Tourismus und Freizeitwirtschaft Der Tourismus und die by variablepitch344

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									Tourismus und Freizeitwirtschaft
Der Tourismus und die Freizeitwirtschaft sowie die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbranchen sind in vielen Teilregionen des Programmgebietes ein überaus bedeutsamer Wirtschaftsfaktor, wobei allerdings die Struktur der Tourismuswirtschaft und die Entwicklung im Grenzraum sehr heterogen sind.
Tabelle 4: Nächtigungsintensität 2004 Nächtigungen/EW Oberösterreich Salzburg Tirol Vorarlberg Österreich Programmregion Oberbayern Programmregion Niederbayern Programmregion Schwaben Programmregion Bayern Bayern insgesamt 4,66 43,15 61,17 21,88 14,47 5,57 10,75 14,85 11,84 11,09

Folgende Unterschiede lassen sich in der Programmregion festmachen:
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Hoch konzentrierte Tourismusgebiete stehen weniger stark tourismusorientierten Regionen gegenüber, dies wirkt sich insbesondere auf die Arbeitsmarktsituation von Frauen in diesen Regionen aus. Regionale Qualitätsunterschiede im Angebot Zielgruppenvielfalt (In- und Ausländersegmente, Jung und Alt, Familien, Alleinerziehende, Frauen...) Unterschiedliche Organisationsformen Kleinteilige Vermarktungsstrategien Konkurrenzsituationen von Standorten und Regionen

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Auf die Bundesländer Tirol, Vorarlberg und Salzburg entfallen rd. 73 Millionen oder 61% aller Nächtigungen Österreichs, in der Grenzregion liegen die tourismusintensivsten Gemeinden und Regionen. Anders liegt die Situation in weiten Teilen des bayerischen Grenzraums, wo es hinsichtlich der Konzentration des Tourismus stärkere Unterscheide gibt. Oberbayern, mit dem Schwerpunkten im Alpen- und Voralpengebiet, ist mit rd. 28 Millionen Gästeübernachtungen das größte Tourismusgebiet sowohl Bayerns (38%) als auch Deutschlands. Die nächtigungsintensivsten Regionen in der bayerischen Programmregion sind die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Berchtesgadener Land, Passau, Regen, Freyung-Grafenau sowie das Oberallgäu. Die Schwerpunkte des Angebotes im Grenzraum sind vielfältig und reichen von Erholungs- und Sporttourismus über Kultur- und Städtetourismus bis zu Wellness. Über neue touristische Angebote (Leitbetriebe, neue Ausrichtung) konnten einige Regionen / Standorte in den letzten Jahren auch zusätzliche / neue Zielgruppen ansprechen (z.B. Innviertel, Paznauntal, Wellness-Regionen Bayern).

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Was die Nächtigungsentwicklung betrifft, so kann über die gesamte Programmregion keine einheitliche Aussage getroffen werden, zu unterschiedlich sind die jeweiligen Ausgangssituationen, die Abhängigkeit von bestimmten Märkten und das Niveau bzw. die Entwicklung des Angebotes. Folgende Trends lassen sich jedoch auch für die Programmregion zusammenfassen: In Abhängigkeit von den Veränderungen in den internationalen touristischen Nachfragetrends sowie aktuellen politischen, ökonomischen sowie klimatischen Besonderheiten zeigen sich in der Region folgende Entwicklungsmuster:
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Positive Nächtigungsentwicklungen werden vor allem in Regionen erzielt, die ein sehr breites Angebotsspektrum (z.B. Sport-, Erlebnistourismus) und / oder ein sehr spezialisiertes Angebot (z.B. Wellness, Kultur) aufweisen. Je höher die Qualität des Angebotes, desto dynamischer ist auch die touristische Entwicklung; in jenen Regionen, wo eine Qualitätsverbesserung des Beherbergungs- und Gaststättenangebots stattgefunden hat, konnten auch die Nächtigungszahlen ausgeweitet werden. Neue Zielgruppen (Familien, Senioren, Jugendliche, Kurzurlaube) oder neue Märkte (z.B. neue EU-Mitgliedsländer) tragen zur Stabilisierung bzw. zur Neuorientierung (auch von traditionellen Tourismusregionen) bei. (Spezialisierte) Leitbetriebe und / oder national bzw. international bedeutsame Veranstaltungen / Aktivitäten (z.B. Landesausstellungen, Kulturhauptstadt, Festivals) als Impulsgeber auch in wenig entwickelten Regionen.

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Das Tourismus- und Freizeitangebot spielt aber nicht nur im Zusammenhang mit Nächtigungszahlen eine große Rolle, es trägt auch zur Standort- und Lebensqualität in der Region bei. Das breite Freizeitangebot (Kultur, Sport, Erlebnis, Gesundheit, etc.) kommt nicht nur den Gästen, sondern auch der ansässigen Bevölkerung zugute und wird auch über die Grenzen hinweg zunehmend genutzt. Besonders hinzuweisen ist in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Frauen einerseits als qualifizierte Arbeitskräfte für die Freizeitwirtschaft, andererseits stellen sie auf der Nachfrageseite ein wichtiges spezifisches Kundinnensegment dar.

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