An alle Mitglieder des Step by Step e.V. Mnster Liebe Mitglieder,
Document Sample


c/o Christian Stock
Wichernstraße 19
An D-48147 Münster
Germany
alle Mitglieder
des Step by Step e.V. Münster Tel.+Fax: +49(0)251/233340
info@stepbystep-muenster.de
www.stepbystep-muenster.de
Liebe Mitglieder,
kennt Ihr die Geschichte von der Maus „Frederick“? Hierbei handelt es sich um ein liebevoll illustriertes Kinder-
buch (auch für Erwachsene!), in der von einer Maus erzählt wird, die während des Sommer nur untätig herumzu-
sitzen scheint, während ihre Familienmitglieder und Freunde emsig Vorräte für den Winter sammeln. Frederick,
der angibt, Farben und Gerüche zu sammeln, wird für sein Verhalten von den anderen Mäusen scharf kritisiert. Im
Winter, als alle Mäuse in ihrem dunklen Quartier zitternd beieinander sitzen, ist es Frederick, der ihnen dank seiner
gesammelten Erinnerungen an Licht und Farben vom Sommer erzählen kann und ihnen dadurch wieder Wärme
und Hoffnung auf bessere Zeiten gibt.
Was hat diese Geschichte mit unserem Verein zu tun? Wir denken dreierlei:
• Die dunklen, kalten und regnerischen Herbstmonate, in denen wir uns gerade befinden, werden von vielen
als trübe und damit demotivierend empfunden. Wie wäre es, wenn wir uns in dieser Zeit an den schönen
langen Sommer, der hinter und bestimmt wieder vor uns liegt, erinnern? Und wer kann bzw. will schon die
Hitze und Dürre der Monate Juli und August mit Freibad und Grillen dauerhaft ertragen? Und wer nicht
bis zum nächsten Sommer warten kann: Eine Advents- und Weihnachtszeit kann ja, wenn sie bewusst er-
lebt wird, auch viele sonnige Seiten haben!
• Apropos Sommer: Am 16. September dieses Jahres fand unsere letzte Vollversammlung statt, an die wir
uns gern erinnern. Wieder einmal haben wir von unseren Kontaktpersonen viele interessante Informatio-
nen über die in den letzten Monaten geförderten Projekte erhalten und genau erfahren, wofür unsere bzw.
eure Spendengelder genutzt worden sind. Und noch ein Grundprinzip, das für den Step by Step e.V. seit
seiner Gründung im Jahr 1995 wichtig ist, wurde erfüllt: In diesem Jahr wurde besonders deutlich, dass
sich die Mitgliederversammlung mehr und mehr zu einem geselligen Miteinander, bei dem sich alte
Freunde wieder sehen und neue Kontakte geknüpft werden können, entwickelt. Wir haben uns sehr ge-
freut, dass von den etwa 100 Mitgliedern und Gästen manche lange geblieben sind, um zu plaudern bzw.
mehr über unseren Verein zu erfahren. Das motiviert für die Zukunft!
• Manche Projekte, von denen wir im Rahmen unserer Vorstandssitzungen bzw. während der Vollversamm-
lung erfahren, machen immer wieder deutlich, wie groß doch die Not in anderen Ländern unserer Welt ist,
während sich bei uns die Fußgängerzonen wegen des Weihnachtsgeschäfts wieder zu füllen beginnen. Als
ein Beispiel sei nur der grässliche Völkermord in Ruanda oder die Not der politischen Flüchtlinge im
Tschad und in Darfur genannt. Da tut es gut, wenn man von Personen erfährt, die sich für das Wohl dieser
Menschen aufopfernd engagieren und damit „Step by Step“ helfen und Hoffnung auf bessere Zeiten ver-
mitteln können. Und wir sind dankbar, dass wir mit euren Mitgliedsbeiträgen das Schicksal dieser Men-
schen ein wenig lindern können.
