Lebensraum_gestalten_VDZ

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					                    Lebensraum gestalten –
                      Amphibien erhalten




Gemeinsames Amphibienschutzprogramm der Zooverbände im deutschsprachigen Raum (VDZ, zooschweiz, OZO, DTG,
   DWV), der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), dem Verband deutschsprachiger
          Zoopädagogen (VZP), dem Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ)und der Stiftung Artenschutz.
Peter Dollinger (2008)
Lebensraum gestalten – Amphibien erhalten
Powerpoint-Präsentation
Zoo Office Bern (Geschäftsstelle von VDZ und
zooschweiz), CH-3097 Liebefeld-Bern
office@zodirektoren.de


Die in der Präsentation verwendeten Aufnahmen
können in höherer Auflösung bezogen werden
beim Zoo Office Bern
      Wozu diese Präsentation gut ist
                                                                        Kürzlich haben wir eine Präsentation
                                                                         „Amphibien brauchen unsere Hilfe“
                                                                         verteilt. Dabei ging es in erster Linie
                                                                         um die Motivation der Zoos, Tier- und
                                                                         Wildparks. Die Blätter waren aber so
                                                                         abgefasst, dass sie sich auch zur
                                                                         Information des Publikums eignen, und
                                                                         verschiedene Zoos haben sie auch so
                                                                         verwendet.
                                                                        Die vorliegende zweite Präsentation ist
                                                                         ausschliesslich als Information für die
                                                                         Zoos, Tier- und Wildparks gedacht.
                                                                         Der Inhalt ist für das breite Publikum zu
Der AquaZoo Düsseldorf hat die erste Präsentation als Vorlage für
hochformatige Poster verwendet, die ab Januar 08 ausgestellt werden.
                                                                         technisch.
                                                                        Weitere Präsentationen sind vorgesehen,
                                                                         die zur Information der Besucher
                                                                         verwendet werden können.


                                                                       Photo: Peter Dollinger
      Manche Frösche sind schon da …
                                               In einer großflächig überbauten, von
                                                Verkehrsanlagen zerschnittenen und
                                                von intensiver Landwirtschaft leer
                                                geräumten Landschaft stellen naturnah
                                                gestaltete Zoos, Tier- und Wildparks
                                                für viele Tierarten ein wichtiges
                                                Rückzugsgebiet dar.
                                               Weiher, Teiche, Wassergräben, die
                                                frei von Fischen sind und auf denen
                                                keine Wasservögel gehalten werden,
                                                können ideale Laichgewässer z.B. für
                                                Bergmolch, Erdkröte, Grasfrosch,
                                                Wasser-, Tümpel- und Seefrosch sein.
                                               Nicht oder nur extensiv zur Tierhaltung
                                                genutzte Waldparzellen dienen als
Weiher um Affeninsel im Tiergarten Nürnberg     Landlebensräume z.B. für Erdkröte,
                                                Grasfrosch oder Feuersalamander.



                                              Photo: Peter Dollinger
      …andere muss man holen
                                               Durch gezielte Maßnahmen, etwa den
                                                Bau von vegetationsarmen oder
                                                periodisch austrocknenden Tümpeln,
                                                oder das Anlegen von Hecken und
                                                vernässten Senken, kann Lebensraum
                                                für weitere Arten, wie Unken, Kreuzkröte
                                                oder Laubfrosch geschaffen werden.
                                               Manche Arten wandern spontan ein,
                                                andere müssen – mit Genehmigung
                                                der zuständigen Naturschutzbehörde –
                                                aktiv angesiedelt werden. Dazu können
                                                Laich aus der Natur oder Kaulquappen
                                                und Jungtiere aus eigener Zucht
                                                verwendet werden.
                                               Das Schaffen von Kleinstrukturen, wie
Neu angelegte Weiher im Tiergarten Nürnberg    Trockenmauern, Steinhaufen, Holzstapeln
                                               oder Benjeshecken hilft allen Amphibien.



