Arbeitskreis der Elternbeiräte der Gymnasien

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					            Arbeitskreis der Elternbeiräte der Gymnasien
                            im Oberschulamtsbezirk Tübingen

                                                                                   Anne Kreim
                                                                  Vorsitzende des Arbeitskreises
                                                                      Mitglied des 13. Landeselternbeirats

                                                                                        72076 Tübingen
                                                                                        Kirschenweg 10
                                                                                     Tel: 07071/640330
                                                                                     Fax: 07071/640340
                                                                 e-mail: anne@kreim-hausverwaltungen.de




Protokoll der zweiten Sitzung des Arbeitskreises im Schuljahr 2003/2004 am 15.05.04 in
Sigmaringen

Anwesende: siehe Anwesenheitsliste


Top 1: Begrüßung, Genehmigung des Protokolls

Frau Kreim begrüßt die Mitglieder des Arbeitskreises sowie die Referenten, Herrn
Abteilungsdirektor Fritz Gugel und Herrn Oberstudiendirektor Eugen Hoh, zur zweiten Sitzung in
diesem Schuljahr. Der Tagesordnungspunkt Die beruflichen Gymnasien – Vorstellung und
Gespräch mit Herrn Renner entfällt.

Kurzinformationen von Frau Kreim:
 Im Schuljahr 2011/2012 (erstes 8-jähriges Abitur/letztes 9-jähriges Abitur) werden in Baden-
   Württemberg rund 51.000 Abiturienten an die Hochschulen bzw. in die Berufsausbildung
   drängen, doppelt so viele Abiturienten wie im Schuljahr 2002/2003.
   Die Abiturientenzahlen in anderen Bundesländern steigen ebenfalls an.
   Bayern: 2002/2003: 25.300 Abiturienten, 2010/2011: 59.500 Abiturienten, 2011/2012: 30.400
   Abiturienten; Nordrhein-Westfalen: 2002/2003: 56.000 Abiturienten, 2011/2012: 90.000
   Abiturienten. Angesichts dieser Entwicklungen stellen sich viele Fragen, die bis dahin
   beantwortet werden müssen.
 Der Bundeselternrat hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben mit dem Ziel, das Recht auf
   Einklagbarkeit des lehrplanmäßigen Unterrichts prüfen zu lassen. Im vorgelegten Zwischen-
   bericht wird von Gutachterseite dieses Recht auf Einklagbarkeit als wahrscheinlich angesehen.
   Eine abschließende Prüfung steht jedoch noch aus. Unser Arbeitskreis beteiligt sich an den
   Kosten für das Rechtsgutachten.
 Zu den Kommunalwahlen hat der Gesamtelternbeirat der Stadt Mannheim einen Katalog mit
   schulpolitischen Fragen entworfen, die den Kommunalpolitikern zur Beantwortung vorgelegt
   werden sollen. Der Fragenkatalog steht als Download auf unserer Homepage zur Verfügung.
 Frau Duppel-Bredt, Vorsitzende der ARGE Stuttgart, hat die Änderungen der schulrechtlichen
   Vorschriften für die Schulart Gymnasium, die in der Artikelverordnung vom 05.02.04
   aufgelistet sind, in einer verständlichen Form zusammengefasst. Diese Zusammenfassung ist
   ebenfalls auf der Homepage des Arbeitskreises als Download verfügbar.



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Frau Kreim berichtet, dass der Landeselternbeirat (LEB) in der vorgesehenen internen und externen
Evaluation eine wichtige Voraussetzung für die schulische Weiterentwicklung sieht. Die geplante
Durchführung der externen Evaluation durch das neu strukturierte ehemalige Landesinstitut für
Erziehung und Unterricht wird jedoch kritisch hinterfragt, weil nach Ansicht des LEB der „Blick
von außen“ dabei nicht ausreichend berücksichtigt ist.

Die Anwesenden billigen einstimmig bei einer Enthaltung das Protokoll vom 22.11.03.

Top 2: Bildungsstandards – die wichtigsten Eckpunkte

Referent: Herr Abteilungsdirektor Fritz Gugel, Oberschulamt Tübingen

Info: Alle Unterlagen des Vortrags stehen auf der Homepage des Arbeitskreises als Download zur
Verfügung.

