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					Universität Zürich
Institut für Parasitologie
Winterthurerstrasse 266a CH- 8057 Zürich Tel. +41 1 635 85 01 Fax +41 1 635 89 07 parasito@unizh.ch www.paras.unizh.ch

Tierärztliche Reise- und Tropenmedizin: Empfehlungen für den Hund aus parasitologischer Sicht
(modifiziert nach Deplazes, SUISSE VET 15 (1998) Nr. 12, 25-29) Mai 2002

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Tierärztliche Reise- und Tropenmedizin: Empfehlungen für den Hund aus parasitologischer Sicht
(modifiziert nach Deplazes, SUISSE VET 15 (1998) Nr. 12, 25-29) 1. Einleitung Die erhöhte Mobilität der Bevölkerung sowie Zweit- und Ferienwohnsitze, besonders im Mittelmeerraum, wie auch die starke emotional Bindung des Menschen zu seinem treuen Weggefährten sind Gründe, warum besonders Hunde aus unseren Breitengraden exotischen Infektionen ausgesetzt sind. Zudem werden Hunde (Findelhunde oder Hunde aus Heimen) aus Südeuropa, Osteuropa und Nordafrika aus Gründen protektiver Tierliebe (z.T. organisiert durch Tierschutzorganisationen) vermehrt nach Mittel- und Nordeuropa importiert, wo sie oft gratis oder sehr billig mit unzureichenden Angaben über ihre Herkunft an Privatpersonen abgegeben werden. 2. Die Endemiegebiete Die Verbreitung der meisten Erreger ist nur lückenhaft dokumentiert. Zusätzlich trägt das fokal unterschiedliche Auftreten der Erreger dazu bei, dass nur generelle Angaben über die Infektionsgefahr in einem Gebiet gemacht werden können (Tabelle 1). 3. Zur Biologie der Erregerübertragung Mit Ausnahme der Echinococcose handelt es sich bei allen besprochenen Protozooen (einschliesslich Ehrlichia) und Helminthen um Erreger, die durch Arthropoden übertragen werden. Daher ist die Biologie dieser Erreger streng an die Biologie ihrer Vektoren gekoppelt. Eine Ausbreitung dieser Parasitosen ist jedoch nicht nur vom Vorkommen der Vektoren, sondern auch von den durchschnittlichen, mittleren Tagestemperaturen in einem Gebiet abhängig. Zum Beispiel reichen die mittleren Temperaturen in den Sommermonaten in verschiedenen Teilen des Tessins aus, um eine autochthone Übertragung von Dirofilarien zu gewährleisten. Tatsächlich wurde im Tessin vereinzelt Dirofilariose bei Hunden gefunden, und in einigen Fällen wurden autochthone Infektionen vermutet. Deshalb besteht die Gefahr, dass sich das Endemiegebiet von Norditalien in das Südtessin ausbreiten könnte. Nördlich der Alpen allerdings ist eine Ausbreitung der Dirofilariose noch kein Thema. Daten aus Nordamerika dokumentieren jedoch die langsame Ausbreitung von D. immitis vom Süden der USA bis nach Kanada, wobei vermutet wird, dass der Parasit und der Vektor sich an die kälteren Temperaturen langsam adaptiert haben. Das autochthone Vorkommen von Babesia canis in der Schweiz und Deutschland gilt als gesichert. Aus Informationen aus der Praxis ist bekannt, dass die Anzahl von Fällen von Babesiose zum Beispiel in der Stadt Genf stark zugenommen hat. , wurde auch über einen kleinen Ausbruch von autochthoner Babesiose bei Hunden im Tessin wurde berichtet. Die Überträgerzecken - Dermacentor reticulatus in der Westschweiz und Rhipicephalus sanguineus im Tessin sind weit verbreitet. Die vektorielle Übertragung von Leishmania infantum in der Schweiz ist wenig wahrscheinlich und über die Biologie und Übertragung von Hepatozoon canis in Europa ist nur wenig bekannt. Echinococcose: In der Schweiz kommt der sogenannte „Rinderstamm“ von Echinococcus granulosus nur noch sehr selten autochthon vor. Die schweizerische Schafpopulation ist frei vom sogenannten „Schafstamm“ von E. granulosus. Da die epidemiologischen und biologischen Voraussetzungen für die Verbreitung des „Schafstammes“ in

