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Beate Engl Schraudolphstr. 2a 80

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Beate Engl Schraudolphstr. 2a 80 Powered By Docstoc
					Beate Engl
Schraudolphstr. 2a
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                               Dokumentation / Projektauswahl 2005 --> 1997
Curriculum vitae

26.01.1973 geboren in Regen                                                                                                         „Chut, invisible!“, Radioprojekt mit College Invisible auf Radio Grenouille, Marseille
                                                                                                                                    „Splash“, Collège Invisible Session, Ausstellung, Paris Project Room, Paris
2005/2006          Wintersemester 05/06 Lehrauftrag „Sound and the White Cube“ zusammen mit Anja
                   Casser, Bauhaus Universität Weimar, Fakultät Medien                                           2001 - 2004        „KunstPraxis 1 - 4“, kuratorisches Projekt mit Anja Casser für Siemens Arts Program,
2005               Artist in Residence, Uganda Artist Association, Kampala/ Uganda                                                  Betriebsärztliche Dienststelle, Siemens AG, München
                   Projektstipendium der Stadt München
                   Sommersemester 05 Lehrauftrag „Sound goes public“ zusammen mit Anja Casser, Bauhaus           2001               „Natürlich Künstlich“, Ausstellung, Botanischer Garten München
                   Universität Weimar, Fakultät Medien                                                                              „Galerie Goldankauf” Workshop zusammen mit Roberto Ohrt, Städelschule Frankfurt
2003/2004          Artist in Residence in der Baumwollspinnerei Leipzig, Stiftung Federkiel
2003               DAAD Postgraduierten-Stipendium, School of the Art Institute of Chicago                       2000               „Café Helga & Galerie Goldankauf“, mit Nevin Aladag und Alexander Laner, Kunstraum
2002               Collège Invisible, Postdiplom-Stipendium an der ENSBA Marseilles                                                 München
                   Künstleraustausch VCCA, Virginia/USA - Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf                                      „Hasenbergl de luxe“, Ausstellung, Kunstbüro Hasenbergl, München
2001 - 2004        MFA „Public Art and New Artistic Strategies“ an der Bauhaus Universität Weimar                                   „Left a good job in the city“, Ausstellung, care of, Mailand
1999               Austausch, Villa Arson Nizza, Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks
1998               „L‘art en marge“, Workshop bei Bert Theis, Manifesta 2 Luxemburg                              1999               „Schöpfung“, Ausstellung, Diözesanmuseum Freising
1994 - 2001        Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München,
                   seit 1998 Meisterschüler bei Prof. Olaf Metzel,                                               1998               „Das Schweigen von Techno wird überbewertet“, Ausstellung, AkademieGalerie München
                   2001 Abschluss mit Diplom                                                                                        „Nichts von mir berührt mehr einander“, Sound Installation, Galerie T. Zimmermann Köln
                                                                                                                                    „Memory“, Gruppenprojekt, Bert Theis: New Art Workshop, Manifesta Luxemburg

Gruppenausstellungen und Projekte                                                                                1995               „München liegt am Meer“, Ausstellung, Müllerstraße / München
                                                                                                                                    „Nahverkehr“, Ausstellung, Großweidenmühlstraße / Nürnberg
2005               „Beauty Free Shop“, Ausstellung, DIVUS / Umelec, Prag
                   „Cultural Utilization of the ISS“, Workshop und Vortrag, The Arts Catalyst und ESA Norwijk
                   „Ain’t no sunshine” Kunst am Bau, QUIVID, Kindertagesstätte Riegerhofweg München
                                       ,                                                                         Kataloge, Bücher, Publikationen
                   „Rückkehr ins All“, Ausstellung, Hamburger Kunsthalle
                   “Die Dimension Raum“, Ausstellung, Columbus Art Foundation, Ravensburg                        2005                                 ,
                                                                                                                                    „Space is a place” Buchprojekt und Standortrecherche über Kunst im öffentlichen Welt
                   „Holes and Fillings“, Ausstellung / Aktion, Alliance Francaise, National Theatre, Kampala /                      raum, Verlag Silke Schreiber München
                   Uganda                                                                                                                               ,
                                                                                                                                    „Rückkehr ins All” Hrsg. von Christoph Heinrich und Markus Heinzelmann, Kunsthalle
                   „Passion des Sammelns“, Halle 14, Stiftung Federkiel, Leipzig                                                     Hamburg, Katalog zur Ausstellung, Hatje Cantz Verlag
                                   ,
                   „Privataudienz” Intervention in der Ausstellung “Schatzhäuser Deutschlands” zusammen                                                                            ,
                                                                                                                                    „Faktor X. Zeitgenössische Kunst in München” Hrsg. von Angelika Nollert, Florian Matzner
                   mit Anja Casser, Wolfgang Stehle und Wolfgang Ullrich, Haus der Kunst, München                                   und Birgit Sonna, Prestel Verlag
                                                                                                                 2004               „6 Tagebuchfragmente München-Chicago“, Fucking Good Art #6, Münchner Ausgabe
2004                                       ,
                   „Kleckern und Klotzen” Ausstellung Mixküche München                                                              „KunstPraxis“, Dokumentation und Künstlerbuch, herausgegeben und konzipiert von Anja
                                     ,
                   „Believe it or not” Ausstellung, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien, Berlin                                         Casser und Beate Engl für Siemens Arts Program, München
                                                            ,
                   „Die ersten Jahre der Professionalität 23” BBK-Ausstellung, Galerie der Künstler München                         5ième Mur, Edition College Invisible, Zeitschrift als Ausstellungsplattform
                               ,
                   „Rote Zelle” Ausstellung, München                                                                                „Space is a place - Der Weltraum als möglicher neuer Ort für Kunst im öffentlichen Raum im
                   „Schichtwechsel“, Ausstellung, Halle 14, Stiftung Federkiel, Baumwollspinnerei Leipzig                                                                ,
                                                                                                                                    Zeitalter seiner Kommerzialisierung” Masterarbeit, Bauhaus Universität Weimar
                   „Edition College Invisible“, Sonderausgabe „5ième Mur“, Zeitschrift                           2002                              ,
                                                                                                                                    „Acces-s 2002” Katalog zur Ausstellung, Pau (Frankreich)
                                                                                                                 2001               „Natürlich Künstlich“,Katalog zur Ausstellung, Botanischer Garten München
2003               „Get rid of yourself“, Vortrag, Lothringer 13 / Halle Munich                                                     „Galerie Goldankauf & Cafe Helga“ , Buchprojekt: Dokumentation und Künstlerbuch, Verlag
                                               ,
                   „Kunsthalle Prackenbach” Gründung und erste Aktionen                                                             Silke Schreiber München
                   „Urbane Strategien“, Symposium Kunstprojekte Riem München, Raumkonzept / Display              2000               „Hasenbergl“, Redaktion, Katalog zur Ausstellung, Mark Luther Verlag München
                                 ,
                   „Dirty Future” Ausstellung, Gallery2, Chicago                                                 1999               „Schöpfung“, Katalog zur Ausstellung, Diözesanmuseum Freising, Hatje Cantz Verlag
                                                                                                                 1998               „intern“, Katalog zur Ausstellung, Oberpfälzer Künstlerhaus Schwandorf
2002               „A Distance“, Webcam-Projekt , Collège Invisible beim Festival „Accès-s“, Musée de Beaux      1996               „Küssen und Fahrradfahren“, Redaktion, Künstlerbuch Klasse Olaf Metzel, Mark Luther
                   Arts, Pau                                                                                                        Verlag, München
                                                                  ,
                   „Ein Symposium - öffentlicher Raum nach 9/11” Konzeption / Durchführung mit Farida            1995               „Nahverkehr“, Katalog zur Ausstellung, Kobro Verlag Nürnberg
                   Heuck, Ronald Hirte, Katharina Hohmann und Manuela Unverdorben, Bauhaus Universität
                   Weimar
                                                                                                                    Blinklicht bei 100 % Leistung




