Chancen der unternehmerischen Wo by pengtt

VIEWS: 7 PAGES: 6

									                                    1


Innovative      Managementtechnikcn:      Zur     Anwendung        von   lean

management und bench marking in der Wohnungswirtschaft



Die Dynamik des Marktes erfordert Aufgeschlossenheit gegenüber neuen

Methoden der Unternehmensführung. Diese kommen heutzutage meist

aus     Japan   oder   den   USA    und    tragen    schillernde    englische

Bezeichnungen, wobei des oftmals nur um die Anwendung des gesunden

Menschenverstandes geht. Aus der Vielzahl der Konzepte werden zwei,

für die für die Wohnungswirtschaft bedeutsame, ausgewählt, nämlich

lean management und bench marking.



a) Lean management



Nach einer kurzen Skizze der Entstehung des lean managements werden

seine     Prinzipien   klargelegt   und     auf     die   unternehmerische

Wohnungswirtschaft übertragen. Die Grundidee des lean management

stammt aus Japan und ist dort in der Automobilindustrie in den 70er und

80er Jahren als lean production, also schlanke Produktion entwickelt

worden. Die Fertigungstiefe wurde verringert und die Zulieferer in den

Produktionsprozeß eingebunden. Lean production ist dann von den

Produktions- auf den Verwaltungsbereich übertragen worden und hat
                                               2


dort eine gewisse Allgemeingültigkeit erlangt. Lean management wird

jetzt   auch     in     Dienstleistungsunternehmen                praktiziert    und    in

verschiedenen         Branchen     mit     Erfolg         eingesetzt.   Am      weitesten

fortgeschritten ist dabei die Bankwirtschaft mit dem lean banking.



Wenn      nun         die   Idee      des          lean     management          auf    die

Wohnungsgesellschaften und                 -genossenschaften transferiert wird,

könnte man es als lean housing bezeichnen.



Von vorneherein soll eine Fehleinschätzung des lean managements

ausgeschlossen        werden:    Es      ist       nicht als Abmagerungskur für

Wohnungsunternehmen,               sondern                  als      unternehmerisches

Fitnessprogramm zu verstehen. Das heißt, daß durch ein lean

management-Konzept nicht nur die überflüssigen Pfunde, die sich im

Laufe der Jahre angesetzt haben, beseitigt werden müssen, sondern vor

allem neue Muskeln, also neue unternehmerische Stärken aufgebaut

werden sollen.



Lean management ist eine Unternehmensphilosophie, die auf die

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Wohnungsunternehmen zielt.

Sie strebt nach ständigen Verbesserungen, also nicht nur nach zeitweisen
                                      3


Innovationen, denen dann Jahre des unternehmerischen Stillstandes

folgen. Die Verbesserungen sollen im Verhältnis zu Ihren Marktpartnern,

vor allem den Mieter und Mitgliedern durch Erhöhung der Markt- und

Förderleistung,   und     im    Innenverhältnis   durch    Steigerung   der

Wirtschaftlichkeit und Optimierung der betrieblichen Abläufe erreicht

werden. Die Optimierungsgrößen des lean management-Konzepts sind

die Quantität und Qualität der Leistung, das fachliche und menschliche

Verhalten der Mitarbeiter, Kosten, Erlöse, Kapitalbindung, die Aufbau-

und Ablauforganisation sowie die Zeit. Diese Zielgrößen zeigen, daß es

nicht      eine         Rationalisierungsstrategie,       sondern       eine

Managementphilosophie ist, die zwei Besonderheiten auszeichnet: Sie ist

ganzheitlich   und   orientiert sich am Wertschöpfungsprozeß des

Wohnungsunternehmens.



Der Wertschöpfungsprozeß umfaßt verschiedene unternehmerische

Funktionen, nämlich die Planung, Gestaltung und Kontrolle der von den

Wohnungsunternehmen besetzten Geschäftsfelder wie z. B. Vermietung,

Verwaltung, Instandhaltung, Dienstleistung, Handels- und Bautätigkeit.

Ziel des lean management ist es, den Wertschöpfungsprozeß anhand der

vom Vorstand vorgegebenen Optimierungsgrößen zu verbessern. Diese

Optimierungsvorgaben können zum Beispiel auf ein besseres Verhalten
                                    4


der Mitarbeiter, auf ein höhere Leistungsqualität und -quanität, auf eine

größere Rentabilität oder geringere Kapitalbindung, auf eine flexiblere

dezentrale Organisation oder auch einen geringeren Zeiteinsatz gerichtet

sein. Somit läßt sich das lean management-Konzept individuell auf die

unternehmerischen      Erfordernisse    des     Wohnungsunternehmens

abstimmen. Ein Unternehmen, das sich in Zukunft diesen Ideen

zuwendet, sollte als erstes ein geeignetes Geschäftsfeld festlegen und

dann gemeinsam mit den Mitarbeitern die Optimierungsgrößen

auswählen. Lean management bildet ein Hilfsmittel für eine flexible

zukunftsbezogene Geschäftspolitik und bewirkt eine proaktive und

sensitive unternehmerische Denkweise am Markt.



b) Bench marking

Vor einigen Monaten wurden zweihundert Topmanager von der

Universität Erlangen-Nürnberg über ihr Urteil zum bench marking

befragt: 95 % haben geantwortet: Es sei um Überleben im Wettbewerb

nötig. Wenn eine neue Managementtechnik von Führungskräften

internationaler Unternehmen so positiv beurteilt wird, stellt sich die

Frage, was sie bedeutet und wie sie auf die Wohnungswirtschaft

übertragbar ist.
                                      5


Bench marking ist ein kontinuierlicher Prozeß, die eigenen Produkte,

Dienstleistungen    oder   Geschäftsabläufe     mit   denen   des    besten

Wettbewerbers zu vergleichen. Es unterscheidet sich von dem bekannten

Betriebsvergleich dadurch, daß es nicht nur einige ausgewählte

Kennzahlen vergleicht, sondern alle unternehmerischen Funktionen und

Prozesse umfasst. Mit dem Betriebsvergleich werden keine Defizite im

Leistungsprogramm erkannt. Ferner ist er viel zu theoretisch. Mit bench

marking können hingegen in der Praxis erprobte Zielgrößen verglichen

und auch unternehmerische Erfahrungen aus anderen Branchen auf die

Wohnungswirtschaft übertragen werden.



Aufgrund des hohen Wettbewerbs, einer partiellen Marktsättigung und

zunehmender        Ansprüche     an       die   Service   Qualität      der

Wohnungsunternehmen, wird frühzeitiges bench marking zu einem

Erfolgsfaktor für die Zukunft.



Wie ist vorzugehen? Zunächst wird das bench marking-Objekt bestimmt,

d.h. der Unternehmensbereich, der verglichen werden soll. Dann wählt

man den bench marking-Partner. In einem nächsten Schritt beginnt die

Analyse-Phase, also die Suche nach Leistungsunterschieden, ihren

Ursachen und Verbesserungsmöglichkeiten. In einer abschließenden
                                   6


Aktionsphase    werden    mit    den   betroffenen    Mitarbeitern   die

Verbesserungen umgesetzt und der Fortschritt kontrolliert.

								
To top