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					              Erfahrungsbericht


        über unseren Auslandsaufenthalt
an der Université de Reims, Champagne - Ardenne
          im WS 2003 / 04 und SS 2004
     im Rahmen des Erasmus - Programms
            der Universität zu Köln


                         von

                Dorothee Gerstheimer
                         &
                   Kerstin Wark

             ( 20.09.2003 bis 12.06.2004 )
                                       Inhalt


1.       Das Erasmus - Programm

2.       Wohnung, Verwaltung, Finanzen

2.1      Wohnen

2.1.1    Privat
2.1.2    Wohnheim

2.2      Verwaltung

2.2.1    Casse d’allocation familliale ( CAF )
2.2.2    Sous - préfècture

2.3      Finanzen

3.       Die Universität

3.1      Organisation und Einschreibung
3.2      Quinzaine d’acceuil
3.3      Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften
3.4      Prüfungen
3.5      Lage der Uni

4.       Anerkennung durch das JPA

5.       Land und Leute

5.1      Die Stadt Reims
5.2      Sehenswürdigkeiten
5.3      Kneipen, Diskotheken

6.       Fazit

7.       Tipps

8.       wichtige Adressen

Anhang
1.     Das Erasmus - Programm

Im Sommersemester 2003 erhielten wir durch das Erasmus - Programm der europäischen
Gemeinschaften die Möglichkeit, für ein Jahr an der Université de Reims, Champagne - Ar-
denne in Frankreich zu studieren. Die im Rahmen des Programms in Köln zur Verfügung
stehenden Plätze werden von Prof. Dr. Mansel ( Institut für internationales und ausländi-
sches Privatrecht ) bzw. Jan Kruse ( Orientierungsstelle für internationalen Austausch )
vergeben. Neben der Université de Reims bestehen Kontakte mit Universitäten in Nancy,
Clermont - Ferrand , Paris ( Sorbonne I ), London, Amsterdam, Kopenhagen, Thessaloniki,
Lüttich, Fribourg, Madrid, Barcelona, Sevilla, La Coruna, Valladolid, Lissabon, Coimbra,
Ferrara, Cagliari, Siena, Verona, Neapel, Bari, Cagliari, Lecce und Teramo


Das Erasmus - Programm dient der Förderung von Auslandsaufenthalten von Studierenden
innerhalb der Europäischen Union. Die finanzielle Förderung belief sich in unserem Fall
auf 100 € pro Monat ( = 900 € für 2 Semester ). Diese Summe reicht zur Deckung der
Kosten zwar nicht aus, das Erasmus - Programm bietet jedoch erhebliche administrative
Erleichterungen. So ist man z.B. von den Einschreibegebühren befreit und nicht an die
Studienorganisation im Ausland gebunden. Demnach konnten wir in Reims Vorlesungen
aus allen vier Studienjahren ( erstes und zweites Jahr DEUG, Licence und Maîtrise )
besuchen.


1.     Wohnung, Verwaltung, Geld


2.1    Wohnen


2.1.1. Privat


Wir selber haben privat gewohnt. Wer sich ebenfalls dafür interessiert, sollte sich am
besten vor Ort eine Zeitung kaufen ( z.B. die Samstagsausgabe der„ L´Union “ ) und bei
den einzelnen Vermietern anrufen, um einen Besichtigungstermin zu vereinbaren.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit, im Internet unter www.bonjour.fr nach Wohnungen
zu suchen.
Hinweis: Unter einem F1 oder Studio versteht man ein Einzimmerappartement, unter F2
eine Zwei-Zimmer-Wohnung usw.
Privat wohnen hat sicherlich seine Vorteile, die bürokratischen Hürden sind aber nicht zu
unterschätzen: Strom anmelden / abmelden, obligatorischer! Abschluss einer „ Assurance
de Logement “ ( das ist eine Art Haftpflichtversicherung, für die wir 61 € für ein Jahr
zahlten ), möglicherweise kommt auch noch eine Wohnsteuer hinzu. ( Die „ Assurance de
Longement “ muss auch abschließen, wer im Wohnheim wohnt ! )


