Aufgaben des Controlling =

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Finanzkennzahlen
Funktion

          Schneller Überblick über wichtige betriebliche Aspekte (Wirtschaftlichkeit,
           Effizienz u. andere Messgrößen)
          Unterstützen das Bewusstsein für die in den Kennzahlen ausgedrückten
           Ziele und bilden Vergleichswerte
          Einfache Finanzkennzahlen sind nur ein Teil moderner und
           leistungsfähiger Kennzahlensysteme

Einfache Renditekennzahlen der Wirtschaftlichkeit
              1.   Umsatzrentabilität/- rendite auch Return on Sales (RoS)
              2.   Eigenkapitalrentabilität/- rendite auch Return on Equity (RoE)
              3.   Gesamtkapitalrentabilität/- rendite auch Return on Assets (RoA)
              4.   Kapitalrendite auch Return on Invest (RoI)

          1. Umsatzrendite – Return on Sales
= einfachste und intuitivste Kennzahl der Wirtschaftlickeit.




          2. Eigenkapitalrendite – Return on Equity
= sehr gängige Erfolgskennzahl; hohe Bedeutung für externe Investoren und
Gläubiger; Aussage: wieviel Ertrag wird aus dem Eigenkapital geschöpft




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        3. Gesamtkapitalrendite – Return on Assets




        4. Kapitalrendite – Return on Invest




Weitere Rechengrößen (beziehen sich auf Bilanz und GuV-Werte):

        5. Gross margin (Bruttoergebnis)
        6. EBIT / Earnings before Interests and Taxes (Ergebnis vor Zinsen und
            Steuern)
        7. EBITA / Earnings before Interests, Taxes and Amortization (Ergebnis
            vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle
            Vermögensgegenstände)
        8. EBITDA / Earnings before Interests, Taxes, Depreciation and
            Amortization (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und allen Abschreibungen)
        9. EV / Enterprise Value = Marktkapitalisierung + Schulden – flüssige
            Mittel (Geschäftswert)
        10. CF / Cash Flow (Kapitalfluss)
        11. EVA / Economic Value Added (Geschäftswertbeitrag)


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Weitere Kennzahlen
         12. Dienen dem Management von Unternehmen als Messgröße zur
             Zielsetzung und Zielerreichung
         13. Kapitalgeber des Unternehmens orientieren sich an solchen
             Kennzahlen, werden als Messlatte oder Vergleichswerte eingesetzt
         14. Sind z.T. keine zentralen Steuerungsgrößen, jedoch nicht zu
             ignorierende Referenzwerte

Fünf Kennzahlen der Kapitalgeber – Investoren
   -   messen die Erfolgs- und Ertragsstärke eines Unternehmens

              1. Gewinn pro Aktie (Earnings per Share) / EPS
   -   Messung der Ertragskraft des Unternehmens. Wenn auch der Kurs einer Aktie
       nur indirekt steuerbar ist, so ist der Gewinn, der anfällt, eine Größe, die von
       Unternehmen gesteuert werden kann.




              2. Kurs – Gewinn – Verhältnis (Price-Earnings-Ratio) / KGV
   -              Misst den Wert einer Aktie im Verhältnis zur Ertragsstärke eines
       Unternehmens. Ein hoher Wert deutet darauf hin, dass Investoren darauf
       vertrauen, dass das Unternehmen in Zukunft wachsen wird.




              3. Dividendenausschüttungsrate (Dividend-Payout-Ratio) / DPR
   -   Sagt aus, welcher %-Anteil des Gewinns in Form von Dividenden an
       Aktieninhaber ausgeschüttet wird. Dies ist keine Erfolgskennzahl, aber doch
       eine Größe, die für Kapitalbeschaffung wichtig sein kann.




             4. Dividendenrendite (Dividend-Yield) / DY

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   -   Diese % - Kennzahl misst die Rendite einer Aktie. Da die Entscheidung, in
       Aktien zu investieren, selten rein auf die einzige Dividendenrendite basiert,
       spielt sie nur eine Rolle in Zusammenhang mit anderen Werten.




              5. Buchwert je Aktie (Book Value per Share) / BV
   -   Dieser Wert sagt aus, wie viel Geld jeder Anleger pro Aktie bekommen würde,
       wenn das Unternehmen sofort liquidiert würde und das gesamte Vermögen,
       nach Auszahlung der Gläubiger, zu Bilanzwert verkauft würde. Dieser rein
       theoretische Wert findet jedoch unter Analysten durchaus Anwendung.




(Werte vom Jahresende einsetzen!)

Finanzhebelwirkung

          15. Entsteht aus dem Unterschied zwischen der Rendite, die ein
              Unternehmen aus der Investition in eigene Anlagen erzielt, und der
              Zinsrate, die das Unternehmen an seine Kapitalgeber zahlen muss, um
              die Investitionen finanzieren zu können.
          16. Ist eine sehr wichtige Steuerungsgröße. Gute Verhältnisse zum
              Kapitalmarkt erlauben es, den Hebel weiter auszuschöpfen, also
              Kapital zu günstigen Konditionen zu bekommen.

