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Sommer Ferien

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Sommer Ferien Powered By Docstoc
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blickkontakt
Gemeindebrief-Service der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck




                                  Sommer Ferien
                                                        Juni / Juli 2004:
                                                        Bischofswort zum Urlaub
                                                        Philipps-Jahr: Bilder, Texte
                                                        Denkanstoß: Trinitatis-Sonntag
                                                        Fragebogen: Nathalie Turba
                                                        Glosse: „Im Liegestuhl“
                                                        Sommer-Lesetipps
                                                        Urlaubs-Gebet
                                                        Blattkritik: Heringen
blickkontakt 03|2004                                                                 Gemeindebrief: Editorial

Sämtliche Texte, Fotos, Illustrationen   Gemeindebriefen der Evangelischen
aus dem blickkontakt-Heft und dem        Kirche von Kurhessen-Waldeck abge-
Online-Angebot dürfen kostenlos in       druckt werden.




                                         Liebe Kolleginnen,                      Material in Text
                                                                                 und Bild dazu
                                         liebe Kollegen!                         finden Sie auf
                                                                                 den Seiten 4, 5
                                         ■ Die Sommer-Ferien stehen vor der      und 6. Auf einer
                                         Tür – jedenfalls bei Gemeindebrief-     eigenen Inter-
                                         Redakteuren, die ja weit voraus den-    netseite und in
                                         ken und planen müssen. Das Team         einem Online-
                                         vom Landesverband Evangelischer         Spiel kann man
                                         Büchereien präsentiert Buchtipps        diesem mittelal-
                                         für Urlaubsfahrt und Strandkorbstun-    terlichen Weichensteller der Refor-
                                         den: Service für Ihre Leserinnen und    mation auf elektronischen Pfaden
                                         Leser (S. 12). Der Landesverband hat    nachforschen (www.philipp-von-hes-
                                         übrigens Grund zum Feiern, er           sen.de).
Inhalt        blickkontakt               besteht jetzt seit 50 Jahren, hat 250
                                         ehrenamtliche Mitarbeiter und
                                                                                   „Womit gestalten wir eine Gemein-
                                                                                 debrief-Titelseite?“ und „Wie macht
Juni / Juli 2004                         bestreitet jährlich über 300 Veran-     die Heringer Redaktion ihre Leser
                                         staltungen.                             neugierig?“ – Antwort auf diese bei-
 2   Editorial                              Ein anderes Fest wird in diesem      den Fragen gibt es am Schluss unse-
 3   Bischofswort „Sommerurlaub“         Jahr ganz groß begangen. Philipp der    res Sommerheftes. Viel Erfolg beim
 4   Wer war Landgraf Philipp?           Großmütige, der die Konfirmation        Blattmachen!
 5   Festprogramm Philipps-Jahr          einführte und sein Land moderni-        Ihre
 6   Bilderseite Philipp von Hessen      sierte, wurde vor 500 Jahren geboren.                    Anne-Kathrin Stöber
 7   Denkanstoß Trinitatis
 8   Kalenderblätter Juni, Juli
 9   Fragebogen: Nathalie Turba
10   aufgestöbert: „Im Liegestuhl“
11   Kinderseite: Comic, Rätsel
12   Buchtipps für die Ferien
13   Hilfe für Argentinien
14   Einladung: Landesjugendfest
15   Urlaubs-Gebet
16   Werkstatt (4): Die Titelseite
17   Blattkritik: Heringen



 Impressum:

 Redaktion blickkontakt
 Gemeindebrief-Service der EKKW
 Anne-Kathrin Stöber
 Heinrich-Wimmer-Str. 4
 34131 Kassel
 Telefon: (05 61) 93 07-1 28
 E-Mail: Anne.Stoeber@ekkw.de
 www.ekkw.de/blickkonakt
 blickkontakt erscheint alle zwei
 Monate, wird kostenlos an
                                                                                                                        Foto: Gerhard Jost




 die Gemeindebrief-Redaktionen
 versandt und steht im Internet.


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blickkontakt 03|2004                                                            Gemeindebrief: Bischofswort

Bischof Martin Hein schreibt darü-   den Mitmenschen und Gott öffnen
ber, wie wichtig es ist, nach der    zu können. Zeit dafür bleibt sonn-
Arbeit zur Ruhe zu kommen, um sich   tags – und in den Ferien.




                                     Bischofswort zum Sommerurlaub:
                                     Eine Zeit, sich zu öffnen
                                     ■ „Die schönsten Wochen im Jahr“ –          ein voller Ter-
                                     so werden die vor uns liegenden             minkalender er-
                                     Ferien- und Urlaubswochen bezeich-          gäbe ein sinn-
                                     net. Ob es wirklich so kommen wird,         erfülltes Leben.
                                     kann man kaum vorhersagen. Ich              Zum Rhythmus
                                     freue mich auf jeden Fall auf meinen        der Woche ge-
                                     Urlaub.                                     hört die Erho-
    Monatsspruch Juni:                   Wie aber können Ferientage tat-         lung. Deshalb
                                     sächlich schön und erfüllend sein? In       gibt es den
                                     der Bibel finden wir zum Thema              Sonntag – Gott
                                     Urlaub vordergründig wenig. Das             sei Dank.
   Seid wachsam,                     braucht nicht zu wundern: Zu bibli-             Die Urlaubszeit, ganz gleich, wie
       steht fest                    schen Zeiten prägte im Wesentlichen         lang sie dauert, verstehe ich in gewis-
                                     die Landwirtschaft den Alltag der           ser Weise als Fortsetzung des Sonn-
     im Glauben,                     Menschen; und auch heute ist Freizeit       tags. Auch der Urlaub hilft uns, zur
                                     für Bauern und ihre Familien ein            Ruhe zu kommen. Wie Gott ruhte,
      seid mutig,                    knappes Gut.                                davon erfahren wir aus der Bibel
                                         Doch es lassen sich in der Bibel        nichts Genaues. Und so steht uns eine
      seid stark!                    Anhaltspunkte dafür finden, wie             breite Palette offen, wie wir den
  Alles, was ihr tut,                Erholung aussehen kann. Gleich im           Sonntag und wie wir den Urlaub ver-
                                     ersten Kapitel der Bibel, im Bericht        bringen können. Ich sehe die größte
  geschehe in Liebe.                 von der Schöpfung, erfahren wir:            Chance darin, dass wir uns jenseits
                                     Gott schuf die Welt in sechs Tagen          des Alltagstrotts am Sonntag und im
                                     „und ruhte am siebten Tag von allen         Urlaub öffnen: den Menschen um uns
       1. Korinther 16,13-14
                                     seinen Werken, die er geschaffen            wie auch neuen Begegnungen und
                                     hatte“ (1. Mose 2, Vers 2). Schaffen,       Eindrücken – ob in der näheren
                                     Arbeiten, aber zugleich auch Ruhen –        Umgebung oder in der Ferne. Dies
     Monatsspruch Juli:              dafür steht Gott. Und was Gott aus-         kann Körper, Geist und Seele gleich-
                                     zeichnet, das soll der Mensch ebenso        ermaßen stärken.
                                     tun: Zur Arbeit gehört die Ruhe                 Sonntag und Urlaub sind aber vor
                                     hinzu.                                      allem eine gute Gelegenheit, sich
    Jesus Christus                       Diese alte biblische Einsicht ist in    Gott zu öffnen – durch den Gottes-
       spricht:                      unseren Tagen höchst aktuell: Unsere        dienst, den Besuch von Kirchen
                                     Arbeit ist ein wichtiger Teil unseres       genauso wie im Achten auf Gottes
      Wer Gottes                     Lebens; sie ist aber der letzte Zweck       Schöpfung. Die Schöpfung ist Zei-
                                     unseres Daseins. Wir sollen tätig sein;     chen der Güte Gottes, genau so wie
      Willen tut,                    doch die Arbeit darf uns nicht beherr-      die Zeit der Ruhe: Beides hat uns Gott
                                     schen. Es ist ein Irrtum zu glauben,        gegeben.          Bischof Martin Hein
     der ist mein
  Bruder und meine
   Schwester und
    meine Mutter.
           Markus 3,35