Herr Gugel bescheinigt den Schulen, große und schwierige Aufgaben gut bewältigt zu haben. Zum
Teil sei es zwischen Eltern und Schulen zu Differenzen und Missverständnissen gekommen, die
aber in der Zwischenzeit ausgeräumt werden konnten.

Im Mittelpunkt der Veränderungen steht der Erwerb von Kompetenzen. Der Begriff Kompetenz
kann definiert werden als „eine komplexe Fähigkeit, die sich aus einem richtigen Wahrnehmen,
Urteilen und Handeln können zusammensetzt und darum notwendig das Verstehen der wichtigsten
Sachverhalte voraussetzt“. Die Bildungsstandards beschreiben fachliche, methodische, personale
und soziale Kompetenzen am Ende eines Bildungsabschnitts.
Vorrangige Aufgabengebiete der Schulen: Erstellen der Kontingentstundentafel, Konkretisierung
des Kerncurriculums auf der Basis der Bildungsstandards, Konzeption des Schulcurriculums und
Verteilung der Poolstunden.
Die Gesamtlehrerkonferenz beschließt über Kerncurriculum, Schulcurriculum, Kontingentstunden-
tafel und Verteilung der Poolstunden. Der Elternbeirat wird informiert und angehört. Die
Zustimmung der Schulkonferenz ist jeweils erforderlich. Für das Kerncurriculum stehen 2/3 der
Unterrichtszeit zur Verfügung. Die Inhalte dienen dem Erwerb der durch die Bildungsstandards
vorgegebenen Kompetenzen. Das Schulcurriculum dient der Vertiefung des Lernstoffs, zur
Entwicklung eines schuleigenen Profils und zur Stärkung des fächerübergreifenden Unterrichts. Die
Poolstunden werden eingesetzt zur Profilbildung, für Angebote zum Fordern und Fördern sowie zur
Vertiefung des Kompetenzerwerbs im Kern- und Schulcurriculum.

Herr Gugel fasst das Vorwort zum neuen Bildungsplan 2004, das Prof. Dr. Hartmut von Hentig im
Auftrag des Bildungsrats Baden-Württemberg verfasst hat, in einer Powerpoint Präsentation
zusammen. Erläutert wird, welche Gedanken sich der Bildungsrat und Hartmut von Hentig über den
Auftrag der Schule, die Sicherung dieses Auftrags, die Ziele für Schülerinnen und Schüler sowie
über die didaktischen und methodischen Prinzipien gemacht haben. Zentrale Leitfragen, die sich
auch in den Bildungsstandards der einzelnen Fächer widerspiegeln sind hierbei folgende
Gesichtspunkte: Lernen und Arbeiten, in Gemeinschaft leben, Demokratie lernen, mit Eltern und
außerschulischen Partnern kooperieren, Festlegung von zentralen Themen und Aufgaben innerhalb
der Schule.

Zu der Kooperation mit außerschulischen Partnern wird von Elternseite angemerkt, dass Vereine,
die sich in die Schule einbringen wollen, hierfür – unterstützt auch durch den Baden-
Württembergischen Städtetag – klare Rahmenvorgaben von Seiten der Kultusverwaltung wünschen.
Herr Gugel spricht sich jedoch gegen zentrale Vorgaben aus. Die Schulen sollten lieber vor Ort mit
den Vereinen Verhandlungen führen.


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Von Seiten der Elternvertreter werden die zwischenzeitlich zahlreichen Informationsmöglichkeiten
über das Internet gelobt.

Aktuelle Entwicklungen zu G 8 können von den einzelnen Gymnasien auf der Homepage des
Oberschulamts Tübingen www.oberschulamt-tuebingen.de (Weg: Abteilung II, G 8-Materialien)
eingestellt werden. In dieser G8-Materialiensammlung sind zu unterschiedlichen Schwerpunkt-
themen Informationen veröffentlicht. Sie dienen als Anregung und zeigen den Entwicklungsstand
der einzelnen Schule auf.