2.1.2.   Wohnheim


Die überwiegende Zahl der ausländischen Studenten in Reims hatte sich allerdings dafür
entschieden, eine Unterkunft beim französischen Studentenwerk ( Centre Régional des
Oeuvres Universitaires et Scolaires, C.R.O.U.S. ) zu mieten. Für die Bewerbung um einen
Wohnheimsplatz muss man ein Dossier, das man von der Uni zugeschickt bekommt,
ausfüllen und mit einigen weiteren Dokumenten zurückschicken. Eine Antwort vom fran-
zösischen Studentenwerk erhält man in der Regel nicht. Man muss sich also keine Sorgen
machen, wenn man im August immer noch kein Zimmer zugeteilt bekommen hat. Wer
dennoch sicher gehen will, sollte telefonisch beim Studentenwerk nachfragen, um zu
erfahren, in welchem Wohnheim er untergebracht wird.
Im übrigen ist es nach unseren Erfahrungen generell ratsam, alle Angelegenheiten telefo-
nisch zu regeln, da wir auf sämtliche Briefe, Faxe und E-Mails keine Antwort bekommen
haben.


Normalerweise richtet sich die Verteilung der Wohnheimsplätze nach der geplanten Dauer
des Aufenthalts. Diejenigen Studenten, die lediglich ein halbes Jahr bleiben wollen, werden
in den sog. Cités Universitaires untergebracht. Dabei handelt es sich um Wohnheime der
einfachen Kategorie. In Reims gibt es davon fünf ( Gérard Philipe, Paul Fort, Saint Nicaise,
Teilhard de Chardin, Evariste Galois ), jeweils mit mehreren hundert Zimmern, die ca. 9 m²
groß sind, über eine Waschgelegenheit verfügen und spartanisch möbliert und ausgestattet
sind. Toiletten, Duschen und Küche sind gemeinschaftlich ( und auch nur mit Einschrän-
kungen ) zu benutzen. Die Küchen sind lediglich mit zwei Kochplatten und einer Spüle
ausgestattet. Kühlschränke oder Esstische gehören hier nicht zur Grundausstattung, eine
begrenzte Anzahl kann aber gemietet werden.
Die Sicherheitsvorkehrungen und Reglementierungen in den Cités sind - verglichen mit
deutschen Verhältnissen - ungewöhnlich streng. Es ist z.B. nicht erlaubt, Besuch für einige
Tage bei sich wohnen zu lassen. Außerdem gibt es Eingangskontrollen und Zimmerdurch-
suchungen.


Diejenigen Studenten, die von vornherein ein ganzes Jahr in Reims bleiben wollen, sind in
wesentlich komfortableren Résidences Univeritaires ( Charbonneaux, Berlioz, Europe )
untergebracht. Die Zimmer sind ca. 25 m² groß und verfügen über eine Kitchenette ( Koch-
nische ) und ein eigenes Bad.
In unserem Erasmus - Jahr waren jedoch fast alle Erasmus - Studenten, auch die, die nur
ein Semester blieben, in der Résidence Charbonneaux untergebracht, so dass die sonst wohl
übliche strikte Trennung zwischen ein oder zwei Semestern nicht eingehalten wurde.


Die Miete für die Cités Universitaires beträgt z.Zt. ca. 118 €, für die Résidences Universi-
taires ca. zwischen 240 und 265 €. Hiervon ist die vom Staat gewährte Wohnungsbeihilfe
( Aide sociale au longement, ASL ), die ca. 1/3 bis zur Hälfte der Miete beträgt,
abzuziehen.


2.2    Verwaltung


2.2.1 Caisse d’allocation familiale ( CAF )


Die Wohnungsbeihilfe wird unabhängig vom Einkommen gewährt. Jedoch sind zum Erhalt
bei der Caisse d’allocation familiale (CAF) eine Vielzahl von Dokumenten, Nachweisen
und Belegen einzureichen. Es empfiehlt sich dringend, die Formulare bereits frühzeitig in
der Rue de Capucins, Nr. 202 abzuholen, da sich der Zeitpunkt des Beginns der Beihilfe
nicht nach dem Datum des Einzugs, sondern nach dem Datum des Abholens der Formulare
richtet. Der erste Monat wird grundsätzlich nicht bezuschusst.


