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Das Gambling-Konto - Die Medizin

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Das Gambling-Konto - Die Medizin Powered By Docstoc
					Das Erfolgsrezept des Tradings ist … (u. wovon dieser Blog eigentlich handelt)
Sie haben www.daytrading.de wahrscheinlich gefunden, weil Sie Trader sind. Oder weil Sie einer werden wollen. In jedem Fall sind Sie aber börseninteressiert und suchen Investment- und Tradingmethoden abseits der ausgetretenen Pfade. Ich freue mich, Sie in der großen Welt des Tradings begrüßen zu dürfen. Als Trader sind Sie Ihr eigener Chef. Nun ja, nicht ganz. Denn im Endeffekt ist Ihr Kapital Ihr Arbeitgeber. Wenn Sie all Ihr Geld verlieren, dann sind Sie ein arbeitsloser Börsianer. Ohne Chips kann man eben nicht setzen. Doch die wenigsten Leute fühlen sich aufgrund der Verlustrisiken zum Trading hingezogen. Anfänger tragen mentale Scheuklappen. Sie blenden das Risiko aus und sehen dabei nur die Chance. Leider verlieren die meisten von Ihnen(80% 95%) Ihr Risikokapital innerhalb der ersten 24 Monate. Viele Börsianer erwarten, dass Sie mit ein paar wenigen Mausklicks reich werden. Man sieht sich Charts an und sieht wie manche Aktien innerhalb kurzer Zeit um mehrere hundert (oder gar tausend) Prozent gestiegen sind. Ach, wenn man damals nur einen kleinen Betrag riskiert hätte, tja dann, dann wäre man heute reich. Börse ist kein Spiel der Konjunktive - und niemand kann wirklich wissen, ob eine Aktie jetzt um 1000% steigt, oder um 100% fällt. Niemand kann die Zukunft vorhersehen. Weder ich, noch Sie, noch Ihr LieblingsBörsenbriefschreiber mit den ―geheimen Aktientipps‖. Ich hatte rund 3 Jahre erfolglos getraded, geglaubt dass es wichtig ist die Märkte zu prognostizieren. Ich habe mich mit allen Themen beschäftigt. Elliott-Wellen, Chartformation, Indikatoren, Candlesticks. Ich war immer auf der Suche nach dem Heiligen Gral, der Analysetechnik, die mir ausgezeichnete Einstiege vermitteln würde. Erst nach herben Verlusten und der Erkenntnis, dass ich die Märkte nicht dauerhaft erfolgreich prognostizieren kann, habe ich begriffen, dass Trading-Erfolg auf anderen Faktoren fußen muss. Denn immerhin gab es ja eine kleine Gruppe von Tradern, die konstant die Märkte besiegten. Es muss also einen Weg geben, um konstante Performance zu erzielen. Die Frage war nur: ―Wie?‖ Für die meisten ist Trading eine Geldvernichtungsmaschine. Sie verfolgen den falschen Ansatz. Die Meisten glauben, dass es wichtig ist zu wissen wo der DAX hinläuft, welcher Indikator am besten funktioniert, oder welche Parametereinstellungen man verwenden sollte. Ich habe keine Ahnung wo der DAX hinläuft – genauso wenig wie alle anderen. Aber ich weiß, dass selbst wenn ich in weniger als 50% der Fälle Recht habe, dass ich Geld verdienen kann. Wer profitabel Traden will muss die drei Grundpfeiler des Trading-Erfolges vereinen:
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Psychologie Risiko-Management Strategie

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher. Bertolt Brecht (12)

Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat . Mark Twain (32)
Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand. Charles Darwin (5)
Wer die Geometrie begreift, vermag in dieser Welt alles zu verstehen. Galileo Galilei (9) Sport: ein vernünftiger Versuch des modernen Zivilisationsmenschen, sich Strapazen künstlich zu verschaffen. Peter Bamm Auf den Alkohol - die Ursache und die Lösung aller Probleme! Homer Simpson (10)