                                              Photo: Peter Dollinger
      Aber Vorsicht....
                                                             Man muss genau wissen, was man will
                                                              und abklären, ob das verfügbare
                                                              Gelände dafür geeignet ist. Fehl-
                                                              investitionen kann sich kein Zoo,
                                                              Tier- oder Wildpark leisten.
                                                             Durch bauliche Massnahmen dürfen
                                                              keine bestehenden, wertvollen
                                                              Lebensräume zerstört werden (z.B.
                                                              Trockenstandorte, Magerwiesen,
                                                              Feuchtwiesen, Fliessgewässer) und
                                                              es darf keinen anderen geschützten
                                                              oder schützenswerten Arten (z.B.
                                                              Orchideen) geschadet werden.
                                                             Ein Tier ist kein Individuum, sondern
                                                              ein biologisches Paket, das auch
Feuchtwiese in Naturschutzgebiet Auried, Kleinbösingen FR     Parasiten, Pilze (Chytrid!), Bakterien
                                                              und Viren enthalten kann. Unsach-
                                                              gemäße Aussetzungsaktionen können
                                                              daher viel Schaden anrichten.
                                                            Photo: Peter Dollinger
… zuerst sollte man sich schlau machen
                     Auf der WAZA-Webseite gibt es einen
                      Bereich in deutscher Sprache „Zoos
                      und Aquarien – eine Zuflucht für
                      Frösche“.
                     Hier finden Sie Allgemeine Informationen,
                      eine Literaturliste zusammengestellt von
                      Beat Akeret und Peter Janzen (DGHT),
                      Links zu anderen Informationsquellen,
                      etwa den Amphibienfachgruppen der
                      DGHT, zur Koordinationsstelle für
                      Amphibien und Reptilien der Schweiz
                      (KARCH) oder zum NABU, und viele
                      andere nützliche Informationen.
                     Auf der WAZA-Homepage www.waza.org
                     den Laubfrosch anklicken, dann auf der
                     Kampagnenseite den Tomatenfrosch –
                     schon sind Sie drin.



                    Photo: Peter Dollinger
      Alleingänge sind problematisch
                                     Die Welt-Zoo-Naturschutzstrategie
                                      weist auf die Wichtigkeit der Zusammen-
                                      arbeit mit Behörden, Organisationen
                                      und der lokalen Bevölkerung hin. Ein
                                      frühzeitiger Einbezug ist hilfreich.
                                     Behörden (Raumplanung, Bau,
                                      Umweltschutz, Naturschutz etc.) erteilen
                                      die erforderlichen Genehmigungen.
                                     Natur- und Vogelschutzorganisationen,
                                      Amphibienfachstellen, Förster, Fischer
                                      und Jäger verfügen über Fachwissen
                                      und können ein Projekt mit Rat und
                                      Tat unterstützen.
                                     Und sind Sie sicher, dass die Nachbarn
                                      Freude an nächtlichen Froschkonzerten
Quakender Frosch (Rana esculenta)
                                      haben?




                                    Photo: Axel Gebauer
Was grundsätzlich zu beachten ist
                      Ein Loch zu graben und mit Wasser zu
                       füllen reicht als Schutzmaßnahme
                       in der Regel nicht aus.
                      Heimische Amphibien benötigen ein
                       Laichgewässer und einen Landlebens-
                       raum, der, je nach Art, unterschiedlich
                       weit vom Laichgewässer entfernt ist. Um
                       eine Population zu erhalten oder neu zu
                       schaffen, braucht es Laichgewässer,
                       Landlebensraum und gegebenenfalls
                       sichere Wanderwege.
                      Die einzelnen Arten stellen unter-
                       schiedliche Anforderungen an Laich-
                       gewässer und Landlebensraum.
                      Einzelne Arten können sich gegenseitig
                       konkurrenzieren.




                     Illustration: aus Lektion Benedikt Schmidt, Amphibienkurs Chemnitz
      Isolation ist riskant und braucht Platz
                                                                       Ein isolierter Lebensraum sollte
                                                                        eine Lebensgrundlage für mindestens
                                                                        160 erwachsene Amphibien bieten.
                                                                       In Weiherkomplexen ist die Fort-
                                                                        pflanzungsrate höher als in Einzel-
                                                                        weihern.
                                                                       Währenddem eine relativ kleine Wasser-
                                                                        fläche für viele Amphibien ausreichen
                                                                        kann, ist die tragbare Dichte im Land-
                                                                        lebensraum geringer, bei der Kreuzkröte
                                                                        etwa 10-15 Tiere/ha. Für eine lebens-
                                                                        fähige Population sind also mindestens
                                                                       10 ha erforderlich.
                                                                       Neue Lebensräume sind daher möglichst
                                                                        so anzulegen, daß eine Verbindung
„Biotop“ am falschen Platz: Gebäude auf drei Seiten und erschwerter
Zugang auf der vierten. BVET/Agroscope, Liebefeld-Bern.
                                                                        der Population zu Nachbarpopulationen
                                                                        möglich ist. Stichwort: Biotopverbund.