Nun wünschen wir euch eine interessante Lektüre der folgenden Seiten. Wir möchten euch eine Auswahl von Pro-
jekten vorstellen, an die wir zuletzt gespendet haben. Einzelfälle sowie Projekte, die wir bereits mehrfach unter-
stützt haben, lassen wir aus verständlichen Gründen aus. Ihr findet aber am Ende des Schreibens eine Auflistung,
die ausweist, wohin jede Monatspende gegangen ist. Dort könnt ihr auch sehen, dass sich die Gesamtsumme unse-
rer/eurer Spenden der 300.000 €-Grenze nähert!
Wir wünschen euch eine gemütliche Advents- und Weihnachtszeit und hoffen, dass ihr euch hin und wieder an den
Sommer – in jeder Hinsicht – erinnern könnt.
Es grüßt euch mit allen guten Wünschen für 2007
Euer Vorstand des Step by Step e.V. Münster
--------------- März 2006 ------------------------------------------- Solarduschen Peru ----------------------------------------
Spendenziel Unsere Monatsspende im März 2006 ging wie damals im November 2004 an ein Entwick-
lungshilfeprojekt in Espinar, Peru, das u.a. Schulen mit solarbetriebenen Duschen ausstat-
tet.
Ziel des Ziel des Projekts ist es, in Einzelhaushalten und Schulen der ärmlichen Gegend um Espinar mit
Projekts Solarenergie Lebensumstände zu verbessern und Informationen über gesunde Ernährung
und Hygiene zu vermitteln.
Die Arbeit Dreh- und Angelpunkt des Projekts ist der als Entwicklungshelfer tätige Solaringenieur Luci-
des Pro- no, der vor 5 Jahren durch die Unterstützung einer Schweizer Entwicklungshilfeorganisation
jekts aus der Schweiz nach Espinar umsiedeln konnte, um aus eigenem Antrieb nach Möglichkei-
ten im Bereich der Solarenergie zu suchen, wie Lebensumstände in der Armengegend um
Espinar verbessert werden könnten. Seitdem arbeitet Luciano auf drei verschiedenen Ebenen:
Zunächst errichtete er ein eigenes kleines Haus, dessen technische Geräte wie Ofen, Licht und
Duschen rein über Solarenergie betrieben werden und baute in einem eigenen Garten mit Hilfe
von Gewächshäusern Gemüse an, das es ihm erlaubt, sich fast vollständig und ausgewogen
selbst zu ernähren. Mit dieser Lebensweise ist er Vorbild für die eng mit ihm in Kontakt ste-
hende Bevölkerung Espinars, die so praktisch erlebt, wie Solarenergie funktionieren und Er-
nährung ohne Kostenaufwand von einseitiger Nahrung auf ausgewogene Vielfalt umgestellt
werden kann. Um sein Wissen über Solarenergie weitervermitteln zu können, richtete Luciano
außerdem Kurse ein, die in Räumlichkeiten seines Hauses stattfinden und in denen die Men-
schen lernen, Solaranlagen selbst zu bauen, diese für die Eigenversorgung zu nutzen und In-
formationen über ausgewogene Ernährung umzusetzen. (Im Gebiet Espinars können sich noch
heute 48% der Kinder auf Grund von Fehlernährung (nicht Unterernährung!) nicht normal
entwickeln!) Schließlich nutzt Luciano seine Arbeit und sein Wissen um den Bau von Solaran-
lagen, um Schulen mit Solarenergie auszustatten, vornehmlich, um warmes Wasser für Du-
schen gewinnen zu können. Da die Hygienezustände zu Hause häufig noch nicht verbessert
werden, wird versucht, über Hygienemaßnahmen in der Schule Erfolge im Umdenken zu errei-
chen.