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blickkontakt 03|2004                                                              Gemeindebrief: Philipps-Jahr

Wer war Philipp, der vor 500 Jahren      sen modernisierte, und informieren
geboren wurde? Auf zwei Seiten stel-     darüber, wie die evangelischen Kir-
len wir den Landgrafen vor, der Hes-     chen Hessens ihn feiern.




                                         500 Jahre Landgraf Philipp von Hessen:
                                         Er führte die Konfirmation ein
                                         ■ Landgraf Philipp von Hessen – der
                                         Großmütige –, der vor 500 Jahren
                                         geboren wurde, hat als wichtigster
                                         Staatsmann der Reformation mit sei-
                                         nem Wirken Hessen in vielen Berei-
                                         chen modernisiert. Am 13. November
                                         1504 im Marburger Schloss geboren,
                                         wurde er bereits mit 13 Jahren Land-
                                         graf von Hessen und damit einer der
                                         mächtigsten Fürsten im damaligen
                                         Deutschen Reich, in dessen Zentrum
                                         es lag. 1521 begegnete er auf dem
                                         Reichstag in Worms dem Reformator
                                         Martin Luther und drei Jahre später
                                         dessen     Mitreformator      Philipp
                                         Melanchthon. Von da an unterstützte
                                         er als bedeutender politischer Vorrei-
                                         ter die Sache der Protestanten.

                                         Treffen der Reformatoren
                                           Er lud 1529 alle wichtigen und zum      Philipp der Großmütige war einer der politi-
                                         Teil im Streit liegenden Vertreter der    schen Vorreiter der Reformation
                                         reformatorischen Bewegungen ein
                                         (Marburger Religionsgespräch) und         und Schreiben lernten. Er entwickel-
                                         initiierte 1531 ein Treffen in Schmal-    te ein System der Armen- und Kran-
                                         kalden, bei dem evangelische Fürsten      kenpflege und führte in Hessen das
                                         den „Schmalkaldischen Bund“ gegen         synodale Prinzip ein, eine frühe Form
                                         militärische Übergriffe der katholi-      demokratischer Kultur.
Philipp der Großmütige                   schen Seite gründeten.
                                             Philipp hatte bereits 1527 begon-     Grabmal in der Martinskirche
                                         nen, hessische Klöster aufzulösen             Nachdem seine heimliche Dop-
                                         und in Hospitäler umzuwandeln,            pelehe aufgedeckt wurde, ließ ihn
                                         auch gründete er in diesem Jahr mit       der Kaiser für fünf Jahre einsperren;
                                         Mitteln aus der Klosterenteignung in      erst sein Sohn Wilhelm konnte ihn
                                         Marburg die erste evangelische Uni-       befreien. Philipp starb am 31. März
                                         versität. Er führte 1538 die Konfirma-    1567 in Kassel; er hinterließ fünf
                                         tion und den Konfirmandenunter-           Töchter und sieben Söhne. Sein Mar-
                                         richt ein, gründete Schulen und sorg-     mor-Grabmal befindet sich in der
                                         te dafür, dass die Menschen Lesen         Kasseler Martinskirche.         (bk)




Altes Siegel der Marburger Universität

                                                                                                                                  4
blickkontakt 03|2004                                                                     Gemeindebrief: Philipps-Jahr

Eine aufwändig gestaltete Web-Site              Fotos, Veranstaltungstipps und Infor-
bieten die evangelischen Kirchen                mationen finden Sie unter
von Hessen zum Philipps-Jahr an.                www.philipp-von-hessen.de




                                                Programm zum Philipps-Jahr:




                                                Spielerisch
                                                lernen
                                                über den
                                                „Großmütigen“                             Ausstellungs-Plakat „Mit dem Glauben Staat
                                                                                          machen“ zum Philipps-Jahr 2004

                                                ■ 500 Jahre alt und doch lebendig:        Homerg/Efze, Marburg, Immichen-
                                                Landgraf Philipp (1504–1567) führte       hain, Rotenburg/Fulda und Schmal-
                                                sein Land aus dem Mittelalter in die      kalden zu sehen sein wird. Zum
                                                Neuzeit. Vielen seiner wegweisenden       umfangreichen Festprogramm im
                                                Ideen ist es zu verdanken, dass sich      Philipps-Jahr 2004 finden Vorträge,
                                                Hessen zu einem modernen Staat ent-       Konzerte, Theaterstücke und Feste
Internetseite Philipps-Jahr, zu finden unter    wickelte. So geht beispielsweise die      statt.
www.philipp-von-hessen.de                       Gründung der weltweit ersten
                                                protestantischen Universität in Mar-      Einsatz für Arme und Kranke
                                                burg auf ihn zurück.                         Ein multimediales und interakti-
                                                    Auf der Internetseite www.phi-        ves Online-Spiel lädt zudem Besucher
                                                lipp-von-hessen.de präsentieren die       ein, selbst in das spätmittelalterliche
                                                Evangelische Kirche in Hessen und         Leben einzutauchen. Die Spieler
                                                Nassau, die Evangelische Kirche von       bestehen mit dem Kundschafter
                                                Kurhessen-Waldeck und das Hessi-          Johann Abenteuer, helfen ihm, Infor-
                                                sche Staatsarchiv in Marburg den          mationen zu sammeln und erfahren
                                                weltweit bekanntesten hessischen          von den Verdiensten Philipps: seinem
Offizielles Logo der evangelischen Landeskir-   Landgrafen: Philipp den Großmüti-         Einsatz für Arme und Kranke, der
chen zum Philipps-Jahr                          gen. Der Webauftritt ist Teil des Pro-    Ausbreitung des evangelischen Glau-
                                                jektes „Mit dem Glauben Staat             bens und den politischen Strategien.
                                                machen“, zu dem auch eine Wander-            Die Informationen und das Spiel
                                                ausstellung gehört, die im Laufe die-     finden Sie im Internet unter:
                                                ses Jahres unter anderem in Kassel,       www.philipp-von-hessen.de
                                                Witzenhausen, Kaufungen, Fritzlar,                              Lothar Simmank