                                                                      Photo: Peter Dollinger
      Ansiedeln oder abwarten?
                                                        Manche Arten wandern spontan in
                                                         neue Biotope ein, bei anderen ist dies
                                                         weniger der Fall.
                                                        Etwas Geduld sollte geübt werden, um
                                                         festzustellen, welche Arten in Parknähe
                                                         Lebensräume haben, die mit dem neu
                                                         geschaffenen Biotop vernetzt sind.
                                                        Für eine Ansiedlung oder Umsiedlung
                                                         müssen die nötigen Genehmigungen für
                                                         das Sammeln von Laich oder das
                                                         Fangen von Tieren, sowie für das
                                                         Aussetzen bei der zuständigen
                                                         Naturschutzbehörde beantragt werden.
                                                        Jegliches Aussetzen von Tieren muß
                                                         den IUCN-Richtlinien für Wieder-
Neu angelegtes Feuchtgebiet. Stadtbach, Niederwangen
                                                         ansiedlungen entsprechen. Diese
                                                         sind auf Deutsch bei der WAZA-
                                                         Geschäftsstelle erhältlich.

                                                       Photo: Peter Dollinger
      Frösche - ein Saisongeschäft?
                                    Die meisten Frösche und Kröten sind
                                     für die Besucher nur im Frühjahr
                                     während der Fortpflanzungszeit und
                                     anschließend als Kaulquappen sichtbar.
                                     Während dieser Zeit können Führungen
                                     und Tümpelaktivitäten angeboten
                                     werden.
                                    Wasserfrösche, Kleine Wasserfrösche
                                     und Seefrösche dagegen bleiben
                                     während des ganzen Sommers im
                                     Gewässer und sind leicht zu beobachten
                                     und nicht zu überhören.




Wasserfrosch im Mai, Radelfingen




                                   Photo: Peter Dollinger
      Attraktivität für Besucher steigern
                                                                       Amphibienbiotope werden von vielen
                                                                        anderen Arten genutzt, die während der
                                                                        Vegetationsperiode (Libellen, Reptilien)
                                                                        oder ganzjährig (Vögel) beobachtet
                                                                        werden können. Auch eine extensive
                                                                        Beweidung durch Robustrinder, Schafe,
                                                                        Pferde oder Hirscharten ist möglich.
                                                                       Schultümpel, Erlebnispfade, Holzstege,
                                                                        Ruhebänke, Beobachtungshütten, und
                                                                        Bepflanzung mit Teich- und Seerosen,
                                                                        Rohrkolben, Schwertlilien, Trollblumen,
                                                                        Knabenkräutern etc. machen den
                                                                        Besuch auch dann zum Erlebnis, wenn
                                                                        keine Amphibien zu sehen sind.

Schottische Hochlandrinder und Wildvögel im Amphibienbiotop Auried.




                                                                      Photo: Peter Dollinger
      Freiland und Freilandterrarien
                                                   Arten, die nicht leicht zu sehen sind,
                                                    können in Freilandterrarien den
                                                    Besuchern nahe gebracht werden.
                                                   Unterwassereinblicke in Freilandteiche
                                                    verwischen die Grenze zwischen
                                                    Freiland und Gehege.




