Hier ist die Geshichte des russischen Puppenspiels die nicht so

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Hier ist die Geshichte des russischen Puppenspiels die nicht so Powered By Docstoc
					Немецкая версия "Летописи театра кукол в России".
Книга вышла на немецком и английском языках в
Варшаве в 1994 г.
Художник А. Чечик

    Hier ist die Geshichte des russischen Puppenspiels, die
nicht so sehr von einem Geschichtsschreiber, wie von der
Geschichte selbst geschrieben ist . Hier gibt es beinahe
keine Kommentare. Hier sind nur Tatsachen.
    Eine "Chronik" bietet Raum für verschiedene
Auslegungen, andererseits aber feste Rahmen, über die
hinaus kein Geschichtsforscher, kein Kommentator gehen
darf, ohne Gefahr zu laufen, die Wahrheit zu verletzen. Sie
ist eine Art Fundament, auf dem künftig wissenschaftliche
Abhandlungen, Bücher, Aufsätze, Berichte basieren
werden. Solange sie aber fehlen, ist die Chronik selbst ein
Lehrbuch für vielfachen Gebrauch.
    Die Geschichte des Puppenspiels ist kein in sich
geschlossenes Fach. Sie ist nur ein Teil der Geschichte des
Theaters im großen und ganzen. Sie kann weder
verstanden, noch angeeignet werden ohne Kenntnisse über
die Geschichte der Theaterkunst. Und umgekehrt ist die
gesamte Geschichte der Theaterkunst nicht vollständig und
nicht objektiv ohne Berücksichtigung der Geschichte der
Kunst der spielenden Puppen.
    Der aufmerksame Leser wird sofort bemerken, daß der
Strom von Tatsachen, den man die Geschichte des
Puppenspiels in Rußland im 15.- 18. Jh. nennt, aus zwei
Quellen kommt. Die eine Quelle sind die "etablierten
Theater" mit ihren offiziellen Verlautbarungen, wie
z.B.Plakaten, Zeitungsberichten und Bekanntmachungen.
Die andere Quelle sind archäologische Funde, Reisebe-
richte, Berichte von Ethnographen und Protokolle von
Polizeimeisterkanzleien über "umherziehende Theater".
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Das "etablierte" Puppentheater genoß Anerkennung und
Unterstützung des Staates. Das "umherziehende" Puppen-
theater existierte auf dem tiefsten Niveau des russischen
Stadt- und Vorstadtlebens, spielte für die niedrigsten
Bevölkerungsschichten und fand keine offizielle
Anerkennung als ein Bestandteil des Kulturlebens.Das
waren verschiedene Theaterkul turen. Sowohl im
"etablierten" als auch im "umherziehenden" Theater finden
wir eine weitere Unterscheidung und zwar in weltliches
und religiöse Theater.
   Es versteht sich von selbst, daß die Zahl der Nachrichten
über das "umherziehende" Theater sehr gering ist.
Besonders      gilt    das    seinem      weltlichen    Teil.
Nurverschwommene Erwähnungen, begleitet von dem
Epitethon "obszön", haben uns erreicht. Eigentlich nur
dank diesen Erwähnungen können wir feststellen, daß es
ein solches Puppentheater gegeben haben soll. Und nicht
mehr.
   Die "Chronik" beginnt mit der Information über die von
dem Archäologen M. Rabinowitsch gefundenen
keramischen Puppen des 15. Jh.. Die Puppen (das waren
Handpuppen) wurden in Moskau bei Ausgrabungen in der
Stadtmitte entdeckt und müssen Hanswursten gehört
haben. Wer diese Hanswurste waren, ob Ankömmlinge aus
Byzanz, Russen, Deutsche oder Holländer, ist unbekannt.
Fest steht nur, daß sie im 15. Jh. zur Belustigung des
Volkes in der russischen Hauptstadt spielten.
   Ungefähr um diesselbe Zeit beschrieb der Susdaler
Bischof Anraamij, der kurz die deutsche Stadt Lüb besucht
hatte, die von ihm dort gesehene Puppenvorstellung über
die Geburt Christi als etwas Unsagbares und
Verwunderungswürdiges. Nach der Reaktion des Bischofs
zu urteilen, gab es im Rußland des 15. Jh. nichts ähnliches.
Hier werden Puppenspiele erst ein Jahrhundert später zum
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ersten Mal verzeichnet: in Nowgorod in einem
"Ofenmysterium", wo der Engel, der die drei Jünglinge vor
Verbrennung rettet, von einer Puppe dargestellt wurde, und
in Stawischi (damals Polen, später Kleinrußland), wo
E.Isopolski 1591 einen Wertep-Kasten mit Puppen sah.
   Mit dem Beginn der Zeit der Großen Unruhen (17. Jh.)
wird diese schwache Informationsquelle langsam
ergiebiger. Dazu gab es mehrere Ursachen: die polnische
Invasion, die Elemente der europäischen Theaterkultur
mitbrachte, der Dreißigjährige Krieg in Europa (1618-
1648), in dessen Folge in Rußland viele deutsche und hol-
ländische Spielleute erscheinen, und schließlich die
langsame Orientierung Rußlands auf den Westen sowie die
Vergrö-ßerung kultureller Kontakte mit europäischen
Staaten.
   Im Jahre 1606 läßt der 'Falsche Demetrius' eine Festung
auf Rädern auf dem Eis der Moskwa an den Mauern des
Kremls bauen, die wie ein ungeheures Puppenmonster, ein
"Höllenwunder" aussieht, dessen Maul sich schrecklich
öffnet. Ein Vierteljahrhundert später, in den 30er Jahren,
beschreibt und kommentiert der deutsche Diplomat und
Reisende Adam Olearius ein Puppenspiel, das er auch in
Moskau gesehen hat. Dem Zeugnis von Olearius kann man
entnehmen, daß im ersten Drittel des 17. Jh. in Rußland
zum Programm von Hanswurstvorstellungen auch
Puppenspiele gehörten. Das war ein "reisendes" Theater,
sein Inhalt war gewöhnlich obszön und es benutzte eine
originale Konstruktion des Rockschirms.
   Es ist anzunehmen, daß es sich dabei um "Handschuh"-
Puppen handelte, obwohl auch möglich ist, daß hier die Art
von Puppen verwendet wurde, die M. Rabinowitsch
beobachtet hatte, oder die "Puppen auf Brettern", von
denen der Historiker M. Pyljajew berichtete.

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   Beginnend ab 1672 beobachten wir eine Tendenz zur
Schaffung offizieller Puppenspiele in Rußland. Auf B des
Zaren Alexej Michajlowitsch wird der Oberst von Staden
zu dem "Leipziger Magister" Johann Felten, dem
bekannten Puppenspieler, dem Begründer der "Haupt- und
Staatsaktionen" geschickt. Was Felten zu der Einladung
sagte, ist unbekannt. Hingegen ist es sehr gut bekannt, daß
der Pastor des Deutschen Viertels in Moskau.
    Johann Gregori die Leitung des Theaterwesens in
Rußland übernahm und Verehrer und Anhänger von Felten
war. Die erhalten gebliebenen Verzeichnisse von
Requisiten zeugen davon, daß bei den ersten russischen
Theatervorstellungen auch Puppenspiel aktiv mit benutzt
wurde.
   Ende des 17. Jh. berichtete der künftige Senator P.
Tolstoj nach einem Besuch in Venedig, daß dort
Marionettenvorstellungen stattfanden, und ein Jahr später
finden wir schon in Moskau einige europäische
Puppenspieler, und unter ihnen Iwan Antonow, dessen
richtiger Name Jan Anton Splawski ist. Splawski nannte
sich "Hauptmann" und "Puppenspieler der ungarischen
Nation" (wobei "Hauptmann" eher seine Theaterrolle als
sein militärischer Dienstgrad war). Seine Heimat war
England, und er war eine sehr merkwürdige Person.
   Im selben Jahr gab es in Moskau auch andere
ausländische Puppenspieler. Manche von ihnen kamen an
der Seite von Gesandten verschiedener Länder. So kam
zusammen mit dem dänischen Gesandten Paul Genz "sein
Mann", der Puppenspieler Gottfried Kaulitz. Über den
Konflikt zwischen Jan Splawski und Gottfried
Kaulitzkanman aus den in der Chronik veröffentlichten
Dokumenten erfahren.


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   Um die Jahrhundertwende vom 17. zum 18. Jh. wurden
auch in Kiew Vorstellungen von Puppen-Werteps
verzeichnet.
   Im 18., dem sogenannten "spielenden Jahrhundert"
erfreuten sich Puppenspiele in Rußland großer Beliebtheit
und wurden von schaulustigen Zuschauern mit
Dankbarkeit und Enthusiasmus aufgenommen.
   In der ersten Hälfte des Jahres 1700 begibt sich auf
Wunsch Peter I. eine Gruppe von Puppenspielern aus
Moskau unter der Leitung von Jan Splawski zum ersten
Mal auf Gastspielreise in die Städte an der Wolga mit
Endziel Astrachan. Die Gruppe besteht aus ausländischen
Puppenspielern, aber es fährt dabei auch ein gewisser
"russischer Mensch Petruschka Iwanow" mit. Auch der
polnische Puppenspieler Ossip Sacharow nimmt an der
Tournee teil (der richtige Name ist Ossip Jakubowski, das
Haupt der Puppenspielerdynastie Jakubowski, die im 18.
Jh. in Moskau tätig war.
   Im August desselben Jahres besucht nach dem "Erlaß
des großen Zaren" eine andere Gruppe "kleinrussische
Städte" und den Hof des Getman Iwan Masepa. Auch in
dieser Gruppe reist zusammen mit den Ausländern ein
"Russe Iwaschko Iwanow" mit.
   So wurde das 18. Jh. mit zwei großen Tourneen von
Puppenspielern begonnen. Dies waren die ersten Gast-
spielreisen in der Theatergeschichte Rußlands.
   In den Jahren 1701 und 1702 besuchte Jan Splawski
zweimal Danzig, wo er auf Anweisung Peter I.
Verhandlungen mit Johann Kunst, dem Leiter einer
bekannten Theatertruppe und Anhänger von Johann Felten,
führte. Der erste Besuch war erfolglos wegen des aus
Moskau geflüchteten Puppenspielers "Hauptmann" Johann
Gordon, der Gerüchte über eine rechtlose Situation der
Ausländer in Rußland verbreitete. Bei dem zweiten Besuch
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begleitete Splawski den Beamten des Außenamtes
Lapunow mit Garantien des Zaren. So gelang es, die
Truppe von Kunst, wenn auch auf abenteuerlichen Wegen,
nach Moskau zu bringen. Dort wurde sie in der russischen
Theatergeschichte unter dem Namen "Theater von Kunst-
Fürst" bekannt.
    In der Regierungszeit von Peter I. begannen sich in
Rußland, neben den Vorstellungen der ausländischen
Marionettenspieler und den "Haupt- und Staatsaktionen",
allegorische Vorstellungen und Maskeraden sowie
Feuerwerke verschiedener Art zu verbreiten, die sich auch
der Mittel des Puppenspiels bedienten.
    Auch die ausländischen Puppenspieler, die während des
Nordischen Krieges gefangen genommen wurden, trugen
zur Verbreitung ihrer Kunst auf dem russischen Gebiet bei.
    Während sich anfangs des 18. Jh. in Rußland das
Puppenspiel unter dem Einfluß von englischen, deutschen,
holländischen und polnischen Puppenspielern entwickelt
hatte, machte sich seit den 30er Jahren ein starker Einfluß
des italienischen Puppenspiels bemerkbar. Die Truppe der
Comedia del arte, die in der Regierungszeit der Kaiserin
Anna Ioannowna hier arbeitete, hatte nicht weniger als vier
Puppentheater mitgebracht und zeigte Vorstellungen über
die Abenteuer von Pulcinella. Einer der führenden
Schauspieler der Truppe Pietro Mirro wurde zum Lieb-
lingsnarren der Kaiserin. Ihm wurde der Name Petrucha
Farnos gegeben. Mit diesem Namen verbinden viele
Theaterforscher die Entstehung des russischen Petruschka
als Person der volkstümlichen Puppenkomödie. Es wurden
aber keine Dokumente gefunden, die ein Vorhandensein
des "umherziehenden" Petruschka-Theaters im 18. Jh. be-
stätigt hätten. Es gibt bloß unbestimmte Erwähnungen
"schlechterer Komödianten", die "sich auf Jahrmärkten

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herumtreiben und das gemeine Volk mit ihren
unanständigen Vorstellungen belustigen".
   1733 finden wir in einem Aufsatz über die Thea-
terkunst, der ersten theoretischen Arbeit zu dieser Frage,
die in Rußland veröffentlicht wurde, eine erstaunlich
präzise Definition des Puppentheaters: "hier zeigt man
mittels lebloser Figuren vorzüglich das Wesen der Dinge".
   Im selben Jahr beginnt Johann Sigmund mitseiner Frau
Elisabeth        in      Moskau        und       Petersburg
Marionettenvorstellungen zu geben. Sein Theater, zu
dessen Repertoire "Don Juan", "Joseph", "Esther" u.a.
gehören, wird in der Zukunft einen großen Einfluß auf die
Theaterkultur in Rußland ausüben.
   Sigmund wird ab 1742 Besitzer des "ausschließlichen
Privilegs", "freie deutsche Komödien" in Moskau,
Petersburg, Reval, Riga, Wyborg und Narwa zu spielen,
und er gründet die ersten stationären Puppentheater.
   Neben den weltlichen Vorstellungen entwickeln sich
auch religiöse Puppenspiele. Solche wurden in Sibirien
(Irkutsk, Jejsk) im Jahre 1734 verzeichnet. Schon damals
benutzte man neben Masken, Marionetten, "berittenen"
Puppen und Automaten auch Schatten als Theatermittel.
   Ab 1737 bekommt man Nachrichten über das Leben der
Puppenspielerfamilie Jakubowski, die in Moskau in der
Poworskajastraße wohnt. Da sind Petz und Ilia, die Kinder
des polnischen Puppenspielers Ossip Jakubowski, dessen
Namen wir schon erwähnt haben. Die Nachrichten über
diese Familie umfassen eine ziemlich lange Periode ihres
Lebens, bis hinein in die 70er Jahre des 18. Jh.
   In den 40er Jahren, bald nachdem Sigmund das Privileg
bekommen        hatte,   beginnen Konflikte zwischen
Puppenspielern, Impressarien, und städtischen Behörden.
Sie streiten um das Recht, im "priviligierten" Raum
"Komödien" spielen zu dürfen. In Riga z.B. bestreiten
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mehrere Theatertruppen das "ausschließliche Privileg" von
Sigmund, und in Moskau spielt zu dieser Zeit der
Puppenspieler Martin Nierenbach, der "italienische
Marionettenkomödien" mit "Figuren und lebenden
Personen" zeigt.
   Im Jahre 1747 stirbt Johann Sigmund und seine Witwe
bekommt das Privileg, die es nach ihrer Heirat mit einem
Offizier an Peter Pantalone Gilferding weitergibt. Peter
Gilferding war der Sohn eines in Europa bekannten
Puppenspielers. Das erhaltene hohe Privileg benutzte er in
seiner Eigenschaft als Impressario.
   So verläuft auch im Jahre 1750 durch seinen
Unternehmungsgeist die Arbeit von France Sarge "mit
Kompanie und gelehrtem Pferd". Die "Kompanie" des
Schauspielers bestand aus seinen Familienangehörigen und
"Angestellten", Peter Schenkowski und Jagan Schubert. Im
Mai des folgenden Jahres verlassen sie alle Petersburg und
kommen nach Danzig, und 10 Jahre später, Anfang der
60er Jahre erscheinen in Rußland zwei Söhne von Sarge,
die holländischen Puppenspieler Joseph und Anton. Auch
an ihren Vorstellungen mit "italienischen Marionetten"
nahm ein "gelehrtes Pferd" teil. Es ist bekannt, daß die
Brüder Sarge in Moskau und Petersburg den "Faust" spiel-
ten.
     Von der Beliebtheit des Puppenspiels in Rußland
in der Mitte des 18. Jh. zeugt das "Hauspuppentheater" des
Kronprinzen Fürst Peter Fedorowitsch (des künftigen Zar
Peter III.). Über dieses Theater kann man in
"Aufzeichnungen" seiner Zeitgenossinnen lesen. Fürst Peter
war Patron des Schlachta-Korps der Infanterie, und Fedor
Wolkow, der künftige "Vater des russischen Theaters", der
dort zu der Zeit diente, hatte "selbst ein kleines Theater mit
kleinen Puppen angefertigt". Es ist gut möglich, daß das
Haustheater des Kronprinzen gerade das Puppentheater von
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Wolkow war. Auch in späterer Zeit machte Fedor Wolkow
oft Gebrauch von Kunstmitteln der spielenden Puppen. Als
er z.B. 1763 die letzte Vorstellung seines Lebens, die
Moskauer Maskerade "Die triumphierende Minerva", zu
Ehren der Krönung der Kaiserin Katharina II. gab, ließ er
an dieser Maskerade auch "Theater mit Puppenspielern"
teilnehmen.
    Ab Mitte des Jahrhunderts kommen verschiedenartige
Vorstellungen von "mechanischen Theatern" mit
Puppenautomaten, optischen Panoramen, Zauberlaternen,
"chinesischen Schatten" und dgl. in Mode. Viele
Beschreibungen von Schauspielen dieser Art sind erhalten
geblieben. Eine "künstlerische Maschine" führte 1755 das
"Mitglied der Kaiserlichen Akademie in Rauen" Herr
Dufreni vor; Puppenautomaten zeigte der "Mechaniker"
Pierre Dumoulin; mit einer neuen "physikalischen
Maschine" trat der kaiserliche Mechaniker Tesie auf usw..
Im Jahre 1763 wird das "ausschließliche Privileg" von
Gilferding an Johann Neuhof und seine Frau übergeben,
die Vorstellungen mit "italienischen Marionetten" spielen.
   Während bis 1770 die Namen der erwähnten
Puppenspieler meistenteils ausländisch sind, kommen
später auch russische Puppenspieler vor. Zum Beispiel
sucht der Wachtmeister in Pension Petr Sidorow um
"Erlaubnis nach, in verschiedenen Häusern Puppen ... im
Kasten" zeigen zu dürfen. Allem Anschein nach handelt es
sich dabei um einen damals sehr verbreiteten Wertep.
    Im selben Jahr (1770) besuchten einige Seminaristen-
Wertepspieler das Herrenhaus in Sokiznizy Poltawa-
Gouvernement und schenkten ihren Wertep dem Gutsherrn
Galagan. Dieser Wertep des 18. Jh. ist bis heute erhalten
geblieben.


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    Bis zum Ende des 18. Jh. läßt sich erstaunlicher
Reichtum und Vielfältigkeit von Puppenspielen
beobachten. Es finden Massenfestlichkeiten statt, es
spielen Puppenautomaten, deutsche, französische und
italienische Puppentheater. Unter ihnen verdienen
besondere Beachtung: Die "Neue Puppenkomödie" in
Petersburg mit einem umfangreichen Repertoire, die
"Chinesischen Schatten" des Italieners Ambroise Senkiriko,
das "Weltwunder" des Amerikaners Blank, das großartige
Theater von Joseph Kiosi, die "Burattini" des Italieners
Joseph Fere und viele andere.
    Ende des 18. Jh. kommen sehr viele ausländische
Puppenspieler nach Rußland. Ihr Leben, ihren Alltag, ihre
Vorstellungen beschreibt sehr ausführlich der Schriftsteller
Grigorowitsch in seinem Buch "Die Petersburger
Leierkastenmänner".
    Einige haben noch früher über ihr Leben berichtet, wie
z.B. der "Musikant Schrers", der 1797 den Kaiser Paul I.
um Erlaubnis bat, "mit chinesischen Wandschatten und mit
einer Orgel dabei im Lande zu wandern".
    Gegen Anfang des 19. Jh. hat sich das Puppentheater in
Rußland endgültig als Kunstart behauptet und ein
umfangreiches Auditorium gewonnen. Es ist noch kein
spezifisch russisches Theater geworden, da die
Puppenspieler, die hier auftraten, hauptsächlich Ausländer
waren. Ein solches soll es im nächsten Jahrhundert werden.
    Es bleibt mir nur noch übrig, den Wunsch zu äußern,
daß dieses Buch für den Leser nützlich sein mag, worauf
ich besonders hoffe, weil es bis heute noch kein
vollständiges, historisches Nachschlagewerk zu dem
gegebenen Thema gibt.

                                  B.GOLDOWSKI.

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                        15. Jh.
   "Im Kulturschicht des 15.Jh., nicht weit vom Roten
Platz" in Moskau, fand der Archäologe M.G.Rabinowitsch
keramische Figuren, die unten Öffnungen hatten, in die
man Finger stecken konnte. Die Untersuchung dieses
Fundes ließ M.G. Rabinowitsch vermuten, daß diese
Figuren Personen eines Hanswursttheaters waren. (Siehe:
M.G. Rabinowitsch, "Zur Geschichte der Hanswurstspiele
in Rußland", L.1974, S.53-56).

    1437-1439 schreibt der Susdaler Bischof Amraamij
über ein Bild (Puppenbild), das er auf der Durchreise in
Lübeck sah, und das sich bewegte. Es handelte sich um die
Anbetung der Weisen: "Ich sah etwas unwahrscheinliches.
Ganz wie lebendig steht die Gottesmutter und hält den
kleinen Erlöser auf dem Arm. Ein Glöckchen klingelt, und
ein Engel kommt von oben und bringt eine Krone und setzt
sie auf den Kopf der Gottesmutter. Und es erscheint ein
Stern. Die drei Weisen folgen dem Stern, vor ihnen her
schreitet ein Mann mit Schwert, hinter ihnen her ein Mann
mit Waren. Sie bringen Gold, Weihrauch und Myrrhe dem
kleinen Jesus und der Gottesmutter. Der kleine Jesus
streckt spielend seine Hände aus, um die Geschenke zu
nehmen. Die Weisen geben sie ihm und verneigen sich". (P.
Morosow "Geschichte des russischen Theaters bis zur 2.
Hälfte       des 18. Jh.", SP, 1889, S.24).


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   "Vor 1548 konnte man folgende Kirchenspiele (sog.
"Ofenmisterien", beobachten": Am Sonnabend vor
Weihnachten wurde in der Kirche an dem Eisenhaken, an
dem sonst der Kronleuchter hängt, ein großes perga-
mentenes Bild des "Engels Gottes" gehängt, das man
mittels eines Stricks nach oben und nach unten bewegte.
Solches Spiel sah man zuerst in Nowgorod, von dort kam
es nach Wologda, Smolensk, Wladimir und Moskau. (B.
Warnecke "Geschichte des russischen Theaters 17.-18. Jh.,
M.L. 1939. S.12).

   Der polnische Ethnograph E. Izopolski, der die
volkstümliche Theaterkunst studierte, berichtet, daß er in
dem kleinrussischen Dorf Stawischi einen Wertepkasten
sah, auf dem geschrieben stand: "Gebaut 1591" (E.
Izopolski "Dramat wertepowy o smierci" Ateneum, 1843,
B.3, S.60-68).

                     17. Jh.
   Im Jahre 1606 wurde auf Befehl des falschen Demetrius
"eine bewegbare Festung auf Rädern gegenüber dem
Zarenpalast auf dem Eis des Moskwa-Flußes gebaut". "Sie
war ausgezeichnet gemacht, bunt gestrichen, an den Türen
waren Elefanten gemalt, die Fenster stellten den Eingang in
die Hölle dar, daraus brach Feuer aus, in den kleinen
Fenstern, die die Form von Teufelsköpfen hatten, standen
Geschütze. "Ein Zeitgenosse berichtet: "Es war ein
mächtiger Spaß... Die Hölle war sehr groß, drei furchter-
regende Köpfe fletschten und klapperten mit den eisernen
Zähnen, sie spieen Feuer und Flamme, sie streckten Krallen
aus, bereit zu fassen ...". Demetrius wollte diese Festung
gegen die Tataren verwenden, um ihnen und ihren Pferden

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Angst einzujagen. Die Moskauer nannten die Festung ein
"Höllenmonster" und verbrannten sie nach dem Tode von
Demetrius. (Wzewolodski-Gerngroß "Geschichte des
russischen Theaters" B.1, L.M. 1929, S.357-358).

   Der polnische Ethnograph E. Izopolski berichtet, daß er
im Gebiet der Westukraine einen Wertepp-Kasten sah, an
dem das Datum 1639 stand. (E. Izopolski "Dramat
wertepowy o smierci", Ateneum, 1843, B.3, S.60-68).

   In der ersten Hälfte des 17. Jh. gehörte das
Demonstrieren von beweglichen Figuren zu dem
Repertoire der Hanswurste, die "verschiedene Kunstarten
vereinigten". M.J. Pyljajew berichtet: "Die Hanswurste
trugen auf den Köpfen ... einfache Bretter mit bewegbaren
Puppen, die sie in allerlei lustige Lagen brachten. Die
Hanswurste waren sowohl Russen als auch Holländer. Die
von ihnen gespielten Farcen entsprachen dem Geschmack
des Volkes, sie waren zynisch und obszön. Solche
unanständigen Vorstellungen versammelten große
Menschenmengen, unter den Gaffern waren nicht nur junge
Männer, sondern auch Frauen und Kinder. Das Zynische
bestand darin, daß die Hanswurste mit ihren Reden und
mittels der Bewegungen der Marionetten lüsterne Szenen
schilderten, wobei sie das sehr grob und unverschämt
machten, in den Formen, die das Schamgefühl der beiden
Geschlechter beleidigten". (M.J. Pyljajew "Alte Zeiten", SP
1897, S.107, 109-110).

   Im Jahre 1657 berichten der Borowsker Statthalter
W.B. Lichatschew und Diakon Fomin über ein Schauspiel,
das sie in Florenz sahen: "Der Fürst befahl zu spielen, und
es erschien ein Haus. Sechsmal verschwand das Haus unten
und erschien wieder mit einem anderen Bild. Man sah ein
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Meer und Wellen und Fische in den Wellen und Leute
reiten auf den Fischen und oben ist ein Himmel, in den
Wolken sitzen Leute, die Wolken mit den Leuten kommen
nach unten, holen die, die auf den Fischen fahren und holen
sie in den Himmel. Da sinkt eine Wolke und dort sitzt ein
grauhaariger Greis in der Kutsche, und ihm gegenüber in
einer anderen Kutsche sitzt ein schönes Mädchen, der Fürst
sagte, das eine sei der Mond und das andere die Sonne ....
Dann kam ein anderes Bild: ein Feld besät mit
Menschenknochen, es kommen Raben und pieken die
Knochen, dann sieht man ein Meer und Menschen, die in
kleinen Schiffen fahren. In einem weiteren Bild erscheinen
etwa fünfzig Männer, das sind geharnischte Krieger, sie
schlagen sich mit Säbeln und schießen mit Flinten, und
einige fallen tot um. Schöne Jünglinge und Mädchen
kommen hinter dem Vorhang hervor, sie haben goldene
Kleider an, sie tanzen und machen andere wundersame
Sachen. Da kommt ein Kerl und bittet um Essen, er
bekommt eine Menge Brot, kann aber nicht satt werden.
Diese Vorstellung wurde für die Gäste gegeben, und sie
kostete 8000 Jefimki. Während unseres Aufenthaltes in
Florenz wurden drei verschiedene Komödien gespielt. (B.
Warnecke "Die Geschichte des russischen Theaters im 17.-
18. Jh." L. 1939, S.18), (L.M.Starikowa glaubt, daß der
vorliegende Text eine Mystifikation sei und viel später
geschrieben wurde, als die dort geschilderten Ereignisse
stattfanden).

   Am 15. Mai 1672 gab der Zar Alexej dem Obersten von
Staden den Auftrag, nach Leipzig zu fahren und die Truppe
von Johann Felten, dem bekannten Puppenspieler, nach
Moskau zu bringen. Der ehemalige Student der Leipziger
Universität "Magister Felten de Charlous" hatte eine der
besten Truppen gegründet, eine Truppe "des dritten
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Genres", wie wir es heute genannt hätten, und zeigte
"englisch-deutsche Vorstellungen" von gemischtem Typ.
Der Oberst von Staden reiste in "die deutschen Landen".

   In dem Verzeichnis von Kleidern und Requisiten, die für
die Vorstellungen von S. Tschishinski "Komödie über
David und Goliath" und "Komödie über Bacchus und
Venus" (das Jahr 1676) nötig sind, heißt es: "Für Goliath -
ein großer Kaftan aus buntem Stoff, ein großer Harnisch
(soll von Kopf bis Fuß reichen), ein großer Kopf aus
Leinwand mit Haar und Bart, ein großer Helm aus hellem
Eisen, große Beine aus Holz, damit er höher wird, mit
rotem Leder beschlagen, große Arme und ein Speer aus
Holz .... Für Bacchus - ein Faß auf Rädern, ein großer
Kopf aus Leinwand, mit einem Bart, ein bunter Kaftan,
eine weite Hose, eine Bastmütze mit Bärenpelz verbrämt."
(ZSAaA, F.159, S.943, B.128).

   1698. Der künftige Senator und Diplomat P.A. Tolstoj
beschreibt seine Reise nach Venedig und bemerkt unter
anderem: "Auf diesem Platz kann man täglich lustige
Spiele sehen: man zeigt Puppen, Hunde tanzen, auch Affen
tanzen .... In anderen Zelten macht man Puppenkomödien
und die Puppen sind wie lebende Menschen" (Europäische
Reise von P.A. Tolstoj 1697-1699, M.1992, S.104-105).

   Im Herbst 1699 wurde auf Bitte des dänischen
Gesandten Paul Genz ein Gerichtsverfahren eingeleitet
gegen den "Komödianten Iwan Antonow", der einen
Gottfried Kauliz, "der in Diensten des Gesandten stand,
geschlagen haben sollte". Antonow wurde gefunden und
einem Verhör unterworfen. "Beim Verhör sagte er aus: Im
vorigen Jahr, Monat und Tag könne er nicht sagen, weil er
Analphabet sei, seien einige Leute von der dänischen Ge-
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sandtschaft in den Hof des Hauses eines gewissen
Daschkow gekommen. Sie hätten Puppen mitgehabt und
damit gespielt. Auch der Ausländer Gottfried sei dabei
gewesen. Iwan habe das Spiel beobachtet und gesehen, daß
es etwa dreißig Puppen gegeben habe. Nach dem Spiel
seien alle auseinander gegangen. Bald danach habe er den
Ausländer Gottfried wiedergesehen und ihm gesagt, er
möchte die Puppen haben, er würde sie gerne kaufen und
dafür zwei Goldstücke zahlen. Gottfried habe dann ihm die
Puppen in einem Kasten gebracht. Iwan habe den Kasten
genommen ohne nachzuprüfen, ob alle Puppen da sind, und
habe zwei Goldstücke gezahlt ..... Nach Hause gekommen,
habe er den Kasten geöffnet und entdeckt, daß es da nur
sechs Puppen waren, nicht aber alle dreißig, die er beim
Spiel gesehen habe. Gottfried habe erwidert, es habe auch
beim Spiel nicht mehr als sechs gegeben. Dann habe Iwan
sein Geld zurück verlangt und gesagt, er wolle die Puppen
nicht haben. Aber Gottfried habe die Puppen nicht
zurücknehmen und das Geld zurückgeben wollen, sondern
er habe auf Iwan geschimpft. Der Sekretär der dänischen
Gesandtschaft habe Gottfried schimpfen gehört. Auch
Iwans Frau habe Gottfried mehrmals besucht und um die
Rückgabe der Goldstücke gebeten, er habe sich aber immer
geweigert. Dann habe er nachgegeben, und Iwan habe alle
dreißig Puppen bekommen. Seitdem sei die Beziehung
zwischen ihnen kalt und feindlich gewesen. Einmal sei
Gottfried zu Iwan ins Haus gekommen, und da er nicht
habe weggehen wollen, habe ihn Iwan mit Gewalt verjagt
..." (ZSAaA, F.139, S.5, B.3-5).

   Ende des 17. Jh., Anfang des 18. Jh. "gingen Studenten
in Kiew an Weihnachtstagen von Haus zu Haus, sie hatten
Sterne, Wertep und Rajeh mit und spielten Christi Geburt
und Christi Auferstehung. Später zeigten diese
                           23
Vorstellungen Zunftmeister. (Jewgenij "Beschreibung der
Sophia-Kathedrale in Kiew". Kiew 1825, S.215-216).




                       18.Jh.

                     1700

   In der ersten Hälfte des Jahres begibt sich die Truppe
"des Komödianten ungarischer Nation" Jan Splawski (Juri
Branklou, Peter Dalberg, Osip Sacharow und Petr
Iwanow) nach Astrachan. Im Erlaß über "die freie
Durchfahrt" heißt es: "Auf Anweisung des großen Zaren ist
es dem Ausländer ungarischer Nation Jan Splawski mit
seinen vier Leuten erlaubt, aus Moskau nach Astrachan zu
fahren. Allen Städten zwischen Moskau und Astrachan,
also Kolomna, Perejaslawl, Kassimow, Murom, Nishni
Now-gorod, Kosmodemjansk, Kasan, Samara, Saratow,
Zarizin ist es befohlen, die Komödianten ungestört reisen
zu lassen, sie auf ihrem Weg nicht zu hindern, ihnen bei
Fahrten auf Wasser- oder Landweg zu helfen und mit
entsprechenden Fahrmitteln zu versorgen. Wollen die
Komödianten sich in einer der erwähnten Städte längere
Zeit aufhalten, soll ihnen das erlaubt werden, und sie sollen

                             24
in guten Gasthäusern untergebracht werden ...." (ZSAaA.
F.40, S.1, B.4) Siehe 1699, 1701, 1702, Vgl.1750.

   Am      28.     August      reichen   die   preußischen
Staatsangehörigen Samojla Elidow, Christofer Gerke und
Paul Kozinski eine Bittschrift ein, in der sie um eine
Reiseerlaubnis bitten, da sie "auf Befehl des großen Zaren
nach Kleinrußland fahren sollen, um in kleinrussischen
Städten Komödien zu zeigen". Offenbar verhinderte etwas
Samojla Elidow im letzten Augenblick mitzufahren.
Jedenfalls stand es in der von seinen Landsleuten er-
haltenen Reiseurkunde. "Aus Moskau reisen Ausländer
von dem Preußischen Boden, um Komödienstücke zu
zeigen. Ihre Namen sind Christofer Gerke, Paul Kazinski
und der Russe Iwan Iwanow... In welche Stadt sie auch
kommen, sollen sie ungestört ihre Komödien zeigen... Für
Komödienspiele sollen ihnen Gasthäuser zur Verfügung
gestellt werden... Wenn sie zu dem Hof des kleinrussischen
Getman Iwan Masepa kommen, soll ihnen bei der weiteren
Reise nach kleinrussischen Städten geholfen werden, in
denen sie so lange bleiben und ihre Komödien spielen
sollen, wie es ihnen beliebt." (ZSAaA, F.139, S.6, B.2-3).

                      1701
    Anfang 1701 wird Jan Splawski nach Polen geschickt,
um dort "Komödianten" in Dienst zu nehmen. In seiner
Reiseurkunde heißt es: "Auf Befehl des Großzaren und
Großfürsten von ganz Groß-, Klein- und Weißrußland Petr
Alexejewitsch ist es dem ungarischen Ausländer Iwan
Splawski erlaubt, Moskau zu verlassen und über die
litauische Grenze zu reisen, um einen Auftrag des Zaren zu
erfüllen. Die Behörden in Moskajsk, Wjasma, Dorogobush

                           25
und Smolensk sollen ihn ungehindert reisen lassen".
(ZSAaA, F.40, S.1, B.4).

   Im Dezember kommt Jan Splawski aus Polen
unverrichteter Dinge zurück und erklärt seinen Mißerfolg
in einem Schreiben an das Außenamt folgenderweise: "Jan
Splawski wurde auf Befehl seiner Majestät des Zaren nach
Polen geschickt, um dort Komödianten zu finden. Ich habe
überall nachgefragt, niemand wußte etwas, bis man mir
endlich den Namen des Puppenspielers Gordon nannte, der
wegen Mord mit Peitschenhieben bestraft worden war." In
einem anderen Dokument heißt es: "Komödiant Jan
Splawski, der auf Befehl des Großzaren nach Polen in die
Stadt Gdansk geschickt wurde, um dort Komödianten in
Dienst zu nehmen und nach Moskau zu bringen, berichtet,
daß er dort einen Puppenspieler fand, der Gordon hieß, und
ein aus Moskau geflüchteter Hauptmann war. Dieser
Gordon wurde vor kurzem wegen Mord gefoltert. Da
Splawski keine Anweisung des Zaren hatte, wie er in
diesem besonderen Fall zu handeln hatte, wagte er nicht,
den Flüchtling festzuhalten." Auf diesen Bericht folgte bald
die Verfügung: "Splawski zu verhören, um zu erfahren,
was für eine Person der erwähnte Flüchtling Gordon war,
welchen Dienstgrad er hatte, was sein richtiger Name war,
wie alt und wie groß von Wuchs er war, welche besonderen
Zeichen er hatte und wofür er gefoltert wurde." (ZSAaA,
F.139, S.7, B.6; S.8, B.2-3) Siehe 1699, 1700, 1702.

                     1702
  Auf Befehl des Zaren sollten am 23. Februar "der
Beamte des Außenamtes Sergej Lapunow und der
Komödiant Iwan Splawski nach Gdansk geschickt werden,

                            26
um dort den Komödianten Johann Kunst mit Genossen,
insgesamt 8 Personen, anzuwerben und nach Moskau zu
bringen". Die beiden Gesandten hatten "tausend Jefimki
aus dem Schatz des Zaren mit, als Lohn für die anzuwer-
benden Komödianten". Sie hatten auch eine Zaren-
Urkunde mit, die "den aus Moskau geflüchteten Dieb und
Mörder Hauptmann Gordon" betraf. (ZSAaA, F.139, S.8,
B.1,2).