                                                                   Entwurf der Linienzeichnung                                        Workshop



Ain’t no sunshine, 2004 / 2005
Kunst am Bau Wettbewerb, QUIVID
solargesteuerte Lichtinstallation im Foyer der Kindertagesstätte Riegerhofweg, München-Laim
LED-Bänder, Plexiglas, Solarzelle, Steuerung

“Ain’t no sunshine” kartografiert als leuchtende Linienzeichnung die täglichen Wege der Kinder zur Tagesstätte (aufgezeichnet während
mehrerer Workshops im Entstehungsjahr des Neubaus). Das abstrakte Liniennetz wird nachgebaut aus Plexiglasschienen, die mit LEDs
hinterleuchtet werden, und zieht sich über die gesamte Decke des Foyers.
Gesteuert wird die Installation durch eine Solarzelle auf dem Dach des Gebäudes. Entsprechend der über gemessenen Leistung breitet
sich das Licht auf der Zeichnung stufenweise von innen nach außen aus. Dabei befindet sich der permanent leuchtende Grundriss der
Tagesstätte im Zentrum der radialen Lichtausbreitung. Bei maximaler Leistung, d.h. voller Beleuchtung, beginnt die Deckeninstallation zu
blinken. Auf diese Weise funktioniert das Lichternetz als erweitertes Display der Photovoltaikanlage. Die aus der Vogelperspektive wahr-
genommenen Wege der Kinder werden wie von einem kreisförmig wachsenden oder kleinerwerdenden Sonnestrahl erhellt. Der tägliche
Weg wird zur Metapher für Energieverbrauch und -gewinnung.
WHERE DO WE GO , 2005

Aktion und Installation, National Theatre Building, Kampala / Uganda
in Kooperation mit German Ugandan Cultural Society und Alliance Française
Helium, 96 Luftballons, beschriftete Kärtchen, Website

Das National Theatre Building, das sich im Zentrum Kampalas gegenüber vom Parla-
ment befindet, ähnelt mit seiner kreisförmigen Betonfassade einer riesigen geboge-
nen Dot-Matrix, wie wir sie von LED-Werbetafeln in westlichenGroßstädten kennen.
Anstatt einer elektronischen Lichtreklame füllen einen Tag lang 112 heliumgefüllte
Ballons das architektonische Raster und schreiben die Frage “Where do we go” quer
über das ganze Gebäude.
An den Ballons sind kleine Karten befestigt mit Botschaften von Strassenkindern
Kampalas, die in den Wochen davor in verschiedenen Camps, Kinderheimen und
auf der Strasse gesammelt wurden. Tausende obdachlose Waisen wohnen, an den
Rand der Gesellschaft gedrängt, im Untergrund von Kampala, werden von Polizei
und Militär verfolgt, eingesammelt und in Lager außerhalb der Stadt gebracht. Die
Aktion wird für sie zum Sprachrohr im Zentrum der Stadt, gut einsehbar von der
Haupstrasse. Am Abend werden die Ballons vor grossem Publikum aus der Fassade
gestossen und fliegen mit den aufgeschriebenen und gezeichneten Wünschen und
Hoffnungen der Kinder einem unbekannten Ziel zu. Where do they go?
http://www.beateengl.de/go.html
Raumansicht
                                                                                                          Die Wissenschaft der Weltraumfahrt blieb lange Zeit die Geschichte ihrer eigenen
                                                                                                          Simulation. Bevor die ersten Menschen den Mond betraten, blieb es den Bildern
                                                                                                          vorbehalten, ein kollektives Bewusstsein für ein Publikum zu schaffen, das die Re-
                                                                                                          alität der größten postmodernen Raumexpansion selbst nie erleben würde. Das
                                                                                                          Hinterfragen dieser fiktiven Teilhabe an der Weltraumerfahrung und der Versuch,
                                                                                                          sich in das Bewusstsein von etwas einzufühlen, das jeglicher Wissensgrundlage
                                                                                                          entbehrt, ziehen sich als Hauptaspekte durch die Space-Arbeiten von Beate Engl.
                                                                                                          In der Hamburger Kunsthalle verwandelt die Künstlerin den Technikraum im zwei-
                                                                                                          ten Obergeschoß der Galerie der Gegenwart in eine weiße Zelle, die mit ihren
                                                                                                          Rohren, Leitungen und Ventilen an die Vorstellung von einer Raumstation an-
                                                                                                          knüpft, wie sie als Bild durch zahlreiche Science-Fiction-Filme überliefert ist. Durch
                                                                                                          einen Sound-Hintergrund, der in tiefen Frequenzen durch den Raum vibriert,
                                                                                                          entsteht der Eindruck, dass der Besucher im nächsten Moment in der Ausstellung
                                                                                                          abheben würde. Eine umgedrehte Tür am Ende des Raumes und die seitlich fla-
                                                                                                          ckernde Leuchtstofflampe verwirren die Vorstellung von „Oben“ und „Unten“ und
                                                                                                          lassen den neuen Ort wie eine sphärische Erweiterung der Ungerschen Architek-
                                                                                                          tur erscheinen.
                                                                                                          Bereits in der Performance „Space is the place Vol.1“ (2003/2004) und dem inter-
                                                                                                          aktiven Tagebuch „Space is the place Vol.2“(2004) simuliert Engl die Überwindung
                                                                                                          von Schwerelosigkeit und erforscht die Möglichkeiten einer Kunstproduktion im
                                                                                                          Weltall. In Hamburg verbindet sich die Fiktion einer Weltraumerfahrung zusätz-
                                                                                                          lich mit den Assoziationen des klassischen „White Cube“, den das Gebäude der
                                                                                                          Kunsthalle selbst perfekt verkörpert. Entsprechend inszeniert sich der neu gestal-
                                                                                                          tete Technikraum vor allem in der Ästhetik seiner Architektur und das Prinzip der
                                                                                                          „freischwebenden weißen Zelle“ (Brian O‘Doherty) wird auf die Vorstellung einer
                                                                                                          Raumstation übertragen. „Und die weiße Zelle schwebt weiter...“ knüpft damit
                                                                                                          direkt an das Buchprojekt „Space is a place“ (2004) und die gleichnahmige Vide-
                                                                                                          oinstallation (2004, zusammen mit Lenz Schuster) an, in denen die Künstlerin den
                                                                                                          Weltraum als möglichen Ort für Kunst visioniert. Da die Freiheit des Universums
                                                                                                          bereits durch kommerzielle und militärische Expansionsansprüche als Utopie
                                                                                                          entlarvt ist, wäre eine direkte Übertragung des globalisierten Kunstbetriebs ins
                                                                                                          All ebenso denkbar. Tatsächlich gab es bereits erste Ansätze, um eine Raumstati-
                                                                                                          on für Ausstellungszwecke zu nutzen. Unter dem Titel „ars ad astra“ wurden 1995
                                                                                                          zwanzig Kunstwerke mit der EUROMIR-Mission ins All geschickt und von den As-
                                                                                                          tronauten mit den einfachsten „musealen“ Mitteln auf einem gespannten Banner
                                                                                                          präsentiert.
                                                                                                          Die Raumstation als „White Cube“ bleibt die überspitzte Vision einer kunstinstitu-
                                                                                                          tionellen Eroberung des Weltraums, bei der ästhetische, ökonomische und techni-
                                                                                                          sche Aspekte im Vordergrund stehen. Die Frage, welche Kunst sich in der weißen
                                                                                                          Raumstation wieder finden könnte, lässt die Künstlerin bewusst offen.
                                                                     3-D Rendering der Rauminstallation
                                                                                                          (Text von Anja Casser aus dem Katalog „Rückkehr ins All“)




