Kraftfutterminimierte Schaf- u.

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Kraftfutterminimierte Schaf- u. Powered By Docstoc
					                                 Kraftfutterminimierte
                          Schaf- und Ziegenfütterung ?




Gerold Rahmann      Institut für Ökologischen Landbau   1
                                 Trenthorst




                 6.6 Mrd Menschen
                    wollen Essen
                  – gut und billig –
                    (jedes Jahr leben
                   80 Mio. Menschen
                   mehr auf der Welt)



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                                 Trenthorst
                                       1 Mrd. Menschen
                                       hungern




1.2 Mrd. Menschen
haben Übergewicht
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                              Trenthorst




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                              Trenthorst
  Gentechnik verspricht Lösung …




Gerold Rahmann   Institut für Ökologischen Landbau   5
                              Trenthorst




   Regenwälder werden abgeholzt …




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                              Trenthorst
     Die Meere werden geplündert …




 Gerold Rahmann   Institut für Ökologischen Landbau   7
                               Trenthorst




Essen wird weggeworfen …




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                               Trenthorst
 Vom Futter von 15 Mrd. Hühner und 50 Mrd. Masthähnchen
          könnten 3 Mrd. Menschen (über-)leben
   Gerold Rahmann                 Institut für Ökologischen Landbau                      9
                                               Trenthorst




          Milliarden von Nutztieren werden mit potenziellem
                       Menschenessen gefüttert
Tierart             Tierbestand   Bestandsver Anteil Tiere   Summe               Wie viele
                       2006        -änderung        mit     Kraftfutter         Menschen
                      (Mrd.)       gegenüber   Kraftfutter-   (Mio.           könnten davon
                                   1962 (%)   fütterung (%) Tonnen)            leben (Mio.)
Rinder                  1.4          +43             25 %             325         1.083
Schafe                  1.1           +4             5%               16,5         55
Ziegen                  0.8          +105            1%               2,4          8
Pferde                 0.06           -7             5%               0,3          0,1
Schweine                1.0          +123           100 %             300         1.000
Legehennen             15.8          +292           100 %             825         2.750
Masthähnchen            50           +340           100 %             100         334
Kanninchen              0.6          +397            50 %             0,3          0,1
Summe                                                                 1.570       5.230


   Gerold Rahmann                 Institut für Ökologischen Landbau                     10
                                               Trenthorst
Einige freuen sich über
Analog-Käse und Co. …




             Pizza-
             Mampf
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                                             Trenthorst




       Wo wird Kraftfutter festgelegt?
Regelwerk                          Inhalt
TierschutznutztierhaltungsVO:      Tiere täglich entsprechend dem Bedarf mit Futter in
                                   ausreichender Menge und Qualität versorgen
EU-VO (834/2007 und 889/2008): Mindestens 60% der TM in der Tagesration muss aus
                                   frischem, getrocknetem oder siliertem Raufutter bestehen.
                                   Erhöhung des Kraftfutteranteils i. d. Ration auf 50 % in den
                                   ersten 3 Monaten der Laktation möglich.
                                   Weidegang, so weit es die Bedingungen zulassen.
                                   Natürliche Milch für Lämmer.
Verbände:                          Bioland: EU+ im Sommer soll das Grundfutter
                                   überwiegend aus Grünfutter bestehen.
                                   Demeter: + möglichst hoher Anteil Heu im Winter
                                   (Kühe mindestens 3kg/Tier/Tag, Kleinwiederkäuer
                                   entsprechend weniger):
                                   BioSuisse: Max. 10% Kraftfutter in der Jahresration
Neuseeland, Biotoppflege:          Kraftfutterlose Weidehaltung (öko. und konv.)


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                                             Trenthorst
        Biotoppflege ist eine kraftfutterlose
   Wiederkäuerfütterung mit schlechtem Raufutter




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                              Trenthorst




          Tierschutz nicht vergessen




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                              Trenthorst
  Zunahme der Pansenflüssigkeit in % des Körpergewichtes bei
Heidschnucken und Merinos, mit unterschiedlichem Weideangebot

  25


  20


  15


  10


   5


   0
                Startphase                    Heide                      Trockenweide             Heide & frische Weide



