Internet-Marketing und Electronic Commerce Branchenvergleich
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Internet-Marketing und Electronic
Commerce: Branchenvergleich, Erfolg und
Erfolgsfaktoren
Prof. Dr. Wolfgang Fritz
Technische Universität Braunschweig
Abt. Betriebswirtschaftslehre, insb. Marketing
Universität Wien
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Kurse vom 12.03.01 im
Vergleich zum 15.03.00
4
Gliederung des Vortrags:
1. Einleitung: Die wachsende Bedeutung der Internet-
2. Ökonomie
Die Ausprägung des Internet-Marketing und des E-Commerce
in verschiedenen B2C-Branchen
2.1 Medienbetriebe, Kreditinstitute und Versicherungen
2.2 Groß- und Einzelhandel
2.3 Gesamtergebnis
3. Erfolg und Erfolgsfaktoren des Internet-Marketing
und des
E-Commerce im B2C-Bereich
3.1 E-Commerce – Ein Mega-Flop?
3.2 Der branchenspezifische Erfolg
3.2.1 Medienbetriebe, Kreditinstitute und Versicherungen
3.2.2 Groß- und Einzelhandel
3.3 Branchenübergreifende Erfolgsfaktorenanalyse
4. Konsequenzen für Forschung und Praxis
3.4 Gesamtergebnis
Prof. Dr. W. Fritz
5. Ausblick Abt. Marketing
TU Braunschweig
5
1. Einleitung:
Die wachsende Bedeutung der Internet-
Ökonomie
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
6
Abbildung 1: Internet-Wachstum schlägt alle anderen
Massenmedien
110
Zeitraum, in dem 50 Mio. Nutzer erreicht wurden (USA):
100
Zahl der Nutzer in den USA (Mio.)
90 Radio = 38 Jahre
TV = 13 Jahre Radio
80 Kabelfernsehen = 10 Jahre
70 Internet/Online = 5 Jahre
TV
60
50 Kabelfernsehen
40
30 Internet/Online
20
10
0
1918 26 34 42 50 58 66 74 82 90 98
(Zerdick et al. 2001, S. 152)
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
7
Abbildung 2: Anzahl der Internet-Nutzer weltweit (in
Mio.)
1000
900
900
800
700
Nutzer in Mio.
600
500
400 350
300
205
200 150
98
100 55
26
0
1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2005
(Nua Internet Surveys 2000)
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
8
Abbildung 3: How Many Online (August 2001)
ld
W o r To t a l ll
5 1 3 . 4 1 mi o n
Africa ll
4 . 1 5 mii o n
/
As i a Pacifi c ll
1 4 3 . 9 9 mi o n
Europe ll
1 5 4 . 6 3 mi o n
Middl e Ea st ll
4 . 6 5 mii o n
ll
Ca nada &USA 1 8 0 . 6 8 mi o n
L atin America ll
2 5 . 3 3 mii o n
(Nua Internet Surveys 2002)
Deutschland: 27 Millionen
(GfK 2001)
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9
Abbildung 4: Prognose des E-Commerce-Umsatzes
für 2003
Umsatz
in Mia US $
1500
1300
1000
708
500 430
72
0
Welt USA Europa Asien
(International Data Corporation 2000) Prof. Dr. W. Fritz
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10
Abbildung 5: Prognose des jährlichen E-Commerce-
Wachstums bis 2003
Wachstum in %
150%
118%
100%
76% 78%
50%
0%
USA Europa Asien
(International Data Corporation 2000) Prof. Dr. W. Fritz
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11
Abbildung 6: Prognose der Umsatzanteile des E-
Commerce für 2003
Umsatzanteil
in %
100%
87%
50%
13%
0%
Business-to-Business Business-to-Consumer
(International Data Corporation 2000)
Prof. Dr. W. Fritz
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12
Abbildung 7: Eine noch optimistischere Prognose der
Entwicklung des E-Commerce für die
USA
Umsatz
in Mia US $
1400 1331
1200
Business-to-Consumer
1000
Business-to-Business 843
800
600 499
400
251
200 109 108
52 76
8 43 18 33
0
1998 1999 2000 2001 2002 2003
(Forrester Research 2000) Prof. Dr. W. Fritz
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13
Abbildung 8: Prognose des E-Commerce-
Umsatzes für Deutschland
Umsatz
in Mia. DM
150
100
100
50
2,6
0
1998 2002
(Institut der deutschen Wirtschaft 2000)
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14
Falls E-Commerce nicht nur den elektronischen Handel
umfaßt, sondern auch die Investitionen in die Infrastruktur
und die Software, die ihn ermöglichen, so erhöht sich das
für 2003 geschätzte Umsatzvolumen auf 2,8 Billionen US-
Dollar.