Und die weiße Zelle schwebt weiter..., 2005

Rauminstallation mit Sound im Technikraum der Hamburger Kunsthalle
Holz, Lack, Neonröhren, Gummimatte, Subwoofer, Frequenzgenerator
„Rückkehr ins All“, Kunsthalle Hamburg
                                                             Der Mythos vom Weltraum als zweckfreier Raum
                                                             Der öffentliche Raum der Erde
                                                                        Public art. Wandel der künstlerischen Praxis im öffentlichen Raum
                                                                                    Kunst in öffentlichen Räumen – von „Drop“ zu „Plop“
                                                                                    Kunst als öffentlicher Raum – Stadtmöblierung
                                                                                    Kunst im öffentlichen Interesse – Community Based Art
                                                                                    Ein Platz nach dem anderen – Flexibilität und Marktanforderungen
                                                                        Public space. Vom zweckfreien Ideal zum privaten und verwalteten Raum
                                                             Weltraum als öffentlicher Raum
                                                                        Politische Interessen und Militarisierung
                                                                                    Ein kurzer historischer Rückblick
                                                                                    Space Warfare heute
                                                                        Wirtschaftliches Interesse und Kommerzialisierung
                                                                                    Liaison zwischen Politik und Unternehmen – orbitale Geschäfte
                                                                                    Entertainment im All – Weltraum für alle oder Gewinn für wenige?
                                                                                    Weltraumtourismus – demokratisches Vehikel oder elitärer Luxus
                                                                                    Mein Häuschen auf dem Mond – Eigentumsverhältnisse im Weltraum
                                                                                    Wirtschaftliche Standortfaktoren - Industrie und Weltraum
                                                                                    Problemfaktoren des neuen Wirtschaftsraumes
                                                             Kunst im öffentlichen Weltraum
                                                                        Die Kunst und der Weltraum
                                                                                    Von der Leinwand zum Luftraum
                                                                                    Der Weltraum im zeitgenössischen Museum
                                                                                    Kritische virtuelle Annäherungen
                                                                        Reale Ansätze einer Kunstpraxis im Weltraum
                                                                                    Art sent into space – der extraterrestrische Plop
                                                                                    Art on earth seen from space – Expansion der Land Art
                                                                                    Art in space viewed from earth – Expansion der Sky Art
                                                                                    Art in space viewed from space – Orbitale Kunsträume
                                                                                    Art in Zero G – die neuen Arbeitsbedingungen
                                                                        Institutionalisierung, Positionierung und Bestandsaufnahme
                                                                                    Space Art Institutions – Formen der Vermittlung
                                                                                    Funktion der Space Art – Dekor und Technik
                                                                                    Design versus Kunst – der Konflikt geht weiter
                                                             Der Weltraum als Platz                                                                       Successful Launch of the Supermuseum, Grafik, 2004




Space is a place, 2004/2005
Handbuch und Standortrecherche für eine kritische Kunstpraxis im öffentlichen Weltraum
Buchprojekt und Standortrecherche
96 Seiten, 52 Abbidungen, erschienen bei Verlag Silke Schreiber, 2005

Ein anonymer Auftrag für ein Kunstprojekt im Weltall steckt den Rahmen für meine Standortrecherche über die Möglichkeiten für Kunst im Weltraum. Anstatt tatsächlich über eine ortsspe-
zifische Arbeit für den öffentlichen Weltraum nachzudenken, wähle ich die Form einer Ortsanalyse, die sich als gängige künstlerische Praxis im Umgang mit öffentlichem Raum auf der Erde
und als adäquate Annäherung an seine schwierigen Bedingungen etabliert hat. Für den Weltraum entsteht so eine Art Praxishandbuch für KünstlerInnen, das als Kompendium die vorherr-
schenden Tendenzen und Pläne zusammenfasst, die von politischen und wirtschaftlichen bis hin zu künstlerischen Interessen reichen. Die These, den Weltraum als der Erde vergleichbaren
öffentlichen Raum zu begreifen, wirft eine Reihe besitzrechtlicher, politischer und künstlerischer Probleme auf. Wenn der Weltraum seine traditionelle Zweckfreiheit verloren hat, stellt sich die
Frage, welche Rolle eine kritische Kunstpraxis, wie wir sie auf der Erde entwickelt haben, dort spielen kann. Oder wird der Weltraum nach der Globalisierung der Erde zur neuen Kunst-Frontier
expandieren und sich zum Supermuseum potenzieren?
                                                                                                                              Cityscape, Fotoauskopplung




Space is a place. –
Der öffentliche Raum ist eigentlich auch eine Fiktion, 2004
Video und Sound Installation zusammen mit Lenz Schuster
Galerie der Künstler/ BBK München und Columbus Art Foundation Ravensburg

Eine planetariumartige Videoanimation wird als Kuppelausschnitt in die gewölbte Decke des Ausstellungsraumes projiziert.
Die vorhandene Lampenkonstruktion und Stuckrosette werden in die Projektion integriert. Im gleichen Radius befindet
sich darunter ein Teppich mit Kissen, so dass der Besucher die Projektion liegend wahrnehmen kann. Kleine Dolby Surround
Lautsprecher werden am Kreisrand positioniert und fügen sich ins raumstationartige Bild ein.
Haupmotiv der Animation ist eine kreisförmige Collage aus Fotos urbaner und peripherer Gebäude aus verschiedenen Städ-
ten. Im Inneren dieses Kreises dreht sich langsam ein nachgezeichneter Sternenhimmel. Gesprochene Zitate thematisieren
den Weltraum, den öffentlichen Raum und die Möglichkeit einer Kunst im Weltall. Im zweiten Teil der Animation werden
UNO-Gesetzestexte (Laufschrift) konfrontiert mit gesprochenen Zitaten von Politikern, Wirtschaftsleuten und anderen Per-
sonen, die das Weltall als kommerziellen oder militärischen Ort vermarkten wollen. Der gesamten Projektion ist ein atmos-
phärischer Space-Sound unterlegt, wie man ihn aus Science-Ficiton-Filmen kennt. Im Raum wird der Sound physisch erwei-      Urbanscape, Fotoauskopplung
tert durch eine stehende Welle, die partiell beim durchwandern des Raumes auftaucht und wieder verschwindet.
                                                        the world of space travel, as we know                                                     to use the time until my mission is
                                                        it, has generally scientist purposes,                                                     starting i am studying the history of
                                                        military purposes and now also touri-                                                     space travel. Most of the images are
                                                        stic purposes. as often in history the                                                    beautiful photographs. i really like
                                                        arts were kept out so far. but now the                                                    the family photograph of an astronaut
                                                        first artist is sent with a team of                                                       lying in the moon sand like an early
                                                        astronauts into space to explore the                                                      boltanski. i also like the aesthetic
                                                        working conditions for artists. the                                                       of the machineries: everything‘s glit-
                                                        universe becomes a place of public in-                                                    tery and golden it‘s time that i get
                                                        terest and investigation, thus a public                                                   permission to start working out there!
                                                        space, that can be compared to public
                                                        spaces we know on earth. imagine a Serra
                                                        sculpture floating through the univer-                                                    today was more successful than yes-
                                                        se, illuminated at night to be seen from                                                  terday. the exploration robot that i
                                                        earth. this space exploration tries to                                                    designed for this space trip had his
                                                        find out about the possibilites for art                                                   first mission today. i called her ro-
                                                        works in space. as the artist on board                                                    bota, because she is the first fema-
                                                        of the space shuttle, i am keeping an                                                     le robo. she did a great job! and she
                                                        „artistic diary“ of my thoughts and in-                                                   looked beautiful out there on the moon
                                                        spirations during the trip. this is a                                                     surface. the collected some material
                                                        summary of the first two weeks of my                                                      that our scientists are analyzing now.
                                                        travel that is already released to pu-                                                    also the first time my collegues clap-
                                                        blic. please understand that i can‘t                                                      ped me on the shoulder. is design bet-
                                                        give further information about the pre-                                                   ter and more useful than art in space?
                                                        sent stage of the research as it has to
                                                        be analyzed first by national security.
                                                        but i can tell that the crew is still out
                                                        there working towards a better world.
                                                        we know that the thoughts and prayers
                                                        of our nation and the president are with
                                                        us. i promise to do my duty as the
                                                        first artist in space. i thank you all
                                                        for your support. god save jeff koons


