Value Chain Forum Pressemitteilung Nov Informationen für Pressemitteilungen Am und
Document Sample


Value Chain Forum 2006 Pressemitteilung 16 Nov. 06 Informationen für Pressemitteilungen Am 9. und 10. November fand in Friedrichshafen (D) zum vierten Mal das Value Chain Forum statt, wo dieses Jahr über 350 Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammentrafen um sich mit Trends und Visionen der überbetrieblichen Vernetzung auseinander zusetzten. In 13 verschiedenen Workshops wurde den Teilnehmern Gelegenheit geboten, durch Fachbeiträge und Diskussionen spezifische Themen ihrer Wahl zu erarbeiten. Im Rahmen des Forums wurde zum ersten Mal den Best Case Award für die erfolgreiche elektronische Vernetzung von Unternehmen mit ihren Geschäftspartnern mit Hilfe von neuen Technologien verliehen. Das Programmkomitee1 zeichnete folgende Cases aus: Skalierbare Lösung für die elektronische Bestellabwicklung mit Lieferanten (Möbel Pfister AG) Für den Schweizer Möbelspezialisten Möbel Pfister war die Einführung elektronischer Geschäftsprozesse ein großer Schritt. In 20 Filialen bietet das mittelständische Unternehmen Möbel, Teppiche, Textilien, Lampen und Accessoires, welche im mittleren bis oberen Preissegment angesiedelt sind und aus Handelsmarken, eigenen Kollektionen und bekannten Herstellermarken bestehen. Die heterogene Zusammensetzung der etwa 400 Lieferanten hinsichtlich Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße, sowie It-KnowHow erschwerte die Entscheidung zur Einführung elektronischer Prozesse. Dennoch entschied sich die Unternehmensleitung dazu, Bestellungen mit möglichst vielen Lieferanten elektronisch abzuwickeln. Aktuell können bei Pfister nun sämtliche Belege von der Bestellung über die Auftragsbestätigung bis zur Lieferavisierung elektronisch ausgetauscht werden, was auch die Erstellung von Verkaufs- und Logistiketiketten erleichtert. Bei der Umsetzung war den Verantwortlichen vor allem eine skalierbare Lösung wichtig, um den unterschiedlichen Anforderungen der Lieferanten gerecht zu werden. Hierbei bietet man kleineren und mittleren Geschäftspartnern web-basierte Electronic Data Interface WebEDI mit manueller Eingabe, Massenverarbeitungsfunktionen, sowie komfortabler Up- und Downloadfunktion an, während bei größeren Unternehmen EDI mit verschiedenen Protokollen und Formaten über einen Schnittstellenserver zum Einsatz kommt. Diese Anbindung ist in das operative SAP-System integriert. Zur technischen Umsetzung der Integrationsplattform wurde der BizTalkServer von Microsoft ausgewählt, während für die Web-Applikationen der TomCat Server zum Einsatz kam. Aufgrund dieser Umsetzung der „Anbindungsstrategie“ und dem gewählten kooperativen Ansatz konnte Möbel Pfister einen Grossteil der Lieferanten integrieren. Wichtig war den manuell erfassenden Lieferanten hierbei vor allem der Umstand, dass der zusätzliche Zeitaufwand der manuellen Erfassung, durch die neue Umsetzung des Etikettendrucks neutralisiert wurde. 1 Mitglieder des Programmkomitees: Prof. Dr. Rainer Alt, Universität Leipzig Prof. Dr. Elgar Fleisch, Universität St. Gallen, ETH Zürich Prof. Dr. Thomas Gutzwiller, IMG AG Prof. Dr. Hubert Österle, Universität St.Gallen Peter Sany, Deutsche Telekom AG Dr. Peter Zencke, SAP AG Vorreiter beim rechtssicheren Austausch von Rechnungen, Lastschriften mit Händlern und Lieferanten (Audi AG) Gut- und Bereits 2003 entschied sich der Autobauer AUDI AG, die teure und aufwändige Abwicklung von Rechnungen, Gut- und Lastschriften mit Lieferanten und Händler per Briefweg abzulösen. Alleine die kreditorische Bearbeitung einer