Die Internet-Wirtschaft würde dann einen Anteil von rd. 7 %
des internationalen Bruttoinlandsprodukts erzeugen.
(International Data Corporation 2000)
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15
Schlußfolgerung:
Die Prinzipien der Internet-Ökonomie greifen immer
stärker auf alle Bereiche der Volkswirtschaft über: nicht ob
sie sich durch-setzen werden, ist die Frage, sondern wie
schnell.
(Zerdick et al. 2001, S. 20)
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16
Relevanz für das Marketing:
„Wenn ein Trend für das Marketing
revolutionär zu werden verspricht,
dann ist es das Internet.“
(Simon 1998, S. 37, der seit 2000 aber seine Meinung
erheblich geändert hat!)
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2. Die Ausprägung des Internet-Marketing und
des E-Commerce in verschiedenen B2C-
Branchen
2.1 Medienbetriebe, Kreditinstitute und
Versicherungen
2.2 Groß- und Einzelhandel
2.3 Gesamtergebnis
Prof. Dr. W. Fritz
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TU Braunschweig
18
2.1. Medienbetriebe, Kreditinstitute und
Versicherungen (Fritz 1999, 2001)
Untersucht wurden die Ziele, Strategien, Maßnahmen und
Erfolge des Internet-Marketing in der Medienwirtschaft als
Vorreiterbranche sowie im Sektor der Kreditinstitute und
Versicherungsunternehmen als Nachzüglerbranchen des
Internet-Marketing und des Electronic Commerce
(1997/98).
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19
Abbildung 9: Ziele des Internet-Marketing
Ziele: Bedeutung:
sehr gering sehr groß
Imagesteigerung
Kundennähe
Kompetenzausweis
Neue Distributionskanäle
Umsatzsteigerung
Gewinnerzielung (langfristig)
Kosteneinsparung
Medienbranche Kreditinstitute Versicherungen
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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20
Abbildung 10: Maßnahmen des Internet-Marketing im
WWW – Bedeutung heute
Maßnahmen: Bedeutung heute:
1sehr gering2 3 4 sehr groß
5
Kundendienst/-
service
Verkauf/Distribution
Preisgestaltung
Product Placement
Sponsoring
PR/Öffenltichkeitsarbe
it
Verkaufsförderung
Werbung
Produktgestaltung
Produktentwicklung
M edienbr anche K reditinstitute V ersicherungen Prof. Dr. W. Fritz
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21
Abbildung 11: Maßnahmen des Internet-Marketing -
künftige Bedeutung
Maßnahmen: Bedeutung in zwei bis drei Jahren:
sehr gering sehr groß
Kundendienst/ -service
Verkauf/ Distribution
Preisgestaltung
Product Placement
Sponsoring
PR/ Öffentlichkeitsarbeit
Verkaufsförderung
Werbung
Produktgestaltung
Produktentwicklung
Medienbranche Kreditinstitute Versicherungen Prof. Dr. W. Fritz
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22
Fazit:
• Das Internet-Marketing der Vorreiter steht stärker im Dienste des
E-Commerce als das der Nachzügler.
• Das Internet-Marketing der Nachzügler ist stärker durch
kommunikationspolitische Elemente geprägt.