Space is the place Vol.2, 2003/04

interaktives Weltraumtagebuch
Gallery 2, Chicago, 2003 und Mixküche, München, 2004


“Space is the place Vol.2” ist ein interaktives Video-Tagebuch, das
meine fiktive künstlerische Weltraumexpedition schildert. In kurzen
Videosequenzen, die der Betrachter interaktiv durchclicken kann,
berichte ich von meiner Mission als erste Künstlerin im Weltall, die
die Arbeitsbedingungen für Kunst in der Schwerelosigkeit erforscht,
von meinen Auseinandersetzungen mit den Wissenschaftlern, für die
Design viel mehr wert ist als Kunst, und von den alltäglichen Schwie-
rigkeiten des Lebens im All zwischen Einsamkeit und mangelndem
Genuss.                                                                                             Installationsansicht Mixküche München, 2004
                                                                                                      CD 1 Kallisto und Aktäon - Bildinterpretation: Mythologische Konflikte des Beobachters
                                                                                                      von Privatbesitz (Textauszug):
                                                                                                      Gleich zwei Episoden aus den Metamorphosen des Ovid hat Rembrandt in diesem Gemälde dargestellt. Im
                                                                                                      erweiterten Kontext der Ausstellung erfahren sie eine neue Deutung. Kallisto, deren heimlicher Besitz hier
                                                                                                      offenbar wird, und Aktäon, der aktive Betrachter, ziehen beide die Erregung Dianas auf sich, der ein Ver-
                                                                                                      wandlungsprozess folgt. Geleitet vom kuratorischen Blick, symbolisiert durch die Wendung der Gestalt am
                                                                                                      vorderen Bildrand, wird der Betrachter auf eine Auseinandersetzung in der rechten Bildhälfte hingewiesen.
                                                                                                      Der bisher im prunkvollen Gewand präsentierte und verborgene Privatbesitz wird an das Licht der Öffent-
                                                                                                      lichkeit gezerrt. Das Diktat der puren Nacktheit weißer Räume versucht das Gemälde zu entblößen und der
                                                                                                      musealen Präsentation einzuverleiben. Doch bleibt es umringt von herrschaftlichen Insignien und Adligen-
                                                                                                      Klischees, die sich in den Vorstellungen der Betrachter widerspiegeln. (...)

                                                                                                      CD 2: “Was würden Sie machen, wenn der Rembrandt Ihnen gehören würde?”
                                                                                                      Zusammenschnitt der Interviews über Privatbesitz und Bürde

                                                                                                      CD 3: “Wie stellen Sie sich den Raum vor in dem das Gemälde in Privatbesitz hängt?”
                                                                                                      Zusammenschnitt der Interviews über die Vorstellung von Privatbesitz und seiner Zu-
                                                                                                      gänglichkeit

                                                                                                      CD 4 Szenerie / Ort – der repräsentative Raum: Das Gemälde als Museum (Text):
                                                                                                      Aus einem diffusen öffentlichen Raum heraus, der sich über zwei Drittel der oberen Bildfläche erstreckt, öff-
                                                                                                      net sich ein museal ausgeleuchteter Vordergrund. Das Ungebändigte und Gewaltige von Stadt und Natur
                                                                                                      verschwindet im Dunkel. Gleich einer Insel in der tosenden Brandung des urbanen Alltags konserviert der
                                                                                                      lichtdurchflutete Raum ein Stück Ursprünglichkeit und bewegter Stille. Hier, in diesen hohen Hallen des Mu-
                                                                                                      seumsraumes reinigen wir unseren Geist durch Kontemplation und Versenkung. Wir baden in Gefühlen und
                                                                                                      verlieren uns im Schauen der Kunstwerke von hohem Wert und großer Bedeutung. Sie werden zur Erbauung
                                                                                                      des Betrachters in diesen auratischen Räumen präsentiert und eröffnen uns neue Erkenntnisse über unsere
                                                                                                      Geschichte und Gegenwart. Von höheren Wesen inspirierte Genienhaben diese unberührten Werke von ma-
                                                                                                      kelloser Schönheit und Reinheit einst geschaffen. Nackt und unmaskiert blicken sie heraus aus der Wand. Sie
                                                                                                      offenbaren Mythen formuliert durch die schöpferische Hand des Künstlers, der die Sinne des Beschauers be-
                                                                                                      netzt. Gelenkt von musealer Repräsentation und kuratorischer Weisung tritt der Betrachter in ehrfürchtiger
                                                                                                      Haltung vor die Gemälde. Überwältigt von ihrer Vollendung verneigt er sich vor ihnen gleich einem Fürsten.




Grosse Bärenjagd, 2005

Sound-Installation im Rahmen der Interventionen von Anja Casser, Beate Engl, Wolfgang Stehle & Wolfgang Ullrich in der Ausstellung „Schatzhäuser Deutschlands“, Haus der Kunst München
Interviews mit diversen Ausstellungsbesuchern, gesprochene Texte, 4 CD-Player, 4 Lautsprecher, 4 Bodenkontaktmatten, Teppich, Rembrandt-Gemälde: „Diana mit Aktäon und Kallisto“ (1634,
Öl auf Leinwand, 168 x 93,5 cm, Fürst zu Salm-Salm, Museum Wasserburg Anholt)
Sprecherin: Imke Boesch, Soundmischung: Lenz Schuster

Eine Woche lang wird die Ausstellung „Schatzhäuser Deutschlands“ um eine Reihe von Privataudienzen erweitert. Vier Künstlerinnen und Kunstwissenschaftlerinnen stellen den Besuchern
ihre persönliche Auseinandersetzung mit den Exponaten und dem Konzept der Ausstellung vor. In Form von Interventionen beleuchten sie das Thema “Adel und Kunst” aus verschiedenen
Perspektiven durchaus kritisch und ermöglichen so den Besuchern zusätzliche Reflexionsmöglichkeiten und neue Einblicke auf die Ausstellung. (...) Die Präsentation der kostbaren Exponate in
der Ausstellung ist bewusst nüchtern. Bei der Betrachtung der Kunstgegenstände bleiben dennoch die Fantasien, die sich die Besucher gemeinhin von prächtigen Schlössern oder überladenen
Räumen machen, gegenwärtig. Davon geht Beate Engl in ihrem Beitrag aus: Sie befragte Ausstellungsbesucher, wie sie sich den originalen räumlichen Kontext des Rembrandt Gemäldes „Diana
mit Aktäon und Kallisto“ vorstellen und welchen Ort, welche Bedeutung sie einem derartigen Besitz in ihrem Leben einräumen würden. Zusammenschnitte der Antworten und Ergebnisse
präsentiert Engl als akustische Ortsaneingnung, die durch den Betrachter aktiviert wird. (Auszug aus dem Pressetext, Haus der Kunst)
                                                                                                            Der globale Kunstmarkt

