DAS ADVERB

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					                             DAS ADVERB

     Das Adverb kommt vom lateinischen “ad-verbum” = zum Verb
gehörig und es beschreibt die näheren Umstände einer Tätigkeit, eines
Vorgangs oder eines Zustandes. Das Adverb bezieht sich also auf das Verb.

     Der Mann spricht anders.
     Das Adverb “anders” gibt uns nähere Information darüber, wie der
Mann spricht. Es bezieht sich somit auf das Verb “spricht”.

      Vom morfologischen Standpunkt aus kennzeichnet sich das Adverb
durch Unflektiertbarkeit.
      Syntaktisch hat das Adverb folgende Funktionen:
      Es fungiert als
 Attribut
      die Welt gestern
      die Jugend heute
      die Vorstellung morgen

 Prädikativum
     Es ist genug.
     Früher war es anders.
     Bis Samstag bleibt er dort.
     Der Vater ist hier.

 Adverb
     Dort fühlt er sich besser.
     Ich komme morgen mit dem Zug an.
     Ich komme bald wieder.
     Der Zug hielt oft.

Das Adverb  morfologisch  unflektiert
            syntaktisch  Attribut
                             Prädikativum
                             Adverb

     Einige Adverbien lassen sich steigern, d.h. sie können den
     Komparativ und den Superlativ bilden.
     Komparativ: Positivform + er
     Superlativ: am + Positivform + sten

Ich arbeite fleißig. Meine Schwester arbeitet fleißiger. Mein Freund arbeitet
am fleißigsten.
Das Fahrrad fährt schnell. Das Auto fährt schneller. Der ICE fährt am
schnellsten.

      Es gibt eine Gruppe von Adverbien, die als Adjektivadverbien bekannt
sind. Diese Adjektivadverbien stimmen in der Form mit den Adjektiven
überein und haben immer die Möglichkeit der Graduierung.

Anna spricht gut Deutsch.
Paul spricht Deutsch besser.
Hans spricht Deutsch am besten.

     Die Adjektivadberbien bilden den Superlativ nicht nur mit am + sten,
sondern auch mit
     aufs +ste  aufs schönste, aufs beste, aufs freundlichste
     st  möglichst, baldigst, freundlichst.



    Vom morfologischen Standpunkt aus unterscheidet man drei
Gruppen von Adverbien:
     Pronominaladverbien
     Konjunktionaladverbien
     Frageadverbien


 Die Pronominaladverbien sind Adverbien mit einer pronominalen
Funktion. Sie sind eine Verbindung von den Adverbien da, hier, wo und
einer Präposition.

     da + Präposition  daran, damit, davon
     hier + Präposition  hieran, hieraus, hiermit
     wo + Präposition  womit, wodurch, woran.
Wenn die Präposition mit einem Vokal beginnt, wird ein –r- zwischen dem
Adverb und der Präposition eingefügt. (da + r + an  daran)

     Die Pronominaladverbien ersetzen eine Präpositionalgruppe, wenn
das Substantiv der Präpositionalgruppe sich nicht auf eine Person bezieht.

     Ich warte auf den Bus.  Ich warte darauf.
                                Worauf wartest du?
     Hiermit bestätige ich die telefonische Buchung.
 Die Konjunktionaladverbien gleichen den Konjunktionen in
semantischer Hinsicht, aber sie verhalten sich wie Adverbien in
syntaktischer Hinsicht. Sie können die Stelle vor dem Finitum einnehmen,
aber sie können auch innerhalb des Satzes stehen.

Er hat mich belogen, deshalb will ich mit ihm nichts mehr zu tun haben.
Er hat mich belogen, ich will deshalb mit ihm nichts mehr zu tun haben.
Er kam zu spät, aber ich war deshalb nicht böse.
Abends wird es kühl, nimm dir deshalb eine Jacke mit.

Die Konjunktionen können nicht die Stelle vor dem Finitum besetzen und
sie können auch nicht innerhalb des Satzes stehen.

Die Konjunktion “denn”: Ich gehe nicht mit, denn ich habe noch zu tun.
Die Konjunktion “aber”: Er studiert in Berlin, aber seine Schwester studiert
in Leipzig.

 Die Frageadverbien (Interrogativadverbien) besetzen die Position am
Satzanfang und sie signalisieren die Satzart.
     Beispiele von Frageadverbien: was, wo, wie, wann, warum, wie viel,
weshalb, seitwann, woher.

Wann kommt er zurück ?
Wo bist du gewesen ?
Warum hast du dich verspätet ?


Vom semantischen Standpunkt aus unterscheidet man vier Arten von
Adverbien:    1. Lokaladverbien
              2. Temporaladverbien
              3. Modaladverbien
              4. Kausaladverbien

1. Lokaladverbien bezeichnen den Ort oder die Richtung eines Geschehens.
   Beispiele: hier, dort, draußen, drinnen, innen, außen, links, rechts.
             hierher, dorther, hierhin, dorthin, irgendwohin, irgendwoher,
             anderswohin, anderswoher, bergab, bergauf.

     Die Lokaladverbien hin und her stehen entweder allein oder in
Verbindung mit anderen Präpositionen.
      Das Lokaladverb her bezeichnet die sprecherzugewandte Richtung,
das Lokaladverb hin bezeichnet die sprecherabgewandte Richtung.
      Er kommt herein.
      Er geht hinaus.
2. Temporaladverbien geben den Zeitpunkt, die Zeitdauer oder die
Wiederholung eines Geschehens an.
     Beispiele: anfangs, bald, jetzt, heute, morgen, übermorgen, häufig,
jederzeit, einmal, zweimal, inzwischen, indessen.


3. Modaladverbien bezeichnen die Art und Weise einer Handlung oder
eines Zustandes.
      Beispiele: anders, gern, so, unversehens, vergebens, größtenteils,
                 Adjektivadverbien wie: fleißig, gut, langsam, schlecht,
               schnell.


4. Kausaladverbien bezeichnen den Grund oder die Ursache.
      Beispiele: darum, deswegen, deshalb, folglich, infolgedessen.