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23
Neuere Befunde:
Abbildung 12: Möglichkeit zur Online-Bestellung
Banken 71%
Telekom und
Medien 60%
Versicherungen 36%
0% 20% 40% 60% 80% 100%
(Quelle: Strauß/Schoder 2000)
(n = 885 Unternehmen) Prof. Dr. W. Fritz
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24
2.2 Groß- und Einzelhandel
(Fritz 1999/2000)
Abbildung 13: Ziele des Internet-Marketing
Ziele: Bedeutung:
sehr gering sehr groß
Imagesteigerung
Kundennähe
Kompetenzausweis
Neue Distributionskanäle
Umsatzsteigerung
Gewinnerzielung (langfristig)
Kosteneinsparung
(n = 16 mittelgroße Handelskonzerne / Vorreiter Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
1997) TU Braunschweig
25
Abbildung 14: Maßnahmen des Internet-Marketing
- Bedeutung
Maßnahmen: Bedeutung:
sehr gering sehr groß
Kundendienst/ -service
Verkauf/ Distribution
Preisgestaltung
Product Placement
Sponsoring
PR/ Öffentlichkeitsarbeit
Verkaufsförderung
Werbung
Leistungsgestaltung
Leistungsinnovation
Bedeutung heute Bedeutung künftig Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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26
Neuere Befunde
(Büchel/Hudetz 2000)
Verfügbarkeit von Internet-Anschlüssen:
• Einzelhandel insgesamt: 62%
- Autohändler : 80%
- Juweliere : 20%
• Großhandel insgesamt : 78%
- Chemiegroßhandel :100%
- Reifenhandel : 57%
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27
Abbildung 15: Arten der Internet-Nutzung
Bankgeschäfte
E-Mail
Werbung
Recherche
Datenaustausch
Warenbestellung
Absatz/Verkauf
Kundenservice
0% 10% 20% 30% 40% 50%
Häufige und sehr häufige Nutzung im Großhandel Einzelhandel
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Abbildung 16: Bedeutung von Zielen im E-Commerce
Ziele Bedeutung
niedrig : hoch
(1) (2) (3) (4) (5)
Ansprache neuer Zielgruppen 3,43
Kundenbindung/ -zufriedenheit 3,34
Umsatzwachstum 3,13
Gewinnerzielung 2,99
Erfahrung sammeln 2,78
Imageverbesserung 2,76
Direkter Kundenkontakt 2,69
(Böing 2001, S. 115; n = 135 Unternehmen verschiedener Branchen Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
2000) TU Braunschweig
29
2.3 Gesamtergebnis
a) Das Internet-Marketing weist branchenspezifische
Unterschiede auf:
- eine stärkere Transaktionsorientierung in Vorreiterbranchen,
- eine stärkere Kommunikationsorientierung in
Nachzüglerbranchen.
b) Heutige Vorreiter: Medien, Telekom, Banken, große
Handelsunternehmen;
heutige Nachzügler: Versicherungen, mittelständische Handels-
betriebe (z.B. Juweliere, Reifenhandel)
c) Branchenübergreifend scheint die Bedeutung ökonomischer Ziele
im Zielsystem des E-Commerce zu steigen (?)
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
30
3. Erfolg und Erfolgsfaktoren
des Internet-Marketing und des E-Commerce
in verschiedenen B2C-Branchen
3.1 E-Commerce – ein Mega-Flop?
3.2 Der branchenspezifische Erfolg
3.2.1 Medienbetriebe, Kreditinstitute und
Versicherungen
3.2.2 Groß- und Einzelhandel
3.3 Branchenübergreifende Erfolgsfaktorenanalyse
3.4 Gesamtergebnis
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
31
3.1 E-Commerce - ein Mega-Flop?
Spektakuläre Internet-Pleiten, z.B.:
• Boo.com
• Webvan.com
Drastisch sinkende Aktienkurse seit März 2000 (s.o.)
