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Dramentheorie

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  • pg 1
									                    Bauweise/Dramaturgie
                  DRAMATISCHER TEXTE:
                    dominante Strukturen,
                   konstituierende Elemente
Theatersemiotik



                                    Figurenrede/Dialog/Sprache
                   Raum/Ort
                                    Haupttext/Nebentext
  Zeichen

             PLURIMEDIALITÄT                    Handlung/
                                                Situation
Figuren/
Personen/
Konstellation       Zeit-
                    struktur        Konflikte
         Befreiung von Ideologien, von einem Absolutheitsdruck
                      Fehlen einer Zentralperspektive
 Text und Bühne sind nicht mehr dazu da, die Welt zu erklären, mit der
                                einen Lehre
     Stattdessen zeigen die Texte die Welt, wie sie durch den Autor
wahrgenommen wird, sie zeigen ein Bewusstsein vom Zustand der Welt
      Lösungen kommen, wenn überhaupt, nur als Alternativen vor
  Es fehlt der individuelle Held, der Macher, der den Überblick über ein
                              Ganzes besitzt
             Prozesse sind nicht mehr bestimm – und lenkbar
            Es sind keine linearen Geschichten mehr erzählbar
 Es geht um Situationen, um Momentaufnahmen, um Clips, sowohl von
                 äußeren als auch von inneren Zuständen
Schwinden der Prinzipien von Narration und Figuration und der Ordnung einer
Fabel, Verselbstständigung von Sprache (Thomas Bernhard, Werner
Schwab), Schwinden, ja Umschiffung des Konflikts, daraus folgt: Lösungen
werden als Horrorszenarien abgelehnt. Stattdessen arbeitet man mit
Sprachflächen ohne mimetische Dimension, mit parallel und verschränkt
geführten Monologen, Sprechtexte sind nicht mehr situativ eingebunden,
Sprecher sind entindividualisiert, selbst ein A oder B bedeutet schon viel,
Michel Foucaults berühmter letzter Satz seiner Archäologie des Denkens „Die
Ordnung der Dinge“ ist auf den Brettern, die die Welt bedeuten,
angekommen: „Dann kann man sehr wohl wetten, dass der Mensch
verschwindet wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand.
Weitere Grenzen, die gefallen sind, sind die zur epischen Literatur, aber auch zur
Musik, hier vor allem zur Popkultur. Linearität und Zentralperspektive sind aufgehoben,
stattdessen überall simultanes und multiperspektivisches Erzählen, zwischen
Textsorten wird hin- und hergependelt, Figurentexte brechen, halten inne, um zu
reflektieren, aber auch um das Stück voranzutreiben, im Sinne eines epischen
Erzählens, werden zu reinen Sprechtexten, Identifikation und Distanz sind im Text
angelegt, Zeit- und Realitätsebenen vermischen sich, neue Räume und Erfahrungen
werden so im Medium Theater möglich. Fragmentarisierung, Collage, Montage sind
Begriffe, mit denen man die Technik des Schreibens, die hinter diesen
Textkompositionen steht, näher beschreiben kann
analytisch                                   handlungsorientiert




                    methodisch/didaktische
                           Zugänge
                    zu dramatischen Texten




theatral/rezeptiv                             produktionsorientiert
                                              textproduktiv
      Entwicklung von dramendidaktischen Bausteinen
           Plurimedialität




Text (Haupttext und Nebentext) als Partitur
Der dramatische Text nutzt dabei eine Vielzahl verschiedener Codes und Kanäle.
                             > synästhetischer Text
visuelle
                           verbal/nonverbal
und

akustische Informationen
    Theatersemiotik




Zeichen auf der Bühne




    Hyperzeichen
     Dramenhandlung



     analytisches Drama


Zieldrama/synthetisches Drama
          Formentypen des Dramas/Dramenhandlung:

          -geschlossenes Drama

          -offenes Drama



-episches Drama                   -analytisches Drama
-Stationendrama                   -synthetisches Drama
-postdramatisches Drama
-Erzähltheater
Gattungen des Dramas:

