Exkursionsbericht der Haldensleb by pengxiuhui

VIEWS: 310 PAGES: 39

									Anreise und Begrüßung
Bereits zum 16. Mal fand der traditionelle Besuch in unserer Partnerschaftsschule in Lindau
(Schweiz) auf dem Strickhof vom 15.09.-20.09.2008 statt. Anreisetag war Montag, als Abfahrtszeit
wurde 6 Uhr vereinbart. Die Schüler und Lehrer hatten sich alle pünktlich am Abfahrtsort in der
Bornschen Straße versammelt. Der Bus allerdings hatte eine Verspätung von einer knappen
halben Stunde, so dass wir erst gegen halb sieben die Fachschule Haldensleben - Weiterbildung
verlassen konnten. Ein Schüler allerdings, der am Sonntagabend zuvor kräftig Geburtstag gefeiert
hatte, erschien nicht pünktlich und so fuhren wir zwar ohne ihn, jedoch mit seinem Koffer, in
Richtung Schweiz. Die relativ lange Busfahrt wurde durch Filmvorführungen sowie einen Quiz über
die Schweiz unterhaltsam gestaltet und außerdem alle 2 Stunden für eine Pause unterbrochen,
sodass wir gegen 18.30 Uhr auf dem Strickhof eintrafen. Anschließend wurden die Zimmer verteilt,
der „Bunker“ besichtigt und das Abendmahl eingenommen. Zum Abendessen gab es Brotauflauf!!!
Dies war für mich sehr – gewöhnungsbedürftig -. Die Begrüßung wurde von Randy Honegger,
unserem Guide für die Woche, im Raum 402 der Schule vorgenommen. Er stellte den Strickhof
vor, informierte über unser Wochenprogramm und lieferte Vergleichszahlen über die Schweiz und
Deutschland im Hinblick auf Fläche, Einwohnerzahl, Landwirtschaft, etc. Dieses hat er alles sehr
anschaulich dargestellt.
Den ersten Abend verbrachten einige Schüler in einer Bar in einem benachbarten Dorf, während
andere auf dem Strickhof blieben und in ihren Zimmern den Abend gemütlich ausklingen ließen.




Strickhof in Lindau                  Unser Reisebus                      Randy Honegger -
                                                                         unser Betreuer

Madleen Scheer
Rheinfall
Der Rheinfall war unser erster Halt der sehenswerten Schweizreise. Nach der anstrengenden
Busfahrt waren wir froh in der Schweiz zu sein. Der Wasserfall ist dicht an der deutsch-
schweizerischen Grenze, nahe der Stadt Schaffhausen.

Der Rheinfall ist der größte Wasserfall Europas.
Dieses außergewöhnliche Naturspektakel entstand
vor über 14.000 Jahren. Er misst eine Breite von
150 Metern und eine Fallhöhe von 23 Meter was
einmalig in Europa ist. Es stürzen 500 m³ Wasser
jede Sekunde den Fall hinunter. Diese unglaubliche
Menge ist allein schon eine Attraktion. Man kann
sich als Besucher z.B. mit einem Boot dicht am
Rheinfall vom Sprühwasser berieseln lassen.
Hätten wir mehr Zeit gehabt, dann wäre ich sehr
gern mit dem Boot mitgefahren, um den Wasserfall ganz nahe zu erleben.

Das ohrenbetörende Rauschen, was der
Wasserfall von sich gibt machte immer Lust auf
mehr. Ich war bestrebt, auf alle Aussichtsplattfor-
men zu gelangen, um das Spektakel von jeder
möglichen Seite zu betrachten. An jedem Platz bot
sich ein anderer Ausblick mit wechselnden
Soundeffekten, hervorgerufen einzig und allein
durch das rauschende Wasser.
Der Ausflug war für mich sehr lohnenswert und ich
würde die Reise gerne wieder auf mich nehmen.
                                                      Quelle: www.Rheinfall.de
Norman Schulz
Geografie, Land und Leute

                      Die Schweiz, amtlich als Schweizerische Eidgenossenschaft bezeichnet, ist
                      ein Binnenstaat und Alpenland in Mitteleuropa mit 7,59 Millionen
                      Einwohnern auf 41'285 km². Im Norden grenzt die Schweiz an Deutschland,
                      im Osten an Österreich und das Fürstentum Liechtenstein, im Süden an
                      Italien und im Westen an Frankreich. Die Einwohner sind sprachlich und
                      religiös uneinheitlich. Deutsch (63,7%), Französisch (20,4%), Italienisch
                      (6,5%) und Rätoromanisch (0,5%) sind die vier offiziellen Landessprachen.


41 Prozent der Schweizer Bürger sind römisch-katholisch und 40 Prozent evangelisch-reformiert.
Die Schweiz wird darum manchmal als «Willensnation» bezeichnet. Eine strenge öffentliche Moral
und ein eher förmlicher Umgang miteinander prägen noch heute weite Teile der Schweizer
Gesellschaft. Jede Sprachregion der Schweiz orientiert sich kulturell gleichzeitig auch an den
Angeboten der Nachbarländer. Die kulturelle Vielfalt der Schweiz wird neben den vier
Landessprachen auch durch die verschiedenen geografischen Regionen begründet. Die Kultur in
den Bergen der Schweiz unterscheidet sich zumindest etwas von der im Mitteland.
Die Schweiz ist mit einem Bruttoinlandsprodukt von 58'000 Schweizer Franken (38'000 Euro) pro
Einwohner und Jahr eines der wirtschaftsstärksten Länder der Welt. Drei Viertel der
Erwerbstätigen sind im Dienstleistungssektor tätig, die Städte Zürich und Genf stehen zuoberst auf
der Rangliste der Städte mit der höchsten Lebensqualität.
Die Eidgenossenschaft existiert als loser
Staatenbund seit dem 13. Jahrhundert.
Dem Nationalmythos zufolge wurde sie
Anfang August 1291 auf der Rütliwiese zur
Gründung beschworen. Die Schweiz in
ihrer heutigen Form als föderalistischer
Bundesstaat wurde mit der Bundes-
verfassung von 1848 geschaffen. Sie
gliederte sich in 26 Kantone (Glied-
staaten), wobei der Kanton Jura erst 1979
gebildet wurde. Die außenpolitische
Neutralität der Schweiz ist seit dem Wiener
Kongress 1815 völkerrechtlich anerkannt.
Heute ist das Land Mitglied der EFTA, des
Europarats, der Welthandelsorganisation
(seit 1995; seit 1959 Mitglied der Vorläufer-
organisation GATT) und der UNO (seit
2002), nicht aber der Europäischen Union.

Geografische Hauptregionen
Das Mittelland
                                            Das Mittelland umfasst das Gebiet zwischen
                                            Genfersee und Bodensee und beträgt 30% der
                                            gesamten Landesfläche, zweidrittel der Bevölkerung
                                            leben hier. Auf 1 km² leben 450 Personen. Nur
                                            wenige Regionen in Europa sind dichter besiedelt.
Der Jura
                                         Der Jura umfasst das Gebiet zwischen Genfersee und
                                         Rhein und ist als flacher Gebirgsbogen aus Kalkstein
                                         ausgebildet. Dieses Gebiet umfasst 12% der gesamten
                                         Landesfläche. Auf einer Durchschnittshöhe von 700
                                         Metern über dem Meeresspiegel liegen landschaftlich
                                         reizvolle Hochebenen, unterbrochen von querliegenden
                                         Flusstälern.




Die Alpen
                                         Die Schweizer Alpen haben eine Länge von rund 200
                                         Kilometern, die Durchschnittshöhe der Alpen beträgt 1700
                                         m. Die Alpen machen fast zwei Drittel des gesamten
                                         Schweizer Territoriums aus. Sie bestimmen Klima und
                                         Vegetation und sind die kontinentale Wasserscheide. Die
                                         Alpen tragen viel zur Identität der Schweiz bei,
                                         wirtschaftlich konzentriert sich die Schweiz aber auf das
                                         Mittelland. Die Täler der großen Flüsse Rhone, Oberrhein,
                                         Reuss und Ticino trennen die Alpenketten.



Flüsse und Seen
                                                        Die Schweiz wird als „Wasserloch
                                                        Europas“ bezeichnet. Viele verschiedene
                                                        europäische Flüsse finden hier ihren
                                                        Ursprung.
                                                        Die Schweiz verfügt ebenfalls über mehr
                                                        als 1500 Seen und umfasst 6% des
                                                        Süßwasservorrates in Europa. Das
                                                        Gotthardmassiv im Zentrum der Schweizer
                                                        Alpen ist ein kontinentaler Grenzverlauf der
                                                        Einzugsgebiete für das abfließende Nieder-
                                                        schlagswasser. Von hier fließt der Rhein in
                                                        die Nordsee, die Rhone ins westliche
                                                        Mittelmeer, der Ticino (Po) ins Adriatische
                                                        Meer und der Inn (Donau) ins Schwarze
                                                        Meer.
Das Wasser ist der einzige Rohstoff des Landes. Die mächtige Grande Dixence ist mit 285 Metern
die höchste Staumauer der Welt. Der Rheinfall ist mit einer Breite von 150 Metern und 25 Metern
Höhe der größte Wasserfall Europas.
Die größten Flüsse der Schweiz sind: Rhein, Aare, Rhone, Reuss, Linth/Limmat, Saane, Thur, Inn,
Ticino, Doubs, Vorderrhein, Hinterrhein und Kander. Die beiden größten Seen teilt sich die
Schweiz: den Genfersee im Südwesten mit Frankreich und den Bodensee im Nordosten mit
Deutschland. Beide Seen sind wichtige Trinkwasserlieferanten; der von der Rhone eingespeiste
Genfersee ist sogar der größte Frischwasserspeicher in Europa. Der flächenmäßig größte See
ganz auf Schweizer Gebiet ist der Neuenburgersee am Südrand des Jura (218,4 km2), gefolgt vom
bekannten, 113,7 km2 großen Vierwaldstättersee in der Innerschweiz.

Tobias Gracz, Ramona Meyer
Geschichte der Schweiz
Die Ursprünge der Schweizer Eidgenossenschaft
Schon früh wurden Teile der heutigen Schweiz besiedelt. Bekannt ist vor allem die keltische Kultur.
Die bekanntesten Kelten, die Helvetier, gaben später der "Confoederatio Helvetica" ihren Namen.
Im 1. Jh. n. Chr. wurde dieses Gebiet von Rom annektiert. Im Westen wurde es dann von Völkern
aus Burgund und im Osten von Alemannen besiedelt. Die einen verschmolzen schnell zu einer
romanischen Bevölkerung (Romanische Schweiz), während die anderen ihre Sprache beibehielten
(Deutsche Schweiz).
                           Seit 536 dem Frankenreich angegliedert, kam die Schweiz bei dessen
                           Zerfall zum Königreich Burgund (888) und ging mit diesem in das
                           Heilige Römische Reich ein (1032). Mitte des 13. Jh. bekamen die
                           Habsburger die Kontrolle über die Zentral- und die Ostschweiz.
                           Dagegen wandten sich die Bauern und erbaten vom Kaiser Freibriefe.
                           Aber die Wahl Rudolfs von Habsburg (1273) machte diese Hoffnungen
                           zunichte. Beim Tod Rudolfs schlossen sich die drei Waldstätte Schwyz,
                           Uri und Unterwalden 1291 im "Ewigen Bund" zur Wahrung ihrer
                           Freiheiten zusammen und verpflichteten sich zu gegenseitiger Hilfe (Der
                           Rütlischwur und der Apfelschuss in Schillers "Wilhelm Tell" gehören der
                           Sage an). Ob der schweizerische Freiheitsheld Wilhelm Tell tatsächlich
                           gelebt hat, ist umstritten, er verkörpert aber jedenfalls bis heute im
                           Bewusstsein breitester Bevölkerungskreise den Geist der Alten
                           Eidgenossen. Das war der Beginn der Schweizer Eidgenossenschaft.


1815 bis 1848
Nach der Niederlage Napoleons beschloss der Wiener Kongress 1815, den
Staatenbund souveräner Kantone wiederherzustellen. Drei neue Kantone, Genf,
Wallis und das preußische Neuenburg wurden hinzugefügt. Der Kongress
beschloss zudem, den Jura, den früheren reichsfreien Staat des Fürstbischofs
von Basel, dem Kanton Bern zuzuschlagen als Kompensation der Gebiets-
verluste Berns im Westen, der Waadt, und im Aargau. Nach 1830 bauten 12
Kantone ihre Verfassungen nach demokratischen Gesichtspunkten aus. Die
anderen Kantone (hauptsächlich die katholischen) bildeten einen separaten
Bund, den Sonderbund, der 1847 militärisch niedergeschlagen wurde. Die neue
bundesstaatliche Verfassung brachte eine Reihe von Bürgerrechten, wie die freie Wohnsitzwahl,
Vereinsfreiheit und Gleichheit vor dem Gesetz. Sie schützte die Rechte der Minderheiten, indem
weitreichende Zugeständnisse an die kantonale Souveränität gemacht wurden.
1848 bis heute
                                     Im September 1848 machte eine neue Verfassung die Schweiz
                                     zu einem Bundesstaat mit einer Zentralregierung in Bern, dem
                                     Sitz des Schweizer Bundesrats. Das Land nahm schließlich die
                                     Rechte auf "Referendum" (1874) und "Initiative" (1891) an. Die
                                     Bundesverfassung wurde seither zweimal, 1874 und 1999, total
                                     revidiert. Auch 1850 war die Schweiz nach Großbritannien das
                                     am höchsten industrialisierte Land Europas, wobei aber die
                                     Schweizer Industrie eine Kleinbetriebs- und Heimarbeitsstruktur
                                     aufwies. Die Neutralität und die humanitäre Gesinnung der
                                     Schweiz wurden in den Kriegen von 1870, 1914 und 1939
respektiert. Nach 1945 erlebte die Eidgenossenschaft drei Jahrzehnte beachtlichen Wohlstands.
Politisch teilten sich die Sozialisten, die radikalen Demokraten und die konservativen Christlich-
Sozialen die Macht im Bundesrat. Das Wahlrecht für Frauen wurde erst 1971 angenommen. Das
wichtigste Problem der Nachkriegszeit war die Autonomie des Jura. Im Juni 1974 ermöglichte eine
Volksbefragung die Bildung eines 23. Kantons, des Jura (l. Januar 1979).1992 lehnt die Schweiz
die Mitarbeit der Schweiz im Europäischen Wirtschaftsraum ab.