Die Gewährung der ASL dauert anschließend einige Wochen, so dass man mit der Miete in
Vorleistung gehen muss.


2.2.2.    Sous - Préfècture


Bis zum Jahre 2003 musste man in Frankreich die Aufenthaltsgenehmigung ( Carte de
Séjour ) beantragen. Seit 2004 ist dies für Unionsbürger jedoch obsolet geworden.


2.3       Finanzen


Bevor man ein Konto bei einer französischen Bank eröffnet, sollte man genau prüfen, ob
dies wirklich notwendig ist. Schnell können Kosten ( z.B. für die Bankkarte oder das
Auflösen des Kontos ) entstehen, die vorher nicht ersichtlich sind.
Ein Konto ist nur für die direkte Auszahlung der ASL erforderlich. Es besteht jedoch auch
die Möglichkeit, die Summe an den Vermieter überweisen zu lassen und den Betrag dann
hinterher mit der zu zahlenden Miete zu verrechnen.
Außerdem sei darauf hingewiesen, dass Deutsche Bank Kunden kostenlos bei der BNP
Paribas Geld abheben können und Auslandsüberweisungen via Internet mittlerweile bei
vielen deutschen Banken kostenlos machbar sind.
Wer dennoch ein Konto bei einer französischen Bank eröffnen möchte, sollte dies bei
Crédit Agricole oder BNP Paribas tun.


3.       Die Universität


Die Université de Reims, Champagne - Ardenne geht auf das Jahr 1550 zurück, ist aller-
dings während der Revolution geschlossen worden. Ihre Neugründung erfolgte erst im
Jahre 1966, so dass es sich um eine junge Universität mit ca. 28.000 Studenten handelt.
An der juristischen Fakultät sind mehr als 3.000 Studenten eingeschrieben.


3.1    Organisation und Einschreibung


Die Einschreibung an der Uni ist überhaupt kein Problem. Nachdem man am „ Acceuil
d´etudiant “ einen Termin bei Mme Sapanidis vereinbart hat, kommt man an eben diesem
Termin mit den nötigen Unterlagen wieder, gibt seine Personalien an und kann beim
Acceuil d’etudiant seinen Studentenausweis abholen, während die französischen Studenten
stundenlang auf ihre Einschreibung warten und die Erstsemester sich noch einer medizini-
schen Kontrolle unterziehen müssen.


Überhaupt geht an Mme Sapanidis ein sehr großes Lob, denn sie ist ein echtes Goldstück
auf dem Campus Croix Rouge, weil sie für uns Erasmus - Studenten stets ansprechbar war
und geholfen hat, wo sie nur konnte. Sie spricht auch fließend deutsch, was vielleicht
gerade am Anfang die Situation erleichtert.


Mit dem Studentenausweis kann man sich Bücher ausleihen, maximal 3 für 2 Wochen.
Eine einmalige Verlängerung ist möglich, wenn die Bücher nicht reserviert sind.
Die Bibliothek unterscheidet sich stark von unserem Seminar: es wird viel geredet, die
Kopiergeräte stehen mitten im Raum und für Rechtswissenschaften gibt es neben den
Zeitschriften immerhin vier Bücherregale.


Der Studentenausweis berechtigt außerdem - vorausgesetzt man hat bei der Einschreibung
16 Euro bezahlt - zur Teilnahme am Unisport.


3.2    Quinzaine d' Acceuil


Vom C.I.E.F. ( Centre international d’études francaises ) wird die „ Quinzaine d' acceuil “
organisiert, d.h. zwei Einführungswochen im September mit Sprachkurs, Einblick in das
französische Studium, die französische Verwaltung, verschiedenen Besichtungen, Ausflü-
gen etc.
Während des Semesters hat das C.I.E.F. außerdem ein mal pro Woche einen Sprachkurs
angeboten, der für Erasmus - Studenten von der Universität bezahlt wurde.