                                               Merinos          Heidschnucken


                                                                                          Weyreter & Engelhardt, 1986
 Gerold Rahmann                          Institut für Ökologischen Landbau                                            15
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       Veränderung der Körpergewichte von Heidschnucken und
       Schwarzköpfigen Fleischschafen infolge des schrittweisen
       Absetzens von Kraftfutter bis hin zur reinen Strohfütterung
   110%
                             Heidschnucken
   105%

   100%

       95%

       90%

       85%
                                                                                       Schwarzköpfe
       80%

       75%
         Erhaltung               50%                        33%                        25%                     0%


                                   Stroh wurde die gesamte Zeit ad libitum gefüttert


                                                                                          Weyreter & Engelhardt, 1986
 Gerold Rahmann                          Institut für Ökologischen Landbau                                            16
                                                      Trenthorst
   Bio-Schafe und Bio-Ziegen haben Anspruch
    auf ausgewogene, ausreichende Ernährung


                                          • Futterenergie

                                          • Nutzbares Rohprotein

                                          • Mineralstoffe

                                          • Struktur

                                          • Wasser

                                          • artgemäßes Futter und
                                              Fütterung

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                                Trenthorst




Richtzahlen für tägliche Energie- und Proteinversorgung
          von Schafen (70 kg Lebendmasse1)




Gerold Rahmann     Institut für Ökologischen Landbau           18
                                Trenthorst
    Rechnen, Rechnen, Rechnen …




Gerold Rahmann   Institut für Ökologischen Landbau   19
                              Trenthorst




Sommerfütterung von Milchziegen




Gerold Rahmann   Institut für Ökologischen Landbau   20
                              Trenthorst
 Kraftfutterminimierte Milchziegenhaltung in Trenthorst




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                                    Trenthorst




Kraftfutterminimierte Milchziegenfütterung in Trenthorst
• Physiologisch ausgewogen waren: 0 KF/T am Ende der Laktation
  und frühen Trockenstehphase (Nov-Dez), 500 g KF/T in
  Hochträchtigkeit und Stallhaltung (Feb-Apr) und 250 g KF/T im
  Sommer (Mai – Okt).
• KF rund 100 kg/Milchziege/Jahr (9,8% TS Jahresfutterbedarf).
• Gewichtsabnahme kurzzeitig (2./3. Lak.-Monat) im Schnitt -15%
  (-10% sind normal)
• Milchleistung um rund 300 Liter zurückgegangen (lohnt sich erst,
  wenn Milchwert unter dem Kraftfutterwert liegt: gegenwärtig bei
  rund 1 € pro kg KF, wenn Milch 0,68 €/kg kostet).
• Ziegen fressen wesentlich mehr Heu
• Sie selektieren nährstoffreichere Pflanzen und Pflanzenteile aus
  (aufgenommenes Futter rund 25% besser als Durchschnitt)
• Futterreste wichtig
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                                    Trenthorst
      Was mögen Schafe und Ziegen?
                          Gräser                  Kräuter           Leguminosen         Sträucher


sehr gerne gefressen   Weidelgräser           Spitzwegerich          Rotklee           Hartriegel
                          Lieschgras           wilde Möhre          Vogelwicke        Haselstrauch
                           Knaulgras          Kerbel (Blätter)                        Esche, Eiche
                       Fuchsschwanz            Brassicaceen                           Rosen, Weide
                        Wiesenrispe             Huflattich                             Brombeere
gut gefressen          Aufr. Trespe      Löwenzahn, Beinwell,        Weißklee           Weißdorn
                       Rotschwingel            Gänsedistel,           Luzerne          Moor-Birke
                           Goldhafer           Brennessel             Erbsen          Fichte, Kiefer1
                        Straußgras              (trocken),           Saatwicke         Schwarzdorn
                                              Sauerampfer                               Süßkirsche
ungern gefressen       Rasenschmiele     Schafgarbe, Bärenklau,       Robinie          Hainbuche
                           Glatthafer         Disteln, Spitzer-/                       Wacholder1
                         Zwenken              Krauser Ampfer,                          Wildkirsche
                        Strandhafer              Thymian2
gemieden                Sauergräser             Hahnenfuß                               Berberitze
                          Binsen                 Bärwurz                                Heidekraut
                         Honiggras             Johanniskraut                          Traubenkirsche
                         Federgras             Dost, Melden



Gerold Rahmann                     Institut für Ökologischen Landbau                             23
                                                Trenthorst




                Weide ist nicht gleich Weide
                            Talgebiet                Berggebiet            Trockenrasen
           100%

