ARTIKEL „MYTHS & MISCONCEPTIONS ABOUT CHRONIC CONSTIPATION” IM AMERICAN JOURNAL OF GASTROENTEROLOGY HINTERGRUNDINFORMATIONEN FÜR DIE MEDIEN
Autoren
Der Artikel „Myths and Misconceptions About Chronic Constipation” wurde von führenden, international anerkannten Gastroenterologen unabhängig konzipiert und verfasst.
Professor Stefan Müller-Lissner, Humboldt Universität, Berlin, Deutschland Professor Michael Kamm, St. Mark’s Hospital, Harrow, Grosbritannien Professor Carmelo Scarpignato, Universität Parma, Italien Professor Arnold Wald, University of Pittsburgh, USA
Zielsetzung
Prüfung der Glaubwürdigkeit vieler Annahmen in Bezug auf Obstipation, die keine nachweisbare Grundlage haben.
Ergebnisse1
1. Ursachen der Obstipation 2. Verwendung von Laxantien
1. URSACHEN DER OBSTIPATION
Thema Diät FIKTION: frühere Annahme(n) Eine an Ballaststoffen arme Diät kann zu Obstipation führen Obstipation kann behandelt werden durch: Erhöhung des Ballaststoffanteils in der Nahrung Ballaststoff-Supplemente Flüssigkeitsaufnahme Eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme kann Obstipation lindern TATSACHE: Schlussfolgerung(en) des Artikels
Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass eine ballaststoffarme Diät zu einer chronischen Obstipation führt Manchen Patienten kann durch eine ballaststoffreiche Diät geholfen werden, bei vielen Patienten mit schwerer Obstipation ist jedoch eine Zustandsverschlechterung die Folge Es gibt keine Nachweise, dass eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme eine obstipationslindernde Wirkung hat Obstipation kann nur dann durch erhöhte Flüssigkeitsaufnahme gelindert werden, wenn gleichzeitig ein schwerer Dehydrierungszustand vorliegt
Thema Körperliche Aktivität
FIKTION: frühere Annahme(n) Ein körperlich inaktiver Lebensstil trägt zu Obstipation bei
TATSACHE: Schlussfolgerung(en) des Artikels
Obstipation kann behandelt werden durch: erhöhte körperliche Aktivität
Die Darmfunktionen weisen zu einem gewissem Grad eine Korrelation mit körperlicher Aktivität auf, insbesondere bei älteren Menschen, andere Kofaktoren sind jedoch wichtig - Diät - Persönlichkeit - kognitive Funktion - andere Arzneimittel - Intervention Erhöhte körperliche Aktivität - führt wahrscheinlich nicht zu einer Verbesserung der Darmfunktion bei jungen Patienten mit schwerer Obstipation - kann älteren Menschen als Teil eines breiteren Rehabilitationsprogramms helfen
2. VERWENDUNG VON LAXANTIEN
Thema Kolonschäden Wichtige frühere Annahme(n) Einsatz von Laxantien kann zu Kolonschäden führen Schlussfolgerung des Artikels
Nachweise, die diese Annahme untermauern würden, liegen kaum vor, dagegen wurden gegenteilige Nachweise von vielen gut durchgeführten Studien geliefert. Es ist daher unwahrscheinlich, dass Kontaktlaxantien bei den empfohlenen Dosen zu Darmschäden führen Es liegen keine Nachweise dafür vor, dass Laxantien als unabhängiger Risikofaktor für kolorektalen Krebs zu werten sind Obstipation selbst wird mit abdominalen Komplikationen assoziiert, die kausale Rolle der Laxantien ist daher nur schwer zu etablieren Laxantien können Elektrolytstörungen oder abdominale Symptome verursachen, sie lassen sich jedoch durch geeignete Arzneimittel und Dosisauswahl minimieren
Risiko von kolorektalem Krebs
Laxantien erhöhen das Risiko der Entwicklung von kolorektalem Krebs
Elektrolytstörung & abdominale Symptome
Laxantien können zu Elektrolytstörungen oder abdominalen Symptomen im Darm führen
Thema Toleranz
Wichtige frühere Annahme(n) Mit der Einnahme von Laxantien sind Toleranzprobleme verbunden
Schlussfolgerung des Artikels
Bei den meisten Verwendern von Laxantien treten keine Toleranzprobleme auf Die Entwicklung eines gewissen Toleranzniveaus kann bei der schwerwiegendsten Patientengruppe, bei denen sich andere Arten von Abführmitteln als uneffektiv erwiesen haben, auftreten Mit der Verwendung von Laxantien ist kein Abhängigkeitspotential verbunden, auch wenn sie von psychiatrischen Patienten missbraucht werden können Es gibt keine Anzeichen dafür, dass nach dem Absetzen von Abführmitteln Rebound-Phänomene auftreten
Abhängigkeit
Patienten können eine Laxantienabhängigkeit entwickeln
Rebound-Phänomene bei Obstipation
Laxantien führen zu einer körperlichen Abhängigkeit und das Absetzen des Abführmittels kann zu einem ReboundPhänomen führen
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Hr. Dr. med. Walter Kaiser Dr. Schlegel Healthworld AG Sennweidstrasse 46 6312 Steinhausen Tel. 041 748 76 05 Fax 041 748 76 11 w.kaiser@schlegelhealth.ch Hr. Erich Fischer, PM Consumer Health Care Boehringer Ingelheim (Schweiz) GmbH Dufourstrasse 54, Postfach 4002 Basel Tel. 061 295 25 50 Fax 61 295 25 37 erich.fischer@bas.boehringer-ingelheim.com
Literatur 1. Müller-Lissner SA, Kamm MA, Scarpignato C, Wald A. Myths and Misconceptions About Chronic Constipation. American Journal of Gastroenterology 2005; www.amjgastro.com