Auf entsprechende Fragen von Elternseite zu den vorhandenen und zukünftigen Rahmen-
bedingungen werden die Antworten von Herrn Gugel kurz zusammengefasst:
 Im nächsten Schuljahr ist insgesamt von einer 100 % Lehrerversorgung auszugehen. Dennoch
   wird die Lehrerversorgung an den einzelnen Schulen nach wie vor unterschiedlich sein.
 Vom Grundsatz her wird sich am Klassenteiler 33 zukünftig nichts ändern. Genaueres regelt die
   Verwaltungsvorschrift „Eigenständigkeit der Schulen und Unterrichtsorganisation im Schuljahr
   2004/2005“ (K.u.U. vom 03. März 2004). Innerhalb des zugewiesenen Stundenbudgets sind die
   Zahl der Klassen, die Klassenfrequenz und die in den Stundentafeln ausgewiesenen
   Unterrichtsstunden – nach Maßgabe der getroffenen Festlegungen in der Verwaltungsvorschrift
   – variabel.
 Die Stunden für den Ergänzungsbereich werden den Schulen nicht mehr bezogen auf die Anzahl
   der jeweiligen Klassen zugeordnet, sondern auf der Basis eines Teilers (28 Schüler) ermittelt.
   Schulen mit überwiegend großen Klassen profitieren von dieser Regelung, Schulen mit
   niedrigeren Klassenfrequenzen haben Nachteile zu verzeichnen.
 Veränderungen bei den Schulbauförderrichtlinien sind nicht vorgesehen.
 Bei der Umsetzung der Bildungsplanreform haben sich die Gymnasien in ihren Vorbereitungen
   schwerpunktmäßig auf die Klassenstufen 5 und 6 konzentriert.


Top 3: Bildungsstandards und achtjähriges Gymnasium - Umsetzung vor Ort

Referent: Oberstudiendirektor Eugen Hoh, Hans-Multscher-Gymnasium, Leutkirch

Herr Hoh stellt die Vorgehensweise der Umsetzung von G 8 an seiner Schule vor. Für die
Gestaltung der angestrebten Schulentwicklung ist eine intensive Zusammenarbeit zwischen Eltern,
Lehrern und Schülern erforderlich. So wurde in einer Vorbereitungszeit von 2 ½ Jahren in Eltern-
Lehrer-Schüler-Gruppen ein Leitbild formuliert, das als Grundlage für die weitere Schul-
entwicklung dienen soll. Der wichtigste Baustein bei der Umsetzung von G 8 und der Bildungs-
planreform bildete die Innovationsgruppe. Im Schuljahr 2003/2004 konnten in den Innovationspool
freie Deputatsstunden eingebracht werden, die zukünftig leider nicht mehr zur Verfügung stehen. In
verschiedenen Arbeitsgruppen erarbeiteten einzelne Lehrkräfte die Inhalte der unterschiedlichen
Bausteine des Leutkircher Konzepts.

Im Folgenden werden einzelne Bausteine kurz vorgestellt:

Baustein Methodencurriculum: Es wurde ein Sammelordner mit rund 120 Lern- und Präsentations-
methoden erstellt, die den Schülern bis zum Abitur vermittelt werden sollen. Dieser Ordner soll ab
Herbst 2004 auf der Homepage der Schule eingesehen werden können.

Baustein Schulprofil: Da das Hans-Multscher-Gymnasium das einzige Gymnasium vor Ort ist, hat
sich die Schule für ein Schulprofil entschieden, das Offenheit durch Vielfalt beinhalten soll.
Inhaltliche Schwerpunkte sind dabei: Lokales Forschen und Handeln, Weltoffenheit, Gesundheit


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und Engagement für die Mitwelt, Pflege der musischen Begabung, soziales Miteinander und
Stärkung der Person, Lösungsstrategien durch Methodenvielfalt.

Baustein Kontingentstundentafel: In der Kontingentstundentafel werden die 12 Poolstunden von
Klasse 5 bis Klasse 9 als Klassenlehrerstunde bzw. zur Methodenschulung eingesetzt, außerdem
sind in diesen Klassenstufen 1 bzw. 2 Förderstunden vorgesehen.

Baustein Rhythmisierung: Angedacht ist eine Einteilung in Blöcken von zwei Unterrichtsstunden
mit 20 bzw. 15 Minuten Pause sowie einer Mittagspause von 1 ¼ Stunden. Seit 2 Jahren wird
verstärkt in Doppelstunden unterrichtet. Doppelstunden bieten vielfältige Vorteile: weniger Fächer
am Tag (ruhiger Schultag, weniger Gepäck), weniger Klassenraumwechsel, weniger Hausaufgaben.
Nachteile ergeben sich u.U. für den Sprachunterricht, der besser täglich erfolgen sollte, sowie bei
Unterrichtsausfall oder bei 1-stündigen Fächern.