aber:
90% der jungen Internet-Unternehmen haben die Krise
überlebt und zwei Drittel von ihnen arbeiten in der
Gewinnzone (Price Waterhouse / Coopers 2001)
41% aller Internet-Unternehmen betrachten sich als
erfolgreich (Strauß / Schoder 2000)
Prof. Dr. W. Fritz
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32
Abbildung 17: Der Erfolg der Internet-Engagements von
Unternehmen im deutschsprachigen
Europa
Firmenimage verbessert
Neue Dienstleistungen angeboten 57,2
32,1
Kundenzufriedenheit erhöht 30,6
Neue Märkte erschlossen 30,5
Firmenwert erhöht 24,3
Günstiger eingekauft 22,4
Kundenbindung erhöht 21
Umsatz erhöht 20,4
Kundenloyalität erhöht 18,3
Markenanteil erhöht 17,3
Gesamtunternehmensgewinn erhöht 11,5
Marketing-Kosten reduziert 11,2
Vertriebskosten reduziert 9,2
0% 20% 40% 60%
(Quelle:Strauß/Schoder 2000b, S. 23)
(Quelle:Strauß/Schoder 2000, S. 23)
Abbildung 72: Der Erfolg der Internet-Engagements von Unternehmen Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
33
3.2 Der branchenspezifische Erfolg
3.2.1 Medienbetriebe, Kreditinstitute und
Versicherungen
(Fritz 1999/2001)
Abbildung 18: Erfolg des Internet-Marketing
Erfolg: Ausmaß:
sehr gering sehr groß
Selbsteinschätzung
des Gesamterfolges
Medienbranche Kreditinstitute Versicherungen
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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34
3.2.2 Groß- und Einzelhandel
(Büchel/Hudetz 2000)
Abbildung 19: Grad der Zielerreichung
Ziele: Erreichungsgrad
0% 25% :
50% 75% 100%
Erschließung neuer
Kundengruppen
Verbesserung Kundenservice
Zeitoptimierung/Flexibilisierung
Erhöhung Auswahl Einkauf
Kostenreduktion Einkauf
Großhandel Einzelhandel
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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35
3.3 Branchenübergreifende Erfolgsfaktorenanalyse
(1) Fritz/Kerner (ab 1997; unveröffentlicht)
a) Erfolgsfaktor „Ziele des WWW-Engagements“
Basis: n = 740 Unternehmen; Rücklauf: n = 240
Erhebung: 1997
Kausalmodell (LISREL 8 / ULS):
Anpassungsgüte: a) global: c2 / df= 1,14
RMSEA = 0,02
RMR = 0,05
GFI = 0,96
AGFI = 0,95
„Rest“ > 0,90
b) lokal: > 50% erfüllt
c) Bentler/Zhou: n / S par = 4,44 Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
36
Gewinn
(langfristig) .6 Image
.6
0
.8 Markt- und Reputations- 1
Marktanteil .6
2 Ertragsziel ziel Kompetenz
2
.7 -.15 .07
Umsatz 6 (.09 (.11) .8
) 9 Marktpräsenz
.9
Kunden- 0
zufriedenheit .8
8 .06 -.18 Externe
.6
.8 Kunden- (.14 (.14 Kommuni- Kommunikation
Kundennähe 8
0 orientierung ) ) kationsfluß
Erfolg Interne
.8 .6
Kundenbindung Kommunikation
4 5
1.00
.41 .05
(.26 (.10
) Gesamt- )
Zeitvorteil bewertung
.5
8 .9
Wettbewerbs-
Kostenvorteil .7 Effizienz- Wettbewerbs- vorteil
1
0 orientierung orientierung
Ausgleich .5 .6 Differenzierung
Standortnachteil 5 7
(in Klammern = Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
Korrelation) TU Braunschweig
37
Ergebnis:
• Die Ziele des WWW-Engagements erklären den Gesamterfolg
der WWW-Aktivitäten in nur geringem Maße (10%
Varianzaufklärung).
• Positiv wirken sich auf den Erfolg aus:
– Effizienzorientierung (an erster Stelle!)