Wichtig sowohl bei der Arbeit in den Kursen als auch bei der Ausstattung der Schulen mit
solarbetriebenen Duschen ist der Ansatz Lucianos, die Menschen nicht mit den fertigen Solar-
anlagen zu versorgen, sondern diese mit den bedürftigen Menschen selbst herzustellen. Dieses
Vorgehen stellt sicher, dass die Besitzer einer Solaranlage diese selbstständig reparieren kön-
nen und ein größeres Allgemeinverständnis der solaren Energie erreicht wird. In diesem Sinne
wird hier also Hilfe zur Selbsthilfe geleistet. Durch Lucianos Tätigkeit als Solarpromotor und
Entwicklungshelfer ist die Kontinuität und Nachhaltigkeit des Projekts gesichert, aber auch
durch seine Kurse hat er bereits viele Multiplikatoren ausgebildet, so dass sich das Thema
Solarenergie immer mehr durchsetzt.
Finanzielle Luciano selbst erhält von der Schweizer Entwicklungshilfeorganisation monatlich gerade so
Situation viel Geld, dass er für seinen eigenen Lebensunterhalt, der vor allem durch Selbstversorgung
bestritten wird, aufkommen kann. Die Kurse kann er somit unentgeltlich anbieten, nur für das
für die einzelnen Anlagen benötigte Material müssen die Interessenten selbst aufkommen, was
für Einzelpersonen in so kleinem Rahmen liegt, dass sich die Menschen die Herstellung der
Solaranlagen leisten und auf Dauer sogar die Stromkosten einsparen können. Anders gestaltet
sich die Situation für die Schulen, die für die Bereitstellung einer Vielzahl von Solaranlagen
keine Gelder aufbringen können. Obwohl die Herstellung mit der Unterstützung Lucianos von
Mitarbeitern der Schule geleistet wird, müssen hier die Materialkosten bereitgestellt werden.
Unsere Unsere Spende von 2000 € ging wie auch im November 2004 an verschiedene Schulen im
Spende Großraum Espinar und wurde für die Anschaffung des Materials der Solarduschen festgelegt.
Unsere Dem Step by Step erscheint die Unterstützung dieses Projekts besonders sinnvoll, da mit ver-
Gründe hältnismäßig geringem finanziellem Aufwand mehrere Schulen mit Solarenergie und so mit
verbesserten Hygieneumständen versorgt werden können. Die Arbeitsweise Lucianos gewähr-
leistet außerdem, dass die Menschen selbst aktiv an der Verbesserung ihrer Lebensumstände
arbeiten. Ferner war es durch einen Urlaub in Peru einem Vorstandsmitglied des Step by Step
möglich, Luciano und sein Projekt in Espinar zu besuchen und sich von der engagierten Arbeit
und dem um sich greifenden Erfolg für die Menschen in Espinar zu überzeugen, so dass wir
eine unmittelbare Nähe zu diesem Projekt herstellen konnten. Über den Bau der im Novem-
ber 2004 finanzierten Solaranlagen wurde detailliert Bericht erstattet, so dass wir nun weite-
re Schulen beim Bau der Anlagen unterstützen können.
-------------------- Mai 2006 ---------------------------------------- Altenheim, Sri Lanka ------------------------
Das Projekt Ein Altenheim im Nirgendwo von Sri Lanka. Die 33 alten Menschen, die dort leben,
hausen in einem heruntergekommenen Haus ohne die nötigsten hygienischen Einrich-
tungen. Ein Bewohner des Dorfes hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Situation zu än-
dern und hat eine private Stiftung ins Leben gerufen und Spenden gesammelt. Herr Wije-
gunawardene (im weiteren Herr W.), das ist der Spendensammler, hat Kontakt zu Frau
Köhne vom Diakonischen Werk Münster aufgebaut.
Der Kontakt Frau Köhne stellte den Kontakt zum Step by Step e.V. her und hat uns unsere Fragen zu
diesem Projekt sehr ausführlich beantwortet. Herr W. stellte die derzeitige Situation eben-
falls in ausführlichen Emails dar. Wer sich selbst überzeugen möchte: Die Mailadresse von
Herrn W. lautet: wasanthaw2000@yahoo.co.uk
Die Situation Das Haus, in dem das "Altenheim" untergebracht ist, ist eine abrissreife Baracke und es
gibt für die Bewohner keine ausreichenden sanitären Anlagen, das Mobiliar ist alt und es
teilen sich z.B. 33 Menschen gerade einmal 8 Sitzgelegenheiten, der Rest muss mit dem
Boden vorlieb nehmen.