Die Gebäude der von Landgraf Philipp
gegründeten Landesuniversität in Marburg –
sie beherbergten ehemals Klöster

                                                                                                                                       5
blickkontakt 03|2004                                                                   Gemeindebrief: Philipps-Jahr

Alles dreht sich um Philipp den                  Schloss, in dem der spätere Landes-
Großmütigen: Hier ist er zwei Mal zu             fürst von Hessen vor 500 Jahren
sehen, außerdem das Marburger                    geboren wurde.




Medienzentrale verleiht
Diaserie über Philipp
■ Die Evangelische Medienzentrale
in Kassel verleiht an Kirchenge-
meinden eine Diaserie über Land-
graf Philipp und die Reformation in
Hessen. Interessenten empfehlen
wir, sich mit dem Gemeindepfarr-
amt in Verbindung zu setzen, das
die Ausleihe organisieren kann.
                               (bk)




             Bild oben: Ehemaliges Denkmal
                   Philipps des Großmütigen
              vor der Martinskirche in Kassel;
   Bild oben rechts: Philipp der Großmütige,
Brustbild des Landgrafen in Hofkleidung, Öl,
                                                                                                                      Foto: Gerhard Jost




   um 1560/1570, Hessische Hausstiftung,
                        Eichenzell bei Fulda.;
                           Bild unten rechts:
                       das Marburger Schloss

                                                                                                                      6
                        blickkontakt 03|2004                                                                      Gemeindebrief: Denkanstoß

                        Pfarrer Henning Schröder aus                   am 6. Juni: Dreieinigkeit – „In
                        Rodenbach gibt uns einen                       Gott sind Gegensätze, und sie sind
                        „Denkanstoß“ zum Trinitatis-Sonntag            vereint.“




                                                                       ■ „Ich glaube nicht an Gott“, ist ein       werden müssten. Auch die Trinitäts-
                                                                       Satz, den ich von jungen Menschen           formel kann dafür Symbol sein:
                                                                       oft höre. Andererseits sagen sie: „An       Gegensätzliches fügt sich in Gott
                                                                       eine Kraft aber, die in der Welt und        zusammen. Gott ist erstens der
                                                                       im Leben wirkt, glaube ich schon.“ In       Schöpfer, der alles, was ist, gut ge-
                                                                       Distanz zu den Tra-                                               macht hat. Gott ist
                                                                       ditionen lehnen
                                                                                              Zum Sonntag Trinitatis (6. 6.): zweitens                   der
                                                                       sie Vorstellungen
                                                                       von Gott ab, die
                                                                                               Wer ist Gott?                             Sohn, der darun-
                                                                                                                                         ter leidet, dass
                                                                       sie sich als Kinder                                               doch nicht alles
                                                                       gemacht hatten.                                                   gut ist in den Men-
                                                                           Wer ist Gott?                                                 schen und auf der
                                                                       Er ist nicht zu be-                                               Welt, und der sie
                                                                       schreiben, das war                                                befreien will. Gott
                                                                       schon den Men-                                                    ist drittens der
                                                                       schen aus der Zeit                                                Heilige Geist, die
                                                                       des Alten Testa-                                                  Kraft, die Men-
                                                                       mentes klar: „Du                                                  schen mit Lebens-
                                                                       sollst dir kein Bild                                              mut erfüllt. In




                                                                                                                                                               Foto: Gerhard Jost
                                                                       von Gott machen!“                                                 Gott sind Gegen-
                                                                       Das     Bild    von                                               sätze – und sie
                                                                       einem Gott, der                                                   sind vereint. So
Foto: Gerhard Jost




                                                                       das Leben geschaf-                                                haben die Theolo-
                                                                       fen hat, könnte Tetragramm im Sonnenkranz (vier Schriftzeichen gen der ersten
                                                                       nicht starr und un- des israelischen Gottesnamens „Jahwe“), De- Christenheit mit
                                                                       veränderlich sein. ckengemälde in der evangelischen Kirche Weite- der      Dreieinig-
                        Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, Decken-   Und es wäre kein rode, Kirchenkreis Rotenburg                     keitsformel die
                        gemälde in der evangelischen Kirche Fam-       harmonisches Bild,                                                Liebe Gottes zum
                        bach, Kirchenkreis Schmalkalden                denn in Gott sind die Gegensätze ver-       Ausdruck gebracht. Gott ist in seinen
                                                                       eint.                                       drei Teilen also Urbild von Gemein-
                                                                           Das wird deutlich in der Schöp-         schaft, in der nicht alles gleich ist,
                                                                       fungsgeschichte: „Gott schuf den            sondern in der Gegensätze ihre
                                                                       Menschen zu seinem Bilde, zum Bil-          Berechtigung haben. Gott ist leben-
                                                                       de Gottes schuf er ihn; und schuf sie       dig, und wir staunen über sein Wir-
                                                                       als Mann und Frau.“ Zwei gegensätzli-       ken, wie Paulus, als er an die Römer
                                                                       che Wesen bilden eine Gemeinschaft;         schrieb: O welch eine Tiefe des
                                                                       die Kraft der Liebe treibt sie dazu. Die    Reichtums, beides, der Weisheit und
                                                                       Spannung zwischen beiden ist die            der Erkenntnis Gottes! Wie unbe-
                                                                       Quelle von Leben und Schaffenskraft.        greiflich sind seine Gerichte und
                                                                       So erfahre ich Gott als Kraft der           unerforschlich seine Wege! (Römer
                                                                       Liebe, die Unterschiede gelten lässt,       11,33).              Henning Schröder,
   Foto: Gerhard Jost




                                                                       ohne dass sie voneinander getrennt                           Pfarrer in Rodenbach




                        Tetragramm im Sonnenkranz (vier Schriftzei-
                        chen des israelischen Gottesnamens
                        „Jahwe“), Deckengemälde in der evangeli-
                        schen Kirche Weiterode, Kirchenkreis Roten-
                        burg

                                                                                                                                                               7
                                    blickkontakt 03|2004                                                        Gemeindebrief: Kalenderblatt

                                    Unsere Zeichnerin Reinhild Kassing     schläfer gar nichts ausmachen. Ein
                                    hat sie im Blick, die Schattenseiten   schönes Titelbild für Ihre Sommer-
                                    des Monats Juni – die dem Sieben-      ausgabe könnte das Juli-Bild sein.