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der Schweiz durchaus gegeben sind und dieser Stamm von E. granulosus ein besonders grosses zoonotisches Potential aufweist, sollte eine Einschleppung dieser Parasitose aus dem Mittelmeerraum durch eine anthelminthische Behandlung importierter Hunde vermieden werden. Eine direkt vom Hund ausgehende Infektionsgefahr für den Menschen besteht bezüglich der importierten Zoonosen nur bei Hunden mit E. granulosus-Infektionen (Tabelle 1). Die direkte Übertragung (nicht über Zecken oder Insekten) der besprochenen Reiseerkrankungen von Hund zu Hund oder auf andere Tiere ist unwahrscheinlich. 4. Reisemedizinische Empfehlungen für Hunde 4.1. Tierärztliche Untersuchung nach Kurzaufenthalt in Endemiegebieten Für Kontrolluntersuchungen nach Kurzaufenthalten in potentiellen Endemiegebieten sollten bei „gesunden“ Hunden folgende Punkte berücksichtigt werden: Anamnestische Angaben: • Wurde eine Prophylaxe durchgeführt? • Aufenthaltsort, städtische oder ländliche Gegend? • Zeigte der Hund während des Aufenthaltes Krankheitssymptome? • Wurde Zeckenbefall beobachtet? • Besteht Zeckenbefall? Wenn ja, Zecken sofort entfernen und eventuell bestimmen lassen! • Wurden rohes Fleisch oder Schlachtabfälle gefüttert? Wenn nach der klinischen Untersuchung (Haematologie/Blutchemie) keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Parasitose gefunden werden, erübrigen sich sofortige Massnahmen. Wichtig: Die Inkubationszeit der verschiedenen Parasitosen schwankt zwischen einigen Tagen und Jahren (siehe Tabelle 2); für den Ausschluss einer Dirofilariose oder Leishmaniose muss daher eine Zweituntersuchung nach ca. 6-8 Monaten (vorausgesetzt, dass vorher keine Krankheitserscheinungen in Erscheinung treten) vereinbart werden (Konkretes zur Diagnostik siehe Tabelle 2). 4.2. Vorgehen bei importierten Findelhunden Anamnestische Angaben: • Auffindungsort im Endemiegebiet? • Wurde das Tier einzeln durch den neuen Halter oder durch eine Organisation importiert mit dem Zweck, die Tiere weiter zu plazieren? • Impfausweis kritisch beurteilen! (Bestätigungen über Parasitenstatus sind nicht immer zuverlässig!) • Besteht Zeckenbefall? Wenn ja, Zecken sofort entfernen und eventuell bestimmen lassen! Wichtig ist die Aufklärung der neuen Tierhalter, weil sich gewisse Infektionen, zum Beispiel die Leishmaniose, erst nach Jahren manifestieren werden und die Behandlungen langwierig und teuer sein können. Parasitologische Untersuchungen (Diagnostik und Material siehe Tabelle 2):