Baustein Sozialcurriculum: In das Schulprogramm soll ein Selbstschutz- und Sicherheitstraining
aufgenommen und die schon vorhandenen Klassenregeln weiter ausgebaut werden. Ein
Sozialpraktikum soll eingeführt und die Streitschlichterausbildung fortgesetzt werden. Jede Klasse
hat zwei Schülerstreitschlichter, insgesamt stehen 40 ausgebildete Streitschlichter zur Verfügung.
Zusätzlich haben sich 8 Eltern und 8 Lehrkräfte ausbilden lassen. Streitschlichtung wird schon bei
den kleinen „normalen“ Konfliktfällen eingesetzt. Die Anzahl dieser Streitereien sind enorm zurück
gegangen, so dass die Streitschlichter unter „Arbeitslosigkeit leiden“. Größere Problemfälle treten
am Hans-Multscher-Gymnasium kaum auf.

Baustein Entwicklung der Lernumwelt: Geplant sind Schulhausverschönerungen (Wandgemälde,
Plastiken, Sitzgruppen etc.), Boulderwand, Beachvolleyballplätze (finanziert durch Sponsorenläufe
der Schüler), Internetcafé/PC-Inseln, Gestaltung von Klassenzimmern mit Lernprodukten (keine
Wanderklassen vorhanden).

Baustein pädagogisches Konzept: Schwerpunkte des pädagogischen Konzepts ist die Stärkung der
Lese-, Sprach- und Medienkompetenzen, der kreativen Kompetenzen, der gesundheitlichen
Kompetenzen, der arbeitsweltlichen Kompetenzen, der methodischer Kompetenzen sowie der
naturwissenschaftlichen und technischen Kompetenzen. Das pädagogische Konzept muss ständig
weiter entwickelt werden.

Baustein IZBB-Bereiche: Mit Mitteln aus dem IZBB-Programm sollen für unterschiedliche
Bereiche Verbesserungen erzielt werden: Bibliotheksbereich, Computerbereich, Freiarbeitsbereich,
Mensabereich, Hausaufgabenbereich, Bewegungsbereich. Für den Außen- und Innenbereich wurde
ein umfangreiches Raumkonzept erstellt.

Baustein Betreuungskonzept für den Ganztagesbetrieb: Der Mensabetrieb (Catering) wird von
Lehrkräften, Schülermentoren und durch vom Arbeitsamt vermittelte Kräfte beaufsichtigt.
Hausaufgabenbetreuung (SMV, Mentoren, Senioren), weitere Betreuungsangebote von
Musikschule, Volkshochschule, Deutsches Rotes Kreuz sowie Sportvereinen sind vorgesehen.

An diesem jetzt begonnenen Entwicklungsprozess haben sich Lehrkräfte und Eltern mit hoher
Motivation intensiv beteiligt. Die gute Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften und der
Elternschaft wird auch von Herrn Schießl, Elternbeiratsvorsitzender des Hans-Multscher-
Gymnasiums, hervorgehoben. Zusätzlich zu den Lehrersprechstunden werden am Hans-Multscher-
Gymnasium bis zu 7 Präsenztage pro Schuljahr durchgeführt, an denen alle Lehrkräfte anwesend
sind und für Elterngespräche zur Verfügung stehen. Wenn keine Nachfrage besteht, werden die
Präsenztage für Konferenzen genutzt.


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Im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion stehen die Folgekosten - insbesondere die
anfallenden Kosten für die Betreuung der Schüler. Die Folgekosten werden nicht vom IZBB-
Programm getragen. Da der Schulträger mit der Inanspruchnahme der IZBB-Mittel sich jedoch für
25 Jahre verpflichtet, dieses Angebot aufrecht zu erhalten, muss an die Kommunalpolitiker
appelliert werden, die erforderlichen Betreuungsangebote auch finanziell abzusichern. Es kann nicht
davon ausgegangen werden, dass diese Betreuung auf ehrenamtlicher Basis geleistet wird. Die
Haltung des Landes für Ganztagesschulen im Sinne des IZBB-Programms keine Lehrerdeputate zur
Verfügung zu stellen, ist aus der Sicht der anwesenden Elternvertreter ebenso nicht nachvollziehbar
und deshalb zu korrigieren. Nach Ansicht von Frau Kreim sollten den Schulen mehr Poolstunden
zur Verfügung gestellt werden. Sie schlägt vor, einen entsprechenden Forderungskatalog an die
Ministerin zu richten. Dieser Vorschlag wird von den Elternvertretern unterstützt.