   Am 27. Februar verließen Lapunow und Splawski
Moskau und kamen am 25. März nach Gdansk. (Siehe: L.
Starikowa "Das Theaterleben des alten Moskaus",
M.1988, S.85).

   Am 12. April wurde ein Kontrakt mit Johann Kunst
abgeschlossen. Ihm und Nataniel Schacht wurden 1000
Reichstaler ausgehändigt, wovon die Quittungen zeugen
mit der Unterschrift des Notars der Stadt Stolzenberg.
(ZSAaA F.139, S.10, B.62,63).

   Die Komödianten reisten über Warschau, Lublin,
Wladimir, Kiew, Kaluga und kamen am 10. Juni nach
Moskau.
   Offenbar sofort nach der Ankunft schreibt Kunst eine
Anzeige gegen Splawski: "Die große Feindschaft zwischen
Splawski und dem Beamten Sergej hätte mich mehrmals
beinahe veranlaßt zurückzukehren... Splawski schimpfte
Sergej einen Lausebeamten, und Sergej erwiderte,
Splawski sei kein Hauptmann, er sei nur ein
Puppenspieler... Splawski hatte eine Hure mitgebracht, und
das Benehmen der beiden war so unverschämt, daß ich es
nicht einmal zu beschreiben wage... In Kiew hat er
Bürgermeister und Räte, die 60-70 Jahre alt waren, wie
kleine Jungen mit Peitsche geprügelt, und sie duldeten das,
                            27
weil er alle meine Leute Generale und Obersten nannte.
Wir fürchteten, daß die Leute die Geduld verlieren, böse
werden und uns alle schlagen würden... In Kaluga hat er
meine Frau Hure geschimpft, so daß alle meine Leute
empört waren... Überall nannte er sich den Chef über alle
Komödianten, die er angeblich auch versorge und bezahle,
wodurch er die Ehre seiner Majestät des Zaren beleidigte.
Er kann auch weder schreiben, noch lesen, und hat einen
eigenwilligen dummen Kopf." (ZSAaA, F.139, S.8, B.10-
11) Siehe 1699, 1700, 1701.

                     1709
   Im Dezember schildert der dänische Gesandte Just Jul
seine Eindrücke über eine Lichtvorstellung, die in Moskau
am Vorabend des neuen Jahres 1710 stattfand: "Um 10
Uhr begann ein sehr kunstvolles und schönes Feuerwerk.
Das Merkwürdigste da-ran war folgende Allegorie: auf
zwei Säulen strahlte je eine Krone, dazwischen bewegte
sich ein flammender Löwe; der Löwe berührte zuerst eine
Säule, und die neigte sich, als würde sie bald fallen. Dann
erschien ein feuriger Adler, er schwebte eine Weile in der
Höhe, dann kam aus ihm eine Rakete, sie traf den Löwen,
der brennende Löwe zersprang in Stücke und verschwand;
inzwischen richtete sich die vom Löwen geneigte Säule auf
und stand wieder aufrecht." (Zitiert nach N. Molewa "Die
Moskauer Mosaik" M.1971, S.27).

                     1710
   Im Februar hat die Moskauer Slavisch-Griechisch-
Lateinische Akademie zur Feier des Sieges von Poltava
eine panegyrische Vorstellung gegeben zu Ehren "des
                            28
Großzaren     und      Großfürsten,     Selbstherrschers,
Triumphators Petr Alexejewitsch".

   In dieser Vorstellung traten ein hinkender Schwede
(eine Anspielung auf Karl XII.) und der Verrat (der
Verräter Masepa) auf. Im zweiten Teil der Vorstellung
erschienen an einem besonderen Schirm allegorische
Schattenbilder. Die Zuschauer sahen, wie "der russische
Adler den hinkenden Löwen (im schwedischen Wappen
gibt es eine Löwenfigur) und dessen Jungen jagt. Die
Jungen konnte er mit Gottes Hilfe fangen, der Löwe aber
flüchtete" (Zitiert nach W. Wsewolodski-Gerngroß "Das
russische Theater vom Beginn bis zu der Mitte des 18.Jh."
M.1957, S.136).

                    1716
   Der Staatsangehörige von Hannover F.H. Weber, der
nach Spuren der Kriegsgefangenen des russisch-
schwedischen Krieges suchte, die in Rußland geblieben
waren, berichtet unter anderem: "Ein bekannter Leutnant
aus Bremen, der sich im kalten Winter vor Poltava eine
schwere Krankheit zugezogen hat und kein Handwerk
konnte, gründete in Tobolsk ein Puppenspiel, zu dem eine
große Menge Stadtbürger kommen, die nie etwas ähnliches
gesehen haben." (RA, 1872, Heft 7, S.1399-1400).




                    1723


                           29
    Die "fliegenden Maschinen" (bewegliche Figuren)
wurden oft im Feuerwerk verwendet. "Der Kurpidon im
Moskauer Feuerwerk 1723 war eine solche Maschine. Der
Heilige Georg flog nach dem Sieg über den Drachen in die
Höhe... Im Feuerwerk, das zu Ehren von Gonzago
veranstaltet wurde, flogen zwei funkelnde Adler, ein
weißer und ein schwarzer, sie setzten sich auf eine Tanne,
zündeten sie an und sie flog in die Höhe. Man schuf eine
Illusion der Bewegung, indem man einzelne Teile des
Feuerwerks nacheinander aufflammen ließ. Gruppen von
Figuren kämpften miteinander, mit Feuerspeeren, -degen
und -pfeilen schlugen sie sich und vernichteten sich".
(Zitiert nach L.A. Sofronowa "Die Poetik des slavischen
Theaters 17.-18. Jh." M.1981, S.65).

                      1731
   In den Städten Deutschland spielte man eine
Puppenvorstellung unter dem Titel: "Wechsel von
glücklichen und unglücklichen Ereignissen im Leben von
dem ehrbaren Alexej (?) Danilowitsch Menschikow, dem
großen Günstling, Minister des Staatsrates und
Generalissimus des Zaren Peter I., zur Zeit Welisarius, ge-
stürzt von der Höhe des Glücks in die Tiefe des Unglücks.
Es spielen dabei auch der Hanswurst, ein Kuchenverkäufer,
ein Kochlehrling und lustige sibirische Wilddiebe." (Zitiert
nach: Ch. Magnin "Die Geschichte der Marionetten
Europas vom Altertum bis zu unserer Zeit". Manuskript
einer Übersetzung. S.201).

                     1733


                            30
    Am 18. April geschieht laut Erlaß der Zarin Anna
Johanowna eine Übergabe "des Theaters mit allem
Zubehör, das früher italienischen Musikern gehörte und zur
Zeit von dem Architekten Jakow Brocket und seiner Frau
aufbewahrt wird". Im "Verzeichnis der Kleider und
Instrumente des italienischen Theaters" heißt es unter
anderem: "vier kleine Puppentheater" (der Beamte, der das
Theater übernimmt, macht zu dieser Zeile folgende
Bemerkung: "sind aus Holz gemacht, mit grauem Papier
beklebt, an vielen Stellen moderig".) "Viele Figuren sind
bemalt" (die Bemerkung dazu: "auch gemalte Figuren auf
Leinwand; Mond, Sonne, Sterne und andere Dinge. Vieles
ist moderig".) (ZSAaA, F.1239, V.3, S.41122, B.145148).

   In dem Artikel "über Theaterspiele oder Komödien und
Tragödien", der in drei Heften der "Beilage zu den Sankt-
Petersburger Nachrichten" gebracht wurde, wird auch über
Puppenspiele berichtet: "Zu Schauspielen gehören auch
Puppenspiele, in denen nicht lebende Personen, sondern
Puppen spielen. Die Puppen sind so kunstvoll angefertigt,
daß man sie mittels feiner Drähte nach allen Seiten wenden
kann, und auf solche Weise können sie alle Bewegungen
des menschlichen Körpers nachahmen. Obwohl die Reden
der Puppen von Menschen gesprochen werden, die da
hinten unsichtbar sind, stört das nicht, weil das wegen der
Entfernung nicht auffällt. Man muß zugeben, daß solche
Puppenspiele eine große Freude und Bewunderung der
Zuschauer hervorrufen, wenn auch die Eindrücke beim
normalen Theaterschauspiel stärker sind. Daher kann man
mittels der Puppen oft Handlungen zeigen, zu denen
lebende Personen nicht fähig sind. Man kann z.B.
sonderbarste Gestalten, Mißgeburten, Mordtaten und
ähnliches vorstellen, was lebende Schauspieler nur mit

                            31
großer Mühe machen könnten. Allein die Kunst und
Meisterschaft, mit der man leblose Figuren das Wesen der
Dinge zeigen läßt, versetzt den Zuschauer in Erstaunen,
was an und für sich sehenswert ist.
    Manche Nachahmungen des Theaterspiels erreicht man
durch bloßen Schatten, der aus einem dunklen Raum auf
ein mit Öl getränktes Papier geworfen wird. Und obwohl
die auf solche Weise entstandenen Figuren nicht reden,
versteht man doch, was gemeint wird. Mittels des Schattens
werden viele wundersame Dinge dargestellt, die im
gewöhnlichen Theaterspiel kaum so gut gezeigt werden
könnten.
    Im stummen Schattenspiel erscheinen manchmal auch
lebende Personen, dabei versteht man die Geschichte durch
Zeichen und Körperbewegungen. In diesen Schauspielen
sind kunstreiche Tänze und schöne Musik die Hauptsache,
die alles besonders sehenswert macht".
.... "Noch schlechtere Komödianten streichen bald hier,
bald dort, besonders oft kommen sie auf die Jahrmärkte,
wo gemeines Volk sich an ihren unanständigen Spielen
amüsiert".
 ( Nr.45, 5. Juni, S.179-184).
    Johann Christopher Siegmund mit Frau kommen nach
St.-Petersburg und kündigen an, daß sie "in der Straße
Bolschaja Morskaja unter dem Schild 'Schaupuppen' eine
sehenswerte Komödie spielen werden: über das Vergehen
der Vorfahren Adam und Eva, wobei Himmel, Hölle und
Paradies mit verschiedenen Tieren und Vogelgesang
gezeigt werden."
    Außerdem wurden im Theater von Siegmund folgende
Vorstellungen gespielt: "Über den unschuldigen Joseph";
"Die Kreuzigung Christi", "bei der neun Figuren mit
Augen und Händen Bewegungen machen, und man sieht
das nicht durch eine Glasscheibe, sondern direkt"; "König
                             32
Agaspher und Königin Esther"; "Leben und Tod von Don
Juan oder der Spiegel einer unglückseligen Jugend";
"Leben und Tod der Märtyrerin Dorothea"; "König Ad-
meth und der große Herkules"; "Prinz Florin und die
schöne Banzeforia". (Bericht der Kaiserlichen Öffentlichen
Bibliothek vom Jahr 1868. S.-P.1869, S.205-206) Siehe:
1737, 1744, 1749.

                  1734
    Am 15. April beobachtet das Akademiemitglied
Gmelin eine Osternvorstellung in Tobolsk. In seinem
Kommentar dazu schreibt W.N. Peretz: "Das war ein
allegorisches in Versen geschriebenes Stück über Adam, in
dem der Teufel eine komische Rolle spielte.


   Offenbar waren es Reisegefährten von Geistlichen, die
auch den Wertep in die Tiefe des fernen Sibiriens brachten,
und wir finden ihn heute selbst in Irkutsk. Es gab ihn in
Irkutsk schon in der ersten Hälfte des 18. Jh. ...
    Der Wertep wurde von Seminaristen von Haus zu Haus
getragen und gegen eine Bezahlung gezeigt. Der Preis war
von 5 bis 30 Kopeken, je nach der Zahl der spielenden
Puppen, und es war deren gewöhnlich 30 bis 60. Besonders
hoch geschätzt waren die Teufel, ihre Zahl bezeichnete
man besonders." (Zitiert nach W.N. Peretz "Puppentheater
in Rußland". S.-P. 1895, S.74).

   Die Rechnung betr. Geldausgaben für "kleine Einkäufe
für Opern, Komödien, Intermedien und Tänze", die im
Laufe des Jahres Avolio führt, sieh am         18 Mai
folgendermaßen aus:

                            33
   "Die Komödie 'Tartanen':
Zwirn und nötige Instrumente    - 1 Rubel 44 Kopeken;
Riesenmasken                   - 3 Rubel 50 Kopeken;
Maske des Affens und zwei
Brüste aus Alabaster            - 1 Rubel 50 Kopeken;
zwei Riesenkleider             - 3 Rubel 50 Kopeken.

Am 20. Mai: Hoher Hut für Pulcinella - 1 Rub. 50 Kop.
Am 25. Mai: Masken für Arlekine      - 3 Rub. 75 Kop.
Am 28. Mai: Anfertigung eines Pferdes - 1 Rub. 50 Kop.
Am 30. Mai: Zwei Köpfe aus hohlem Holz für die
russische Komödie über zwei philosophische Personen
- 30 Kop. Zwei Blechröhren für Flammen - 50 Kop. Papier
für die Köpfe versch dener Tiere - 60 Kop." (ZSAaA,
F.1239, V.3, S.51846, B. 145-160).

   Im Dezember schreibt S.P. Krascheninnikow in sein
Tagebuch: "Im Laufe der zehn Tage nach den
Weihnachten wandern die Mönche des Klosters, das nicht
weit entfernt von der Stadt Jenissejsk liegt, mit einem
Wertep, der folgenderweise gemacht ist: oben ist ein
Wohnraum mit viereckigen Fenstern, drin ist ein Bild der
Gottesmutter, die auf einem Stuhl sitzt und Christus auf
dem Schoß hält. Über Christus schwebt der Heilige Geist in
Gestalt einer Taube. Rechts steht ein Tisch, und darauf
liegen die Gaben der persischen Könige: Gold, Weihrauch
und Myrrhe. Links ist ein Bild von Joseph, dem Beschützer
der Gottesmutter, er stützt sich auf einen Stab. Nicht weit
von ihm steht eine Krippe mit Heu. Die Gesichter von
Gottesmutter, Kind und Joseph sind sehr gut dargestellt. In
einem anderen Raum unten sieht man ein Papierrad, das
von der Kerzenflamme bewegt wird und sich dreht. Es ist
von einem Papierkreis umgeben, worauf ein vergoldeter
                             34
Stern klebt. Hinter dem Stern sind die drei berittenen
Könige, hinter ihnen die Hirten und verschiedene Tiere.
Sowohl die Gesichter, als auch die Kleider von allen sind
mit Farbe bemalt. Der Kreis und das Rad drehen sich un-
unterbrochen, solange die Kerze brennt. Der ganze Wertep
ist aus Papier geschnitten und zusammengeklebt. Draußen
sieht er wie ein Turm aus. Der untere Raum ist breiter als
der obere. Ganz oben hat der Wertep die Form eines
Turmes und ist rot gestrichen. Die Leute, die den Wertep
tragen, singen sehr schön. Man sagt, daß der Erfinder
dieser Figur ein Mönch Filaret war, der früher im Kloster
lebte."     (S.P.    Krascheninnikow       in    Sibirien.
Unveröffentlichte Manuskripte. M.L. 1966, S.57-58).

                    1735
   Die "Komödie über Joseph" spielten dramatische
Schauspieler, aber der Traum von Joseph wurde an einem
Schirm aus Leintuch dargestellt. Mittels Silhouetten zeigte
man die sieben fetten und die sieben mageren Kühe und die
Ernteszenen "wie man erntet, wie man drischt, in die
Scheune trägt, und Joseph heimlich zusieht. Man konnte an
dem Schirm auch sehen, wie die Garben der Brüder, des
Vaters und der Stiefmutter sich vor seiner Garbe
verneigten; über der Leinwand sah man Himmel und elf
Sterne, und die Sonne neigte sich mit ihren Strahlen zu
seinen Füßen." (Zitiert nach: W. Wsewolodski-Gerngroß
"Das russische Theater vom Beginn bis zur Mitte des 18.
Jh." M. 1957, S.159).



                 1737
                            35
   In dem Mitgliederbuch der Gemeinde der Kirche der
Gottesmutter von Rshew in Moskau heißt es, daß in der
Poworskaja Straße in einem eigenen Haus der Komödiant
Petr Ossipow (25 Jahre alt) und mit ihm "seine Mutter die
Witwe Matrena (55), sein Bruder Ilia (12), seine Frau Irina
(17), seine Haushilfe Katerina (60) leben." (ZSMAM
F.203, V.747, S.2, B.934*) Hier und weiter bezeichnet *
die Dokumente, die L.M. Starikowa gefunden und zum
größten Teil veröffentlicht hat. Siehe: L.M. Starikowa
"Das Theaterleben von Moskau in der Mitte des 18. Jh."
"Kulturdenkmäler. Neue Entdeckungen". 1986. L. 1987.
Siehe: 1745, 1746, 1750, 1751, 1753, 1754, 1755, 1756,
1757, 1760.

                 1742
   Am 14. August wurde in der Kanzlei des Moskauer
Polizeimeisters ein Befehl des Regierenden Senats in
Sachen des Komödianten Johann Christopher Siegmund
betrachtet. "Laut Erlaß Ihrer Kaiserlichen Majestät sollte
Siegmund mit Frau ein Grundstück in Moskau in der
Nowo Basmannaja Straße bekommen von einer Größe 50
x 30 Sashen für den Bau eines Hauses, in dem Komödien
gespielt werden könnten". In Erfüllung des Befehls wurde
beschlossen, "dem Architekten Blank das betreffende
Grundstück besichtigen und einen Plan machen zu lassen."
(ZSAaA, F.931, V.3, S.358, B.40-41*).

   Am 11. September wurde im Journal der Hauptkanzlei
des Petersburger Polizeimeisters folgende Notiz gemacht:
"Betr.: Befehl des Regierenden Senats über die
Zurverfügung-stellung eines leeren Grundstücks in der
Morskaja Straße auf der Admiralitätinsel an den

                            36
Komödianten Johann Christopher Siegmund für den Bau
eines Komödienhauses und über die Aushängung der
Dokumente, die den Besitz des Bodens bestätigen.
Beschlossen: An die St.-Petersburger Polizei soll
entsprechende Anweisung geschickt werden, eine Kopie
der Anweisung soll an die Hauptpolizei gehen, die
Erfüllung des Befehls soll sofort gemeldet werden, ein
Rapport über die Erfüllung soll an die Hauptpolizei
übergeben werden." (ZSAaA F.931, V.3, S.359, B.41*).

   Am 15. September betrachtet der Regierende Senat die
Bitte Siegmunds um ein Privileg. Im Protokoll heißt es:
"Betr.: Bittschrift des ausländischen Komödianten
Christopher Siegmund. Befohlen: der Komödiant
Siegmund darf in Riga, Reval, Narwa und Wyberg
Komödien in gemieteten Häusern spielen. Was die
Grundstücke für den Bau von Komödienhäusern in
Moskau und St.-Petersburg betrifft, ist die Sache schon
beschlossen. Auch dafür soll er ein Privileg bekommen".
(ZSAaA, F.248, V.35, S.2207, B.201-202*).

   Am 28. Oktober betrachtet der Regierende Senat wieder
die Bitte von Siegmund um ein Grundstück für
Theaterbau. "Siegmund wünscht ein Grundstück auf die
Brandstelle der Admiralitätinsel, und er will dort ein Haus
aus Holz bauen. Laut Erlaß der verstorbenen Kaiserin
Anna Johanowna von 1738 aber ist es nicht erlaubt, dort
Holzhäuser zu bauen, sondern es sollen nur Steinhäuser
sein. Deshalb kann die Bitte des Komödianten ohne
besondere Verfügung von höherer Stelle nicht erfüllt
werden. Der Komödiant soll das Grundstück in der
Morskaja Straße bekommen, wie es früher hieß." (ZSAaA,
F.248, V.35, S.2208, B.456 *) Siehe: 1733, 1744, 1749.

                            37
                      1743
   Im Oktober "gibt der Komödiant Martin Nierenbach in
Petersburg jeden Montag und Donnerstag am Nachmittag
italienische Marionettenkomödien. Es spielen zuerst
Figuren und dann lebende Personen, so daß die Zuschauer
sehr viel Spaß haben werden" (SPN 83, 17. Okt., S.628).

                      1744
   In der ersten Hälfte des Jahres reicht Siegmund eine
Beschwerde an den Regierenden Senat ein, in der er über
ein Unrecht klagt, das ihm geschehen ist. Am 17.
September 1742 habe man ihm ein Privileg gegeben und
auch mündlich mitgeteilt, daß Ihre Kaiserliche Majestät
ihm, ihrem ergebenen Sklaven, ihre Hilfe und
Unterstützung versprochen hätte. Er hoffe auch auf die
Unterstützung des Senats. Nach dem Erhalt der Erlaubnis
Ihrer Majestät habe er sehr viel Geld ausgegeben, und viele
Verluste erlitten, um am 22. Oktober 1742 das
Komödienhaus in Riga fertig gebaut zu haben. Er habe in
fremden Ländern nach Komödianten gesucht und während
seiner Reisen viele Schulden gemacht. Und er habe gehofft,
er würde am Ende Früchte seiner Bemühungen ernten und
seine Armut loswerden. Aber seine böswilligen
Angestellten hätten den am 30. Januar 1743 abge-
schlossenen Vertrag verletzt und sich ihm gegenüber
unehrlich und bösartig verhalten, so daß er gezwungen sei,
um Hilfe zu bitten. Sie wollten, sobald er weggefahren ist,
in Riga allein ohne ihn Komödien spielen. Und sie
prahlten, sie hätten hohe Patrone, die sie unterstützen
würden. Da aber Ihre Kaiserliche Majestät nur ihm das
Privileg gegeben habe, bitte er, ihn vor dem Unrecht zu
                            38
schützen, und den Erlaß Ihrer Majestät nicht verachten zu
lassen. (ZSAaA, F.248, S.5440, B.278).

   Am 22. August schickt der Rigaer Gouvernementsrat
von Fitinhof einen Bericht an den Regierenden Senat, in
dem es heißt: Die Klage Siegmunds sei unbegründet, in
seiner Abwesenheit seien keine Komödien gespielt worden,
zwar hätten seine Mitarbeiter versucht, zu spielen, sie
hätten dazu aber keine Erlaubnis vom Gouvernementsrat
erhalten; Siegmund sei kein Unrecht geschehen; vielleicht
meine er als Unrecht, daß es ihm verboten wurde, ein Bild
Ihrer Kaiserlichen Majestät an die Tür seines
Komödienhauses anzubringen. Das Bild Ihrer Kaiserlichen
Majestät dürfe man aber nur an öffentlichen Häusern, die
dem Staat gehören, anbringen. Ein solcher Komödiant wie
Siegmund möge alle möglichen Personen niedrigen und
hohen Ranges darstellen, er solle aber nicht vergessen, daß
er nur ein Hanswurst und Puppenspieler sei, der ein
kaiserliches Privileg bekommen hat; er sei ständig auf
Reisen, gehöre richtig zu keinem Land, und nach Regeln
und Gepflogenheiten dieses Landes sei er nichts anderes als
Pack und Gesindel... Für seine verleumderische Klage soll
er vom Regierenden Senat bestraft werden...... (ZSAaA,
F.248, S.5440, B.272-274).

Zwanzig Jahre später steht in dem Journal des Regierenden
Senats: "Betr.: den Bericht der Lifländischen
Gouvernementskanzlei vom 4. September 1744 über die
Bestrafung des Komödianten Siegmund für die
Beleidigung    des     Regierungsrats      von     Fitinhof.
Beschlossen: den Bericht in das Archiv aufzugeben, da der
oben erwähnte von Fitinhof gestorben ist, und es unbekannt
ist, um was für einen Siegmund es geht und wo er sich

                            39
befindet." (ZSAaA, F.248, S.5440, B.279) Siehe: 1733,
1737, 1749.

                   1745
   Ab 4. Januar zeigt in der Bolschaja Morskaja Straße ein
unbekannter Puppenspieler jeden Montag, Mittwoch und
Freitag um 7 Uhr "Komödien mit Puppen". Die
Vorstellungen dauern bis Ende Februar. (S.-P. Nachrichten
Nr.2, 8.1.1745, S.15; " Nr.15, 22.2., S.120).

   Am 1. April ist im Journal der Kanzlei des Moskauer
Polizeimeisters ausführlich die Geschichte darüber
niedergeschrieben, wie die Mutter des Komödianten Petr
Jakubowski den polnischen Pelzmantel der Frau des
Soldaten des Semenowski Leib-Garderegiments Kamenew
gestohlen hatte und ihn verkaufen wollte und wie der
Komödiant Jakubowski verprügelt wurde, Zeter- und Mor-
dio schrie und auf die Polizei zur Untersuchung gebracht
wurde. (ZSAaA, F.931, V.390, B.46 *) Siehe: 1737, 1746,
1750.

                      1746
   Am 3. Februar untersucht die Moskauer Polizei die
Ereignisse im Hause des Komödianten Petr Jakubowski.
Dort wurde von einem Untermieter eine Frau beinahe
totgeschlagen. Es stellte sich heraus, daß im Hause mehrere
Frauen aus verschiedenen Familien unerlaubterweise
wohnten, die dann bei der Polizei aussagten, daß sie in das
Haus von Jakubowski kamen, um Puppenspiele zu sehen.
Die Frauen und Jakubowski sollten Geldstrafe bezahlen.

                            40
   Im April richtete der Großfürst Petr Fedorowitsch "in
einem Zimmer seines Hauses ein Puppentheater ein, in das
Gäste und sogar Damen eingeladen wurden. Diese
Vorstellungen waren eine große Dummheit. Im Zimmer,
im dem gespielt wurde, war eine Tür verschlossen und
verhangen, da sie in die Gemächer der Kaiserin führte".
("Das Tagebuch der Kaiserin Katarina II." M.1990,
S.38,39).

                     1748
   Am 5. Dezember reicht der Ausländer Iwan Petr
Gilferding "mit Genossen" ein Gesuch an die Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters folgenden Inhalts ein: "Laut dem
Privileg, erhalten von Ihrer Kaiserlichen Majestät, besitzt
er in der Staro-Basmannua Straße ein von ihm gebautes
Komödienhaus, in dem in Anwesenheit von vornehmen
Personen und anderer Leute Komödien gespielt werden.
Die Diener der Herren, die zum Spiel kommen,
versammeln sich dabei in Gruppen und treiben Unfug. Sie
versuchen mit Gewalt hereinzukommen, ohne Eintritt zu
bezahlen, sie schlagen Türen ein, raufen sich. Die
Raufereien werden manchmal direkt gefährlich, und es
könnte zum Totschlag kommen. Sie brechen von der
Freitreppe des Komödienhauses Holz ab und machen
Feuer, weshalb auch das Haus und die ganze Straße in
Feuer geraten könnten. Gott bewahre! Laut Gesetz und
Privileg erwarte er, daß die Polizei ihm zu Hilfe eine
Polizeimannschaft schicke..." (ZSAaA, F.931, V.3, S.431,
B.45 *) Siehe: 1749, 1750.

                      1749

                            41
   Am 14. Januar kommt in den Regierenden Senat von
der Rigaer Gouvernementskanzlei ein Rapport mit Bitte
um Anweisung in folgender Sache: Laut Erlaß Ihrer
Kaiserlichen Majestät vom Jahre 1744 ist es dem
Komödianten Johann Christopher Siegmund erlaubt, in
Moskau, St.-Petersburg, Narwa, Reval und Riga Ko-
mödien zu spielen und als freier Komödiant zu gelten;
außer diesem Siegmund mit Frau und Truppe darf niemand
mehr dieses Privileg haben. In den erwähnten Städten soll
niemand zum Spielen zugelassen werden. Es kommt aber
in die Lifländische Gouvernementskanzlei ein Komödiant
namens Gottlieb Migneu aus Braunschweig... Die Frau von
Siegmund hätte an ihn und seine Truppe das Recht zu
spielen abgetreten unter der Bedingung, daß er ihr jährlich
so und so viel Taler zahle, und sie hätte         das auch
schriftlich bekräftigt. (ZSAaA, F.248, V.39, S.2431,B.13).

    Weiter wurde erklärt, daß Siegmund, der "in Riga mit
Frau und Kindern etwa 6 Jahre lang lebte", gestorben ist,
seine Frau aber einen russischen Offizier außer Dienst
geheiratet hat.
   Am 23. Februar kam nach Lifland der Befehl, dem nach
Riga angekommenen Komödianten Gottlieb Migneu mit
der Truppe soll es verboten werden, Komödien zu spielen.
(ZSAaA, F.248, V.39, S.2531, B.12) Siehe: 1733, 1737,
1744.

   Am 29. März heißt es im Journal der Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters: "In der vorigen Woche entstand
in dem deutschen Komödienhaus am Roten Tor Streit und
Schlägerei zwischen den Bojarendienern, den Komödianten
und der Wache. Die Anstifter sind zwar festgestellt und
bestraft, es besteht aber die Gefahr, daß das Dienstvolk, das
in das Komödienhaus kommt, um seine Herren abzuholen,
                               42
wieder Streit und Schlägerei anstiften könnte. Um das nicht
zuzulassen, soll nach der Ansicht der Hauptpolizei sofort
eine Mannschaft aus Armeeregimentern dorthin
abkommandiert werden". (ZSAaA, F.931, V.3, S.434,
B.228 *).

    Am 12. Oktober betrachtete der Regierende Senat die
Frage über "das Gewähren dem Komödianten Pantalone
des Privilegs, Komödien und Operetten vorzustellen". In
der Bittschrift von Pantalone Petr Gilferding heißt es: "Ihre
Majestät Kaiserin Elisaweta Petrowna gewährte in ihrem
Erlaß von 1742 dem Komödianten Johann Christopher
Siegmund das Privileg, in Moskau, St.-Petersburg, Narwa,
Reval, Riga und Nyborg Komödien zu spielen. Im Jahre
1747 starb der erwähnte Siegmund, seine Frau heiratete
einen Offizier, der nicht imstande ist, die Komödie zu un-
terhalten, und mit Erlaubnis der Witwe Siegmunds mache
ich das. Ich bezahle alle Ausgaben mit meinem Geld,
unterhalte das Komödienhaus, bezahle die Komödianten,
was viel Geld verlangt, so daß ich von Außenstehenden
borgen muß... Ich bitte Ihre Kaiserliche Majestät mich zum
Direktor der genannten deutschen Komödiantentruppe
machen zu lassen und mir das Privileg zu gewähren, in
allen oben erwähnten Städten Komödien spielen zu
dürfen." (ZSAaA, F.248, S.2531, B.498-499).

   Im Journal der Protokolle des Regierenden Senats steht
der Vermerk: "Der Beschluß zu der Frage des Gewährens
des Privilegs, Komödien zu spielen, an den Leiter der
deutschen Truppe Pantalone Petr Gilferding, welches
Privileg früher dem verstorbenen Siegmund gehörte, ist
apart niedergeschrieben."      (ZSAaA, F.248, V.39,
S.2546,B.225 *).

                             43
    In der aparten Niederschrift hieß es: Ihre Kaiserliche
Majestät Elisaweta Petrowna, die Selbstherrscherin
Rußlands, habe in Antwort auf die Anfrage des
Regierenden Senats betr. Bittschrift des Leiters der
deutschen Komödiantentruppe Pantalone Petr Gilferding
entschieden: da der ehemalige Direktor der Truppe
Siegmund gestorben ist, und die Truppe ohne Direktor
geblieben ist, und da sie zur Zeit der genannte Pantalone
Gilferding leitet und dafür einen Teil des Gewinns an die
Frau Siegmunds zahlt, die einen Offizier geheiratet hat, soll
der Senat dem genannten Gilferding das Privileg gewähren,
das früher dem verstorbenen Siegmund gehörte, die Frau
Siegmunds aber soll von nun ab keinen Anteil an dem
Gewinn heben. (ZSAaA, F.248, V.39, S.2546, B.258 *)
Siehe 1748, 1750. Vgl. 1733, 1737,1744.

   In Petersburg wurde 1745 " in der Morskaja Straße ein
Komödienhaus, das einem freien Komödianten gehörte"
und eine Komödiantenscheune an der Blauen Brücke
gebaut, in welchen Puppenkomödien ab 1749 gespielt
werden".     ("Die   historische,  geographische    und
topographische Beschreibung von St.-Petersburg von der
Zeit der Gründung 1703 bis 1751. Verfaßt von
G.Bogdanow." (S.-P., 1779, S.137).

                      1750
   Am 15. März unterbreitet der Generalstaatsanwalt
Trubetzkoj der Kaiserin Elisaweta Petrowna den Rapport,
in dem er sie daran erinnert, daß sie am 12. Oktober und 6.
Dezember 1749 ihm die mündliche Anweisung gegeben
habe, "Punkt 1: dem Leiter der Komödiantentruppe
Pantalone Gilferding das Privileg des Senats zu geben, das

                             44
früher dem verstorbenen Siegmund gehörte." (ZSAaA,
F.17, S.322, B.6-7).

   Am 20. März steht im Journal der Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters geschrieben, daß auf Anweisung
der    Hauptpolizei   dem     Leiter    der    deutschen
Komödiantentruppe Pantalone Petr Gilferding bei
Vorstellung von Komödien und Opern laut des Kaiserli-
chen Privilegs keine Hindernisse und Verbote gemacht
werden dürften. (ZSAaA, F.931, V.3, S.44g, B.144 *)
Siehe 1748, 1749.

   Im     Juni     kommt       in    die     Kanzlei     des
Generalrevisionsamtes des Moskauer Gouvernements
folgender Bericht von der Kanzlei des Revisionsamtes der
Provinz: Im Oktober vorigen Jahres sei in die genannte
Kanzlei der Puppenkomödiant Petr Ossipow Jakubowski
mit einem Schreiben aus der Haupt-polizeimeisterkanzlei
geschickt worden zur Untersuchung und gesetzesmäßigen
Registrierung, da er erklärt habe, er sei polnischer Nation.
Am selben Tag habe Jakubowski bei einem Verhör in der
Kanzlei des Revisionsamtes des Moskauer Gouvernements
ausgesagt, sein Großvater Sacharej und sein Vater Ossip
Jakubowski seien Einwohner der Stadt Witebsk und Polen
katholischen    Glaubens       gewesen;     während      des
schwedischen Krieges seien sie in Litauen gefan-
gengenommen und nach Moskau gebracht worden; der
Vater habe dann eine Russin, die Tochtes eines Adeligen,
Matrena Klimontowa Krasnaja geheiratet und habe sich in
den russischen Glauben taufen lassen; der Vater habe in
seinem eigenen Haus in der Poworskaja Straße gewohnt,
zu der Gemeinde der Kirche der Gottesmutter von Rshew
gehört und von einer Puppenkomödie gelebt; im selben
Haus seien seine Söhne Petr und Ilia geboren worden. Bis
                             45
heute blieben die beiden Söhne im Hause des Vaters und
lebten von der genannten Puppenkomödie; Petr sei 23
Jahre alt und Ilia sei fünfzehn; Petr sei mit der Tochter
eines Beamten verheiratet und habe von ihr einen Sohn, der
auch Petr heiße; sein Bruder sei ledig; Petr wünsche
keinem Herrn zu dienen, sondern er beabsichtige, in seinem
Haus weiter zu leben und sich von der oben erwähnten
Puppenkomödie zu ernähren; darüber habe er
entsprechende Meldung bei der zuständigen Behörde
gemacht. In dem Gesuch des Bruders, Ilia Jakubowski,
habe es aber gestanden, er wünsche in ewigen Dienst bei
der Fürstin Anna Lwowna Trubetzkaja zu treten; in einem
Gesuch der Fürstin Trubetzkaja heiße es, sie wünsche den
genannten Ilia Jakubowski in ewigen Dienst zu nehmen
und alle notwendigen Abgaben für ihn zu zahlen. (*) Siehe:
1700, 1737, 1745, 1746, 1751, 1753, 1754, 1755, 1756,
1757, 1760.

   Am 12. September reicht Petr Gilferding in St.-
Petersburg eine Bittschrift an die Kaiserin ein, in der es
heißt, daß er, der priviligierte Direktor der deutschen
Truppe Petr Gilferding, die große Kaiserin Elisaweta
Petrowna um ihre Erlaubnis in folgenden Fragen bitte:
   1. Aus Deutschen Landen sei nach Riga ein Franz Sarge
mit Truppe und gelerntem Pferd gekommen, der kuriose
Exerzitien zeige... Jetzt komme er aus Riga nach St.-
Petersburg und bitte um die Erlaubnis, diese Exerzitien
unter der Direktion von Gilferding vorstellen zu dürfen.
   2. Für die Vorstellungen von Franz Sarge sei ein Platz
an einer günstigen Stelle nötig, er habe auch schon einen
solchen Platz gefunden, nämlich in der Nähe der Apotheke
auf der Admiralitätseite. (ZSAaA, F.248, V.131, S.2299,
B.223-224 *) Siehe 1748, 1749, 1751, 1760, 1761.

                           46
                     1751
    Am 10. Januar in Moskau bittet Ilia Jakubowski, der
im Dienst der Fürstin A.L. Trubetzkaja steht, um "die
Erlaubnis im Hause des Obersten Grigori Bogdanow
Sassekin im Laufe eines Monats Puppenkomödien spielen
zu dürfen".(ZSAaA, F.931, V.3, S.456, B.53 *) Siehe:
1737, 1750, 1753, 1754, 1755, 1756, 1757, 1760.