Eva-Maria Mösenthin
Landwirtschaft in der Schweiz
Aufteilung der Gesamtfläche in der Schweiz:




In der Schweiz gibt es 67421 landwirtschaftliche Betriebe, sie teilen sich wie folgt auf:

    Betriebsgröße                 Bestehende Betriebe
                 5 ha                     12.435
              5-10 ha                     12.049
             10-20 ha                     23.640
             20-50 ha                     17.922
               >50 ha                      1.375

Die landwirtschaftliche Fläche teilt sich in 40% Talregion, 34% Hügelregion und 26% Bergregion
auf. Je nach Region werden unterschiedliche Förderungen des Staates gezahlt.
Rund 70% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in der Schweiz sind Grünland, davon 60%
Dauergrünland. Die Grünlandflächen befinden sich meist im Voralpenland, da hier der Ackerbau
schwer realisierbar ist. 50% des Grünlandes wird konventionell als Weideland genutzt, die restliche
Fläche dient zur Erzeugung von Grundfuttermitteln zur Milchproduktion.
                                                                    Der Anbau von Ackerkul-
                                                                    turen erfolgt auf kleineren
                                                                    Flächen in der tieferen Lage
                                                                    des    Mittellandes.     Diese
                                                                    Flächen nehmen 30% der
                                                                    landwirtschaftlich genutzten
                                                                    Fläche ein. Auf den meisten
                                                                    Flächen werden Brot- und
                                                                    Futtergetreide, Mais, Zucker-
                                                                    rüben Kartoffeln, Raps und
                                                                    Rais angebaut, wobei auch
                                                                    ein großer Teil zur Produk-
                                                                    tion von Obst, Gemüse und
                                                                    Wein genutzt wird.
                                                                    Das Einkommen der Land-
                                                                    wirte beträgt im Durchschnitt
                                                                    50.000 SFr, dies sind umge-
                                                                    rechnet rund 30.000 €.
Die am meisten angebauten Kulturen im Überblick




Aufteilung der
Obstgehölze in
der Schweiz




                                                  Übersicht der Tierbe-
                                                  stände
Gegenüberstellung Produktion und Verbrauch:
(Angaben in Verzehr / Produktion pro Person)

        Produkte                   produziert          eigener Bedarf
        Milch                      120 kg                  140 kg
        Obstsäfte                  110 l                    18 l
        Gemüse                      50 kg                   95 kg
        Fleisch                     40 kg                   55 kg
        Kartoffeln                  38 kg                   42 kg
        Bier                         6 kg                   12 kg

Im Gegensatz zur deutschen Landwirtschaft bewirtschaften die Schweizer Landwirte kleinere
Flächen, jedoch hat ein Großteil der Landwirte ein zweites Standbein wie Golfplätze und Hotels.
Die Landwirte werden durch den Staat stärker finanziell gefördert als in Deutschland, da in der
Schweiz die Landwirtschaft ein schwieriges Unternehmen ist, vor allem durch die unterschiedliche
Landschaft.

Quellen:
Bilder: Google – Bilder
Diagramme: www.landwirtschaft.ch
Zahlen:       www.landwirtschaft.ch


Robert Strauß
Die Geschichte des Strickhofs Lindau
Die Geschichte des Strickhofs begann vor 153 Jahren mit der Standortverlegung von Zürich nach
Lindau ZH. Der 3. Mai 1853 war ein bedeutender Tag für die Landwirtschaftliche Schule Strickhof,
die in Anwesenheit von Regierungsräten gebildet wurde. Sie begann mit 14 Schülern. Trotz guter
Lage war es nicht einfach, im ersten Jahr genügend Schüler zu finden. In einer Rede an die
Züricher Landwirte schrieb der erste Strickhof-Direktor 1853: „Kommet der neuen Anstalt
entgegen, dadurch, dass Ihr Eure Söhne uns anvertraut, damit Ihr sie besucht und mit Rat und Tat
unterstützt.“
Zu der Jubiläumsfeier zum 50-jährigen Bestehen des Strickhofs im Jahr 1903 war die Schule als
Berufsbildungseinrichtung endgültig gefestigt. Der Züricher Volkswirtschaftsdirektor war in seiner
Ansprache überzeugt, dass die Schule „heute mehr als je einem Bedürfnis entspreche“. Direktor
Glättli vom Plantahof wies auf die zahlreichen ehemaligen Strickhöfler hin, welche als Lehrer an
landwirtschaftlichen Schulen wirkten, es könne also die Schule im Strickhof als die Mutter der
anderen Anstalten gelten. Winterschulen entstehen; Bedeutung der Beratung steigt. Nachdem in
Süddeutschland und im Kanton Bern bereits mit Erfolg Winterkurse eingeführt worden waren,
wurde am Strickhof zusätzlich zur Jahresschule 1897 die erste Winterschule eröffnet. Eine
unglaubliche Entwicklung begann. Vorerst wurde zur Entlastung des Strickhofs 1905 in Winterthur
eine Filiale eröffnet. Zwischen 1912 und 1927 öffneten in Wetzikon, Affoltern, Wädenswil, Stäfa,
Bülach und zuletzt in Wülflingen neue Winterschulen.
Mit der Änderung des kantonalen Landwirtschaftsgesetzes 1922
wurde der Strickhof zur Auskunftsstelle für landwirtschaftliche
Angelegenheiten. Er stellte seine Fachleute allen der Landwirt-
schaft dienenden oder mit ihr in Zusammenhang stehenden
Betriebseinrichtungen unentgeltlich zur Verfügung. Ab 1929
konnten die Lehrer an den landwirtschaftlichen Winterschulen
ganzjährig angestellt werden und als Betriebsberater wirken. Es
kamen im Laufe der Zeit verschiedene spezialisierte Fachstellen
hinzu. Die Beratung hat der landwirtschaftlichen Bildung über all
die Jahrzehnte den Bodenkontakt gegeben.
Auch heute setzt der Strickhof auf Praxisnähe und Fachkompetenz. Zum 150-jährigen Bestehen
des Strickhofs 2003 wies der damalige Volkswirtschaftsdirektor Ruedi Jeker auf die Bedeutung der
Beratung für die Strickhof-Lehrer hin: «Sie erhalten so ein gutes Gefühl für die Bedürfnisse und
Probleme der Praktiker, die dann wieder in die Ausbildung einfließen». In den 1960er-Jahren
mussten sich die Landwirte rasch ändernden Verhältnissen und neuen Erkenntnissen aus der
Wissenschaft und der Technik anpassen. Es wurde in der Folge Betriebsleiterkurse eingeführt.
1967 eröffnete das Schweizerische Landwirtschaftliche Technikum in Zollikofen. Ab 1967 führte
der Strickhof Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung durch.




                                 Volkswirtschaftsdirektor
                                 Ruedi Jeker


Bereits 1970 wollte das Institut für Pflanzenwissenschaften im Hinblick auf den Strickhof-Neubau
auf dem Areal in Lindau eine Außenstation mit Gewächshäusern und Versuchsflächen im Baurecht
errichten.
1973 wurde mit der Schweizerischen Vereinigung der Betriebsberatung in der Landwirtschaft ein
Baurechtsvertrag für ein neues Bürogebäude bestätigt. Der Grundstein war nun dafür gelegt für
das Landwirtschaftliche Zentrum in Lindau. Am 3. September 1976 konnte der Strickhof eröffnet
werden. Der Strickhof wurde als die ‚grüne Universität’ getitelt (Winterthurer Landbote). „Mit dem
heutigen Tag wird ein Bauwerk seiner Bestimmung zugeführt, dass unsere kommende
Agrarwirtschaft und Landwirtschaftspolitik im Kanton maßgebend beeinflussen wird», sprach der
Volkswirtschaftsdirektor Hans Künzi während der Eröffnungsfeier. Der Strickhof nahm 1976 seinen
Namen mit nach Lindau. 2001 wurden schließlich die verbleibenden Schule in Lindau, Wetzikon
und Wülflingen unter dem Label Strickhof zusammengefasst.“




                                 früher          heute




I

Fabian Meerkatz


Das Konzept der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof
Vision
Der Strickhof ist ein Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche
Aus- und Weiterbildung sowie Dienstleistungen und Infor-
mation. Sie setzen sich für eine produzierende und erfolgreiche
Landwirtschaft ein. Sie verbinden Landwirtschaft mit der
Umwelt und versuchen die Umwelt zu schonen.
Tätigkeitsgebiet
Der Strickhof ist eine ausgerichtete Berufsfachschule des
Kantons Zürich, die mit Bereichen wie Landwirtschaft, Ernäh-
rung, Natur und Gesundheit vernetzt ist. Sie bearbeitet
Themenbereiche rund um die Landwirtschaft mit dem Blick auf Der Strickhof
Praxistauglichkeit und unterstützt so die Landwirte. Ideen
werden gemeinsam zu marktfähigen Dienstleistungen und Produkten entwickelt und auf die
Landwirte in der Schweiz abgestimmt.
Tradition
Sie ist eine Schule mit Tradition; Sie ist für Veränderungen im Inland sowie im Ausland immer
offen, und das seit 1853. Sehr großen Wert legt die Ausbildungseinrichtung auf Selbstständigkeit,
Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit. Über die Aus- und Weiterbildung mehren Mitarbeiter das
Selbstbewusstsein des Berufsstandes und tragen landwirtschaftliches Wissen und bäuerliche
Werte in andere Berufe und in die Gesellschaft hinein.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
                          Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besitzen eine sehr hohe
                          Fachkompetenz und eine hohe Sozialkompetenz, sodass sie den Betrieb
                          bestens führen und bewirtschaften können. Die Mitarbeiterinnen und
                          Mitarbeiter leben quasi für die Landwirtschaft und versuchen gut mit den
                          Bauernfamilien auszukommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
                          tragen ihr Wissen und ihre Werte hinaus und versuchen alle Neuheiten
                          und das Fachwissen den Bauern und auch Außenstehenden zu
                          vermitteln.
Nutzen für die Kunden
Sie unterstützen die Bauernfamilien, damit die Landwirte Ihre Familienbetriebe in der Zukunft
erfolgreich bewirtschaften können. Sie sind ein Bindeglied zwischen den Bauernfamilien und der
nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung.
Nutzen für die Kapitalgeber
Sie handeln unternehmerisch, ökologisch und sozial. Sie sind die neutrale Anlaufstelle für
landwirtschaftliche Fragen der Züchterinnen und Züchter. Der Strickhof fördert das Verständnis für
die Landwirtschaft und die Natur und versucht den Außenstehenden das Landleben zu vermitteln.
Nutzen für die Partner
Sie bauen ihre landwirtschaftliche Fachkompetenz in Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen
stetig aus und geben ihr Wissen weiter. Auf alle Mitarbeiter kann man sich verlassen. Sie begeben
sich nicht in einseitige Abhängigkeit, sondern engagieren sich in landwirtschaftlichen Organi-
sationen.
Verhältnis zu den Mitbewerbern
Sie leben gleichzeitig Kooperation und Konkurrenz. Sie sind offen und fair im Umgang. Das heißt
sie versuchen auch neue Errungenschaften den Landwirten zu vermitteln und nicht nur für sich
selbst auszunutzen.
Entwicklungsrichtung
Sie bauen ihre landwirtschaftliche Kompetenz und ihr Wissen weiter aus. Im Lebensraum
verbinden sie Landwirtschaft mit Lebensmittelsicherheit, Gesundheit und Genuss. Sie richten sich
national und international aus: kurzfristig im Wissenstransfer, mittelfristig auch im Absatz unserer
Produkte und Dienstleistungen. Sie pflegen eine aktive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der
Forschung.
Fazit
Der Strickhof ist eine modern eingerichtete Lehranstalt, die zusätzlich mit einem landwirt-
schaftlichen Betrieb für praktische Kenntnisse eingerichtet ist. Die Einrichtung versucht stets neue
Errungenschaften den Landwirten zu vermitteln, um die Produktivität zu fördern und zu
verbessern.

Sebastian Almstedt
Die Einrichtungen der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof
Der Betrieb von der Strickhof Schule ist eine Ausbildungs- und Versuchsstation. Der Betrieb
bewirtschaftet 100 ha auf zwei Standorten. Auf beiden sind 6 Betriebsleiter beschäftigt. Zu den
Flächen gehören zum Betrieb noch Schweine, Milchkühe, Mutterkühe, Bullen und Legehennen.

Biogasanlage:
Neben dem Schweinestall steht eine vom Nachbarbetrieb erbaute Biogasanlage mit einer
Elektroleistung von 270 kWh. Diese Biogasanlage
wurde 2007 errichtet und wird von 2 Landwirten
betrieben. Der Strickhof liefert für die
Biogasanlage die anfallende Gülle und nimmt von
der Biogasanlage die anfallende Wärme wieder
ab. Die Biogasanlage wird mit Kompost, Gülle,
minderwertiger      Grassilage   und    Glycerin
„gefüttert“. Da die Qualität von Kompost stark
schwankt, ist die gleichmäßige Gasproduktion aus
dem Futter schwierig, wobei man diese mit der
Zugabe von Glycerin sehr gut steuern kann.