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• Parasitologische Kotuntersuchung, eventuell sofort auch gegen Bandwürmer wirksame anthelminthische Behandlung anordnen (Achtung: Bei möglicher Infektion mit E. granulosus muss der Kot bis 3 Tage nach Behandlung von den Besitzern sorgfältig entsorgt werden). • Blutuntersuchung: Blutausstriche (auf Babesien, Hepatozoon, Microfilarien und Trypanosomen untersuchen). • Serologie auf Leishmania-Infektionen und Dirofilariose, da bei beiden Parasitosen auch asymptomatische Infektionen vorliegen können. 4.3. Prophylaxe bei Hunden mit Aufenthalt im Mittelmeerraum, Tropen und Subtropen In Tabelle 3 sind die wichtigsten prophylaktischen Möglichkeiten zusammengefasst. • Dirofilariose: Die sehr einfach zu verabreichende, risikolose und hochwirksame Dirofilaria-Prophylaxe kann immer empfohlen werden (eine bestehende DirofilariaInfektion sollte jedoch vorher ausgeschlossen werden wenn Heartgard® oder Interceptor® eingesetzt werden. Interceptor® und Stronghold® schützen zusätzlich auch gegen intestinale Nematoden-Infektionen (Achtung, nicht gegen Bandwürmer!). • Babesiose: Die Pirodog®-Impfung schützt vor schweren klinischen Erkrankungen, jedoch nicht sicher vor Infektionen (wir beobachteten verschiedentlich klinische Babesiosen auch bei geimpften Tieren). Die Impfung ist nicht gegen alle B. canisStämme gleich wirksam. Zeitfaktor für Grundimmunisierung unbedingt berücksichtigen: Wirkung tritt erst 1-2 Wochen nach Booster auf! Chemoprophylaxe: Imidocarb: Imizol® und Carbesia®. Die Schutzwirkung beträgt 2 - 6 Wochen bei einer Dosierung von 2.4 - 6 mg/kg Kgw. Tetrazykline (Doxycyclin): Nach täglicher Gabe von 20 mg/kg Kgw p.o. traten keine klinischen Symptome der Babesiose nach Infektion mit einem europäischen Isolat auf. Prophylaxe gegen Zeckenbefall: siehe unten und Tabelle 3. • Leishmaniose: Eine praxisreife Impfung steht momentan nicht zur Verfügung! Ein mit Pyrethroiden (Deltamethrin) imprägniertes Halsband (Scalibor®) schützte Hunde während Monaten vor Mückenstichen (96% Reduktion). Diese neue Möglichkeit ist daher als Prophylaxe empfehlenswert. • Prophylaxe gegen Zeckenbefall: Applikation von Akarizid-Spray oder Puder, Spoton Applikation von Akariziden und Anlegen von Akarizid-Halsbändern. Nicht alle Halsbänder, die zur Flohbekämpfung eingesetzt werden, haben eine ausreichende Wirksamkeit gegen Zecken! Achtung die meisten Präparate mit guter Wirksamkeit gegen Zecken sind nicht für Katzen geeignet (Präparate siehe Tabelle 3).

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Tabelle 1: Importierte Parasitosen des Hundes: Verbreitung, Übertragung und Ansteckungsgefahr für Tiere und Menschen
Erkrankung (Erreger) Babesiose (Babesia canis) Endemiegebiete (Europa, Nordafrika) CH: Jura und Tessin, bis in den Norden Frankreichs, fokal in Deutschland und Ungarn und im ganzen Mittelmeerraum Mittelmeerraum (Portugal, Italien, Frankreich Griechenland, gehäuft in Nordafrika) Übertragung Blutmahlzeit der Zecken: Rhipicephalus sanguineus, Dermacentor reticulatus, Bei Verzehr von infizierten Zecken: Rhipicephalus sanguineus, Ixodes hexagonus Blutmahlzeit der Schmetterlingsmücken (Phlebotomus-Arten). Entwicklung der Erreger in der Mücke ist nördlich der Alpen nicht wahrscheinlich. Vektorielle Übertragung bei Blutmahlzeit durch Stechmücken (Culex, Aedes, Anopheles) CH: Übertragung nördlich der Alpen noch nicht beobachtet Vektorielle Übertragung wie bei D. immitis Endwirte (EW):Verzehr von finnenhaltigen Innereien (z.B. Leber von Schafen und Schweinen) Zwischenwirte: p.o. Aufnahme von Eiern aus dem Kot der EW. • • • • • • • • • • • • Infektionsgefahr für Menschen und Tiere Sehr selten Zoonose Zecken (R. sanguineus) können in Räumen über Monate für andere Hunde infektiös bleiben Keine Zoonose Zecken (R. sanguineus) können in Räumen über Monate für andere Hunde infektiös bleiben Zoonose im Endemiegebiet, besonders bei Immungeschwächten! Direkte Übertragung von Tier zu Tier oder auf den Menschen wenig wahrscheinlich, iatrogene Infektion z.B. mit gebrauchter Nadel denkbar! Zoonose, meistens asymptomatische Herde in der Lunge Nur vektorielle Übertragung von Tier zu Tier oder auf den Menschen möglich Zoonose, Augenfilariose, subkutane Knoten, Nur vektorielle Übertragung möglich Zoonose: Zystische Echinokokkose Infektionsgefahr für Schafe und andere Herbivoren und Omnivoren