   Im Februar erklärt Franz Sarge, der "ein gelerntes Pferd
besitzt", über seine Absicht nach Danzig abzureisen und
"bietet sein Theater, das an der Kleinen Apotheke liegt,
zum Verkauf an". Im Mai bringt die "St.-Petersburger
Nachrichten" die Information darüber, daß "Franz Sarge
mit seiner Familie und den Angestellten Peter Schenkowski
und Johann Schubert ins Ausland fährt". (Nr.11, 5.Febr.,
S.88; Nr.42, 24.Mai, S.336) Siehe: 1750, 1760, 1761.

                     1753
   Am 23. Dezember reicht Ilia Jakubowski, der bei der
Fürstin A.L. Trubetzkaja dient, ein Gesuch bei der Kanzlei
des Moskauer Polizeimeisters ein, in dem er erklärt, daß er
eine öffentliche Komödie zu spielen beabsichtige, und daß
er zu diesem Zweck einen hölzernen Raum im Hause des
Kollegienrates Wassilij Nejelow in der Nähe des Petertores
für 20 Rubel pro Jahr gemietet habe und daß er um eine
Erlaubnis für das Komödienspielen bitte, auch um eine
Wache, um Streit und Schlägereien zu verhindern.
(ZSAaA, F.931, V.3, S.487, B.231 *) Siehe: 1737, 1750,
1751, 1754, 1755, 1756, 1757, 1760.

                            47
   Am 30. Dezember ist im Journal der Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters niedergeschrieben: Am 27.
Dezember habe ihre Kaiserliche Majestät nach dem Bericht
des Generalpolizeimeisters die mündliche Anweisung
gegeben, das von den deutschen Komödianten gebaute
hölzerne Komödienhaus, das am 26. Dezember brannte,
solle nach den Feiertagen abgetragen und ein anderes Haus
an einer anderen Stelle gebaut werden, während der Feier-
tage aber solle es erlaubt werden, Komödien im selben
Haus weiterzuspielen. Gemäß dieser Anweisung solle dem
Komödianten      Werzilius     befohlen    werden,    das
obengenannte Haus abzutragen und an einer anderen Stelle
zu bauen, selbstverständlich nach den Feiertagen, und an
die Hauptpolizei ein Gesuch um Erlaubnis aufzugeben,
nachdem er einen passenden Platz für den Neubau
gefunden habe. (ZSAaA, F.931, V.3, S.480, B.295-296*)
Siehe: 1754.

                       1753-1754
    Im Lebenslauf von F.G. Wolkow, der in der
"Historische      Enzyklopädie     über     die russischen
Schriftsteller" im Jahre 1772 veröffentlicht wurde, schreibt
H.J. Nowikow über den Aufenthalt des ersten russischen
Schauspielers in der Heeresschule für Adelige und bemerkt
unter anderem, daß "Wolkow, sich besonders für Lesen,
Zeichnen und Musik interessierte und sehr viele Bücher
las, die für seine Kunst nützlich waren. In seiner freien Zeit
fertigte er ein kleines Theater an, dessen Schauspieler
Puppen waren, die er selbst gemacht hatte. Leider hatte er
nicht das Glück, sein Unternehmen bis zum Ende zu
führen". (Zitiert nach "F.G. Wolkow und das russische
Theater seiner Zeit". M.1953, S.207) Siehe: 1762, 1763.

                             48
                       1754
    Am 7. September ist im Protokoll der Kanzei des
Moskauer Polizeimeisters niedergeschrieben: betr.: die
Bittschrift des Kaufmanns Alexej Andrejew Nossow. Der
letztere besitze ein hölzernes Komödienhaus in der Nowo
Basmannaja Straße jenseits des Roten Tores, unter dem ein
Grundstück von 30 x 50 Sashen liege, und das er für
Schulden in einer Summe von 1000 Rubel vom
priviligierten Komödianten Johann Werzelius bekommen
habe. Auf Befehl der Kanzlei des Hauptpolizeimeisters sei
das Haus zerstört worden... (ZSAaA, F.931, V.3, S.190,
B.46-47 *) Siehe 1753.

   Am 30. Dezember reicht der Diener der Fürstin A.L.
Trubetzkaja Ilia Jakubowski in der Kanzlei des Moskauer
Polizeimeisters eine Bittschrift folgenden Inhalts ein: er
habe im vorigen Jahr 1753 im Dezember die Erlaubnis der
Hauptpolizei bekommen, Puppenkomödien im Hause des
Rates Wassilij Nejelow am Petertor in einem besonderen
Raum im Laufe eines Jahres zu spielen. Heute habe er bei
dem genannten Nejelow für die drei kommenden Monate
noch einmal denselben Raum gegen Bezahlung von 10
Rubel gemietet, und wünsche dort Puppenkomödien weiter
zu spielen. Er bitte um eine Erlaubnis dafür und die
entsprechende Benachrichtigung der Bezirkspolizei.
(ZSAaA, F.931, V.3, S.498, B.272-273 *) Siehe: 1737,
1750, 1751, 1755, 1756, 1757, 1760.

                           49
                      1755
   Im März im Hause des Herrn Kammerherr und Kavalier
Iwan Iwanowitsch Schuwalow im Newskij Prospekt zeigt
De France (oder Du Fran), der aus Paris kam, "jeden
Montag, Dienstag, Donnerstag und Sonntag ab 16 Uhr bis
zum Abend seine künstlerische Maschine, die einen
Schäfer und eine Schäferin in Naturgröße darstellt, die
dreizehn Arien auf einer Querflöte spielen. Dabei gibt der
Schäfer den Takt an. Die beiden Figuren stehen im
Schatten einer Eiche, auf der Eiche sitzen und bewegen
sich verschiedene Vögel, deren Stimmen sich mit dem Ton
der Flöte vereinigen. Die Zuschauer bezahlen je einen
Rubel, dienstags aber, da die Maschine geöffnet und der
Mechanismus der Bewegung gezeigt wird, muß man zwei
Rubel bezahlen". (SPN Nr.23, 21.März).

    Am 25. Oktober ist in einem Buch der Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters vermerkt: "Der Franzose, Herr
Du Fran (De France), Mitglied der Königlichen Akademie
der Wissenschaften in Rouen, zeigt im Hause der Fürstin
Grusinskaja eine sehr listig zusammengesetzte Maschine,
die angeblich während seines Aufenthalts in St.-Petersburg
auch Ihre Kaiserliche Majestät gesehen und bewundert
hätte. Die Maschine stellt einen Schäfer und eine Schäferin
in Naturgröße dar, die 13 Arien auf einer Querflöte
spielen, wobei der Schäfer den Takt angibt. Die beiden
Figuren stehen im Schatten einer Eiche, auf welcher Vögel
sitzen und ihr Singen mit dem Ton der Flöte vereinigen.
Der Eintritt kostet einen Rubel, wer aber auch den
Mechanismus zu sehen wünscht, der muß zwei Rubel

                            50
bezahlen. Der Franzose bleibt hier eine kurze Zeit und
bittet, daß die Bürger der Stadt über seine Vorstellungen
benachrichtigt würden". (ZSAaA, F.931, V.3, S.508, B.
303 *).

    Im Oktober im Haus des Grafen Petr Borissowitsch
Scheremetew ("im zweiten Appartement links" zeigt der
Mechaniker Pierre Dumoulin täglich "von 6 bis 11 Uhr"
"ein Modell der Kirche des Heiligen Apostels Peter in
Rom, in genauen Proportionen und nach allen Regeln der
Architektur angefertigt, mit dem großen Platz, mit den
beiden Galerien, mit den Springbrunnen, mit dem hohen
Obelisk und mit den 500 Statuen, die sich auf den Galerien
und rund um die Kirche befinden. Im Inneren der Kirche
kann man 40 Altäre, viele Statuen, Säulen, Gemälde,
Mosaikarbeit und Vergoldung, Grabmäler, Orgeln und
alles, was in Rom in Naturform ist, sehen. Das Modell wird
bis zum Beginn des Winters öffentlich gezeigt. Vornehme
Personen können für die Besichtigung nach ihrem Belieben
zahlen, der Eintritt für die übrigen kostet 50 Kopeken."

   Im Dezember fügt Dumoulin zu diesem Modell noch
"bewegliche malerische Bilder, eine kleine holländische
Frau, die Bänder fertigt, einen Kanarienvogel, der in einem
Käfig sitzt und verschiedene Melodien singt, als wäre er
lebendig, und sonst verschiedene optische, dioptrische und
katoptrische Kunststücke dazu. Vornehme Personen
können für das Zuschauen nach Belieben zahlen, der
Eintritt für alle anderen kostet 50 Kopeken." Die letzte
Anzeige über das Modell erscheint im Februar 1756. (SPN
Nr.85, 24.Okt.; Nr.101, 19.Dez.; Nr.13, 13.Febr.).

   Am 20. Dezember reicht der Diener der Fürstin A.L.
Trubetzkaja Ilia Jakubowski eine Bittschrift an die Kanzlei
                          51
des Moskauer Polizeimeisters ein, in der es heißt, daß er
zwecks Komödienspielens im Hause des Kollegienrates
Wassilij Nejelow, das im 6. Bezirk liegt, einen Raum für
zwei Monate zu dem Preis von 6 Rubel gemietet habe. Da
es gefährlich sei, ohne Erlaubnis der Moskauer Polizei
Komödien zu spielen, bitte er um die Zusendung einer
solchen Erlaubnis an die Polizei des 6. Bezirks. (ZSAaA,
F.931, V.3, S.509, B.258 *) Siehe: 1737, 1750, 1751,
1753, 1754, 1756, 1757, 1760.

                    1756
   Im Januar veröffentlichten die "St.-Petersburger
Nachrichten" die Anzeige: "Auf der Wassilij-Insel in der
Nähe der Börse kann man in der Wohnung des Schenken
Karl Zeder eine kuriose Laterne sehen, die täglich am
Abend um 21 Uhr gezeigt wird. Für das Zuschauen muß
jede Person 10 Kopeken zahlen. Die Laterne ist zu
verkaufen." (Nr.4, 12.Januar).

   Am 20. Dezember reicht der Leibeigene der Fürstin
A.L. Trubetzkaja, Ilia Jakubowski, eine Bittschrift an die
Kanzlei des Moskauer Polizeimeisters ein, in der es heißt,
"daß er anläßlich der kommenden Festtage, um das Volk
zu erfreuen, Puppenkomödien im Hause des Sängers Ihrer
Kaiserlichen Majestät Kiril Stepanow Rubanowski zu
spielen wünsche und zu diesem Zweck einen besonderen
Raum im Hause für drei Monate gegen Bezahlung von 8
Rubel gemietet habe. Dazu bitte er um eine Erlaubnis der
Polizei." (ZSAaA, F.931, V.3, S.521, B.195 *)
Siehe:1737, 1750, 1751, 1753, 1754, 1755, 1757, 1760.

                      1757
                           52
   Am 24. Dezember steht im Rechnungsbuch der Kanzlei
des Moskauer Polizeimeisters geschrieben, daß "der Diener
der Fürstin Anna Trubetzkaja, Ilia Jakubowski, für das von
ihm gemietete Haus des Hauptmanns des Ismailowsko
Leibgarderegiments     Iwan       Temjaschow       zwecks
Vorstellungen von Puppenkomödien im Laufe von zwei
Monaten eine Miete von 3 Rubel bezahlen soll, und davon
eine Zollabgabe von 17 Kopeken bezahlt habe."(ZSAaA,
F.931, V.3, S.1697, B.286 *) Siehe: 1737, 1750, 1751,
1753, 1754, 1755, 1756, 1760.

                      1758
   Am 14. Juli berät die Kanzlei des Moskauer Polizeimei-
sters die Frage "über die Zulassung von Marionetten- und
Puppenvorstellungen, die der Däne aus Kopenhagen Karl
Westkin zur Unterhaltung des Volkes zu geben wünsche",
und befiehlt: der genannte Westkin dürfe Vorstellungen
geben und zu diesem Zweck einen Platz in der Nähe der
Mochowaja Straße und des Neglinnaja-Flusses zwischen
den Fleischläden besetzen und ihn mit Brettern umzäunen;
er müsse ihn aber sofort nach einem entsprechenden Befehl
räumen, nachdem er alles, was er darauf gebaut haben soll,
abgetragen hat. (ZSAaA, F.931, V.3, S.540, B.400 *).

   Im August erscheint noch eine Notiz in den Büchern der
Polizei: Der Komödiant Karl Westkin habe gemeldet, daß
er in der Mochowaja Straße, die zum 2. Bezirk gehört,
heute am 22. August eine Puppenkomödie zur
Unterhaltung von Bürgern zu spielen wünsche und bitte
um zwei Wachen von der Moskauer Polizei, um Streit und


                           53
Schlägereien zu verhindern. (ZSAaA, F.931, V.3, S.541,
B.544 *).

                       1759
     Im Februar im Deutschen Viertel ("Im Hause des
Mädchens Naget, gegenüber dem Haus des Grafen
Apraksin") führt der französische "Mechaniker" Pierre
Dumoulin täglich von 16 - 21 Uhr "folgende kuriose
bewegliche Maschinen vor:
1) ein kleines Bauernmädchen aus Bern, die Bänder webt,
6 Stück auf einmal, so daß es 18 - 20 Düjme in einer
Minute anfertigt, wobei Musik spielt;
2) eine kleine Maschine, die einen Kanarienvogel darstellt,
der so naturgetreu singt, als wäre er lebendig;
3) verschiedene bewegliche, sich ablösende Bilder, die
ganz kurios sind. Für das Zuschauen zahlt jede Person
einen Rubel. "Im selben Haus wohnt... noch ein Deutscher,
der für 50 Kopeken pro Person ein großartiges Modell der
berühmten römischen Kirche des heiligen Apostels Peter
zeigt."
    Im März - Mai erklärt Dumoulin, daß er sein Kabinett
durch folgende Kunststücke bereichert hat, nämlich: "eine
elektrische Maschine, womit er verschiedene sehr kuriose
Experimente macht; ein Bild, das eine Landschaft darstellt,
worauf Menschen und Wagen fahren, Bauern und
Handwerker arbeiten, und alles so naturgetreu, als wären
sie lebendig; ein anderes Bild stellt einen beweglichen Kopf
dar, dessen Grimassen so wunderlich sind, daß alle
Zuschauer Angst bekommen; einen russischen Bauern,
dessen Kopf und Augen sich so gut bewegen, daß man ihn
für einen lebenden halten könnte; einen beweglichen
Chinesen, der so gut gemacht ist, daß niemand glauben

                            54
kann, daß es nur eine Maschine ist". Über die letzten
Figuren teilt Dumoulin mit, daß sie eine Naturgröße haben.
Am Ende fügt er hinzu, daß er "den beweglichen Frosch
angefertigt hat, an dem er lange und hart arbeitete". "Der
Frosch schwimmt im Wasser und weiß die Zeit auf den
Uhren zu unterscheiden und sie zu zeigen. Diese Maschine
ist die vollkommenste, die die Kunst produzieren kann"
(M.N. Nr.10, 2. Februar; Nr.23, 19.März; Nr.35, 30.April;
Nr.38, 11.Mai) Siehe 1755.

   Im März - April in der Bolschaja Morskaja Straße im
Hause von Kotschanowski "zeigen zwei Bergarbeiter, die
nach St.-Petersburg gekommen sind, eine Maschine, die die
Königlichen Bergwerke in Kursachsen, Freiberg und
Annaberg und eine Mühle zeigt mit allen Arbeitern, mit
beweglichen Uhrmechanismen, und alles so lebendig
dargestellt, daß nur Reden fehlen... Was die Bezahlung
anbetrifft, sie wird der Freigiebigkeit der Zuschauer
überlassen". Im April ist der Preis in der Anzeige präzisiert:
"Für das Zuschauen hat jeder 10 oder 20 Kopeken zu be-
zahlen, vornehme Personen zahlen nach Belieben. Wenn
die letzteren den Wunsch bekommen, die Maschine in
ihrem Hause zu haben, kann sie dorthin gebracht werden."
(SPN, Nr.25, 26.März; Nr.31, 16.April) Siehe 1761, 1762.

                         1760
   Im Zentralen Staatlichen Archiv alter Akten gibt es ein
Plakat aus den sechziger Jahren des 18. Jh., in dem es
heißt, daß ein Erfinder ein wunderliches Theater mit
Perspektive zeigt, das hier noch nie gesehen wurde. Es
wurde aber schon in anderen Ländern, in Dänemark,
Holland, Frankreich und Deutschland gesehen und nicht

                             55
nur von hochgestellten Personen und Leuten aus niederen
Schichten, sondern auch von Ihren Majestäten Königen von
England, Frankreich, Dänemark, Schweden und Polen,
denen es viel Vergnügen machte und die sich darüber viel
verwunderten. Das Besondere am Theater sind kluge,
perspektivische Maschinen, die Himmel und Erde, den
Mond in seiner Veränderung, Sterne, Luft und Wasser,
Berge, Wälder, Städte und Schlösser, Häfen, Schiffe, die
sich bewegen und von denen geschossen wird, und noch
vieles andere sehen lassen.

   Die Zuschauer bekommen den Eindruck, als wären sie
selbst dort, an den Stellen, die gezeigt werden. Im Laufe
von 2 Tagen werden 4 Programme gezeigt:
1) Das Kap der Guten Hoffnung in Afrika mit Schiffen und
Kanonenschießen.
2) Die Stadt Rom mit Ansicht der Kirche Sankt Angello,
der Kirche des heiligen Peter und des Palastes des Papstes.
3) Die Stadt Horn in holländischer Provinz mit Schiffen
und Kanonenschießen.
4) Die Stadt Hamburg mit Salutschießen.

   Das alles kann man im Magistratshaus am Roten
Triumphtor sehen. Beginn um 16 Uhr. Der Preis der
vorderen Plätze ist 50 Kopeken, der hinteren Plätze 12
Kopeken. (ZSAaA, F.17, S.323, B.1. Die rote Publikation:
"Theater und Kunst", 1905, Nr.35, 28.August,S.564).

    Im Juni bringt die Zeitung "St.-Petersburger
Nachrichten" eine folgende Anzeige: "Der deutsche
Komödiant Franz Sarger fährt mit seiner Familie weg, und
alle, die geschäftehalber ihn sehen wollen, finden ihn im
Hause der Frau Langschi in der Bolschaja Morskaja Straße

                            56
auf der Universitätsseite." (Nr.44, 2.Juni) Siehe: 1750,
1751, 1761.

   Am 20. Dezember reicht der Diener der Fürstin A.L.
Trubetzkaja, Ilia Jakubowski, eine Bittschrift an die
Kanzlei des Moskauer Polizeimeisters ein, in der es heißt,
er    Jakubowski    wünschte Puppenkomödien           zur
Unterhaltung des Volkes zu zeigen und habe zu diesem
Zweck für das kommende Jahr 1761 ein Haus bei dem
Sekretär des Revisionskollegium Lew Fedorow in der
Novo-Basmannach-Straße, 9. Bezirk, gemietet zu dem
Preis von 6 Rubel. Er bitte, daß man ihm erlaube, die
beabsichtigte Puppenkomödie zu spielen. (ZSAaA, F.931,
V.3, S.568, B.318 *) Siehe: 1737, 1750, 1751, 1753,
1754, 1755, 1756, 1757.

   Am 20. Dezember berät die Kanzlei des Moskauer
Polizeimeisters    die   Bittschrift  der     böhmischen
Komödianten A. und J. Sarger ("Anton Sarger und Joseph
Sarger"), die nach Moskau aus St.-Petersburg gekommen
sind, um hier Komödien zu spielen. Sie wollen ihre Kunst
zur Unterhaltung des Volkes im Hause der Witwe des
verstorbenen Generalleutnants der Artillerie im 2. Bezirk
vom 26. Dezember des laufenden Jahres und im Jahr 1761
bis zu den großen Festtagen zeigen. Sie beabsichtigen
mechanische und verschiedene komische Kunststücke
vorzuführen, die sie Taschenspielerei nennen. (ZSAaA,
F.931, V.3, S.568, B.318-319 *).

   Am selben Tag wurde im Journal noch eine Notiz
gemacht: In der Bittschrift des Schatzmeisters der Fürstin
Anna Jegorjewna, der Witwe des verstorbenen georgischen
Prinzen    Generalleutnant      der   Artillerie    Bakar
Wachtaugijewitsch heißt es, daß das steinerne Haus der
                            57
Fürstin im 2. Bezirk liegt an der Jagdreihe neben der
Kirche der heiligen Paraskewa, und er auf Befehl der
Fürstin in diesem Haus fünf Zimmer im ersten Stock an die
Ausländer, Komödianten Anton Sarger und seinen Sohn
Joseph Sarger für zwei Monate zum Spielen von Komödien
vermietet habe. Laut Vereinbarung sollen die Ausländer 80
Rubel Miete bezahlen. Er lege Kopien von der
Vereinbarung und von den Pässen der Ausländer bei und
bitte um Eintragung in das Anmeldebuch der Polizei.
(ZSAaA, F.931, V.3, S.568, B.319 *) Siehe: 1750, 1761.

                       1761
   Im Februar im Hause des georgischen Prinzen, "das an
der Jagdreihe liegt" stellt ein "holländischer Kunstmeister"
(nach der angegebenen Adresse und dem Repertoire zu
urteilen, Anton oder Joseph Sarger) "alle seine Künste
täglich im Laufe der ganzen Butterwoche vor, d.h.
Cicerokopf,... Seiltanzen, Seilspringen- und balancieren".
Danach werden "lustige Komödien gespielt und zuletzt
wird ein Pferd Kunststücke zeigen".

    Im März teilt der "holländische Kunstmeister" Joseph
Sarger, der "im Hause der Witwe Feodosija Gaurilowna
Kolotowskaja an dem Reinen Teich" wohnt und "nur drei
Wochen in der Stadt bleiben will" in einer Anzeige mit,
daß alle, die den Cicerokopf und andere holländische
Kunststücke und Exerzitien sehen wollen, sollen sich am
Vormittag melden und für 15 Rubel pro Person wird er in
das angegebene Haus kommen und seine Kunststücke
zeigen. Wenn man zu ihm ins Haus kommt, dann ist er
bereit, für 10 Rubel pro Zuschauer zu spielen. Außerdem
teilt er mit, daß am 25. März eine Lotterie um sein

                            58
gelerntes Pferd gespielt wird. Jeder Teilnehmer soll ein Los
für 6 Rubel kaufen. Wer das Pferd gewinnt, der bekommt
von dem Kunstmeister die Instruktion, wie es behandelt
werden soll, damit es Kunststücke macht.

   Offenbar ist das derselbe Joseph Sarger, der im Juni im
Deutschen Viertel im Haus von Tscheglokow als
"holländischer Kunstmeister" auftritt, der "seine
Kunststücke zeigt".

   Im September macht Sarger ("der holländische
Kunstmeister Serger") bekannt, daß er nur einen Monat in
der Stadt bleibt, aber nach wie vor im Deutschen Viertel im
Hause von Tscheglokow täglich außer Sonnabend seine
Kunststücke, den Cicerokopf und andere neue Kunststücke
zeigen wird, wenn wenigstens 10 oder 12 Zuschauer
kommen. Außerdem wird er verschiedene Komödien
zeigen, z.B. über den Doktor Faust und andere, wobei
große (zwei Arschinen) italienische Puppen spielen und
sprechen werden; auch das gelernte Pferd wird weiter seine
Künste zeigen. (MN Nr.12, 9.Februar; Nr.19, 6.März;
Nr.44, 1.Juni; Nr.73, 11.September.) Siehe: 1750, 1751,
1760.

   Im August bis September wird in der "Malaja
Millionnaja Straße im Hause des Schenken Wiedemann
jedem, der den Eintritt bezahlt hat, eine Maschine gezeigt,
die ein Gold- und Silberbergwerk in Funktion darstellt. Die
Bewegung des Bergwerkes geschieht mittels eines
Uhrmechanismus. Eine so kunstvoll angefertigte Maschine,
die auch ein Glockenspiel dabei hat, hat man noch nie
gesehen." (SPN, Nr.70, 31.August) Siehe: 1759,1762.


                            59
    Im Dezember im Hause von Alexej Petrowitsch
Trubnikow ("in der Dimitrowka Straße zwischen der
Twerskaja und Petrowskaja Straße") wird "eine neue
Komödie gespielt, bei der große, zwei Arschinen hohe
italienische Marionetten oder Puppen spielen und sich frei
bewegen werden, als wären sie lebendig". "Die
Puppenkomödie heißt 'Die tapfere und ruhmreiche Judith'."
(MN Nr.102, 13.Dez.) Es ist möglich, daß der
Puppenspieler Joseph Sarger war.

                      1762
   Im Januar im Hause des Perückenmachers Karl Spak
("in der Staraja Bassmannaja Straße gegenüber dem
Rasgulaj") demonstrieren zwei Bergarbeiter, die aus
Kursachsen gekommen sind, eine sonderbare, kuriose
Maschine, die "durch bewegliche Statuen zeigt, wie
natürliche Leute in den Bergwerken arbeiten, um Gold und
Silber zu gewinnen." In der Bekanntmachung wird weiter
vermerkt, daß "die Bergarbeiter beim Demonstrieren der
Maschine Arbeitskleider anhaben. Die Maschine kann
sowohl am Tage, als auch in der Nacht gesehen werden in
eigenem Hause oder im Hause der Bergarbeiter... Für das
Zuschauen soll man keinen bestimmten Preis zahlen."
(MN, Nr.4, 11.Januar) Siehe: 1759, 1761.

   Am 22. März unterschreibt Zar Peter III. einen Erlaß
über      ein      ausschließliches     Privileg      "für
Theatervorstellungen". Der Erlaß gilt dem freien
Komödianten, dem Ausländer Johann Neuhof mit dessen
Frau Eleonora, denen es erlaubt ist, in Moskau, St.-
Petersburg, Riga und Reval Komödientheater auf eigene
Kosten zu betreiben und die nötige Zahl Leute anzustellen.

                           60
Der Senat soll ihm dafür ein Privileg gewähren. (ZSAaA,
F.259, S.3927, B.547-551).

    M.J. Pylajew schreibt, daß der Komödiant Johann
Neuhof mit der Ehefrau Eleonore Puppenvorstellungen mit
italienischen Marionetten gaben, und das Privileg besaßen,
ihre Vorstellungen in Moskau, St.-Petersburg, Riga und
Reval zu zeigen. (Siehe: M.J. Pylajew "Das Leben im
Altertum". S.P. 1897, S.130).

    Am 11. Dezember heißt es in den Dokumenten über die
Ausgaben für die Durchführung der Maskerade "Die
triumphierende Minerva", die anläßlich der Krönung
Katharina II. in Moskau stattfinden sollte: "Der Adelsmann
Fedor Wolkow bekam 163 Rubel 90 Kopeken, darunter 13
Rubel 95 Kopeken für die Masken....Der Puppenspieler
bekam 40 Rubel". (ZSAaA, F.1224, S.41419, B.70,259)
Siehe: 1753-54, 1763.

                      1763
    Ende Januar - Anfang Februar wird in Moskau unter
dem Namen "Die triumphierende Minerva" eine große
Show durchgeführt . In der Bekanntmachung heißt es: "Am
30. Januar und am 1. und 2. Februar, d.h. am Donnerstag,
Sonnabend und Sonntag findet in den Straßen Bolschaja
Niemezkaja, Nowaja und Staraja Basmannaja,
Mjasnizkaja und Pokrowka ab 10 Uhr bis Mittag eine
große Maskeradenprozession unter dem Namen "Die
triumphierende Minerva" statt, in der die Abscheulichkeit
des Lasters und der Triumph der Tugend vorgestellt
werden. Danach werden dem Volk in einem dazu
eingerichteten Theater verschiedene Spiele, Tänze,

                           61
Puppenkomödien, Hokus-Pokus und verschiedene
Körperbewegungen gezeigt. Wer Lust hat, kann Pferde
reiten und Schlitten fahren, alle Tage der Butterwoche von
früh bis spät, mit Maske oder ohne Maske. Personen von
allen Ständen und Schichten werden eingeladen."(Zitiert
nach "F.G. Wolkow und das russische Theater seiner Zeit",
M.1953, S.154, 170, 175) Siehe: 1753-54, 1762.

                       1765
   Im September schreibt der Erzieher des Großfürsten
Pawel Petrowitsch S.A. Poroschin in seinem Tagebuch:
"Nikita Iwanowitsch (Panin) sagte Pater Platon, er solle am
Abend zu einem Puppenspiel kommen, das dem
Großfürsten gezeigt wird.... Am Abend fuhren wir zu dem
Winterpalast, um die Puppenkomödie zu sehen, die für den
Großfürsten auf Befehl Nikita Iwanowitschs von dem
Theatermechaniker Duclot gemacht wurde. Nach der Pup-
penkomödie gab es eine optische Vorstellung von
Meeressturm und -gefecht, eigentlich das einzige, was
sehenswert war. Auch der Pater Platon war dabei." (RA,
1881, Band 22, September, S.419-420).

                    1767
   Am 26. Februar "kam in die Kanzlei des Moskauer
Polizeimeisters der ehemalige königliche Mechaniker Tesie
und meldete, daß er hier eine physikalische Maschine
demonstrieren wolle, in seinem Hause, oder er kann auch
Besuche machen". "Er wohnt im 9. Bezirk, an dem Roten
Tor im Hause des Fürsten Peter Nikitsch Trubetzkoj als
Untermieter bei dem Schankwirt Antonio Shulio".
(ZSAaA, F.931, V.3, S.639, B.322 *).
                            62
                      1768
    Im März "zeigt der Ausländer Jacob Siebert, der im
Hause von Tomaschow an der Blauen Brücke wohnt, in
einem sphärischen Spiegel, der einen Diameter von 18
Düjm hat, verschiedene neuerfundene Feuerwerke und
Illuminationen, z.B. viele illuminierte Städte und Blumen,
die sehr natürlich aussehen." Die Vorstellung findet am
Morgen und am Nachmittag statt. "Jede Person soll 25
Kopeken bezahlen, die Herrschaften aber, die die
Vorstellung bei sich zu Hause sehen wollen, können nach
Belieben bezahlen." (S.P.N. Nr.26, 28. März).

                      1770
   Ende Januar - Anfang Februar "zeigen die Italiener, die
auf dem Newski Prospekt im Hause des Generals Larion
Jakowlewitsch Owzyn wohnen, verschiedene mechanische
und mathematische Vorstellungen, die aus 36 Nummern
bestehen. Man sieht Meeresstürme, Seefahrten, Brände,
Feuerwerke, Illuminationen, Belagerungsszenen ab 3 Uhr
bis 10 Uhr am Abend." Eintrittspreis - 25 Kopeken.
"Vornehme Personen zahlen nach ihrem Belieben."
(S.P.N. Nr.9, 29. Januar).

   Am 21. Dezember ist in die Bücher der Kanzlei des
Moskauer Polizeimeisters folgende Notiz eingetragen: "Es
wurde das Gesuch des Wachtmeisters in Pension Petr
Sidorow betrachtet, in dem er um die Erlaubnis bittet, in
Moskau in verschiedenen Häusern zur Unterhaltung der
                           63
Bürger Puppen in einem Kasten zu zeigen, von diesem Jahr
1770 bis zum 1. Januar des Jahres 1772, und um eine
entsprechende Benachrichtigung der Stadt- und
Bezirksbehörden. Es wurde beschlossen, das Gesuch zu be-
willigen und dem genannten Sidorow zu erlauben, Puppen
im Kasten zur Unterhaltung des Volkes zu zeigen, und
darüber eine Mitteilung an den Vormundschaftsrat zu
senden, damit ein Viertel des Gewinns, der nach Erlaß
Ihrer Majestät als Abgabe von allen öffentlichen
Schauspielen gezahlt werden soll, erhalten werden kann;
Sidorow aber eine Bestätigung bringen zu lassen, daß er
den Vormundschaftsrat besucht und sich verpflichtet habe,
den vorgeschriebenen Teil seiner Gewinne zu zahlen. So-
lange diese Bestätigung nicht da ist, dürfe er kein Geld für
die Puppenvorstellungen von den Zuschauern verlangen."
(ZSAaA, F.931, V.3, S.224, B.196 *).

                       1771
    Von April bis Juni demonstriert in der Schankstube
"London" ein aus Magdeburg angekommener Schwabe
"kunstvolle optische, katoptrische und mathematische
Maschinen". In einer Bekanntmachung teilt der unbekannte
Künstler der "mathematischen und optischen Instrumente"
mit: "Eine auf mechanische Weise angefertigte Maschine
stellt einen beinahe lebendigen Alten aus Schwaben dar,
bei dem sich die Augen und alle Glieder bewegen. Der Alte
antwortet auf alle an ihn gestellten Fragen laut und
deutlich; er sagt, wie alt er ist; erkennt die Farbe von Klei-
dern; läßt sich nicht betrügen; wenn man ihm in den Kasten
eine Münze legt, nimmt er sie und erzählt, in welchem Jahr
und Ort die Münze geprägt wurde; er raucht Tabak; kann
Karten spielen und viele andere verwunderungswürdige

                             64
Handlungen zeigen. Der oben erwähnte Künstler wird auch
ein mit viel Mühe und Meisterschaft gemachtes
Lichttheater zeigen, das man hier früher nie gesehen hat. Es
besteht aus vier historischen Teilen mit abwechselnden
Bildern, die verschiedene berühmte Städte Europas mit
Straßen, Gärten und Kirchen darstellen. Von den früheren
dem Publikum bekannten optischen Vorstellungen unter-
scheiden sich diese dadurch, daß sie alles in echter
Schönheit und Größe zeigen. Zu größerer Freude der
Zuschauer werden Brücken und Straßen gezeigt mit
Menschen, die hin und her gehen, Pferde werden geritten
und Droschken oder Schlitten mit Glöckchen werden
fahren, so daß man den Eindruck bekommt, man sähe
wirklich die Straße einer Stadt... Man kann die Maschinen
ab 3 oder 4 Uhr am Nachmittag bis 11 Uhr am Abend
sehen. Nach einer Stunde beginnt die Handlung wieder von
neuem, so daß man zu beliebiger Stunde kommen kann.
Wenn man wünscht, die Maschine am Vormittag zu sehen,
soll man sich frühzeitig melden. Die optische Vorstellung
können auf einmal nicht mehr als 30 Personen gut sehen,
deshalb werden nur soviele eingelassen werden.

   Was den Eintrittspreis betrifft, so bezahlen vornehme
Herren und Adelsleute nach Belieben, Besucher vom
mittleren Stand zahlen 30 Kopeken für die vorderen Reihen
und 15 Kopeken für die hinterste Reihe".

  Anfang Juni sind die Eintrittspreise herabgesetzt auf 20
und 10 Kopeken, "damit jeder Kunstliebhaber für einen
günstigen Preis die kluge Maschine bewundern kann.
Dabei soll jeder sicher sein, daß er seine Neugier nach dem
Anschauen der kunstvollen optischen, katoptrischen und
mathematischen Maschinen nicht bereuen wird, denn

                            65
solche ausgezeichneten Maschinen hat es noch nie
gegeben". (S.P.N. Nr.34, 29. April; BA Nr.45, 7. Juni).

   Den Gutsbesitz Sokirnizy, Poltawaer Gouvernement,
besuchten einige Seminaristen, die einen Wertep mithatten
und eine Vorstellung zeigten. Sie überließen dann dem
Gutsbesitzer Galagan den Wertepkasten mit Puppen sowie
den aufgeschriebenen Text der Vorstellung und
Musiknoten. Der Wertep und die Puppen sind erhalten
geblieben. Siehe: KA, 1882, Oktober, S.9.

                        1773
   Vom 24. September an werden in der Malaja-
Millionnaja Straße täglich von 3 Uhr bis 11 Uhr am Abend
Figuren demonstriert, die Sujets der Bilder von Hogart
darstellen. Die Figuren in Mannsgröße sind aus Wachs
gemacht und stehen in drei Zimmern. Im ersten Zimmer
unterhält sich eine Gruppe aus 12 Personen beim
Punschtrinken, wie es in Europa üblich ist; im zweiten
Zimmer ist ein junger Engländer dargestellt und mit ihm
noch 10 Personen; im dritten Zimmer sind zwei Studenten
in türkischen Morgenröcken dargestellt; insgesamt sind es
33 Personen. Was den Eintrittspreis betrifft, ist man wegen
sehr großen Ausgaben gezwungen, von den Herren
Zuschauern 1 Rubel und 50 Kopeken pro Person zu
verlangen. Im November wird der Preis auf 50 - 25
Kopeken herabgesenkt. (S.P.N.-Be Nr.77, 24. September;
Nr.90, 8. November) Siehe: 1775.
   Im Oktober zeigt der Mechaniker Anton Brandel im
Hause des Kaufmanns Schulz in der Lugowaja-
Millionnach     Straße ein       von     ihm erfundenes
Musikinstrument und außerdem "eine besondere

                            66
mechanische Maschine mit 32 Figuren, die sich bewegen
aber nicht mittels Wasser, Luft, Federn, Gewichte oder
Rotieren, sondern allein durch die Kunst, was sehr
verwunderlich ist." (S.P.N.-Be Nr.82, 11.Okt.).

                      1775
   Im Juni wurde anläßlich des Friedensschlußes mit der
Türkei von Kadetten des Schlachta-Korps ein Fest zu
Ehren Katharina II. veranstaltet. "Mitten auf einem sehr
großen Platz, der größer war als der Garten der Tuilereés,
wurde nach dem Entwurf des Herrn Posche um einen
zentralen Punkt ein Amphitheater gebaut, von dem alle
Zuschauer - es waren 1200 Personen - sehr günstig alles
sehen konnten, ohne sich zu bewegen, ohne den Kopf zu
wenden. Der zentrale Punkt war eine Triumphsäule, 50
Fuß hoch, gekrönt oben mit der Figur der Göttin des
Ruhmes, die von bei den Türken erbeuteten Fahnen
umgeben war. Die Göttin gab, sobald die Trompeten
bliesen, ein Signal zum Beginn der feierlichen Handlungen,
die von Schauspielern und Statisten ausgeübt wurden."
(Zitiert nach M.J. Pylajew "Das alte Leben", S.-P. 1897,
S.156).