Schweinestall:
Der Schweinestall wird als Zucht-
betrieb geführt. Er wurde im Jahr 2006
neu gebaut und bietet Platz für 100
Sauen und 200 Aufzucht- und
Mastplätze. Als Hauptrassen sind in
der Anlage Französische Landrasse
und das Edelschwein. Das Haupt-
züchtungsziel liegt auf der Franzö-
sischen Landrasse. Ein Partner der
Schule in der Schweinezüchtung ist
die Schweinegesellschaft Prosus.
In dem Stall befindet sich ein Hoch-
druckreiniger, der zentral in einem
Raum steht. Über Leitungen wird das
Wasser zum Reinigen in die einzelnen
Abteilungen befördert.
Die Sauen können sich frei bewegen, ausgenommen zur Besamung. Für die Sauen gibt es einen
Eber. Der Eber und die tragenden Sauen haben auch einen Auslauf nach draußen. Im
Außenbereich können die tragenden Sauen einmal am Tag für 3 Stunden Futter aufnehmen. Die
anderen Sauen werden einmal am Tag gefüttert. Die niedertragenden Sauen bekommen noch
Heu.
Auch beim Abferkeln sind die Sauen nicht gefangen, sondern können sich in der Bucht frei
bewegen. Durch die Bewegung sind die Ferkelverluste zurückgegangen. Die Bucht hat eine Größe
von 7,5 m² und wird 2 Mal am Tag gemistet, sodass der Stall sauber ist. Dafür werden für 100
Schweine 1,7 Arbeitskraftstunden benötigt.
Die Ferkel haben eine Wasser-und Fußbodenheizung, die von der Biogasanlage gespeichert
werden.
Milchkühe:
Der Betrieb hat eine Milchviehherde von 60
Kühen, die in einem Anbindestall gehalten
werden. Der Betrieb hat die Rassen
Braunswiss,      Holstein     und    Redholstein.
Gemolken wird 2 Mal am Tag und die Milch
wird über eine Rohrmelkanlage zum Milchtank
transportiert. Die Futterration besteht aus 10kg
Maissilage, 1 kg Heu, 2 kg Proteinkonzentrat,
5 kg Grassilage. Im Sommer werden die Tiere
auf die Weide getrieben und im Winter haben
sie noch einen Auslauf. Der Stall wird als
Versuchsbetrieb geführt. Hierzu wurde ein
Versuch, im Erstkalbealter von Rindern bei
intensiver und extensiver Haltung durchge-
führt. Das Ergebnis war, wie erwartet, dass die Intensive Haltung besser als die extensive Haltung
ist. Das Erstkalbealter lag bei intensiver Haltung bei 24 bis 26 Monaten und bei extensiver Haltung
bei 30 bis 33 Monaten.
Bullen:
Auf dem Betrieb werden 100 Bullen (eigene und zugekaufte) gemästet,
bis zu einem Lebendgewicht von 530 kg, was ungefähr nach 11 bis 13
Monaten erreicht ist. Die Bullen werden in Gruppenhaltung gehalten,
wobei eine Gruppe aus 12 Tieren besteht. Das Schlachtgewicht beträgt
ca. 300 kg. Dafür bekommt man etwa 2700 Schweizer Franken.
Kälber:
Die Kälber werden neben dem Bullenstall gehalten und haben noch
einen Auslauf. Die Tiere werden draußen wie drinnen auf Stroh
gehalten, wobei der Auslauf sogar überdacht ist. Bei der Aufzucht wird
gerade von den Schülern ein Versuch zur Fütterung durchgeführt.
Hierbei wird eine Gruppe mit konventionellen Futtermitteln und die andere Gruppe mit Milchpulver
und Jogurt gefüttert.
Futterlager:
Das gesamte Futter wird in Hochsilos
gelagert, wobei das Futter mit Betonplatten
verdichtet wird. Mit einem Kran unter der
Decke wird das Futter aus dem Silo
entnommen. Die Silos im Kuhstall sind 7 m
nach oben und 2 m in die Tiefe gebaut. Im
Bullenstall sind sie 8 m nach oben und 2 m
in die Tiefe gebaut. Das Stroh wird in
Quaderballen gestapelt und das Heu wird
lose in einem großen Silo gelagert, das
ebenerdig und 7 m hoch ist.
Maschinen:
Viele Maschinen auf dem Strickhof sind schon etwas älter, einige sind jünger als 2 Jahre. Sonst ist
der Betrieb eigenmechanisiert und macht alles, bis auf das Maishäckseln, selbst.
Fazit:
Insgesamt ist der Betrieb sehr schön und übersichtlich. Praktisch ist auch, dass die Schüler vom
Strickhof die Ställe mit benutzen können und deshalb auch viele praktische Sachen in der Schule
lernen können. Als Versuchsstation ist die Größe auch ausreichend.

Ivo Muhl, Jörn Tost
Ausbildungs- und Versuchsbetrieb Strickhof/Wülfingen
Mutterkuhhaltung
Der Hof in Wülfingen ist eine Außenstelle des Strickhofs und liegt 440 m über dem Meeresspiegel
mit 1200 mm Niederschlag im Jahr. Zu dem Hof gehören 33 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, auf
der Weinreben, Winterweizen, Mais, Raps, Wintergerste, Ackergras (Kunstwiese) und Luzerne
angebaut werden. Von der landwirtschaftlichen Fläche sind
16 ha Wiese, auf der die Mutterkühe von Mitte April bis Ende
Oktober täglich grasen können. Ein Teil der Wiese wird im
Frühjahr einsiliert und in Hochsilos von 4 mal 50 m³ und
einem 300 m³ Silo gelagert. Des Weiteren wird Maissilage in
Wickelballen produziert und gelagert. Die Tiere werden mit
einer TMR gefüttert, die aus AWS, Maissilage, Luzernesilage
und Kraftfutter beseht. Die Jungtiere können durch einen
Kälberschlupf an Kraftfutterautomaten und einen separaten
Futtertisch gelangen, um dort Maissilage und Kraftfutter zu
fressen.

                                        Auf diesem Betrieb gibt es 40 Mutterkühe, davon sind 20
                                        Simmentaler und 20 Charolais. Die Simmentaler Kühe
                                        wiegen 800 bis 850 kg und die Charolais Kühe wiegen
                                        950 kg. In dem Betrieb werden die Kälber mit 10
                                        Monaten abgesetzt. Bei den weiblichen Kälbern liegt die
                                        tägliche Zunahme bei 1300 g und bei den männlichen
                                        Kälbern bei 1500 g. Die Kühe kalben das ganze Jahr
                                        über ab, um die Absetzer besser zu vermarkten. 20%
                                        der Bullen werden zur Zucht eingesetzt und später
                                        verkauft. Die Herde wird künstlich besamt, um eine
                                        genetische Hornlosigkeit zu züchten. Das Sperma
                                        kommt aus Frankreich, Deutschland, England und
                                        Dänemark.

Der Betrieb ist maschinell gut
ausgestattet, hat z.B. einen MF, den
die Schweizer Mikrofendt nennen.
Auf dem Betrieb arbeiten ein
Betriebsleiter und ein Lehrling, die
die    Kühe     und     die   Felder
bewirtschaften, ausgenommen sind
die Reben. Des Weiteren waren
noch vier Ziegen und vier Pferde auf
dem Hof. Die idyllische Lage des
Hofes und Anordnung der Flächen
hat uns sehr gut gefallen. Die Tiere
und die Stallanlagen wirken gepflegt
und sauber. Der Betriebsleiter hat
uns ausführlich und kompetent über
den Betrieb informiert.


Jörg Schmiedchen, Hendrik Meier
Weinbau
Der Weinbau am Strickhof wird in Wülflingen betrieben. Diesen Bereich des Betriebes hat uns Herr
Grunder vorgestellt. Er selbst ist Lehrer für Agrarrecht, er ist für die Betreuung der Auszubildenden
zuständig und außerdem ist er Mitglied der Geschäftsleitung des Strickhofs. In diesem
Betriebszweig arbeiten eine Winzerin, ein weiterer Festangestellter und einige Saisonarbeitskräfte.
                                  Der 4 ha große Weinberg dient zur Anschauung für die Arbeit mit
                                  dem Rebstock, als Versuchsweinberg und wird zu Studien- und
                                  Beobachtungszwecken genutzt. Als wichtigste Traubensorten
                                  wachsen hier der Blauburgunder im Rotweinbereich und der
                                  Riesling-Silvaner bei den Weißweinen. Ergänzt wird die Palette
                                  durch die Neuzüchtungen Solaris, Regent und Dornfelder sowie
                                  die Spezialität Gewürztraminer.


Die Weine werden alle selbst hergestellt und ein geringer Teil
der Trauben wird nebenbei verkauft. Dieser Betrieb produziert
ca. 30000 - 40000 Flaschen Wein im Jahr, die an private
Haushalte und Gaststätten verkauft werden. Bei der
Weinherstellung werden zuerst die Trauben von den Stielen
getrennt, da sie Bitterstoffe enthalten. Anschließend wird der
Wein gepresst, wobei der Rotwein vorher noch einige Zeit in
Fässern gelagert werden muss, damit die Häute vergoren
werden, um eine klare rote Farbe zu erhalten. Anschließend
                                               C
wird der Traubensaft in Metallfässern bei 25° verg oren. Dabei darf keine Luft an den Wein
gelangen, da er sonst durch den Sauerstoff oxidieren würde.

                                  Im Anschluss an die Führung saßen wir noch an der Trotte und
                                  durften zwei Weine, einen Rotwein und einen Weißwein,
                                  probieren. Dabei konnte man feststellen wer ein Weintrinker ist
                                  und wer ein Biertrinker bleibt. Nach der Weinprobe haben wir
                                  zusammen mit den Strickhofschülern in der Wülflinger Schule
                                  des Strickhofs Abendbrot gegessen. Dabei konnte man sich mit
                                  einigen Schweizer Schülern für den späteren Abend verabreden,
                                  an dem wir nach Winterthur gefahren sind.



Jörgen Hahnemann
Betriebsbesichtigungen im direkten Umkreis des Strickhofs
Familie Brunner – Direktvermarktung
                    Am Dienstag, dem 16.September, sind wir nach einer Einführung in die
                    Schweizer Landwirtschaft gemeinsam in den Äntschberger Hofladen von Ueli
                    Brunner (34 Jahre) gefahren. Herr Brunner hatte uns nach unserer Ankunft
                    ausführlich und sehr interessant seinen Betrieb und seine Philosophie
                    vorgestellt. Er erklärte uns, dass er eine Betriebsvergrößerung aus familiären
                    Gründen nicht bevorzugt, seine Betriebsstruktur erhalten möchte und keine
Arbeitskräfte einstellen möchte. Die Erntehelfer während der Kirschernte werden mit hofeigenen
Waren bezahlt. Der Betrieb bewirtschaftet eine Fläche von 30,5 ha, die sich wie folgt gliedert: 24
ha Grünland, 2,5 ha ökologische Ausgleichs-
fläche, 2,5 ha Wald, 1 ha Mais und 0,5 ha
Kirschen. Die Besonderheit des Betriebes ist
der Kirschanbau. Auf der Fläche von 0,5 ha
hat Herr Brunner 500 Bäume, darunter sind 6
verschiedene Sorten, die komplett unter
Tröpfchenbewässerung stehen. Der Betrieb
vermarktet seine Produkte ohne Werbung, er
will durch beste Qualität der Produkte über-
zeugen. Die Kirschernte geht von Anfang Juni
bis Mitte Juli und wird von Montag bis
Samstag frisch vom Hof verkauft. Außerdem
hat die Familie Brunner einen Viehbestand von
40 Simmentalern und 30 Kälbern. Das Fleisch
ist zart wie Kalbfleisch und kräftig wie
Rindfleisch und wird von Bauern aus dem Dorf
produziert. Verkauft wird das Fleisch pfannen-
fertig zerlegt, vakuumiert, beschriftet und
datiert. Diese Arbeit wird durch die ganze Familie bewältigt, weil sie alles per Hand machen .Das
Fleisch ist tiefgekühlt und kann problemlos 12 Monate aufbewahrt werden. Die Kälber säugen die
ersten 8 bis 10 Monate an ihrer Mutter und werden zusätzlich mit Raufutter vom Hof versorgt. Sie
werden tierfreundlich und naturnah gehalten. Im Sommer sind die Tiere täglich auf der Weide und
im Winter im eingestreuten Laufstall. Zum Abschluss zeigte uns Herr Brunner den Hofladen, wo
die Brunners das sogenannte „Natura-Beef“ Fleisch vermarkten. In diesem Hofladen können sich
die Kunden selbst bedienen und das Geld in eine Kasse werfen. Dieses hat uns alle sehr
beeindruckt. Des Weiteren erhält man im Hofladen diverse Beeren, Süßmost, Bauerbrot,
Körnerbrot, Zöpfe und Gebäck. Eine solche Art der Vermarktung von landwirtschaftlichen
Produkten war neu für die meisten unserer Schüler. Nach der Besichtigung des Hofladens gab es
noch Kostproben von Süßmost, frischem, selbstgebackenem Nussbrot, Kaffee und anderen
Leckereien. Zum Abschluss bedankten wir uns recht herzlich mit einem kleinen Geschenk und
fuhren weiter zu einem Milchviehbetrieb.