Hepatozoonose (Hepatozoon canis) Leishmaniose (Leishmania infantum)

im Mittelmeerraum bis zum 45. nördl. Breitengrad (Höhe Turin Bordeaux, ausnahmsweise auch nördlicher) und Küstengebiete Nordafrikas. CH: Erste Einzelfälle im Tessin! Dirofilariose Im ganzen Mittelmeerraum mit (HerzwurmHochendemiegebieten in Nordkrankheit) italien und Toskana. In Frank(Dirofilaria reich bis nördlich von Paris. immitis) Hautfilariose (Di- Mit verschiedener Prävalenz wie bei D. immitis rofilaria repens) Echinococcose Süditalien, Portugal, Griechenland, Albanien, Türkei, Zypern, (Echinococcus Nordafrika granulosus, Schafstamm)

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Tabelle 2: Klinik und Diagnostik importierter Parasitosen des Hundes
Erkrankung (Erreger) Babesiose (Babesia canis) Klinik Perakute oder akute Infektion: Ab 7.-21. Tag p.i. Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Anaemie, Ikterus, Haemoglobulinurie: „Notfall“ Chronische Infektion: Geschwächte, abgemagerte Tiere mit intermittierendem Fieber, Apathie und Anaemie während Monaten. Akute Infektion: Fieber, Lymphadenopathie, Anorexie, gefolgt von Myositis Chronische Infektion: Intermittierendes Fieber, Lymphadenopathie, Anämie, Durchfall, Erbrechen, Hyperästhesie, Muskelschmerzen und muskuläre Nacken- und Rumpfversteifung, periostale Knochenproliferation. Monate bis Jahre asymptomatisch Symptomatik beginnend mit Lymphadenopathie und Hautveränderungen an Ohrrändern, Nasenspiegel und Augen (Brillenbildung) Chronische Infektion: Progredienter Verlauf mit reduzierter Belastbarkeit, Gewichtsverlust, Lymphadenopathie, schuppigen nicht juckenden Hautveränderungen, Augenveränderungen, Niereninsuffizienz. Diagnostik ab 5. Tag während akuter Phase: Kapillarblutausstrich (GiemsaFärbung) ab 10.-12. Tag: Serologie (IFAT) ist sensitiv und gattungsspezifisch, nur selten gelingt der Erregernachweis Erste Wochen: Histologischer Nachweis von Schizonten in Muskeln (selten) Erregernachweis: Gamonten in Granulozyten im Blutausstrich (GiemsaFärbung, Diff-Quick) nach Anreicherung (Sensitivität ?) Serologie: (Sensitivität 50%-70% bei asymptomatischen Fällen, 97% ->99% bei klinischen Fällen). Erregernachweis: in Lymphknotenpunktat und Knochenmarksaspirat mit in vitro-Kultivierung oder PCR (Sensitivität ca. 90%). Die Sensitivität des mikroskopischen Nachweises ist erniedrigt, Nachweis aus dem Blut gelingt sehr selten. Serologie:IFAT (im Blut selten mikroskopisch nachweisbar) Material Kapillarblut-Ausstrich und 1-2 ml EDTA-Blut 1 ml Serum oder Plasma

Hepatozoonose (Hepatozoon canis)

Muskelbiopsie

4 ml EDTA-Blut

Leishmaniose (Leishmania infantum)

Serologie: 1 ml Serum oder Plasma Erregernachweis: Lymphknotenpunktat oder Knochenmarksaspirat in steriler physiol. Lösung, besser jedoch in Kulturmedium 1 ml Serum

Ehrlichiose (Ehrlichia canis, Ricketsien)

Subklinischer Befall über Jahre möglich, akute Phase bis 2-4 Wochen p.i. meistens mild verlaufend. Chronoische Infektion: Apathie, Gewichtsverlust, blasse Schleimhäute, subkutane Ödeme, spontane Blutungen (Nasenbluten) bedingt durch Thrombozytopenie.