                                          Menschen
                                        und Juniwind
                                         ändern sich




                                                                                                                                               Illustration: Reinhild Kassing
                                     oft sehr geschwind.
                                       Bäuerliche Wetterregel




                                          Die Freude
                                       und das Lächeln
                                       sind der Sommer
                                          des Lebens.

                                                Jean Paul
Illustration: Reinhild Kassing




                                                                                                                                               Illustration: Reinhild Kassing
   Illustration: Reinhild Kassing




                                                                                                                                               8
blickkontakt 03|2004                                                                                    Gemeindebrief: Fragebogen

Wir stellen Nathalie Turba vor, eine                          Waldeck sind 160 junge Menschen
junge Frau, die ein Freiwilliges Sozia-                       im FSJ und im Freiwilligen Ökologi-
les Jahr (FSJ) ableistet. In Kurhessen-                       schen Jahr (FÖJ) beschäftigt.




                                                              Fragebogen zu Leben und Glauben:
                                                              „Wahre Werte schätzen lernen“
                                                              ■ Wer macht was in unserer Kir-
                                                              che? Wir befragen die Abiturien-
                                                              tin Nathalie Turba, die in Lichte-
Informationen zu FSJ und FÖJ:                                 nau, im Pflegezentrum Fürsten-
                                                              hagen, ein Freiwilliges Soziales               Nathalie
Zwölf Monate                                                  Jahr ableistet und dort mit                Turba leistet
                                                              schwerbehinderten Langzeitpa-             im Pflegezen-
freiwillig helfen                                             tienten arbeitet.                         trum Fürsten-




                                                                                                                                               Foto: Gert Merkel
■ Rund 15.000 junge Leute zwi-                                Ich lebe gern, weil ... das Leben             hagen ein
schen 16 und 27 Jahren, überwie-                              viele schöne Erfahrungen parat hält.         Freiwilliges
gend Frauen, leisten bundesweit                               Das hilft mir, wenn ich traurig                 Soziales
ein Freiwilliges Soziales oder Öko-                           bin: Gute Gespräche mit Freunden                 Jahr ab
logisches Jahr. Hinzu kommen                                  oder der Familie.
3.400 männliche Freiwillige (aner-                            Diese Bibelstelle begleitet mich:         Das lese ich gerade: Patrick Süs-
kannte KDV) und schätzungsweise                               „Der Herr gibt meinem Schritt Klar-       kind, „Das Parfüm“.
rund 3.000 Freiwillige, die auf vom                           heit, Sicherheit und Kraft“ (Psalm        Diese Erfahrung hat mich
Bund nicht finanziell geförderten                             121).                                     geprägt: Durch die Arbeit mit hilfs-
Plätzen eingesetzt sind.                                      Ich wünsche mir, dass die Kirche          bedürftigen kranken Menschen lernt
Nach einer Erhebung helfen sie am                             ... noch mehr soziale Einrichtungen       man die wahren Werte im Leben
häufigsten im Altenheim (23,7 %),                             unterstützt.                              noch mehr zu schätzen.        (bk)
in einem allgemeinen Krankenhaus                              Meine großen Schwächen im All-
(17,1 %), in einer Kindertagesstätte                          tag ... sind Ungeduld und Perfektio-
(13,3, %) oder in einer Einrichtung
der stationären Behindertenhilfe
                                                              nismus.
                                                              Mein Ort der Besinnung und des
                                                                                                        Zur Person:
(13,1 %).                                                     Nachdenkens: Ein Platz in der             Nathalie Turba wurde 1983 in
In Kurhessen-Waldeck sind zurzeit                             Natur.                                    Rotenburg/Fulda geboren. Sie
140 FSJler und 20 FÖJler im Einsatz                                                                     besuchte die gymnasiale Oberstufe
– unter ihnen zehn, die ihren Zivil-                                                                    der Jakob-Grimm-Schule in Roten-
dienst in dieser Form ableisten.                                                                        burg, machte dort im Sommer 2003
Rund 20 junge Menschen kommen                                                                           das Abitur und absolviert seit
aus dem (meist europäischen) Aus-                                                                       August 2003 ein Freiwilliges Sozia-
land, um in Kurhessen-Waldeck                                                                           les Jahr im Pflegezentrum Fürsten-
                                          Foto: Gert Merkel




Dienst zu tun.                                                                                          hagen. Ihre Hobbys sind Gitarre
Das FSJ dauert in der Regel zwölf                                                                       spielen, Sport, mit Freunden das
Monate. Während dieser Zeit erhal-                                                                      Wochenende verbringen. Nathalie
ten die Freiwilligen Taschengeld,                                                                       Turba möchte Logopädin werden.
Unterkunft und Verpflegung, sie                               Im Pflegezentrum Fürstenhagen: Nathalie                                 (bk)
sind beitragsfrei versichert in der                           Turba mit Bewohnerin Martina Müllges
gesetzlichen Kranken-, Renten-,
Unfall-, Arbeitslosen- und Pflegever-
sicherung. Außerdem besteht für
die Eltern Anspruch auf Kinder-
geld.
Infos: FSJ, Motzstr. 1, 34117 Kassel,
T (05 61) 9 20 00 80,
www.dein-pfad-ins-leben.de

                                                                                                                                               9
                                 blickkontakt 03|2004                                                                      Gemeindebrief: Glosse

                                 Den wohlverdienten Urlaub gleich       am Meer zu dösen genauso gut
                                 doppelt genießen kann, wer             beim Zahnarzt sitzen könnte ...
                                 bedenkt, dass er statt im Liegestuhl   Schöne Ferien!