Kennzahlen der Kapitalgeber – Gläubiger
Neben Investoren sind Gläubiger die zweite Quelle für Unternehmen, um an das für
Investitionen notwendige Kapital zu kommen (=Banken, Privatpersonen, Fonds, die
Anleihen eines Unternehmens zeichnen, Lieferanten)

Sieben Liquiditätskennzahlen
          1. Betriebskapital (Net Working Capital) / NWC
   -   Stellt den Überschuss an kurzfristigen Verbindlichkeiten dar (der Nettowert an
       schnell verfügbarem Kapital)

NWC = Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten


          2. Current Ratio

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-   Misst   die     Fähigkeit  des   Unternehmens,     seinen    kurzfristigen
    Zahlungsverpflichtungen nachzukommen (Liquidität 3. Grade.s). Die sogen.
    Bankers Rule sieht für den Current Ratio einen Wert von 2,0 als
    Mindestanforderung (2:1 Regel)




        3. Quick Ratio (Acid-Test Ratio)
-   Misst in noch strengerer Weise die Liquidität des Unternehmens. Hierbei wird
    das Umlaufvermögen im wesentlichen um den Wert des Inventars gekürzt
    (Liquidität 2. Grades). Dabei wird oft ein Mindestwert von 1,0 als akzeptabel
    gesehen (1:1 Regel).




       4. Debitorenumschlag (Accounts Receivable Turnover)
-   Ein niedriger Wert sagt aus, dass ein hoher Anteil des Umsatzes in Form von
    Forderungen aussteht. Dies könnte so interpretiert werden, dass das
    Unternehmen bei Zahlungsverhandlungen mit Kunden eher am kürzeren
    Hebel sitzt.




       5. Debitorendauer (Average Collection Period = durchschnittl.
       Forderungslaufzeit)
-   Misst die durchschnittlichen Tage, in der ein Unternehmen ausstehende
    Forderungen einkassiert. Je kleiner der Wert, um so besser.




       6. Lagerumschlag (Inventory Turnover) / IT
-   Sagt aus, wie oft im Laufe des Jahres das Inventar des Unternehmens
    verkauft und ersetzt wurde. Manager sollten darauf achten, dass der Wert
    nicht unter Industriedurchschnitt liegt. Das würde nämlich die Vermutung nahe

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       liegen, dass das Unternehmen ein zu hohes Inventar führt oder falsche
       Produkte im Inventar hat.




       7. Inventardauer (Average Sale Periode) / ASP
   -   Dieser Wert misst, in wie vielen Tagen ein durchschnittlicher Inventarbestand
       verkauft wird. Ein niedriger Wert deutet auf niedrigere Lagerhaltungskosten
       und gute Kenntnisse der Kunden, möglicherweise ein funktionierendes Just-in-
       Time System hin.




Zwei Kennzahlen der Kreditwürdigkeit
          1. Zinslastdeckung (Times-Interest-Earned) / TIE
   -   Dieser Wert zeigt die Fähigkeit des Unternehmens, seinen langfristigen
       Verpflichtungen gegenüber Gläubigern nachzukommen. Ein Wert von weniger
       als 1 stellt die dramatische Situation dar, dass der operative Gewinn eines
       Unternehmens nicht mal ausreicht um seine Zinsverpflichtungen zu decken.




         2. Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity Ratio) / DER
Diese sehr gebräuchliche Kennzahl mist das Verhältnis zwischen Fremdkapital und
Eigenkapital im Unternehmen. Ein niedriger Wert = das Unternehmen hat noch
ausreichend Spielraum, zukünftige Investitionen günstig fremd zu finanzieren.




Nutzen von Kennzahlen

   -   Nur dann aussagekräftig, wenn die zugrunde liegenden Daten vollständig und
       genau ermittelt wurden.
   -   Wertigkeit von Kennzahlen ist nie absolut
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   -   Es gibt keine Standardrichtwerte
   -   Es gibt Erfahrungswerte je nach Industrie und Wirtschaftslage
   -   Kennzahlen dienen als Steuerungsgröße sowohl für kurzfristige als auch für
       langfristige Ziele
   -   Werden oft von Externen als Messlatte eingesetzt (bei Vergabe von
       Empfehlungen und Bonitäten)


Kennzahlensysteme
Wertorientierte Kennzahlen
Grund der Entwicklung: traditionelle Kennzahlen erkennen Probleme oft zu spät,
wenn überhaupt.
         17. Kapitalmarkt orientiert
         18. Sollen helfen, den Unternehmenswert zu maximieren
         19. Bsp.: ROI-Baum der Firma DuPont (1919)
         20. Klassische zusammengefügte Kennzahlen ermitteln die Kapitalrendite
             (RoI)
         21. Alle Elemente des Baumes sind Steuerungsgrößen, durch die auf die
             Kapitalrendite Einfluss genommen werden kann.