eingehenden Rechnung, d.h. Datenerfassung und Rechnungsprüfung, kostete das Unternehmen rund 4€. Dies war Anlass genug für die Ingolstädter, ein elektronisches Verfahren einzuführen. Die Umstellung erfolgte in zwei Schritten: Zunächst löste Audi den aufwändigeren papierbasierten Rechnungseingang ab, dann folgte die Digitalisierung der eigenen Rechnungen, Gut- und Lastschriften. Seit 2004 empfängt Audi die Rechnungen von inländischen Lieferanten mit mehr als 100 Belegen jährlich elektronisch: Wer keine klassischen EDI-Mechanismen nutzen möchte, kann einfach Druckdatenströme (wie z.B. PDF) über Standard-Internetprotokolle an den Dienstleitungspartner First Businesspost senden, der diese Druckdatenströme dann interpretiert und ein strukturiertes Zielformat für Audi erzeugt. Abschließend werden die Daten mit einer qualifizierten Signatur versehen und in einem Bildformat archiviert. Derzeit wickeln über 420 Lieferanten ein jährliches Belegvolumen von ca. 125.000 Rechnungen ab. Die Einsparungen sind erheblich: Geht man von den eingangs genannten 4€ aus, so ergeben sich Einsparungen in der Höhe von mehreren Hunderttausend €. Außerdem steigen Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Durchlaufzeit der Rechnungsbearbeitung. Der konsequente zweite Schritt bestand für Audi darin, auch die eigenen Rechnungen sowie Gut- und Lastschriften digital zu versenden. Seit Januar 2006 erhalten die Geschäftspartner, wie z.B. Händler und Lieferanten, eine Benachrichtigung per E-Mail mit einem Link auf ein Rechnungsportal. Auch hier nutzt Audi einen externen Dienstleister, die Firma Indatex. Dieser übernimmt das pdf-Dokument von Audi, versieht es mit einer qualifizierten elektronischen Signatur. Die Archivierung im Rahmen der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist und die Validierung wird optional für die Geschäftspartner kostenlos durch Indatex durchgeführt. Die meisten Nutzer der Audi-Lösung haben erkannt, dass sie die PDF-Dokumente gleich in ihren eigenen internen Workflow einbauen können und somit selbst keinen Medienbruch mehr haben. Mit dieser Lösung, die sowohl Eingangs- wie auch Ausgangsseite der Rechnungsabwicklung adressiert, ist die AUDI AG nach Ansicht der Jury Vorreiter. Neben den Sicherheitsbedenken stand bisher auch die Unsicherheit bezüglich der Anforderungen des Gesetzgebers einer Verbreitung elektronischer Rechnungen im Weg. Umso bemerkenswerter ist, dass Audi bereits 2004, als erstmals auch elektronische Rechnungen für den Vorsteuerabzug akzeptiert wurden, diesen Schritt wagte. Um die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Rechnungsinhalts, also die zugrunde liegende Fälschungssicherheit zu gewährleisten, ist für elektronische Rechnungsdokumente eine qualifizierte digitale Signatur vorgeschrieben. Außerdem sind das Umsatzsteuergesetz, die Abgabenordnung, die Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützer Buchführungssysteme (GoBS) sowie die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) zu beachten. Aus Gründen der Rechtssicherheit hat Audi frühzeitig ein verbindliches Auskunftsersuchen an die zuständige Finanzbehörde gestellt, welches die Rechtsauffassung des Automobilbauers bestätigte. GEPIR – Online Services zur Identifikation von Unternehmen, Standorten und Produkten (GS1) Der Begriff Global GS1 Electronic Party Information Registry (GEPIR) kennzeichnet eine weltweit verfügbare Datenbank, auf der seit Anfang 2005 aktuelle Unternehmens- und Produktdaten, wie Kontakt- und Adressinformationen, von Einkäufern und Unternehmern abgefragt werden können. Als Suchkriterien können beispielsweise