– Kunden- und Wettbewerbsorientierung (schwächer)
– Reputationsziel (schwächer)
• Ungeklärt bleibt der Einfluß der Faktoren
– Markt- und Ertragsziel
– Kommunikationsfluß
Grund: Multikollinearität!
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
38
b) Erfolgsfaktor „Marketing-Maßnahmen im WWW“
Basis: n = 740 Unternehmen; Rücklauf: n = 240
Erhebung: 1997
Kausalmodell (LISREL 8 / ULS):
Anpassungsgüte: a) global: c2 / df= 1,30
RMSEA = 0,04
RMR = 0,05
GFI = 0,97
AGFI = 0,91
„Rest“ > 0,90
b) lokal: > 50% erfüllt
c) Bentler/Zhou: n / S par = 12,63
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
39
Werbung
.6
Verkaufs- 2
.6 Kommunikations-
förderung 4 und Distributions-
Verkauf/ politik im WWW .8
.6 6
Vertrieb 5
.34
.6 (.35)
Kundenservice 4
.6 1.00 Gesamt-
3
Erfolg bewertung
Produkt-
entwicklung .6 .15
8 (.29)
Produkt- .8 Angebotspolitik
gestaltung 6 im WWW
.7
Preisgestaltung 4
(in Klammern = Prof. Dr. W. Fritz
Korrelation) Abt. Marketing
TU Braunschweig
40
Ergebnis:
• Die Marketing-Maßnahmen im WWW erklären den
Gesamterfolg der WWW-Aktivitäten geringfügig besser
als die Ziele (14% Varianzaufklärung).
• Die Kommunikations- und Distributionspolitik im WWW hat
einen stärker positiven Einfluß auf den Erfolg als die
Angebotspolitik im WWW.
• Aber auch hier: Problem der Multikollinearität!
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
41
(2)Böing (2001)
(Kausalanalyse; Gesamtmodell S. 208; n = 135; 2000)
Erfolgsfaktoren im E-Commerce:
Grundhaltungen: - Technologie- und Innovationsorientierung
(.54)
Strategie: - Kundenorientierung (.24)
- genaue Markteintrittsplanung (.40)
- Konflikt- und Kooperationsstrategie
gegenüber
Online-Kommunikation
Maßnahmen: - Handel (.19 bzw. .24) (.46)
- Website-Gestaltung
(Zusatznutzen/Transaktion) (.41)
- kurze Lieferzeit (.21)
Kontrolle: - Kontrollintensität (.24)
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
42
(3) Meffert/Böing (2001); Strauß/Schoder (2000)
Ergänzende Erfolgsfaktoren (Auswahl):
• Aufbau einer zugkräftigen Marke
• Eigenständige Internet-Strategie
• Hohe Autonomie des E-Commerce-Bereichs
im Unternehmen
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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43
3.4 Gesamtergebnis
• Der Erfolg des WWW-Engagements der meisten Unternehmen
läßt noch sehr zu wünschen übrig.
• Zentrale übereinstimmende Erfolgsfaktoren (Fritz/Kerner und Böing):
Konsequente Kundenorientierung des WWW-Engagements
Kommunikationspolitik im WWW für den Erfolg noch wichtiger
als Angebotspolitik (32% vs. 22% Varianzaufklärung
bei Böing, S. 181,189)
Transaktions- bzw. Distributionsaspekte des Internet-Marketing
ebenfalls erfolgskritsch
• Weitere Erfolgsfaktoren: z.B. Internet-Strategie; Marke
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
44
4. Konsequenzen für Forschung und Praxis
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
45
Forschungsperspektive:
• Bis auf wenige Ausnahmen ist die empirische Forschung zum
Erfolg und den Erfolgsfaktoren des E-Commerce – sofern
überhaupt vorhanden – bestenfalls exploratorischer Art.