3.3    Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften


Grundsätzlich ist das französische System auf zwei Säulen aufgebaut: den cours magistraux
( Vorlesung ) und den so genannten „ TD “ = travaux dirigés ( mit unseren Arbeitsgemein-
schaften vergleichbar ).
Die Vorlesungen sind grundsätzlich dreistündig und reine Diktate, so dass eine Sehnen-
scheidentzündung am Semesterende vorprogrammiert ist. Um beim Schreiben mitzukom-
men, helfen viele Abkürzungen, die man vom Nachbar übernimmt oder sich selbst aus-
denkt. Am Anfang ist es ratsam, die Mitschriften eines Franzosen oder einer Französin zu
kopieren.
Es empfiehlt sich, einmal in eine TD hineinzuschnuppern, um die französische Arbeits-
technik eines Juristen kennen zulernen. Eine TD ist jedoch stets mit sehr viel Fleißarbeit
verbunden, da eine kontinuierliche Leistungskontrolle erfolgt. Es müssen Hausaufgaben
gemacht werden, die Studenten werden während der Stunde aufgerufen, abgefragt, benotet,
Dissertationen und Fiche d’ Arrêt werden eingesammelt.


Die gewünschten Vorlesungen und Prüfungen haben wir mit Mme Sapanidis und M. Groud
( Koordinator für die deutschen Erasmus - Studenten ) abgestimmt. Nach einem Probemo-
nat, während dem man verschiedene Vorlesungen hören und Arbeitsgemeinschaften besu-
chen kann, ist die endgültige Wahl erst im November, bzw. März festzulegen.
Realistischerweise sind in einer Woche 3 - 4 Vorlesungen und eine TD belegbar.


3.4    Prüfungen


Erfahrungsgemäß kann in jedem Fach eine mündliche Prüfung abgelegt werden. Für die
mündlichen Abschlussprüfungen muss zwar viel auswendig gelernt werde ( so ist das leider
in Frankreich ), Erasmus - Studenten werden aber meistens ganz gut bewertet.
Die Atmosphäre dieser Prüfungen ist jedenfalls für die ausländischen Studenten freundlich
und eventuelle Sprachschwierigkeiten haben sich nach unseren Erfahrungen nicht negativ
ausgewirkt.
Die Benotung erfolgt nach dem französischen Schema von 0 - 20 Punkten. Eine Prüfung ist
ab 10 Punkten bestanden. Die Durchfallquote von Erasmus - Studenten ist gering.


3.5      Lage der Uni


Die Faculté de Droit liegt im Croix Rouge, einem nicht unbedingt sicheren Viertel von
Reims. Wir wollen niemandem Angst und Schrecken einjagen, aber aus persönlichen
Erfahrungen wissen wir, dass es manchmal ratsam sein kann, besonders als junge Frau,
nicht alleine über den Campus zu laufen. Nicht umsonst trifft man hier regelmäßig Security
Gards.


4.       Anerkennung durch das JPA


Hierzu sei auf das Merkblatt zum Freiversuch vom JPA verwiesen.


5.       Land und Leute


5.1      Die Stadt Reims


Reims ist eine uralte Stadt mit bedeutenden Kulturdenkmälern. Durch die Zerstörung im
Ersten Weltkrieg weist die Stadt im Kern ein fast einheitliches Bild auf, ohne dass von
einer wirklichen Altstadt gesprochen werden könnte. Ein „ Studentenviertel “ gibt es nicht.
Reims ist außerdem die Hauptstadt des Champagners, was bereits während der Quinzaine
d’accueil deutlich wird.
5.2    Sehenswürdigkeiten


An kulturellem Umfeld hat die Stadt Reims einiges zu bieten: Kathedrale, Palais du Tau,
Basilique St. Remis, Musée des Beaux Arts, Hôtel le Vergeuer, Musée de la Reddition,
Ancien Collège des Jesuits, Planétarium, Chapella Fujita sowie zahlreiche Champagner-
kellereien.
Im Sommer lädt der Park Leo Lagrange mit einem kleinem See zum Verweilen ein.
Wer ein Auto hat, sollte unbedingt in die Montagne de Reims - südlich der Stadt gelegen -
fahren. Auch eine Fahrt entlang der « Route touristique du Champagne » lohnt sich !