                                                                                                                                                              Illustration: Reinhild Kassing
                                                                        ■ Liegen Sie gut? Auf dem Strandla-      Kiefer, Augenhöhlen. War gezwun-
                                                                        ken, im warmen Sand? Auch ich lag        gen, das starre Grinsen meiner Selbst
                                                                        gut, an einem sonnigen Tag. Kopf in      zu ertragen. Oh Sterblichkeit, oh Le-
                                                                        einer weichen Stütze, Beine fernseh-     bensfaden – mein Blutdruck sank,
                                                                        sesselmäßig angehoben. Dann wurde        und so geschah es, dass ich, als der
                                                                        der Kopf ohne mein Zutun gesenkt,        Zahnarzt erneut an mich herantrat,
                                                                        bis er sich mit Blut füllte wie das Herz darüber nichts als Dankbarkeit emp-
                                                                        mit Furcht. Denn es war der                         fand. Er war so diesseitig, ich
                                                                        Zahnarzt, der sich nun über aufgestöbert: so voller Demut. Dass unser
                                                                        mich beugte und dabei von                           Gespräch um Kostenvoran-
                                                                        Jugendsünden und Versäum-           Im              schläge und Zahnseide krei-
                                                                        nissen sprach und von einer                         ste – Nebensache. Ich war
                                                                        morbiden Zukunft. Seine
                                                                        weiße Fee nahm mich dann
                                                                                                          Liege-            geläutert.
                                                                                                                                Wirbt die Kirche, fragte
                                                                        mit zum Röntgen, und wenig
                                                                        später lag ich wieder. Das        stuhl             ich mich schwach auf dem
                                                                                                                            Liegestuhl unter der blend-
                                                                        Resultat ihrer Arbeit pinnte                        freien Lampe, eigentlich in
                                                                        die Röntgen-Fee jetzt auf ein Leucht-    Praxen? Hier, wo man Zahnbein und
                                                                        brett, das in Sichthöhe vor mir          –stein herzeigt und Stoßgebete das
                                                                        schwebte.                                Sprechzimmer füllen? Mensch am
                                                                            Mich gruselte. Krasser konnte der    Meeresstrand: Genieß’ deine Ferien.
                                                                        Kontrast nicht sein zu einem Ferien-     Noch sechs Monate, dann hängt
                                                                        tag am See. Ich guckte auf meinen        sicher auch dein Kopf wieder. Ziem-
                                                                        Schädel, auf die durchleuchteten Ge-     lich tief.
                                                                        sichtsknochen gegenüber. Sah Zähne,                          Anne-Kathrin Stöber
Illustration: Reinhild Kassing




                                                                                                                                                              10
blickkontakt 03|2004                                                      Gemeindebrief: Kinder

Zeichner Bernhard Skopnik zeigt     einen Vorgeschmack auf ein weiteres
uns, wie wohl sich Toni im          sommerliches Vergnügen, das Kin-
Schwimmbad fühlt. Und er gibt uns   dern heiße Tage versüßt: Eis essen!




                                                                                                  11
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Service für den Sommer: Präsentie-          Buchempfehlungen.
ren Sie Ihren Gemeindebriefleserin-         Die Ferien sind lang (19.7. bis 27.8.)
nen und -lesern eine Seite mit              – und ideale Lese-Zeit.




                                            Landesverband Evangelischer Büchereien:
                                            Lesetipps für lange Ferientage
                                            ■ Was sollen wir den ganzen Sommer        Schweikert, Ulrike: Das Jahr der
                                            lang lesen? Wie verkürzen wir den         Verschwörer
                                            Kindern die Autoreise? Welches Buch           Jos arbeitet 1450 als Knecht eines
                                            fesselt Papa in der Hängematte? Hier      Salzsieders in Schwäbisch Hall. Als
                                            kommen sommerliche BucVohtipps            ein Junker erschlagen wird, Jos
                                            für große und kleine Leseratten (und      Freund ertrinkt und Bettelkinder
                                            solche, die es werden wollen), zusam-     spurlos verschwinden, geht Jos der
                                            mengestellt vom Landesverband             Sache nach: Alle Fäden laufen im
                                            Evangelischer Büchereien Kurhes-          nahen Kloster zusammen. Für histo-
                                            sen-Waldeck. Viel Vergnügen!              risch interessierte Krimifans; ab 12 J.

                                            Kulot, Daniela: Das kleine Kroko-         Pearson, Allison: Working Mum
                                            dil und die große Liebe                       Kate hat zwei Kinder, einen liebe-
Titelbild zu „Das kleine Krokodil und die       Krokodil und Giraffe lieben sich,     vollen Gatten, ein halbwegs zuverläs-
große Liebe“ von Daniela Kulot              doch ihr Größenunterschied bereitet       siges Kindermädchen und einen
                                            ihnen Probleme, ein gemeinsames           anspruchsvollen Job als Top-Fonds-
Stichwort Landesverband:                    Zuhause zu finden. Fröhliches Bilder-     managerin. Mit Volldampf durch den
Bilderbuchkino                              buch; ab 3 J.                             Alltag zerreißt sie sich zwischen
                                                                                      Klienten und Kinderzimmer. Als ihr
und Lesenächte                              Kordon, Klaus: Paula Kussmaul
                                            und Kater Knutschfleck
                                                                                      Mann sie verlässt, muss sie neue Prio-
                                                                                      ritäten setzen. Witziger Roman für
■ Der Landesverband Evangeli-                   Paula will Geld auftreiben, damit     berufstätige Frauen.
scher Büchereien Kurhessen-Wal-             alle an der Klassenfahrt teilnehmen
deck feiert in diesem Jahr sein 50-         können. Da liest sie von einer Beloh-     Rothmann, Ralf: Hitze
jähriges Bestehen. Über 100 evan-           nung für das Auffinden eines entlau-          Episodisch angelegter Roman um
gelische öffentliche Büchereien in          fenen Katers. Die Besitzerin, ein blin-   den Kameramann deLoo, seine Erleb-
Kirchengemeinden, Krankenhäu-               des Mädchen, behauptet aber, das          nisse im Job als Fahrer einer Großkü-
sern, Kindergärten und Schulen              Tier, das genau der Beschreibung ent-     che und seine Liebe zu der jungen
sind im Landesverband zusammen-             spricht, sei nicht ihr Kater. Turbulen-   Polin. Durch den Tod seiner Freundin
geschlossen. Sie bieten ein sorgfäl-        te Geschichte von Freundschaft und        aus der Bahn geworfen, will er nicht
tig ausgewähltes Medienangebot              Hilfsbereitschaft; ab 9 J.                mehr als Kameramann arbeiten. Er
und sind Orte der Begegnung.                                                          verliebt sich in Lucilla, die woh-
  Mehr als 20.000 Stunden engagie-          Wick, Walter und Marzoll, Jean:           nungslos durch Berlin streunt und
ren sich hier über 250 ehrenamtli-          Ich sehe was ... Schatzsuche              ihn an seine Freundin erinnert. Aus
che Mitarbeiter und Mitarbeiterin-              Auf geheimnisvollen Bildern von       dem gemeinsamen heißen pommer-
nen jährlich in der Evangelischen           einer Piratenhöhle, einem Wrack am        schen Sommer kehrt er allein zurück.
Kirche von Kurhessen-Waldeck. Mit           Strand u. a. sind fantasievolle Klei-           Birgit Hillmer und Claudia Lutz,
über 300 Veranstaltungen im Jahr,           nigkeiten zu entdecken. Suchbilder-               Landesverband Evangelischer
wie Lesungen, Bilderbuchkinos               buch mit Rätselreimen; ab 5 J.                  Büchereien Kurhessen-Waldeck
und Lesenächten tragen sie zur
Leseförderung und kulturellen Bil-
dung bei. Viele Ehrenamtliche
lesen Kindern regelmäßig vor und
fördern so deren Sprach- und Kom-
munikationsfähigkeit und geben
die Freude an Literatur weiter.
Info: www.ekkw.de/lveb          (bk)