Pascal Eckelt, Johannes Benecke
Familie Walder
Am Dienstag, dem 16. September 2008, waren wir gegen 10 Uhr auf
dem Familienbetrieb von Daniela und Erich Walder. Wir wurden recht
herzlich durch den Betriebsinhaber Erich Walder empfangen. Der
erste Eindruck vom Hof war überraschenderweise sehr gut. Die
baulichen Anlagen sowie die Tiere waren in einem hervorragenden
Zustand. Den auf Milchvieh spezialisierten Betrieb übernahm Erich im
Jahr 2002 von seinen Eltern. Das Unternehmen befindet sich in Buch
am Irchel, in der Nähe von Zürich.
                                    In dem 2003 für 850.000 Fr. neugebauten Boxenlaufstall
                                    befinden sich 50-60 melkende Kühe. Da der Stall ca. 5 Jahre
                                    alt ist, befindet er sich in einem sehr sauberen und
                                    aufgeräumten Zustand. Die Tiere werden nach den derzeit
                                    geltenden Tierschutzbestimmungen gehalten, da Herr Walder
                                    sehr viel Wert auf die Tiergesundheit legt. Das Milchkontingent
                                    erstreckt sich über 500.000 kg, dieses Ziel wird erreicht durch
                                    eine kontinuierliche Zucht von Red Holstein und Schwarz-
                                    bunten Holstein-Frisian. Die Red Holstein haben eine
                                    Jahresleistung von 10.400 kg Milch mit Inhaltsstoffen von 4 %
                                    Fett und 3,4 % Eiweiß, hingegen haben die Holstein-Frisian
eine Jahresleistung von 11.000 kg Milch bei 3,9 % Fett und 3,3 % Eiweiß. Der 2x4 Tandem
Melkstand befindet sich direkt in der Mitte des Boxenlaufstalles. Die Melkdauer beträgt 1 Stunde
pro Durchgang. Die günstige Position der Melkanlage sorgt für eine kurze Vorwartezeit, was uns,
aber vor allem den Kühen sehr gut gefällt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer der Milchkühe liegt
zwischen 3-4 Laktationen. Der Betriebsinhaber führte uns zwei seiner besten Milchkühe vor, mit
denen er auf mehreren Ausstellungen schon Preise gewonnen hatte. Durch die Vorführungen auf
Schauen waren die Kühe diesen Vorgang gewohnt. Danach schauten wir uns den Kälber- und
Jungrinderstall an. Hier haben unserer Meinung nach die Kälber und Jungrinder mehr Platz als in
deutschen Ställen.
Die Fütterung erfolgt in Form einer TMR, die sich aus
Grassilage, Maissilage, Heu, Stroh und im Winter zusätzlich
aus Luzerne und Zuckerrübenschnitzel zusammensetzt. Diese
Futtermittel werden auf einer Fläche von 40 ha angebaut,
welche wir leider nicht besichtigen konnten. Als Futterfläche
stehen in seinem Anbauplan 10 ha Mais, 7 ha Winterweizen,
2,5 ha Zuckerrüben und 12 ha Kunstwiese. Desweitern besitzt
die Familie Walder 8 ha Wald.
                                 Nach dem ausgiebigen Be-
                                 triebsrundgang lud uns Erich
                                 Walder zu Kaffee und Kuchen ein, dieses fand in einem für uns
                                 sehr neuen, ungewohnten Umfeld über den Köpfen der Kühe
                                 statt. In dem Partyraum hat er seine Trophäen ausgestellt, die in
                                 Anzahl und Art sehr beeindruckend waren.


                                 Peter Schütze, Christoph Rust
Pferdehof Wüthrich
Während unserer Schweiz-Exkursion haben wir unter anderem den Pferdehof der Familie
Wüthrich angesehen. Der Betrieb existiert seit 25 Jahren. Die Familie hat sich den Betrieb von
Grund auf selbst aufgebaut. Große Investitionen waren unter anderem eine Reithalle im Wert von
800000 Franken und ein Hähnchenstall für 12000 Tiere. In weiterer Planung sind zurzeit
Wohnungen für Arbeitskräfte. Dies wird aber erschwert, da man für solche Projekte einen exakten
Gestaltungsplan vorlegen muss. Weiterhin gehören zu dem Betrieb 13 ha landwirtschaftliche
Nutzfläche, die zum größten Teil als Wiesen oder Weiden genutzt werden. In den vorhandenen
Pferdeboxen befinden sich 33 Tiere, davon sind 18 eigene Schulpferde. Die Tiere werden von
zwei Praktikanten und zwei Reitlehrerinnen betreut. Der Arbeitstag des Betriebsleiters beginnt
morgens um fünf Uhr und endet abends um fünf. Eine Lehrerin steht dem Betrieb 120 h und eine
andere Lehrerin 35 h monatlich zur Verfügung. Außerdem werden Kutschfahrten und Ausritte
angeboten. Eine Pensionsbox kostet im Monat 950 Franken. Eine Besonderheit im Betrieb ist der
zweistöckige Pferdestall. In den Ferien wird zusätzlich ein spezielles Programm für Kinder
angeboten. Durch seine lange berufliche Erfahrung hat Herr Wüthrich einen gesunden
Betriebsleiterverstand entwickelt. Sein Auftreten wirkt sehr zielgerichtet oder in anderen Worten:
„Er weiß, was er will!“




Hendrik Heicke, Christoph Lampe
Einblicke in die Heimatbetriebe der Schweizer Schüler
Schülerbetrieb Alt
Nach einer anstrengenden Hinfahrt hatten wir endlich gegen 18 Uhr den Strickhof in Lindau
erreicht.
Kurz nach unserer Ankunft gab es das Nachtessen, einen Brotauflauf, bestehend aus Weißbrot mit
Käse und Schinken in Milchsoße. Dieses Essen war gewöhnungsbedürftig, hat aber lecker
geschmeckt. Nachdem wir mit dem Essen fertig waren, sollten wir uns für die
Programmvorstellung im Nachbargebäude in Raum Nr. 403 einfinden, wo Randy Honegger uns
unser Programm für die Woche präsentierte. Nach einer Weile ließ er einen Zettel mit den
Schülerbetrieben rumgehen, wo wir uns alle eintragen sollten, Am nächsten Morgen kam dann die
bittere Nachricht von Frau Bock und Frau Bernert, dass der Betrieb, den ich mir ausgesucht hatte,
den ich sehr gern gesehen hätte, schon vergeben war, und ich musste mir einen neuen
aussuchen. So ich entschied mich dann für den Betrieb von Herrn Fritz Alt.

Sein Betrieb hat insgesamt 38,5 Hektar, die sich wie folgt aufgliedern:
     2,5 Hektar Wintergerste
     2,5 Hektar Sommergerste
     1,0 Hektar Winterweizen
     5,0 Hektar Zuckerrüben
     3,0 Hektar Kartoffeln
     0,5 Hektar Frühkartoffeln
     3,0 Hektar Industrie Kartoffeln
     4,0 Hektar Mais
     2,0 Hektar Erbsen
     1,5 Hektar Bohnen
     6,5 Hektar Wiese
     2,5 Hektar ökologisch bewirtschaftete Wiese
     1,0 Hektar Reben
     5,0 Hektar Wald

In fünf Jahren bekommt der Vater von seinem Onkel noch 15 Hektar Ackerland dazu, da der Onkel
in Rente geht.

Die Tiere, die sich auf dem Betrieb befinde, belaufen sich auf insgesamt 147 Stück.
Sie untergliedern sich in:
       1 Stier
      34 Kühe
      26 Rinder
      10 Kälber
      13 Munis zur Mast
       2 Schweine
       1 Hahn
      18 Hühner
       3 Gänse
       1 Ente
      29 Hasen
       8 Katzen
       1 Hund

Der Betrieb von Herrn Alt wurde 1955 von seinem Vater gegründet und er hat ihn in den 90-iger
Jahren von ihm übernommen.
Auf dem Betrieb leben Fritz und Agnes Alt mit ihren 5 Kindern (3 Mädchen und 2 Jungen) sowie
die Eltern von Fritz Alt.
Auf dem Betrieb helfen alle mit, zudem hat der Betrieb einen Lehrling.
Als erstes hatten wir uns den alten Stall (erbaut 1955) angeschaut, wo die Kälber und die Munis
untergebracht waren. Bei den Kälbern hat Herr Alt die beiden Schweine mit untergebracht. Dies
hat einen guten Grund: Die Schweine durchwühlen den Mist und bewirken, dass die Fliegen keine
Larven in den Mist legen. Nach der Tränkeperiode bekommen die Kälber Heu und Silage zu
fressen. Alle Kälber verbleiben bis zur Schlachtung auf dem Betrieb, nur wenige weibliche Tiere
werden verkauft. Die Ration der Munis besteht aus Grassilage, Maissilage und Kraftfutter. Die
Munis werden mit 550 Kilogramm zur Schlachtung gegeben.
Nachdem Herr Alt uns dies alles erklärt hatte, haben wir uns die Hoch- und Tiefsilos angeschaut.
Die Tiefsilos sind eigentlich außer Betrieb, nur dieses Jahr wurden sie wieder benutzt, da er
Apfeltrester bekommen hat. Anschließend sind wir zum Spritzmittel- und Saatgutraum gegangen,
wo er uns die Vorschriften zur Lagerung von Spritzmittel erläuterte. Dabei konnten wir feststellen,
dass die Auflagen der Schweiz denen in Deutschland gleichen. Gegenüber den Spritzmitteln
lagern die Saatkartoffeln, die er auch für andere Betriebe zwischenlagert. Als wir uns den Betrieb
anschauten, war gerade ein mobiles Labor aus den Niederlanden auf dem Hof, das die
Keimfähigkeit der Kartoffeln feststellen sollte. Neben dem provisorischen Kartoffellager haben die
Alts die alte Scheune ausbauen lassen. Nächstes Jahr sollen hier dann erst die geernteten und
dann später die Saatkartoffeln lagern. Nachdem wir uns eine Weile mit vielen Späßen am neuen
Lager aufgehalten hatten, sind wir weiter zum Hofrand gegangen. Dort befindet sich ein Stück mit
einer Fläche von 1,5 Hektar Mais, welches diesjährig bereits in zweiter Nutzung steht. Dort
standen im Frühjahr noch Bohnen. Nach der Ernte der Bohnen haben die Alts das Ackerland
gepflügt und dann den Mais gelegt. Herr Alt meinte: „Dies geht nur so gut, weil wir hier eine
Niederschlagsmenge von ca. 1000 mm/Jahr haben. Der Mais wird zwar nicht reif, aber das ist kein
Problem. Ich warte bis auf den ersten Frost, dann erfriert der Mais und kann ihn mit genügend
Trockenmasse silieren.“ Dieser Mais kommt aber ausschließlich als letztes auf das Silo.
Schließlich sind wir in den Milchkuhstall gegangen, wo die Kühe in einem Anbindestall stehen. Die
Kühe werden zwischen den Melkzeiten auf die neben dem Hof liegende Weide gelassen. Zum
Fressen bekommen die Milchkühe in der Vegetationszeit Frischfutter vom Feld, im Winter
bekommen diese Heu. Diese Methode nennt man silagefreies Produzieren. Herr Alt hat gesagt,
dass dieses Verfahren in der Schweiz von vielen Betrieben angewendet wird. Als ich dann nach
der Leistung der Milchkühe fragte, war ich über die Antwort von Herrn Alt sehr überrascht. Er hatte
gesagt, dass ihn die Menge der produzierten Milch nicht interessiere, er interessiere sich vielmehr
dafür, wie er die Kosten für Tierarzt, Strom usw. senken könne.

Mark Poßekel

Schülerbetrieb Müller
Ich besuchte mit einigen Mitschülern sowie Strickhofschülern den Betrieb Müller in Steinmaur.
Dieser baut 72,5 ha Gemüse an, welches zur Hälfte ökologisch produziert wird. 2,5 ha der LF
befinden sich unter 10 riesigen Gewächshäusern, die wir besichtigten. Dort werden Feldsalat,
verschiedene Sorten Tomaten und Gurken, Auberginen, Paprika, Peperoni und Radieschen
angebaut. Auf den umliegenden Feldern wachsen vor allem Kartoffeln, Zwiebeln, Broccoli, Salate,
                                                   Porree und auch Blumenkohl. Die Jung-
                                                   pflanzen werden von einem Gemüsevermeh-
                                                   rungsbetrieb gekauft (z.B. Feldsalat: 3 Mio.
                                                   Pflanzen/Jahr!!!) und mittels verschiedener
                                                   Spezialmaschinen gepflanzt. Dafür sind in der
                                                   Hauptsaison von Ende März bis November 70
                                                   Arbeitskräfte nötig; die Arbeitskosten in diesem
                                                   Betrieb sind dadurch sehr hoch.
                                                   Die drei großen Gewächshäuser mit je ca.
                                                   6000 m² werden automatisch geheizt und
                                                   beregnet. Zur Wärmeerzeugung dient eine
                                                   Holzbrikettheizung, die über das Internet
                                                   gesteuert wird. Sie läuft auf Volllast, wenn die
Witterung kalt ist, und fährt sich bei warmem Wetter alleine runter. Zur Bewässerung liegen an den
Pflanzenreihen Wasserleitungen. Bei manchen Gemüsearten wird zusätzlich von oben bewässert.
Das Wasser wird aus einem Teich entnommen, der das Oberflächenwasser aller Gewächshäuser
speichert. Dieses reicht ohne erneuten Regen drei Wochen aus. Einmal wöchentlich besucht ein
Nützlingsfachmann den Betrieb und setzt Insekten gegen Schädlinge aus. (Im den
Gewächshäusern wird nur ökologisch angebaut.) Dieses sind z.B. Hummeln, Käfer, Läuse etc., die
in kleinen Kästen zwischen den Pflanzen ausgehängt werden. Dieses Verfahren war uns zwar
bekannt, aber nun konnten wir es erstmals praxisnah kennenlernen. Der Betrieb verfügt zusätzlich
über ein Kühlhaus, in dem es frostige 1-2 ° C waren , sowie eine Verpackungsanlage. Das Gemüse
wird auf dem Hof einzeln verpackt, etikettiert und an die Abnehmer mit eigenen LKW ausgeliefert.
Hauptkunden sind zu 70 % Migros, aber auch Spar und der Großhandel. Zusätzlich wird die Ware
auf dem Wochenmarkt angeboten.