5.3    Kneipen, Diskotheken, Kinos


Am Place d´Erlon findet man fast alles, was das Herz begehrt: Restaurants, Brasserien,
Pizzerien, eine Sushibar, einige Cafés und Bars sowie zwei Kinos.
Livemusik gibt es jeden Dienstag und Samstag im Excalibur ( rue de la Grue in der Nähe
des Place Royaume ).
Auch Discos gibt es einige: “ The Curtain ” und “ L´Aquarium ” ( bld du Général Leclerc ),
“ Le Tigre ” ( 2 bis av Georges Clémenceau ), “ Factory ” ( 87 av de Paris ), “ Moonlight ”
und “ Sherman ”. Sehr zu empfehlen sind die Feten der Ecole de commerce!
Karaokeveranstaltungen gibt’s im “ Curtain ” ( s.o. ) und im “ Café Café ” ( rue du Colonel
Fabien ).
Veranstaltungstipps erscheinen regelmäßig in dem Blättchen “Sortie” bzw. unter der
Adresse www.sortiemagazine.com.
Doch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Winter in Reims nach Geschäfts-
schluss die Bürgersteige hochgeklappt werden. La ville ne bouge pas / plus.


6.     Fazit


Das Erasmusjahr war für uns beide eine Erfahrung fürs Leben. Wir haben Menschen aus
ganz Europa kennen gelernt und manche Freundschaft geschlossen.
Leider ist es in Reims generell schwierig Franzosen kennen zu lernen. Die Menschen, so
wird einem auch immer wieder von den Einheimischen selber gesagt, neigen zur
Verschlossenheit. Dies sollte aber kein Grund sein, die Flinte ins Korn zu werfen. Als „
Erasmusler “ ist man, wenn man möchte, nie allein und kann die meisten Hürden mit
Geduld und der nötigen Portion Humor meistern.


Für denjenigen, der schon mal ganz gern in die Kirche geht, sei gesagt, dass man in der
Aumônerie de Reims sicherlich schnell Kontakt finden kann. Hier treffen sich jeden
Mittwochabend um 19:00 in der rue de carmes ca. 50 bis 80 Studenten, um den
Gottesdienst zu feiern.


Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit - nicht für das Studium, sondern wegen der vielen
Bekanntschaften und Erfahrungen, die wir gemacht haben. Wir können es nur jedem
empfehlen, die Gelegenheit zu nutzen, im Rahmen seines Studiums eine zeitlang im Aus-
land zu studieren.

Viel Spaß bei allen Erlebnissen, Bekanntschaften und Erfahrungen wünschen euch

                                   Kerstin & Dorothee


7. Tipps

Gepäck

Zu den Sachen, an die man vor der Abreise denken sollte gehören ca. 15 Passfotos, inter-
nationale Geburtsurkunde, sowie eine Bescheinigung der Krankenversicherung ( E 111 ).

SNCF

Wer viel in Frankreich mit der Bahn unterwegs ist, kauft sich am besten die Carte 12 / 25.
Diese können Leute bis zu 25 Jahren für 48 € ( 1 Jahr gültig ) erwerben und erhalten auf
allen Zugfahrten meist 50 % Rabatt.
Mediathek (gegenüber der Kathedrale)


Der Mediatheksausweis ist umsonst. Mit ihm kann man z.B. jeden Tag um sonst eine halbe
Stunde ins Internet.