                                                                        Wir leben in einer merkwürdigen Zeit, in der die Aufmerksamkeit der künstlerisch Tätigen durch ein
                                                                         ganz spezielles Gebiet des öffentlichen Lebens in steigendem Maße in Anspruch genommen wird;
                                                                        dies Gebiet ist der internationale Kunstbetrieb. Für den Begriff und geistigen Horizont des Durch-
                                                                      schnittsspießers gehört der internationale Kunstbetrieb zu jenem Abteil der Morgenzeitung, das er beim
                                                                      Morgenkaffee liest zur Zerstreuung seiner Sorgen oder von dem Gekeife seiner besseren Hälfte. Für die
                                                                           künstlerisch Tätigen dagegen ist der internationale Kunstbetrieb tief ernst und äußerst wichtig.
                                                                                                                          (...)
                                                                         Jede Kulturproduzentin und jeder Kulturproduzent müssen sich heute sagen, es geschieht nichts im
                                                                       internationalen Kunstbetrieb, was nicht die eigensten Interessen der Kulturproduktion berührt. Wenn
                                                                        in Südafrika die Johannesburg Biennale zur neuen Spielstätte globalen Kunsttourismus’ wird, wenn
                                                                       zur Istanbul Biennale weitere in Sharjah und Tiranna hinzukommen, wenn in Brasilien die Sao Paolo
                                                                      Biennale mit amerikanischen und internationalen Kunstevents konkurriert, in allen Fällen müssen sich
                                                                       die Künstlerinnen und die Künstler sagen, um eure Sache handelt es sich, eure Interessen stehen dort
                                                                                                                    auf dem Spiel.
                                                                                                                          (...)
                                                                         Wir haben ein ganz anderes Ziel zu verfolgen, das uns klar und deutlich unsre historische Aufgabe
                                                                          stellt, die Künstlerorganisation, die Vernetzung der Kulturproduzenten, wie sie unser Programm
                                                                                                                       verlangt.
                                                                                                                          (...)
                                                                      Wir täuschen uns nicht, wir glauben nicht, dass wir von heute auf morgen ein internationales Netzwerk
                                                                         aller Kulturproduzenten einführen können. Eine Künstlergewerkschaft, bei der zusammen mit den
                                                                        Kunstbetrachtern entschieden wird, was auf der nächsten Biennale gezeigt wird oder nicht, lässt sich
                                                                        nicht vereinbaren mit der Herrschaft der Galeristen und der Institutionskartelle. Um ein Netzwerk
                                                                       aller Kulturproduzenten einzuführen, müssen wir die etablierte Kunstszene stürzen, das bedeutet eine
                                                                        Revolution, ein gewaltiges Stück historischer Arbeit. Aber soll das ein Anlass sein, unsre Forderung
                                                                      wie ein Familienheiligtum sorgfältig im Schrank aufzubewahren, um es immer bei besonders feierlichen
                                                                                                             Gelegenheiten hervorzuholen?
                                                                       Nein! Wir müssen das Netzwerk aller Kulturproduzenten fordern im täglichen Aktionsprogramme; das
                                                                      Kunstpublikum muss wissen, dass die Durchführung der Forderung den Sturz der Junkerherrschaft vor-
                                                                       aussetzt. Auch die Zeit wird kommen, wo die internationale Künstlerschaft sich nicht mehr komman-
                                                                               dieren lässt, wo Sie sich wie ein Mann erhebt und sagt: Ich will es nicht, ich tue es nicht!
                                                                                                                  (Lebhafter Beifall.)
                                                                                                                          (...)




betaversion 1.0, Leipzig-Plagwitz, 2004

Soundinstallation, transformierte Rede von Rosa Luxemburg (Die weltpolitische Lage, 27. Mai 1913, Leipzig-Plagwitz)
Sprecherin: Barbara te Kock, Soundmischung: Lenz Schuster, Dauer: 12 min
                ,
“Schichtwechsel” Halle 14 / Stiftung Federkiel, Baumwollspinnerei Leipzig und Ausstellung No. 3, Rote Zelle München

Auf der Gebäudespitze der Halle 14 / Baumwollspinnerei flattert eine von unbekannter Hand auf Halbmast gehisste Arbeiterfahne. Sie ist gedanklicher Ausgangspunkt für die Soundinstallati-
on von Beate Engl, deren Grundlage eine Rede Rosa Luxemburgs vom 27. Mai 1913 in Leipzig-Plagwitz ist. Analysierte die Arbeiterführerin damals die weltpolitische Lage und agitierte für die
„Kühnheit“ der „Proletariermassen“ im Kampf gegen die „halsbrecherischen Unternehmungen der Kapitalisten, die die Welt verteilen“, modifiziert Beate Engl dieses Ausgangsmaterial zu einer
Ansprache über den globalisierten Kunstbetrieb. Dabei bleibt die Grundstruktur der Originalrede erhalten und nur einzelne Begriffe werden ausgetauscht: Der Arbeiter und Proletarier wird
zum Künstler und Kulturproduzenten, die Kapitalisten und Sozialdemokraten zu Galeristen und Kuratoren und die internationalen Kriege zu weltweiten Biennalen und Großausstellungen.
Lautsprecher, rote Fahne und Volk sorgen auf dem Dach der Spinnerei III für Kundgebungsstimmung. (Frank Motz, Halle 14)
                                                                        Do it yourself Museumskit, 2004




                             Kunsthalle Prackenbach
Werbung, französisch, 2003
                             Museumsprojekt, seit 2003                                                    Original-Eingangssituation, Prackenbach
                             Kunsthalle Prackenbach ist eine von mir ins Leben gerufene Kunstins-
                             titution, die der kritischen Hinterfragung des etablierten Kunst- und
                             Museumsbetriebes dient. Bewußt an einem peripheren ländlichen
                             Ort im bayerischen Wald lokalisiert, soll sie ein gedankliches Refu-
                             gium bilden. Gleichzeitig funktioniert die Website der Kunsthalle als
                             KünstlerInnen-Netzwerk und Plattform. Kunsthalle Prackenbach bie-
                             tet die Möglichkeit zum internationalen Zentrum zeitgenössischer
                             Kunstpraxis und zu einer echten Alternative zu werden. Die Zukunft
                             der Kunsthalle wird mitbestimmt von den Kulturproduzenten, die
                             sich aktiv an der Weiterentwicklung dieser kritischen Instanz beteili-
                             gen. Ich selber moderiere den Prozess lediglich.
                             Die ersten beiden Jahre dienten der Vermarktung des Logos und
                             dem Aufbau einer ersten Infrastruktur. Ein Messestand und ein Muse-
                             umsshop, die beide den Raummassen des tatsächlich existierenden
                             Wohnhauses in Prackenbach angepasst sind, entstehen. Der Muse-
                             umsshop ist gedacht als architektonische Erweiterung des bestehen-
                             den Gebäudes. Er kann in den rechten Treppenaufgang des Hauses
                             eingepasst werden und ist zugleich mobiler Merchandising-Raum
                             für die Kunsthalle.
                             Alle Produkte des Museumsshop thematisieren das Museum und
                             seine klassische Fassade mit Säulen und Treppe. Diese reduzierte
                             Form zieht sich als Logo über Kravatten, Kettenanhänger, Sektglä-
                             ser, Espressotassen, Skizzenbücher, Karten und Briefmarken. Drei
                             Handpuppen stellen die Akteure des Kunstbetriebs dar: den Künstler
                             oder Produzenten, den Kurator / Galeristen oder Vermittler und den
                             Sammler oder Konsumenten. Sie persiflieren die provisorische Muse-
                             ums-Fassade des Museumsshop zum Kaspereletheater.
 Briefmarkenedition, 2004                                                                                        Museumsshop, 1:1 Modell, 2004
                                                                                                          Garderobe: Dokumentarisches Display, Zeitleiste