                                                                                                                                12
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Ein Spendenaufruf von der Frauenar-     Arbeit in evangelischen Gemeinden
beit des Gustav-Adolf-Werkes: In die-   von Argentinien, Paraguay und Uru-
sem Jahr wird für sozialdiakonische     guay gesammelt.




                                        Frauenarbeit /
                                        Gustav-Adolf-
                                        Werk:

                                        Den
                                        Menschen
                                        wieder
                                        einen
                                        Halt
                                        geben                Hände waschen! In einer Kita in Buenos Aires (Kirchenprojekt)

                                        ■ Die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-         einem Vorort von Buenos Aires, hilft
                                        Werk (GAW) bittet in diesem Jahr um         Kindern und deren Müttern, den
                                        Spenden für die sozialdiakonische           Kampf ums tägliche Brot zu beste-
                                        Arbeit von evangelischen Gemein-            hen. Das mag angesichts der schwe-
                                        den am Rio de La Plata in Argenti-          ren politischen und wirtschaftlichen
                                        nien, Paraguay und Uruguay.                 Krise nur ein Tropfen auf den heißen
                                            Argentinien ist weit weg. Die           Stein sein – aber für die betroffenen
Hintergrund:                            Nachrichten von dort aber sind              Menschen sind diese Projekte lebens-
                                        bedrängend: Die anhaltende Wirt-            notwendige Hoffnungszeichen. Die
Argentinien                             schaftskrise hat vielen Menschen den        evangelische Kirche in Argentinien
und die Kirche am                       Boden unter den Füßen weggerissen,          hat die Frauenarbeit im Gustav-Adolf-
                                        auch Angehörige der Mittelklasse            Werk um Unterstützung gebeten; wir
Rio de La Plata                         sind zu Armen geworden, die um ihr          geben diese Bitte weiter. Ihr Geld ist
■ Die Argentinische Republik hat        Dasein kämpfen müssen. Die Situa-           in dieser Situation mehr als materiel-
eine Fläche von 2.7800.400 Qua-         tion extremer Verelendung trifft in         le Hilfe. Sie können mithelfen, dass
dratkilometern und 37.032.000 Ein-      der härtesten Form Frauen und Kin-          Menschen auf schwankendem Grund
wohner. Mehr als 90 % der Bevölke-      der.                                        Halt finden.
rung Argentiniens sind Weiße euro-          Die evangelische Kirche am La               Frauenarbeit im GAW, Konto 800
päischer Herkunft, 89 % der Bevöl-      Plata möchte arme Familien fördern:         600 bei der Evangelischen Kreditge-
kerung leben in den Städten. 91 %       durch Beratung, Erwerbsprojekte für         nossenschaft, BLZ 520 604 10, Stich-
sind katholisch, 2 % evangelisch,       Jugendliche, Kindergärten, Ausbil-          wort: JP 2004. Die Frauenarbeit bietet
außerdem sind dort als weitere          dung, Förderung von Selbsthilfe und         auch Vorträge für Gemeinden an
Minderheiten Juden und Muslime          durch ein Programm zur Gewaltprä-           Kontakt: Pfarrerin i. R. Dorothea Ger-
beheimatet. Die evangelische Kir-       vention. Die Arbeit in einer Kinderta-      tig, T (0 56 09) 70 99 98,
che am La Plata lebt mit ihren          gesstätte in Quilmes zum Beispiel,          Fax (0 56 09)–63 54.              (bk)
35.000 Mitgliedern in 42 juristisch
selbstständigen Gemeinden mit je
einem oder mehreren Pfarrsitzen.
Diese sind über große Gebiete
Argentiniens, Paraguays und Uru-
guays verstreut. Die Filialgemein-
den liegen oft über 100 Kilometer
vom Pfarrsitz entfernt.

                                                                                                                             13
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Am Wochenende vom 11. bis zum           zum gemeinsamen Feiern eingeladen
13. Juni ist die Jugend der Evangeli-   – hier die Seite für Gemeindebriefe. –
schen Kirche von Kurhessen-Waldeck      Außerdem: Info „Notfall-Aufkleber“.




                                                      Landesjugendfest Wülmersen 11. bis 13. 6.:
                                              „Glaube – Liebe – Hoffnung“
                                              Zelten, Tanzen, Gottesdienst


