Practicum program an der UNSW Sy

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Practicum program an der UNSW Sy Powered By Docstoc
					     Practicum program an der UNSW Sydney


                         Erfahrungsbericht




Von: Peter Bleith (peter.[mein Nachname][ad]web.de)

Zeitraum: 6. August 2007 bis 8. Januar 2008

Fachbereich: Materials Science and Engeneering

Betreuer: Prof. Mark Hoffman
   1. Vorbereitung
Mit dem Anschreiben von Professoren hatte ich Anfang Dezember 2006, also 8 Mo-
nate vor meinem geplanten Beginn. Da ich Anfangs nur direkt den „Fachbereichslei-
ter“ angeschrieben hatte bekam ich keine Antwort. Die bekam ich erst nachdem ich
einen anderen Professor (Mark Hoffman) anschrieb, mit der Empfehlung der Betreu-
erin meiner damaligen Hiwi-Stelle, die an der UNSW Materialwissenschaften studiert
hatte. Mit dieser Empfehlung ging dann der weitere Ablauf problemlos. Sowohl auf
Deutscher Seite mit der Anerkennung als Industriepraktikum und den Formalia hier,
als auch von Australischer Seite mit der genauen Projektauswahl und den Formalia.
Das Visum hatte ich mit der Annahmebestätigung der UNSW innerhalb von 24 Stun-
den bekommen.

Für den Flug empfehle ich euch, bei einem (oder mehreren) Reisebüro vorbeizuhö-
ren, da manche Fluggesellschaften (z.B. Quantas) für nur einen sehr geringen Auf-
preis Inlandsflüge zu dem internationalen Flug anbieten. Man muss zwar die Stre-
cken vorher festlegen und der Zeitpunkt lässt sich nur gegen eine Gebühr ändern,
aber für mich hat sich das definitiv gelohnt. Zur Senkung der Flugkosten habe ich
einen Fahrtkostenzuschuss vom DAAD bekommen, dazu später mehr.


   2. Ankunft
Die erste Woche wohnte ich in einem Hostel am Albert Park (verkehrsgünstig nahe
der Central Station gelegen). Während dieser Zeit suchte ich nach WGs über Aus-
hänge in der Uni, sowie im Internet über verschiedene Seiten (s. Links). Nach ein
paar Tagen mit ein paar angeschauten WGs hatte ich dann eine Zusage. Dabei gab
es auch einige ekelhafte Zimmer und teilweise völlig überteuerte Preise. Allgemein
gilt, dass die Mietpreise deutlich höher sind als in Darmstadt (ca. $160, also 100€ pro
Woche; kurz vor meinem Auszug sind die Mietpreise im Gebiet um die Uni weiter
gestiegen!). Interessante Viertel um die Uni sind: Kensington und Kingsford (viele
Restaurants), vor allem wenn sein Fachgebiet auf dem lower Campus liegt. Rand-
wick grenzt direkt an den upper Campus an und hat 2 Supermärkte. Coogee ist für
Strandliebhaber (meist aber mit kaum Wellen), dafür etwas weiter weg von der Uni
(und mit Berg dazwischen). Vom Wohnen in Bondi würde ich abraten: die Anbindung
zur Uni ist nicht sonderlich gut.

Zusätzlich zur WG hab ich mich auch noch nach einem Fahrrad umgesehen, da man
damit häufig auf kurze Strecken schneller unterwegs ist als mit dem Bus. Gekauft
hab ich ein günstiges bei K-mart, da es im Angebot nur wenig teurer war als ge-
brauchte bei gumtree.com.au oder ebay.com.au. Zu beachten ist allerdings, dass die
Gegend um die Uni ziemlich hügelig ist, mit teilweise ziemlich steilen Anstiegen. Au-
ßerdem nehmen nicht viele Autofahrer Rücksicht auf Radfahrer und es gibt kaum
Radwege. Daher bin ich mit dem Rad auch nie in die Innenstadt gefahren.


   3. Universität
An der Universität wurde ich gut aufgenommen. Zum einen durch Sebastien Robin
vom ISS (International Students Service), der einem viele Fragen beantworten kann
und einem auch die Anmeldeformalitäten an der Uni erklärt. Zum anderen arbeitete
ich im Fachbereich zusammen mit einem Doktoranden, der als Ansprechperson für
die meisten Fragen zum täglichen Arbeiten diente. Ansonsten hatte ich den Eindruck,
dass die meisten alleine an ihrem Projekt arbeiten und ein Zusammenarbeiten in Ar-
beitsgruppen erlebte ich gar nicht.

Zusätzlich zu dem Praktikumsprojekt, fragte ich meinen Professor, ob ich auch eine
Vorlesung besuchen könnte. Nach Absprache mit dem Professor der Vorlesung war
das dann auch möglich bis auf die Teilnahme an der Abschlussklausur.


   4. Leben vor Ort
An der UNSW gibt es zahlreiche Studentengruppen und natürlich etliche Sportange-
bote im Unisport. Dies ist meiner Meinung nach die beste Möglichkeit mit australi-
schen Studenten in Kontakt zu kommen, während ich bei der Arbeit am Projekt mehr
Freundschaften mit anderen „Internationals“ knüpfen konnte. Diese kann man auch
sehr gut bei den zahlreichen Ausflügen des ISS knüpfen.