Unterwassereinblick, Unterwasserwelt Furth a.W.
http://www.wild-garten.de/wasser.htm




                                                  Photo: Eckhard Wiesenthal
      Das edukative Element
                                      Gute Beschriftung und Informations-
                                       pavillons, wo eventuell auch lebende
                                       Tiere (z.B. Zwergmäuse) gezeigt
                                       werden, tragen ebenfalls zur Steigerung
                                       der Attraktivität bei.
                                      Tümpeln und Mikroskopieren bereichern
                                       den Schulunterricht.
                                      Unterrichtsmaterialien werden vom VZP
                                       erarbeitet und zur Verfügung gestellt




Informationspavillon im Zoo Zürich




                                     Photo: Peter Dollinger
      Vielleicht gibt es sogar Geld
                                       Die für Naturschutz oder Landwirtschaft
                                        zuständigen Verwaltungen haben
                                        eventuell Programme mit denen sie das
                                        Erstellen und den Unterhalt von
                                        Amphibienbiotopen unterstützen können.
                                       Finanziell ausgeglichen oder honoriert
                                        werden können ein erhöhter Aufwand für
                                        den Grundbesitzer und/oder Leistungen,
                                        die die Naturschutz-Ziele, etwa der FFH-
                                        Richtlinie unterstützen.
                                       Beispiele sind eine extensive Nutzung
                                        oder Pflege von artenreichen Wiesen,
                                        oder die Verbesserung der Biotopvielfalt,
                                        z.B. durch Neuanlage von Amphibien-
Rohrkolben im Leintalzoo Schwaigern     laichgewässern, Feldgehölzen oder
                                        Hecken.



                                      Photo: Peter Dollinger
      Die einzelnen Arten
                             Auf den nachfolgenden Blättern finden
                              sich Informationen zu Gefährdung und
                              Lebensraumansprüchen der einzelnen
                              Arten sowie zu besonderen Schutz-
                              maßnahmen.
                             Für genauere Informationen zur
                              Gefährdung in den einzelnen deutschen
                              und österreichischen Bundesländern
                              oder in der Schweiz .können die
                              regionalen Roten Listen konsultiert
                              werden www.waza.org/conservation/
                              frog_pages.php?id=8


Wasserfrosch




                            Photo: Axel Gebauer
Feuersalamander
Salamandra salamandra
Gefährdung:
In manchen Regionen gefährdet oder stark
gefährdet.
Lebensraumansprüche:
Saubere, nährstoffarme Höhlengewässer,
Quellen und Bäche.
Landlebensraum sind feuchte Wälder und
Schluchten bis 500 m oder mehr vom
Laichgewässer entfernt.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Bäche, die unterirdisch in Rohren fließen,
wieder oberirdisch offen fließen lassen und
Renaturieren von Bächen, Vermeiden von
Biozid- und Düngereintrag, Gewährleistung
von Restwassermengen bei Quellfassun-
gen, Ersetzen von Nadelholzmonokulturen
durch Mischwald. Schutz der Wanderzüge
vor Straßenverkehr.
Photos: DGHT-AG Urodela; Natur + Tierpark Goldau
Kammmolche
Triturus cristatus, carnifex, dobrogicus

Gefährdung:
Je nach Region und Art gefährdet bis vom
Aussterben bedroht.
Lebensraumansprüche:
Größere Weiher und Teiche, über 0.5 m tief,
zumindest teilweise besonnt, reichliche
Unterwasservegetation aber keine Fische.
Landlebensraum nahe bei Laichgewässer
oder bis zu einigen hundert Metern entfernt.
Steinhaufen, Holzstapel, Wurzelhöhlungen.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Unterhalt der Laichgewässer, Vernetzung
der Lebensräume, Umsiedlungen, Zucht im
Aquarium und Ansiedlung der Larven in
verwaisten oder neuen Laichgewässern.
Schutz der Wanderzüge vor Straßen-
verkehr.
Photos: Helmut Mägdefrau
Bergmolch
Triturus alpestris

Gefährdung:
In manchen Regionen gefährdet oder stark
gefährdet. Auch der Status von Fadenmolch
(fehlt in Österreich) und Teichmolch ist je
nach Region sehr unterschiedlich.
Lebensraumansprüche:
Kleine, wenig tiefe und zumindest teilweise
besonnte Weiher und Teiche mit reichlicher
Unterwasservegetation aber ohne Fische.
Landlebensraum nahe bei Laichgewässer,
meist nicht weiter weg als 100 m. Etwas
verwilderte Parklandschaft ist ideal.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Unterhalt der Laichgewässer.