Frau Kreim bedankt sich bei den Referenten, Herrn Gugel und Herrn Hoh, für ihre interessanten
Beiträge.


Mittagspause


Top 3: SOL – selbstorganisiertes Lernen

Referentin: Studiendirektorin Frau Dr. Birgit Landherr, Oberschulamt Tübingen

Zusätzliche Informationsmöglichkeiten: Unter der Internetadresse www.sol-mlf.de können zu
diesem Thema zahlreiche Informationen heruntergeladen werden, unter anderem auch die
Broschüre „SOL – Ein systematischer Ansatz für Unterricht“

Kurze Zusammenfassung des Referats

Was ist SOL?

SOL verbindet bekannte und neue Unterrichtsmethoden zu einem inhaltlichen und pädagogischen
Gesamtkonzept und liefert damit den Rahmen eine neue Lern- und Unterrichtskultur praktisch
umzusetzen. SOL basiert auf pädagogischen und psychologischen Forschungsergebnissen, ist
jedoch kein wissenschaftliches Konzept oder eine neue methodische Variante, sondern setzt an der
Schulwirklichkeit an und holt den Schüler da ab, wo er steht.

SOL steht für selbst organisiertes Lernen; ist ein systematischer Ansatz für eigenverantwortliches,
kooperatives Lernen; zielt auf fundierte Fachkompetenz, kombiniert mit umfassender
Handlungskompetenz; ist praxisbezogen und nach kurzer Einarbeitungszeit schon in kleinen
Unterrichtsequenzen einsetzbar; ist organisatorische und didaktische Grundlage für fächer-
übergreifende Lernarrangements und für das Lernen in Lernfeldern; gibt pädagogischen Freiraum
zur individuellen Lernförderung und zu neuen Formen der Leistungsbewertung; öffnet Horizonte
für eine nachhaltige pädagogische Schulentwicklung; entlastet Lehrkräfte bei ihren immer
komplexer werdenden Aufgaben und zeigt praktikable Ansatzpunkte für teamorientiertes Arbeiten
auf; bietet durch seine klare, überschaubare Strukturierung für Lehrende und Lernende eine ideale
Einstiegshilfe in moderne Unterrichtsarrangements.

SOL zeichnet sich aus durch
 Zielorientierung
 Neue Lern- und Führungskultur
 Qualitätsmanagement

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   Fehlerkultur
   SOL-Leistungsbeurteilung
   Individuelle Lernberatung
   Systemdenken
   Selbstständige Arbeitsplanung
   Regelkreis (Feedback)

SOL ist ungeeignet als einmalige methodische Abwechslung. SOL ist am wirksamsten, wenn
möglichst viele Lehrkräfte in einer Klassen, Jahrgangsstufe, Schule nach diesem Konzept arbeiten.

Das Konzept SOL wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und der Pädagogischen
Hochschule Weingarten entwickelt. Die externe Evaluation wird von der Universität Stuttgart
durchgeführt.

Ziele von SOL sind:

   Stärkung der individuellen Selbstständigkeit durch den systematischen Aufbau von Methoden-
    und Lernkompetenzen
   Schaffung einer sozialen Lernstruktur durch die Abstimmung von Einzel- und Gruppenarbeit
   Vertiefung des Wissens und Könnens durch Vernetzung fachlicher und überfachlicher
    Kompetenzen im Sinne zielorientierter Lernarrangements
   Erhöhung der (Selbst-)Verantwortung für das eigene Lernen
   Vermittlung und Beurteilung von Personal-, Sozial, Methoden- und Fachkompetenz