Die Menschen im Heim sind zu alt um für den eigenen Lebensunterhalt aufzukommen und
die Organisation Matugama Social Service Society, die das Haus führt, bemüht sich stän-
dig von staatlicher Stelle oder von privat Unterstützung zu erhalten. Bis jetzt erhalten die
Bewohner des Altenheims vom Staat 10 Sri Lanka Rupien pro Tag, das sind ca. 10
Cent. Ein Brot kostet in Sri Lanka etwa 35 Cent. Herr W. schreibt, dass das gerade so zum
Überleben reicht.
Die Spende Herr W. plant ein neues Gebäude zu bauen, welches etwa 27.500,00 Euro kosten soll.
Von einer niederländischen Organisation, dem Aftercare Fund of Netherlands, hat er be-
reits 23.000 Euro bekommen und weitere 2.000 von lokalen Spendern. Diese holländische
Organisation ist eine christliche Hilfsorganisation aus Driebergen (NL) mit ähnlichen Zie-
len wie unser Verein, also humanitäre Hilfe und ähnliches. Es fehlen also noch 2500 Euro
für den Hausbau.
Weiterhin werden noch andere Dinge aufgezählt, die für das Altenheim gebraucht werden:
33 x Betten und Matratzen für jeweils € 50, eine Waschmaschine für € 900, ein Solarwas-
sersystem für € 900 und Stühle für € 300.
Gründe Wir sind der Meinung, dass es für diese alten Menschen in Sri Lanka unwürdig ist, weiter
so leben zu müssen. Die Ziele und Aktionen unserer Kontaktpersonen erscheinen uns al-
ler Ehren wert und realistisch. Daher unterstützte der Step by Step dieses Projekt mit einem
Betrag von € 2050,- zur Anschaffung von Einrichtung und dem Bau von Sanitäranlagen.
-------------------- Juli 2006 I ------------------------------ Schulprojekt Darfur ---------------------------------
Spendenziel Im Juli 2006 hat unser Verein erstmals den Darfur-Hilfe e.V. aus Münster mit einer Mo-
natsspende unterstützt. Unsere Monatsspende hilft, dringend benötigte Schulbücher für
die Kinder in den Flüchtlingslagern in der Krisenregion Darfur zu beschaffen.
Projekt Bei dem Projekt handelt es sich um das Schulprojekt des Darfur-Hilfe e.V., welches in
Flüchtlingslagern in der Krisenregion Darfur den dortigen Flüchtlingskindern eine
Grundschulausbildung sichern hilft.
Seit 2003 haben Völkermord, Krieg, Vertreibung und Flucht in der westsudanesischen Re-
gion Darfur ungezählte Opfer gefordert. Vermutlich über 300.000 Menschen wurden ent-
weder umgebracht oder starben nach der Vertreibung an Unterernährung oder Krankheit.
Geschätzte 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben und befinden sich auf der Flucht.
Der Darfur-Hilfe e.V. konzentriert sich seit 2005 auf die Grundschulausbildung in den
Flüchtlingslagern an der Grenze zum Tschad. Diese Ausbildung soll die Flüchtlingskinder
auf die Zeit nach Vertreibung und Krieg vorbereiten.
Die notwendige Ausrüstung der Schulen in den Flüchtlingslagern ist ein wichtiger Schritt,
um den Flüchtlingskindern eine Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft zu geben.
Kontakt Meike Meerpohl und Grit Jungstadt, zwei Ethnologinnen und Mitglieder des Darfur-Hilfe
e.V., sind als Kontaktpersonen vor Ort für die Verwendung der Spendengelder zuständig.
Damit wird gewährleistet, dass die Gelder zielgerichtet und sinnvoll verwendet werden.