Photos: Kurt Grossenbacher; DGHT-AG Urodela
Erdkröte
Bufo bufo

Gefährdung:
Je nach Region auf Vorwarnliste, verletzlich
oder gefährdet.
Lebensraumansprüche:
Vorzugsweise größere, dauerhafte Weiher
und Seeufer mit Schilf und reichlicher
Unterwasservegetation.
Landlebensraum sind Wälder, im Sommer
bis 3 km, im Winter bis 1 km vom Laich-
gewässer entfernt.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung der Laichgewässer oder deren
Ersatz in unmittelbarer Nähe. Bei neu
geschaffenen Laichgewässern eventuell
Einsetzen von Laich oder Kaulquappen.
Schutz der Wanderzüge vor Straßen-
verkehr.
Photos: Axel Gebauer
Kreuzkröte
Bufo calamita

Gefährdung:
Je nach Region gefährdet, stark gefährdet
oder vom Aussterben bedroht.
Lebensraumansprüche:
Zum Austrocknen neigende, gut besonnte,
fischfreie und vegetationsarm Tümpel mit
Flachwasserzonen, stellenweise aber mehr
als 70 cm tief, etwa in Kiesgruben.
Der Landlebensraum ist sonnig, offen und
trocken mit lockerem Boden und lückiger
Vegetation, nahe beim Laichgewässer.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer
und Landlebensräume. Schaffen neuer
Biotope und weiträumige Vernetzung.


Photos: Kurt Grossenbacher; Axel Gebauer
Wechselkröte
Bufo viridis

Gefährdung:
Je nach Region gefährdet, stark gefährdet,
vom Aussterben bedroht oder ausgestorben.
Lebensraumansprüche:
Vegetationsarme und fischfreie, seichte
Tümpel, vorzugsweise in Kies- und Sand-
gruben, sowie Steinbrüchen.
Der Landlebensraum ist sonnig, offen und
trocken mit lockerem Boden und lückiger
Vegetation. Ruderalstandorte, Abbau-
flächen, Brachland, auch Dünen und am
Rand von lichten Wäldern.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer
und Landlebensräume. Schaffen neuer
Biotope und weiträumige Vernetzung. Zucht
in Menschenhand und Wiederansiedlung.
Photos: Axel Gebauer
Unken
Bombina bombina*, Bombina variegata
* FFH-Art, d.h. von gesamteuropäischer Bedeutung

Gefährdung:
Rotbauchunke (nur D) je nach Bundesland
stark gefährdet, vom Aussterben bedroht
oder ausgestorben. Gelbbauchunke je nach
Region gefährdet stark gefährdet, vom
Aussterben bedroht oder ausgestorben.
Lebensraumansprüche:
Zum Austrocknen neigende, gut besonnte,
fischfreie Tümpel mit Flachwasserzonen
und feinem, lockerem Bodenschlamm.
Landlebensraum nahe bei Laichgewässer
mit genügend Bodenfeuchtigkeit und
Versteckmöglichkeiten.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffen neuer Gewässer, Vernetzung der
Lebensräume.
Photos: B. variegata: Peter Dollinger; B. bombina: Axel Gebauer
Geburtshelferkröte
Alytes obstetricans

Gefährdung:
Je nach Region auf Vorwarnliste, gefährdet,
stark gefährdet, vom Aussterben bedroht
oder ausgestorben.
Lebensraumansprüche:
Zum Austrocknen neigende, gut besonnte,
Tümpel von wenigen Quadratmetern, aber
auch größere, fischfreie Weiher mit Flach-
wasserzonen.
Landlebensraum nahe bei Laichgewässer,
sonnig, vegetationsarm und mit lockerem
Gestein, Sand, Humus oder Lehm.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffen neuer Gewässer und von Klein-
strukturen, wie Trockenmauern.

Photos: Susan Walker; Peter Janzen
Laubfrosch
Hyla arborea

Gefährdung:
Je nach Region gefährdet, stark gefährdet
oder vom Aussterben bedroht.
Lebensraumansprüche:
In größeren Zeitabständen trocken fallende,
pflanzenreiche Kleingewässer, vorzugs-
weise in größeren Feuchtgebieten.
Landlebensraum: sonnige Plätze mit dichter
Vegetation wie Ufergehölze, Hecken oder
gebüschreiche Waldränder, bis zu 1 km vom
Laichgewässer entfernt.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffen neuer Gewässer, Anlegen von
Hecken, Vernetzung der Lebensräume.
Eventuell Ansiedlung in neuen oder
verwaisten Laichgewässern.
Photos: Axel Gebauer; Peter Dollinger
Knoblauchkröte
Pelobates fuscus