   Im Hause des Kaufmanns Kiesel in der Nowaja Isaa-
kijewskaja Straße wird im Oktober von 10 bis 1 Uhr und
von 4 bis 9 Uhr abends "außer der mannshohen
punschtrinkenden Gesellschaft, die nach dem Entwurf des
berühmten Hogart gemacht ist, auch noch eine besondere
Maschine gezeigt, die eine Frau darstellt. Die Frau
beantwortet nicht nur alle an sie gerichteten Fragen,
sondern spricht auch selbst". (S.P.N. Nr.86, 26. Oktober)
Siehe: 1773.

                           67
    Ab 6. Dezember zeigt ein "Gastkomödiant" "im
steinernen Hause von Perkin" im Newski Prospekt
gegenüber der Admiralität eine "auf ganz neue Art
gemachte Puppenkomödie". Die Puppen spielen im einem
Theater mit schmucken Dekorationen und handeln, als
wären sie lebende Personen. Sie werden deutsche
Komödien und Tragödien und auch kleine Opern und
Ballette vorstellen. Für jede Vorstellung werden die
Puppen besondere Kleider anhaben, auch die Dekorationen
werden gemäß der Handlung abgewechselt. Sie werden
ihre Künste nur kurze Zeit zeigen, zwei- oder dreimal in
der Woche, sonntags, dienstags und freitags. Der Titel der
jeweiligen Vorstellung wird an den Spieltagen auf der Ein-
trittskarte stehen. Der Eintrittspreis: Loge - 50 Kopeken,
Parkett - 50 Kopeken, zweite Reihe - 25 Kopeken, dritte
Reihe - 15 Kopeken." (S.P.N.-Be Nr.97, 4. Dezember)
Siehe: 1776.




                      1776
   Im Januar werden im Hause Perkins die Aufführungen
der "neuen Puppenkomödie" fortgesetzt. Am 3. Januar
werden die komische Oper "Der hinkende Teufel" und das
Ballett "Die Geburt des Cupidos" gegeben; am 20. Januar-
die Komödie des "berühmten Herrn Weiße",
"Weiberklatsch" und das Ballett "Karneval in Venedig"
(dabei sieht man verschiedene kuriose und wundersame
Masken"); am 24. Januar - die komische Oper "Kaufmann
Smizna", begleitet von "lustigen Liedern und
Zweikämpfen" und das Ballett "Eifersucht dreier

                           68
Liebhaber". Anfang des Jahres werden die Eintrittspreise
herabgesetzt: "jede Person zahlt für einen Platz in der Loge
und im Parkett 30 Kopeken, für die zweite Reihe 15
Kopeken". (S.P.N.-Be Nr.1, 1. Januar; Nr.6, 19. Januar;
Nr.7, 22. Januar) Siehe: 1775

   Im Juni bis Juli zeigt der Mechaniker Mrotschek im
Hause des Grafen Jagushinski in der Nowaja
Isaakijewskaja Straße "ein kleines Komödientheater". "Es
werden zwei kleine Kompanien von Tänzern und
Tänzerinnen auftreten. Die erste zeigt ein Bauernballett mit
Bauern und Bäuerinnen, während das Theater ein liebes
und lustiges Dorf darstellt. Nachher verwandelt sich das
Theater in einen prachtvollen Saal und man sieht die zwei-
te Kompanie, die aus Türken und Türkinnen besteht. Die
Musik ist von einem italienischen Ballett- und
Kapellmeister     komponiert.     Die      Malereien    und
Schnitzereien stammen auch von berühmten Meistern. Die
Zuschauer werden zweifellos beim Anschauen dieser
Vorstellungen ein großes Vergnügen empfinden. Das
Theater wird viermal am Tage spielen: um 2, 4, 6 und 8
Uhr. Da der Komödiant bald wegfahren will, wird die
Komödie fünf Tage nacheinander gespielt, vom 10. Juni
bis zum 15. Juni. Der Eintritt kostet 50 Kopeken für die
erste Reihe und 25 Kopeken für die zweite Reihe."

   Im Juli beabsichtigt Mrotschek "noch eine kurze Zeit in
dieser Stadt zu bleiben" und teilt zusätzlich mit, daß "dieses
Theater mit dem dazugehörenden Futteral auch von
anderen Leuten mitgenommen und woanders gezeigt
werden könnte. Nur will der Meister in dem Zimmer oder
dem Saal, in dem es aufgestellt wird, zuerst notwendige
Vorkehrungen treffen. In solchen Fällen soll die
versammelte Gesellschaft wenigstens 7 Rubel bezahlen (50
                             69
Kopeken pro Person) oder noch mehr, wenn die Ge-
sellschaft größer sein wird". (S.P.N.-Be Nr.47, 10. Juni;
Nr.55, 8. Juli).

   Von September bis November zeigt im Hause des
Kaufmanns Kiesel in der Nowaja Isaakijewskaja Straße
der italienische Mechaniker Ambrois Sankiriko "Les
ombres chinoises oder Chinesische Schatten in drei Akten".
In der Bekanntmachung heißt es: "Am Ende des ersten
Aktes gibt es ein englisches Ballett, am Ende des zweiten
Aktes ein Ballett aus mehreren Teilen, und am Ende des
dritten Aktes Seiltanzen. Herr Sankiriko versichert dem
Publikum, daß er diese Vorstellung an mehreren europäi-
schen Höfen gegeben habe und überall wären alle, die
Verständnis für diese Kunst haben, höchst erstaunt. Der
Eintrittspreis: 1 Rubel für die erste Reihe und 50 Kopeken
für die zweite Reihe."

   Am 9. November macht Sankiriko eine neue
Vorstellung bekannt, "in der das festliche Feuerwerk
anläßlich der Hochzeit des Großfürsten Pawel Petrowitsch
und der Großfürstin Maria Fedorowna und die festlichen
Dekorationen gezeigt werden. Dabei wird ein neues
seriöses Ballett aufgeführt, das die Freude der Bevölkerung
ausdrücken soll". (S.P.N.-Be Nr.77, 23. September; Nr.90,
8. November) Siehe: 1777.

                      1777
   Im Hause des Kaufmanns Anton Afanasjew ("zwischen
der Twerskaja und der Nikitskaja Straße") demonstriert
vom 20. bis zum 25. Februar Ambrois Sankiriko
("Ambrois Sankiriko") "ein von ihm erfundenes

                            70
Theaterstück mittels chinesischer Schatten, das aus 4
Akten besteht und mit Tänzen begleitet wird". Der Ein-
trittspreis ist 1 Rubel bis 50 Kopeken. (MN-Be Nr.15, 21.
Februar) Siehe: 1776.

   Im März veröffentlichen die "St.-Petersburger
Nachrichten" diesen Bericht: "In Paris werden folgende
interessante mechanische Erfindungen demonstriert: Die
erste ist die Figur eines zweijährigen Kindes. Das Kind sitzt
und schreibt, es taucht die Feder in ein Tintenfaß, schüttelt
sie und schreibt klar und richtig alles, was man ihm sagt,
ohne das man es berührt. Es schreibt große Buchstaben, wo
es sein muß, paßt auf, daß es einen Abstand zwischen den
Zeilen gibt. Während des Schreibens sieht es auf das
Papier, dann aber richtet er seinen Blick auf die Person, die
diktiert, oder auf das Original, von dem es abschreibt.

   Die zweite Erfindung ist die Figur eines Kindes, das in
einem Sessel sitzt und mit einem Bleistift zeichnet, seine
Zeichnung betrachtet und verbessert. Die Bewegungen, die
er mit Händen und Augen macht sind so naturgetreu, daß
er ganz einem lebendigen Kinde gleicht.
   Die dritte stellt ein Mädchen von 10 - 12 Jahren dar, das
Klavier spielt. Die vierte ist eine Darstellung von
Steinbergen, Blumenbeeten, Hütten und Häusern, begleitet
von verschiedenen Handlungen. Diese letztere Maschine
nimmt nicht mehr Raum ein, als 4½ Quadratfuß, und ist 3
Fuß hoch. Der Erfinder dieser wundersamen mechanischen
Maschinen ist der Schweizer Jacques Droze aus
Neuchâtel." (S.P.N. Nr.23, 21. März).

   Ende Juli bis Anfang August wird im Hause von
Markow in der Meschanskaja Straße eine "wunderbare hier
noch nie gesehene mechanisch-musikalische Maschine
                         71
demonstriert, die eine gut gekleidete Frau vorstellt, welche
auf einem Postament sitzt und auf einem kunstvoll
hergestellten Flügel 10 ausgewählte, nach dem modernen
Geschmack komponierte Lieder spielt, nämlich drei
Menuette, vier Arien, zwei Polonaise und einen Marsch".
"Sie singt die schwierigsten Triller, und vor dem Beginn
jedes Liedes neigt sie leicht ihren Kopf. Die Liebhaber von
Kunst und Mechanik werden belustigt sein beim Anblick
ihrer Hände, die sich ungezwungen bewegen, ihrer sehr
natürlichen Augen und der leichten Wendungen ihres
Kopfes. All das versetzt die Zuschauer in pures Erstaunen.
Die Maschine kann von 9 Uhr früh bis um 10 Uhr abends
gesehen werden. Jeder Besucher zahlt 50 Kopeken, und die
vornehmen Herren soviel ihnen beliebt." (S.P.N.-Be Nr.59,
25. Juli).

   Im August wird in dem Bahnhof auf der Steininsel eine
"ausgezeichnete Maschine demonstriert, die eine
automatische Figur in Mannsgröße darstellt, die auf dem
Seil tanzt". (S.P.N.-Be Nr.62, 4. August).


                      1778
   In der Staraja Basmannaja Straße neben dem Haus des
Wagenbauers Vogel" zeigt im Januar und Februar der
Physiker und Mechaniker, Blank genannt, "Amerikaner",
"von ihm erfundene ungewöhnliche Kunststücke, die "Die
Wunder der Welt heißen". Im Programm wird neben
verschiedenem Hokuspokus folgendes vorgeführt: "ein
Weib aus Tirol, das auf einem Tisch steht und alles macht,
was die Zuschauer von ihm verlangen; es kann auch Ge-
danken erraten"; "ein Kaufmann aus Salzburg, der auf
Bitten der Zuschauer seinen Laden auf- und zumacht und
                            72
Tücher von der Farbe, die sich die Zuschauer wünschen,
herausbringt"; "Der Bacchus schenkt Wein und Wasser aus
einem Faß nach dem Verlangen der Zuschauer". Die
Vorstellungen werden täglich gegeben und beginnen um 3
und 6 Uhr nachmittags. "Der Eintrittspreis ist 1 Rubel in
der ersten Reihe und 50 Kopeken in der zweiten Reihe".

   Im März macht Blank bekannt, daß "er eine Vielzahl
neuer, hier nicht gesehener Kunststücke vorführen will, die
früher wegen Platzmangels nicht gezeigt werden konnten
und zwar täglich um 6 Uhr nachmittags im Hause des
Ausländers Dophin zwischen der Twerskaja und
Nikitskaja Straße, im selben Saal, in dem Chinesische
Schatten früher gezeigt wurden".

   Im Sommer kommt Blank nach St.-Petersburg und tritt
dort in einem Programm mit dem englischen Equilibristen
Herman auf. Er demonstriert "viele von ihm erfundene
Kunststücke, ähnlich wie Camus in Paris". Der
Eintrittspreis ist von 1 Rubel bis zu 50 Kopeken gestaffelt.
(MN-Be Nr.5, 17. Januar; Nr.13, 14. Februar; Nr.21, 14.
März; S.P.N.-Be Nr.52, 29. Juni).

   Im November "wird der berühmte Equilibrist Geilmann
täglich in der Schankstube "London" eine automatische
Figur zeigen, die Kornelius heißt, dazu seine
equilibristische Meisterschaft und verschiedene andere
Kunststücke". (S.P.N.-Be Nr.90, (8. November, S.1354).

                       1781
  Am 8. August wurde im Landhaus von L.A. Naryschkin
am Peterhofer Weg "zum ersten Mal eine Puppenkomödie

                            73
gespielt". In der Bekanntmachung heißt es: "In der Zukunft
werden solche Komödien sonntags, montags, donnerstags
und freitags gespielt. Für den Eintritt zahlt jede Person 50
bzw. 25 Kopeken. Die Diener dürfen nicht mitkommen".
(S.P.N.-Be Nr.63, 6. August, S.452).

                       1783
    Im März geben die Engländer Edwards und Device im
Maskeradensaal des Hauses der Freien Ökonomischen
Gesellschaft am Newski Prospekt täglich um 6 Uhr
nachmittags "eine Vorstellung des mechanischen Theaters"
und zeigen außerdem "verschiedene mechanische
Kunststücke". Der Eintrittspreis reicht von 1 Rubel bis zu
50 Kopeken. (S.P.N.-Be Nr.19, 7. März) Vgl: 1784.
    Im November bis Dezember demonstriert der Italiener
Joseph Kiosa mit Genossen im Hause der Freien
Ökonomischen Gesellschaft am Newski Prospekt
chinesische Schatten. "Man sieht nicht nur Städte, Dörfer,
Meere und Länder, sondern auch Meeresstürme mit Blitz,
Donner und Regen, sowie Schiffe, die Schiffbruch erleiden.
Verwundernswert ist der Umstand, daß die Dekorationen
eine höchst feine Malerei darstellen, ohne das Farben ge-
braucht sind. Nachher kommen tanzende Puppen, deren
Bewegungen so schön und graziös sind, daß man sie mit
richtigen Tänzern vergleichen muß, zum Nachteil der
letzteren". Kiosa kommt offenbar aus Warschau nach St.-
Petersburg, wo seine Vorstellungen seit Oktober 1782
stattfanden. Siehe: Waszkiel, S.81. (S.P.N.-Be Nr.93, 21.
November) Siehe: 1784, 1786, 1788, 1804.




                            74
                       1784

   Im Januar werden die Vorstellungen der chinesischen
Schatten im Hause der Freien Ökonomischen Gesellschaft
fortgesetzt. In der Bekanntmachung über die letzte
Vorstellung am 31. Januar verspricht Kiosa, daß "das
Schauspiel alle Erwartungen übertreffen wird, sodaß
niemand gerne seinen Platz verläßt". Der Eintrittspreis ist
50 und 25 Kopeken.
   Vom 7. März bis 25. April demonstriert Joseph Kiosa
im Theater des Moskauer Erziehungshauses die chine-
sischen Schatten, welche "die Ehre hatten, in der
Anwesenheit Ihrer Kaiserlichen Majestät und vieler
vornehmer Personen von beiden Geschlechtern vorgestellt
zu werden". Es wird viermal in der Woche gespielt:
sonntags, mittwochs, donnerstags und sonnabends. "Bei
jeder Vorstellung werden viele Bilder gewechselt". Der
Eintrittspreis beträgt 1 Rubel bzw. 50 Kopeken. (S.P.N.
Nr.8, 26. Januar, S.124; MN Nr.19, 6. März, S.180;
Nr.31, 17. April, S.294) Siehe: 1783, 1786, 1788, 1804.
   Im Haus von Semskow spielt im Mai ("im Deutschen
Viertel in der Alten Apotheke") eine Gesellschaft
Marionettenschauspieler "verschiedene Komödien mit
großen holländischen Marionetten, die so kunstvoll
hergestellt sind, daß sich ihre Köpfe, Arme und Beine
bewegen, als wären sie lebendig". (MN Nr.36,
4.Mai,S.339).

   Ab 21. September führt im Hause des englischen
Kaufmanns Riegel in der Morskaja Straße Nr.134 ein aus
London gekommener Mechaniker namens Joseph Edwards

                            75
"für das ehrbare Publikum folgende erstaunliche
Maschinen" vor:
"1.) einen silbernen Schwan, der auf dem Wasser
schwimmt und auf Wunsch des Publikums verschiedene
Nummern, Buchstaben und Namen zusammensetzt;
2.) eine Puppe, die angelehnt an eine Säule verschiedene
Buchstaben und Namen auf Wunsch des Publikums
schreibt;
3.) einen Baum an dem vor den Augen der Zuschauer
Früchte reifen". Der Eintrittspreis ist 50 Kopeken. (S.P.N.
Nr.76, 20. September, S.719) Vgl: 1783.

                      1785
   Im Januar zeigt im Hause des Fürsten Jakow
Alexandrowitsch Golizin ("in der Malorossijka") ein vor
kurzem hier angekommener Iwan Lamina mit Genossen
"außer einem Kamel und einem Affen, deren Bewegungen
sehr belustigend sind", auch "mechanische Figuren, die wie
von selbst tanzen, ohne daß man sie berührt, begleitet von
einer wunderbaren, noch nie gehörten Musik". (MN Nr.6,
18. Januar, S.66).

   Am 3. Juni sendet der Cellist der Grande Opera Ivar aus
Paris, das von ihm auf Bitte des Grafen N.P. Scheremetew
bestellte Modell eines tragbaren Theaters nach Moskau.
Der Maßstab ist 1 Fuß = 1 Düjm. In einem Brief,
abgesandt am selben Tag, schreibt Ivar: "Dieses Modell
eignet sich nicht nur zum Reproduzieren in einem größeren
Maßstab, sondern auch dazu, die Kenner von Kunst und
Mechanik in Erstaunen zu versetzen... Dieses Modell kann
man beim Abendessen auf den Tisch stellen, was eine
große Neuigkeit sein wird... Das Theaterstück "Die

                            76
verzauberte Insel" zeigt im ersten Akt einen bezaubernden
Wald. Im zweiten Akt wird ein Berg mit vier
Verwandlungen dargestellt. Im dritten Akt - die Fassade
eines Doms, im vierten Akt - eine Meeresansicht... Zur
Handhabung dieses kleinen Theaters sind zwei Personen
nötig. Sie müssen durch zwei Schirme verdeckt sein, dann
machen alle Verwandlungen einen erstaunlichen
Eindruck."

   Im September schreibt Scheremetew an Ivar: "Es fehlen
mir Worte, um Ihnen meine Freude und meinen Dank
auszudrücken. Alle, die Ihr Theatermodell gesehen haben,
sind entzückt darüber. Das ist wirklich ein großartiges
Ding!" (Zitiert nach N.A. Jelisarowa "Die Theater von
Scheremtews". M. 1944, S.401, 403, 409).

                     1786
   Ab 25. März führt Joseph Kiosa im Theater des
Moskauer Erziehungshauses chinesische Schatten vor. Der
Eintritt kostet von 1 Rubel bis 50 Kopeken. (MN Nr.24,
25. März, S.260) Siehe: 1783, 1784, 1788, 1804.

                     1787
   Ab 12. Juni zeigt ein Komödiant aus Venedig, der vor
kurzem hierher kam, im Hause von Tschirikow ("am
Warwarski Tor gegenüber dem Erziehungshaus") eine von
ihm erfundene und gebaute Maschine, die "Chinesisches
Amphitheater" heißt. Das sind zwölf kleine Theaterchen,
jedes hat eine andere Dekoration, im Hintergrund sieht
man eine Feuerwerkmaschine, die nach chinesischer Art
ohne Feuer, Pulver und Rauch funktioniert; es werden auch
                           77
verschiedene Figuren in verschiedenen Farben vorgeführt.
(MN Nr.47, 12. Juni, S.440).

   Im Oktober zeigt der "Maler und Mechaniker"
Eherenslein im Theater des Kadettenkorps des Landheeres
eine "von ihm erfundene neue Maschine, die unter dem
Namen großes Lichttheater bekannt ist". "Dabei handelt es
sich weder um eine optische Maschine, noch um
chinesische Schatten, noch um ein anderes Puppenspiel.
Das ist eine ganz besondere, hier noch nie gesehene
mechanische Maschine, die die Bewegungen von Horizont,
Erde, Luft, Wasser und Tiere in natürlichen Farben
vorstellt und bei jeder Vorstellung von Landschaft, Städten,
Meer, Wald und Sturm auch Menschen und Tiere zeigt, die
entsprechend der Situation handeln. Die Liebhaber von
Malerei und Mechanik werden daran viel Spaß haben."
(S.P.N. Nr.81, 8. Oktober, S.104).
   Es ist anzunehmen, das ein ähnliches optisches-
mechanisches Theater von Eherenslein in Warschau 1781
demonstriert wurde. Siehe: Waszkiel, S.35.

                       1788

  Ab 15. März bis 9. April demonstriert Joseph Kiosa "mit
Genossen" im Hause des Fürsten Alexander Wassiljewitsch
Chowanski ("in der Nähe der Pokrowka-Straße")
chinesische Schatten "dreimal jede Woche d.h. sonntags,
mittwochs und freitags".
   Vom 30. April bis 14. Mai tritt Kiosa in einem anderen
Haus auf, nämlich im Haus von Rjasanow in der
Leonjewskaja Gasse. Das Programm der Vorstellung
enthält noch einen zweiten Teil, in dem der Mechaniker
Megelius "verschiedene sehr interessante mechanische und
                            78
mathematische Kunststücke zeigt". Der Preis der beiden
Vorstellungen ist von 1 Rubel bis 25 Kopeken angesetzt.
(MN Nr.22, 15. März, S.220; Nr.35, 29. April S.340;
Nr.39, 13. Mai, S.374) Siehe: 1783, 1784, 1786,1804.

   Ab 16. März zeigt der Italiener Speransoni "mit
Kompanie" im Haus von Ashejew ("in der Pokrowka-
Straße, nach der Kirche Johann des Täufers") eine "neu
erfundene lustige Puppenkomödie unter dem Titel "Nanan
de Liliput" (in den nächsten Bekanntmachungen - "Lili
Putanische Zwerge"). Gespielt wird "in französischer und
italienischer Sprache" "jede Woche donnerstags, sonntags
und dienstags". Der Eintrittspreis reicht von 1 Rubel bis 50
Kopeken. (MN Nr.21, 11. März, S.209; Nr.23, 18. März,
S.230).

   Nach einer Auslandsreise in den Jahren 1786-1788
bringt F.W. Rostoptschin aus Berlin ein interessantes
mechanisches Spielzeug mit. Das Spielzeug habe er von
einem preußischen Major bekommen, der ein Kartenspiel
mit ihm verloren hat, wie Rostoptschin erzählt. "Im
Zimmer, in dem gespielt wurde, stand ein großer runder
Tisch, darauf war ein Heer aufgestellt. Der Major berührte
eine Feder, und die Figuren begannen sich zu bewegen und
zu exerzieren, als wären sie echte Soldaten, die um
militärische Ordnung wissen. Das ist alles, - sagte der
Major, - was mir mein Vater hinterlassen hat. Er war ein
enthusiastischer Militär und sammelte sein Leben lang
Figuren für dieses Kabinett . Nehmen Sie das, damit
bezahle ich meine Schuld".
   Die nächste Episode fällt offenbar in das Jahr 1793, als
Rostoptschin an den sogenannten "Kleinen Hof" (dem Hof
von Pawel Petrowitsch) abkommandiert war: "An einem
Morgen kommt zu mir der Adjutant des Kronprinzen
                            79
(Pawel Petrowitsch) und sagt, der Großfürst wünsche
meine Figurensammlung zu sehen und wolle zu diesem
Zweck zu mir kommen. Selbstverständlich antworte ich,
daß ich selbst die Sammlung dem Kronprinzen bringe. So
kam ich und stellte meine Spielfiguren auf. Der Großfürst
war begeistert.. Zuletzt schlug der Großfürst vor, ich solle
ihm das Spielzeug verkaufen. Ich antwortete, ich könne das
nicht verkaufen, aber wenn es mir erlaubt werde, möchte
ich es schenken. Pawel nahm mein Geschenk an und
umarmte mich..." (Zitiert nach: M.A. Dmitrijew
"Kleinigkeiten, die ich im Gedächtnis behalten habe". M.
1869, S.231-232).

                       1789
   Im März zeigt der Italiener Fiandini der aus St.-
Petersburg kommt, im Hause des Fürsten Golizyn ("in der
Nähe der Malorossejka Straße im 5. Teil des 2. Viertels")
verschiedene Gaukelspiele ("noch nie gesehene
Kartenkunststücke und Jonglieren mit Ballons") und auch
bewegliche Puppen, die auf italienische Art hergestellt sind,
Burattino heißen und miteinander reden. Vier Personen:
Pulcinella, Brighella, Pantalone und Doktor und viele
andere spielen eine lustige Komödie. "Die Vorstellung wird
täglich bis 8 Uhr abends" gegeben. Eintrittspreis 50 und 25
Kopeken. (MN Nr.18, 3. März, S.183) Siehe: 1790.
   Von März bis April zeigt der Engländer Sanders im
Hause von Rjasanow ("zwischen der Twerskaja und
Nikitskaja Straße in der Leontjewskij Gasse") "seine Kunst
im Gleichgewichthalten und andere Heldentaten mit vielen
Variationen. In seinem kleinen Theater Fantocceni, das mit
ausgezeichneten Dekorationen geschmückt ist, wird er
mittels kunstvoll ausgeführter Figuren verschiedene Tänze

                             80
vorführen". Anfang April macht Sanders bekannt: "In
seinem kleinen Theater wird mit großer Naturtreue die
Eroberung der Stadt Otschakow aufgeführt". Eintrittspreis
1 Rubel bis 25 Kopeken. (MN Nr.19, 7. März, S.197;
Nr.30, 14. April, S.320) Siehe:1790.

                       1790
    Von Ende Januar bis Ende April zeigt der Engländer
Sanders im Hause von Rjasanow in der Leontjewskij Gasse
Balancieren auf dem Draht und Puppenvorstellungen. "Er
trat auch mit sehr viel Erfolg am Hofe des Kaisers auf".
Sanders macht bekannt, daß er in seinem "neuerfundenen
Theater "Fontaccina" den chinesischen Gesandten Arlekin
mit vielen ausgezeichneten Dekorationen zeigen wird; die
Zuschauer werden Seeschlachten und andere interessante
Dinge sehen; alles wird von schöner Musik begleitet und
am Ende der Vorstellung werden Götter und Göttinnen er-
scheinen". Sanders fügt hinzu: "wegen Raummangel kann
er nicht alles ausführlich beschreiben; will man eine nähere
Information haben, soll man sich an ihn wenden". (MN
Nr.7, 23. Januar, S.98-99; Nr.13, 13. Februar, S.184;
Nr.21, 13. März, S.314; Nr.32, 20. April, S.465) Siehe:
1789.

   Im Februar bis April zeigt der Italiener Fiandini im
Haus des Fürsten Golizyn Kunststücke und "Puppen, die
Burattini heißen". Hier führt er auch "eine von ihm aus
Paris mitgebrachte mechanische Figur vor, die sehr
interessant agiert. Sie reitet auf einem Seil und hat dabei
sehr viel Ähnlichkeit mit einer Uhr". Eintrittspreis 50 bis
25 Kopeken. (MN Nr.15, 20. Februar, S.225; Nr.32, 20.
April, S.466) Siehe: 1789.

                            81
   Im März führt der Italiener Antonio Belli im Haus
Nr.356 am Wosneseuski Prospekt eine "von dem
berühmten Pariser Mechaniker Filioce neuerfundene
Voltigeurmaschine vor, die die Gestalt einer Frau hat,
welche auf einem fest gespannten Seil verschiedene ver-
wunderungswürdige Körperbewegungen macht". (S.P.N.
Nr.18, 1. März, S.288; Nr.37, 7. Mai, S.597).

                      1792
    Im Märzheft der Zeitschrift "Zuschauer" schreibt der
Herausgeber I.A. Krylow: "Dann stand unser Herr, unser
Momos auf, verneigte sich höflich vor den versammelten
Göttern und äußerte seine Meinung. Sehr verehrte Herren,
- begann er, - ich habe das Glück ein Gott des Spottes zu
sein, und die Erde gehört mir in höherem Grade als irgend
einem anderen Gott; der Mensch kommt zur Welt und
stirbt als mein Sklave; und ich muß gestehen, daß ich es
liebe, mich mit diesen denkenden Puppen zu
beschäftigen..."

   Im Maiheft findet man folgendes Fragment: "An dem
größten Teil aller Neuerungen beeindruckt uns nicht der
Nutzen, sondern das Neue. Auf unseren Jahrmärkten
gaffen Leute auf die buntgekleideten Puppen, ohne sich zu
fragen, was darin ist und warum sie sich bewegen..." (S.P.,
S.150, 28).

                      1794
  Im März macht die Zeitung "St.-Petersburger
Nachrichten" bekannt, daß ein Italiener in die Stadt kam
                            82
und ein neuerfundenes Puppenspiel mitbrachte. "Seine
Puppen sind entsprechend dem italienischen Geschmack
gekleidet, sie stellen Arlekin, Pantalone und andere vor, sie
sprechen miteinander, machen lustige Körperbewegungen,
und können deshalb zur Belustigung der Kinder dienen".
(Nr.24, 24. März, S.559).

    Von September bis Oktober zeigt die Witwe
Milchmeier, die aus Preußen kommt, in der Riga-
Schankstube ("gegenüber dem Tanzklub") "eine kunstvoll
hergestellte mechanische Uhr, die 10 Stücke spielt". "Das
Uhrenkabinett ist aus Mahagoniholz gemacht und hat zwei
Türen. Wenn die Türen aufgehen, sieht man ein schönes
Dorf, auf dessen linke Seite eine Schankstube liegt. Über
der Schankstube hängt eine Glocke, ein Schornsteinfeger
steigt aus dem Schornstein, schlägt die Zeit mit seinem
Besen und verschwindet nach dem letzten Schlag wieder in
dem Schornstein. Unter einem Baum sitzt ein Schäfer und
spielt Flöte, ein berittener Postbote begleitet die Flötentöne
mit seinem Horn. Der Schankwirt erblickt den Postboten
und befiehlt dem Dienstmädchen, Wein für ihn zu bringen.
Das Mädchen kommt und bringt eine Flasche Wein und ein
Glas, ein Hund folgt ihr und bellt den Postboten an. Dann
gehen sie ab, und die Türen werden geschlossen. Auf dem
Kabinett ist eine Schlagwerkuhr angebracht. Sie ist sehr
schön verziert. An beiden Seiten der Uhr sitzen 2 Vögel,
die sehr natürlich singen, und oben auf der Uhr hockt ein
Hahn und kräht laut "Kikeriki". Zum Schluß tritt ein
Papagei auf. Er antwortet auf verschiedene Fragen und
singt eine Arie. Für den Eintritt zahlen vornehme
Herrschaften nach Belieben, die übrigen 25 Kopeken. Für
denselben Preis kann man auch noch eine prachtvolle
perspektivische Illumination sehen. Anfang November
macht Frau Milchmeier bekannt, daß sie "bald wegfahren
                              83
will" und setzt den Eintrittspreis auf 15 und 10 Kopeken
herab. (S.P.N. Nr.77, 26. September, S.1789; Nr.90, 10.
November, S.2098) Siehe: 1795, 1796, 1798, 1799.

   Am 20. Dezember teilen die "Moskauer Nachrichten"
mit: "Am nächsten Mittwoch, den 27. Dezember, werden
im Hause von Frau Naryschkina in der Leonjewskij Gasse
in einem neu eröffneten Theater sogenannte Pantegonisten
oder Holzschauspieler vorgestellt. Die Zuschauer werden
auch hinesische Schatten, eine Opera-Buffa und Ansichten
verschiedener Städte sehen.... Eintrittspreis: 1.Reihe - 1
Rubel, 2. Reihe - 50 Kopeken, 3. Reihe - 25 Kopeken.
   Am 30. Dezember erscheint folgende Bekanntmachung:
"Die Truppe des Pantegonistentheaters bittet das Publikum
um Entschuldigung: die versprochene Vorstellung konnte
nicht stattfinden, weil einer der Hauptdarsteller unerwartet
erkrankt war. Man versichert, daß man sich bemühen will,
das unvorhergesehene Unglück am 4. Januar 1795
wiedergutzumachen. (Nr.101, 20. Dezember, S.1944;
Nr.104, 30. Dezember, S.1997).

                      1795
   Im Januar führt die Witwe Milchmeier, die "aus
Frankfurt gekommen ist", im Hause des Hofrates Rost in
der Petrowka-Straße eine "kunstvoll hergestellte
mechanische Vokaluhr" vor. Eintrittspreis: 1 Rubel.
   Mitte November wird noch einmal mitgeteilt: "Frau
Milchmeier, die die Ehre hatte, ihre mechanische Uhr dem
Publikum vorzuführen, bittet verehrtes Publikum
ergebenst, sie nicht zu verlassen, sondern noch einmal ihre
Vorstellungen zu besuchen. Eintrittspreis nach Belieben.


                            84
(MN Nr.5, 17. Januar, S.117-118; Nr.92, 17. November,
S.1745) Siehe: 1794, 1796, 1798, 1799.

   Ein "Italiener aus Venedig" macht bekannt, daß er von
März bis April in Privathäusern "ein kleines bewegliches
Theater mit kleinen Komödianten aus Holz vorführt, die in
drei Sprachen spielen: französisch, italienisch und deutsch,
und dabei sehr viel komisches und lustigesagen". (MN
Nr.19, 7. März, S.474; Nr.33, 25. April, S.767).
   Im Buch von I.I. Dmitrijew "Das Allerlei", das in St.-
Petersburg erschien, ist ein Gedicht unter dem Titel "Die
Heuchlerin" enthalten, in dem das Puppentheater erwähnt
wird:

        Mach der deutschen Mode
ist es der russischen Ehefrau heute erlaubt,
in einer angenehmen Freiheit zu leben.
Ohne Bedenken kann die Ehefrau
allein oder mit einem Hausfreund
das Karussell am Sonntag besuchen,
oder aus Langeweile in ein Puppentheater gehen,
oder den Schatten des Marienhains genießen ....

                      1796
   Im Januar zeigt der Italiener Kovalotti in der
Gorochowaja Straße Nr.881 um 4 Uhr nachmittags
"mechanische Figuren, welche die Geburt Christi und
verschiedene andere Ereignisse vorstellen". Eintrittspreis:
50 und 25 Kopeken. Ende des Monats erscheint eine
Bekanntmachung, die sich auf die oben erwähnte Adresse
bezieht, und in der es heißt: "dort, wo während der vergan-
genen Weihnachten Wertep und die Geburt Christi gezeigt

                            85
wurden, werden ein ganzes optisches Theater, eine Krippe
und ein kleines physikalisches Feuerwerk verkauft".
(S.P.N. Nr.1, 1. Januar, S.12; Nr.9, 29. Januar, S.181) Es
ist möglich, daß es sich hier um denselben Rafael Kovalotti
handelt, der einen Wertep in Warschau Ende 1793
vorführte. Siehe: Waszkiel, S.84.

   Ein "Italiener, der vor kurzem angekommen ist", teilt
mit, daß er von März bis April in Privathäusern "Burattini
zeigt, die nach italienischer Art Pulcinella, Pantalone,
Arlekin, Bri-ghella spielen und entsprechend gekleidet
sind". "Sie sprechen mit verschiedenen Stimmen und
spielen in einem kleinen beweglichen Theater lustige
Komödien". (MN Nr.24, 22. März, S.518; Nr.30, 12.
April, S.654) Siehe: 1797.

   Im Juni bittet die "Witwe Milchmeier" "das verehrte
Publikum, ihr die Ehre zu erweisen und sie zu besuchen,
um ihre mechanische Vokaluhr mit Illumination zu sehen".
Ihre Adresse ist die Roshdestwenka Straße, im Hause von
Michael Lwowitsch Ismaij-low. Der Eintrittspreis ist 25
Kopeken. (MN Nr.46, 7. Juni, S.925). Siehe: 1794, 1795,
1798, 1799.

                      1797
   Am 2. Januar reicht der Wandermusikant Schrers ein
Gesuch an den Kaiser Pawel I. ein, in dem es heißt, er sei
ein Ausländer, geboren in Schweberg, lebe aber seit seiner
Kindheit in Rußland; er habe zur Zeit keine andere
Möglichkeit, für den Lebensunterhalt zu verdienen, als im
Dienst von wandernden italienischen Musikanten; da es
aber nicht erlaubt sei, könne er weder sich noch seine

                            86
Familie ernähren; er könne nicht in seine Heimat
zurückkehren, da er hier in Rußland geheiratet habe; mit
herben Tränen bitte er den gnädigsten Kaiser um Er-
barmen; damit seine Familie nicht zu der tiefsten Armut
verurteilt sei, möge es ihm erlaubt werden, mit
chinesischen Wandschatten und einer Orgel zu wandern.
(ZSAaA, F.1239, V.3, S.60671, B.1).

    Im Januar führt der Mechaniker Tavene im Haus von
Iwan Alexejewitsch Uschakow ("in der Pokrowka Straße
gerade gegenüber der Apotheke") "eine berühmte
englische, in ganz Europa bekannte mechanische Maschine
vor, die den Namen "der große Mogul" trägt". "Es wird
vorgestellt, wie der König Großer Mogul auf dem Rücken
eines Elefanten in die Hauptstadt Kina einzieht. Der
Elefant bewegt sich als wäre er aus Fleisch und Blut.
Dasselbe gilt von dem König... Die Maschine kann von
nachmittags um 4 bis abends 8 Uhr alle halbe Stunde
gesehen werden."

   Im April macht Tavene bekannt, daß "er seine
verbesserte mechanische Maschine vorführt, die aus zwei
mannshohen Bronzefiguren besteht, die Flöte spielen; die
dritte Maschine stellt einen Knaben dar, der sie mit einer
Trommel begleitet und den Kopf bewegt". Eintrittspreis: 1
Rubel. Ende April wird der Preis auf 50 Kopeken
herabgesetzt. (MN Nr.3, 10. Januar, S.42; Nr.29, 11.
April, S.633; Nr.34, 29. April, S.739).