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass der Aktivitätsanteil der Schüler im Unterricht relativ gering
ist. In der Praxis sind außerdem z.T. große Defizite bei den personalen und sozialen Kompetenzen
der Schüler erkennbar. Ihnen fällt es häufig schwer das eigene Lernverhalten kritisch zu
hinterfragen oder unsichere Situation auszuhalten. Kompetenzen wie Konflikt- und Kom-
promissfähigkeit, Solidarität, Kommunikationsfähigkeit, realistische Selbsteinschätzung, Fähigkeit
zum vernetzten Denken können durch SOL geübt und damit gezielt gefördert werden. Ein wichtiges
didaktisches Ziel von SOL ist durch organisatorische Veränderungen eine systematische Steigerung
der Schüleraktivität zu erzielen. Dadurch werden zeitliche Freiräume geschaffen, die es dem Lehrer
ermöglichen, eine individuelle Lernberatung durchzuführen. Die Umstellung des Unterrichtens auf
das SOL-System erfordert eine Vorgehensweise in kleinen Schritten. Lehrende und Lernende
müssen erst dazu befähigt werden eine andere als die gewohnte Rolle im Unterrichtsgeschehen
einzunehmen. Die Lehrkräfte geben ihre traditionelle Rolle des dominierenden Wissensvermittler
mehr und mehr an die Schüler ab und entwickeln sich zunehmend zum Lernberater. Je früher die
Schüler lernen, eigenständig zu arbeiten, desto leichter und selbstverständlicher übernehmen sie
Verantwortung für das eigene Lernen.

Beginnend mit allgemein verständlichen Einstiegsmethoden werden die Schüler über komplexe,
kooperative Lernformen und Lernformen mit zunehmender Selbstorganisation schrittweise zu
selbstorganisierten Lernphasen hingeführt. Dem SOL liegt eine veränderte Lehr- und Lernkultur zu
Grunde. Die Führungsaufgabe der Lehrkraft ist zu verstehen im Sinne von befähigen, helfen,
Möglichkeiten aufzeigen und fördern. Die Lernkultur ist geprägt von Respekt, Achtung und
gegenseitiger Wertschätzung. Die Bereitschaft für sich und andere Verantwortung zu übernehmen
sind dabei wichtige Grundsätze der Lernkultur. Bei selbst organisierten Lernprozessen lassen sich
Fehler nicht vermeiden. Fehler werden jedoch nicht als persönliche Defizite des Lernenden
verstanden, sondern werden im Lernprozess didaktisch als Lernchancen genutzt. Der Lehrende hat
wichtige Coach- und Berateraufgaben. Das persönliche Gespräch mit den Lernenden ist dabei
unverzichtbar.


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Bei der Leistungsbeurteilung muss neben einer möglichst objektiven Beurteilung der Fachleistung
auch die methodisch-strategische, die sozial-kommunikative und die persönliche Leistung des
Schülers angemessen beurteilt werden. Der SOL-Bewertung liegt eine Prozessbewertung zu
Grunde. Grundsätze der Notengebung sind hierbei Transparenz, Chancengleichheit und
Individualität. Es gilt: es kann nur das bewertet werden, was auch zuvor vermittelt und geübt wurde.
Der Schwerpunkt beim SOL liegt auf der Selbstbewertung nach vorher vereinbarten und von allen
Beteiligten akzeptierten Kriterien. Die Bewertung durch die Lehrkraft ist eine zusätzliche externe
Bestätigung der erbrachten Schülerleistung.

An Hand von Beispielen werden die allgemeinen Ausführungen näher erläutert.

In der Diskussion ist für die Elternvertreter von besonderem Interesse wie diese neue Unter-
richtskultur in den Schulen verankert werden kann. Seit mehreren Jahren stehen SOL-Trainer zur
Verfügung, die von interessierten Schulen angefordert werden können. Außerdem können
interessierte Lehrkräfte auch in zentralen Fortbildungen mit dieser Form des Unterrichtens vertraut
gemacht werden. Es gibt schon zahlreiche Schulen, die mit SOL arbeiten. Vorgeschrieben werden
kann diese Unterrichtsform jedoch nicht. Von Elternseite wird bestätigt, dass die Industrie mit
dieser Form des Caochings in der Erwachsenenbildung seit Jahren sehr gute Erfahrungen macht.

Top 4: Auswirkungen der IZBB-Mittel für die Gymnasien

Referentin: Anne Kreim, Vorsitzende des Landesverbandes der Schulfördervereine

Zusätzliche Informationsmöglichkeiten: Informationen über den Landesverband der Schulförder-
vereine Baden-Württemberg können unter der Internetadresse www.lsfv.schule-bw.de eingeholt
werden. Außerdem kann die vorgestellte Powerpoint-Präsentation von der Homepage des Landver-
bandes herunter geladen werden.