                 Infopool und Teppich im Foyer




                                                                                                              Tagungsraum: Tischdecke, Rednerpulthusse
                                                 Raumgestaltung „Urbane Strategien“, 2003

                                                 Auftragsarbeit: Raumkonzept, Gestaltung und doku-
                                                 mentarisches Display
                                                 “Urbane Strategien” , Kunstprojekte Riem, Alte Kon-
                                                 gresshalle, München
                                                 Für die internationale Tagung “Urbane Strategien” von
                                                 Kunstprojekte Riem entwickelte ich ein Raumkonzept,
                                                 das auf sublime Weise vorhandene Strukturen des Or-
                                                 tes durch farbige Teppiche und Lichtveränderungen
                                                 unterstreicht und punktuell betont. Das Design der
                                                 Konferenz findet sich in Tischdecken, Bannern und Na-
                                                 mensschildern wieder. Ein Hängeregistersystem wird
                                                 zum Infopool für Projekte im öffenlichen Raum.
                                                 Die Garderobe wird umfunktioniert zur Galerie und
                                                 zeigt auf einer 18 m langen Wandtafel eine chronologi-
                                                 sche Zeitleiste der Projekte, die in Riem stattfanden.
Teppichpunkte und farbiges Licht in den Gängen                                                                                    Tagungsraum: Teppiche
Roomshirt, 2002

Rauminstallation
Sweatshirtstoff
School of the Art Institute, Chicago
Grauer Sweatshirt-Stoff wird raumfüllend auf Schulterhöhe entlang
den Wänden gespannt. Die so entstehende elastische Fläche ent-
hält 8 Öffnungen mit schwarzen Rollkrägen. Die Besucher müssen
gebückt den Raum betreten und den Kopf durch diese Öffnungen
stecken. Sie tauchen so in einen neuen Raum, der Kopf und Körper
trennt. Der Benutzer kann weder seinen eigenen noch den Körper
der anderen Benutzer sehen.
Roomshirt wurde für diverse Besprechungen und Diskussionen ge-
nutzt. Von aussen ist der Konferenzraum für Köpfe durch eine Ver-
grösserungslinse einsehbar, die den Raum leicht verzerrt.
Art Sphere (Text Transcript Selection)                                                                    Yahoo Art Chat (Text Transcript Selection)

We felt so lonely in our bubble – La monde de l’art – We wanted to interact with people, To               You are in Art Chat 2 (painting,drawing,sculpture,design and more---talk about anything
talk with people, Because as an artist you’re kind of isolated from society. We wanted to                 artsy here)
interact with people, To talk with people, Because as an artist you kind of interact with                 mekre8tif: ok
society, We wanted to interact with people, Because as an artist you feel…                                jbnydes: hi
                                                                                                          mekre8tif: living or dead
What do you think about art? One statement.                                                               jbnydes: living
Woman: I like it                                                                                          royalmidget: dead
Woman: Art? I like it.                                                                                    mekre8tif: teaches or just artist
Woman: I can’t tell whether I like a picture or whether I don’t like a picture.                           jeffharms2000 joined the room
Woman: I don’t know. I like the paintings.                                                                mekre8tif: boy.... I thought I could come up with al the artists
Boy: Statues!                                                                                             jbnydes: Used to even sell them!!! right next to kinkade‘s and bev doolittle‘s!
Woman: I like them. They’re unique                                                                        dan_love_sidra left the room
Woman: Ce que je pense de l’art ce que s’il n’existe pas j’aurai du mal a vivre. Je ne suis pas très      jeffharms2000: picasso thats one for me
objective parce que je fais de l’art une partie de mon existence aussi.                                   royalmidget: kinkade is not a real artist
Man: Art has to do with skill and craft. There can be no successful artistic accomplishment without       jeffharms2000: kinkade blows
that. Just because you crab on a canvas it doesn’t mean it’s art. You need to know how to crab you need   mekre8tif: kinkade is a cookie cutter artist
to know the history of crabbing and then develop the particulars to your own individualized style and     jbnydes: don‘t you hate it when you hit a total wall like thaT?
knowledge to elevate it to a sophisticated kind of crabbing. Then it’s art.                               paynesgrey_2000: Bosche
Man: History is one thing, but just our world, you know, in the social makeup with everything art is      jeffharms2000: bam
important. It’s amazing I was just having these thoughts about the importance of art the other day.       mekre8tif: no respect for his craft
And if it wasn’t for arts’ cause where would I be, man. It’s too bad that art is not more important as    jeffharms2000: ow
far as a curriculum in the schools. In some places it’s been cut out. Art is for kids and kids need       jbnydes: nope
to be involved in art. They need to see art, they need to know what art is, being creative, you know      royalmidget: kinkade is a mall artist
what I mean? Not just becoming interactive with the computer or the games. Because art is usually a       jeffharms2000: i love the mall
shared experience.                                                                                        mekre8tif: a mallie
Woman: I guess I’m not open-minded. I tell I have no idea about art. There is modern art I just don’t     royalmidget: thats ok, someone needs to buy his work
understand. I saw a picture, a black picture, a drawing, just black. What is it, I mean, I can do it?     mekre8tif: he‘s an illustrater
What’s art about it? Why is it worth like a million dollar?                                               mekre8tif: not an artist
Man: I think IT is a wonderful thing.                                                                     pynesgrey_2000: His art reflects a rather soothing elegance...after the appropriate level
Woman: I hope it’s here forever. Long live arts!                                                          of mind control drugs are ingested, anyway.
                                                                                                          grimm2k2 joined the room




  La monde de l’art - Life inside a bubble, 2002

  Interviews im öffentlichen Raum und Radio-Projekt
  zusammen mit Don Lambert und Jeff Harms
                    ,
  “Chute, Invisible!” Collège Invisible Session à Radio Grenouille Marseille (Frankreich)

                                                                                                                                                    .
  Auf der Strasse, im Museum und im Internet-Art-Chatroom haben wir Leute interviewt. Gestellt wurde die einfache Frage “what do you think about art” Die Ergebnisse wurden in fünf Radio-
  sendungen zusammengefasst und um weitere “Bubbles” erweitert.

  Programm:
  Montag-------------art sphere-------------------time 14:57-------Interviews über Kunst mit Besuchern des Arts Institute of Chicago, des Freizeitparks Navy Pier und mit Passanten auf der Straße
  Dienstag------------language sphere--------time 16:02-------America meets France, phonetische Sprachsamples und andere Bubbles
  Mittwoch-----------yahoo art chat------------time 14:45-------Ein Versuch in einem Yahoo Art Chatroom über Kunst zu reden, Chat wurde mit verteilten Rollen nachgespielt.
  Donnerstag--------sound of the bubble---time 14:52-------Bubblemusik, Bubbleology, Bubble Werbung und “Silly Bubbles”
  Freitag---------------the future of art-------- -time 13:39-------Interviews über die Zukunft der Kunst und eine futuristische Künstlergruppe “Little big bang” aus Washington
Orientalismus-Raum des Musée des Beaux Arts de Pau                                      Miniaturmodell des Museumsraumes, Kopien der Gemälde und Webcam




