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Ansprechpartner Powered By Docstoc
					Ansprechpartner:    Dr. Bernd Blankenbach
                    GETRAG Geriebe und Zahnradfabrik
                    Hermann Hagenmeyer GmbH & Cie KG
                    Hermann-Hagenmeyer-Straße
                    74199 Untergruppenbach
                    Tel.: +49 7131 644-4667, Fax: +49 7131 644-4404
                    bernd.blankenbach@Getrag.de
                    www.GETRAG.de




    Vortrag zum 2. Forum Innovation und Technologie Heilbronn – Franken

                   Hybrid – gemeinsam geht’s besser


Zusammenfassung

„Hybrid“ ist seit etwa zwei Jahren ein Schlagwort, das die Darstellung der
Automobilbranche in der Öffentlichkeit prägt. Auch auf Fachtagungen und
Fachkonferenzen wird dieses Thema intensiv diskutiert. Das ist ein typisches Zeichen
für einen technologischen Umbruch, für eine Innovation.

Ansätze zur Hybridisierung von Pkws und Nutzfahrzeugen gibt es seit einiger Zeit,
jedoch stand gerade in Europa eher die Dieseltechnologie im Fokus. Der Eindruck,
die europäische und amerikanische Automobilindustrie hätten die
Hybridtechnologie verschlafen, ist daher nachweisbar falsch. Man muss allerdings
zugeben, dass die Japaner früher und mit viel Marketingunterstützung mit Hybriden
an den Markt gegangen sind. Das hat im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens
machen die Abgasnormen in Japan diesen Schritt früher erforderlich als bei uns.
Zweitens lassen sich bei dem typisch japanischen Fahrprofil vergleichsweise große
Einspareffekte erzielen. Bei größeren Anteilen von gleichmäßigen Überlandfahrten,
wie sie bei uns und vor allem in Amerika üblich sind, sind die Einsparungen durch
einen Hybridantriebstrang geringer. Im Extremfall kann ein Hybridfahrzeug sogar
mehr verbrauchen als ein konventionelles. Außerdem gilt immer noch, dass man
Hybrid nicht umsonst bekommt. Die Kilometerleistungen, bis sich die Mehrkosten für
die Hybridkomponenten amortisieren, sind beträchtlich und sinken erst aufgrund
neuer technischer Entwicklungen speziell bei den elektrischen Speichern.

Auch wir bei GETRAG beschäftigen uns bereits seit einiger Zeit mit dem Thema
Hybrid. Dabei haben wir Wissen über die Technologie aufgebaut und in Projekten
Erfahrungen mit der Hybridisierung von Automatisierten Schaltgetrieben und
Doppelkupplungsgetrieben gesammelt. Wenn man sich mit Hybriden befasst,
erkennt man schnell, dass sie eine hoch komplexe Technologie sind, bei der alle
Beteiligten -Fahrzeughersteller, Getriebelieferant und Elektrospezialist -sehr eng
zusammenarbeiten müssen. Nur dann gelingt es, ein erfolgreiches System zu
konzipieren. Es liegt daher nahe, dass Getriebelieferant und Elektrospezialist auf
einander abgestimmte Systeme entwickeln, um unterschiedlichen
Fahrzeugherstellern optimale Lösungen anbieten zu können, die technisch und


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kommerziell Synergien nutzen und eine Modularisierung ermöglichen. Das funktioniert
am Besten in einer festen Partnerschaft.

Bei der Auswahl des Partners haben die Kompetenzen der jeweiligen Firmen die
ausschlaggebende Rolle gespielt. Nach einem intensiven Prozess haben GETRAG
und die Robert Bosch GmbH schließlich am ersten Juni diesen Jahres ihre Hybrid-
Kooperation bekannt gegeben.
Die Hybridaktivitäten von GETRAG sind im InnovationsCenter in Untergruppenbach
und in Göteborg (Schweden) konzentriert. Die Robert Bosch GmbH hat in Tamm bei
Ludwigsburg ihr Hybridhaus aufgebaut. Dass die beiden Firmen Niederlassungen in
unmittelbarer Nachbarschaft haben, ist dabei ein eher zufälliges Ergebnis. Denn
beide Partner sind bekanntlich weltweit tätig. Der intensiven Zusammenarbeit kommt
die räumliche Nähe der Partner allerdings zu gute.