• Dringend verbesserungsbedürftig sind u.a.:
Die Qualität der Stichproben,
Die Qualität der Kausalmodelle (Multikollinearitätsproblem;
Bentler/Zhou-Kriterium usw.),
Die Qualität der Konzeptualisierungen und
Operationalisierungen (Skalen) der Konstrukte.
• Replikationsstudien in kurzen zeitlichen Abständen nötig.
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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46
Praxisperspektive:
• Die Marketing-Philosophie ist im E-Commerce nicht außer
Kraft gesetzt!
• Zentrale Erfolgsfaktoren der Old Economy gelten offenbar auch in
der New Economy (Logistik, Marke, Kundenorientierung usw.).
• Die Transaktionsorientierung des Internet-Auftritts ist in den meisten
Fällen verbesserungsbedürftig – und damit die „E-Business
Readiness“ (Dholakia) des Internet-Marketing.
•
•
•
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
47
5. Ausblick
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
48
Abbildung 20: E-Commerce-Volumen 2005 weltweit
Mrd. US-$
5.30
6.000 0
5.000
4.000
3.000
2.000
1.000
0
2005
(IDC eWorld 2001)
(Annahme IDC: 1. Mia. Internet-Nutzer weltweit in 2005)
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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49
Abbildung 21: Prognose des E-Commerce-Umsatzes für
2004
Umsatz
in Mia.
US$
8000
6789
7000
6000
5000
4000
3189
3000
2000 1533 1649
1000
0
Welt USA Europa Asien
(Forrester Research 2001) Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
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50
Triebkraft M-Commerce:
Abbildung 22: Prognose der Mediennutzung bis 2005
(Sonera, zitiert nach Zobel 2001, S. 14)
Mio. Nutzer weltweit
1400
1200
1000
TV-Haushalte
800
Mobil-
600 telefonier
er
400
PCs
200
0
1997 1999 2001 2003 2005
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
51
Abbildung 23: M-Commerce-Umsatz weltweit
(Industry Standard, zitiert nach Zobel 2001, S. 17)
Mrd. US$
150 140
100
83
50 38
15
4
0
2000 2001 2002 2003 2004
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
52
Abbildung 24: Prognose der Marktanteilsveränderungen
der Betriebsformen des Einzelhandels bis
2015
(Dach 2000)
Betriebsform Marktanteil 1999 Marktanteil
2015
Interactive Home 0,3% 50,7%
Shopping
Katalogversandhandel 4,0% 1,2%
Fachmärkte 13,4% 4,0%
SB-Warenhäuser/ 5,7% 1,7%
Verbrauchermärkte
Supermärkte 6,4% 1,9%
Lebensmittel-Discounter 7,1% 2,1%
Convenience Stores 3,5% 3,5%
Waren-, Kaufhäuser, 59,6% 34,7%
Prof. Dr. W. Fritz
Fachgeschäfte Abt. Marketing
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53
Brenner/ Lux 2000, S. 251 f.:
Die Zukunft des Internet:
Zwei Thesen:
(1) „Das Internet legt die Fesseln ab“:
Bandbreiten der Internetübertragung steigen auch im
privaten Sektor dramatisch an (TV-Kabelnetz, Mobilfunk,
Stromnetz, neue Komprimierungstechniken, usw.)
Verbreitung des Internet nimmt weiter exponentiell zu
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
54
(2) „Das Internet wird überall Eingang finden“:
Internet wird zu einer tragenden Säule unserer
Gesellschaft, ähnlich dem elektrischen Strom
Kein technisches Gerät in der Berufswelt und im
Privatleben bleibt ohne Kontakt zum Internet
„Das 20. Jahrhundert brachte elektrischen Strom
in jede Ecke unseres Daseins. Das 21. Jahrhundert
wird Informationen in Internetform überall hin
bringen.“
(Brenner/Lux 2000, S. 252)
Konsequenz: Das Zeitalter des E-Commerce beginnt
erst!
Prof. Dr. W. Fritz
Abt. Marketing
TU Braunschweig
Herzlichen Dank
für Ihre Aufmerksamkeit!
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