Freestyle curated museum, 2002

Webcam-Projekt
Museumsmodell, Miniaturgemälde, Webcam
Festival Acces-s, Musee des Beaux Arts de Pau (Frankreich)
Der Orientalismusraum des Musee des Beaux Arts in Pau wird als Modell nachgebaut, die
Gemälde als Miniaturen reproduziert. Zusammen mit der museumspädagogischen Abtei-
lung werden Workshops mit Kindern über Orientalismus durchgeführt. Dabei richten die
Kinder das Miniaturmuseum ein, verändern die Hängung und übermalen die Bilder. Das
Mini-Museum ändert mit jedem Workshop sein Aussehen.
Die Webcam, die das Innere des Miniaturmuseums filmt, wird mit der Homepage des Mu-
seums verlinkt. Clickt man auf den Orientalismusraum der Webpage landet man bei den
Live-Bildern der Webcam im etwas anders gehängten Modell-Ausstellungsraum.
Bildbetrachtung, 2001

Installation mit Rütteltisch und entliehenem Gemälde
Akademie der Bildenden Künste, München

Das Bild „Reduction“, 1972 von Mike Rose wird als Leihgabe der
Städtischen Galerie im Lenbachhaus für den Zeitraum der Ausstel-
lung zum Objekt der Bildbetrachtung. Der Betrachter des Gemäldes
steht leicht erhöht auf einem Rütteltisch. Die starke Vibration verur-
sacht eine physische Wechselwirkung zwischen Bild und Betrachter.
Brotzeittisch, 2001

mobile Sitzeinheit
Holz, Metall, Plastikschüssel, Springbrunnen, Solarlampen
Botanischer Garten München, Schmuckhof

Der Brotzeittisch lädt zum Verweilen ein. Nach dem schönsten Platz
suchend kann der Betrachter ihn über den Schmuckhof bewegen,
wie eine Figur auf einem überdimensionalen Spielbrett. Der Tisch
verhält sich wie ein autarkes mobiles System mit wechselnder solar-
gesteuerter Funktion: Tagsüber sprenkelt der Brunnen, nachts leuch-
ten die Lampen. Das futuristisch anmutende Objekt verbindet spiele-
risch mehrere Funktionen innerhalb der Gartenanlage vom barocken
Wasserspiel bis zum lauschigen Pavillon.
Beate Engl stellt dem Ausflügler einen Brotzeittisch – so der Titel der Arbeit – bereit, der wie ein gigantischer Spielstein auf einem überdimensionalen Spielfeld bewegt werden kann, aber auch
als Sitzgelegenheit dient. Zugleich lässt die Skulptur mit ihren Rollen, den Solarzelle betriebenen Lampen und dem Springbrunnen, der manchmal plötzlich Wasser speit, an einen kleinen Roboter
denken, der ein eigenständiges Dasein führt. Ein autarkes System: Tagsüber sprenkelt der Brunnen, nachts leuchten die Lampen. „Würde es sich noch selbständig fortbewegen und ‚Guten Tag‘
sagen, könnte man es als neuen Gartenbewohner akzeptieren. Im jetzigen Entwicklungsstadium ist es noch ein Brotzeittisch, aber, wer weiß, vielleicht findet eine Metamorphose statt“, erklärt
Beate Engl. Die Künstlerin lädt zu Ruhe und Entspannung, zur Freizeit auf einen außerirdischen Planeten ein und ruft den Garten als paradiesischen Ort einer guten alten Zeit in Erinnerung. Bilder
von barocken Wasserspielen und lauschigen Pavillons entstehen. Typisch für Ihre Werke ist, dass ihre Skulpturen betreten, berührt, bespielt und benutzt werden sollen. Erst die Beteiligung des
Gartenbesuchers lässt die Skulptur zum Spielstein und die Hofanlagen mit ihren Wegen und Beeten zum Spielfeld werden. (Stephanie Rosenthal, Haus der Kunst)
Merry-go-round, 2001

Installation, drehendes Objekt
Kunstleder, Matratze, Schaumstoff, Holz, Metall, Motor
Akademie der bildenden Künste München
Zwei Personen sitzen sich auf einem drehenden grauen Doppelso-
fa gegenüber. Die schnelle Drehung erzeugt ein Schwindelgefühl.
Fixiert man sein Gegenüber, d.h. einen ebenfalls drehenden Punkt,
wird das Schwindelgefühl vermindert. Im Merry-go-round entsteht
unwillkürlich ein Dialog zwischen den beiden Benutzern in schnel-
ler Fahrt. Der Umraum, sei es Ausstellungs- oder Privatraum, ver-
schwimmt - ein privater Moment in aller Öffentlichkeit.
Kontextänderung: Privater Raum
Merry-go-round im Wohnzimmer meiner Schwester   Allegro non troppo im Schlafzimmer meiner Eltern
Allegro non troppo 2000/2001

Soundobjekt
Holzkubus, Massagematten mit Motoren, Stoff
Care of, Mailand und INS, Haus der Kunst, München

Für zwei Massagematten wurde ein hölzerner Reso-
nanzkörper entwickelt, der das rhythmische Geräusch
verstärkt. Benutzt man die Installation, werden die ver-
schiedenen Massagefunktionen zu physisch spürbaren
loopenden Rhythmen. Die regulierbare Massageinten-
sität verändert und moduliert den Sound.
Im Ausstellungsraum entsteht eine intime Situation, in
der die beiden Benutzer in physicher Nähe gemeinsam
via Sound und Vibration kommunizieren. Von aussen
betrachtet werden sie Bestandteil der Skulptur.
Stephanie Rosenthal: Picknickdecke, Merry-go-round, Bildbetrachtung