-------------------- Juli 2006 II ------------------------------ Dorfschule im Tschad -------------------------------
Spendenziel Ebenfalls im Juli hat der Step by Step e.V. Maurice A. Daja aus Münster und sein Dorf-
schulprojekt im Tschad unterstützt. Mit dem Geld wurde Herrn Daja die Reise zu der von
ihm in Eigeninitiative aufgebauten Dorfschule im Tschad ermöglicht.
Projekt Auf Initiative des Herrn Daja wurde im Jahre 2002 das Dorfschulprojekt in Koumaye
(Südtschad) begonnen. Herr Daja hat zur Finanzierung der neuen Schule u.a. die Aktion
„Afrika in Klassenzimmern“ ins Leben gerufen. Hierbei besuchte er viele Schulen in
Nordrhein-Westfalen, um den Schulkindern durch Erzählungen und Lieder den schwarzen
Kontinent näher zu bringen. Die hierbei gesammelten Spendengelder der Schüler sind für
den Aufbau der neuen Schule verwendet worden. Im Oktober 2005 wurde das neue Ge-
bäude eingeweiht.
Gründe Die Reise in den Tschad war unbedingt notwendig, um organisatorische Probleme vor Ort
lösen zu können. Die Schule ist so gut angekommen, dass viele Eltern ihre Kinder schon ab
der 1. Klasse in die neue Schule schicken wollten, obwohl diese erst für Kinder ab der 4.
Klasse vorgesehen ist. Herr Daja konnte nun vor Ort mit den Dorfgemeinschaften reden
und so den geregelten Ablauf wiederherstellen. Wir sind von diesem Projekt sehr über-
zeugt und wollen dessen Fortgang mit der Finanzierung der Reise sicherstellen.
------------------------- Oktober 2006----------------------------------------------- Anti-Gewalt-Projekt, Kapstadt ----------------------
Spendenziel Unsere Monatsspende im Oktober 2006 ging an ein Projekt in Kapstadt (Südafrika), das sich ‚Alterna-
tives to Violence Project’ (AVP) nennt.
Ziel des Ziel des Projekts ist es, Gewalt in Gefängnissen vorzubeugen und Alternativen zu aggressivem Verhal-
Projekts ten (physisch und verbal) zu entwickeln. Dabei soll nicht nur die äußerst schwierige und gewaltvolle
Situation in afrikanischen Gefängnissen (hier speziell im Pollsmoor-Gefängnis in Kapstadt) entschärft,
sondern auch ein Beitrag dazu geleistet werden, einen Wiedereinstieg in die Gesellschaft nach der
Haftentlassung für Gefangene zu ermöglichen.
Die Arbeit AVP bietet Kurse für Gefangene an, um mit ihnen gemeinsam Alternativen zu gewaltvollem Handeln
des Projekts zu entwickeln. In Diskussionsrunden, Gesprächen, praktischen Übungen, Rollenspielen und psycholo-
gisch angeleiteten Reflexionskreisen wird versucht, zunächst der Motivation für Gewalt nachzuspüren,
Aggressionen zu reflektieren und zu verstehen, um daran anschließend alternative Handlungsmöglich-
keiten zu entwickeln. Durch praktische Übungen, die durch geschulte Trainer angeleitet werden, soll
verhindert werden, dass die Gefangenen lediglich kognitiv in die Lage versetzt werden, eine Alternative
zur Gewalt zu finden. Situativ werden Handlungsmuster erarbeitet, eingeübt und reflektiert. Auch eine
psychologische Aufarbeitung der häufig problematischen Persönlichkeitsstrukturen wird eingebunden.
Ein Workshop, den gleichzeitig etwas 20 Gefangene belegen können, dauert drei Tage, an denen je-
weils ca. vier Stunden gearbeitet wird.