Für uns war es besonders interessant einen solchen Betrieb
näher kennenzulernen, da keiner von uns bisher einen
Gemüsebetrieb mit Gewächshäusern besichtigt hatte. Die
Häuser wirkten sehr imposant, allein die Tomatenpflanzen
schienen unendlich zu sein. Der Chef gewährte uns stets
Kostproben seines leckeren, frischen Gemüses, was gut bei
den Schülern ankam. Besonders auffällig waren die
Minigurken und die vielfarbigen Cherrytomaten, z.B.
gestreifte. Den Abend ließen wir in gemütlicher Runde bei
Getränken und Kuchen im Partyraum ausklingen. Es
wurden viele Fragen über Lohn, Erträge, Arbeitskräfte, Frei-
zeit, Investitionspläne und -einlagen an Herrn Müller gestellt, die er uns wohlwollend beantwortete.

Annemarie Haustein


Schülerbetrieb Vögeli
Ein Reiseziel unserer Schweiz Exkursion war der Besuch eines Schülerbetriebes. Zusammen mit
noch drei anderen Schülern haben wir uns für den Biobetrieb der Familie Vögeli entschieden. Ein
Grund dafür war zu erfahren, wie die biologische Landwirtschaft in der Schweiz praktiziert wird.
Der besuchte Betrieb liegt in dem kleinen Dorf Neunkirch. Geographisch ist das im Norden des
Kantons Zürich. Das Umfeld weist ein mildes Klima auf, wo es eine durchschnittliche Nieder-
schlagsmenge von 700 mm im Jahr gibt. Die Sommermonate sind eher trocken und mit wenig
Niederschlag.

Der Betrieb wurde 1974 vom Großvater des heutigen Betriebsleiters gegründet. Von 1992-1999
war der Betrieb verpachtet. Im Jahr 2000 war die Pacht ausgelaufen und wurde dann wieder von
der Familie bewirtschaftet. Seit 2003 wurde der Ackerbau und die Viehzucht durch biologische
Bearbeitung gekennzeichnet. Im Jahr 2006 gab es auf dem Hof einen Brand, der einen großen
Teil der vorhandenen Gebäude stark beschädigte. Nach langen Kämpfen gab es für die Familie
dann eine Entschädigung von der Versicherung und sie konnten den Neubau starten. Dabei
entstand eine neue Lagerhalle und ein Teil des Stalles wurde neu gebaut.
Wie schon erwähnt, wird der Betrieb vom Vater der Familie geleitet. Zu der Familie gehören
außerdem noch die Mutter und vier Kinder. Das sind drei Jungs und ein Mädchen, welches uns
den Betrieb vorgestellt hat.

Zudem arbeitet ständig ein Praktikant oder ein Lehrling mit auf dem Hof.

In dem Familienbetrieb wird Ackerbau und Viehzucht betrieben. Ich möchte zuerst meine
Beobachtungen zum Ackerbau schildern. Der Betrieb bewirtschaftet 50 Hektar landwirtschaftliche
Fläche. Einen großen Teil davon machen Wiesen und Weiden aus. Auf den leicht sandigen bis
schweren Lehmböden werden Winterweizen, Dinkel, Mais, Kartoffeln, Möhren, und Eiweißerbsen
angebaut. Auf den gut fruchtbaren Böden werden mittels biologischen Anbau gute Erträge erzielt.
Nun sollen Informationen zur Viehzucht folgen. In dem Sektor werden Schweine und Rinder
produziert. Im Schweinestall stehen 30 Zuchtsauen von der Rasse der Edelschweine. Im Jahr
werden von einer Sau durchschnittlich 21 Ferkel abgesetzt. Diese werden dann auf ein Gewicht
von ca. 25-30 Kilogramm gemästet und anschließend verkauft.

Die Kühe werden Ende April auf die Weide gelassen und erst wieder hereingeholt, wenn das
Wetter schlecht wird. Das ist so Ende September bis Mitte Oktober. Die Herde umfasst 40
Muttertiere und zwei Bullen, die von der Rasse des Angus abstammen. Die Kälber werden nach
10-monatiger Mutterkuhhaltung verkauft.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass die biologische Produktion vom Staat gut finanziert wird.
Dies geschieht durch Ausgleichzahlungen für den Ackerbau und die Viehzucht. Auf der andern
Seite ist zu bedenken, dass das Produktionspotential des Bodens nicht voll genutzt werden kann
und das Produktionsmittel, besonders in der Tierhaltung, extrem teuer ist. Der Besuch des
Betriebes war sehr interessant, da wir einen tiefen Einblick in die Landwirtschaft erhalten haben
und welche Probleme sie mit sich bringt. Auch soll die Gastfreundschaft nicht in den Schatten
gestellt werden. Nach der Führung durch den Betrieb saßen wir bei Kaffee und Kuchen mit dem
Familienangehörigen zusammen, wo wir auch noch fachsimpeln konnten.

Christoph Lampe

Ferien auf dem Bauernhof
(Betrieb von Hans und Regula Kindlimann)




Der Betrieb liegt am Rande vom Dorf Chrinnen. Die Anfahrt ist schwierig, da der Bauernhof
versteckt liegt. Der Betrieb Kindlimann hat zwei Standbeine: den Tourismus und die
Landwirtschaft. Diese Betriebsstruktur bot sich durch die günstige Lage an. Dafür sprachen auch
die auf dem Gelände befindlichen gut erhaltenen Gebäude.
Zum 1. Standbein - Tourismus:
Familie Kindlimann bietet Zimmer mit Frühstück, eine Ferienwohnung und Kinderferien an. Es
herrscht ein hoher Andrang, denn sie haben ca. 2000 Gäste/Jahr.
Dabei fällt die Wahl schwer, denn jeder Gast kann selbst entscheiden zwischen Zimmer mit
Frühstück, wovon zwei geräumige Doppelzimmer und ein gut eingerichtetes Dreibettzimmer mit
einem tollen Ausblick zu Auswahl stehen. Zum Frühstück wird frische Hausmannskost gereicht.
Mit der Ferienwohnung offerieren die Kindlimanns ein gut erhaltenes 300-jähriges Nebenhaus mit
5,5 Zimmern. Im ersten Stock enthalten ist eine zentralliegende Wohnstube mit einem großen
gefleckten Kachelofen, eine kleine Küche, ein sauberes Bad und ein ausreichend möbliertes
2-Bett-Zimmer. Der 2. Stock besteht aus drei großen Zimmern mit sieben relativ kleinen Betten
und drei separaten WC.

Zum 2. Standbein - Landwirtschaft
Allgemeinlässt sich feststellen, dass der Betrieb 50 ha Wiese besitzt, wovon 5 ha für die
ökologische. Landwirtschaft genutzt werden. Von der Restfläche sind 15 ha reines Weideland, das
durch die Hanglage nicht befahrbar ist. Die andere Fläche wird gemäht und das gewonnene Futter
wird gleich als frisches Gras verfüttert oder dient zur Herstellung von Silage. Der Betrieb hat
25 Milchkühe der Rasse Braunvieh, die trotz der relativ geringen Menge an Kraftfutter eine gute
Leistung von 8550 l/im Durchschnitt pro Jahr haben. Herr Kindlimann hat eine recht geringe
jährliche Milchquote von 162000 l.
Die Futterration setzt sich aus hochqualitativen Heu mit einem hohen Kräuterinhalt, frischen Gras
mit einem hohen Anteil an wertvollen Gräsern, dazugekaufter Maissilage und einem geringen
Anteil an Kraftfutter, das separat angeboten wird, zusammen.
Familie Kindlimann hält einen 35-jährigen Milchviehstall vor, der trotz des Alters sehr sauber und
gut erhalten ist. Der Stall besitzt 40 Kuhplätze, die mit gut gelagerten Stroh eingestreut werden.
Die Entmistung funktioniert mit Hilfe eines Mistschiebers. Das Melken erfolgt mittels einer alten,
aber gut in Stand gehaltenen Rohrmelkanlage. Das Stroh und Heu wird zum Schutz vor
Witterungseinflüssen in einer großen Scheune gelagert.
An Technik besitzt Herr Kindlimann 2 kleinere Traktoren von Bucher, ein sehr gepflegtes älteres
Modell mit 70PS, und einen neu erworbenen 90PSer mit Frontlader. Außerdem sind im Betrieb
vorhanden: ein kleiner Düngerstreuer mit ca. 1,5 m³ Ladevolumen, eine Feldspritze mit einem
relativ kleinen Tank von 900 l.
Zusammenfassend konnte ich schlussfolgern, dass die Landwirtschaft in der Schweiz ist sehr klein
strukturiert ist und bei dieser Größe ohne Subventionen nicht wirtschaftlich sein könnte.

Thilo Muhl

Schülerbetrieb Furrer
Am Dienstag, dem 16. September 2008, hatten wir die Möglichkeit, den Betrieb von Familie Furrer
zu besichtigen. Der Betrieb ist ein Einzelunternehmen welches von Herrn Furrer bewirtschaftet
wird. Frau Furrer betreibt ein Direktvermarktungsgeschäft. Er lebt in der Bergzone 2. Dies ist eine
Hangregion. Herr Furrer hält auf seinem Betrieb 20 Milchkühe der Rasse HF und die dazugehörige
weibliche Nachzucht. Dann bewirtschaftet er noch eine Fläche von 30 ha landwirtschaftliche
Nutzfläche und 10 ha Wald, davon sind 13 ha Eigentum. Die gesamte Nutzfläche ist Grünland und
komplett arrondiert. Sie wird für die Futterwerbung und Weidehaltung der Kühe genutzt. Der
Milchviehstall wurde 1998 vom Anbindestall zum Laufstall umgebaut. Der Fressbereich und der
Liegebereich sind durch einen Außenbereich getrennt. Die Milchkühe haben eine Leistung von
8.000 kg Milch im Jahr und werden silagelos gefüttert. Sie bekommen ausschließlich Heu und
Gras auf der Wiese. Außerdem besteht die Futterration aus Zuckerrübenschnitzel (1 kg/Tier und
Tag) und Kraftfutter. Dazu füttert der Betriebsleiter noch in der Laktationsstartphase Eiweiß. Die
Kühe werden 2 Mal am Tag in einem 3 Tandem Melkstand gemolken. Die Milch vom Abend wird
        C
auf 10° temperiert. Nach dem morgendlichen Melken muss die Milch zur Käserei in 2 km
Entfernung mit dem Auto gebracht werden. Dadurch fängt Herr Furrer morgens um 6.30 Uhr an zu
melken. Beim Kälberverkauf bekommt Herr Furrer für ein Bullenkalb 5 SFr./kg, bei einem Kalb vom
Fleischtyp bekommt er 6 bis 7 SFr. pro kg. Der Milchpreis beträgt momentan 81,5 Rappen.
Der Betrieb ist mit seinem 40 ha Betriebsfläche der größte Betrieb in der Region. Im Durchschnitt
fallen dort im Monat 120 mm Niederschlag. Maschinell hat sich der Betrieb auf die
Grünlandbewirtschaftung und für die Forst spezialisiert. Er besitzt einen Hangtraktor und ein
Hangtransporter. Im Nebenerwerb fährt Herr Furrer 5 Monate in den Forst und verkauft 200 m³
Brennholz.




Fazit: Der Betrieb von Herrn Furrer machte auf uns einen gepflegten Eindruck. Beachtlich fanden
wir, dass der Betrieb - für unsere Verhältnisse ein kleiner Betrieb - überlebensfähig ist. Die
Infrastruktur im Milchviehstall war so angelegt, dass es arbeitswirtschaftlich gut zusammenpasste.
Nachdem wir den Betrieb besichtigt hatten, haben wir uns noch bei einer gemütlichen Runde ins
Wohnzimmer der Familie gesetzt und diskutierten über Betriebsstrukturen in Deutschland und der
Schweiz.

Jörn Tost, Fabian Mühlenberg


Schülerbetrieb Büchi
Der Schülerbetrieb Büchi ist ein Familienbetrieb, bestehend aus Milchwirtschaft und Ackerbau.
Herr Büchi arbeitet als einziges Familienmitglied zu 100%; sein Sohn und Frau nur aushilfsweise.
Sohn Beni Büchi erlernt den Beruf des Landwirts., er möchte gern die Wirtschaft übernehmen.
Zur Milchwirtschaft gehören 23 Kühe, die in ca. 45
Minuten gemolken werden. Die Milchmenge liegt bei ca.
8500 l pro Kuh/Jahr. Das Futter der Kühe wechselt
ständig mit den Jahreszeiten; im Frühling, Sommer und
Herbst füttert Herr Büchi frisches Gras, Heu und frisch
gehäckselten Mais, im Winter wird hauptsächlich Heu
gefüttert. Zusätzlich bekommen die Kühe als Kraftfutter
Gerstenpellets aus eigener Produktion. Die Tiere
werden in Gruppen auf Stroh gehalten. welches je nach
Bedarf nachgestreut wird. Herr Büchi meinte: „Den
Kühen soll es gut gehen. Dann geben sie auch viel
Milch.“ Das beeindruckte mich sehr, dass die Kühe mit
solch einer simplen Futterration so viel Milch geben und sich dabei so wohl fühlen.
In der Pflanzenproduktion bewirtschaftet die Familie 30 ha auf mittelschweren bis schweren
Böden. Auf dem Acker wachsen Mais, Raps, Gerste, Kunstwiese und Naturwiese. Herr Büchi
besitzt drei Traktoren, einen neuen Fendt Farmer 309 und zwei alte Steyer. Zur Bodenbearbeitung
und zur Saatbettbereitung verfügt die Familie über viele verschiedene Geräte, z.B. Grubber,
Drillmaschine, 3-Schar-Pflug Drehpflug, usw. Zur Maisernte kommt der einreihige Maishäcksler
zum Einsatz. Die Fruchtarten Raps und Gerste werden von einem Lohnunternehmer mit einem
Mähdrescher abgeerntet. Weiterhin besitzt Herr Büchi ein Güllefaß, drei Anhänger und einen
Ladewagen. Ich könnte nicht auf diesem Gelände Landwirtschaft erfolgreich betreiben, da es sehr
ungewohnt für mich wäre, solch kleine Felder zu bewirtschaften.
Nach der Betriebsbesichtigung haben wir gemütlich im Partyraum gesessen und uns über unsere
Betriebe ausgetauscht. Nebenbei konnten wir verschiedene Käse- und Biersorten ausprobieren.




