Strukturen der Nichtmetalle
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Strukturen der
Nichtmetalle
ACF-Praktikum 2004/2005
Frederik Schenk
LA Chemie/Geografie
Gliederung
Allgemeine Bindungsregeln
Strukturen der Nichtmetalle
Edelgase
Halogene
Chalkogene
Pniktogene
Tetrele
Fazit und Systematisierung
Universität Stuttgart Strukturen der Nichtmetalle
Bindungsprinzipien
Allgemeine Bindungsprinzipien
Die (8 – N) Regel für Nichtmetalle (primäre Bindungen)
Ein Atom X eines Elementes der N-ten HG geht 8 – N
kovalente Bindungen ein (N = 4 bis 7)
Prinzip der maximalen Vernetzung
Mehrfachbindungen werden vermieden
Ausnahme:
weniger vernetzter Graphit bei Normalbedingung stabiler
bei Druck hohe Vernetzung zur Diamantstruktur
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Bindungsprinzipien
Erweiterte Bindungsprinzipien
Hypervalenz (sekundäre Bindungen)
Bindungen höherer Perioden sind schwächer + weniger lokalisiert
Verlust an Stabilisierungsenergie Ausgleich durch erhöhte KZ
Erhöhte KZ sterisch möglich durch größere Radien
Koordinations-Abstands-Regel
Zunahme KZ Zunahme
Bindungslänge
Druck-Koordinations-Regel Druck-Abstands-Paradoxon
Druckzunahme Zunahme KZ Druckzunahme Zunahme
Bindungslänge
Universität Stuttgart Strukturen der Nichtmetalle
Strukturen der Nichtmetalle
Universität Stuttgart Strukturen der Nichtmetalle
Struktur der Edelgase
Edelgase
van-der-Waals-Bindung
Helium Ne, Ar, Kr, Xe
hexagonal dichteste kubisch dichteste
Kugelpackung h.d.p. Kugelpackung k.d.p.
Metallische Kugelpackung ohne Elektronengas Matrixtechnik
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Struktur der Edelgase
Stickstoff
N2 als Inertgas „Edelgas“ Matrixtechnik
N2-Moleküle ordnen Sdp. -196 °C
sich in eine k.d.p. Smp. -210 °C
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Struktur der Halogene
Halogene
Allgemeine Eigenschaften
Phasenübergänge
Gas – Flüssig – Fest
Fluor fällt aus der
Reihe
Fluor hat andere
Struktur
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Struktur der Halogene
Fluor
Standard: F2-Moleküle in Gasphase
Kristallin: 2 Modifikationen
α-F2: F2-Hanteln senkrecht zur Schicht orientiert.
Schichten wie in k.d.p. gestapelt
α-F2-Typ
β-F2: über 46 K bis zum Smp. (53,5 K) k.d.p. mit
rotierenden Molekülen um ihren Schwerpunkt
Sauerstoff mit gleichem Smp. wie F2
auch O2-Moleküle in k.d.p. im α-F2-Typ
bei T > 44 K im β-F2-Typ
β-F2 -Typ
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Struktur der Halogene
Chlor – Brom – Iod
Iod
Kristallin: alle isotyp im I2-Typ (A14-Strukturtyp)
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Struktur der Halogene
Strukturmerkmale
orthorhombische Struktur
Hanteln in bc-Ebene zu
Schichten „kondensiert“
d (in bc-Ebene) < dv.d.Waals
d (zw. Schichten) > dv.d.Waals
plättchenförmige Kristalle
I2-Zelle (A14) für Cl2, Br2, und I2 Stapelung der Schichten
orthorhombisch: 3x 90°, a ≠ b ≠ c
gemäß AB
Assoziation in der bc-Ebene nimmt vom Chlor zum Iod zu
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Struktur der Halogene
Nichtmetall-Metall-Übergang
Hochdruck-Modifikation
von I2
mit zunehmendem Druck
kontinuierlicher Übergang
zu verzerrter k.d.p.
Hochdruck I2 (50 kbar)
Übergang vom Nichtleiter
zum metallischen Leiter
Assoziation 18 der bc-Ebene nimmt 21 GPa zum Metall zu
Iod wird ab in GPa zum Leiter, bei vom Chlor zum Iod
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Struktur der Chalkogene
Chalkogene
Allgemeine Eigenschaften
Sauerstoff fällt
aus der Reihe
wie Fluor
„linearer“ Trend
von S zu Te
Polonium ähnelt
Te und Se
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Struktur der Chalkogene
Schwefel
Größte Strukturvielfalt
sehr viele Formen
unterschiedliche Modifikation
bildet Ketten oder Ringe
ab 5 Bausteinen 2
Möglichkeiten
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Orthorhombischer Schwefel
Van-der-Waals Modell: „Geldrollen-Packung“
Kronen werden wie „Münzrollen“ gestapelt,
allerdings leicht schräg übereinander
Quelle: http://cojobo.bonn.de
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Struktur der Chalkogene
Weitere Schwefelformen
Kleine Ringe = cisoid
S6 mit Sesselkonformation
S7 und S8 mit Kronenform
Größere Ringe (Sx, x > 8)
erfordern transoid
S12 genau abwechselnd
Spiralketten = transoid
= cis
S18-Ring = trans
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Struktur der Chalkogene
Selen
3 rote Se-Modifikationen
Alle aus Se8-Ringen mit
schräger Schichtung wie S8
α-Selen: (thermodynamisch stabil)
Helixketten (3 Se je Windung)
Ketten parallel gebündelt
d (Se - - - Se) << dv.d.Waals
Nur scheinbar reine Kettenstruktur
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Struktur der Chalkogene
(2+4)-Koordination von α-Selen
Primär: 2 Nachbaratome in
der Kette
Sekundär: 4 Nachbaratome
aus 3 Nachbarketten
(2+4) Koordination
stark verzerrter Oktaeder
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Struktur der Chalkogene
Tellur
Te ist isotyp zu α-Selen
näher an Oktaederform
d (Te - - - Te) <<< dv.d.Waals
Abnahme der Verzerrung
bei Druckzunahme: β-Polonium bzw. Hochdruck-Te
Angleichung aller d
7 MPa = 6 äquidistante d
β-Polonium
α-Polonium kubisch primitiv
kubisch primitves α-Polonium
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Struktur der Pnikogene
Pnikogene
Allgemeine Eigenschaften
Arsen sublimiert
Antimon sehr hoher Sdp.