Mitarbeiter Zu Beginn der Arbeit des AVP-Programms (2004) in Kapstadt setzten sich die Trainerteams für die
des Projekts oben beschriebenen Kurse ausschließlich aus Psychologen, Sozialarbeitern und vereinzelt besonders
bzw. geschulten Pastoren zusammen. Ein Ziel des AVP-Konzepts ist jedoch auch, die Methoden nicht nur von
Arbeit von außen an die Gefangenen heranzutragen, sondern die Insassen nach dem Leitfaden ‚Hilfe-zur-
Gefangenen Selbsthilfe’ in das Konzept nicht nur als Teilnehmer, sondern auch als Trainer einzubinden. So haben
für sich, nachdem das Projekt etwa ein Jahr angelaufen war, immer mehr Gefängnisinsassen für die Trainer-
Gefangene tätigkeit interessiert, so dass Häftlinge mit Hilfe spezieller Workshops in einem Zeitraum von mehreren
Monaten zu Trainern ausgebildet werden konnten. Heute wird ein Kurs für Gefangene, der meistens drei
Tage umfasst, von drei Insassentrainern und einem Trainer von außen angeleitet.
Erfolge Das Konzept, Trainer aus der Mitte der Gefangenen einzubeziehen, hat dabei eine besonders positive
des Auswirkung auf das gesamte Projekt. Die Anerkennung des gewaltfreien Kommunizierens wächst im
Projekts Gefängnis immer stärker, je mehr Insassen sich dafür verantwortlich fühlen, Gewalt zu vermeiden.
Durch die Lehrtätigkeit der Gefangenen selber entwickeln sich viele positive Ansätze im Gefängnisall-
tag, die nicht mehr nur von außen aufgezwungen werden oder ausschließlich im Workshop selber An-
wendung finden. In Pollsmoor nimmt die Nachfrage nach einer Ausbildung zum Trainer stetig zu, so
dass das Projekt mittlerweile auf eine große Akzeptanz unter den Gefangenen stößt.
Seit kurzer Zeit nehmen sogar einige Wärter an dem AVP-Training teil, mit der positiven Auswirkung,
dass die Rollen zwischen Wärtern und Insassen bei dem Workshop aufgehoben werden, sich die Ge-
sprächsbereitschaft untereinander erhöht und auch in diesem Miteinander ein gewaltfreier Umgang an-
gestrebt werden kann.
Finanzielle Finanzierung: Alle Ausgaben für das AVP-Programm werden durch Einzelspendengelder (vor allem
Situation aus Deutschland) getragen. Noch ist das Projekt zu klein, um Anspruch auf Unterstützung vom europäi-
schen Entwicklungsdienst zu haben, und staatliche Unterstützung gibt es bislang ebenfalls in keiner
Weise. Zur Zeit zeichnet es sich ab, dass die zuständigen Ministerien dem Projekt immer wohlwollender
gegenüberstehen, so dass die aktiven Mitarbeiter des Projekts die Hoffnung haben, in einigen Jahren
einen Teil ihrer Finanzierung über staatliche Mittel abwickeln zu können. Momentan ist das Projekt
jedoch ausschließlich auf Spendengelder angewiesen.
Unser Über unser Vereinsmitglied Maria, welche im letzten Jahr ein dreimonatiges Praktikum als Psycho-
direkter login in Kapstadt abgelegt hat, erfuhren wir von dem AVP-Projekt. Maria konnte sich persönlich ein
Kontakt Bild von den Zuständen in Pollsmoor machen und an der Arbeit der AVP-Workshops teilnehmen. Über
sie konnte Step by Step den Kontakt zu dem Pfarrer Christoph Baumann herstellen, der in dem Pro-
jekt arbeitet, seit über einem Jahr Workshops und Kurse des AVP-Programms durchführt, Insassentrai-
ner anleitet und schon viele Jahre in Kapstadt lebt. Mit ihm persönlich konnten wir die genaue Finanzie-
rung absprechen und uns aus erster Quelle berichten lassen, wie AVP arbeitet und welche Erfolge im
gewaltfreieren Umgang miteinander in Pollsmoor mittlerweile erzielt werden konnten.
Unsere Unsere Spende in Höhe von 3000 € wurde dazu verwendet, genau sieben Workshops des AVP-
Spende Programms vollständig zu finanzieren. Die Kosten für einen Kurs beinhalten neben den Gehältern der
Trainer von außen Materialkosten, Verpflegung, Anfahrtskosten und symbolische Gehälter für die Insas-
sentrainer.