Wir waren sehr erstaunt, wie die Familie mit diesem kleinen Betrieb so gut wirtschaften kann.
Gleichzeitig waren die Schweizer Schüler über unsere großen Flächen und Tierbestände
begeistert, die sie gern bald besichtigen möchten.

Stefan Lück


Schülerbetriebe Holderegger/Freimüller
Am 16. 09.2008 besichtigten wir die Betriebe einiger Schweizer Schüler.
Als erstes möchte ich den Betrieb Holderegger vorstellen. Hierbei handelt es sich um einen
Familienbetrieb, mit Milchviehhaltung und Nachzucht als Hauptstandbein. Die Betriebsfläche
beträgt 40 ha und ist aufgeteilt in 25 ha Grünland und 15 ha Ackerland. Angebaut werden
Zuckerrüben, Weizen, Gerste, Ackerfutter, Raps, Sonnenblumen und Silomais. Zurzeit werden
40 Kühe gemolken, unter anderem die Rassen HF und Braunvieh. Bei den HF-Kühen liegt die
durchschnittliche Milchleistung bei 9000 l/pro Kuh/Jahr und beim Braunvieh etwa bei 7800 l/pro
Kuh/Jahr. Das Milchkontingent liegt bei 300.000 kg. Gemolken wird im Doppel 3-er Fisch-
grätenmelkstand, je eine Stunde morgens und abends. Der durchschnittliche Eiweißgehalt liegt bei
3,8 % und der Fettgehalt bei 4 %. Der aktuelle Milchpreis liegt umgerechnet bei 53 Cent.
Eingesetzte Futtermittel sind Mais-und Grassilagen sowie Heu, frisches Gras sowie Grünmais, der
von Anfang September bis Ende Oktober verfüttert wird.
Ein weiteres Standbein des Betriebes ist eine kleine Pension für Pferde, in der zurzeit aber nur ein
Pferd steht. Ein Stallplatz kostet im Monat 900 Franken, dieser beinhaltet alle anfallenden Kosten.
Im Winter verarbeitet die Familie Frischholz für den eigenen Bedarf, für die Gemeinde und für ihre
Pächter. Der Maschinenpark setzt sich zusammen aus: 3 Schleppern, 1 Güllefass, 1 Anbau-
häcksler, dem dazugehörigen Mähwerk (3m AB), 1 Heuwender, 1 Schwader und 1 Mischwagen.
Die Konservierung von Gras und Mais findet im Fahrsilo statt. Die Maße der beiden Silos betragen
jeweils 5 m x 15 m. Ich denke, dass dieser Betrieb in den nächsten Jahren durchaus fähig ist, am
Markt zu konkurrieren.
Betrieb Freimüller
Bei unserem zweiten besuchten Betrieb handelt es sich um eine Pferdepension. Zurzeit befinden
sich 60 Pferde im Stall, 45 davon stehen in Pension und 15 Pferde sind Eigentum der Familie
Freimüller. Neun Pferde werden von Herrn Paul Freimüller, welcher seit vielen Jahren Profireiter
ist, geritten. Die übrigen Tiere reitet seine 22-jährige Tochter. Den Pensionsreitern steht eine sehr
große Reithalle zur Verfügung, in der auch regelmäßig Reitunterricht erteilt wird.
Ein zweites Standbein des Betriebes ist ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen, womit
verschiedene Dienstleistungen angeboten werden, unter anderem: Rüben roden, Mähdrusch,
Mais- und Gras häckseln. Der Preis für einen Hektar Mähdrusch beträgt 460 Franken pro Hektar
Häckseln kostet 680 Franken. Ich fand es beeindruckend, wie viel Zeit diese Familie für ihre Pferde
„opfert“.
Hendrik Heicke
Fahrt ins Tessin
Berghof Familie Renner
Am 17.09.08 legten wir auf unserer Passüberquerung des Gotthards einen Zwischenstopp bei der
Familie Renner ein. Der Betrieb befindet sich auf einer Höhe von ca. 1440 m, welche als
Hochebene bezeichnet wird. Dort herrscht ein raues Klima, dieses entsteht durch zwei kalte Winde
aus dem Gotthard. Durch die Winde kommt es hier zu einer Durchschnittstemperatur im Winter
       C                          C.
von -6° und im Sommer von 12° Die Bewohner in di eser Region bekommen auf dieser Ebene
zusätzlich eine Niederschlagsmenge von 1500 mm. Die Familie Renner hatte bis zum Anfang
September 2008 einen landwirtschaftlichen Betrieb, der auf Grund eines Golfplatzprojektes
aufgegeben wurde. Sie hatten ca. 14-16 Milchkühe mit einer Milchleistung von 7000 kg. Diese
wurde nur durch eine 3-4 monatige Almhaltung und eine sonstige Stallfütterung mit Heu,
Grassilage und Schrot versorgt. Zur Futtergewinnung für den Winter sind nur einige Tage mit
                           C
Temperaturen von 24 -27 ° da. Die Betriebsfläche b etrug am Ende 26 ha mit: 11 ha Flachland,
12 ha am Hang und 3 ha im Bergland. Im Winter betreibt die Familie einen Nebenerwerb mit
Schneeräumung in der Gemeinde. Mit eigener moderner Schneeräumungstechnik werden riesige
Massen an Schnee beseitigt. Die Familie hat für die Zukunft noch keine richtigen Vorstellungen.
Sie hoffen auf Tourismus, da ein 140 ha großer 18 Loch Golfplatz errichtet werden soll. Dieses
Projekt hat ein ägyptischer Investor geplant und es sollen zusätzlich auch noch 5-6 Hotels gebaut
werden. Fam. Renner hat in dieses Projekt nicht viel Vertrauen und sich die Option frei gehalten,
ihre verpachteten Flächen zurück zu bekommen.




Lars Schulze
Reisanbau im




Tessin
Dass Risotto im Tessin zum Teil aus einheimischen Körnern zubereitet wird, dürfte den wenigsten
bekannt sein. Das Maggia-Delta zwischen Locarno und Ascona und die Magadino Ebene sind die
einzigen Reisanbaugebiete der Schweiz und zugleich die nördlichsten der Welt.

Voraussetzungen für den Reisanbau
Wenn von Reisanbau die Rede ist, haben die meisten Bilder aus Asien vor Augen: Felder mit
Reispflanzen, die im Wasser stehend wachsen: den so genannten Nassanbau. Reis braucht zum
Gedeihen sehr viel Feuchtigkeit und Wärme. Diese Voraussetzungen sind im Maggia-Delta und in
der Magadino-Ebene nur teilweise erfüllt, was bedeutet, dass mit der Sortenwahl und der Pflege
einiges gutgemacht werden muss - und kann.

Hier wird Reis in so genannter Trockenkultur angebaut. Der Boden, durchlässiges Schwemmland,
ist sandig bis sandig-lehmig. Da im Jahr ca. 1800mm Niederschlag fällt, reicht es, die Kultur
während der Vegetationszeit 1- bis 2-mal wöchentlich zu beregnen (das Jahr 2002 war so nass,
dass man bei der Hälfte der Reisanbaufläche darauf verzichten konnte). Für die Bewässerung wird
Wasser aus der Maggia und aus dem Lago Maggiore verwendet.

Weil die Witterungsverhältnisse nicht optimal und die Vegetationszeit sehr kurz ist - von Anfang
Mai bis Mitte Oktober - kann pro Jahr nur eine Ernte eingebracht werden. Im Gegensatz zu Asien,
wo zwei bis drei Ernten üblich sind.

Um die eigentliche Tropenpflanze so hoch im Norden anbauen zu können, gab es einige Probleme
zu lösen. Von allergrößter Wichtigkeit war es, die richtige Reissorte zu finden. Es zeigte sich, dass
sich für den kommerziellen Reisanbau Sorte Loto am besten eignet, eine Varietät, die in der Po-
Ebene beim Reisanbau ca. 20% ausmacht.

Bei Loto handelt es sich um den Reistyp «Lungo A», eine Sorte mit langem, konvexem Korn, das
sich hervorragend für Risotto eignet, während des Kochprozesses lange al dente bleibt und die
Flüssigkeit gut bindet, zugleich aber fest kochend genug ist, um auch als Beilagenreis Verwendung
zu finden.
Ascona
Ascona ist eine politische Gemeinde im Kreis Isole, Bezirk Locarno des Kantons
Tessin in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Aschgunen wird heute nicht
mehr verwendet.



                                                              Der Kurort liegt am Nordufer des
                                                              Langensees (Lago Maggiore),
                                                              westlich   des      Maggia-Deltas.
                                                              Jedes Jahr im Sommer findet in
                                                              den Straßen von Ascona das
                                                              bekannte „New Orleans Jazz
                                                              Festival“ statt. Nach dem Ort
                                                              Ascona ist der Opel Ascona
                                                              benannt.
                                                              Der Hügel über Ascona ist der
                                                              Monte Verità, der in der ersten
                                                              Hälfte des 20. Jahrhunderts eine
                                                              große     kulturelle   Bedeutung
                                                              besaß. Auf dem Monte Verità
                                                              sammelten sich die Aussteiger
                                                              und Weltverbesserer und verkün-
                                                              deten in einer einzigartigen
Mischung freie Liebe, Vegetarismus, Anarchie und kommunitäres Gedankengut. Bei der Exkursion
wurde der Monte Verita auch bestiegen. Der Aufstieg war viel zu stressig für mich, jedoch
entschädigte der atemberaubende Ausblick die Mühen.
Während der Fußball-Europameisterschaft 2008 schlug die Deutsche- Fußballnationalmannschaft
in Ascona ihr Mannschaftsquartier auf und reiste von Ascona zu den jeweiligen Spielorten. Als
Erinnerung hinterließen alle Spieler ihre Fußabdrücke auf einer Steinwand, vor der sich unsere
kleine Gruppe natürlich auch ein Andenkenfoto verschaffte.

Christian Mertens



San Bernardino und Via Mala-Schlucht
Nach einem Tagesausflug ins Tessin im Süden der
Schweiz gelangten wir bei der Heimreise in das San
Bernardino Tal. Dieses zeichnet sich durch eine felsige
und gesteinsreiche Landschaft aus, die sich durch die
süd- östliche Region der Schweiz zieht. Dieser Teil wird
auch als der italienisch-sprachige Raum betitelt. Über
einen Tunnel von 6,6 km Länge gelangten wir in das
Tal, indem sich die Via-Mala- Schlucht befindet. Die
Schlucht weist eine Länge von 6 km auf und hat ein
Gefälle von 33 Prozent. Sie war früher ein Wegab-
schnitt entlang des Hinterrheins zwischen Thusis und
Zillis-Reischen im Schweizer Kanton Graubünden.
Heutzutage dient die Schlucht ausschließlich als
Touristenattraktion. Am Kiosk mit angrenzendem Parkplatz starteten wir den Rundgang in die
Schlucht. Der steile Weg wird über 321 Stufen geleitet,
                                                         Wildener Brücke
die 1903 vom Tourismusverein „Thusis“ gebaut
wurden. Sie führen an zahlreichen Informationstafeln, die über Künstler berichten, wie z.B. Goethe,
der im Jahre 1788 durch die Schlucht reiste und von der Wildener Brücke, welche sich in 70 m
Höhe an die Felsen „klammert“, eine Tuschezeichnung anfertigte, bis hin zu den Strudelköpfen.
                                         Auch andere Schöngeiste nutzen die Schlucht als
                                         Motiv für Bilder, was ich bei diesem Anblick gut nach-
                                         vollziehen kann. Das Geräusch des rauschenden
                                         Flusses klingt echt atemberaubend. Von der Brücke
                                         konnten wir beobachten, dass es einmal zwei weitere
                                         Schluchten gegeben hat, die aber zwischenzeitlich von
                                         Moränen zugeschüttet wurden. Der Rhein hat sich
                                         250 m - 300 m regelrecht in das Schiefergestein hinein
                                         gefressen und das Gestein geformt. Durch die
                                         unterschiedlich geformten Steine entstehen auch
                                         immer wieder, ausgelöst durch das Aufeinanderprallen
                                         des Wassers, Strudelköpfe. Diese haben wir aus
Strudelköpfe                             sicherer Entfernung sehr gut beobachten können. Das
                                         Aufeinandertreffen der Wassermassen mit den riesigen
Steinen ist einmalig in der Region. Viele Besucher kommen nur wegen der Schlucht dorthin.
Außerdem bietet die Schlucht vielen Wanderern ein einzigartiges Naturschauspiel. Alles in allem
würde ich den Ausflug zur Via-Mala-Schlucht als einen gelungenen beurteilen. Da unterschiedliche
Aussichtspunkte angeboten wurden, wobei die Sicht immer wieder neu, aber sehr interessant und
einmalig war, fand ich die Zeit unseres Aufenthaltes beinahe zum Sonnenuntergang zu kurz
bemessen. Doch die Eindrücke, die ich mitnehmen durfte, werden wohl so schnell nicht aus
meinem Kopf gelöscht werden.