Fernseher


Wer sein eigenes Fernsehgerät aus Deutschland mitbringt, sollte vorher überprüfen, ob der
Fernseher auch „ frankreichtauglich “ ist. Man sollte den Lerneffekt beim Fernsehen nicht
unterschätzen, auch wenn es in den ersten Wochen zum Teil ernüchternd sein kann.


8. Wichtige Adressen




Bureau des Relations Internationales et de la Coopération ( BRIC )

Ursula Marchal
9 boulevard de la Paix
51097 Reims Cedex
Tel.: +33 (0)3 26 91 39 39
Fax: +33 (0)3 26 91 30 63
e-Mail: Relations-internationales@univ-reims.fr
e-Mail: bric@univ-reims.fr



C.I.E.F. ( Centre international d’études francaises )

32, rue Ledru Rollin
51100 Reims
Tel.: +33 (0)3 26 47 04 11
Fax: +33 (0)3 26 47 05 40
e-Mail: fle@univ-reims.fr
Hervé Groud ( Koordinator für die Deutschen Erasmus - Studenten )


57 bis Rue Pierre Taittinger
51096 Reims Cedex
e-Mail: herve.groud@univ-reims.fr


Jean - Michele Bricault

57 bis Rue Pierre Taittinger
51096 Reims Cedex
e-Mail: jm.bricault@univ-reims.fr


Scolarité U.F.R. Droit et Science Politique / Mme Joel Sapanidis

57 bis Rue Pierre Taitinger
51096 Reims Cedex
Tel. :+33 (0)3 26 91 38 39
Fax : +33 (0)3 26 91 83 63
e-Mail : scolarite.droit@univ-reims.fr
http://www.univ-reims.fr


Post

Place d’Erlon
51100 Reims


France Télécom

Place du Forum
51100 Reims


EDF

Place d’Erlon ( Fnac - Passage )
51100 Reims
Anhang



Den nachfolgenden Artikel eines Erasmus - Studenten aus Heidelberg haben wir im
Internet gefunden. Er gibt auf sehr humorvolle Art einen Eindruck über das Studium und
Studentenleben in Frankreich.


Vive le Prof!


An der Uni Montpellier ist alles anders


Heidelbergs französische Partneruniversität Montpellier gilt zu recht als lebendige
Studen-tenstadt mit südländischem Flair, liegt nur eine Viertelstunde vom Mittelmeer
entfernt und hat auch kulturell einiges zu bieten. Wer allerdings dort studiert und
deutsche Uni – Ver-hältnisse gewöhnt ist, der wundert sich erst einmal gewaltig.


„ Den nächsten Satz brauchen sie nicht mitzuschreiben “, sagt der Professor. Sofort senken
sich alle Köpfe im Hörsaal, und brav notieren die Studis in Schönschrift: „ Den nächsten ...
Satz ... brauchen ... Sie ...“


So ungefähr läuft eine Vorlesung an der französischen Uni ab. Monsiuer le Professeur redet
eine stunde lang ohne Luft zu holen, und die Studierenden schreiben jedes Räuspern von
ihm mit. Um mit dem Tempo des unaufhörlich artikulierenden Profs mitzukommen,
ersetzen die Studies viele Wörter durch Symbole, so dass der mitschrieb einer Vorlesung
oft einer ägyptischen Grabinschrift ähnelt. Damit das alles auch schön ordentlich aussieht,
ist jeder Franzose und jede Französin ausgerüstet mit Lineal, Tipp-Ex und Buntstiften,
damit wird alles unterstrichen und die Überschriften werden in verschiedenen Farben
gemalt. Da kommen einem sadistische Gedanken: Was würde wohl passieren, wenn man
einem französischen Studenten während der Vorlesung sein Schreibzeug wegnehmen
würde? Wahrscheinlich würde er bald kreidebleich und zitternd flehen, man möge es ihm
zurückgeben, wie ein Junkie, dem man seine Spritze weggenommen hat. Denn nur ein
Student der mitschreibt, ist ein guter Student. Als ich mich in einer Vorlesung mal eine
Viertelstunde zurücklehne und dem Prof zuhöre, wird eine Französin, wie sie mir später
erzählt, sofort von ihrer Nachbarin gefragt, warum der da vorne denn nicht mitschreibt.


