In der Massenpsychologie (Gustave le Bon „Psychologie der Massen by hijuney9

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									Masse

In der Massenpsychologie (Gustave le Bon „Psychologie der Massen“ (1895), Sigmund Freud „Mas-
senpsychologie und Ich-Analyse“ (1921), José Ortega y Gasset „Der Aufstand der Massen“ (dt. 1930),
Siegfried Krakauer „Das Ornament der Masse“ (1927), Hermann Broch „Massenpsychologie“ 1959)
wird der Mensch einerseits als Sozialwesen begriffen, dies ist er allerdings immer als Einzelner / Indi-
viduum. Die Massenpsychologie beschäftigt sich mit dem Oszillieren des Menschen zwischen Sozial-
bindung und Sozialdistanz. Sie stellt sich die Frage: Was passiert, wenn die Sozialbindung Überhand
nimmt?


Elias Canetti „Masse und Macht“ (1960):


In der Masse wird die Distanz aufgehoben (Befreiung von den „Distanzlasten“), in der Masse sind
plötzlich alle gleich (Homogenität), das Loswerden von Verschiedenheit wird als Erleichterung erlebt
(„innerhalb der Masse herrscht Gleichheit“), allerdings ist dieser Anschein von Gleichheit nur ein vorü-
bergehendes, illusionäres Gefühl. „Die Masse will immer wachsen“. Die Masse besteht nur solange
sich keine ungleichen Ziele innerhalb der Masse herauskristallisieren, denn dies ist der Tod der Masse.
Massensymbole (zB Feuer) und Rituale hingegen steigern den Zusammenhalt der Masse.


Typen der Masse bei Canetti:
    a) Hetzmasse: ist kollektiv auf Tötung aus
    b) Fluchtmasse: findet sich durch ein gleiches Bedrohungsgefühl zusammen
    c) Verbotsmasse: zB Streik – allen Streikenden ist es verboten zu arbeiten
    d) Umkehrungsmasse: Revolte der Unterdrückten gegen die Unterdrücker
    e) Festmasse: entsteht durch einheitliches Lebensgefühl und das Ziel des gemeinsamen Feierns


Unter einer Massengesellschaft versteht man viele Menschen, die auf einem Haufen leben und ein
einheitliches Lebens- und Konsummuster aufweisen; zugleich herrscht in dieser Gesellschaft aber
große Anonymität.

								
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