die in der Handelsund Konsumgüterindustrie weit verbreitete Global Location Number (GLN) sowie die Global Trade Item Number (GLIN) herangezogen werden. Die Abfrage der erwünschten Informationen erfolgt über eine Web-Oberfläche oder mit Hilfe eines Web-Service. Doch nicht nur in der Konsumgüterindustrie und im Handel kann GEPIR erfolgreich eingesetzt werden. Auch im Gesundheitswesen ist der Einsatz höchst erfolgreich. Und so bietet die Datenbank aufgrund der Tatsache, dass über 100 Nationen im Branchenverband vertreten sind, aktuelle Daten zu Unternehmen und Produkten. Ein mögliches Einatzgebiet von GEPIR wurde nun in der Schweiz eruiert. Aufgrund einer Verpflichtung der Vereinten Nationen werden die Länder dazu aufgefordert, den Warenfluss von narkotischen Substanzen akribisch zu verfolgen. Das Problem der enormen Datenflut, die diese Überwachung mit sich bringt, wurde vom schweizerischen Bundesamt für das Gesundheitswesen mit Hilfe von GEPIR angegangen. Hierbei wurde von der Schweizer GS1-Sektion ein Konzept ausgearbeitet, bei dem jeder Partner durch die Global Location Number (GLN) gekennzeichnet werden soll und jedes zu kontrollierende Betäubungsmittel eine Global Trade Item Number (GTIN) zugewiesen bekommt. Der hierbei angestrebte föderative Ansatz des Systems führte schnell zu breiteren Anwendungsmöglichkeiten bei denen auch andere Partner des Gesundheitswesens GEPIR einführten. Dies ermöglicht der angewendete Peer-to-Peer-Ansatz bei dem die Daten nicht zentral gespeichert werden, sondern den Partnern Zugriff auf lokal hinterlegte Daten gewährt wird. Der Datenlieferant entscheidet hierbei in wie weit er die Informationen zur Verfügung stellt. Die Tatsache, dass weltweit sämtliche Ärzte, Spitäler, Apotheken, Hersteller von medizinischen Geräten und Stoffen, sowie wissenschaftliche Institute mittels GLN gekennzeichnet sind, hat die GLN-Ziffer zum zentralen Identifikationsstandart werden lassen. Somit werden sämtliche Verrechnungen von Medikamenten und ärztlichen Dienstleistungen mit Hilfe dieser Ziffer abgerechnet und vergütet. Aufgrund der zukünftigen Möglichkeit grenzüberschreitend tätiger Gesundheitswesen, war es den Bundesbehörden bei der Entscheidung für das GS1-System wichtig, dass dieses internationalen Standards entspricht. Somit können auch ausländische Partner über GEPIR einfach in das System integriert werden. Letztendlich liegt der Geschäftsnutzen von GEPIR-Dienstleistungen vor allem in der jederzeitigen, aktuellen Verfügbarkeit von über einer Million Datensätzen auf die monatlich etwa 100 000 Zugriffe erfolgen. Dies und die Tatsache, dass Szenarien in der Überlegung sind, die über die reine Suche nach Unternehmensdaten hinausgehen, verdeutlicht den enormen Bedarf nach Information. Elektronischer Versicherungsnachweis (eVN) – Vernetzung zwischen Motorfahrzeugkontrolle und Versicherungen (Schweizerischer Versicherungsverbund, Solution Providers) Der elektronische Austausch von Daten zwischen Motorfahrzeugversicherern und kantonalen Straßenverkehrsämtern (StVA) ist eines der momentan präsentesten Themen in der Branche. In etwa 4 Millionen Geschäftsfällen wird dieser Austausch bis Ende 2007 vollzogen sein, was eine enorme Effektivierung der Prozesse bedeutet. Wird diese Methode bereits von den Versicherungsunternehmen Alba Versicherung, Phenix Assurance, Allianz Suisse und der Motorfahrzeugkontrolle Solothurn produktiv eingeführt, so ziehen weitere Versicherer bis Ende 2007 nach. Somit wird durch die neue Methode das bisher in der Schweiz vorherrschende System ersetzt, bei dem jeder der ein Fahrzeug an- oder abmelden wollte