht der Mobilfunkbetreiber zur Errichtung einer genehmigungsfreien Anlage auf dem Grundstück eines 
privaten Besitzers bleibt unberührt. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Schwellenwert kein 

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                                      Mobilfunk in der Stadt Überlingen
                                               ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­


„Überlinger   Mobilfunk­Grenzwert“   sondern   Bestandteil   der   Vereinbarung   zwischen   der   Stadt   und   dem   Büro 
Honisch ist. Die Rechte und Pflichten der Mobilfunkbetreiber werden von diesem Schwellenwert nicht berührt. 
Die   Errichtung   von   Mo­
                                             Verfahrensschritte Mobilfunknetzausbau in Überlingen
bilfunkantennen   ist   im 
Innenbereich   genehmi­ Mobilfunketreiber melden ihre aktuellen Suchkreise.
gungsfrei   (bis   10   m 
                              Auflistung stadteigener Grundstücke und Gebäude in den Suchkreisen.
Höhe) und im Außenbe­
reich   ein   sog.   privile­ Kenntnisgabe der Grundstückslisten in den Gremien.
giertes Vorhaben. Daher  Meldung   der   stadteigenen   Grundstücke   und   Gebäude   an   die   Betreiber.
steht es den Mobilfunk­ Diese wählen die für sie funktechnisch geeigneten aus.
betreiber frei, sich im In­
                              Herr   Honisch   prüft   die   Eignung   im   Hinblick   auf   die   Strahlenbelastung  
nenbereich   einen 
                              und erarbeitet ggf. Vorschläge zur Minimierung.
privaten             Grund­
stücksbesitzer   zu   su­ Einzelfallentscheidung über Bereitstellung von Grundstücken und Gebäuden in den Gremien 
chen,   der   ihnen   sein  (Bauausschuss und/oder Gemeinderat).
Grundstück bzw. Gebäu­
de für die Errichtung einer Mobilfunkanlage vermietet. Im Außenbereich ist zwar eine Baugenehmigung erforder­
lich, diese ist aber zu erteilen (Rechtsanspruch), wenn die Voraussetzungen vorliegen. Eine Minimierung der 
Strahlenbelastung kann also nur im Konsens erreicht werden.


Da der Gesetzgeber den Mobilfunkbetreibern weitgehende Rechte eingeräumt hat, besteht aus Sicht der Stadt 
Überlingen die einzige realistische Möglichkeit, beim Auf­ und Ausbau der Mobilfunknetze steuernd einzugreifen 
darin, Grundstücke an den Stellen zur Verfügung zu stellen, an denen die Auswirkung möglichst gering ist. 
Gleichzeitig kann die Einnahmen aus der Vermietung solcher Grundstücke zur Finanzierung der Kosten für 
Emissionsberechnungen und der Einzelfallprognosen verwendet werden. 


Durch dieses transparente Verfahren sollen die Bürger in die Lage versetzt werden, sich ein realistisches von irra­
tionalen Befürchtungen freies Bild über die aktuelle Situation vor Ort zu machen. Die Einbindung des Gemeinde­
rats in das Standortfindungsverfahren und die Beteiligung und Information der Bürgerinitiativen sollen dazu bei­
tragen, den Willen der Bürger im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten umzusetzen.


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Überlingen, 8. Dezember 2005




                                                                                                       ­ Seite 12 von 13­ 
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                                      ­ Postfach 10 18 63 ­ 88648 Überlingen ­




Weitere        Zum   Thema   Mobilfunk   sind   eine   Vielzahl   von   Veröffentlichungen   im   Internet   er­
Informa­       schienen. 
tionen         Weitere Informationen finden Sie z. B. auf folgenden Seiten:

               http://www.bundesnetzagentur.de

               Informationszentrum Mobilfunk

               Bundesamt für Strahlenschutz ­ Deutsches Mobilfunkforschungsprogramm

               Strahlenschutzkommission

               WHO ­ Weltgesundheitsorganisation

               Internetportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit

               Jahresgutachten Mobilfunk 2003 

               http://www.nova­institut.de/es­info­grenzwerte­hochfreq.htm

               http://www.enorm.de/enorm_bg.html

               http://de.wikipedia.org/wiki/Mobilfunk

               http://forum­elektrosmog.de/forumelektrosmog.php/aid/158/cat/34/

               http://www.buergerwelle.de/deutsch_start.html

               http://www.mobilfunk­buergerforum.de/

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