Autoaufkleber:
Pfarrerruf
im Notfall                              ■ Zeit zum Feiern: Alle zwei Jahre
                                        kommen Jugendliche aus der Evange-
                                                                                 Gleichaltrigen aus der gesamten
                                                                                 EKKW bereichernd sein können, dass
                                        lischen Kirche von Kurhessen-Wal-        die Evangelische Jugend ein attrakti-
■ Wenn Menschen in Not geraten,         deck für drei Tage zusammen – das        ves Angebot für Jugendliche macht
möchten sie oftmals den kirch-          Landesjugendfest hat seit Jahrzehn-      und dass biblische Werte auch heute
lichen Beistand nicht missen. Die       ten Tradition. In der Zeit vom 11. bis   wichtig für uns sind. Das Motto lau-
Anzahl der Notfallseelsorge-Einsät-     zum 13. Juni 2004 wird das Landesju-     tet: Glaube-Liebe-Hoffnung – in
ze ist bundesweit auf jährlich          gendfest 2004 der Evangelischen          Anlehnung an 1. Korinther 13,13. Das
15.000 angestiegen. Die Notfallseel-    Jugend von Kurhessen-Waldeck auf         Programm wird an das Motto
sorge hat jetzt gemeinsam mit der       dem Gelände der Jugendbegegnungs-        anknüpfen und es auf die Lebenswelt
Bruderhilfe-Pax-Familienfürsorge,       stätte Wasserschloss Wülmersen (Kir-     von Jugendlichen beziehen. Wer ist
den Versicherern im Raum der Kir-       chenkreis Hofgeismar) stattfinden.       eingeladen? Jugendliche von 14 bis
chen, einen Autoaufkleber entwik-       Hier können sich die Jugendlichen        25 Jahren, insbesondere auch solche
kelt, der Helfer auffordert, bei        aus verschiedenen Gruppen austau-        im Konfirmandenalter, ehrenamtli-
Unfällen auch die Notfallseelsorge      schen und sich in vielfältige Veran-     che und hauptberufliche Mitarbeiter
zu verständigen.                        staltungen und spirituelle Angebote      und Mitarbeiterinnen in der Kinder-
    Der Text lautet: „Bei Lebensge-     einbringen.                              und Jugendarbeit. Anmeldung: in den
fahr rufen Sie bitte auch Notfall-          Man schläft in mitgebrachten Zel-    Gemeinden; Teilnahmekosten mit
seelsorge über 110 oder 112“. Nach-     ten, es gibt Konzerte von Bands der      Verpflegung: 25 Euro.
dem deutschlandweit Notfallseel-        Evangelischen Jugend von Kurhes-            Kontakt: Bereich Kinder– und Ju-
sorgeteams über die Rettungsleit-       sen-Waldeck, eine Disco auf dem          gendarbeit, Amt für kirchliche Diens-
stellen alarmiert werden können,        Dachboden, eine Schänke im ehema-        te, Wilhelmshöher Allee 330,
ist der Wunsch Verletzter nach geis-    ligen Pferdestall und zum Abschluss      34131 Kassel, T (05 61) 93 78-3 41,
tigem Beistand umsetzbar: Ersthel-      einen Open-Air-Gospel-Gottesdienst.      Fax: (05 61) 93 78-4 09,
fer können auch bei schweren Ver-       Die Veranstalter des Festes wollen       E-Mail: afkd.jugend@ekkw.de
letzungen oder Bewusstlosigkeit         mit dem bunten Programm zeigen:          www.landesjugendfest.de
den Wunsch nach seelsorgerlicher        dass erlebnisreiche Begegnungen mit                                       (bk)
Begleitung erkennen und die Not-
fallseelsorge anfordern. Den Auf-
kleber gibt es kostenlos bei: Die
Akademie Bruderhilfe-Familienfür-
sorge, Kölnische Straße 108-112,
34119 Kassel, T (05 61) 781 - 397,
Fax: (05 61) 78 81-14, E-Mail:
die.akademie@bruderhilfe.de

                                                                                                                         14
                     blickkontakt 03|2004                                                        Gemeindebrief: Urlaubs-Gebet

                     Idee für die Umschlagrückseite Ihrer   Gebet mit dem Dank für die freie
                     Gemeindebrief-Sommerausgabe:           Zeit, in der wir Abstand gewinnen
                     ein Schmuckbild vom Strand und ein     und Kraft schöpfen .




                                                                                                                                Foto: Gerhard Jost
Foto: Gerhard Jost




                                                                                          Im Urlaub
                                Im Urlaub
                                                                         Wir danken dir, du freundlicher Gott,
                             Wir danken dir,                                  dass wir ausspannen dürfen
                           du freundlicher Gott,                              und Zeit füreinander haben.
                       dass wir ausspannen dürfen
                                                                      Lass uns Abstand von der Arbeit gewinnen
                       und Zeit füreinander haben.
                                                                               und neue Kraft schöpfen.
                        Lass uns Abstand von der
                                                                          Du zeigst uns die Wunder der Natur
                             Arbeit gewinnen
                        und neue Kraft schöpfen.                            und die Schönheiten der Kunst.
                        Du zeigst uns die Wunder                     Du lässt uns andere Menschen kennen lernen
                                 der Natur                                 und machst unser Leben reicher.
                           und die Schönheiten                            Lass uns gestärkt an Leib und Seele
                                 der Kunst.                                    nach Hause zurückkehren.
                      Du lässt uns andere Menschen
                              kennen lernen                                                     EG 925

                                und machst
                           unser Leben reicher.
                            Lass uns gestärkt
                            an Leib und Seele
                        nach Hause zurückkehren.

                                    EG 925


                                                                                                                                15
blickkontakt 03|2004                                                                Gemeindebrief: Werkstatt

Wie die Titelseite von Gemeinde-      tigsten Seite des gesamten Heftes
briefen aussehen kann und was         beachten sollte, ist Thema
man bei der Gestaltung dieser wich-   der „Werkstatt“.




                                      Gemeindebrief-Werkstatt (4) / Die Titelseite:
                                      „Da schnarcht was im Konfi-Raum“
                                      ■ Kann es für Titelseiten überhaupt             Was die Schriften (aber auch
                                      Regeln geben? Es soll doch jeder            andere grafische Elemente) angeht,
                                      Gemeindebrief sein eigenes Gesicht          neigen manche Redaktionen zum
                                      haben. Stimmt – Individualität ist          Chaos: Alles, was der Computer her-
                                      gefragt, also, dass ein Gemeindebrief       gibt, wird nebeneinander auspro-
                                      sich abhebt. Dennoch sollte die Re-         biert. Leider ist das Ergebnis unüber-
                                      daktion, bei aller Freiheit der Gestal-     sichtlich; wer sich auf eine, höchstens
                                      tung, ein paar Grundsätze beachten,         zwei Schriftarten beschränkt, tut den
                                      damit ihr Produkt gut ankommt.
                                          Die Titelseite ist die wichtigste!
                                      Hier kann sich entscheiden, ob das
                                      Heft gelesen wird oder gleich als
                                      „langweilig“ im Altpapier entsorgt
                                      wird. Es ist also sinnvoll, nicht erst im
                                      letzten Moment „irgendein Foto“ zu
                                      suchen, sondern schon bei der Heft-
                                      planung mit an die Titelseite zu den-
                                      ken. Gibt es ein Hauptthema im Heft,
                                      dann lässt sich das vielleicht illustrie-
                                      ren: Ostern, Altenarbeit, Gemeinde-
                                      fest, Jugendkreis, Sommerferien –
                                      Hauptsache, es ist ein Schwerpunkt
                                      gesetzt. Ein Bild, auf dem Menschen
                                      aktiv sind, ist interessanter als etwas
                                      Statisches. Stehen besondere Aktio-         Gelungene Titelseite: Hingucker-Bild, Themen-
                                      nen in der Gemeinde an, kann man            anrisse, kein Schriftendschungel
                                      im Hinblick auf das Heft jemanden
                                      beauftragen, einige Details zu foto-        Lesern einen Gefallen. Das bedeutet
                                      grafieren.                                  nicht, dass gar kein Text auf den Titel
                                          Hat man sich für ein (qualitativ        gehört. Zwei, drei Themen aus dem
                                      hochwertiges) Foto entschieden,             Inhalt anreißen – das ist sinnvoll,
                                      kommt es auf den Ausschnitt an. Nah         macht neugierig, lädt ein. Witzig for-
                                      ‘ran ans Motiv! Ein gut erkennbares,        muliert, kriegt damit das Heft seinen
                                      lachendes oder nachdenkliches               ersten Pfiff: „Da schnarcht was im
                                      Gesicht zieht mehr Aufmerksamkeit           Konfi-Raum – Lesenacht der Kinder-
                                      auf sich als eine steife Gruppenauf-        gruppe“. Wenn es keinen besonderen
                                      nahme. Da die meisten Gemeinde-             Schwerpunkt gibt, kann auch ein
                                      briefe in Schwarz-Weiß erscheinen,          Segenswunsch oder ein Monats- oder
                                      sind kontrastreiche Aufnahmen oder          Jahresspruch nach vorn. Der Name
                                      Grafiken gefragt – besonders, wenn          des Gemeindebriefs im Kopf der
                                      die Titelseite auf wechselnd farbiges       Seite sollte, mit Logo, Ausgabennum-
                                      Papier gedruckt wird. Das übrigens          mer und Datum, nicht mehr als ein
                                      ist eine gute Möglichkeit, kostenspa-       Drittel einnehmen. Insgesamt darf
                                      rend die Hefte eines Jahrgangs von-         die Seite nicht überfrachtet sein, soll-
                                      einander zu unterscheiden und jeder         te ein aktuelles Thema anreißen und
                                      Ausgabe eine eigene Note zu verlei-         das Interesse vieler – nicht nur kir-
                                      hen.                                        chennaher – Leser wecken.         (bk)