   Im März macht der Italiener Joseph Fere ("Ferrie"), der
"hierher vor kurzem gekommen ist", bekannt, daß er in
Privathäusern "verschiedene kleine neuerfundene Burattini
zeigt, die in der Art des italienischen Theaters die Rollen
von Pulcinella, Pantalone, Arlekin, Brighella u.a. spielen".
                             87
(MN Nr.19, 7. März, S.394-395) Siehe: 1796, 1798,
1799, 1800.

   Im Dezember gibt ein unbekannter Puppenspieler
bekannt, daß "jeder, der es wünscht, in seinem Hause einen
geistlichen Wertep zu sehen, in dem die ganze Geschichte
der Geburt Christi dargestellt ist, soll im ersten Laden in
der Siebenten Linie nachfragen". (S.P.N. Nr.103, 25.
Dezember, S.2361) Siehe: 1798.

   Ende Dezember zeigt der Mechaniker Tavene
("Tavenet") im Saal des Herrn Lion, des Besitzers der
Maskerade ("Eingang durch das Tor am Kanal Nr.48")
"zwei mechanische Figuren aus London, aus dem Kabinett
des Herrn Cook". "Das eine stellt den Triumphmarsch des
Kaisers Großen Mogul dar, ist aus Bronze gefertigt,
vergoldet und mit Edelsteinen verziert und macht viele
mechanische ganz wunderbare Bewegungen. Das andere
zeigt zwei mannshohe Statuen, die einzeln und zusammen
Flöte spielen. Zwischen ihnen steht ein Knabe, der
Trommel schlägt und mit dem Fuß den Takt bezeichnet,
und sich nach dem Ende jedes Musikstücks vor dem
Publikum verbeugt". Eintrittspreis: 1 Rubel. "Vornehme
Personen zahlen nach Belieben". (S.P.N. Nr.104, 29.
Dezember, S.2381).

                      1798
   Im Januar zeigt der Ausländer Meyer "im Haus des
Herrn Stolypin" in der Snamenka Straße "verschiedene
physikalische und mechanische Schatten". (MN Nr.3, 9.
Januar, S.41).


                            88
     Ab 14. Februar zeigt der Komödiant Pinetti "im
Theater des Kammerherrn Demidow im Deutschen Viertel"
im Programm seiner Vorstellung einen "Otomat, der zur
Musik auf dem Seil tanzt und das Publikum in Erstaunen
versetzt". Eintrittspreis: 3 Rubel bis 50 Kopeken. Anfang
März erklärt Pinetti, daß er nach Berlin fahre und bereit
sei, seinen "Otomat" zu verkaufen. (MN Nr.11, 6. Februar,
S.237; Nr.20, 10. März, S.442).

   Im Februar macht der Italiener Fere bekannt, daß er in
Privathäusern "neuerfundene Burattini" zeige. (MN Nr.17,
27. Februar, S.371) Siehe: 1796, 1797, 1799, 1800.

    Im April heißt es in einer Anzeige in den "Moskauer
Nachrichten": Es wird ein pantegonisches Theater mit
Maschinen verkauft, das verschiedene Dekorationen,
europäische Perspektive, das Meer mit echten Schiffen, und
außerdem chinesische Schatten mit durchsichtigen Bildern
zeigt. (MN Nr.28, 7. April, S.614).

   Im April bietet die Witwe Milchmeier "einen Kasten mit
optischen Illuminationen zum Verkauf an, dessen Preis 50
Rubel ausmacht". (MN Nr.31, 17. April, S.665) Siehe:
1794, 1795, 1796, 1799.

   Im Dezember können "alle, die in ihrem Hause einen
Wertep zu sehen wünschen, sich beim Gesangslehrer in der
Kasaner Kirche melden". (S.P.N. Nr.103, 24. Dezember,
S.2603) Siehe: 1797, 1802.

                     1799


                           89
   Im Januar werden im Haus Nr.151 an der Blauen
Brücke täglich außer Dienstag und Freitag chinesische
Schatten gezeigt. (S.P.N. Nr.1, 4. Januar, S.12).

   Ab 6. März führt der Mechaniker Karl Enslen "im
öffentlichen Theater im Haus des Herrn Kuschelew" sein
"mechanisches und optisches Kabinett" vor.

   Am 5. April wird in den "St.-Petersburger Nachrichten"
mitgeteilt, daß in den nächsten Tagen im Theater des Herrn
Kuschelew die letzten mechanischen Vorstellungen
gegeben werden. Eintrittspreis: Loge - 10 Rubel, Sessel - 2
Rubel, Parkett - 1 Rubel, Galerie - 50 Kopeken. (S.P.N.
Nr.18, 5. März, S.383; Nr.27, 5. April,S.631).

    Ab 15. März zeigt der Italiener Celli "mit Genossen"
"im großen Saal des Hauses von Boris Michajlowitsch
Saltykow in der Nikitskaja Straße" "Chinesische Schatten
und italienische Hunde aus englischer Schule". (MN
Nr.21, 12. März, S.474).

   Im Oktober bietet die Witwe Miller (Milchmeier?), die
an der Steinbrücke Nr.121 wohnt, eine kunstvoll
hergestellte mechanische Uhr zum Verkauf an. Die Uhr
spiele Flöte, Harfe und Baß, insgesamt 10 Musikstücke
und stelle vor:
1.) ein schönes Dorf mit einer Schankstube im linken Teil;
aus dem Schornstein der Stube steige ein Schornsteinfeger,
schlage die Stunde und verschwinde nach dem letzten
Schlag wieder im Schornstein; im rechten Teil sitze ein
Schäfer unter einem Baum und spiele Flöte, nicht weit von
ihm spiele ein berittener Postbote Horn;
2.) einen Schankwirt, der aus dem Fenster einem
Dienstmädchen befehle, dem Postboten trinken zu geben;
                             90
das Mädchen bringe Weinflasche und Glas, hinter ihr her
laufe ein Hund, der den Postboten anbelle. Daneben sitze
ein Papagei, der 50 Wörter wisse, Fragen beantworten und
Arien singen könne.

    Außerdem teilt die Witwe Miller mit, daß sie die oben
erwähnte Uhr und eine perspektivische Illumination gegen
einen Eintrittspreis von 25 Kopeken zeige. (S.P.N. Nr.84,
21. Oktober, S.2114) Siehe: 1794, 1795, 1796,1798.

   Im Dezember zeigt "der Italiener Fere, der vor kurzem
hierher gekommen ist" verschiedene lustige Puppenstücke
in einem Theater mit Musik auf italienische Art. (S.P.N.
Nr.103, 27. Dezember, S.2612) Vgl. 1796. Siehe: 1797,
1798, 1800.




                     ABKÜRZUNGEN

PB - "St.-Petersburger Blatt"
RA - "Russisches Archiv"
RI - "Russischer Invalide"
RAL    - "Russisches Altertum"
SPN - "St.-Peterburger Nachrichten", "Beilage"
                          91
NB - "Die Nordbiene"
NT - "Nachrichten des Tobolsker
                Gouvernements"
ZSAaA - "Zentrales Staatliches Archiv alter Akten"
CPP - "Chronik des Puppentheaters in Polen"
NMSP - "Nachrichten der Moskauer Stadtpolizei"
NSPSP       - "Nachrichten der St.-Petersburger
                Stadtpolizei"
WT - "Woronesher Telegraph"
HN - "Historische Nachrichten"
KGN - "Kasaner Gouvernementsnachrichten"
KA - "Kiewer Altertum"
KT - "Kiewer Telegraph"
MN - "Moskauer Nachrichten"
MGN - "Moskauer Gouvernementsnachrichten"
MT - "Moskauer Telegraph"


UH - "Unsere Heimat"
BA - "Besondere Anzeigen"
ZShAM - "Zentrales Staatliches historisches Archiv
Moskau"



F. - Fond
V. - Verzeichnis

                                92
S. - Sache
B. - Blatt




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110
111
112
                      PREFACE
    You have in front of you a history of the puppet theatre
in Russia, written by History itself, rather than by a
historian. There are practically no comments in it. Only
facts.
    "The Chronicles" gives you freedom to treat it
differently, but it also has very rigid framework, which
no future researcher or commentator would feel free to
leave.
    It is a form of the basement, on which to build structures
of future research, books, articles and reports. In their
absence so far, "The Chronicles" is in itself a history
book addressed to a most wide audience.
    The history of the puppet theatre is not a subject
isolated from other phenomena. It is but one of the sections
of the general history of theatre. It can neither be
understood, nor learnt without having the knowledge of
the history of the theatre art. And vice versa, the general
history of the theatre is not complete and not objective
without a due reference to the course of history of the
playing puppets.
    An attentive reader is sure to immediately notice that the
stream of facts, named the history of the puppet theatre
in Russia of the 15 - 18th centuries consists of two sub
streams, as it were. One of these ( let us use the tentative
term "the official theatre") contains information gleaned
from theatre bills, newspaper articles and advertisements.
The other ( with the same degree of tentatively it can
be called "the low theatre") has been gathered from the
reports of archaeological expeditions, notes of travellers,

                            113
remarks by ethnographers and Police protocols). "The
official" puppet theatre always existed at the level of
recognition by the state and with its support. The "low"
puppet theatre existed at the very bottom on the Russian
urban and rural life, and addressed "low" people, never
recognised as a cultural phenomenon. These are two
streams, two cultures, two theatres.
    Undoubtedly, in both "official" and "low" theatres we
find a subdivision on the worldly and religious categories.
    Quantitatively, information published here gives
little chance to the "low" theatre. Especially, in its
mundane variety. What information we have about it is a
few indistinct remarks accompanied by the epithet
"obscene". Owing to these, if nothing else , we can state
that such theatre existed. Not much more than this.
    "The Chronicle" begins with information about clay
puppets of the 15th centuries,            unearthed by the
archaeologist M.Rabinovich. These puppets were found
during excavations in the centre of Moscow, and they
presumably were part of the "skomorokh" (the Russian
jester) outfit. Who were those jesters - newcomers from
Byzanthium,       Russian jesters, or German or Dutch
"spielers" - is not known. What is clear is they were
used to make people merry in the Russian capital in the
15th century.
    At approximately the same time Archbishop Avrami
of Suzdal, who happened to find himself in the German
city of Lubeck, described "a miracle beyond reasoning
and hard to express in words" - a puppet show he had seen
there focusing on the story of Christmas. Judging by the
Archbishop's response, Russia knew no such performances
in the 15th century. For the first time they are mentioned a
century later. In Novgorod, in the so-called "furnace act"
where one puppet portrayed an Angel, who saves three
                             114
boys from burning, and in Stavischi (then the Polish
territory, and later - Malorossiya, or Ukraine), where a
vertiep cabinet , seen by E.Izopolsky was first made in
1591.
    Beginning with what is known as "the Troubled Times"
(the 17th century ) this poor information stream becomes
wider. The reasons for this were numerous. These
include the Polish invasion, which brought with it
elements of the European theatre culture, and the Thirty-
year war (1618-1648) raging in Europe, and sending
many German and Dutch spielmen to Russia. And finally,
a steady orientation of Russia towards the West and more
numerous cultural contacts with European countries.
    In 1606 False-Dimitry puts up a wheeled fortress on
the ice of the Moskva-river in the shape of a huge mon-
strous puppet, which moved , and opened its mouth of a
"monster of the Hell". A quarter of a century later, in the
1730s the German traveller and diplomat Adam
Olearius sketches and comments on a puppet show he
watched in Moscow - again. From Olearius' description
it is easy to understand that in the first third of the 17th
century programmes of jesters' shows included puppet
performances. Quite obscene in contents, they could be
referred to the category of the "low" puppet theatre. They
used an interesting curtain design, cut like a skirt.
    They were, presumably, performances of "glove
puppets", but it is also quite probable that puppets of the
design found by M.Rabinovich was used, or those
"puppets      on    boards", described by the historian
M.Pyliayev.
    The trend of creating official puppet shows can be
traced back to 1672, when, on orders from the Tsar
Alexei Mikhailovich, the Colonel on Staden was sent
to the Leipzig-based master Johann Velten - a well-
                             115
known German puppeteer, the maker of the shows known
as "Haupt und Staatsakzionen", in which the puppets, the
actors, their masks - and genres - were densely tied up in a
whole performance.
    Whether or not Velten responded to the invitation is
not known. What is that theatre in Russia was taken to
hand by the pastor of the German village Johann Gregory -
a supporter and a follower of Velten's. In the repertoire of
the theatre at the Russian court, we can find the titles of
the performances shown by Velten. And a list of
theatre props found in the archives is an evidence that
puppet theatre techniques were extensively used in those
first theatre performances in Russia.
    In late 1690s the would-be senator P.Tolstoi, having
visited Venice, mentioned marionette theatres existing
there(p.134), and a year later there were three companies
of European puppeteers based in Moscow. Among them -
Ivan Antonov. His real name was Ian Anton Splavsky,
who was registered as a "captain", "a puppeteer of the
Hungarian descent". ( The"captain" may sooner be his
actor's employ rather than a military rank ).
    Splavsky was born in Britain and was a remark-
able character. Other foreign puppet companies were based
in Moscow about that particular time. Some would
arrive as part of the suites of ambassadors of foreign
states. One example is Gotfried Kaulitz, a puppeteer
who arrived together with the Dutch ambassador Paul
Gentz as "his man". The documents published by
"The Chronicle" tell the reader about the strife between Ian
Splavsky and Gotfried Kaulitz .
    At the turn of the 18th century performances of the
puppet vertiep theatre were reported in Kiev.
    In the 18th century, dubbed "the age of play", puppet
performances were very popular in Russia, taken by the
                             116
thankful audiences with all the fervour of their souls eager
to watch new performances.
   In the first half of 1700 on orders from Peter I a group
of puppeteers headed by Ian Splavsky for the first time
in Russia leaves Moscow to tour cities along the Volga,
with Astrakhan as their destination . The company is made
up of foreign puppeteers, but there is a Russian among
them, "Petrushka Ivanov". The Polish puppeteer Osip
Zakharov ( his real name was Osip Yakubovsky - who was
head of the Yakubovsky dynasty of puppeteers who
worked in Moscow in the 18th century).
   In August of the same year "on orders from the great
tsar" another company leaves on tour of "the cities of
Malorossiya" to reach the court of the General Ivan
Stepanovich Mazepa. In it, together with foreigners there
is "the Russian Ivashko Ivanov".
   Therefore the 18th century was opened by two big tours
of puppeteers. Most significantly, those were the first
tours in Russia.
   In 1701 and 1702 Ian Splavsky, who is already a
familiar name, visited Gdansk twice, where, on orders
from Peter I, he had negotiations with Johanne Kunst, the
leader of a well-known theatre company, a follower of
Johann Velten. The first trip bore no fruit because of the
rumours about the total absence of any rights for foreigners
in Russia spread by the puppeteer "Captain" Johann
Gordon, who had fled Moscow.
   After his second visit, during which guarantees of the
Russian tsar were given to Kunst by the Chief of
Foreign Ministry Lyapunov, the Kunst company was
delivered to Moscow, although not without some
adventure. In the Russian theatre history the company
remains as "The Theatre of Kunst-Furst".

                           117
    Apart from performances in Russia by Western pup-
peteers and "Haupt und Staatsakzionen" the years of the
rule of Peter I saw all kinds of allegory acts, masquerades,
fireworks, which used puppet theatre techniques.
    Foreign puppeteers taken prisoner during the North
War also contributed to the spreading of puppetry on the
Russian territory .
    If in the early 1700s the puppet theatre in Russia was
developed under the influence of Anglo-German, Dutch,
and Polish puppeteers, in the 1730s Russia knew a
powerful impact of the Italian puppetry . A commedia
dell'arte company operating here in the days of the
Empress Anna Ioannovna brought in Russia at least 4
puppet companies, and several plays about the adventures
of Pulcinella. One of the leading actors in the company
- Pietro Mirro became the favourite jester of her Majesty
- Petrukha Farnos. Many connect this with the
appearance of the Russian Petrushka as a character of a
folk puppet comedy. Still, no documents about the "low"
character of the Petrushka theatre in the 18th century
have been discovered . There is though, a semi-mute
mentioning of "there existing worse comedians" who
"roam" the fairs, where low people enjoy their indecent
shows" (pp.144,145)
     The first theoretical article on the art of the theatre,
published in Russia in 1773, has a surprisingly subtle
and precise definition of the puppet theatre, where
"soulless figures... show the nature of things quite
properly".
    The same year Johann Siegmund with his wife
Elizabeth begin working in Moscow and St. Petersburg.
Their puppet theatre, which has in its repertoire "Don
Juan", "Joseph","Ester", "Dorothy", and other shows, was

                            118
designed to exercise tremendous influence on the theatre
culture in Russia.
   Johann Siegmund will become the owner of "the ex-
clusive licence" to show free German comedies in
Moscow, Petersburg, Riga, Vyborg and Narva, and he
will build first stationary puppet theatres.
   Side by side with mundane plays religious puppet
performance also develop, which was marked in
Siberia (Irkutsk, Eniseisk) in 1734 .
   Even at this time Russian puppeteers used the technique
of the shadow puppet theatre together with masks, mari-
onettes,over-the-stage puppets and automatons .
   Beginning from 1737 there begin to be registered
information about the life of the Yakubovsky dynasty
of puppeteers , who lived on Povarskaya Street in Mos-
cow. They were Pyotr and Ilya, the sons of the Polish
puppeteer Osip Yakubovsky, whose name has already
been mentioned above. Facts about the life of this dynasty
covers quite an extensive period of their lives - beginning
from the 1770s .
   In 1740s, soon after Siegmund received his exclu-
sive licence, litigation begins between puppeteers,
impresarios, and local authorities for the right to
perform comedies in privileged areas. In Riga, for
example, several companies challenge the "exclusive
privilege" of Siegmund, the puppeteer Martin Nierenbach
performs "marionette Italian comedies in Moscow,
which are "first played by figures and then by live
actors".
   In 1747 Johann Siegmund dies. The licence (privilege)
goes to his widow, who having married a retired officer,
transfers it to Peter Pantalone Gielfierding.
   Peter Gielfierding was the son of a puppeteer of the

                           119
European renown. He used the licence given to him acting
as an entrepreneur and an impresario.
    So, in September 1750 under his entrepreneur ship
Frantz Zarge performs "with his company and his trained
horse". The actor's "company" consisted of his kith and
kin and two "servants", Pyotr Shenkovsky and Jagan
Schubert. In May of the next year they all left St.
Petersburg for Danzig, and in the early 1760s (ten years
later) there appeared in Russia two Dutch puppeteers -
Anton Zarger and his son Joseph. In their performance
with Italian marionettes "a trained horse" also
participated. It is also known that the Zargers showed
to Moscow and St. Petersburg audiences a version of
"Dr.Faustus".
    That the puppet theatre was very popular in Russia in
the mid -17th century is shown by "a home puppet
theatre" of the heir of the Russian throne, the Duke Pyotr
Fyodorovich ( who was later known as Peter III ). There
is some information on this particular theatre in the diaries
of the ladies, his contemporaries. The Duke Pyotr
supported the Guard corps in St. Petersburg, and Fyodor
Volkov, who stayed in that city then, the man who was
destined to become the father of the Russian theatre, "made
his own small theatre, where there acted puppets he
skilfully made himself". It is quite probable that the home
theatre of the heir of the throne was exactly Volkov's
theatre
    By the way, Fyodor Volkov used to turn to the
puppet theatre techniques, too. For example arranging
for the last show in his life in 1763, the Moscow
masquerade "The Triumphant Minerva" in honour of the
enthronement of the Empress Catherine II, he showed in
that masquerade "theatres with puppeteers"

                            120
    In the second half of the 18th century "mechanical
theatres" become the current fad, with puppets-
automatons, optical panoramas, the magic lantern, "the
Chinese shadows", etc. Many a description of shows of
this kind exist. In 1755 Monsieur Dufrani, a member of
the Royal Rouan Academy performed with "an artistic
machine" , the "mechanic" Pierre Dumaulin -with
automatou puppets, the Royal mechanic Tesie - with a
new "physical machine" and many others.
   In 1763 Gielfierding's "exclusive privilege " went to
Johann Neuhoff and his wife, who showed plays with
"Italian marionettes".
   If before 1770 there were mostly foreign names in
the puppeteers community in Russia, later Russian
names appear, too. For example, the retired sergeant Pyotr
Sydorov, who asked to be given permission to show his
puppets in the cabinet in various homes in Moscow".
Apparently it was the widely popular then vertiep.
    It is curious that in the same year of 1770 students of a
gym-nasium, vertiep fan, visited the estate Sokirintsy in
Poltava area, where they presented their vertiep to the
landowner Galagan . This vertiep made in the 18th century
is preserved to this very day.
     A surprising variety and abundance of various
puppet shows could be seen beginning from the 1750s to
the end of the century. Those included public festivities,
automaton puppets, German, French and Italian puppet
theatres.
    Outstanding among these is "The New Puppet
Comedy" in St.Petersburg with a wide repertoire, "The
Chinese Shadows" staged by the Italian artist Ambroise
Sankirico, "The Light Diva" played by the American artist
Blank, a gorgeous theatre of Joseph Chiosi the "buratini"
of the Italian artist Joseph Fere and many others.
                               121
    At the end of the 18th century there were quite a few
Western puppeteers in Russia. Their life, daily routines,
their performances was later depicted in detail by the
writer Alexander Grigorovich in "The Barrel Organs of St.
Petersburg".
    Some had a chance to tell about their lives long before
him. For example, "the musician Schrers", who asked the
Emperor Pavel I in 1797, to allow him to tour with a
barrel organ and Chinese shadow puppets".
   By the early 19th century the puppet theatre in Russia
was finally established as an art form, it acquired a
wide audience. But it was not a completely Russian
theatre ( at least, its "official" branch), because the
puppeteers performing in it were mostly Westerners. He
was to acquire this quality in the next century.
   It remains to express the wish that this book would be
of use to the reader. In this I am quite positive, since there
has never been a fuller historical reference book on the sub-
ject.
                                     B.GOLDOVSKY




                            122
                  15th CENTURY
   "Within the 15th century layer not far from the mar-
ket place near Red Square in Moscow the archaeologist
M.Rabinovich unearthed clay figures, which, because
they had special round holes in their lower parts, could be
put on the fingers. Having analysed the find, Rabinovich
supposed that those figures were characters of the puppet
theatre of the "skomorokhs" (Russian jesters). (See:
M.Rabinovich: "On the History of Skomorokh Plays in
Russia" . The Culture of Medieval Russia. Leningrad,
1974, pp.53-56 ).

    In 1437- 1439 the Archbishop Avraami of Suzdal,
who accompanied the Metropolitan Isidore to a Church
Assembly in Florence, writes about the moving (puppet)
picture in Lubek, portraying the worship of the Magi:
"And I saw this wonder so surprising and beyond words;
where the Holy Virgin, clearly seen and as if she were
alive, stands holding the Saviour in her hands, like
mothers hold infants; then a bell rings out and an angel
descends from the sky, holding a crown in his hands, and
places it on the head of the Holy Virgin, and a star begins
to travel across the sky, quite like the stars in the sky
above, and the three of them watch the star move, and
there is a man with a sword in front of them and another
man with merchandise behind them; and they give
their gifts to the Christ - gold, incense and myrrh, and they
come up to Jesus and the Holy Virgin and give them a bow,
and Jesus turns to look at them and to give them his
blessings, wishing to take their gifts in his hands,
playing like a child in the Holy Virgin's hands; and they
give them to him with a bow, and there is an angel

                            123
hovering up above there heads, holding the crown "
(Quoted from : Morozov P. "The History of the Russian
Theatre until the 1750s . St.Pb., 1889, p.24.




                   16th CENTURY
    "Prior to 1548 we only have evidence of the "furnace
act" in the city of Novgorod, from where it may have been
taken to other cities, namely Vologda, Smolensk, Vladimir
and Moscow. On Saturday before Christmas a special
furnace would be erected at the church in the shape of a
church ambo with a picture of Our Lord's angel on a
piece of parchment, hanging from the iron hook on which
they usually hang the church chandelier, which could be
raised and lowered from the altar by pulling a rope".
(Varneke B. The History of the Russian Theatre of the 17-
19th Centuries. M.,L.,1939, p.12 ).
    The Polish ethnographer E.Izopolsky, a student of
folk performing arts, reports having seen in a Ukrainian
village of Stavischi a vertiep cabinet, with an inscription
which read : "Manufactured in the year 1591 AD." (
Izopolsky E., Dramat wertepowy o smierci. Ateneum,
1843, Vol., pp. 60-68 ).




                  17th CENTURY
   In 1606 the self-proclaimed Tsar ( False) Dimitry or-
dered that "a moveable fortress on wheels be erected on the
                           124
ice-clad Moskva-river opposite the Tsar's Palace". It was
skilfully made and painted all over, with elephants
pictured on the doors, pictures of the Gate of Hell on the
windows, from which flames issued, and it had small
windows in the shape of devil heads with small cannons
installed in them". Another contemporary has more details
to add. "And he made himself a funny thing - the Hell of
enormous size, with three heads, whose both jaws made of
bronze were rattling with a terrible noise, and when it
would open them, flames would come out of them
along with terrible roar from its throat, its teeth naked,
and its claws ready to snatch anyone who happened to be
near; and flames would come out from its ears, too."
Dimitry intended to use this thing to fight Tartars, hoping
their men and horses would be scared. Residents of
Moscow dubbed the fortress "a monster from Hell", and
when Dimitry died, they burned it together with him.
(Quoted from Vsevolodsky-Gerngross V. The History of
the Russian Theatre . Vol. L. M. 1929, pp.357-358 ).

   Adam Olearius, who watched skomorokhs perform
in Moscow, mentioned: " This type of disgraceful events
is performed by violin-players in the street for all to see,
while other comedians feature them in their puppet shows
for money for young people of low descent, and even to
children; and bear tamers have such comedians in their
shows, to fill in with some "klucht" (jest) as the Dutch
would call it, using their puppets. For this they wrap
themselves in a bed-sheet, hoisting up its loose end to make
a makeshift stage above their heads (teatrum portatile)
and wrapped in this they walk about the streets,
performing various plays against this backdrop with their
puppets". ( Olearius A. A. Detailed Account of the Trip

                           125
by the Holstein Embassy to Moskovia and Persia in 1633,
1636 and 1639. M., 1870, pp.178,179).

   The Polish ethnographer E.Izopolsky reported seeing
in Western Ukraine a vertiep cabinet with the manufacture
date 1639 AD. ( Izopolsky E. Dramat wertepowy o smierci
. Ateneum, 1843, pp. 60 -68).

    In the first half of the 17th century performances with
moving figures was part of the repertoire of the
skomorokh (jester) companies, "which contained all sorts
of buffoonery. As M.I.Pyliayev remarks "These jesters
carried in their heads plain wooden boards with moveable
puppets, making them strike various funny attitudes, and
these jesters - according to Olearius were both
Russians and the Dutch; the farces they performed were in
the spirit and to the liking of common people's tastes,
all having the graphic imprint of filthiness and cynicism.
Huge crowds gathered to revel in these bawdy shows,
young people and children, even women alike. What made
the shows cynical was the imitation by the movements of
the puppets, their remarks and sometimes, by the body
language jesters used, of lewd scenes, which they were
never loath to portray most coarsely, in a way insulting
to the chastity of both men and women." ( Pyliayev M.I.
Old-Time Life, St.Pb.. 1897, pp. 107, 109 -110 ).

    In 1657 the Head of the Borovoye local admini-
stration V.B.Likhachev and the deacon Fomin reported a
show which they had seen in Florence: " The prince
ordered to begin the play, and there appeared chambers,
each staying on for a while and then going down, and they
were changed six times, and in them we saw rough sea
with waves and fish, with people who rode the fish and the
                            126
sky at the top of the chamber with people sitting on the
clouds there, then the clouds and the people began to
descend, taking one man by the arms and taking him up
with them, and the people who rode the fish began to
ascend to the sky after them. There was a grey-haired
man sitting in a carriage on a cloud that went down,
and there was another carriage opposite him with a
beautiful maiden sitting in it and the argamak horses
harnessed in the carriages looking as if they were alive,
jerking their legs, and the prince then said that one of them
was the Sun, and the other - the Moon... And after another
change there appeared a field inside the chamber, with
human bones strewn all over the place with crows coming
and beginning to peck on the bones; then there appeared a
sea with small ships with people in them. And after a
change there were some fifty men in armour who began to
fight with their sabres and swords, shooting at one another
from their culverins and three people were killed; then
there appeared handsome lads and beautiful maidens who
came out from behind the curtain wearing golden clothes,
dancing and performing other wonderful things; then there
was a lad begging food and they gave him many wheat
loaves, but he could not have enough. And the play had
been made eight weeks before the envoys arrived, and its
cost was supposedly eight thousand Efim roubles. And
there were three comedies going on in Florence while we
were there." (Quoted from : Varneke B. The History of the
Russian Theatre in the 17-18 Centuries. L., 1939, p. 18 )
(L.M.Starikova believes that this excerpt is a fake, written
much later than the events it depicts took place ).

   May 15, 1672. Tsar Alexei Mikhailovich gives orders
to the colonel on Staden to go to Leipzig and fetch the
company of Johann Velten, a famous puppeteer who
                          127
performed a mixed type of play known as "Anglo-German
shows". A former student of the Leipzig University, the
Magister Velten de Charlous had created one of the best
companies of what today could be called "a third
genre", The Colonel von Staden left for "the German land".

   A list of costumes and props, dating back to 1676 for
the production by S.Chizhinsky of the play "The Comedy
of Bacchus and Venus", reads as follows: " For Goliath - a
large-size suit of clothes made of motley patterned cloth,
large armour, head to knee, and a large head made of
canvas with a wig and beard pasted on to it, and a large
helmet made of white metal, and to make him taller
wooden legs are made, covered with red leather, and also
big arms and a wooden pike (...). For Bacchus - a barrel
on wheels with leather bags in it for drinking, and also for
him a big head of pasted canvas with two pipes leading
from the head to the barrel ,a beard, a large jacket of col-
oured cloth and a pair of large pants of wolf hide, and on
top of them - painted pants and a big straw hat laced with
bear skin." (The Central State Archive of Old Documents (
CSAOD ), fund 159, file 943, p. 128 ).

   In 1698, describing his stay in Venice, the would-be
senator and a diplomat P.A.Tolstoi remarks : " In the
same square there happen other funny things every day"
performing puppets, dancing dogs, and dancing
monkeys, too. In other cellars they show comedies in
which puppets are much like they were live actors." The
Travel of the Nobleman P.A. Tolstoi in Europe. 1697 -
1699. M., 1992, pp. 104-105 ).

   In the autumn of 1699 on request from the Dutch Am-
bassador Paul Gentz the police began investigations in the
                          128
case of the "foreign comedian" Ivan Antonov, who "beat
up the servant of the Ambassador Gotfried Kaulitz.
Antonov who lived at the old Embassy court on Pokrovka
Street,     was found and interrogated. "During the
interrogation he said that a year before ( in the year 207)
about eleven weeks before, and he was uncertain about the
month and date, as he is illiterate, there came to the yard of
the house where he lives people from the Dutch Am-
bassador, our in number, and he did not know their names,
with puppets to the yard of someone Dashkov, whose
first name he did not know either. One of the foreigners
was called Gotfried, and they performed with their
puppets, while he himself happened to be on the site, and
while they performed with their puppets, he saw about
thirty of these. Having finished their show, they all went
away from Dashkov's place. Ivan also went home. Soon
after that this foreigner Gotfried from the Ambassador's
Court came to see him, and Ivan told him that he wanted
those puppets, and he would be pleased to buy them from
the man, promising to pay twenty roubles in gold. So
together with Gotfried Ivan went to the Ambassador's
place paying two 10-rouble gold coins for the puppets.
Having paid, Ivan did not look inside the puppet cabinet
and he did not know whether they were all there. And he
left Gotfried at Ambassador's place, and took the box
home. Opening it at home, he began to inspect the puppets.
But there were not all of the puppets inside, there being
only six, and not the thirty he had seen, And Ivan asked
Gotfried why he had not given him all the puppets. After
being silent for a while, Gotfried told him that was all
there was, not more, and Ivan began to return the puppets
to Gotfried, asking him to return him the money he had
paid for the puppets. But Gotfried told him that the money
was at the Ambassador's place, and if Ivan went to the
                             129
Embassy with him, he would return it. So Ivan took the
puppets and went to the Embassy. But when he arrived
there, Gotfried did not take back the puppets and refused
to return the money. And he called Ivan names. And Ivan
hearing that Gotfried was insulting him and his wife,
left the Ambassador's Place. While Gotfried was
scolding Ivan, the Embassy Secretary heard it, but Ivan
did not know what the secretary's name was. And some
time later Ivan's wife came to the Ambassador's place,
asking to give her back the money, but Gotfried did not
return the gold. Instead, getting angry he gave her all
the thirty puppets to take home to Ivan. Since then Ivan
bore grudge against Gotfried, and they never called on
each other. And on the first day of October in that year
Ivan and his wife went to the nobleman Andrei
Ivanovich Golitsyn's place for entertainment. Then they
returned home, and Gotfried came to their place without
any reason. And he entered their front door. Ivan asked
him why he wanted to see him after insulting him a short
while ago, now appearing in his house. And Ivan began to
call him names telling him he did not want to see him
again, trying to turn him loose. But Gotfried refused to
leave, challenging Ivan to fight him... " (CSAOD, fund
139 file 5,pp. 3-5 ) See: 1700, 1701, 1702.

   At the turn of the 17th century in Kiev " during the
festivities at Christmas best students used to go about pri-
vate houses with stars, the vertiep or "showbox-rayok",
showing with their puppets plays about Christmas and
Nativity; but later these performances were only
allowed to be done by shop masters." (The Rev.Yevgeni.
A Description of St.Sophia in Kiev and the Kiev
Hierarchy Complete with Various Stories and Excerpts
Explaining This, as Well as Outlines of the Facades of
                             130
St.Sophia in Constantinople and in Kiev, and the Tomb of
Prince Yaroslav. Kiev, 1825, pp.215-216 ).

                  18th CENTURY
                      1700
    In the first half of this year the company of "the
Hungarian comedian" Ian Splavsky, including Yuri
Brankloo (or Branklow), Peter Dolberg, Osip Zakharov
and Pyotr Ivanov, leaves for Astrakhan. The permission to
let them go free, reads: "From Moscow via the towns of
Kolomna to Pereslavl, Ryazan area, then to Kasimov
and Murom to Nizhni Novgorod, to Kosmodemiansk
and Kazan, and to Samara , to Saratov and Tsarytsin,
and Chyorny Yar to Astrakhan , this decree of our Great
Tsar addressed to all our noblemen, military people and
officials, the foreigner of Hungarian descent the comedian
Ian Splavsky with three servants of his, Yuri Branklov,
Pyotr Dolberk, Osip Zakharov and the Russian man
Petrushka Ivanov are let out of Moscow. And upon their
arrival in any of the towns listed, the nobility, the
military and officials are to let them go free on land or by
water without any obstacles. giving them boats and rowers
with the helmsman to go from one place to another, and to
give them horse carts to travel on land without delay. And
should he wish for the good of his craft, to stay in any of
the said towns, allow him and his men and property to
stay as long as he wishes without prohibitions, and to put
them in decent inns. And when he arrives in our estate of
Kazan, our representative and commander Nikita
Andreyevich Kudravtsev with his men, in conformity with
this Great Tsar's Decree should do everything according to
it concerning their stay in Kazan, and when he arrives in
                           131
our estate of Astrakhan, our representative there and the
commander Ivan Alekseevich Musin-Pushkin with his men
should look after him the while he performs his comedies...
( CSAOD fund 40, f. 1, p. 4 ) See 1699, 1701, 1702. Cf.:
1750.

   On August 28 the Prussian citizens Samoila Elidov,
Christopher Gerke and Pavel Kotzinsky submit an ap-
peal in which, referring to the Great Tsar's order for them
foreigners to go to several Ukrainian towns to perform
comedies there" they ask for a written permission to
allow their passage there.Obviously, some last-minute
obstacle prevented Samoila Elidov from accompanying
his fellow-countrymen.       Whatever the reason,        the
permission given them stated that "Foreign comedians
of the German descent, namely Christopher Gerke, Pavel
Kotzinsky and the Russian man Ivashko Ivanov are
allowed to leave Moscow to show their comedies, and
when they arrive in any town (...) they should be assisted
in arranging their performances without any obstacle(...)
giving them inns to perform in(...).And when they arrive to
the Court of Ivan Stepanovich Mazepa, the Commander of
the army on both sides of the Dniepr, it is our order to
assist them in staying in Ukrainian towns to show their
comedies where and for as long as they wish." (CSAOD,
fund 139, f. 6, pp.1-3 ).

                     1701
   Apparently, in the beginning of the year, Ian Splavsky
was sent to Poland to hire comedians. The passage permit
he was given, reads: " The Great Tsar and Grand Duke
Pyotr Alexeevich, the Ruler of All Russia, Great, Minor

                           132
and Byelorussia, addressing our commanders and officials
from Moscow to the towns of Mozhaisk, Viazma,
Dorogobuzh and Smolensk, announces that according to
our decree the foreigner Ivan Antonovich Splavsky is
allowed to leave Moscow to cross the Lithuanian
border, going to the Hungarian land to work for our great
tasks. Upon his arrival to our estate of Smolensk, our
close associate and nobleman, the Commander Volodimir
Petrovich Sheremetiev and his men are to let him pass
without delay." (CSAOD, fund 40. f. 1, p, 4 ).
    In December upon return from Gdansk,Poland Ian
Splavsky submits a letter to the Foreign Ministry, in
which, explaining the failure of his mission, he gives the
reason: " Myself, Ian Splavsky was sent on orders from His
Majesty the Tsar to the Polish land to hire comedians;
but I was told there that our land was believed to be poor
and nobody was willing to improve the situation. After I
asked many people for the source of information, they told
me that they heard it from Gordon the puppeteer, who had
been punished by lashing for a murder he had committed in
Russia". Another document has more details about this:
"The comedian Ian Splavsky who was sent to Gdansk,
Poland, on orders from the Great Emperor to hire
comedians to come to Moscow, reports that a fugitive
from Russia, punished in the Ministry of Defence for a
murder, spreads there false rumours about what never
happened here, but without a decree from His Majesty the
Emperor he did not dare attempt catching the fugitive."
This report was soon responded to with a directive to find
out from Splavsky what the said fugitive Gordon was,
what his rank and real name were, and features like his
height, and other recognisable features, as well as what the
crime he had committed was for which he had been

                           133
punished." (CSAOD, fund139,f.7, p.6;          f.8,   pp.2,3)
See: 1699, 1700, 1702.