Unsere Zur Zeit gibt es mehr Anfragen von Seiten der Insassen nach weiteren Kursen als das Projekt finanzieren
Gründe kann. Nur mit weiteren Spendengeldern könnte sich die Zahl der Kurse vergrößern. Unsere Spende
leistet daher einen Beitrag, die Anzahl der AVP-Kurse zu vergrößern und trägt somit hoffentlich
dazu bei, die Situation in Pollsmoor weiter zu entschärfen und ehemalige Gefangene nach der Haft
leichter wieder in die Gesellschaft integrieren zu können.
Step by Step e.V. Münster
Einnahmen und Ausgaben (Stand 10.09.2006)
Einnahmenkategorien 18.05.1995 - 02.07.2002 07.07.2002 - heute Summe
Einzelspenden 29.825,40 € 12.910,92 € 42.736,32 €
Mitgliederbeiträge 138.180,84 € 112.268,42 € 250.449,26 €
Partygewinn 132,07 € 132,07 €
Starteinlage 178,95 € 178,95 €
Verwaltungszuschuß 1.022,58 € 1.300,00 € 2.322,58 €
Zinseinkünfte 114,23 € 4,04 € 118,27 €
Summe Einnahmenkategorien 169.454,07 € 126.483,38 € 295.937,45 €
Ausgabenkategorien
Bankgebühren 2.739,82 € 1.157,20 € 3.897,02 €
Bürokosten 5.413,32 € 2.000,55 € 7.413,87 €
Fahrtkosten 284,65 € 22,00 € 306,65 €
Projekte 155.245,86 € 119.480,63 € 274.726,49 €
Versicherung 1.944,01 € 1.288,13 € 3.232,14 €
Summe Ausgabenkategorien 165.627,66 € 123.948,51 € 289.576,17 €
Gesamt 3.826,41 € 2.534,87 € 6.361,28 €
Unterstützte Projekte September 2005 - Oktober 2006
29.09.2005 Indonesienhilfe Kindergarten Belawan Sep 05 1.800,00 €
12.01.2006 UPPAHAR Deutschland e.V. Flutopferhilfe Okt 05 2.050,00 €
07.10.2005 Exilio e.V. FINANZIERUNG GUTACHTEN Nov 05 2.000,00 €
18.11.2005 T., Christa Überbrückungsgeld ALG Darlehen Dez 05 855,00 €
24.11.2005 Herwig, Thomas Unterstützung für Familie in EX-Jugoslawien Dez 05 1.200,00 €
02.06.2006 T., Christa Rückzahlung ALG Darlehen Dez 05 -855,00 €
23.12.2005 Dharmalaya - S. Schulz-Tr. Naehschule und anderes Jan 06 2.050,00 €
20.02.2006 Kopf hoch e.V. Unterstützung für Familie in Mazedonien Feb 06 2.050,00 €
17.03.2006 K., Vafa Hilfe zum Lebensunterhalt Mrz 06 2.000,00 €
26.07.2006 Förderkreis KLJB OS Solarduschen Peru Mrz 06 2.000,00 €
11.06.2006 ev. Paulus Kirchengem. BI Ruanda Projekt Apr 06 2.530,00 €
23.05.2006 Kühne, Birgit House of the Aged - Sri Lanka Mai 06 2.050,00 €
15.05.2006 Fortotschka e.V. Das gute Haus Jun 06 2.050,00 €
31.07.2006 Fortotschka e.V. Das gute Haus Jun 06 1.000,00 €
14.06.2006 Daja, Maurice Schulprojekt Tschad Jul 06 1.289,72 €
20.07.2006 Darfur Hilfe e.V. Flüchtlingshilfe Sudan Jul 06 2.050,00 €
07.09.2006 PMR Research Center EV MS Geld für medizinische Unterstützung Sep 06 2.050,00 €
Anti Violence Project Südafrika Training für Gefangene Okt 06 3.000,00 €
SUMME 31.169,72 €
Get documents about "