Frau Kreim stellt kurz den Landesverband der Schulfördervereine Baden-Württemberg (LSFV) vor,
der am 14.11.03 in Tübingen gegründet wurde. Außer in Baden-Württemberg haben sich in der
Zwischenzeit auch in Berlin und im Saarland Landesverbände konstituiert. Ein Bundesverband der
Schulfördervereine wurde schon im März 2003 gegründet. Finanziell wird der LSFV Baden-
Württemberg von der Robert-Bosch-Stiftung unterstützt. Ein wichtiger Partner ist auch der
Städtetag Baden-Württemberg. Seit kurzem ist der LSFV als beratendes Mitglied in den
Schulausschuss des Landtages aufgenommen worden.

Der Landesverband arbeitet auf der rechtlichen Grundlage einer Satzung, die ebenfalls von der
Homepage herunter geladen werden kann.

Ziele des LSFV:
 Vernetzung und Bündelung der Kräfte
 Tatkräftige Unterstützung bei der Gründung eines Schulfördervereins
 Versicherungsschutz für Tätigkeiten im Ehrenamt
 Erschließung von finanziellen und materiellen Quellen
 Verbesserung des Bildungsmanagements in der Gesellschaft
 Aufbau eines Internetportals
 SFV an jeder Schule in Baden-Württemberg

An rund 32 % der Schulen in Baden-Württemberg gibt es zur Zeit Schulfördervereine, die sich in
vielfältiger Weise finanziell stark für die Schulen engagieren. Wie aus einer Erhebung hervorgeht,
gehören Finanzierung von Lehr- und Lernmittel, Förderung von kulturellen Veranstaltungen,


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Investitionen in Schulgebäude, finanzielle Übernahme bei Schülerbetreuung, Ergänzungsunterricht
Begabtenbeförderung und vieles andere mehr zu den Förderschwerpunkten der Schulfördervereine.

Die starke Nachfrage nach den IZBB-Mitteln hat dazu geführt, dass die Förderrichtlinien ab dem
30.06.2004 verändert wurden. So ist z.B. die finanzielle Förderung für den Mensabereich
eingeschränkt worden. Die vorhandenen schlechten Rahmenbedingungen (finanzielle Situation der
Schulträger/des Landes, keine Lehrerdeputatsstunden für die Ganztagesschulen im Sinne des IZBB-
Programms) führen dazu, dass von Seiten der Schulträger ein stärkeres Engagement der
Schulfördervereine im Rahmen des Ganztagesbetriebs nachgefragt bzw. sogar erwartet wird. Es ist
ausdrücklich zu begrüßen, wenn sich Eltern bzw. Schulfördervereine für die Schulen engagieren.
Gleichzeitig muss aber gewährleistet sein, dass dabei den Schulfördervereinen bzw. unter
Umständen auch der einzelnen ehrenamtlich tätigen Person keine Nachteile aus diesem Engagement
entstehen können. Die Absicherung der Schulfördervereine durch entsprechende Versicherungen
(Berufshaftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung) ist deshalb ein
wichtiges Thema für jeden Schulförderverein.

Der LSFV hat schon bei seiner Mitgliederversammlung in Tübingen im Juni 2004 einen Vortrag zu
diesem wichtigen Fragenkomplex angeboten. Auf Grund der starken Nachfrage werden zu dem
Thema Versicherungsschutz zusätzlich regionale Veranstaltungen durchgeführt.

Auf folgende regionale Veranstaltung wird im Protokoll verwiesen:

 „Versicherungsschutz für Schulfördervereine – Versicherungslücken im Ehrenamt vermeiden“
20. Oktober um 18.30 Uhr, Haus am Riedbaum, Binger Straße 11, 72488 Sigmaringen

Top 4: Verschiedenes

Am 02. Oktober 2004 veranstaltet der Landeselternbeirat wieder einen Elterntag.

Die nächste Sitzung des Arbeitskreises ist für Samstag, den 13.11.04 vorgesehen.

Es wird schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, dass mit der Neuwahl der Mitglieder des neuen
Landeselternbeirats im März 2005 auch die Amtszeit von Frau Kreim zu Ende geht und im Frühjahr
2005 nach den LEB-Wahlen auch Neuwahlen für den Vorstand des Arbeitskreises der Gymnasien
anstehen.

Hinweis im Protokoll:
Die Sitzung am 13.11.04 muss leider auf das Frühjahr 2005 verlegt werden.
Voraussichtlicher Termin: 30.04.05


Vorsitzende:                                                                  Für das Protokoll:
Anne Kreim                                                                    Maritta von Moser
                                                                                 Sibylle Schaal




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