                      1702
   On February 23 on the strength of His Majesty's decree
it was ordered to send to Gdansk "an officer of the
Foreign Ministry Sergei Lyapunov, together with the
comedian Ivan Splavsky for the hiring and delivery to
Moscow of 8 comedians of Jahan Kunsht. The mission had
money from "His Majesty the Emperor's Treasury to pay
to those hired comedians one thousand (Efim) roubles",
and they had on them "His Majesty the Emperor's
Decree on the runaway thief and murderer of the
General Frantzov of the Regiment of Lefort Yakovlevich,
Captain Gordon." ( CSAOD, fund 139, f. 8, pp.1,2 ).
   On February 27 Lyapunov and Splavsky left Mos-
cow and arrived in Gdansk on March 25.
(See:Starikova L.,The Theatrical Life of Old Moscow.
M., 1988, p. 85 ).
   On April 12 a contract with Johann Kunst was signed
and he together with Nathaniel Sakht received 1000
reichstalers, which is confirmed by their receipt notes,
verified by the notary of the city of Schtolzenberg . (See:
CSAOD, fund 139, file 10. pp. 62,63 ).

    On June 10, leaving behind Warsaw, Lublin, Vladimir,
Kiev and Kaluga, the comedians arrived in Moscow.
   Evidently, immediately upon their arrival, Kunst writes a
letter complaining about Splavsky "Great animosity
between Jahan Splavsky and the officer Sergei many times
made us think of returning home". Splavsky called the
officer a lousy officer while the other told him that he was

                           134
no captain at all, he was a puppeteer, so we had to think
about it all l many times." (...) Splavsky had brought
with him a woman who was no other than a whore who had
been sitting home in Gdansk all the time waiting for the
letter to the thief , and he spent day and night with her in
debauchery so shameful that I am ashamed that my pen
has to write about it (...) And to please here he used to beat
up the people of the General Regimen who he had brought
with him (...) . In Kiev he used to lash the City Hall
councillors and aides - sixty- and seventy-year-old people
with his whip like little boys, but they had to stand it all
since he called all of my people generals and lieutenant-
colonels, and as for one of the men of the general Regimen,
he would call him a trusted doctor of His Majesty the
Tsar.We were always afraid that these people would
lose their patience and get angry. If they did they could
have beaten us all. (...) When we left Kaluga he called my
wife a whore, and when I began to tell him what I thought
about it all, he began to set my men against me. (...)
Everywhere he called himself the ruler of comedians, and
that he paid for their clothes, so that the honour of His
Majesty the Tsar was suffering very much, and this
principal cannot write and read, and cannot explain to his
people what they must perform, and when somebody's
head is wanton, so are his men. (CSAOD, fund 139. f. 8,
pp. 10-11 ) See: 1692, 1700, 1701.


                       1709
   In December the Danish Ambassador Yust Yul writes
about his impressions of a lighting show which took place
in Moscow on the eve of 1710: " At 10 p.m. a most

                            135
elaborate and very beautiful fireworks began. Most
remarkable about it was the following allegory : There
were two specially erected pillars each with a shining
crown on top,        and there was a shining Lio moving
between them. First the Lion touched one of the pillars, and
that toppled, then it went to the other which also gave in, as
if about to fall. Then there came a missile out of a blazing
Eagle soaring up above and this missile hit the Lion setting
it on fire, after which it exploded and disappeared,
meanwhile the pillar with a crown slanted by the Lion ,
rose and began to stand straight again ." (Quoted from
Moleva N., The Moscow Mosaics. M., 1971, p. 27 ).


                       1710
   To commemorate the victory in the battle of Poltave
the Moscow-based Slav-Greek-And-Latin Academy staged
a panegirical show titled " The Holy Destruction of the
Proud Destroyers of the Proud Israel the Destroyer by way
of Destroying by the Obedient David the Destroyer
Goliath with a Triumphant Ceremonies March Into the
Tsar's Ruling City of Moscow by the Much Glorious
Triumpher and Winner, the One Overcoming All the
Strongest Forces, a Destroyer of Traitors of God, a
Renovator of the Russian Nation, Its Enlarger and Pro-
tector, the Gracious Most August Ruler the Great Tsar,
and the First Grand Duke in Name and in Victory Peter
Alexeeevich, by the Action of His Majesty's State
Academy that teaches Greek, Slav and Latin sciences.
The prosperity and welfare showed in the Great Ruling
City of Moscow in the year 1710 from our Lord's
Resurrection."

                            136
   Appearing in the show were the limping Sweden
(an allusion to the fact that Charles XII was limp ) and
the Treason ( an incarnation of the traitor Mazepa). On a
special screen in Act Two there appeared allegoric
shadow pictures where the viewers saw " the Russian Eagle
catching a limp Lion ( the image of a lion is in the
Swedish coat-of-arms) with its cubs, which it catches with
God's help, while the limp Lion runs for its life. (
Quoted from : Vsevolodsky-Gerngross V., The Russian
Theatre from its Origins to the 1750s. M., 1957, p.136 ).

                       1716
   A citizen of Hannover V.H.Weber who was concerned
with the fate of prisoners of war, who found themselves
in Russia following the Russian-Swedish war, writes:
"One well-known lieutenant, born in Brehmen, who
lost his health during a frosty winter near Poltava, and not
knowing any other craft, had set up a puppet company in
Tobolsk, has many residents of the city coming to see it,
because there was not anything like that they could see
before." (The Russian Archives, 1872, issue 7, p.6, 1399-
1400 ).

                       1723
    "Machine on the wings" were widely used in fireworks
. "One such machine was in the shape of Cupid in a fire-
works in 1723 in Moscow. St. George slaying the dragon,
would soar up in the sky (...). In the fireworks in honour of
M.L.Gonzago, two eagles flew up and perched on top of a
fir tree, a black one and a white one, sending about
sparks of fire, after which the tree would go up in flames
                            137
soaring up in the sky. Various sections of the fireworks
would light one by one, producing the illusion of their
moving. Groups of figures would fight one another with
pikes of fire, and swords, and arrows, destroying each
other." (Quoted from Sofronova L.A. The Poetic Elements
in the Slav Theatre of the 17-18th Centuries . Moscow,
1981, p.65).


                      1731
    In German cities there was performed a puppet play
titled "Extraordinary Changes of Good and Bad Luck in
the Good Memory of Alexei Danilovich Menshikov, a
great favourite and a minister of the Tsar's Council and
the generalissimo of the Moscow Tsar Peter I, currently a
true Velisary, thrown from the top of his glory to the
deepest abysses of misfortune. All with the participation of
Hanswurst, a Kiev vendor, a cook's boy and funny
poachers from Siberia " (Quoted from : Manyan Ch., The
History of the European Puppet from Old Time to the
Present Day" . The Translator's Manuscript, The State
Academic Central Puppet Theatre, p. 201 ).

                      1733
    On April 18 on orders from the Empress Anna Ioan-
novna, a hangover was made of "the theatre and other
things left by Italian musicians, which are now kept by the
architect Jacob Brokett and his wife ".
    The " List of Accessories and Instruments" of the
Italian theatre among other things includes : "four little
puppet theatres" ( the remark on the margin by the man
                           138
in charge of the inventory-taking of the property Ivan
Ivanov reads: " also made of wood, pasted with grey paper
and rotten in many places") "many painted figures (and his
remark: and a lot of figures painted on canvas: crescents,
the sun and the stars and many faces, much of this rotten" )
CSAOD, fund 1239, inventory 3, part 81 f. 4122, pp.
145-148 ).

   In an article published in three successive issues of
"Remarks on the Sankt-Peterbugskiye Vedomosti", un-
der the heading "On Shameful Games or Comedies and
Tragedies" puppet shows are also mentioned: " Among
these shameful games one should take notice of puppet
shows, in which acting is done by dolls rather than by
live actors. These puppets are made so skilfully, that all
their members can, with the help of thin wire, move as
one pleases, and in this way, all the movements of the
human body can be imitated. And though the cues the
puppets say are said by the people hidden behind the
theatre cabinet, still , since they are intentionally remote,
they could hardly be seen. On this score, if such puppet
games can be performed with such perfection that they
could strike the viewer as surprising and extremely
pleasing, but not exactly what one gets from shameful
games. More than that, many acts and movements
which human beings are unable to make can be shown
by puppets. For example, they can represent most
surprising images, rarely seen deformities, murders and
things like that, which in the case of live actors could
only be achieved through great effort.
    Besides, artistic element and the ability through which
these soulless figures can illustrate the very essence of
things and phenomena, surprise the viewer very much, so
in itself it is a worthy pastime.
                               139
    Certain imitations of shameful games can be made
with nothing but shadows, which are projected on a sheet of
buttered paper in a darkened cabinet. And even though
figures shown in this way do not speak, their gesticulation
and signs they make tell the viewer their story. These
shadows can show many surprising things, and their
applications, which can hardly be performed so well in
other shameful games.
    These silent shows are sometimes performed by live
people, from whom the complete history can be learnt by
just reading their body language. But in these shameful
games graceful dancing and sophisticated music is most
important, which, too, makes it worth watching.
  Both from the rules laid down by Aristotle and Horace
about these shameful games and from numerous
examples by Greek and Roman writers of comedies and
tragedies, there have been laid down three main basic
rules which should be observed when writing all shameful
games. (...) There are still worse comedians roaming this
land, and most often they can be seen at fairs, where low
people rejoice at their disgusting shows."
(No.45, June 4, pp.179 -184).

    Johann Christofor Siegmund and wife Elisaveta,
newly arriving in St. Petersburg announce that they ("on
Bolshaya Morskaya street under the sign of performing
puppets") will show a comedy , worth seeing, about the
crime committed by our ancestors Adam and Eve. Pictures
of the Heaven will be shown, of the Hell and the beautiful
Paradise, with various animals and with the pleasing
singing of birds."
    Apart from this one, there were other plays on in
Siegmund's theatre: " On Chaste Joseph Much Loved by
Seresa", "The Crucifixion of Jesus Christ", shown by nine
                           140
figures with moving eyes and hands, which would be seen
with a naked eye rather than with a magnifying glass","
About the King Agasfer and the Queen Esther", "About
Life and Death of Don Juan, or the Mirror of Evil
Youth", "About the King Admeth and the Strength of
Great Hercules", "About the Prince Florin and his
Beautiful Dame Dantseforia". ( An Account of the Em-
peror's Public Library in 1868. St.Pb., 1869, pp. 205 -
206 ) See: 1737, 1744, 1749.

                      1734
    On April 15 Professor Gmelin watches in Tobolsk an
Easter show. In his comments on this, V.N.Peretz writes:
"That was an allegory about Adam written in verse, with
the Devil playing a comic part.           Evidently, those
accompanying the hierarchies of the Russian clergy,
introduced the vertiep deep into remote Siberian parts,
reaching as far as Irkutsk. It existed in Irkutsk already
in the 1750s. (...) The vertiep was taken from one home to
another by students of church schools and petty officials,
who showed their performances for a fee of 5 to 30 ko-
pecks, depending on the number of puppets involved,
which could vary from 30 to 60 at a show, with devils
especially appreciated, so that their number was also
pointed out. ( Quoted from Peretz V.N. The Puppet
Theatre in Russia, St.Pb. 1895, p.74 ).

   On May 18 according to the account of expenses on
"minor purchases, in connection with the opera, the
comedies , scenes and dances", maintained by Avolio all
through that year, "for the comedy titled "The Tartans"
he paid to a haberdasher for threads and tools required, 1

                           141
rouble 44 kopecks", "To Ferdinand Columbus for the
giant's masks - 3 roubles 50 kopecks, for the mask of a
monkey and for two alabaster breasts - 1 rouble 50
kopecks"," for two pairs of giant's clothes - 3 roubles 50
kopecks". May 20 - "for one high-hat for Puricinelli - 1
rouble 50 kopecks". May 25 - "for harlequin's figures - 3
roubles 75 kopecks" May 28 - "for the comedy about a
horse (...) for the making of the horse - 1 rouble 50
kopecks". August 30 - "for the Russian comedy about two
philosophers (...) , for the empty wooden heads - 30
kopecks","for two tin tubes to issue flames - 50 kopecks",
"for the cut paper for the heads of various animals - 60
kopecks" (CSAOD, fund 1239, inv. 3, f. 51846, pp.
145,160 ).

   In December S.P.Krashenninkov makes the following
entry in his diary : "All through Christmas tide the
monks from the convent of Abalak, situated at the
distance of 1 mile from the city of Eniseisk, go around with
a vertiep, which is made in the following way. On its top
there are living rooms, circular in shape, with rectangular
mica windows, in which there is a figurine of the Holy
Virgin, sitting in a chair with Jesus in her hands, and with
the Holy Spirit soaring over them like a pigeon, fixed
above their heads. On her right there is a throne, with three
vials on it, in which there are gifts brought by the Persian
magi: gold, incense and myrrh. On her left there is a
figure of Joseph, the guardian of the Holy Virgin, leaning
on his walking stick. Not far from him on the same side
there is a manger with some hay in it. The faces of the Holy
Virgin, Jesus and Joseph are painted very well. In the
lower chambers there is a paper wheel which rotates with
the heat of a burning candle, and around it there is a
circle also made of paper, pasted to which is a paper guilt
                             142
star, whose travel is followed by three kings on
horseback, who are willing to say their prayers to Jesus,
and they are followed by various animals and shepherds,
also cut out of paper. All have their faces and clothes
painted. This circle with the wheel, when the candle is
burning, rotates without stopping, All this vertiep is made
of paper, its outside looking like a tower with the lower
chamber being wider than the upper ones, and the
outside is painted red. Those who carry this vertiep sing
their melodies very well.The designed of this
contraption is said to be Deacon Philaret, who used to live
in that convent". (S.P.Krasheninnikov in Siberia.
Unpublished documents. M., L., 1966, pp.57-58 ).

                       1735
    "The Comedy of Joseph" was performed by drama
actors. But Joseph's dreams were depicted on a canvas
screen. Seven fat and seven lean cows were shown as
silhouettes, and so were the scenes of the reaping : "when
they reap wheat, and thrash it and collect it in their
storehouses, and Joseph is peeping on them ". On the
same screen one could see his brother's, his father's and
his stepmother's stacks bow to his own stack, and there are
eleven stars at the top of the canvas, and the sun bends its
rays before his knees". (Quoted from: Vsevolodsky-
Gerngross V. The Russian Theatre from Its Origin till the
mid-17th century. M., 1957, p.159).

                       1737
   "The list of confessions" of the diocese of The Holy
Virgin of Rzhev include a mention of there living in Mos-
                           143
cow on Povarskaya street ,in his own house , "the
comedian Pyotr Osipovich, 25 years old", and with him "
his mother, the widow Matriona Klimentievna,55 years
old, his brother Ilya Osipovich,12 years old, and his
wife Irina Vasilievna, 17 years old, and their maid
Katherine Gavrilovna, 60 years old." (The Central State
Archive of the City of Moscow, fund 203, inv. 747, f.2,
p.943 ).

    Hereinafter the mark * indicates the documents found
and mostly published by L.M.Starikova. See: Starikova
L.M. The Theatre and Entertainment Scene in Moscow
in the mid-17th century. ( The Culture Monuments, New
Discoveries. 1986. L., 1987 ) See: 1745, 1746, 1750,
1751, 1753, 1754, 1755, 1756, 1757,1760.

                       1742
    On August 14 the Moscow Police Office studied the
case of "The decree from the Governing Senate in
connection with the ruling signed by Her Majesty the
Empress on the giving to the comedian Jagan Kristofor
Siehmant with his wife of proper premises for his
comedy, a place in Novo-Basmannaya Village on the left
side from Zemlyanoy town opposite the hospital, three
hundred and fifty feet long and two hundred and ten feet
wide." In obeisance to the Her Majesty's ordinance it was
ordered: "To report the acceptance of this decree to the
Senate, and the said site three hundred and fifty feet long
and two hundred and ten feet wide to be shown to the
architect Blank, with orders for him to mark the land with
pikes and to report when ready, and also to make a map
of the site. And to send to him,Blank, an order, so that it is

                            144
executed, and to make a copy of it. "(CSAOD, fund
931,inv. 3, f.338,pp.40 -41 ). *

    On September 11, an entry was made in the register of
the Chief Police Office in St. Petersburg: "According to the
decree from the Governing Senate on the giving of a vacant
site to the comedian Jahan Khristofor Siegmand and his
wife for the construction of a building for comedies to
be performed in St. Petersburg on Admiralty Island on
Morskaya street, and about giving to him the right to
own the land given him, it is ordered: to send to St.
Petersburg Police a special order, with a copy delivered to
the Chief Police Office, and fulfil the said
decree immediately, with duly reporting to the Chief
Police Department." (CSAOD, fund 931, inv. 3, f. 359,
p.41 *).

    On September 15 the Governing Senate considers
Siegmund's request about giving him special privilege,
An entry in the book of protocols reads: "On the request
of the foreign comedian Khristofor Siekmund, it is
ordered: that the said comedian Siehman in Riga, Revel,
Narva and Vyborg perform comedies in homes rented
from private persons, or on lands rented from local
residents in premises to be built by himself". As for
giving him land in Moscow and St. Petersburg for comedy
houses , a decision was taken. And he is to be given this
privilege." (CSAOD, fund 248, inv. 35, f.2207,pp.201-202
*).

   On October 28 the Governing Senate considers
another Siegmund's request in which he asks to be given
land for the construction of a theatre:" Siegmund wishes
to have such a site in Admiralty part in a burnt-down place,
                            145
and to construct a wooden building there. But, the 1738
decree of the late Empress Anna Ioannovna states that all
the buildings constructed in this burnt-down site are to be
made of stone, and moreover, the location, indicated by the
said comedian, is in a wide avenue, with its corner against
the wall of the inn, so the said office has no power to give
the site he seeks without a special decree, so a special
decree is required; the said comedian Siegmund will be
given a site          on      Morskaya street for the
construction of his comedy with a special note to be sent
to him immediately." (CSAOD fund 248. inv. 35, f.2208)
See: 1733, 1744, 1749.


                       1743
   In October in St. Petersburg the comedian Martin
Nierenbach "on Mondays and Thursdays, after 5 p.m.
continues to show Italian marionette comedies, first with
figures, then with live actors, so that those watching
them can at last get much pleasure from watching it".
(Sankt-Peterburgskiye Vedomosty No.83, Oct.17, p.628).

                      1744
   In the first half of the year J.H.Siegmund submits a
complaint to the Governing Senate: " Your Excellency
the Riechsgraf of Her Majesty the Empress of Russia,
Your Excellency the Filed-Marshal. You kindly gave me
your privilege September 17,1742 in Moscow written and
then by word of mouth delivered to give me hope, by
which Her Majesty had the grace of promising to assist in
making Her Majesty's humble slave happy in her land, and
                           146
in making my soul live again (...), and hopefully, your
Excellency the Reichsgraf could also offer your protection
to your humble servant. In line with Her Majesty's
graceful permission, I have gone to large expenses and
according to the permission by local authorities issued
October 22,1742 I have finished constructing a comedy
theatre in Riga, having found actors abroad, for which I
had to travel far and widened went to all extremes to
achieve that, but since I have gained some fruit from this,
hoping that I could take myself out of my poverty, and
having seen the beginning of this, suddenly my employees,
whom I must provide with food, deceive me , and go to
the extremes of dishonesty,           violating their written
agreements, signed January 30,1743, treating me in such
a way that I have to seek assistance from your
Excellency (...) they do not try to find other suitable people
to substitute for themselves as is required by the contract,
and these vile liars hope that as soon as I leave, they could
act even worse, performing my comedies while I am not
here, and some even boast openly that certain people at the
top would not leave them unprotected; but since the
privilege gracefully given to me by Her Majesty the
Empress states that this is only allowed to me, her
humble slave, I request and beg your Excellency on my
knees to assist me, so that nothing is allowed which would
be against the will of Her Majesty the Empress,and which
would hurt me." (CSAOD, fund 248, f.5440, p.278).

  On August 22 the Deputy Governor of the Riga area
von Vitingoff sends a report to the Governing Senate, in
which he writes: "In response to the Senate's ordinance of
July 10, sent here, which rules that only the comedian
Siegmunt and his wife are entitled to play comedies, and
no one but him is to play them, I have investigated the
                           147
reasons given by the said Siegmunt and I must humbly
respond that the comedian Siegmunt has not had the
slightest reason to complain, on the grounds of his letter to
the Senate's office about his assistants, registered by the
Office of the Riga Governor November 10, last year 1743,
a precise copy of which with a translation is enclosed
herewith, sent before his departure to Germany, not upon
arrival here, as he falsely indicates, since he had
announced about his departure publicly at the theatre, and
this can be seen from his letter, also enclosed, in which he
falsely accuses his assistants, and which clearly indicates
that the licence given him made him brazen, although I
have done nothing against him, and he had not suffered
from any offence, except for his assistant quarrelling
with him and breaking his agreement, but no one has
been allowed to play comedies except him and he uses
every means he is authorised to use by the licence to
control the situation, so it was a deliberately false
complaint that he composed and delivered to the Senate on
the sly, though no one has been allowed to play comedies
in his absence, even though all the local residents and
numerous visitors from nearby places and the local nobility
are deprived of the innocent pleasure of watching those
comedies; that on the strength of Her Majesty's kindly
furnishing him with the licence, to be the only one who
together with his wife and his assistants was entitled to
perform comedies, and no comedian is prohibited to
perform while he is absent, so the licence, whose contents
are quite clear cannot be extended by our authority.
    On the contrary, it hurts me very much to realise that
the said comedian Siegmunt complains to the Senate
about me personally, stating that I allegedly supported his
assistants and offended him, which is a libel made up
contrary to the truth.
                             148
    The Senate has been kind enough to understand from
the above that Siegmunt, who holds the said licence, is
watched closely (...) that the complaint he had sent is a
libel , for which he ought to be reprimanded, since after
the departure of the said Siegmunt no comedy was
performed here, even though some of the comedians left
here made an attempt to set up a theatre at the house of
a local resident, for which I did not give them my
permission, so they could not do it. And consequently,
despite what he writes no harm has been done him, who
falsely claims that it has, except for his thinking that the
expenses he had with the painter are actually wasted, but
then again, according to the duly delivered answer by the
Riga Magistrate he was prohibited to fix Her Majesty's
State Coat-of-arms on the door of his comedy theatre,
which he had tried to do for several days, the right which
he had not been given, and which only can be used by
her Majesty's public houses like the customs, post offices
, Her Majesty's Chemists and similar state-run agencies.
And even though this comedian can at his own free will
invite to his performances both noble and common people,
but in essence he personally is a joker and a puppeteer,
with a licence from the Empress and the Tsar, moving
from one place to another, though in accordance with the
ways and customs he can only be regarded as the meanest
person.
    He openly lied on me, and I humbly ask the Senate
to punish the said Siegmunt for his brazenness, which led
him into lying on me, even as I has been was given my
distinction by a kind decree of Her Majesty the
Empress, which is hopefully enough to protect the rank I
was given, and which will only be an act of justice, for his
lying on me and hurting me, and Your Excellencies could

                           149
levy a fine on him and inform me about it here in Riga."
(CSAOD, fund 248. f.5440, pp.272-274).

   Twenty years later an entry was made in the Senate's
register: "In regards of the report from the Liefland Area
Office dated September 4 ,1744 about a fine on the co-
median Siegmund who had arrived there for insulting
the local Reginrunserat von Vitingoff, it is ordered : it be
despatched to the archives, as the said von Vitingoff has
died and the whereabouts of someone Siegmund are
unknown." (CSAOD, fund 248, f.5440. p. 279 ) See:
1733,1737, 1749.

                       1745
   On April 1, the register of the Office of the Moscow
Police Department has this entry:" On the case of the
soldier of     the    Semyonov      Regiment     Aleksandr
Kamenev about the Polish-made velvet coat lined with fur
which belongs to his wife Marie Semyonovna, and
with which the mother of the comedian Pyotr
Yakubovsky Matryona Klimentova was caught. It is
ordered: to find the comedian Pyotr Yakubovsky, together
with Secretary of the Economy Board Ivan Shavrov, and
they are found now. Interrogated, Pyotr Yakubovsky said
the following : " In the first days of May the lieutenant
Alexander Voeikov came to see him, asking whether his
servant could be taught violin lessons and about the same
time there appeared the wife of the said Kamenev
together with the Senate Secretary Ivan Kopiyny, and after
staying at his place the wife of Kamenev and Voeikov left
without any quarrel. After they were gone,the said Kopyiny
remained there and there was the servant of Kamenev and

                           150
they beat him up, Yakubovky, who,unable to stand the
pain cried for help and so he was taken to a police station.
As for how and when the said coat had been found by
his mother, he had no knowledge. The secretary Shavrov
in his written evidence states that the said furcoat was
brought to his place by the mother of the comedian
Yakubovsky to be sold, and that she told him she had
found it (and the said overcoat was delivered to the
police station) and that he later returned the overcoat to the
widow. It was ordered: to find out from the police station
of the 3rd precinct whether the said Yakubovsky and the
junior Secretary of the Senate Kopiyny were taken into
custody and how they were freed, and report in writing."
(CSAOOD,fund 931, inv. 3, f. 390, p.1 * ).

   On April 4 a new entry is made in the register:" On the
report from the 5th precinct sent in together with the
mother of the comedian Osip Yakubovsky, the widow
Matryona Klimantova, who had with her a violet-
coloured velvet overcoat lined with black fox fur, and
trimmed with white ermine fur. The written evidence from
the private of the Semyonovsky regiment Alexander
Kamenev states that in the beginning of the previous
month of March his wife Marie Semyonovna went to
see a comedy at the invitation from a comedian, where
there also happened to be the Infantry Lieutenant
Alexander Voeikov, who, without apparent reason, took
her by the hand. Wrenching it free, she fled the house. At
that moment someone snatched the said overcoat off her,
but hurrying to leave she did not see who had taken it.
After that his servant caught the aforementioned widow
Matryona with the overcoat.Interrogated, the widow said
that she lived in the Moiseyev retirement house, from
where she went to Povarskaya street where her son
                            151
Pyotr Yakubovsky lives. Entering the yard she noticed
the said overcoat behind a water vat by the cellar. Taking
the coat she fetched it to the Secretary of the
Economy Department Ivan Shavrov, where the coat was
left for about two weeks, which the said secretary did not
deny. As for the failure to report about finding it she said
she was not literate enough to know the procedure. It was
ordered: to send the said Matryona Klimontova and her son
Pyotr Yakubovsky to the police court for the investigation
of their case with a note that their case is part of the
previously tried case for a decision in accordance with law.
As for the overcoat delivered to the police station, it is to
be returned to the said Kamenev with a note binding him to
CSAOD, fund 931, inv. 3, f.390, p.46 * ) See: 1737, 1746,
1750.


                       1745
    "Beginning January 4 on Bolshaya Morskaya street
(near Siniy Bridge) at 7 p.m. on Mondays, Wednesdays
and Fridays, an unknown puppeteer plays comedies with
self-moving puppets. The performances will evidently be
finished late in February. (Sankt-Peterburgskuiye
Vedomosti No.2, Jan.8, 1745, p.15; No.15 Feb. 22, 1745,
p.120 ).

                       1746
   On February 3 a soldier's wife Anna Ivanova, who
was crying for help, was delivered to a Moscow police sta-
tion. One of the tenants at the house of the comedian Pyotr

                            152
Jakubovsky whose name she did not know was beating her
hard. From the same house of Yakubovsky's also taken
into custody were Afimiya Semyonova, the wife of
Matvei Ivanov, a servant of the Department Head Ilya
Ivanovich Neronov; Marfa Ivanova, the wife of soldier,
Alyona Mikhailova, a servant in the house of the widow
Marfa Stepanovna Zinovieva; Marie Aleksandrova, the
daughter of a soldier; Praskovia Vassilieva, the wife of a
dragoon. Interrogated at the police station these women
and girls stated that they had been watching a puppet per-
formance at the house of the above-mentioned Yakubovsky
. Anna Ivanova stated that she had been staying with
Stepan Fyodorov the deacon at St.Nichols the Miracle-
Worker, which stands on high pillars, without the regular
registration for about a week.The said deacon Fyodorov
stated that she had only stayed for one night in his house
without the regular registration. Afimiya Semyonova said
she had stayed two nights at Pyotr Yakubovsky's house
without a contract and due registration. But the said
Yakubovsky has not been found and not delivered to the
police station. It was ordered: To punish Anna Ivanova by
whipping for the arrival in Moscow without a passport,
and demand that she be sent back to her husband whom
she has to ask for a passport. Afimiya Semyonova be freed
after the payment of detention expenses with a receipt
signed. Maria Ivanova be delivered to the Manufacture
Department to be given a job at a knitting shop to work
and receive payment until her husband returns from his
military expedition. Alyona Mikhailova, upon payment
of detention expenses, be delivered to the house of the
landowner Zinovieva against a receipt signed. The
soldier's daughter and the dragoon's wife the widow
Praskovia Vasilieva be delivered to the Manufacture
Department to be given a job at a knitting shop with a
                             153
warning that they do not loaf around Moscow. And the
deacon Stepan Fyodorov according to what Anna
Ivanova stated be fined for the week she stayed with him
in accordance with the 1732 Decree - thirteen and three
quarters kopecks at night, ninety six kopecks
altogether, and free him upon payment. As for the
comedian, he must be found and delivered to the police
station to be fined." (CSAOD, fund 931, inv. 3, f 399,
p.2 * ) See 1737, 1745, 1750.

   In April the Grand Duke Pyotr Fyodorovich staged a
"puppet performance in his chambers, for which guests,
including even ladies, were invited" "The show was most
stupid. In the chambers where it was performed, one
door was plastered shut, no because it led into the chambers
of the Empress." (Notes of the Empress Catherine II. M.,
1990, pp.38-39 ).

                      1748
    On December 5, the foreigner Ivan Petrovich Giel-
fierding "with his company" delivers a note to the Moscow
Police Office, in which he writes: " According to the
licence given him by Her Majesty the Empress he owns a
comedy house in the 9th precinct built on Staro-
Basmannaya street, near Krasniye Gate, where he performs
his comedy to an assembly of noblemen and people from
all walks of like. And in the course of this performance
the servants of their masters, who arrive to watch, being
of different characters and getting together, use force to
break the doors to gain entrance to the show free of charge,
putting up fights with other servants and soldiers.There is
no stopping them even from murder. They also break the

                           154
boards of the porch and staircases of the comedy house
putting up fires, which, God forbid, could end up in wild
fires. While according to the relevant documents and the
licence he has, police is to make up special guarding
squads." (CSAOD, fund 931, inv. 431. p.45 * ) See :1749,
1750.

                      1749
   On January 14 the Riga Area Office sends to the
Governing Senate a "report on the issue of a decree".
"According to the 1744 decree of Her Majesty the
Empress , beginning July 10, on the basis of a licence
given to the leader of the German band of puppet players
the comedian Johann Christofor Siegmund, he and his wife
are ordered to perform in Moscow, St. Petersburg, Narva,
Revel and Riga, and register as free comedians, without
issuing a performance licence to any other band ex-
cept Siegmund's.        The    comedy      and      opera
companies       in Moscow, St. Petersburg, Narva, Revel,
Riga and Vyborg, must not be allowed to perform. And
there also appeared in the Liefland regional Office the
comedian Gotlieb Minion,         born in the     city of
Braunschweig. And Siegmund's wife agreed to allow him
and his company to perform a comedy, on condition that
he pay her 10 thalers a year, which was confirmed in an
agreement signed by both her, Siegmund's wife and
Minion's wife. (CSAOD, fund 248, inv. 39, file
2531,p.13 ).

   The letter also detailed that Siegmund who had lived
with his wife and children for about 6 years in Riga, died
and his wife married a retired Russian lieutenant.    The
                           155
decree, prepared by the Senate confirmed that the
licence had been given to the Siegmunds. As for Minion
and other contenders, the paper said :" It is ordered, as has
been allowed to Siegmund to perform comedies, and
allow other companies to perform upon request, since
they must earn their living even though they arrive without
a prior application; and according to a report to the Senate
September 17, 1742 on the licence given to the German
comedian Siegmund and his wife Elizaveta to construct
at their own expenses buildings for their comedy where it
was allowed to them in Moscow and St. Petersburg,
and if they wish to perform there, rent houses and land of
local residents in Riga, Revel,Narva and Vyborg, or build
houses of their own at their own expense. (CSAOD,fund
248. inv., 39. f.2631. pp.18-19 ).

   On February 23 an order was sent to Liefland "to
prohibit Gotlieb Minion and his company who have
arrived in Riga, to perform comedies, which is only
allowed to the late comedian Siegmund, his wife and their
company " ) CSAOD, fund 248, inv. 39, f.2531, p. 12 )
See: 1733, 1737, 1744.

   A March 29 entry in the register of the Moscow
Police Office reads:" During the past Shrovetide, there
happened a big turmoil and fighting in Moscow by Krasniy
Gate, where there is a German comedy based, and the
servants of the nobility were beating guards and
comedians alike. And although those in the fight had been
found and punished publicly, the danger of another
fight between servants arriving with their masters,
remains. In line with the intention of the Chief Police
Department a squad of Army soldiers must be assigned to

                            156
guard this comedy to prevent further disturbances and
fighting ". (CSAOD, fund 931, inv. f. 434, p.228 * ).

    On October 12 the Governing Senate considers the
case of "Providing the comedian Pantalone with a licence
to perform comedies and operettas produced by the said
Pantalone". The application of Pantalone Peter
Gielfierding reads: "The Magnificent Ruler of the Russian
land, the Master of all mercy the Empress Elizaveta
Petrovna, this is humble appeal to you from Pantalone
Peter Gielfierding, a comedian of the German company.
The issues I ask for are as follows:
1. According to your most kind decree of 1742 , the
Governing Senate issued a decree granting a licence to
the comedian of our company Johann Christofor Siegmund
for himself and his wife to perform comedies under the
direction of the said Siegmund and register as free actors in
Moscow, St. Petersburg, Narva, Revel, Riga and Vyborg.
2. As Siegmund died in 1747, and his widow married a
retired army officer who has no means to run the a
company performing comedies, I have the permission of
Siegmund's widow to perform this. I pay her for this, and I
pay for all the expenses of hiring premises, and paying
the actors their salaries from the money I earn, which
necessitates my borrow a lot of money. (...) And I ask
Your Majesty the Empress to issue a decree giving me the
right to become the director of this German company
and to give me a licence to perform comedies and
operettas in the above-mentioned places. " (CSAOD, fund
248, f. 2531, pp.498 - 499*).

   The Senate's book of protocols:" According to an
oral order from the General Procurator concerning
providing the leader of the German theatre company
                          157
Pantalone Peter Gielfierding with a licence to perform
comedies on the basis of the licence previously issued to
the late Siegmund, with procedures to perform this
outlined separately." (CSAOD, fund 248, inv. 39, f. 2546,
p. 225 * ).

    The separate record reads :"The Mighty and the Great
Ruler Empress Elisavet Petrovna, the Ruler of Russia
kindly indicated that Her Majesty the Empress had been
asked by the leader of a German comedy company
Pantalone Peter Gielfierding, whose appeal had been
supported by the Senate, and because the former leader of
this company died, and the said Pantalone Peter
Gilfierding is responsible for all the expenses of the com-
pany, also paying part of his earnings from performing to
the wife of the late Siegmund, now married to an Army
officer, he is to be given a licence, on the basis of the
licence previously issued to the late Siegmund, while his
former wife is to be separated from this, and he
Gilefierding needs not to pay her from now on."
(CSAOD, f.248, inv. 39, f, 2546, p. 258. *) See: 1748,
1750. Cf.: 1733, 1737, 1744.

   Registered in St. Petersburg was "a comedian's house
on Morskaya street, with chambers built by an independent
comedian in 1745" and "the comedian's warehouse,
built near Siniy Bridge", in which "puppet comedies
have been performed since 1749" ( A Historic, Geographic
and Topographic Description of St. Petersburg since its
Foundation , 1703 to 1751, written by G.Bogdanov"
St.Pb, 1799, p.137 ).

                      1750
                           158
    On March 15, the General Procurator Trubetzkoy
submits a table report" to Elzaveta Petrovna. "In the past
days from ctober 12 through December 6, 1749, Your
Imperial Majesty were ind enough to give me an oral order
regarding the following:
    1. To give a licence issued by the Senate to the leader of
a German theatre company Pantalone Peter Gielfierding
on the basis of the licence previously issued to the former
leader of the company, Siegmund, who died, and remove
the licence from the wife of the said Siegmund, so that
Gilefierding is not to pay her anything." (CSAOD, fund 17,
f. 322,pp. 6-7 ).

   On March 20 the register of the Moscow Police Office
reads: "According to the decree from the Chief Police
Department, which orders that the owner of the German
comedy company Pantalone Peter Gielfierding is not to be
prohibited in any was in his performing of comedies and
operas on the basis of a licence given to him by Her
Majesty the Empress." (CSAOD, fund 931, inv.3. f.446,
p.144 * ) See 1748, 1749.