Gefährdung:
Je nach Region ungenügende Daten,
gefährdet, stark gefährdet oder vom
Aussterben bedroht.
Lebensraumansprüche:
Grosse, vegetationsreiche Gewässer aber
auch Tümpel und überschwemmte Wiesen,
mit einer Tiefe von mehr als 30 cm.
Landlebensraum offen oder mäßig
beschattet mit lockeren, sandigen bis
lehmigen Böden, wie Heiden, Dünen,
Ruderalstandorte oder Äcker.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer
und Landlebensräume. Schaffen neuer
Biotope und weiträumige Vernetzung.

Photos: Axel Gebauer
Moorfrosch
Rana arvalis

Gefährdung:
Je nach Region ungenügende Daten, nicht
gefährdet bis vom Aussterben bedroht.
Lebensraumansprüche:
Stark besonnte Weiher, Torfstiche oder
Altwässer, reichlich bewachsen mit Seggen,
Binsen, Flutgrasrasen oder Wollgras.
Landlebensraum mit hohem Grundwasser-
stand, periodisch überschwemmt, wie
Moore, Nasswiesen, Erlen-Bruchwälder und
Weichholzauen größerer Flüsse.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffung neuer Gewässer, Vernetzung der
Lebensräume, Wiederansiedlungen.


Photos: Axel Gebauer
Springfrosch
Rana dalmatina, Rana latastei

Gefährdung:
Je nach Region unbekannt, gefährdet bis
vom Aussterben bedroht. Italienischer
Springfrosch (nur CH) verletzlich.
Lebensraumansprüche:
Vorzugsweise Tümpel in Waldnähe,
zumindest teilweise besonnt, reichliche
Unterwasservegetation aber keine Fische.
Landlebensraum teilweise mehr als 1 km
weit vom Laichgewässer entfernt, lichte und
eher trockenen Laubmischwälder mit dichter
Krautschicht.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffen von neuen Gewässern und Klein-
strukturen, Auslichten der Wälder, Schutz
der Wanderzüge vor Straßenverkehr.
Photos: Aleksander Niwelinski
Grünfrösche
Rana esculenta, R. lessonae, R. ridibunda

Gefährdung:
Je nach Region und Art unbekannt, nicht
gefährdet bis vom Aussterben bedroht.
Seefrosch, in der Schweiz eingeschleppt,
kann eine Gefahr für andere Arten bilden.
Lebensraumansprüche:
Gut besonnte, stehende Gewässer jeglicher
Größe mit dichter Vegetation.
Grünfrösche bleiben den ganzen Sommer
im Wasser und überwintern im Gewässer
oder in dessen unmittelbarer Nähe.
Besondere Schutzmaßnahmen:
Erhaltung und Unterhalt der Laichgewässer,
Schaffen von neuen Gewässern. Verhindern
der Ausbreitung des Seefrosches im Areal
von Wasser- und Kleinem Wasserfrosch.

Photos: Peter Dollinger; Axel Gebauer
Grasfrosch
Rana temporaria

Gefährdung:
Je nach Region nicht gefährdet, auf
Vorwarnliste oder gefährdet.
Lebensraumansprüche:
Ansprüche an Laichgewässer nicht sehr
hoch. Vorzugsweise seichte Weiher und
Teiche.
Landlebensraum: Wald, Gärten, feuchte
Wiesen, Weiden. Kann auch im Laich-
gewässer überwintern.
Besondere Schutzmaßnahmen:
In kleinen Weihern Laich eventuell separat
hältern bis die Larven geschlüpft sind.
Schutz der Wanderzüge vor Strassen-
verkehr.


Photos: Axel Gebauer; Peter Dollinger
Los geht‘s - ist der Bagger schon bestellt?




Gemeinsames Amphibienschutzprogramm der Zooverbände im deutschsprachigen Raum (VDZ, zooschweiz, OZO, DTG,
   DWV), der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), dem Verband deutschsprachiger
          Zoopädagogen (VZP), dem Berufsverband der Zootierpfleger (BdZ)und der Stiftung Artenschutz.

				
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posted:4/9/2010
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