GETRAG bring in diese Kooperation seine jahrzehnte lange Erfahrung im Getriebebau
ein. Diese Erfahrung macht sich natürlich auch bei neuen Getriebetechnologien wie
dem Doppelkupplungsgetriebe bezahlt. Diese Getriebe zeichnen sich neben dem
Fahrkomfort durch einen hohen Wirkungsgrad und sportliche Schaltdynamik aus.
Bosch bringt seine Kompetenzen im Bereich der Elektrotechnik und der Elektronik ein.

Bei allen Überlegungen und Konzepten der Hybridisierung muss der Kundennutzen im
Fokus stehen. Nur dann wird ein innovatives System am Markt erfolgreich sein und
einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes liefern können. Andererseits ist die
Kundenakzeptanz eine große Unbekannte in der Hybridrechnung. GETRAG und
Bosch präferieren daher den sogenannten Flexiblen Modularen Hybrid. Kern dieses
Konzepts ist das Doppelkupplungsgetriebe, das auch ohne Elektrokomponenten im
Fahrzeug verwendet werden kann. An dieses Getriebe lassen sich eine oder auch
zwei E-Maschinen auf mehrere Arten ankoppeln. Die Leistungen und Momente der
elektrischen Maschinen kann man den jeweiligen Zielsetzungen anpassen, ohne das
Basisgetriebe verändern zu müssen. Damit ist das kommerzielle Risiko der
Hybridisierung für den OEM und die Zulieferer wesentlich überschaubarer.

Die Kooperation verfolgt noch einen weiteren Ansatz zur Hybridisierung, der unserer
Meinung nach ein hohes Zukunftspotenzial aufzeigt: Die elektrische Achse. Hier wird
der konventionelle Antriebsstrang durch eine elektromotorisch angetriebene Achse
ergänzt. Der große Vorteil dieser Variante ist, dass der herkömmliche Antriebsstrang
auch ohne Modifikation übernommen werden kann. Ein derartiges Hybridkonzept
bietet sich vor allem bei frontgetriebenen Fahrzeugen an.

Wir – GETRAG und Bosch – sind davon überzeugt, dass die von uns bevorzugten
Konzepte geeignet sind, um der Hybridtechnologie zu einer größeren
Marktdurchdringung zu verhelfen. Denn sie bieten die Chance mit vergleichsweise
geringerem Aufwand und vor allem mit weniger Risiko auf die Kundenakzeptanz bei
den Hybriden zu reagieren.

Im Falle der Kooperation GETRAG-Bosch wird eine Innovation durch Bündelung
unterschiedlicher
Kompetenzen gefördert. Mit dieser Konstellation werden das Wissen und die
Erfahrungen auf mehreren Fachgebieten zusammen gebracht. Damit ist es möglich,
eine auf viele Aspekte optimierte Technologie zu entwickeln. Wir sind somit in der
Lage, den Fahrzeugherstellern jeweils passende Lösungen anbieten zu können, die



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sich durch einen hohen Standardisierungsgrad aber auch durch große Flexibilität in
den Systemeigenschaften auszeichnen.


Wie eingangs erwähnt, ist Hybrid eine technologische Innovation, bei der die
,,Evolution“ die
technologische Variantenvielfalt noch nicht wesentlich eingeschränkt hat. Die
momentane
Situation ist vielmehr die, dass jedes erfolgreiche Hybridsystem den Markterfolg der
Konkurrenzsysteme zunächst unterstützt. Wir sind aber der festen Überzeugung, dass
sich unsere Ansätze – der Flexible Modulare Hybrid auf Basis eines
Doppelkupplungsgetriebes und die elektrische Achse -durchsetzen werden und
bestehen bleiben.




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