    In June a report comes to the General Revision Office
from the Moscow Area Revision Office: "In October of the
last year 1744 the comedian of the puppet comedy
Pyotr     Osipovich Yakubovsky was sent with an
accompanying letter to the Moscow Area Revision
Office for the investigation and deciding of his case
according to law, following his announcement that he is a
citizen of Poland. On the same day Yakubovsky stated
at interrogation at the Moscow Area Revision Office
that his Grandfather Zakharia and his father Osip
Yakubovsky were allegedly Polish residents on the city of
                           159
Vytebsk and were in the Catholic religion, and in the
years of the Russo-Swedish war , although he could not say
which particular year, they had been taken prisoner in
Lithuania and brought to Moscow.He also stated that his
grandfather Zakhariy died remaining a Catholic, while his
father Osip married a Baptised Russian girl, the daughter
of a nobleman, Matryona Klimontovna Krasnaya, and
after the marriage he was baptised at the Ascension
Cathedral near Nikitskaya street. And that his father lived
, having his own household in the parish of the Holy
Virgin of Rzhev, located near Povarskaya street, in
Zemlyanoy Village, earning his life by performing puppet
shows,      and in that house he had his children -
himself,Pyotr and Ilya. He also stated that he and his
brother still lived in that house earning their life by
performing comedies. Pyotr is 23 years old, and his brother
Ilya is 15. Himself,Pyotr was married to the daughter
of a department officer Irina Vasilievna Kobyakova, with
whom he had a son, Pyotr, who was 2 years old, while
his brother was single. And he also stated that he did not
wish to serve anybody, and would stay in the house
earning his life showing puppet performances. And that his
father Osip Yakubovsky had been allegedly registered
together with his own father during the latest census signed
by the general department head, as living in that house
and being a Polish citizen, and that his brother was born
after the said census, and in 1744 he had reported this
information about himself and his brother. So this
Yakubovsky was sent from the Moscow Office to the
Moscow Area Revision Office for proceedings on his
case. And in the report of the said Pyotr Osipovich
Yakubovsky on his brother Ilya, he writes that he
would like to stay forever at the service at the house of the
Countess Anna Lvovna Trubetzkaya, the widow of the
                            160
late captain ol Life-Guard Regiment Prince Alexei
Yurievich Trubetzkoy. Concerning the statement from the
Countess Anna Lvovna Trubetzkaya, she writes that she
would like to have Ilya Osipovich Yakubovsky at the
termless service in her house, paying him a wage, and
paying all taxes and excises for having him in service,
transferring the money to her estate , the village
Izhevskoye in the Pereslavl district of the Ryazan area,
and asks for a permission to employ Yakubovsky. In
addition, at the interrogation Yakubovsky said that
according to the application he had submitted he confirms
that he wants to be in termless service with the Countess
Anna Lvovna Trubetzkaya, the widow of the late captain
of Life-Guard Regiment          Prince Alexei Yurievich
Trubetzkoy, and she wants to have him at her service,
paying him a regular wage. A letter from the 3rd precinct
states that September 1, 1744, a report from the Polish
citizen Pyotr Osipovich Yakubovsky, now a Moscow
resident was registered, in which he states that his father
Osip Ivanovich Yakubovsky had been registered in the
latest census as a male Polish citizen and that his father
died in 1734, but the report does not indicate Pyotr's age
and that he has a son two years old, and a brother, Ilya
Yakubovsky, fifteen years old; it then states that they live
by Arbat Gate in Zemlyanoy Village in the parish of
the Holy Virgin of Rzhev's on Povarskaya street, that he
has a house of his own and that following he sold the
house and left, about which the said office has no
information, they did not find his true whereabouts, and
having failed to find him, were unable to investigate the
issue. And that June 2, 1749 Leonti Zakharovich
Yakubovsky, a resident of Vytebsk, and a Polish citizen
stated at the Moscow Area Revision Office as follows: the
children Pyotr and Ilya Yakubosky are truly Polish
                            161
citizen and their father Osip Ivanovich Yakubovsky was
his own brother, but they had different patronymics,
because after they had been taken to Russia, Osip was
baptised to become of the Greek faith by the deacon Ivan
Stepanov, after which godfather his patronymic became
Ivanovich. And his brother died in 1734, while himself,
Leontiy, although also baptised and being of the Greek
faith, still has the patronymic of Zakharovich, and the said
Pyotr and Ilya are his nephews, and they are of Polish
citizenship. Because of this according to the decree of
Her Majesty the Empress, and in line with the ruling of the
Moscow Area Revision Office it has been decided that
according to the wish of the said Polish citizen Ilya
Yakubovsky and the wish of Countess Anna Pavlovna
Trubetzkaya to have him at her service for an unlimited
period of time and register Ilya under the current census
with other servants paid by her in her family estate of
Izhevskoye in Pereslavl, sending a note to the Ryazan Area
Office about taxing him beginning 1747 and to report to
the Moscow Area Revision Office that an employment
record must be made for him. As for his senior brother,
Pyotr Osipovich Yakubovsky, he should apply to the
Moscow Area Revision Office,for which he has been
given a special note, and according to this ruling for
registering Ilya Yakubovsky duties have been collected and
a note has been sent to the Pereslavl Office of the Ryazan
Area, and this is also a request to issue an employment
note to the widow Countess as regards Ilya
Yakubovsky." *
    In July the Male Citizens Census Group of the Moscow
Area Revision Office received a report: " Dmitry Fe-
doretzky, a servant of Countess Anna Lvovna Trubetzkaya
has the following to report :

                           162
   1. According to the ruling of the Moscow Area Revision
Office and in line with the intention of the Polish citizen
Ilya Osipovich Yakubovsky has become a servant of my
landlady on condition that she pays him his wages.
According to this ruling the registration of the said
Yakubovsky has been made in the register of regular
pay employees, in the estate of my landlady in the
village Izhevskoye Pereslavl district, the Ryazan area,
which has been sold by her and is now owned by the
General, Cavalier Fyodor Vasilievich Naumov. A corre-
sponding statement was given to another servant of my
landlady, Ivan Vasiliev to deliver it to Pereslavl, Ryazan
Area, who, because of his illness lost the statement, so
that now the said Ilya Ykubovsky is left without proper
registration as a regular pay employee.
    2. Now the above-mentioned landlady of mine, having
sold the above-mentioned estate in the village
Izhevskoye of the Pereslavl district, Ryazan Area,
wishes to register the said Polish citizen Ilya Osipovich
Yakubbovsky as a paid servant the village Brezhnevo,
Belevsk district.
    Therefore, the Moscow Area Revision Office is kindly
requested to accept this statement and regard the situation
on the said Polish citizen Ilya Yakubovsky.
    And according to the information obtained, would
you kindly inform the Belevsk District Office that my
landlady has an estate in the village Brezhnevo, Belevsk
district, so that he could be included in their register of
paid employees, with a note despatched to the Belevsk
District Registrar for their information."*
    A request is despatched on August 3: " An inquiry is
required from the State Chamber Collegium for the Mos-
cow Area Revision Office stating whether the registration
has been made of the Polish citizen Ilya Osipovich
                              163
Yakubovsky in the village Izhevskoye Pereslavl district,
Ryazan area . an estate of the widow Countess Anna
Lvovna Trubetzkaya, and whether the size of his wage is
stated. ( * )
    An answer to this was received on August 10: "the
register of the latest census at the Chamber Collegium does
not have information on the payment of regular wages to
the Polish citizen Ilya Osipovich Yakubovsky in the
village Izhevskoye, Pereslavl district, Ryazan Area,
the estate of the abovementioned widow Countess Anna
Lvovna Trubetzkaya. Cf.: 1700. See : 1737, 1745,
1746, 1751, 1753, 1754, 1755, 1756, 1757, 1760.

    On September 12, in St. Petersburg Peter Gielfierding
files an application with Her Majesty the Empress: "The
Illumines Ruler, the Great Empress Elisavet Petrovna, the
Ruler of the Russian land, the Master of Mercy. Peter
Gielfierding, the leader of a licensed German company of
actors humbly submits this request to Your Majesty:
    1. Someone Frantz Sarge, arriving to Riga from
Germany, who performs curious shows together with his
company and a specially trained horse, has now arrived
here, and is willing, on the strength of the licence kindly
given to me, perform under my direction.
    2. To have these performances , a special building
should be erected in a convenient location, for which we
think we have selected a vacant lot near a chemist's by the
Admiralty." (SAOD, fund 248, inv. 131, f.2299,pp.223-
224 * ) See: 1748, 1749, 1751, 1761.

                      1751


                           164
   On January 10, Ilya Yakubovsky, a servant of the
Countess A.L.Trubetzkaya requests for a permission to be
issued for him to perform a puppet show at the house of
Grigory Bogdanovich Zasekin for one month." (CSAOD,
fund 931, inv.3, f.456,p.53 *) See: 1737, 1750,
1753,1754, 1755,1756,1757,1760.

    In February Frantz Zarger "who owns a specially
trained horse" announces that he intends to leave for
Danzig and offers his theatre for sale, which is located by a
small chemist's".
    In May the newspaper "Sankt-Peterburgskiye Vedo-
mosti" reports that "Frantz Zarger leaves the country
together with his family and servants Pyotr Shenkovsky
and Johann Schubert." ( No.11 Feb.5, p.88; No.42, May
24, p.336) See: 1750, 1760, 1761.


                      1753
    On December 23, Ilya Yakubovsky ,a servant of the
countess A.L.Trubetzkaya files an application with the
Office of the Moscow Police Department, in which he
writes that " he wishes to perform a puppet comedy for the
public, for which he has rented a wooden chamber in
the house of the Collegiate Councillor Vasili Neelov,
located in the sixth precinct near Petrov Gate for one year
at the cost of twenty roubles, and he asks for a permission
to perform the comedy, and in order to prevent
quarrelling and fighting he asks that a patrol squad be
assigned to the location ." (CSAOD, fund 931, inv.3,
f.487, p.231*) See: 1737, 1750, 1751, 1754, 1755, 1756,
1757, 1760.

                            165
   An entry in the register of the Moscow Police Office
on December 30 says : " As on the 27th Her Majesty the
Empress while at the Golovin house was kind enough to
say in response to a report from the General Police
Officer the following:
   1. The wooden theatre near Krasniy Gate put up by
a German company, where on the 26th there was a fire, be
scrapped after the forthcoming holidays, and another
building was ordered to be built in a different place,
since the present location is not good for it , being fire-
hazardous. For the time being they are allowed to
perform comedies in this building during the forthcoming
holidays, and ordered: (...) that the comedian Vertzilius
be informed that he has to remove the said building after
the forthcoming holidays to a new location, for which he
should find a proper place, and submit an application to
the Chief Police Department." ( CSAOD, fund 931,
inv.3, f.480, pp.295-296 * ) See: 1754.




                     1753-1754
   In the biography of F.G.Volkov, published in "An
Experiment of A historic Dictionary of Russian Writers"
in 1772, N.I.Novikov writing about the time the top
Russia Actor spent at the Nobility Cadet Corps, mentions,
that Volkov "after he had already been trained, took
exercises more in reading books useful for his craft, in
drawing and playing music, as well as expanding his
knowledge of things he thought he knew inadequately.

                           166
Also there, in his spare time, he made a small theatre, in
which there were puppets he skilfully made with his own
hands, but he did not have the pleasure of seeing this
venture through." ( Quoted from "F.G.Volkov and the
Contemporary Russian Theatre " M., 1953, p.207) See:
1762, 1763.

                      1754
   On September 7 a protocol in the book of the Moscow
Police Office had this entry: " On the application of the
local merchant Alexei Andreevich Nosov, according to
him he owns a wooden comedy house by Krasniye
Gate in Novo-Basmannaya Village, opposite the hospital
built by the late Senior Equerry, the Senator and Cavalier
Aleksandr Borisovich Kurakin given to him by the
Moscow City Council, and sitting on a plot of land one-
hundred and fifty by ninety feet, which he came to own
after the licensed comedian Johann Vertzelius failed to pay
him back one thousand roubles taken from him against a
promissory note. And this house has been scrapped on
orders from the Chief Police Department..." (CSAOD,
fund 931, inv.3, f.190, pp.46-47* ) See : 1753.

   On December 30 Ilya Osipovich Yakubovsky, a ser-
vant of the Countess A.L.Trubetzkaya files an application
with the Office of the Moscow Police Department :"
Last year, 1753 he was allowed by the Chief Police
Department to perform a puppet comedy in the house
of the Counsellor Vasily Neelov by Petrov Gate in a
separate chamber for one year. And now he has rented
from the said Neelov the chamber for the forthcoming
three months for ten roubles, and intends to perform his

                           167
comedies, and he asks to be permitted to perform
there and inform the sixth precinct about this." (CSAOD,
fund 931, inv.3,f.498, pp. 272-273*). See: 1737, 1750.
1751, 1755, 1756, 1757, 1760.

                      1755
   In March in the house of His Excellency the
Chamberlain, Cavalier Ivan Ivanovich Shuvalov in
Nevsky Avenue, someone Defiance, who has arrived
from Paris (in other version - Dufran) performs on
"Mondays, Tuesdays, Thursdays and Sundays from
midday till 4 p.m. with his artistic machine, which shows a
full-sized shepherd and a shepherdess playing thirteen arias
on the flutes. The man also beats the rhythm , and both of
them stand in the shadow of an oak-tree, on which there
are various birds moving and joining in music with their
singing. The visitors will be charged one rouble while
on Tuesdays the machine will be opened to show the
mechanical movement, for which visitors are too
pay      two      roubles    apiece. (Sankt-Peterburgskiye
Vedomosti, No.23, March 21 ).
   On October 25, the record of the Moscow Police
Office register the following: " A visiting Frenchman
Dufren (Dufreni), a member of the Royal Academy of
Sciences in Rouen shows to all willing a sophisticated
machine in the house of Her Excellency the Countess
Gruzinskaya on Okhotny Ryad street. Allegedly, during
his stay in St. Petersburg, Her Majesty the Empress
wished to watch it and expressed her surprise. The
machine represents full-size figures of a shepherd and a
shepherdess, who play together thirteen tunes on the
flutes, and the shepherd beats the time,too. Both figures are

                            168
placed in the shadow of an oak-tree, and various birds
sitting on it, join in the music-making with their songs.
He charges one rouble apiece, and two roubles for those
wishing to see the mechanism work. He is going to stay
here for a short time, and is willing that notice of his
stay be also made at inns." (CSAOD, fund 931,inv. 3,
f.508, p.303 * ).

   In October at the house of the Count Pyotr Borisovich
Sheremetev on Millionnaya street ( " in the second
apartment house on the left side" ) the mechanic Pierre
Dumolin shows daily from 6 to 11 o'clock a model,
most remarkable in its proportions and agreeing to all the
rules of architecture, of St. Peter's in Rome, with a huge
square in front of it, both galleries on pillars and fountains,
with a tall obelisk and 500 statues both on the galleries
and all around the cathedral, while there can be seen 40
altars inside, as well as many statues, columns,
paintings, guilt work and mosaics, the tombs, organs and
everything that really is in Rome; and this model will be
on display until the first frosts. The well-to-do are asked to
pay their admittance at their discretion, the rest are charged
50 kopecks."
   In December Dumolin adds to this model "remarkable
moving pictures of a short Dutch woman, who weaves
bands, producing 18 inches of handwork a minute, and a
canary singing various songs, as if it were alive, and
other visual, dioptric and katoptric things. The well-to-do
can pay admittance fee at their discretion, while the rest
are charged 50 kopecks, and 2 roubles for a group of eight
people." The final announcement appears in February
1756. (Sankt-Peterburgskiye Vedomosti No.85, October
24, No.101, December 19,1756, No.13, February 13,
1756 ). See: 1759.
                               169
   On December 20 Ilya Yakubovsky, a servant of the
Countess A.L.Trubetzkaya files an application with the
Office of the Moscow Police Department: " He has rented a
separate chamber in the house of the Collegiate Counsellor
Vasily Neelov in the 6th precinct for performing a puppet
comedy, for two months at the price of 6 roubles. But it
could be risky to perform without a permission of the
Moscow Police Department, so he asks for a permission
to be issued to him, and the precinct chiefs informed ."
(CSAOD, fund 931, inv., 3, f.509, p.258 * ) See: 1737,
1750, 1751, 1753, 1754, 1756, 1757, 1760.

                      1756
   One of January issues of the "Sankt- Peterburgskiye
Vedomosti" carries an announcement :" a curious lantern
can be see in the apartment of the inn-keeper Karl
Zeder near Vassilievsky Ostrov, which will be shown to
everybody every night from 8 to 9 p.m. Anyone willing to
see the lantern is to pay 10 kopeck.It is also announced that
this lantern is for sale." ( No.4 January 12 ).

   On December 20, Ilya Yakubovsky, a servant of the
Countess A.L.Trubetzkaya files an application with the
Office of the Moscow Police Department, in which he
writes " that he wishes to perform a puppet comedy to
entertain public during the forthcoming holidays at the
house of Kirill Stepanovich Rubanovsky, a singer of
Her Majesty the Empress, which is located in the 9th
precinct in Pleteshki, where he has rented a separate
chamber for three months at a price of 8 roubles, and he
asks to be permitted to perform." (CSAOD, fund 931,inv.3,


                            170
f.521, p. 195 *). See: 1737, 1750, 1751, 1753, 1754,
1755, 1757, 1760.

                     1757
    On December 24 the register of outgoing correspon-
dence of the Office of the Moscow Police Department
has the following entry:" This is to certify a reference by
junior secretary Andrei Popov authorised by the secretary
Pyotr Stakheev, after certifying that a rental tax of 17 3/4
kopecks from 3 roubles have been paid by Ilya
Yakubovsky, a servant of Her Majesty the Empress' State
Dame the Countess Anna Lvovna Trubetzkaya, for his
renting a chamber to perform a puppet comedy in the
house of Captain Ivan             Tretiakov,     Life-Guard
Izmailovsky Regiment, located in the 1st precinct."
(CSAOD, fund 931, inv.3. f.1697, p.286*). See:1737,
1750, 1751, 1753, 1754, 1755, 1756, 1760.

                      1758
   On July 14, the Office of the Moscow Police De-
partment having studied "the request to permit Karl
Vestkin, a Danish puppeteer from Copenhagen to perform
a     marionette     and     puppet show      for   public
entertainment", it is ruled: "To allow the above-mentioned
Vestkin to perform this play for which is ordered to
have fenced a location between meat shops by the river
Neglinnaya near Mokhovaya street, with wooden planks
on condition that when this construction of the above-
mentioned Vestkin will be ordered to be removed, he does
so immediately without objections. " (CSAOD, fund 931,
inv.3, f.540, p.400 *).
                           171
   In August a new entry is made in the police register:"
This day in the Office the puppeteer Karl Vestkin has an-
nounced that he wishes to perform a puppet comedy on
August 22 for public entertainment . And he has asked
for a team of police officers to be despatched to his theatre
to guard the show and prevent disturbances and fighting."
(CSAOD, fund 931, inv.3, file 541, p.544 * ).

                      1759
   In February in German village ("in the house of
Miss Naget, opposite the house of the Count
Apraxine") the Frenchman Dumaulin ("Pyotr Dumolin)
shows from 4 to 9 p.m. the following curious self-moving
machines: 1 - a small peasant woman from Bern, who is
weaving six bands at a time, producing 18 to 20 inches of
handwork a minute, with a tower clock chiming all the
while. 2. a machine in the form of a canary, which sings in
a most natural way, quite like a live bird, 3 various
moving and changing curious and extraordinary
pictures". "For watching these machines" Dumaulin
charges a rouble a person. He also announces that " a
German (...) stays in the same home with him, who for a
fee of fifty kopecks shows a magnificent model of Rome-
based St. Peter's."
     In March through May Dumaulin announces that
"two more exhibits have been put on display in his
chamber, namely: a remarkable electric machine with
which he performs a series of curious experiments", "a
picture showing a landscape, where moving travellers and
horse-carts can be seen, and a lot of working men, who
do their job quite naturally, as if they were alive, another

                            172
picture shows a moving head whose movements are so
surprising that the audience is scared at          times", "a
Russian peasant man who moves his eyes and head so
perfectly, that he can be taken for a living man", "a moving
Chinese man, made so well that it is impossible to think
that it is a machine".
   The latter two figures are reported to be of normal
human height.Apart from that Dumaulin reports that
"he has hust finished a moving frog, on which he has been
working for a long time."
   This machine is the most intricate which the craft can,
only produce." ( Moskovskiye Vedomosti No.10,
February 2 . No.23,March 19, N0.35, April 30, No 38,
May 11 ). See: 1755

    In March through April at the house of Kochanovski
on Bolshaya Morskaya "two ore miners who have arrived
here (...) have a machine which shows the Royal and
Kursaxon Freiberg and Annaberge ore mines and
grinders, and a crowd in a large partitioned box, where
there is also a tower clock, and wheels moved by the
clock, while the managers and shop masters and ordinary
miners act in such a natural fashion that they are only
short of beginning to speak (...) as for the admittance fee,
it is according to the wish and generosity of the
audience." In an announcement in April a correction is
made. "For watching these a fee is charged of 20 and 10
kopecks, while the well-to-do pay according to their
generosity, and if some nobleman wished to watch this
machine at home, it can be delivered there." ( Sankt
Peterburgskiye Vedomosti, No.25, March 26; No.31,
April 16 ) See : 1761, 1762.


                            173
                       The 1760s
   A bill is stored at the Central State Archives of Old
Documents which dates back to the 1760s. It reads:
"According to the permission from her Majesty the
Empress, someone Inventor will perform today the 8th,
displaying his natural show of the world, which has never
been shown here. It has been previously displayed in
Denmark and Holland, France and Germany,to all
nobility and common people, and His Majesty the King of
Rome, and all of the Erzherzog's court watched it, as well
as His Royal Majesty the King of England, France,
Denmark, Sweden and Poland, as well as other states,
Princes and rulers, many times indicating their particular
pleasure in seeing its performance.
   This is particularly true of the wise panoramic ma-
chines, showing the sky and the ground, the crescent
from its first days till it is full and then its last quarter,
together with the stars, air and water, mountains,
forests, cities and castles, havens, ships sailing and
battling at sea, and many other things.
   In this natural way there will be shown as in reality, the
sunrise from beyond the horizon, giving a special brilliance
to the show, (...) and for two days 4 new changes will be
made.
   1. Capo de Bone Esperanza, or Cape of Good Hope in
Africa, where ships passing by salute with cannon fire,
and are answered by the ships moored in the harbour.
   2. The city of Rome viewed from the river Tiber, where
a big solidly built St.Angello can be seen by the so-called
Angel Bridge St. Peter's and the chambers of the Pope .
   3. The city of Horn. It is located in a province in
Holland, and ships sailing by salute it with their cannons,

                            174
and are answered by a salute from ships moored in the har-
bour.
   4. The Free Royal City of Hamburg, Also saluted by
passing ships with response by a salute from the moored
ships.
   All the above mentioned is to be shown at the City
Council by Krasniye Triumfalniye Gate. The show
begins at 3 p.m. First-row tickets are 50 kopecks, and
the last row - 12 kopecks. " ( CSAOD, fund 17, f. 323,
p. 1. First published in: The Theatre and the Arts. 1905,
No.35, Aug.28, p. 564 ).

                      1760
   In June the "Sankt-Peterburgskiye Vedomosti"
publishes the following announcement: "The German
comedian Frantz Anton Sarger leaves this city with his
family, and those willing to see him, can find him in the
Admiralty vicinity on Bolshaya Morskaya street at the
house of Mrs.Langshi."( No.44, June 2) See: 1750, 1751,
1760.

   On December 20, Ilya Yakubovsky, a servant of et
Counte A.L.Trubetzkaya files an application with the
Office of the Moscow Police Department, Yakubovsky
writes that " he wishes to perform a puppet comedy for
public entertainment, for which he has rented a house of
the Secretary of the Collegiate Revision Office Lev
Fyodorov, located in the 9th precinct on Novaya
Basmannaya street from now on till Great Feast next year,
1761, for six roubles. He asks to be permitted to perform
this    puppet    comedy."(CSAOD,            fund    931,


                           175
inv.,3,f568,p.318*)See:1737, 1750, 1751, 1753, 1754,
1755, 1756, 1757.

    On December 20 the Office of the Moscow Police
Department studies the request of the Bohemian
comedians (residents of Prague) Anton and Josef Zargers.
"They have arrived in Moscow on the basis of a
permission given to them by the Foreign Ministry in
St.Petersburg to demonstrate their skills, and they wish
now to entertain public in the house of the late Artillery
General-Lieutenant, the bearer of both top Russia orders,
the Georgian prince Bakar Vakhtangovich, which now
belongs to his widow, the Countess Anna Yegorievna, and
is located in the 2nd precinct, performing a comedy, in
which they will demonstrate mechanical devices and
diverse funny tricks, the so-called Taschenspiller tricks,
beginning December 26 this year till the first week of Great
Feast next year 1761." (CSAOD, fund 931,inv.3
f.568,pp.318-319 * ).

   On the same day another entry was made in the
register: "According to the application of her Excellency
the Countess Anna Yegoruevnam the widow of the late
Artillery General-Lieutenant, the bearer of both Russian
orders the Georgian Prince Bakar Vakhtangovich, sent by
her treasurer the Georgian nobleman Rostosh Narimanziev,
which confirms that ther is Her Excellency's house in the
2nd precinct of St.Paraskeva of Friday's near Okhotny
Ryad street. And in this house he gave on her Excellency's
orders five stone chambers to the foreigners, comedians
from Bohemia Anton Zarger and his son Josef Zarger for
two forthcoming months where they will play their
comedies. The rent is eight roubles, for which they
signed a contract, whose copy he encloses together with
                            176
the copies of their passports issued by the Foreign
Ministry. He requests that they be registered in the
book of arriving lodgers." (CSAOD,fund 931, inv.3.f.568,
p.319 * ) See: 1750, 1761.

                       1761
    In February, in the house of the Georgian Prince
"located near Okhotny Ryad" " a Dutch artist ( judging by
the address - see 1760- and peculiarities of the repertoire -
see below- that must have either been Anton or Josef
Zargeb) performs "all his tricks every day during the week
of Lent, namely, the Head of Cicero, (...), dancers on a
tight rope jumping and somersaulting." "After this there
will be merry comedies, and finally, a horse will perform."
    In March "the Dutch artist" Josef Zarger who is staying
on Chistiye Prudy at the house of the widow Fedosia
Gavrilovna Koltovskaya" and who intends to stay here
"only for three weeks", announces: "Should anyone be
willing to watch the head of Cicero and other Dutch
tricks and exercise, you are requested to inform the artist
any morning, and for 15 roubles he will demonstrate the
show .If a group of people wishes to come to his place, he
will perform for 10 roubles." It is also announced :"On
March 25 his trained horse will be sold in a lottery, and
those willing to win are only requested to pay 6 roubles for
a lot, or a ticket. The winner will be instructed by the
artist as to how to use the horse, and he can also
despatch his servants to any house to train any horse or
colt, so that they will kneel everytime the rider wants to
mount. To all appearances this very Josef Zarger
performed in German Village at the Choglokov house,
called a "Dutch performer" who will "show his tricks".

                            177
    In September Zarger ("the          Dutch      performer
Zarger") announces that he will only stay here for one
month and he will continue to perform at the Choglokov
house in German village daily, except Saturdays, his
shows with the head of Cicero and other new things, if at
least 10 to 12 people gather, and apart from this there
will be presented various comedies, for example, a play
about Doctor Faustus, and others, with big two-meter
tall Italian puppets, which will speak, etc.; and histrained
horse will also perfom before" (Moskovskiye Vedomosti
No.12, Feb.9; No 19. March 6; No.44, june 1; No.73,
Sept. 11 ) See: 1750, 1751, 1760.

    In August through September on Malaya Millionnaya
street at the house of the inn-keeper Wildemann a machine
is displayed to everyone for a fee, which displays a gold-
and-silver mine, operated by a clock mechanism and two
organs, and this machine is made so skilfully, that no
one has seen it yet, and particularly remarkable is the
chiming of its bells." (Sankt-Peterburgskiye Vedomosti,
No.72, August 31) See: 1759, 1762.

    In December at the house of Alexei Petrovich Trub-
nikov ("on Dmitrovka between Tverskaya and Petrovka
streets") "a new comedy          is on, which will be
performed by big Italian marionettes, or puppets, two-
meter tall, which will freely walk about the theatre and act
so skilfully, that they can very well be taken for live things.
"The comedy, which the puppets will perform is called
"The Brave and Glorious Judith " (Moskovskiye
Vedomosti, No.102, Dec.13 ) Probably, it was Josef
Zarger who played this show.


                             178
                      1762
    In January at the house of the hairdresser Karl Spakh
on Staraya Basmannaya street across from Razguliyai)
two coal-miners who have arrived from Kursaksonia
have a curious and wonderful machine on display,
showing by means of statuettes how real people work
in ore-mines, hills and hollows, digging for gold and
silver " The announcement says that "these miners
operating this machine, have their own miners' clothes.
Those willing to watch this could see it day and night in
their homes, and at the miners' apartment (...) with no
special fee charged. (Moskovskiye Vedomosti No.4
January 11). See; 1759, 1761.

    On March 22 Peter III signed a decree on the transfer
of "the exclusive licence " to hold theatre performances:
"His Majesty the Emperor has ordered to allow the
foreigner Johann Neuhoff with wife Eleonora to play his
free comedies in St. Petersburg, Moscow, Riga and
Revel at his own expense and have the necessary number of
people needed for performing of these comedies, and also
for this purpose. to give him a Senate licence for this. (
CSAOD, fund 259, f.3927, pp.547-551).

   M.I. Pylayev mentions that the comedian Johanne
Neuhoff with his wife Johanna-Eleonora performed "new
comedies" using Italian marionettes and had a licence
to perform in St. Petersburg, Moscow, Riga and Revel.
(See: Pylayev M. "Old-Time Living " St.Pb 1897.p.130).

    Compiled on December 11 the accounts sheet on
the performing of masquerade "The Triumphant Minerva",

                           179
prepared in Moscow and timed tocommemorate the en-
thronement of Catherine II, reads : " 163 roubles and 90
kopecks have given to the nobleman Fyodor Volkov.
The sum includes 13 roubles 95 kopecks for masks . (...)
40 roubles - to the puppet-maker. (XSSAOD, fund
1224, f. 41419, pp. 70,259 ) See: 1753, 1754, 1763.

                      1763
    In late January - early February Moscow was the venue
of a grandiose event titled "The Triumphant Minerva". A
bill read: the 30th of this month and the 1 and 2 February,
that is on Thursday, Saturday and Sunday on Bolshaya
Nemettzkaya,       both Basmannaya, Myasnitzkaya and
Pokrovka streets beginning from 10 in the morning till
well after midday there will be a big masquerade titled
"The Triumphant Minerva", which shows the meanness
of vice and sings praise to virtue . As the action returns to
the hills, there will be rides and a specially made theatre
will perform diverse shows, dance, puppet comedies,
hocus-pocus performances and various body movements,
those willing can gain money by their agility, with
volunteers to ride horses and so on. Those willing to watch
this can gather there throughout all of the week of Lent,
from morning till night, riding the hills, with or without a
mask, no matter what their walk of life."
    A published libretto among other characters,had
Momus the laughing one , was defined as follows:
    " As the wind of fury
     Would twist some people's brains
     The madness, puppeteer ship,
      foolery and drunkenness,
     So that they only could imagine .

                            180
    Where vice has taken them !.."
  While "The Description of the Great Masquerade" has it
. The Herald of the Masquerade with his suite:
   The Sign : Momus, ( or the Laughing One ), with
puppet and bells hanging on him :
   The inscription:
     An exercise for slow-witted
                    *
     The Choir of comic music
                    *
     Fanfares and two signs of Momus.
                    *
     Theatres with puppeteers, sided by 12 people on
wooden horses with rattles."
   (Quoted from : F.G.Volkov and the Contemporary
Russian Theatre.M., 1953., pp. 154, 170, 175 ) See 1753-
1754, 1762.

                     1765
   In September, one of the tutors of the Grand Duke
Pavel Petrovich, S.A.Poroshin writes in his diary : "His
Excellency Nikita Ivanovich (Panin) told Father Platon
that he would come that night to watch a puppet comedy,
which the Regal Infant wishes to watch. (...) At night we
went to the stone Winter Palace to watch a puppet
comedy, which was put up especially for his Majesty the
Infant, on orders from Nikita Ivanovich has been made by
the theatre machine-maker Ducleau. After the puppet
show there was an optic sho of a storm and a sea battle,
which was the only thing that was worth seeing at all. The
Reverend Father Platon also attended this shameful show.
(Old-Time Russia , 1881, Sept., pp. 419-420 ).

                           181
                     1767
  On February 26 in Moscow "the Royal ex-mechanic
Tezie has made his appearance to the Moscow Chief Police
Department, and announced that he intends to show a new
physical machine in his home, or if anyone wishes, in their
houses." "And he lives in the 9th precinct near Krasmiye
Gate at the house of the inn-keeper Antonie Zhulie,
owned by his Excellency the Prince Pyotr Nikitovich
Trubetzkoy." (CSAOD, fund 931, inv. 3, f.639, p.322 * ).


                      1768
   In March the foreigner Jacob Sibert, staying by Siniy
Bridge in the house of Tomashev, shows in a spherical
mirror, 18 inches across, various newly invented firework
sand illuminations, namely: illuminated cities and flowers
in their natural appearance." The show is on "in the
mornings until midday; and each person was to pay 25
kopecks,     while people wishing to see the comedy
performed in their own houses were to pay according to
their volition." (Sankt-Petersburgskiye Vedomosti , No.26,
March 28. ).

                       1770
   In late January - early February in Nevsky Avenue
"opposite the Neumann house, in the house of his Excel-
lency the General Lieutenant and the Cavalier Larion
Yakovlevich Ovtzyn, Italians staying there show various

                           182
mechanical and mathematical shows in 36 pictures,
performances containing stories about sieges, illuminations
and sea travel, about sea storms, fires and fireworks, from
3 to 10 p.m. The admittance fee is 25 kopecks, :" and
well-to-do people are free to pay of their own accord.." (
Sankt-Petersbourgskiye Vedomosti, No.9, Jan.29 ).

   On December 21 the following entry was made in the
records of the Office of the Moscow Police Department
: "Having listened to a report from the retired sergeant
Peter Sidorov, who requested to be permitted to perform
with puppets to entertain public from this year 1770
until January 1 of the year 1772 , and report this to the
quarters necessary. It is ordered : to allow the said
Sidorov show the puppets in the box for public
entertainment. And for informing and on the strength of
Her Majesty's Decree of September 1, 1763 on the
activities of the Educational House Part 1, Chapter 6, Item
16, about the tax from all the entertainment facilities of
one fourth of their earning, it must be reported in writing
to the Trusteeship Council. Sidorov is to appear in the
Council with this report in person, requiring a written
statement from the Council, that in their presence he
pledged to pay his dues. And until he provides the required
paper, he may not be allowed to collect money for
showing his puppets." ( CSAOD, fund 931, inv.3, f. 224,
p.196 * ).

                      1771
  In April - June "in the inn dubbed "London town" on
Novaya Isakiyevskaya street, "a German, a resident of
Magdeburg" demonstrates "skilful optical, catoptric and

                           183
mathematics machines". Advertising his performances, the
unknown "artist of the mathematics and optic tools "
informs : " A mechanically made machine presents an
almost alive old man from Swabia, whose eyes, and every
other part of the body, move. This old man answers any
question loud and clear, telling how old he is, discovering
the colour of the clothes, and is no gullible - if money is
put into his box, then he , taking it out , says what year
and in what city this or that coin was minted; he also
smokes tobacco, he can play the cards and the travel, and
performs many other surprising tricks. The said artist
will also show to those willing to see a newly invented
optic light theatre, made with a great deal of skill and
effort, which has never been seen here. It presents four
different historic epochs, where there happen daily
occurrences, taking part in differently shown lighted
streets with fireworks on certain festive occasions, with
wonderfully lighted gardens and most famous temples
of the most-famous towns in Europe. But these optic
performances are quite different from the optic
performances that public here knows, being performed in
their full size and perfect beauty. To the greater
entertainment there will be seen bridges and streets, where
people walk to and fro, some ride, and others are carried in
sleighs with bells, so that the viewers are under the
impression that they really see a wonderful road stretching
out and leading from a city. ( ... ) The said machines are
on display from 3 to 4 p.m , but one should know that
every hour the show begins anew, to go until 11 p.m., so
that the show can be watched every hour, and should
someone be willing to watch the show before midday, a
one-hour notice will be required. The optical show can be
comfortably viewed by 30 people at once, so no more will
be allowed. As for the price per one viewer's seat, the
                            184
nobility pay at their discretion. People of medium means
sitting in the first rows have to pay for watching the said
mechanical machine and optical performances 30 kopecks,
and those in the second row - only 15 kopecks."
    In early June the admission fee was reduced to 20 -10
kopecks "so that any lover of arts could see these
wonderful machines for an affordable fee to increase their
knowledge and give them a surprise; while anyone could
be guaranteed that they would never regret watching these
skilfully made optical , catoptric and mathematical
machines; as there have never been showed anything like
these skilled machines as, in particular, the old man
Cornelius. " ( Sankt-Peterburgskiye Vedomosti No.34,
Apr.29, No.45).

    June oup of religious students with a bertep appeared
at he estate Sokirintsy of the Priluky district of th
Poltava region. and after they performed a play, they gave
the vertiep box with puppets to the master of the estate
Galagan together with written music and script of their
show. The vertiep and the puppets are intact." (See.:
Old-Time Kiev, 1882, October, p. 9 ).