                80%

                60%

                40%

                20%

                0%
                       W iese         W eide      W iese         W eide     W iese       W eide
   Leguminosen          10%             15%         15%            20%          20%        25%
   Kräuter              20%             15%         25%            20%          30%        25%
   Gräser               70%             70%         60%            60%          50%        50%


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                                                Trenthorst
    Je älter das Futter, um so schlechter wird es
  (Futterqualität „Wiese grasreich“ in unterschiedlichen Wachstumsphasen des 1. Aufwuchses)




         Wachstumsphase                        XP            XF           MJ       Verdau-
                                            (g/kg T)      (g/kg T)        ME        lichkeit

 vor dem Ähren-/Rispenschieben                181           207           11,3       80 %
 im Ähren-/Rispenschieben                     159           251           10,4       75 %
 Beginn bis Mitte Blüte                       154           282           10,1       72 %
 Ende der Blüte                               125           309           9,6        69 %
 überständig                                    89          410           8,8        57 %


                     Quelle: Auszug aus der DLG-Futterwerttabelle für Wiederkäuer, 1991

  Gerold Rahmann                 Institut für Ökologischen Landbau                    25
                                              Trenthorst




                           Gut und giftig
                                                           Ertragsanteile in %
                                            gute Futter-        giftige      minderwertige
                                               arten            Arten             Arten
Weidelgrasweiden                                95,8               2,2              0
Rotschwingel-Straußgras-Weiden                  86,2               9,3              0
Goldhaferwiesen                                 85,2               5,5             2,7
Kuckuckslichtnelken-Glatthaferwiesen            82,0               4,6             3,9
Salbei-Tal-Glatthaferwiesen                     81,2               2,9             7,3
Trockene Berg-Glatthaferwiesen                  69,6               3,9            16,9
Typische Kohldistelwiesen                       59,0              13,2            19,2
Kleinseggen-Kohldistelwiesen                    38,5              10,6            41,6
Pfeifengraswiesen                               33,9              10,5            46,2
Kleinseggenwiesen                               16,8              11,4            64,7
Borstgrasweiden                                  9,7               3,2            72,3
Röhricht                                         4,9               1,5            91,4


  Gerold Rahmann                 Institut für Ökologischen Landbau                    26
                                              Trenthorst
      Giftige Wildpflanzen (Auswahl)

  •   Johanniskraut
  •   Jakobskreuzkraut
  •   Herbstzeitlose
  •   Schachtelhalm
  •   Farne
  •   Lupinen
  •   Eisenhut
  •   Maiglöckchen
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                                Trenthorst




         giftige Sträucher (Auswahl)

  •   Rhododendron
  •   Pfaffenhütchen
  •   Goldregen
  •   Ginster
  •   Oleander
  •   Seidelbast
  •   Zwergholunder
  •   Tabak
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                                Trenthorst
           “giftige“ Bäume (Auswahl)

       •   Eibe
       •   Buchs
       •   Thuja
       •   Zypresse
       •   (Eiche)


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                                   Trenthorst




      Frisch, Getrocknet, Gesäuert ?




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                                   Trenthorst
   Raufutterwerte – Frisch oder Heu




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                                         Trenthorst




Artgemäße Fütterung




Einteilung der Wiederkäuer - Unterschiede zwischen Schaf - Ziege - Rind


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                                         Trenthorst
     Klee verändert Fleischgeschmack




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                              Trenthorst




      Jedes Tier muss jederzeit an
         Futter herankommen




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                              Trenthorst
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                              Trenthorst




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                              Trenthorst
     Futterhecken als Proteinquelle im Sommer




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                 Zusammenfassung
  • Kraftfutter ist auch Menschen-Essen.
  • Wiederkäuer brauchen eigentlich kein Menschen-Essen.
  • Ohne Kraftfutter keine hohe Leistung (Kraftfutter ist
    ökonomisch).
  • Ohne Kraftfutter Tierschutz beachten
    (Gewichtsentwicklung).
  • Raufutter kann positive (CLAs, Omega-3-Fettsäuren) und
    negative (Klee/Gras-Geschmack Lammfleisch) haben.
  • Ziel: Raufutter-Optimierung durch besseres Grünland,
    höchste Konservierungsqualität, vielseitige Futterarten
    (z.B. Laub).

Gerold Rahmann        Institut für Ökologischen Landbau       38
                                   Trenthorst

				
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