Bismut mit tiefem Smp.
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Struktur der Pnikogene
Phosphor
Insgesamt mehr als 4 Modifikationen, kompliziert und vielfältig
Weißer Phosphor = P4-Tetraeder als Bausteine
Roter Phosphor = amorph bis mikrokristallin, auch polymer
Roter Phosphor mit vielen teils obskuren Formen, z.T. ungeklärt
P4-Grundbaustein
des weißen Phosphor
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Struktur der Pnikogene
Hittorfscher Phosphor (violett)
Käfige wie im As4S4 und As4S5
Über weitere P-Atome verknüpft
Bildung von fünfeckigen Röhren
- Röhren verschachteln sich
zu Rosten
- schattierte und nicht
schattierte Röhren sind
nicht verknüpft (KZ = 3)
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Struktur der Pnikogene
Schwarzer Phosphor
Bei Hochdruck herstellbar
eigentlich thermodynamisch stabilste Form
Metallische Leitfähigkeit
Schichtstruktur: 2 Sesselringe
Aufsicht zeigt Zickzacklinien
wie cis-Decalin verknüpft
d (zw. Schichten) = dv.d.Waals
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Struktur der Pnikogene
Arsen
Stabil nur α-Arsen
= graues Arsen, metallisch
Sechsringe in Sesselkonfomation wie im trans-Decalin
Versetzte Stapelung
Koordinationserhöhung
3 primäre Verknüpfungen in Schicht
3 sekundäre Verknüpfungen zur nächsten Schicht
(3+3)-Koordination verzerrt oktaedrisch
d (zw. Schicht) << dv.d.Waals
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Struktur der Pnikogene
Antimon - Bismut
Isotyp zum grauen Arsen
Abstände gleichen sich an
Oktaeder
Unter Druck weitere Annäherung
wie bei Selen und Tellur
Unter Hochdruck (9 GPa):
Strukturen sind metallisch
Sb = h.d.p.
Bi = kubisch-raumzentriert
Antimon Bismut
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Struktur der Tetrele
Tetrele - Kohlenstoffgruppe
Rhombischer
Graphit
Hexagonaler Hexagonaler
Diamant Graphit
Kubischer Kubischer
Diamant
Kohlenstoff Graphit
Silizium
Amorpher
Germanium
Graphit
α-Zinn
Fullerene
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Struktur der Tetrele
Graphit
A
B
A ABAB – ABCABC – amorph
Fulleren C60 = Fußball
Pokropivny (Kiew) 02/04:
Strukturklärung von
kubischem Graphit
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Struktur der Tetrele
Diamant
kubisch ABC hexagonal AB
A
B A
C B
A A
Wurtzit
Sphalerit ZnS
Starke Bindungslokalisierung
Licht passiert vollständig
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Struktur der Tetrele
Zinn-Umwandlung
weißes β-Zinn bei T > 13 °C stabil
Dichteänderung 21 %
graues α-Zinn unter 13 °C stabil
T > 13 °C
β-Zinn T < 13 °C
Oberhalb 13 °C starke Stauchung α-Zinn in Diamantstruktur
längs einer Kante der Elementarzelle wie Diamant, Si und Ge
Übergang zu Koordination 6 ! KZ = 4
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Fazit
Systematisierung
Edelgase + N2 bilden Kugelpackungen ohne Kovalenz
F2 und O2 mit gleichem Strukturtyp und Smp.
Halogene alle isotyp zu Iod mit zunehmender Assoziation k.d.p.
Chalkogene
Schwefel mit KZ = 2 in Ketten und Ringen
Se und Te mit „Kettenstruktur“ + (2+4)-Koordination α-Polonium
Pniktogene
Phosphor mit KZ = 3 und diverse Formen
α-As, Sb und Bi in „Schichtstruktur“ + (3+3)-Koordination α-Polonium
Kohlenstoffgruppe
Graphit mit Schichtstruktur mit KZ = 3 und verschiedener Stapelung
Diamantstruktur mit KZ = 4 auch bei Si, Ge und α-Zinn
β-Zinn mit Koordinationserweiterung KZ = 6
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Literatur und Quellen
Müller, U. (1991): Anorganische Strukturchemie. – 318 S., Stuttgart.
V. V. Pokropivny und A. V. Pokropivny: "Structure of "Cubic
Graphite": Simple Cubic Fullerite C24." In: Physics of the Solid
State, Bd. 46 (2004), Nr. 2, Februar 2004, S. 392-394
(DOI:10.1134/1.1649442).
Quellennachweis der Abbildungen:
Uni Freiburg: http://ruby.chemie.uni-freiburg.de/Vorlesung/strukturchemie
Uni Bayreuth: http://www.uni-bayreuth.de/departments/didaktikchemie
Uni Graz: http://webdb.uni-graz.at/~belaj/Nm2000/index02.htm
Diagramme: Eigene Darstellung nach Daten von Wikipedia.org
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B12
Frohe Weihnachten
und einen
guten Rutsch!!!
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