                      1773
   Beginning September 24 on Malaya Millionnaya street
("the third house from the corner of Bolshaya
Millionnaya street opposite the ceremonies' site") daily -
from 3 to 11p.m. there are figures on show, which are part
of pictures of W.Hoggarth. "These pictures are the size of
a grown-up man, are made of wax, and they are placed in
three chambers, divided into 4 categories: there is a

                           185
picture of a usual European charming talk over the punsch
in the style of the well-known Wilkens, numbering 12
persons; in the second chamber to the right on the 3rd
picture there is an English dandy, with 10 other people in
it, while in the 3rd chamber there is apicture with two
students wearing Turkish gowns, with 33 pictures alto-
gether. As for the fee, great expenses make it necessary
to ask the viewers pay at least 1 rouble 50 kopecks apiece."
In November the admittance fee goes down to 50 - 25
kopecks. (Supple. to St.Pb. Vedomosti,No.77, Sept.24,;
No.90 Nov.8) See: 1775.

   In October at the house of the merchant Schultz on
Lugovaya Millionnaya street the mechanic Anton Brandel
displays both his own invented musical instrument and a
special machine, which has 32 figures on display which
move without the use of water, air, springs, weight, or
rotation, but made sheer art, which is quite surprising." (
Suppl. St.Pb. Vedomosti No.82, Oct.11 ).

                      1775
   In June to commemorate the signing of a peace treaty
with Turkey the cadets of the Nobility Cadets Corps gave
a festival in honour of Catherine II. " In the middle of a
square which is larger than the Garden of Tuilries, there
was according to the scheme by Mr.Pochee an
amphitheatre built around the central point, comfortable
enough for al the viewers whose number was 1200, to see
without having to turn or move , everything that was going
on in all ends of this vast circle. The central point, on
the sides of which this building was erected, was a Column
of Triumph fifty feet high, decorated on top with a statue

                           186
of the goddess Glory, ornamented by standards and badges
seized from the Turks. At the sound of a trumpet the
Goddess would signal to begin exercises, designed to be
performed      by actors and stuntmen."(Quoted from:
Pyliyaev M.I. Old-Time Living. St.Pb., 1897, p. 156 ).

   In October at the house of the merchant Kiezel on
Novaya Isakiyevskaya street , from 10 a.m. till 1 p.m. and
then from 4 till 9 p.m. "there will be shown, apart from a
group of punsch drinkers, manufactured according to the
plan of the famous Hogarth, a specially made machine,
in the shape of a woman, which answers all understandable
questions, and more than that, speaks itself. " The bill
mentions that :" On her corset and underneath it there are
many things worth seeing, which are briefly described in
a specially prepared pamphlet." (St.Pb. Vedomosti, No.86,
Oct. 26) See : 1773.
    Beginning December 6 in "Perkin's Stone House" in
Nevsky Avenue opposite the Admiralty, "a comedian
who has arrived here, shows a puppet comedy made in a
new style." "These puppets will be acting on stage,
with beautiful props and acting like live persons, to
show German comedies and tragedies, as well as
short operas and ballets. Each performance features
specially made garments and props, depending on the
individual play. They will perform their shows for a short
time, two or three times a week, that is on Sundays,
Tuesdays and Fridays. On the days when the shows are
on,ticket distributors will announce which particular show
is on. (...). Admission is 50 kopecks for a loge seat from
6 p.m. , 50 kopecks for the stalls, 25 kopecks in the second
row, and 15 - in the third row. (Suppl. St.Pb., No.97,
Dec.4) See:1776.

                           187
                       1776
   In January in "Perkin's stone house" the shows of a
new puppet comedy company went on. January 3 the play
"The Limp Devil" and the ballet "The Birth of a Cupid"
were on, January 21 - a comedy by the famous Mr.Weise
"Old Ladies' Tales" and the ballet "A Carnival in Venice"
( in which various curious and marvellous masks can be
seen); January 24 - the comic opera "The Merchant
Smirna", which abounds in "merry songs and duels" and
the ballet "The Jealousy of the Three Lovers".
Admittance fees are reduced at the beginning of the year.
"Each person in loges and the stalls is to pay 30 kopecks,
and 15 kopecks for a seat in the second row." (Suppl.
St.Pb. Vedomosti, No.1, Jan.1; No.6, Jan.19; No.7 Jan.22)
See: 1775.

   In June and July the mechanic Mrocek shows his
"small comedy theatre" in the house of the Count
Yaguzhinsky on Novaya Isakievskaya Street. "This shows
two little groups of male and -female dancers. The first
one presents a colourful ballet in the country with peasant
men and women dancing. The theatre represents a nice
merry village. As the first ballet ends, the theatre suddenly
becomes a richly ornamented hall, in which a second
company will be seen, made up of Turkish men and
women. The music has been composed by Italian
composers and ballet-makers. All artwork and carvings
have also been made by well-known artists. Everyone can
be assured that satisfaction and pleasure of watching this is
guaranteed. This theatre (...) will be opened four times a
day after midday, and namely at 2,4,6,and finally, at 8
p.m. and because this comedian is leaving soon, the

                            188
comedy will be shown for five days in succession,
beginning from June 10 till June 15. Admission fee is 50
kopecks in the first row, and 25 - for the second row. "
    In July, emphasising that "he will stay in this city for a
while" Mrocek mentions : "The said theatre together with
its cabinet can be taken to any place, and the owner
allows it to be taken to those halls or a chamber, where he
can make orders about its installation. To see it, the
audiences pay at least 7 roubles, 50 kopecks from a
person, and should the audience be bigger, the overall
fee will be proportionately increased (Suppl.St.Pb.
Vedomosti, No.47, June10; No.55 July 8).

    In September through November the Italian me-
chanic Ambroise Sankirico ( Zankiriko) will show the
play "Les Ombres Chinoises", or "The Chinese Shadows"
in three acts at the house of the merchant Kiezel on
Novaya Isakiyevskaya street ('where before there was the
English Club"). The bill reads: "There will be English
ballet at the end of Act One, a ballet with the change of
dancers at the end of Act Two, and in the end of Act
Three, which is the final one, there will be dancing on
the tight rope. Mr.Zankirico assures the public that he has
had the honour of showing this play at many a European
court, recet from those who are portrayed in these plays
by the puppets, most surprising comments. This show
will go for 1 rouble for a seat in the first row, and 50
kopecks - in the second row."
     On November 9 Sankirico advertises a new show,"
which will have in it the building of the Russian Empire's
glory, with an imitation of decorations made for the
fireworks at the festivities on the occasion of the wedding
of Their Majesties the Emperor,the Grand Duke Pavel
Petrovich and the Empress, the Grand Duchess Maria
                             189
Fyodorovna, and this prop will be decorated by a new
serious ballet, creating the atmosphere of public's joy at the
event." ( Suppl. St.Pb., No.77, Sept.23; No. 90, Nov.8 )
See: 1777.




                      1777
   From February        20 to 25 Ambroise Sankirico
(Ambrozio Zankiriko ) performs a play "he has made from
Chinese shadows" in four acts, with four ballet scenes and
with a different play after each interval" in the house of
the merchant Anton Afanasaiev ("between Tverskaya and
Nikitskaya Streets, across from the house of Saltykov").
The admission fee is from 1 rouble to 50 kopecks.
(Suppl. Mosk.Vedomosti, No.15, Feb.21) See 1776.

    In March the newspaper "Sankt-Peterburgskiye Ve-
domosti" publishes the following column : "Those
interested can watch the following mechanical contraptions
in Paris :
    The first one is a figure of a two-year-old infant who
sits near the altar writing something. This puppet dips its
pen in ink, shaking off what ink is in excess, writing
clearly and correctly everything said to it, with no touching
it needed. It puts capital letters where they should be, and
makes regular intervals between words and lines. While
writing, it keeps its eyes on the paper, and finishing a
separate letter or a word, raises its eyes on the one speaking
to it, or on the original, from which it copies, and which
it tries to imitate in its writing.


                            190
     A second one is an infant, who sits in an armchair,
drawing with a pencil, first making outlines of its paint-
ing, with thin and thick lines, then it does the shading,
touching it off and making corrections, then finally
looking at its painting to see whether it has been well
done, and breathes off the dust left by the pencil. It is very
much like a live person thanks to the movements of its eyes
and hands.
    A third one represents a girl 10 to 12 years old, which
sits in an armchair playing on a keyboard.
    The fourth one is a picture of mountains, flower beds,
huts and parts of architectural buildings, where various
action takes place. This latter diversified machine occupies
not more than 4.5 square feet on the floor and is three feet
high. The name of the inventor of these miraculous
machines is Jacques Drose, born in Neuchatel in
Switzerland." ( St.Pb.Vedomosti, No. 23, March 21).

    From late July through early August, at the house of
Markov ("between the Temple of Kazan and the main
Terminal") a miraculous mechanical and musical
machine, previously unavailable here in the form of a
beautifully dressed woman, sitting on a pedestal and
playing on the skilfully made desk keyboard in front of
her ten tasteful modern selected songs, that is three
minuets, four opera arias, two Polonaises and a march".
"It is very dextrous about most complicated frills, and
before beginning each song it bows its head to all the
guests. Mechanically-minded people and art lovers in
general will be entertained watching its hands moving
unreservedly, its eyes watching them quite naturally and
its head movements very sophisticated; watching all this
the viewers will be justifiably surprised. This machine
can be seen daily from 9 till 10 p.m. Each person pays 50
                            191
kopecks, and the well-off pay of their own discretion. (
Suppl. St.Pb.Vedomosti No. 59, July 25 ).

   In August in the terminal in Kamenny Isle there is on
show "a remarkable machine, an automaton in the form
of a human figure of a normal size, which will dance on
a rope." (Suppl.St.Pb.No 62, Aug.4 ).

                      1778
    In January through February at "the house , which
stands in Staraya Basmannaya street, near the yard of the
cage-maker Vogel", a physicist and mechanic, the
American Blank shows his inventions of wondrous things
called "The Diva of the Light". In the programme,
together with diverse magic,are also on show: "a Tirolean
girl standing on an open table, who on request from the
audience performs everything a living person can do, and
more than this, she can read their minds", "a merchant
from Saltsburg on request from the audience opens and
locks his shop, and brings out from it samples of woollen
cloth of the colours which he is requested"; "Bacchus
pours water out from the barrel lying on his head, and
wines which he is requested." The shows are performed
daily at 3 and 6 p.m. "The tickets are 1 rouble in the first
row, and 50 kopecks in the second row."
    In March Blank announces that he has a lot of new
tricks unseen here, which he had not been able to show
before because of the inconvenient premises, will now
perform daily a 6 p.m. at the hall belonging to the
foreign man Dauphin, living between Tversakaya and
Nikitskaya streets, in the same chamber where previously
the Chinese shadows were performed."

                           192
   Then Blank arrives in St. Petersburg, where in early
July ("In Kamenny Isle in a new theatre") he performs on
the same show with the English balance (equilibrium
gymnast) Hermann, demonstrating in the hall "many
things he himself has invented, which are similar to those
made by Camus in Paris". The tickets are from 1 rouble to
50 kopecks.. (Suppl. Mosk. Vedomosti No.5 Jan.17;
No.13, Feb. 14; No.21, March 14; Suppl. St.Pb. No.52,
June 29 ).

   In November the well-known equipoise gymnast
Gueilman will be daily showing at the "London Town"
inn, under No.13 an automatic figure, named Cornelius,
his skill as a gymnast and other various things." (Suppl.,
St.Pb. No.90, Nov.).

                     1781
   In August, in the country house of A.F.Naryshkin
in Peterhoff Road "there was for the first time performed a
puppet comedy". The bill reads: " Next time similar
comedies will be shown on Sundays, Mondays, Thursdays
and Fridays. The entrance fee is 50 and 25 kopecks
apiece. Livery lackeys will not be admitted. (Suppl. St.Pb.
No.63 Aug. 6, p. 452 ).

                      1783
  In March in the masquerade hall of the Free
Economic Society in Nevsky Avenue Englishmen
Edwards ("Eduard") and Devise daily at 6 p.m. show their
"mechanical theatre", as well as "diverse mechanical

                           193
tricks". Admission fee is from 1 rouble to 50 kopecks.
(Suppl.St.Pb. No. 19, March 7 ) Sf.: 1784.

   In November and December in the house of the Free
Economic Society in Nevsky Avenue the Italian Joseph
Chiosa with his company performs a show of Chinese
shadows. " Among other unusual changes in the scene,
showing sites in various cities and villages, seas and
countries, a sea storm with a lightning, thunder and rain,
which crushes ships at sea, and the wares they carry fall
overboard and drown. At the same time it is very
surprising that all the props represent skilful artwork
without the use of paints , then there appear puppets
which dance in a most surprising fashion, so that anyone
watching their most natural movements, and comparing
them to live dancers, will give these preference."
   Apparently ,Chiosa arrives in St. Petersburg directly
from Warsaw, where he performed beginning October
1782. (See : Waszkiel M.,Dziejz teatru lalek w Polsce
.Warsaw, 1990 p. 8).

                     1784
   In January performances of the Chinese shadows in
the premises of Free Economic Society in Nevsky
Avenue continue.Announcing that his last show will take
place January 31, Chiosa promises that this show
will surpass the expectations of anyone seeing it so that
no one will leave their seats of their own free will."
Entrance tickets are 50 and 25 kopecks.

   From March 7 till April 25 Joseph Chiosa performs
with the Chinese Shadows, which he " had the honour

                           194
of showing in St. Petersburg in the presence of her Majesty
the Empress and her suite of noble people, both men and
women," at the theatre of the Moscow Educational House.
Performances are on four times a week: on Sundays,
Wednesdays, Thursdays and Saturdays, "with every
performance being different from the previous one ". The
entrance fees were from 1 rouble to 50 kopecks. ( St.Pb.
Vedomosti No.8 Jan.26, p. 124; Mosk.Vedomosti No. 19,
March 6, p. 180; No.31, Apr.17, p.294) See: 1783, 1786,
1788, 1804 .

    In May at the house of Zemskov ( "in German village
by an old drugstore") a newly arrived company of
marionette actors performs "various comedies with large
Dutch marionettes, manufactured so skilfully that their
heads, hands arms, legs and feet move as if they wer
alive. " ( Mosk.Vedomost No.36, May 4, p. 339 ).

    Beginning from September 21 in the house of the
English merchant Riegel " at No. 134 on Morskaya Street"
the mechanic Joseph Edwards, having arrived from
London, daily ( "from 5 p.m." ) shows " to the esteemed
public the following surprising machines: First, a swan
made of silver, which floats on the water and collects - on
request from audience - numbers, letters and names;
Second - a puppet leaning on the pillar, which writes
letters and names at the request of people in the audience;
Third, a tree, which bears fruit before the eyes of the
audience." Admission fee is 50 kopecks. (St.Pb.Vedomosti
No.76, Sept.20, p. 719 Cf.: 1783).

                      1783

                           195
   In January in the house of the Count Yakov
Aleksandrovich Golitsin ("on Malorossiyka") "the recently
arriving here with his company Ivan Lamina who has a
camel and a monkey, "whose movements are fun to
see", shows "mechanical figures, which perform various
dances on their own, without anyone touching them, to
the tune of wonderful music, unheard before."
(Mosk.Vedomosti No.6, Jan.18, p.66 ).

   June 3 a cello player from "Grand Opera" Ivar sends
from Paris to Moscow a model he had ordered at the
request of the Count N.P.Sheremetev of a portable theatre
("the scale of the model is 1 foot in 1 inch ). In a letter also
dated June 3 Ivar writes: "This model will be of use to
you not only for representing it at a larger scale, but also
to astonish lovers of art and mechanics. (...) This model can
also be placed in the middle of a table during a
dinner, which will be absolutely novel.(...) The theatre
shows in Act One a charming forest, called "The
Charmed Island", Act Two shows a slow rising hill with
four changes of the scene. Act Three shows the facade
of a temple with two-side doors. Act Four is a seascape. A
huge flood. A ship which is wrecked. A thunderstorm is
also presented with a stormy sky. The Goddess of Glory
who descends and ascends. There is also a stage-front to
provide the lighting and show the night. (...) To operate
this small theatre two persons are required. They must be
concealed by two shades, and then all the changes of the
scenes will appear magic."
   In September Sheremetev reports to Ivar : "I'm lacking
words to express my pleasure and gratitude.Your model
of the theatre has been a delight to all who could see it.
Indeed, it's a most admirable thing in the world !" (Quoted
from: Elizarova N.A. The Sheremetev Theateres, M.,
                             196
1944,             pp.402,             403,             409.)

                       1786
   Beginning March 25 Joseph Chiosa "with company "
performs with the Chinese shadows at the theatre of
the Moscow Educational House. Admission fee is from
1 rouble to 50 kopecks. (Mosk.Vedomosti No.24,
March 25, p. 260 ) See: 1783, 1784, 1788, 1804.
.
                      1787

    Beginning June 12, at the house of Chirikov ("which is
opposite Educational House by Varvarsky Gate"), a
newly-arriving Venetian, a comic machinist" shows a
newly invented and self-made machine, called "The
Chinese Amphitheatre", in which there will simultaneously
be seen 12 theatres, each with their own props , while in
the main structure of the amphitheatre there will be seen a
fireworks machine, which, following the Chinese tradition,
has not either powder, fire or smoke, which is followed by
a sudden change of the scene in various colours. "
(Mosk.Vedomosti No.47, June 12, p. 440 ).

    In October at the theatre of et Infantry Cadet Corps, the
artist and mechanic Carl Erenslein ( "Yerenslein") shows
his invention - a new machine , known as the Big Light
Theatre." "It is not only optics or the play of Chinese
shadows, or any other puppet play, but quite a different
thing, and a machine previously unseen here, which
deserves to be seen all the more so that it shows the
movements of the horizon, the ground, the air, the sea

                            197
and animals in their natural colours, and with every
presentation of a landscape, a town, a sea, a forest or a
storm, shows the actions of people and animals in
these particular situations, giving lovers of mechanics and
art great pleasure." ( St.Pb.Vedomosti No.81, Oct.8,
p.1104) Apparently, Erenslein performed with a similar
optical and mechanical show in Warsaw in 1781
(Waszkiel M. Dzieje teatru lalek w Rosce. Warsaw,1990,
p.35 ).

                      1788
   March 15 to April 9 at the house of the count
Alexander Vassilievich Khovansky ("near Pokrovka street"
) Joseph Chiosa "with his company" performs with the
Chinese shadows "three times a week, that is on Sandays,
Wednesdays and Fridays."
   From April 30 till May 14 Chiosa performs in a
different place: at the home of Ryazanov in Leontievsky
By-street, and the programme of his shows includes a
second part in which the magician and mechanic
Megelius shows" various curious mechanical and
mathematical things". The ticket for "both shows" is from
1 rouble to 25 kopecks. ( Mosk.Vedomosti, No22,March
15,p.220; No.35, Apr.29,p.340; No.39,May 13,p. 374)
See: 1783, 1784, 1786, 1804.

   From March 16 on at the house of the Collegiate
assessor Azheev (" on Pokrovka Street, in the dioocese of
St.John the Baptist " ) the Italian Speransoni "with his
company" shows "a newly invented entertaining puppet
comedy, titled "Nanan de Lilliput" (other bills has the
name as "Lilli Pud Dwarfs.") The performance is in French

                           198
and Italian" and continues "every week on Thursdays,
Sundays and Tuesdays." Amission fee is 1 rouble to 50
kopecks. (Mosk. Vedomosti ,No. 21 March 11, p.209;
No. 23 March 18, p. 230 ).

   Having returned from his trip abroad in 1786-
1788, F.V.Rospotpchin brought home an in tricate toy
mechanism. Recollecting the circumstances under which
this toy became his, given to him by a Prussian military
Major, who lost much through gambling, Rostopchin
wrote: " "There was a big round table, where there was an
army standing . The Major touched a spring, and they (
figures) began re-grouping in a proper fashion and with
proper movements . Here,- the Major said, - is all that has
been left to me after my father died. My father was keen
about the military profession, and collected this rarities
cabinet all his life. Take it as my payment to you. " The
next episode dates back , probably, to 1793, when
Rostopchin was assigned to be with the so-called "minor
court": "One morning I had the visit of the aide of the
Heir (Pavel Petrovich), who comes in and says that the
Grand Duke is willing to see my collection and asks me
to come to him. Naturally, I answered that I would
take them all to him personally. I did, and arranged all my
toys. The Grand Duke was delighted. (...) At last, the
Grand Duke began asking me to sell my collection to him.
I answered that I could not sell it, but I would be greatly
honoured if he allows me to nmake it my gift to him. Pavel
accepted the gift, throwing himself on my breast.."
(Quoted from Dmitriev M.A. Trifles From the Stocks of
My Memory . M., 1869, p. 231-232 ).



                           199
                      1789
    In March at the house of the Count Golitsyn ( "near
Malorosseika in the 5th precinct if the 2nd quarter"), the
Italian Fiandini ("Fiandani") who has arrived from Pe-
terburg shows a variety of magic tricks ("previously
unseen tricks with cards, money and big balls") and with
this "he shows puppets, which are called Buratinas,
made in the Italian fashion, and their live movements,
which speak to one another in a strange manner,
Pulitsanella, Brigkela,Pantolone and the Doctor - these
four characters and many others perform an
entertaining comedy." The perfoormances are on "daily
until 8 p.m." The admission fee is from 50 to 25
kopecks. (Mosk.Vedomosti, No. 18 March 3, p.183 ) See:
1790.

   In March through April at the house of Ryazanov
("between Tverskaya and Nikitskaya streets in Leontiev
By-Street" ) the Ensglishman Sanders shows " his skill in
maintaining balance and in other feats with many changes
of the scene; and at the small theatre "Fantoceni" he has,
he will show, using his masterfully made figurines,
various dances."
   In early April Sanders announced: "The show to be
performed in his small theatre will show the taking of the
city of Ochakov , quite like it was in real liufe, with a
special skill." Admission fee was 1 rouble to 25
kopecks. (Mosk.Vedomosti No.19, March 7, p.197;
No.30, Apr.14, p. 320 ) See:1790.

                      1790

                           200
    From the end of January till the end of April in the
house of Ryazanov in Leontievsky By-street the
Englishman Sanders who had performed before "the
Emperor's Court with great success",shows dances on
the tightrope and puppet plays. Announcing that he will
be performing in his newly invented thieatre
"Fontachina"      showing "Harlequin - the Chinese
Ambassador" with many colourful props, also he shows
a sea battle and other surprising things, performed with
rich clothes and with good music, with a final
descending of Gods and Goddesses",Sanders adds that:
"Because of so much to say he cannot describe it all, while
bills advertizing the performance can be obtained from
him". ( Mosk.Vedomosti No. 7, Jan. 23, p.98-99;
No.13, Feb.13. p. 184; No.21, March 13,p.314; No. 32
Apr.20, p. 465 ) See: 1789.

   In February through April in the house of the Prince
Golytsin the Italian artist Fiandini shows his magic skils
and "puppets, which are called buratinas". There he
also demonstrates " a mechanical figure he brought
from Paris, performing marvellous actions, such as: it
jumps on a tightrope, and breaks into pieces, looking
like a clock at that." Entrance tickets are from 50n to
25 kopecks. (Mosk.Vedomosti, No.15 Feb.20, p.225;
No.32, Apr. 20, p. 466 ) See: 1789 .

    In March through May in Meder's House No. 3 on
Voznesensky Avenue the Italian artist Antonio Belli per-
forms" a newly devised by the famous Paris-based
mechanic Philios a volotigire machine, made in the
shape of a woman, which performs on a tight rope
various surprising movements." ( St.Pb Vedomosti,No.18,
March 1, p. 288; No.37, May 7, p. 597 ).
                         201
                       1792
    In the March edition of the magazine "The Viewer"
its publisher Ivan Krylov writes: " Then our host named
Momus got up to his feet, and giving a highly polite
nod to the congregation of the Gods, ventured his opinion.
- Dear Ladies and Gentlemen, - he began,- I have the
honour to be the God of Foolery, and my ownership of the
globe of the Earth is bigger than any other God's ; with
Venus having a name of her own, and so is Mars; while a
mortal is born and dies in slavery, and to give justice to this
, I must admit that I love to be involved with these
meditating puppets..."
    In the May issue there is the following passage: "Since
most of new conventions please us not through their
practical value, but owing to their novelty. Sitting in
merry-go-rounds, our common people, bulging their eyes
out to see overclad puppets, moved by secret contraptions
inside, do they ever stop to wonder what there is inside, and
why they move at all ?.."
( St.Pb. Vedomosti,No. 28 p. 150).

                       1794
   In March the newspaper "Sankt-Peterburkskiye Ve-
domosti" reports: "The Italian artist who came here several
weeks ago, has brought with him a newly devised puppet
play. The puppets he has are clad in the style of the Italian
theatre, and acting as Pantalone, Harlequin and others,
they come out onto a small moveable theatre, speak with
each other and perform other funny movements, that's why
                             202
they can give a lot of fun to children "( No.24, March 24,
p. 559 ).

   In September through November in a Riga inn ("across
from the dancing club, House No.349), the widow
Mielchmayer (Milhmayer) , who has recently arrived from
Germany, has on display " a skilfully made mechanical
clock with music, playing ten pieces." "The Clock
Cabinet is made of redwood and is equipped with doors .
As these open, a beautiful village is seen, on the left-
hand side of which there is an inn with a clock hanging
above it. A chimney -sweeper, who comes out of the
chimney, hits the clock with his sweep, and having made
his last strike, disappears in the chimney again. Also on
the left-hand side of the cabinet, there is a shepherd
sitting under a tree, delighting in playing the flute , and a
postman sitting on his horse, joins in playing the
horn. The inn-keeper, at the sight of the postman, knocks
on the window for the maid to bring the postamn
something to drink. Obeying this order she brings out a
bottle and a glass, and a dog follows her, barking at the
postman. Then they leave, and the door closes behind
them. On top of the cabinet there are striking clock,
splendidly ornamented, with a titmouse on one side and a
chaffinch on the other, which sing in their natural voices.
On top of the clock there is a rooster, which beats his wings
and gives his "Cock-a-too" sound. And finally there is a
parrot, which answers questions in various voices and
performs an opera aria. Well-to-do people pay their
entrance fee at their discretion, the rest are to pay 25
kopecks. For this price they can also see a panoramic
lighting."


                            203
   In the beginning of November, announcing that she
"leaves in about ten days". Mrs.Mielchmayer reduces
entrance fees to 15 to 10 kopecks ( St.Pb. Vedomosti,
N0.77, Sept. 26, p. 1789, No.90, Nov.10, p.2098 ) See:
1795, 1796, 1798, 1799.

   On December 20 "Moskovskiye Vedomosty" reports:
"On the coming Wednesday December 27 in the house of
Mrs.Naryshkina in Leontiyev By-Street in a newly
opened theatre there will be displayed the so-called
Pantegonists, or wooden actors. The show begins by an
opera-buffa performed by Chinese shadows, and sights of
various cities(...) Entrance fees are 1 rouble for a first row
seat, 50 kopecks for a second-row seat, and 25 kopecks
for a third-row seat."

   On December 30 the following advertisementappears: "
The company of the theatre of the Pantegonists offers its
apologies to the public, that owing to the illness of one of
the main characters, we were unable to keep our promise.
We assure the public that we will do our best to remedy
this unforeseen mishap next Thursday, January 4. " (
No.101, Dec. 25, p.1944; No. 104, Dec.30, p.1997.).

                       1795
   In January in the House of the Emperor's Aulic
Councillor Rost on Petrovka Street the widow
Mielchmayer, "who has arrived here from Germany",
has on show "a skilfully manufactured mechanical clock
with music". Entrance : 1 rouble.
   In mid-November she announces again :"Madam
Mielchmayer, having the honor of showing to the public

                            204
her mechanical clock, with this humbly requests that the
public come and see her again. Entrance fee is at the
public's discretion". (Moskovskiye Vedomosti No.5,
Jan.17, p. 117-118; No.92, Nov.17, p. 1745 ) See: 1794,
1796, 1798,, 1799.

    In March through April "a recently arriving Venetian
artist" announces that he has on display in private houses
"a small moveable theatre with small wooden actors,
which perform various plays in three languages: French,
Italian and German - with many a joke and comic
speech". (Moskovskiye Vedomosti, No. 19, March 7,
p.474; No. 33, April 25, p.767 ).

    In the collection of I.I.Dmitriyev "And My Trifles
Too". published in St.Petersburg, there is a poem written
a year before titled " The Enchantress", in which he men-
tions a puppet theatre:
   "In Moscow, which in the days of yore
    Was always generous and famous,
    I do not know who ruled the country then,
    But what I heard was Russia's noblemen
    Already then gave up all locks and bolts
    And never kept their wives in chains
    But, following a German fashion's fad
    Allowed them to enjoy their freedom
    And worldly wives could have no fear
    To go to the swings - alone or with a friend
    On the Holy day of Sunday
    Or watch the puppets play their comedies ,
    Should they be bored with else
    Or lie beneath a shady tree
    On the grass in Maryina Roscha... "

                           205
   In the comment to this poem I.I.Dmitriev writes: "Let
me warn the reader that this tale was born from Voltaire's
tale "La Begueule " ( p.55-56 ).

                     1796
   In January on Gorokhovaya street near Kamenny
Bridge, No.881 the Italian artist Covalotti "at 4 p.m."
shows "mechanical figures,       presenting pictures of
Christmas and various other events." Entrance is from 50
to 25 kopecks. At the end of the month in the same place
"where during the past Christmas the vertiep and
Christmas, the manger owned by this theatre and the
completely equipped optical theatre and a small
physical fireworks".(St.Pb.Vedomosti, No.1 Janu.1,p.12;
No. 9, Jan.29, p.181 ) Probably, that was the very Rafael
Cavolotti who performed with his vertiep late at 1793 in
Warsaw. (Waszkiel M. Dzieje teatru lalek w Polsce.
Warsaw, 1990, p.84 ).

    In March through April "the recently arriving Italian
artist" announces that he will show in the house of those
willing "burattinas, which represent Pulchinella, Panta-
lone, Harlequin, Brigella and others in the Italian
theatrical manner, and they are clad in the same style".
"They speak in different voices and perform in a small
moveable cabinet various merry comedies" (Mosk.
Vedomosti      No.24,    March     22, p.518; No. 30,
Apr.12,p.654 ) Cf: 1797.

   In June the widow Mielchmayere "requests the
esteemed public to honour her by visiting her show of the
mechanical clock with lighting" on Rozhdestvenka street in

                           206
the house of Mikhail Lvovich Izmailov. Entrance: 25
kopecks. (Mosk.Vedomosti, No.46, June 7, p.925) See:
1794, 1795, 1798, 1799.

                      1797
    On January 2 the strolling musician Schrers submits
an application addressed to the Emperor Pavel I. In it he
writes: " Being a foreigner, born in Schweberk, and living
since my childhood in Russia, I have no other means of
earning my bread, except for touring with a company of
Italian musicians. This being prohibited, I have nearly
reached the extremes of poverty, and I do not know of
any other means of feeding my family. I cannot leave
for my Motherland together with my fellow-countrymen,
because we all have Russian wives.
   The August Monarch, the Merciful Ruler , with tears in
my eyes I beg of you to take mercy on me. Save me, the
miserable one, and my family. Please, show mercy by
allowing me tour with Chinese shadow theatre and an
organ." CSAOD fund.1239, inv.3, f.60671,p.1 ).

     In January in the house of Ivan Alekseevich Ushakov
("on Pokrovka street, right across from the chemist's")
the mechanic Tavene has on display "the famous English
mechanical machine, known throughout Europe as the
Great Mogul". The action represents the entrance of the
Mongolian Emperor in the capital city of Kinu, riding
an elephant. The elephant, carrying him, makes all the
movements of a live thing; and so does the Great Mogul.
(...) The machine is on show in the afternoon from 4 till 8
p.m., and new viewers will be allowed in every half-
hour".

                           207
   In April Tavene announces that he "shows his up-
dated machine, consisting of two bronze figures of
normal human height, which play the flutes, and a third
figure - the height of a boy, which joins in playing the
drums and turns its head". Admission fee is 1 rouble. At
the end of April the fee is reduced to 50 kopecks. (Mosk.
Vedomosti, No.3, Jan.10,p. 42; No.29, Apr.11,p.633;
No.34,Apr.29,p. 739 ).

   In March the Italian artist, "who recently arrived here"
Joseph Ferre ( "Ferrier") announces that he will show in
private houses various small buratinas of the latest
design, unavailable here before , which in the Italian
theatre tradition present Pulicinella,           Pantalone,
Arlecchino, Brigella and others".(Mosk.Vedomosti No.19,
March 7,p.394-395) Cf:1796. See: 1798,1799,1800.

   In December an anonymous puppeteer announces that
"those willing to see in their homes a religious vertiep,
which performs the complete story of Christmas with
characters performing, may apply for information in the
7th precinct, in Shop One. (St.Pb.Vedomosti No.103,
Dec.25,p.2361) Cf.: 1798.

   Late in December in the hall of Mr.Lion, the owner of
the masquerade ( No.48, the entrance is from the side of
the canal under the gate") the mechanic Tavene
("Tavenet") shows two mechanical puppets from
Mr.Cook in London". "One of these presents festivities
around the Emperor Great Mogul, and is made of
bronze, with guilt and decorations of precious gems, and it
performs many quite wonderful movements. The other one
presents two statues the height of a human being, which
                           208
play on their flutes different tunes one by one and together,
and in between them there is a boy playing on the drums
with his hands and foot, and bowing to the audience after
each tune is over." Entrance is 1 rouble, "with noble
people paying according to their discretion ". (
St.Pb.Vedomosty, No.104, Dec.29,p. 2381 ).

                       1798
  In January "in the house of Mr.Stolypin on
Znamenka street, the foreign artist Meyer shows "various
physical and mechanical shadows". (Mosk.Vedomosti
No.3, Jan.9, p.41 ).

   Beginning February 14 "at the theatre of the
Chamberlain Demidov in German village" in his
programme the magician Pinetti will demonstrate
"Automate, which will dance on the tight rope to the
music, much to the surprise of the audience". Admission
fee begins from 3 roubles 50 kopecks.
   In early March, having announced that he leaves for
Berlin, Pinetti invites anyone wishing to buy his
"Automate". (Mosk.Vedomosti, No.11, Feb.6,p.237;
No.20,March 10,p.442).

   In February the Italian Joseph Fere announces that
he shows in private houses "buratinas of the latest
design" (Mosk.Vedomosti No.17, Feb. 27, p.371)
Cf.:1796. See: 1797, 1799, 1800.).

   In April "Moskovskiye Vedomosti" announces: "A
pantegonic theatre is on sale with machines which change
decorations and props, showing beautiful European

                            209
scenery and landscapes, real ships at sea, as well as
Chinese shadows with transparent pictures". (Mosk.
Vedomosti No.28, Apr.7,p.614 ).

   In April the widow Mielchmayer invites anyone
wishing to buy from her " a box with optic illuminations, at
the price of 50 roubles". ( Mosk. Vedomosty No.31,
Apr.17, p.665) See : 1794, 1795, 1796, 1799.

   In December "those willing to have a vertiep in their
homes, please contact the teacher of singing at Kazan
Holy VIrgin". ( St.Pb. Vedomosti, No.103, Dec.24,
p.2603) Cf.: 1797, 1802.

                    1799
   In January "at No.151 by Siniy Bridge, Chinese
shadows will be shown daily except Tuesdays and
Fridays". (St.Pb.Vedomosti,No.1, Jan.4 ,p. 12).

   Beginning March 6 "at the public theatre at house of
Mr. Kushelev" the mechanic artist Karl Enslen shows his
"mechanical and optical cabinet".
   On April 5 "Sankt-Peterburgskiye Vedomosti" an-
nounces that in the coming several days at the Kushelev
theatre there will be final mechanical shows".
Admission fees: the loge - 10 roubles, Chairs - 2 roubles,
the stalls - 1 rouble, the gallery - 50 kopecks.
(St.Pb.Vedomosti,    No. 18, March 5,p.383; No.27,
Apr.5,p.631 ).

  On March 15 "at the big hall in the house of Boris
Mikhailovich Saltykov on Nikitskaya street: the Italian

                           210
artist Celli "with company" shows "The Chinese Shadows,
and also an English school with Italian dogs". ( Mosk.
Vedomosti,No.21, March 12, p.474 ).

    In October the widow Miller ( Mielchmayer - ?) living
"at No. 121 near Kamenny Bridge" offers to those
wishing to purchase "precise and skilfully made
mechanical clock, which plays the flute, the harp and bass
ten different pieces, and show, first of all a beautiful
village, with an inn on its left-hand side, with a chimney
sweeper coming on top of it, and strikes the clock, and
after the final strike he disappears in the chimney; while on
the right-hand side there is a shepherd sitting under a tree
playing the flute, and not far from him there stands a
postman, joining in the shepherd's tune with his horn
music; and second, the inn-keeper, knocking on the
window and ordering his maid to bring out something for
the postman to drink, and the maid can be seen coming out
with a bottle and a glass, and she is followed by a little
dog, barking at the postman; and also with a parrot
perched on top of the clock which answers questions of up
to 50 words long and sings various tunes".

    Apart from that Mrs.Miller announces that "this
clock could be seen at a fee of 25 kopecks apiece; and
this clock also       shows    a     panorama      with
fireworks".   (St.Pb.Vedomosti,No.84,   Oct.21,p.2114)
See: 1794, 1795, 1796, 1798.


  In December "the Italian artist Fere, recently arriving
here, performing amusing scenes with his puppets at
an Italian-style theatre with music, offers his services to
the public."
                             211
( St.Pb.Vedomosti, No.103, Dec.27, p.2612) Cf.: 1796.
See 1797,1798, 1800.




                        212

				
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