Die Professoren ( ihre Kolleginnen heißen nicht etwa Professeuse, sondern ebenfalls Le
Professeur ) müssen sich hier nicht mit dem gemeinsamen Studentenvolk durch den Aus-
gang quetschen, sie betreten das Podium wie Schauspieler im Theater durch einen
gesonderten Eingang, über dem wie an vielen Ecken unmissverständlich Durchgang für
Studenten verboten steht - Vive le Prof.


Aber nicht nur damit kann man hier auffallen: Es herrscht die ganze Zeit Totenstille im
Hörsaal. Als Ralf, Erasmus - Studi aus Bremen einen Satz des Professors nicht ganz ver-
standen hat und laut nachfragt, fahren alle Franzosen blitzartig verblüfft herum, unter-
drücken nur mühsam ihr Lachen und schauen den Fremden an, als hätte er etwas
Schweinisches gesagt - während der Prof geduldig den Satz wiederholt. Nein, nein, einfach
so eine Frage stellen, das geht nicht, selbst den Arm hebt man hier nicht. Wer etwas wissen
will, der schreibt seine Frage auf einen Zettel und reicht ihn nach vorne, damit der Prof ihn
vorliest. Einmal wurde mir erzählt, stand auf einem Zettel, den der Prof nichtsahnend
vorlas, „ Hätten Sie Lust, heute mit mir ins Kino zu gehen ? “, worauf der Professor und
eine Studentin schlagartig erröteten.


Als ich zum ersten mal die „ Bibliotheque Universitaire “ betrete, verstehe ich die Mit-
schreibewut meiner französischen Kommilitonen ein bisschen: Einen Lesesaal zum Zugrei-
fen gibt es nicht. Um hier ein Buch oder eine Fachzeitschrift zu bekommen, muss man
jedes Mal pro Buch einen Zettel ausfüllen, an einem Schalter Schlange stehen, und nach
einer ungewissen Warterei wird dann das gewünschte Druckerzeugnis mit einem kleinen
Aufzug zum Schalter befördert, wo man dann mit Namen aufgerufen wird. Erinnert
irgendwie an die Heidelberger UB. Im Eröffnungsjahr 1905, wohlgemerkt.
Zumindest als Jurist ist man an deutschen Unis unendliche Freiheiten gewöhnt: Man geht
hin, man macht Scheine, oder man lässt es. In Frankreich ist das anders: Nicht die Semester
werden gezählt, sondern Studienjahre. Wer das erste geschafft hat, kommt ins zweite und
so weiter. Wer am Schluss die Prüfungen nicht besteht, muss das ganze Jahr mit demselben
Programm noch mal machen, er bleibt sitzen. In den sogenannten „ Travaux dirigés “,
Lehrveranstaltungen mit Anwesenheitskontrolle, haben die Assistenten von jedem Studi
eine Art Stasi -Akte mit Foto. In jeder Stunde werden die Hausaufgaben kontrolliert, wer
gerade nicht damit rechnet, wird drangenommen. Am Ende des Jahres gibt es Noten, wobei
auch die mündliche Mitarbeit zählt. Es hätte mich nicht gewundert, wenn ich da wegen
Schwätzens mit dem Nachbar eine Strafarbeit oder den Rohrstock abbekommen hätte.


Und das ist auch der Grund, warum in dieser schönen Stadt das pulsierende Nachtleben in
überwiegend in der Hand von Studis aus England, Deutschland, Schweden etc. ist und man
auf manchen Partys die Franzosen mit der Lupe suchen muss: Sie sitzen zu Hause und
büffeln, um in der Uni nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Da soll niemand die
Franzosen darum beneiden, dass sie bereits nach 12 Jahren Abi machen - faktisch drücken
sie viel länger die Schulbank als wir. Denn auch wo „ Université “ draufsteht, ist in
Wirklichkeit Schule drin.

				
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