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Tabelle 2 (Fortsetzung): Klinik und Diagnostik importierter Parasitosen des Hundes
Erkrankung (Erreger) Dirofilariose (Herzwurmkrankheit) (Dirofilaria immitis) Klinik Schwacher Befall asymptomatisch, Erste Manifetation 5-7 Monate p.i. beginnend, mit Leistungsabfall, Anstrengungsdyspnoe, Husten Chronische Erkrankung mit progredientem Verlauf: Gewichts- und Konditionsverlust, chronischer Husten, Tachykardie. „Cavasyndrom“: Tachypnoe, Haemoglobinurie, erhöhter Blutharnstoff u.a. Meistens asymptomatisch, selten knotige Hautverdickungen Diagnostik Mikrofilariennachweis ab dem 7. Monat p.i. im Difil-Test (Sensitivität ca. 70%, okkulte Infektionen möglich!), Artdiagnose mit saure PhosphataseFärbung Zirkulierende Antigene im Serum (ELISA) ab 5. Monat p.i. (Sensitivität ca. 90% bei > als 3 adulten Stadien Microfilariennachweis im Difil-Test ab dem 7. Monat p.i (Sensitivität ?) Artdiagnose mit saure PhosphataseFärbung Eier nicht von Taenia-Eiern unterscheidbar. Nachweis von Koproantigen im ELISA ab dem 15. Tag p.i. (Spezifität 98% für Gattung, Sensitivität bei > 20 Würmern ca. 80-90%) Material 2-4 ml EDTA-Blut

1 ml Serum oder Plasma

Hautfilariose (Dirofilaria repens) Echinococcose (Echinococcus granulosus)

2-4 ml EDTA-Blut

Asymptomatisch, Präpatenz ca. 30 Tage, Lebensdauer intestinaler Stadien ca. 1 Jahr

4 g frischer oder bei -20°C gefrorener, unfixierter Kot

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Tabelle. 3: Prophylaxe bei Hunden für Reisen in den Mittelmeerraum (bei anderen Destinationen vorher epidemiologische Situation abklären)
Möglichkeiten der Prophylaxe • Impfprophylaxe (Pirodog ) Erste Impfung 4-5 Wochen, Wiederholung eine Woche vor Reisebeginn. Impfschutz vor klinischer Erkrankung ca. 6-12 Monate, danach Booster empfohlen. • Chemoprophylaxe: Imidocarb (Imizol®, Carbesia®) 1 x 2,4-6.0 mg/kg Kgw. s.c. Verabreicherung bei Reiseantritt. Schutzwirkung ca. 2-6 Wochen. Tetrazykline (Doxycyclin): tägliche Gabe von 20 mg/kg Kgw p.o. • Prophylaxe gegen Zecken (siehe unten) Dirofilariose • Chemoprophylaxe: Ivermectin (Heartgard®), Milbemycin (Interceptor®, Program plus®), Selamectin (Stronghold®) Für alle gilt: Erste Applikation innerhalb von 30 Tagen nach Einreise in ein Endemiegebiet, alle 30 Tage während Mückenexposition, letzte Applikation 30 Tage nach letzter Exposition. (Nur Stronghold® ist in der Schweiz im Handel) Leishmaniose • Repellentien gegen Insekten vermindert das Infektionsrisiko. Scalibor-Halsband® (Deltamethrin) reduziert Phlebotomen-Exposition und vermindert daher Leishmania-Übertragung. • Meiden von Endemiegebieten (Risikoabschätzung bei Kurzaufenthalten!) Ehrlichiose • Prophylaxe gegen Zecken (siehe unten) Echinococcose • keine rohen Innereien füttern • alle 4 Wochen Praziquantel (Droncit®, Caniquantel®) verabreichen Intestinale Nematoden • Dirofilaria-Prophylaxe mit schützt auch gegen intestinale Nematoden Auswahl: Akarizid-Halsbänder mit Wirkung auf Zecken (nach Firmenangaben) Zecken: (auch Prophylaxe gegen Ba- • Parasitex® Wirkung gegen Zecken ca. 5 Monate besiose und Ehrlichiose und • Preventic® Wirkung gegen Zecken ca. 4 Monate ev. Hepatozoonose) • Scalibor® Wirkung gegen Zecken ca. 5-6 Monate Spot-on mit: • Permethrin: EXspot® spot-on. Wirkung gegen Zecken ca. 3-4 Wochen ® • Fipronil: Frontline spot-on. Wirkung gegen Zecken ca. 1 Monat.
®