Sebastian Hosang



Exkursionen im Kanton Zürich
Familienbetrieb Maya und Robert Rubli
Der Familienbetrieb Rubli besteht aus vielen unterschiedlichen Betriebszweigen, welche Maya und
Robert viel Zeit kosten, was uns stark beeindruckt hat.
Sie haben den Betrieb 1991 übernommen.

Im Bereich Pflanzenproduktion bewirtschaften die Rublis 28 ha Land. Auf dieser Fäche werden
Gerste, Dinkel, Zuckerrüben, Raps, Mais und Feldgemüse angebaut. Weiterhin bewirtschaften sie
eine Streuobstwiese mit Äpfelbäumen, die älter als 50 Jahres sind.

Hauptsächlich betreiben die Rublis einen Betriebszweig der Gastronomie, welcher 1995 in Betrieb
genommen wurde. Hier versuchen sie möglichst viele Arbeiten allein zu bewältigen, aber ohne die
5 Servicekräfte, die ihnen bei den zahlreichen Veranstaltungen helfen, wäre eine Zufriedenstellung
der Gäste nicht möglich.
Die Rublis stellen an sich selbst hohe Ansprüche und kochen daher das Esse für ihre Gäste selbst.
Zu einer Feier müssen mindestens 30 Personen angemeldet sein. Dazu bieten die Rublis eine
Übernachtung im Stroh an. Außerdem offerieren die Unternehmer einen Partyservice. So haben
beide als Ehepaar nur ein einziges Wochenende im Jahr für sich und die Familie, was für uns
unvorstellbar ist. Aus unserer Sicht hätten wir mehr Personal eingestellt, welches mehrere Arbeiten
übernehmen müsste.
Die Kreativität dieses Ehepaares ist unerschöpflich. So entstand auch die Idee zur inhaltlichen
Ausgestaltung von Feiern, zum Beispiel mit einer Olympiade, bei der die Gäste ihre Geschick-
lichkeit beweisen und ihr Wissen testen.

Außerdem betreiben das Ehepaar Rubli eine Golf Range mit 20 Abschlagplätzen auf Matten. Dort
haben viele Gruppen oder auch Einzelpersonen unheimlichen Spaß.
Die Kosten belaufen sich für 20 Golfbälle auf 2 Franken und für 50 Bälle auf 5 Franken. Auf dem
Golfplatz ist keine Golfkleidung nötig. Jeder, der Lust verspürt, kann sich auf der Anlage schaffen.
Wir waren sehr erstaunt über die vielfältige Bewirtschaftung dieses Familienunternehmens. Beide
Rublis sind mit Herz und Seele dabei, sei es Frau Rubli in der Küche oder Herr Rubli mit seinen
eigenen technischen Erfindungen, zum Beispiel die Balleinsammelmaschine. Belohnt wird das
Engagement der Rublis durch die starke Nachfrage ihrer treuen Stammkunden.

Sebastian Almstedt, Stefan Lück


Betrieb Kuhn
Der Betrieb Kuhn ist ein Familienbetrieb, bis 1999 hatte
dieser Betrieb 20 Milchkühe im Laufstall. Der Laufstall
wurde zum Hofladen umgenutzt, weil es Adrian Kuhn
(Sohn) mit den Kühen und Hofladen zusammen zu viel
wurde. Es wurde ein Kühllager gebaut, am Anfang war
Selbstbedienung, aber weil die Kunden großen Wert
drauf legen, wenn eine Person vom Betrieb hinterm
Tresen steht, übernahmen die Eltern den Hofladen. Der
Hofladen hat rund ganztägig geöffnet. Die Öffnungs-
zeiten sind montags bis freitags von 9 Uhr bis 18:30 Uhr,
sonntags ist geschlossen. Weil die Selbstbedienung gut
geklappt hat und die Familie Kuhn positive Erfahrungen
sammeln konnte, ist jetzt trotzdem immer noch den
Mittag über Selbstbedienung. Es werden viele verschie-
dene Produkte angeboten, anfangs waren es nur Kür-
bisse, Erdbeeren und Kartoffeln, nun werden auch
Knoblauch, Zitronen, Mangold, Süßmost(5l), Äpfel, Eier
und Oliven ganzjährig angeboten. 2003 wurde der
Hofladen um 1/3 vergrößert, seitdem sind vier Personen
mit dem Hofladen beschäftigt. Ein großer Teil der
Produkte, die im Hofladen angeboten werden, werden
jeden Morgen aus Zürich von einem Großmarkt gekauft. Dabei wird nur soviel eingekauft, wie an
einem Tag verkauft wird, damit immer alles frisch ist. „Das sind alles Erfahrungswerte, wie viel am
Tag verkauft wird“, sagte Adrian Kuhn. In diesem Frühjahr wurde eine neue Maschinenhalle
gebaut, in die noch ein Kühlraum mit 400 m³ aufgestellt wurde. Dieser Kühlraum ist hauptsächlich
                                  für die Äpfel, damit größere Mengen eingelagert werden können
                                  und kühl stehen. Es werden 150 t Äpfel im Jahr direkt über den
                                  Hofladen verkauft, was man erst mal schaffen muss. Vor einem
                                  Jahr kaufte der Betrieb Kuhn den Nachbarn und Gbr. Partner
                                  auf. Sie kauften die Maschinen aus der Gbr. heraus und
                                  pachteten das Land, was ich für einen großen Schritt halte, dass
                                  ein so kleiner Betrieb so ein großes Risiko eingeht. Der Betrieb
                                  bewirtschaftet 50 ha Land, was in der Schweiz als ein großer
                                  Betrieb bezeichnet wird. Davon sind 2 ha Obst, 1 ha Kürbisse,
                                  7,5 ha Weihnachtsbäume, 5 ha Wald und 34,5 ha Getreide. Vor
                                  35 Jahren begann der Vater mit dem Christbaumverkauf, nach
                                  5 Jahren Weihnachtsbaumverkauf erwarb Senior Kuhn eine
                                  Plantage, die 7,5 ha groß ist, und bezog seine Bäume daraus.
Jetzt verkaufen Senior und Junior Kuhn 15000 Christbäume, davon sind 90% Nordmanntannen
und 5% Blaufichten. Sie verkaufen auf dem Hofgelände und auf 4 anderen Verkaufsplätzen ihre
Bäume. Die Christbäume machen heute die Hälfte des Betriebseinkommens aus. 1m Tanne kostet
25 €. Der Betrieb hat mir persönlich sehr gut gefallen, weil ich auf dem Heimatbetrieb selber
Direktvermarktung und Christbaumverkauf habe und mir viele neue Ideen gezeigt wurden, die wir
zuhause anwenden können.

Julian Friedrich
Stadtbesichtigung Zürich
Zürich ist die größte Stadt der Schweiz und Hauptstadt des Kantons Zürich. Die Kernstadt – eine
politische Gemeinde, die seit 1989 auch mit dem Bezirk Zürich deckungsgleich ist – zählt rund
380'000 Einwohner. Zürich ist das wichtigste wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum der
Schweiz. Laut einer Studie aus dem Jahr 2007 ist es die Stadt mit der weltweit höchsten
Lebensqualität.
Zürich liegt im östlichen Schweizer Mittelland, an der Limmat am Ausfluss des Zürichsees, in
einem von Hügeln umschlossenen Becken. Die Stadt des Reformators Ulrich Zwingli erlebte im
Industriezeitalter ihren Aufstieg zur Wirtschaftsmetropole der Schweiz.
                                      Zürich ist mit seinem Hauptbahnhof, dem größten Bahnhof der
                                      Schweiz, und dem Flugdrehkreuz Zürich-Kloten ein kontinen-
                                      taler Verkehrsknotenpunkt und dank der ansässigen Groß-
                                      banken und Versicherungen ein internationaler Finanzplatz.
                                      Überdurchschnittlich viele Medienunternehmen, darunter das
                                      Schweizer Fernsehen, haben hier ihren Sitz. Dank seiner Lage
                                      am Zürichsee, seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt
                                      und einem vielseitigen Kulturangebot und Nachtleben ist es
                                      zudem ein Zentrum des Schweizer Tourismus.
In Anspielung auf geographische und historische Gegebenheiten wird Zürich gelegentlich und
informell auch als die «Limmatstadt» oder «Zwinglistadt» bezeichnet. Ihre Einwohner werden
schweizweit Zürcher genannt (bzw. umgangssprachlich Stadtzürcher zur Differenzierung mit den
übrigen Einwohnern des Kantons). Das Limmattal ist fast lückenlos überbaut (Wohn- und
Industriegebiete, Gewerbezonen). Ebenfalls dicht bebaut sind die sonnenexponierten und
bevorzugten Wohnlagen am Zürichberg und am Waidberg sowie die unteren Hangabschnitte auf
der westlichen Talseite am Uetliberg. Zu den grünen Lungen der Stadt zählen die ausgedehnten
Waldgebiete von Adlisberg, Zürichberg, Käferberg, Hönggerberg und Uetliberg. Bedeutende
Grünanlagen befinden sich auch entlang dem Seeufer (Zürichhorn und Enge).




Ferner wird das bebaute Gebiet durch Parkanlagen und Gärten aufgelockert. Größere
zusammenhängende landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen im Bereich von Affoltern und
Seebach. Die ursprüngliche Gemeinde Zürich (vor 1893) umfasste nur das Gebiet der heutigen
Altstadt. Mit zwei großen Stadterweiterungen wurden 1893 und 1934 zahlreiche umliegende Dörfer
eingemeindet, die im Lauf des 19. Jahrhunderts immer mehr zusammengewachsen waren. Heute
setzt sich Stadt Zürich aus 12 Stadtkreisen zusammen. Die meisten Sehenswürdigkeiten Zürichs
sind in und um die Altstadt gruppiert und deswegen am Einfachsten zu Fuß oder mit kurzen
Fahrten in Tram oder Bus erreichbar. Neben Gebäuden und Denkmäler ist auch die Lage Zürichs
am Zürichsee ein Blick wert. Am Bellevue oder am Bürkliplatz bietet sich bei gutem Wetter ein
schöner Blick auf den See und die Alpen. Beide Seeufer mit ihren Promenaden und Parkanlagen
sind dann jeweils Anziehungspunkte für viele Einheimische und Touristen. In der rechtsseitigen
Altstadt sind das alte Rathaus im Renaissance-Stil, das romanische Großmünster, sowie die
Zunfthäuser entlang des Limmatquais besonders hervorzuheben. Ein Turm des Großmünsters ist
zugänglich und bietet eine gute Aussicht über die Altstadt. Weiter kann im Stadtarchiv am
Neumarkt ein Modell der mittelalterlichen Stadt Zürich besichtigt werden, an der Spiegelgasse 14
findet sich das zeitweilige Domizil von Lenin. Am Zähringerplatz steht neben der Zentralbibliothek
die gotische Predigerkirche mit dem Predigerchor, der allerdings von der Kirche abgetrennt und mit
Zwischenböden unterteilt ist. Am besten erschließen sich die Sehenswürdigkeiten bei einem
Bummel durch das Niederdorf und das Oberdorf. Im Niederdorf finden sich besonders viele
Bierstuben, Imbissbuden und Kaffees.
Die Altstadt links der Limmat bietet
ebenfalls sehenswerte Gassen mit mittel-
alterlichen Häusern. Bemerkenswert sind
die Fraumünsterkirche sowie die Peters-
kirche, die das größte Turmzifferblatt
Europas (Durchmesser: 8,7 m) aufweist.
Die gotische Augustinerkirche, die nach
der Reformation als Kornlager verwendet
wurde, ist seit 1873 Pfarrkirche der
Christkatholischen Kirche. Weiterhin
interessant sind der Lindenhof, von dem
sich ein schöner Ausblick auf die
rechtsseitige Altstadt bietet. Aus neuerer
Zeit stammen die städtischen Amts-
häuser, die im frühen 20. Jahrhundert
von Gustav Gull erbaut wurden.

Mathias Bulwin


Exkursion ins Berner Oberland
Besichtigung des Lohnunternehmens von Martin Wälchli
Am Freitag, dem 19.09.2008, besuch-
ten wir am frühen Morgen den Hof des
Lohnunternehmers von Martin Wälchli.
Als wir mit dem Bus angekommen
waren, wurden wir von dem Betriebs-
leiter Martin Wälchli freundlich be-
grüßt. Anschließend erhielten wir ein
kleines Frühstück, worüber wir uns
sehr gefreut haben. Der Betrieb liegt
im Berner Oberland und hat einen
Jahresniederschlag von 1100 bis
1200 mm. Herr Wälchli bewirtschaftet
15 ha Ackerland und hält in einer GbR
400 Bullen zur Mast (Munimast). Dies
hat uns sehr beeindruckt, da solche
großen Vieheinheiten selten in der Schweiz aufzufinden sind. Der Betrieb hat sich weiterhin auf die
Lohnarbeit spezialisiert, insbesondere auf Getreidedrusch, Maisdrusch und Maishäckseln.

Sein Maschinenpark umfasst:
      11 Mähdrescher mit einer Arbeitsbreite von 4,5-6,5m
        2 Rundballenpressen
        2 Quaderballenpressen
        3 Häckslern mit Maisgebissen von 4 - 6 Reihen
Die notwendigen Traktoren werden für die Erntezeit
gemietet.

Interessant für uns war auch die Preisgestaltung der
einzelnen Lohnarbeiten. So kostete durchschnittlich
1 ha Getreidedrusch 420 Franken (280 €), bei uns in
Deutschland 110 €; 1 ha Maisdrusch 500 Franken
(333 €), bei uns 140 €; 1 ha Maishäckseln 620 Fr.
(415 €), zuhause 180 € und Strohpressen je nach
Stückzahl zwischen 16-13 Fr. (10,5-8,70 €), in
Deutschland zwischen 5-6 €.
Diese Preise kamen uns sehr hoch vor. Doch Herr Wälchli hat uns anschließend erklärt, dass die
Maschinen eine viel geringere Flächenleistung bringen, da die Flächenstrukturen sehr klein sind
und die Maschinen dadurch sehr viel auf der Straße fahren müssen.