Vom Wetter her ist Sydney eigentlich sehr angenehm und auch im August waren es
Tagsüber häufig um die 20° C. Allerdings kann es au ch kälter werden und bei den
schlecht isolierten Häusern, kann es dann auch schnell im Zimmer kalt werden.


   5. Kosten
Und nun zum leidigen Thema Geld: Wie ich schon geschrieben hatte, sind die Miet-
preise in der Gegend um die Uni ziemlich hoch. Die Lebenshaltungskosten entspre-
chen etwa denen in Deutschland. Jedoch sind Produkte in Supermärkten etwas teu-
rer. Dafür sind Restaurants etwas günstiger.

Stipendien oder Fahrtkostenzuschüsse habe ich nur passende beim DAAD gefun-
den, von dem ich dankenswerterweise weitgehend Problemlos einen Fahrtkostenzu-
schuss bekommen habe (Link s. unten). Mein Schreibtischnachbar hatte sogar ein
Stipendium mit monatlichen Zahlungen bekommen, allerdings vom Land Baden-
Württemberg.


   6. Tipps

Zum Schluss noch ein paar Tipps zum Aufenthalt und der Organisation:
− Überlegt euch, wann und wie lange ihr in Australien sein wollt. Das Studentenvi-
   sum gilt nur einen Monat vor und nach offiziellem Praktikumsbeginn bzw.
   -ende. Wenn ihr noch 2 Monate nach Praktikumsende rumreisen wollt, müsst ihr
   euer Visum für $230 verlängern lassen…
− Bucht den Flug so früh wie möglich. Je früher desto günstiger gilt da im Regelfall.
− Dasselbe gilt, wenn ihr euch um einen Wohnheimplatz bewerben wollt. Dazu
   müsst ihr nicht auf die Unterlagen warten, da in diesen lediglich die URL zum
   Housing-Office steht. Und je früher man sich bewirbt, desto besser sind die
   Chancen!
− Deutsche Handys funktionieren in Australien. Es ist allerdings sehr ratsam, sich
   eine australische SIM-Karte zuzulegen (auch für SMS nach Deutschland!). An-
   bieter sind unter anderem: Virgin, Vodafone, Optus, oder Three. Savvytel ist ein
   Discount-Prepaidkarten-Anbieter im Vodafone-Netz.
− Bei der Ankunft am Flughafen von Sydney ist es nach dem Taxi die teuerste
  Möglichkeit (wenn auch die schnellste) mit dem Zug in die Stadt zu fahren. Güns-
  tiger sind die Shuttlebusse direkt vor dem Flughafen, die einen direkt zum Hostel
  fahren. Am günstigsten ist der Stadtbus 400, der an der UNSW vorbei nach Bon-
  di fährt.
− Macht von Sydney mit ein paar Freunden einen Wochenendausflug in den Royal
  National Park und wandert den 2-tägigen Coastal Walk entlang! Ihr werdet mit
  einer wunderbar abwechselungsreichen Landschaft belohnt. Es ist mein Lieb-
  lingsnationalpark in Australien. Auf der Hälfte des Weges (Garie Beach) gibt es
  eine Selbstversorgerhütte von YHA Australia.
− Wenn ihr noch in Australien rumreisen wollt, ist es bei den Dimensionen von
  Australien häufig ratsam ein Auto zu mieten oder sogar eins zu kaufen. Jenseits
  der Ostküste zwischen Sydney und Cairns sind die Verbindungen mit Grey-
  hound-Bussen häufig miserabel! Da lohnt es sich eher Backpackertouren mitzu-
  machen, auch wenn die vergleichsweise teuer sind.
− Wenn ihr deutsches Brot vermisst: Im Queen Victoria Building gibt es einen deut-
  schen Bäcker! Ansonsten ist das Schinkenbrot von Woolworth (bzw. Food-for-
  less) auch nicht das schlechteste ☺.


   7. Links
http://www.daad.de/ausland/foerderungsmoeglichkeiten/
Dies ist der Link zum Fahrtkostenzuschuss für Auslandspraktika vom DAAD

http://www.gumtree.com.au
hier kann man fast alles finden: WGs, Fahrräder oder Einrichtungsgegenstände

http://www.flatmatefinder.com.au
http://www.flatmates.com.au
2 Seiten zum WG suchen

http://www.housing.unsw.edu.au/
Die Website der Wohnheimsverwaltung der UNSW

http://www.131500.info/realtime/default.asp
Busfahrpläne von Bussen, Fähren und Zügen in Sydney. Man sollte sich allerdings
nicht auf die Zeiten verlassen. Busse in Sydney kommen, wenn sie da sind!

http://www.dkb.de
kostenloses Girokonto; mit der Visa-Karte kann man weltweit gebührenfrei Geld ab-
heben

http://www.hht.net.au/museums/mos/ticket_through_time
Ein Museumsticket für einige Museen in Sydney. Lohnt sich schon, wenn man 2 die-
ser Museen besuchen will und gilt 3 Monate!

http://www.ridetours.com.au/site/
Zwar nicht in Sydney, aber wer nach Melbourne fährt und kein Auto hat, dem kann
ich diese 2-tägige Tour zur Great Ocean Road nur ans Herz legen.

				
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