Parasitose Babesiose

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Tabelle 4: Behandlung parasitärer Reiseerkrankungen des Hundes Parasitose
Babesiose Leishmaniose

Auswahl von Chemotherapeutika
• Imidocarb Diproprionat: Imizol®,Carbesia® 1 x 3-6 mg/kg Kgw. s.c. ev. nach 14 Tagen wiederholen. • Phenamidin:Oxopirvedine® 1x15 mg/kg Kgw. s.c. Wiederholung nach 48h bei persistierender Symptomatik. • Erste Wahl: Allopurinol: Allopur®, Allopurinol-retard®, Zyloric® in einer Dosierung von 1 x täglich 20 mg/Kg Kgw. für Monate bis Jahre. • Zweite Wahl: N-Methylglucaminantimonat: Glucantime® 1. und 2. Tag: 100 mg /kg Kgw. s.c. oder langsam i.v. 3. bis 10. Tag: 200-300 mg/ kg Kgw. s.c. oder langsam i.v. 11.bis 20.Tag: Therapiefreies Intervall von 10 Tagen 21.bis 30. Tag: Wiederholung der Therapie wie an Tagen 3-10. oder die gleichen Dosen von Glucantime® 20mal im Abstand von 2 Tagen s.c. verabreichen. • Dritte Wahl: Stibogluconat-Natrium: Pentostam® 10-20 mg/kg Kgw. 1 x täglich während 10 Tagen streng i.v. Behandlung in Intervallen von 10 Tagen einmal bis mehrfach wiederholen Mit allen erwähnten Präparaten gelingt eine Elimination der Infektion nicht. • Imidocarb Diproprionat: Carbesia® 5 - 10 mg/kg Kgw. s.c. alle 14 Tage in Kombination mit Trimethroprim-Sulfadiazin, Pyrimethamine und Clindamycin. Eine Elimination der Infektion wurde bisher nicht erreicht. Gegen adulte und 5. Stadien: Melarsamin: Immiticide®, tief i.m. (1) Subklinische Form: 2.2 mg/kg Kgw. 2 x im Abstand von 3 h; (2) Milde Form: 2.5 mg/kg Kgw. 2 x im Abstand von 24 h, zusätzlich Aspirin für 2 Wochen (3) Schwere Form: Symptomatische Vorbehandlung, dann 2.5 mg/kg Kgw. unterstützt von symptomatischer Therapie, ca. 2 Monate später wie bei 2) vorgehen (Lit: Vezzoni et al., 1993). ® Gegen Mikrofilarien : Selamectin: Stronghold • Praziquantel: Droncit®, Caniquantel®, p.o. 5 mg/kg Kgw. (bei nachgewiesener Infektion aus Sicherheitsgründen nach 24 Tagen wiederholen. Achtung Infektionsgefahr, 3 Tage nach Therapie ausgeschiedenen Kot entsorgen.

Hepatozoonose Dirofilariose

Echinococcose


				
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