zur Vorlegung eines Versicherungsnachweis verpflichtet war. Die Problematik dieses alten Systems liegt vor allem darin, dass der Versicherungsnachweis erst bei einem Versicherer in Papierform eingeholt werden muss und danach wieder beim Straßenverkehrsamt abgetippt wird. Diese Meldungen werden gesammelt und wiederum in Papierform an den Versicherer zurück gemeldet. Der Versicherer muss nun diese Meldung erneut dem Versicherungsnachweis, sowie dem Vertrag zuordnen, was meist per Hand geschieht und somit enorm zeitaufwändig und fehlerbehaftet ist. Aufgrund dieser Tatsache erfährt die Versicherung meist erst von der Anmeldung des Fahrzeugs, wenn eine Schadensmeldung bei ihr eingeht. Beim System des elektronischen Versicherungsnachweises wird nun eine Clearingstelle unter Leitung des Schweizerischen Versicherungsverbandes eingeführt, welche für den Datenaustausch verantwortlich ist. Die hierzu benötigten Informationen bezüglich der Fahrzeugzulassung werden von einer zentralen Datenbank zur Verfügung gestellt, welche unter Einhaltung von Open-Source-Standards als Web-Service konzipiert ist. Aufgrund dessen fallen keine zusätzlichen Kosten für Infrastruktur und Lizenzen bei den Versicherungsgesellschaften an. Vorgänge wie das Erfragen des Versicherungsnachweises, Inverkehrssetzung oder Kündigung der Fahrzeugzulassung können somit in einem Arbeitsvorgang, oft mit nur einem Knopfdruck, erledigt werden. Anwendungsmöglichkeiten bietet dieses System viele; so können beispielsweise auch Makler oder Kfz-Werkstätten eingebunden werden. Laut Schätzungen der Versicherungsgesellschaften können durch die Einführung dieser Methode Einsparungen sowie zusätzliche Prämieneinnahmen in zweistelliger Millionenhöhe generiert werden (einmalige Projektkosten und Anpassung der Infrastruktur bleiben hierbei unberücksichtigt). * Vorstellung des Instituts für Wirtschaftsinformatik Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen (IWI-HSG) entwickelt wissenschaftlich abgesicherte, praxistaugliche Lösungen zu strategischen Aufgabenstellungen der Wirtschaftsinformatik. Hierbei steht insbesondere die enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen im Vordergrund. Diese repräsentieren ein großes Branchenspektrum, ihre Mehrzahl stammt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das IWI-HSG ist personell und finanziell mit der Universität St. Gallen verbunden, wird jedoch mit seinen vier Lehrstühlen als selbstständige Einheit geführt und ist zum überwiegenden Teil selbstfinanziert. Dem IWI-HSG angegliedert, ist der Nachdiplomstudiengang Executive MBA in Business Engineering (MBE HSG). Dieser berufsbegleitende Studiengang genießt einen ausgezeichneten Ruf in den Unternehmen. Die Direktion des IWI-HSG besteht aus den Professoren Back, Brenner (Vorsitz), Österle und Winter. Der geschäftsleitende Ausschuss setzt sich zusammen aus hochrangigen Unternehmensvertretern und Professoren der Universität, welche die inhaltliche und finanzielle Entwicklung des IWI-HSG begleiten. Im Forschungsrat engagieren sich 15 Persönlichkeiten aus führenden Unternehmen, welche insbesondere auf Geschäftsleitungsebene die Praxisrelevanz der Forschungstätigkeit des IWI-HSG sicherstellen. Mit 120 Mitarbeitenden gehört das IWI-HSG zu den größten Forschungszentren im Bereich Wirtschaftsinformatik in Europa.
Related docs
Other docs by mrsnoble
Vallejo Waterfront Project Proposal Southern Waterfront Central Waterfront Northern Waterfront
Views: 122 | Downloads: 6
YAYASAN KOMPIP REAL MEDICINE FOUNDATION JOINT COMMUNITY SAVINGS PROJECT PROPOSAL
Views: 27 | Downloads: 3
Get documents about "