                                                                                                                                  16
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Täglich landen druckfrische Gemein-        Blätter vor und zeigen, was gut ist
debriefe aus der EKKW in unserer           und was man noch besser machen
Redaktion. Wir stellen verschiedene        könnte.




Blattkritik „Gemeindebrief“ Heringen mit Herfa und Bengendorf:
Frage an neugierige Leser: „Wussten Sie schon ...?“
■ Diese „Scheibe“ könnten sich ande-
re    Redaktionen      mit    Gewinn
abschneiden: Jeweils auf der vierten
Seite ihres Gemeindebriefs bieten
die Heringer Blattmacher eine
Rubrik an namens „Wussten Sie
schon ...?“ Es folgen Informationen
wie „... dass unsere Kantorin Anette
Fraatz im Mutterschaftsurlaub ist
und die Kantorin Brigitte Lamohr
ihre Vertretung haben wird“ oder „...
dass ältere und behinderte Men-
schen unseren Zivi für Besorgungen
in Anspruch nehmen können?“ Der
Gewinn: Neuigkeiten sind promi-
nent untergebracht; die Kürze der
Meldungen sowie die Aufmachung
kommen heutigen Lesegewohnhei-
ten entgegen – ein bisschen wie eine       Titel- und eine Innenseite des Heringer Gemeindebriefs: Luftig umbrochen, täte dem Heft zudem
Klatschspalte in der Illustrierten, für    ein einheitlicher Seitenkopf und durchgehend zweispaltiger Umbruch gut
eilige „Überflieger“.
                                           gut unterzubringen. Sinnvoll ist das            Seitenschwerpunkt und brauchen
Umschlagseite gut ausnutzen                eingelegte Gottesdienstblatt, das               zudem zwingend eine sinnvolle
    Der „Gemeindebrief“ der Evange-        sicher seinen Platz an der Pinnwand             Unterschrift!
lischen Kirchengemeinde Heringen           findet.
(erste Ausgabe: 1989) erscheint alle           Guter Brauch ist im Heringer                „Endlich war es so weit“
zwei Monate mit jeweils 32 Seiten          Gemeindebrief ebenfalls ein Inhalts-                Dass in Heringen ein fleißiger
und einer Auflage von 2.100 Stück.         verzeichnis auf der zweiten Seite, das          Heimatdichter lebt, bleibt keinem
Viele Standards erfüllt er im Äußeren      sich in Oberthemen (Aktuelles, Krei-            Leser verborgen – seine Werke tau-
bereits, so dass der Brief insgesamt       se und Gruppen, Angebote und Dien-              chen unvermittelt in jeder Ausgabe
wie „guter Durchschnitt“ erscheint.        ste) und Unterpunkte gliedert. Die              auf. Vielleicht interviewt man den
DIN-A5-Format; klar gegliederte            Innenseiten sind luftig layoutet, so            Künstler einmal und stellt ihn so auch
Titelseite mit Bildern der drei Kirch-     dass der einspaltige Umbruch nicht              Nicht-Eingeweihten vor? Ein letzter
türme im Kopf; die Umschlagseiten –        zu negativ ins Gewicht fällt. Wün-              Zeigefinger: Berichte, die mit dem
jede Ausgabe andersfarbig – bieten         schenswert – und leicht machbar –               Langeweile-Klassiker „Endlich war es
zur Orientierung Ausgabe und               wäre dennoch eine Gestaltung mit                so weit“ anfangen oder mit einer
Datum (Titel) sowie eine Tabelle mit       durchgängiger Zweispaltigkeit, ein              Datumsangabe („Am Sonntag, dem
„Wichtigen Adressen im Kirchspiel“         einheitlicher Seitenkopf mit Rubri-             27. Oktober, feierten ...“), müssen re-
(Umschlag-Rückseite). Hier könnte          ken, bewussterer Umgang mit den                 digiert werden. Nur ein knackiger
sich eine Änderung lohnen: Wenn            Bildern. Angesichts eines Fotos ohne            Einstieg lockt in den Text hinein! Der
die Seite stets gleich aussieht, ist der   Unterschrift aus der Dezemberausga-             Gemeindebrief wird im Ein-Mann-
wertvolle Platz auf dem Umschlag           be 2003, in der das Bild zum „Bibeler-          Betrieb (mit viel Zuarbeit) von Pfar-
verschenkt. Fotos aus der Gemeinde         zählcafé“ in tiefs-Mem Schwarzgrau              rer Stefan Weiß produziert und an
oder ein Spruch zur Jahreszeit brin-       versunken ist, muss man rasch an das            alle Haushalte verteilt. Kontakt:
gen Abwechslung; die Adressen              kleine Einmaleins erinnern: gute Bil-           ev-kirche-heringen@werratal.de
wären auch auf den vorletzten Seiten       der sind wichtig, sind Blickfang und                              Anne-Kathrin Stöber

                                                                                                                                           17

				
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