                                                        Im Betrieb sind zwei Landmaschinen-
                                                        mechaniker das ganze Jahr angestellt,
                                                        diese warten und reparieren die
                                                        Maschinen. In der Erntezeit werden dann
                                                        bis zu 16 Mitarbeiter beschäftigt, die nach
                                                        Stundenlohn bezahlt werden. Seine Ehe-
                                                        frau haben wir sehr bewundert, da sie alle
                                                        Mitarbeiter mit Essen und Trinken versorgt
                                                        und gleichzeitig Telefonate annimmt und
                                                        die weitere Arbeit managt
                                                        Zusammenfassend möchten wir sagen,
                                                        dass der Besuch in diesem Lohnunter-
                                                        nehmen für uns lehrreich war. Hervor-
                                                        heben möchte ich die Freundlichkeit und
                                                        Zuvorkommenheit des Gastgebers, der
uns in alle Bereiche seines Betriebes Einblick gewährte und großzügig Auskunft erteilte. Wir haben
gespürt, dass hier ein Fachmann mit Leib und Seele agiert. Als kleines Dankeschön unsererseits
übereichten wir unserem Gastgeber am Ende ein kleines Geschenk aus Deutschland.

Fabian Mühlenberg, Christian Renneberg


Stadtbesichtigung Bern
Bern ist die Bundeshauptstadt der Schweiz sowie Hauptstadt des Kantons Bern. Mit rund 129000
Einwohnern ist es die fünftgrößte Stadt der Schweiz. Was mir aufgefallen ist, dass es sehr viele
alte Gebäude in der 1191 gegründeten Stadt gibt. Nach einem Großbrand um 1405, wobei ein
Großteil der Stadt zerstört wurde, erhielt die Stadt einen Renaissance-Stil. Der Stadtkern wird
heutzutage durch gut erhaltene mittelalterliche Gebäude geprägt, was beinahe schon märchenhaft
wirkt.
Ich empfand, im Gegensatz zu Zürich, das Stadtleben
in Bern sehr ruhig, keine hektischen Leute, sondern
ausgeglichene Einwohner, Touristen und Geschäfts-
leute. Dieses, denke ich, liegt auch an dem zentral
gelegenen Berner Hauptbahnhof. Von hier aus verkeh-
ren die Züge nach Basel, Zürich, Luzern, Genf und
Brig, aber auch Züge von und nach Deutschland,
Frankreich, Italien und Spanien finden hier Anschluss.
Sehr gut gefallen hat mir in der Altstadt die
durchgängigen Laubengänge, die einzigartig in ihrer
Form sind. Auffallend sind die in den Altstadtstraßen
befindlichen zahlreichen historischen Brunnen. Diese
sind mit Motiven aus dem 16.Jahrhundert verziert.
Weltbekannt ist auch der berühmte Zytglogge-Turm
(Zeitglockenturm), der das Westtor der Stadt ziert.
Aufgefallen sind mir auch beim Gang durch die Stadt
viele weitere Türme, zum Beispiel der Käfigturm, ein
altes Gefängnis und der Holländerturm. Beim Verlas-
sen der Innenstadt in Richtung Osten gelangt man
zum bekannten Bärengraben der Stadt. In diesem                      Zeitglockenturm
befindet sich ein Bär, der das Wappentier der Stadt
darstellt.
Ich fand die Stadtbesichtigung der Stadt Bern sehr interessant, die Bauweise der Altstadt
faszinierend. Ich kann nur jedem, der die Schweiz besucht, eine Stadtbesichtigung in Bern
empfehlen.




                      Rathaus

Thomas Wegner


Emmentaler Bauernhof
Am Nachmittag waren wir bei Armin Meyer im Emmentaldörfchen Flützlflühl auf 800m.
Der Betrieb hat ungefähr 21 ha Ackerfläche, 2,6 ha Wald und davon 3 ha Eigentumsfläche.
Der Betrieb liegt in der Voralpenhügelzone, die mit abgerundeten Bergen, weiten Tälern und
herrlich anzusehenden Grünlandflächen im Emmental liegt. 1983 übernahm der 45-jährige Armin
Meyer den Betrieb von seinen Vater und seitdem ist er als alleiniger Arbeiter und Chef mit Herzblut
dabei. In dieser schönen Landschaft mit den typisch ländlichen Häusern zu arbeiten stelle ich mir
prima vor. Die Luft dort oben war rein und die Sonne schien einfach perfekt für eine Wanderung
auf den Wiesen im Emmental, um seine Mutterkuhherde zu betrachten.
1994 fing der Betrieb mit Lamas an, da bekam Herr Meyer für eine Stute umgerechnet
6000 Euro.
                                                 Heute bekommt er nur noch etwa 1000 € und die
                                                 verbliebenen vier Tiere sind reines Hobby..
                                                 Milchkühe hat der Betrieb abgeschafft, jetzt hat
                                                 er nur noch Mutterkühe. Der Viehbesatz mit
                                                 deutschen Angus liegt dicht an der Grenze mit
                                                 31 Muttertieren und dem Jungvieh, was im
                                                 Herbst außer eigene Reproduktion wird
                                                 behalten. 2003 wurde ein neuer Kuhstall gebaut
                                                 mit 40 Plätzen. Die Technik des Betriebes
                                                 bestand fast nur aus Gülletechnik und zwei
                                                 Traktoren mit 75 PS und 64 PS.
                                                 Die Fütterung erfolgt im Sommer aus Weidegang
                                                 und etwas Heu im Winter Heu, Grassilage und
                                                 einem kleinen Teil Kraftfuttermischung. Die
                                                 Emmentaler Bauern bekommen maximal 860
Franken je GVE, wenn die zulässige Viehzahl von 1,6 GVE je ha nicht überschritten wird.
Außerdem erhalten sie 180 Franken Freilandzuschlag, 155 Franken dafür, dass die Kühe das
ganze Jahr auf der Weide sind, 370 Franken für Hanglagen und 1200 Franken je ha
Flächenprämie. Zum Schluss bewirtete uns Armin Meyer in einer kleinen urigen Feierstube mit
Kuchen und selbst hergestellten Hochprozentigen. Ich fand den Betrieb und seine
Gastfreundschaft einfach einmalig.

Michael Heine
Verabschiedung und Zusammenfassung
Am Samstag, dem 20.9.08, fuhren wir pünktlich um 6.00 Uhr vom Strickhof ab. Vorher verluden wir
unsere Lunchpakete, liebevoll vom Küchenpersonal zubereitet, in den Bus und Herr Honegger
verabschiedete uns und wünschte eine gute Heimreise. Unseren Busfahrer, Steffen, baten wir nur
die nötigen, gesetzlichen Pausen zu machen, um möglichst zügig Richtung Heimat zu gelangen.
Er willigte zu unserer Freude sofort ein und so erreichten wir nach 10 Stunden Reisezeit
Haldensleben. Dort gab der Busfahrer noch eine „Runde“ aus. (Dieses war eine im Kreisel
gefahrene Runde mit dem Bus!!!) Alle waren froh wieder daheim zu sein und luden eilends ihr
Gepäck aus dem Bus, um in die Privat-PKW zu steigen und nach Hause zu fahren.
Auch der Schüler, der aufgrund Verschlafens nicht an der Schweizfahrt teilnehmen konnte, nahm
seine mitgereisten Koffer mit Humor wieder in Empfang.
Über das Wochenende mussten wir all unsere Eindrücke aus der Schweiz erst einmal sacken
lassen. Der Familie und Freunden wurde das Erlebte ausführlich erzählt und bei vielen sogar mit
Bildern belegt. Innerhalb der folgenden Woche schauten wir uns in den Klassen gemeinsam die
Fotos von Frau Bock und einigen Schülern an, welche humorvoll von den Klassenkameraden
kommentiert worden sind. Dadurch ließen wir die Schweizreise 2008 noch einmal Revue
passieren.
Ich bereue es auf gar keinen Fall an der Fahrt teilgenommen zu haben, da wir so viele
Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnten und privat sicherlich nie wieder diese Gelegenheit
dazu bekommen werden. Es waren die zahlreichen unterschiedlich strukturierten Betriebe, die
mich beeindruckten; jeder Hof hatte eine eigene Strategie entwickelt, um davon leben zu können.
Vor allem die Vielfalt war größer im Gegensatz zu Deutschland und es gab mehr Direktvermarkter.
Ich denke, die Schweizer haben mehr Ideen und setzten diese auch wirksam um und fahren nicht
alle denselben Trott wie deutsche Landwirte.

Besonders fiel auch die Mentalität der Schweizer auf; es gilt: „Immer erst mal die Ruhe bewahren!“
Dort wird die Gastfreundschaft sehr groß geschrieben, wir merkten es daran, dass es auf jedem
Betrieb selbstverständlich eine Brotzeit und Getränke gab. Auch der Familiensinn ist in der
Schweiz ausgeprägter, mit ihr wird viel Zeit verbracht, denn sie steht vor der Arbeit an erster Stelle.

Des Weiteren äußerst beeindruckend war die Landschaft: von den kargen, kühlen Nordalpen über
das grüne, idyllische Emmental bis hin zum mediterranen, italienisch angehauchtem Flair in
Ascona. Um dieser Erlebnisse willen nahmen wir gerne die langen Busfahrten auf uns, die zwar
sehr anstrengend waren, aber trotzdem von jedermann gut überstanden wurden. Wie bereits
erwähnt: Die vielen positiven Eindrücke entschädigen die wenigen negativen Dinge, wie z.B. das
vegetarische Frühstück oder die Unterkunft im Bunker, allemal und ich denke, insgesamt waren
alle Mitreisenden sehr zufrieden mit der Exkursion, werden sie in guter Erinnerung behalten und
weiterempfehlen.

Annemarie Haustein
Quiz zur Schweiz
1.    Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz?
      a) Bern b) Zürich c) Luzern d) St. Gallen
2.    Wie viele Einwohner leben in der Schweiz?
      a) 8,7Mio. b) 6,7 Mio. C) 7,5 Mio. d) 5,5 Mio.
3.    Welche Fläche weist die Schweiz auf?
      a) 15785 km² b )25737 km² c) 65425 km² d) 41285 km²
4.    Welche Landessprachen werden in der Schweiz gesprochen?
      a) deutsch b) französisch c) italienisch d) rätoromanisch
5.    Welches Land liegt nicht an der Grenze zur Schweiz?
      a) Frankreich b) Belgien c) Italien d) Liechtenstein
6.    Welche sind geographische Haupträume der Schweiz?
      a) der Jura b) das Mittelland c) die Alpen d) der Harz
7.    Welche Klimazone prägt den südlichen Teil der Schweiz der Alpen?
      a) mediterran b) gemäßigt c) mitteleuropäisch d) tropisch
8.    Wie heißt der höchste Berg der Schweiz?
      a) St. Gotthard b) Brocken c) Jungfrau d) Dufourspitze
9.    Wie hoch ist der höchste Berg der Schweiz?
      a) 1234m b) 2345m c) 4634m d) 7894m
10.   Über welche Länge erstreckt sich der längste Gletscher der Schweiz (der Aletsch Bietschorn)?
      a) rund 5 km b) rund 10 km c) rund 23km d) rund 50 km
11.   Wie wird die Schweiz auch noch genannt?
      a) Wasserschloss Europas b) Tropfsteinhöhle Europas c) Bergwelt Europas d) Naturpark
      Europas
12.   Welche Rohstoffe besitzt die Schweiz?
      a) Kohle b) Erdöl c) Erdgas d) Wasser
13.   Wie viele Seen besitzt die Schweiz?
      a) über 50 b) über 1500 c) über 100 d) über 10
14.   Wie viele Kantone hat die Schweiz?
      a) 23 b) 15 c) 10 d) 26 davon 3 halbe
15.   Welches ist eine Eigenschaft der Schweizer, die ihnen nachgesagt wird?
      a) ungeduldig b) überpünktlich c) bewahren immer die Ruhe d) launisch
16.   Welcher Fluss fließt nicht durch die Schweiz?
      a) Reuß b) Aare c) Tessin d) Iller
17.   Wofür ist die Schweiz bekannt?
      a) Uhren b) Käse c) Berge d) Blumen
18.   Welche Uhren sind ein Aushängeschild für die Schweiz?
      a) Swatch b) Rolex c) Timex d) Fossil
19.   Wie viel Prozent der Bevölkerung verdienen mit der LW ihren Unterhalt?
      a) 10% b) 20% c) 30% d) 40%
20.   Wann wurde in der Schweiz das Frauenwahlrecht eingeführt?
      a)1971 b)1987 c)1960 d)1999
21.   Wann begehen die Schweiz ihren Nationalfeiertag?
      a) am 1.März b) am 3.Oktober c) am 1.August d) am 1.Juli
22.   Welcher Berg ist als Schweizer Wahrzeichen bekannt?
      a) Matterhorn b) Brocken c) St. Gotthard d) Zugspitze
23.   Wofür ist die Stadt Schaffhausen berühmt?
      a) Lorelei b) Hünengräber c) Rheinfall d) Zugspitze
24.   Was ist ein häufiges Mitbringsel aus der Schweiz?
      a) Taschenmesser b) Appenzeller Käse c) Kuhglocken d) Milch
25.   Wie heißt das größte Züricher Volksfest?
      a) Knabenschießen b) Streetparade Zürich c) Zibelemärit d) Rütlischießen

Achtung: Es können auch mehrere Antworten richtig sein!

Simone Lüders                                                    Auflösung

								
To top