-Tragödie

-Komödie
Griechische Tragödie
Aischylos, Sophokles
noch keine Tragik im späteren Sinne unbedingt nötig
Klassische Tragödie
Wichtige Prinzipien:
     Stilreinheit ( = Einhaltung der drei Einheiten)
     Stiltrennung ( = keine Vermischung mit komischen Elementen)
schließt an römische (Seneca) und griechische Tragödie an
Beispiele:
     römischem Vorbild folgend: Dramen des Barock, z.B. Andreas Gryphius,
     Gottsched "Sterbender Cato" (1732)
     griechischem Vorbild folgend: Schiller, Die Braut von Messina (1803),
     Kleist, Penthesilea (1806/07), Hauptmann, Atridentetralogie (1940/44)
Gemischte Tragödie
Prinzip der Stilmischung
     Tragisches mit Komischen
     Staataktionen mit Szenen aus dem Volk
     Ablehnung der Einheiten des Orts und der Zeit
     Vers- und Prosasprache verbunden
schließt an Volksdramatik, bes. an Shakespeare an
Beispiele: Goethe, Goetz von Berlichingen (1773),
Büchner: Dantons Tod (1835), Woyzeck (1836)
Historisches Ideendrama
tragischer Konflikt zwischen menschlicher Entscheidungsfreiheit
und geschichtlichem Zwang
Verbindung von antikem Schicksalsgedanken mit geschichtlichem Stoff
Beispiele: Schillers ethische Entscheidungsdramen Don Carlos (1787),
Wallensteins Tod (1800), Maria Stuart (1801)
Bürgerliches Trauerspiel
Tragisches spielt sich in der bürgerlichen Sphäre ab
Übergang von der gehobenen und gebundenen Rede zur Prosa (Prosatragödie)
Beispiele: Lessing, Miß Sara Sampson (1755), Emilia Galotti (1772);
etwas sozialkritischer: Lenz, Die Kindesmörderin, Die Soldaten;
Schiller: Kabale und Liebe (1784)
Soziales Drama
Entlarvung der Scheinheiligkeit der bürgerlichen Welt
Vorläufer: Büchner, Woyzeck (1836);
dann: Gerhart Hauptmann, Vor Sonnenaufgang (1889), Die Weber (1892)
Theorie des Dramas:

-Aristoteles

-Lessing

-Brecht
Die Tragödienform ist auf der Basis des mimetischen Prinzips an
die so genannten drei Einheiten gebunden:
Einheit der Zeit

Einheit des Ortes

Einheit der Handlung (Ganzheit)

Weitere Strukturmerkmale :
Ständeklausel (Nachahmung "edler" Handlungen der politisch-sozialen Elite,
deren Mitglieder bedeutende und existentielle Probleme übersehen
und in grundlegenden Wertekonflikten stehen können)
Fallhöhe ("Sturz" des tragischen Helden aus sozial hochrangiger
Stellung als Voraussetzung der tragischen Wirkung)
Unverdientheitsklausel (nur unerwartete und unverdiente Schicksalsschläge
eignen sich für die tragische Wirkung)
                                        Seit 1925 entwickelte
       Epik/episch
                                        Dramen- und Theaterform




              Episches Theater nach Bertolt Brecht

                                                Offenes Drama
Lehrhafte Tendenzen



  Weltanschauungstheater


       Über eine nichtaristotelische Dramatik
       Kleines Organon für das Theater
Handlung wird:



                 -relativiert
                 -unterbrochen
                 -distanziert/verfremdet
                 -kommentiert
                 -fortgesetzt
Bühnenbild und Bühnenbau:



        -wird parallel zu den Proben erstellt
        -das Nötigste ist genug
        -„Was auf der Bühne steht, muss mitspielen,
         und was nicht mitspielt, muss nicht auf die Bühne“
        -Technische Hilfsmittel sind sichtbar
        -Vermeidung von Illusion
Schauspieler:



                -spielen etwas nach, was schon passiert ist
                -sollen ihre Figur erzählend vorzeigen
                -halten Distanz
                -erzeugen nicht die Illusion, die gespielte
                 Person wirklich zu sein
Der ideale Zuschauer



                       -aktiver Betrachter
                        -Entscheidungen, Schlüsse ziehen
                       -Widersprüche erkennen
                       -Einsichten über die reale Welt
                       -darf nicht emotional verwickelt werden
       V-Effekt




Desillusionierung des Theaters

Reflexion durch den Zuschauer
Epochen:

								
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