Beispiel eines ROI-Baumes

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Geschäftswertbeitrag (Economic Value Added) / EVA
  - Ist eine finanzielle Messgröße, die die Ertragskraft eines Unternehmens mit
     den Kapitalkosten in Verbindung setzt
  - Basis für die Bestimmung ist einerseits das Ergebnis und anderseits das
     Geschäftsvermögen
  - Positiver GWB: Geschäft verdient mehr als seine Kapitalkosten 
     grundsätzlich wertschaffend
  - Negativer GWB: ein Geschäft verdient weniger als seine Kapitalkosten 
     wertvernichtend


Nutzung der Steuerungsgröße GWB

             Geschäftswert (Enterprise Value)
         22. Differenz zwischen aktuellem Marktwert   des Unternehmens (Anzal
             Aktien x Aktienkurs + Finanzschulden     – Flüssige Mittel) und im
             Unternehmen gebundenem Vermögen           (Geschäftsvermögen) zu
             Buchwerten.
         23. Jährliche Veränderung = Ausdruck         des   vom   Unternehmen
             geschaffenen Wertes
         24. Direkter Zusammenhang mit Marktwert      und damit Aktienkurs des
             Unternehmens


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25. Eine Erhöhung des Geschäftswertes und damit des Aktienkurses liefert
    einen wesentlichen Beitrag zur Gesamtrendite der Aktionäre und
    belohnt gleichzeitig über den Aktienoptionsplan das Management.

    Geschäftswertbeitrag (Economic Value Added)
26. Interne Steuerungsgröße, die mit dem Geschäftswert verknüpft ist
27. Eine Erhöhung des Geschäftswertes ergibt sich, wenn der GWB über
    die Erwartungen der Investoren hinaus verbessert wird, unabhängig
    davon, ob die Ausgangsbasis ein positiver oder negativer GWB ist.




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Kapitalkosten

  -   Investoren, die einem Unternehmen Kapital zur Verfügung stellen (Fremd- und
      Eigenkapital-geber), haben ein Anrecht auf eine marktgerechte Verzinsung.
  -   Die von Investoren geforderte Rendite stellt für das Unternehmen
      Kapitalkosten dar.
  -   Mangelnde Fähigkeiten, den Kapitalgebern eine marktgerechte Verzinsung zu
      bieten, wirken negativ auf den Aktienkurs und die Finanzierungskonditionen 
      Investitionsmöglichkeiten werden eingeschränkt, z.B. Expansion durch
      Aktientausch.




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Projektcontrolling

Definition
   - Planen, realisieren, kontinuierlich überwachen, steuern / gegensteuern
       hinsichtlich technischer, kaufmännischer und vertraglicher Aspekte.
   - Projektleiter muss von einander abhängige Größen (Kosten, Termine,
       Ressourcen,      Vermögen,     Umsatz,    Fertigstellungsgrad)    wirkungsvoll
       beeinflussen und steuern können.

Hauptnutzen
  - Permanente Transparenz über den Stand des Projektes hinsichtlich Termine,
     Projektfortschritt, Qualität, Kosten
  - Dazu gehören Projektinformationen über:
  a) die zu erwartenden Restkosten
  b) bewertete Projektrisiken und der Restdauern
  c) Aussagefähigkeit zum aktuellen Projektstand
  d) Vorausschau zum Projektabschluss
  - Fehler müssen von Anfang an vermieden bzw. reduziert werden 
     Gegensteuerung bei Problemen und Abweichungen

Kennzahlen des Projektcontrollings
        28. Meilensteintrendanalyse        (MTA)    ist  Teil     des    technischen
            Projektfortschrittcontrollings
        29. Funktion:      Sicherstellung       des     vertraglich     vereinbarten
            Realisierungstermins über Termincontrolling der             wesentlichen
            Meilensteine der Projektrealisierung


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         30. Graphische Darstellung der Terminentwicklung durch die MTA ist Teil
             der Projektberichterstattung




Funktion MTA
  - Einspielung der Plantermine je Meilenstein an der vertikalen Zeitachse
  - Monatliche Terminupdates werden horizontal versetzt dargestellt
  - Graphischer Verlauf der Terminentwicklung je Meilenstein interpretierbar:
         1. Horizontaler Verlauf: Planung wird eingeholt
         2. Verlauf weg von der Hypotenuse: Terminverzögerung
         3. Verlauf hin zur Hypotenuse: Plantermin wird unterschritten

Bitte zu LE 3 folgende Links ausdrucken. Kann man nicht kürzer fassen!

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Folgende Aufgabe selber machen. Ist zum Verständnis sehr hilfreich!

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Lösung:
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