Beate Engls Werke werden nicht durch ein großes Schild „BERÜHREN         Familie, an Sommernachmittage mit Wein, Käse und guten Freunden,
VERBOTEN“ bewacht, denn das Gegenteil ist der Fall: Die Künstlerin       vielleicht auch an das „Frühstück im Freien“. Engl schafft die Bedin-
lädt ein mitzumachen. Ihre Skulpturen sollen betreten, berührt, be-      gung für Begegnungen und wählt eine Freunden vorbehaltene Platt-
nutzt und nicht nur respektvoll mit den Augen abgetastet werden.         form, die von Fremden betreten werden kann.
Erst die Beteiligung des Betrachters vervollständigt das Werk. Frei-
zeit- und Wohnkultur sind Bereiche aus denen sie sich bedient. Häu-      Beate Engl schafft Orte, die Michel Foucault mit dem Begriff Hetero-
fig erscheinen ihre Arbeiten wie Orte der Erholung, des Vergnügens.       topie umschreibt. Hierbei handelt es sich um jene „wirklich wirksa-
Leichtigkeit und Spiel setzt sie der Betriebsamkeit und Geschwindig-     men Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet
keit der Welt entgegen, aber auch dem Pathos, mit dem Kunst aufge-       sind, sozusagen Gegenplazierungen oder Widerlager, tatsächlich rea-
laden sein kann.                                                         lisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur
                                                                         gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind.“ Das Schiff
Die Skulpturen sind Plattform oder Bühne, allerdings nicht für die       ist für Michel Foucault die Heterotopie schlechthin. Ähnlich wie Mer-
Künstlerin selbst, sondern für den Ausstellungsbesucher. Engl läßt       ry-go-round ist es „ein schaukelndes Stück Raum, ein Ort ohne Ort,
den Betrachter aus seinem Umfeld heraustreten, stellt ihn ins Ram-       der aus sich selbst lebt, der in sich geschlossen und gleichzeitig dem
penlicht. Zugleich öffnet sie ihm einen privaten Bereich, lädt ihn zum   Unendlichen des Meeres ausgeliefert ist“.
Entspannen ein. Darüber hinaus schafft sie einen Raum für Begeg-
nung: Immer gibt es ein Gegenüber, mit dem ein wie auch immer ge-        Beate Engl fordert den Besucher auf, ein kleines vibrierendes Podium,
arteter Austausch stattfindet.                                            das vor abstrakten Gemälde aufgestellt ist, zur Bildbetrachtung zu
                                                                         betreten. Die Künstlerin schafft so von vorneherein die Bedingung für
Die Arbeit Merry-go-round, eine Variation eines sehr vertrauten Mö-      die vom Künstler erwünschte Reaktion des Betrachters: Erregung, die
belstückes, dreht sich wie ein Karussel im Raum: Kunst, bei der einem    sich in der Vibration des Körpers ausdrückt. Der Betrachter kann erst
schlecht werden kann. Zwei Sofas sind mit den Sitzflächen derart ver-     gar nicht stillstehen oder nervös von einem Fuß auf den anderen tre-
wachsen, daß man sich halb liegend gegenübersitzt. Für die Sitzen-       ten, während er sich vor dem Gemälde mit dem Gedanken quält, was
den verändert sich die Wahrnehmung des Raumes: Das Gegenüber             es mit dem Werk nun auf sich hat. Die emotionale Wirkung der Instal-
rückt näher, der Umraum verschwindet in der Unschärfe. Schon zu          lation findet scheinbar ihren physischen Ausdruck in der Vibration.
häufig wurde man im Kino mit Filmeinstellungen ähnlicher Art kon-         Dieser soll einen Rückschluß auf die Deutung des Werkes zulassen.
frontiert, um sich nicht in einen dieser Kinofilme versetzt zu fühlen.    Laut Edmund Burkes Abhandlung „Vom Erhabenen und Schönen“
So findet man sich plötzlich zu zweit in einer eigenen Welt, nahezu       verursachen schöne „Eigenschaften im Betrachter eine Erschlaffung
Walzer tanzend, womöglich mit einem Fremden. Dann verursacht             des Nervensystems, wie sein Verhalten zeigt: Der Betrachter schöner
diese Nähe eine gewisse Scheu, Verlegenheit und Unsicherheit. Eine       Objekte hat den Kopf leicht zur Seite geneigt, sein Atem geht lang-
eigentümliche Art der Kommunikation entsteht.                            sam, die Hände hängen entspannt an den Seiten herab usw.“. Erha-
                                                                         bene Eigenschaften von Kunstwerken hingegen „verursachen im
Eine traumhaft große, bunte Picknickdecke, praktisch mit Handwa-         Betrachter eine außergewöhnliche Anspannung des Nervensystems,
gen zum Transportieren, steht für den Besucher zur Benutzung be-         die sich daran zeigt, daß der Betrachter zittert, heftig die Augen ver-
reit. Allerdings im Rahmen dieser Ausstellung ist sie nur noch als Re-   dreht usw.“ Beate Engl hilft hier etwas nach und gibt die Richtung der
likt an eine vorausgegangene Aktion im Sommer 2000 zu verstehen.         Interpretation eindeutig vor. Wie bei der Arbeit Merry-go-round ma-
Eigentlich jedoch wird sie erst dann - im Sinn von Beate Engl - zur      nipuliert sie die Wahrnehmung des Betrachters, indem sie die Platt-
Skulptur, wenn sich Menschen auf der bunten Insel niederlassen und       form, auf die sie den Betrachter bittet, in Bewegung setzt.
Kommunikation stattfindet. Sie ist das Symbol für Geselligkeit, Som-
mer, Sonne usw. Sie erinnert an Sonntagsausflüge in den Park mit der
Picknick im Freien, 2000

Picknickdecke zum Ausleihen
Stoff, Isolierfolie, Rollwagen, Haltegurte
Kunstbüro Hasenbergl, München

Eine pinkrote, zusammengefaltete Riesen-Picknickde-
cke kann im Galerieraum auf einem Rollwagen ent-
liehen werden für ein Picknick in der Umgebung. Ein
bereits vor Ausstellungsbeginn verteiltes Flugblatt in-
formiert alle BewohnerInnen im Viertel darüber.
Über die Nutzung als Picknickdecke hinaus gibt es wei-
tere Funktionen: Die pinkfarbene Form wird zum Sig-
nalpunkt in der Landschaft und markiert aus der Vogel-
perspektive den Standort der Picknicker. Die silberne
Rückseite der Decke kann benutzt werden, um durch
die Reflektion der Sonne Piloten zu blenden oder Licht-
signale ins Weltall senden.
Space is the place, 2000

Video und Performance
Bert Theis Projektraum, Akademie der
Bildenden Künste, München

Durch einen Türspion kann man das Vi-
deo einer Weltraummission sehen, die
sich über einen ganzen Tag zieht. Mor-
gens startet die Rakete, tagsüber schwebt
sie durchs Weltall, abends steigt ein As-
tronaut aus und driftet in der Schwere-
losigkeit auf einen Satelliten zu. Diese
Videosequenz en sind gesampelt aus
verschiedenen Science Fiction Filmen.
Sie werden am Abend abgelöst von einer
Live-Performance, bei der ich im Luftbal-
lonkostüm vor einem Sternenvorhang
zu Space-Musik eine schwerelose Bewe-
gung simuliere. Durch den Türspion ver-
zerrt, funktioniert die Täuschung verblüf-
fend echt.
Vibration, 1999

Soundinstallation
Bass-Shaker, Holz-Telefonzelle
„Schöpfung“, Diözesanmuseum Freising

Eine hölzerne schallisolierte Telefonzelle
im Design der 70er Jahre wird modifi-
ziert: Es werden spezielle Lautsprecher,
sog. Bass-Shaker im Inneren der Doppel-
wände installiert, die die Innenwand als
erweiterte Membran benutzen. Betritt
der Betracher die Telefonzelle, löst er eine
Lichtschranke aus: Ein sehr tiefer, bassig
donnernder Sound versetzt das Zellenin-
nere in Vibration und erzeugt eine phy-
sische Wirkung. Der Sound basiert auf ei-
nem tiefergepitchten Text über Vibration.
Verlässt man die Telefonzelle stoppt der
Sound unvermittelt.
Vakuumblumen, 1998
4-Kanal-Sound-Installation
Lautsprecher, Kabel, Luftballons, 4 Audio-CDs
„Nichts von mir berührt mehr einander“, Galerie Thor
Zimmermann, Köln
Sound zusammen mit Volker Rommel

In einem kleinen Raum hängen 96 Luftballons raumfül-
lend in Kopfhöhe von der Decke. Im Inneren der Ballons
befinden sich kleine Breitbandlautsprecher aus denen
Bienensummen ertönt. Das Summen versetzt die Bal-
lonhülle in leichte Vibration. Während der Ausstellung
schrumpfen die Ballons langsam und hängen am Ende
wie verdorrte Blumen von der Decke
Der summende Sound wurde computerbearbeitet, so
daß sich durch Klangaddition eine breite Fläche von
vielen Bienen im ganzen Raum verteilt, die wiederum
unterbrochen wird von einzelnen „Solobienen“, rhyth-
mischen Loops, tiefem Brummen oder elektronischen
Störgeräuschen von verschiedenen Punkten des Rau-
mes. Um diese dreidimensionale Raum-wirkung zu er-
zielen, läuft der Sound gleichzeitig über 16 Kanäle.
Bienenfütterung, 1997

Installation im Außenraum
Glas, Metall, Honig, Bienen
Akademie der Bildenden Künste, München

Im Garten der Akademie werden zwölf gläserne Fut-
terballons, die normalerweise zur Winterfütterung der
Bienen benutzt werden, auf brusthohe Eisenstangen
montiert, die im Boden verankert sind. Die einzelnen
Stangen sind ungefähr 1,50 m voneinander entfernt.
Die Glasballons werden mit einer Mischung aus Honig
und Zuckerwasser gefüllt und locken so die Bienen an.
Im Lauf der Zeit werden die Futterflaschen von den
Bienentrauben geleert.

				
DOCUMENT INFO