Männer: Menschen, bei denen Pubertät und Midlife Crisis ineinander übergehen. Graf Fito (5)
Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. Albert Schweitzer

Es gibt drei Sorten von Menschen: solche, die sich zu Tode sorgen; solche, die sich zu Tode arbeiten; und solche, die sich zu Tode langweilen. Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen. Die Freiheit
der Rede hat den Nachteil, daß immer wieder Dummes, Häßliches und Bösartiges gesagt wird. Wenn wir aber alles in allem nehmen, sind wir doch eher bereit, uns damit abzufinden, als sie abzuschaffen. Winston Churchill (29)

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1. Die Psychologie Mit der falschen mentalen Einstellung sind Sie an der Börse zum Scheitern verurteilt. Sie brauchen einerseits Disziplin, um sich detailverliebt Ihrer Strategiefindung hinzugeben. Die Disziplin brauchen Sie aber auch in der Hitze des Gefechtes, wenn Angst und Gier Sie von Ihrem rechten Weg abbringen wollen. Glauben Sie mir, die Disziplin ausschließlich jeden Stopp-Loss Auftrag dann auch tatsächlich auszuführen, entsteht nicht von heute auf morgen. Neben den üblichen Fußangeln wie Disziplin, Angst oder Gier versteckt sich aber noch viel mehr. Haben Sie Vertrauen in Ihr System? Wie gehen Sie mit Verlusten um? Wie reagieren Sie bei großen Gewinnern? Erst wenn Sie die Antwort auf all diese Frage gefunden haben (und deren Relevanz auch voll und ganz begreifen), erst dann werden Sie ein guter Trader werden können. 2. Risiko-Management Das A und O einer jeden Anlagestrategie ist das Risiko-Management. Hier werden wichtige PortfolioStrategien und Positionsmanagement-Taktiken abgehandelt. Hier steht Risikokontrolle im Vordergrund. Es wird nach Chancen gesucht, die die direkte Korrelation von Chance und Risiko zueinander temporär aushebeln. Risiko-Management bedeutet in Wahrscheinlichkeiten zu denken, anstatt sich auf das gewünschte Szenario zu fokussieren. Das Einzelpositionsrisiko muss verwaltet und an die aktuellen Marktbedingungen angepasst werden. Intermarket-Korrelationen, Volatilität, Liquidität sowie das aktuelle Zinsniveau sind wichtige Einflussfaktoren für ein robustes Portfolio-Management. Ein einzelner Aktientipp kann vielleicht befolgt werden, aber nur in Anbetracht eines guten Risiko-Managements. 3. Strategie Selbstverständlich ist auch die Handelsstrategie entscheidend. Die implementierte Trading-Strategie muss in jedem Fall einen positiven Erwartungswert haben. Solange die Strategie einen positiven Erwartungswert hat, ist es auch unwichtig, ob die Strategie auf fundamentaler, technischer oder quantitativer Analyse beruht. Sie können sogar nach Mondphasen handeln, wenn die Entry- und Exit-Punkte richtig getimed und gewichtet werden. (Stichwort: Verluste begrenzen und Gewinne laufen lassen.) Selbstverständlich kann eine Strategie, die auf technischer Analyse beruht, bessere Ein- und Ausstiegspunkte liefern, als eine astrologische 2

Herangehensweise an die Märkte. Denn obwohl es in der fortgeschrittenen Trading-Literatur manchmal so dargestellt wird, die Technische Analyse ist ein erstaunlich gut funktionierendes Werkzeug. Vorausgesetzt, man verwendet es richtig. Doch man muss auch wissen, wann man eine Strategie anpassen bzw. komplett verwerfen muss. Es ist obendrein äußerst essentiell zu wissen, welche Marktphase vorherrscht (=> JG: aufwärts, abwärts, seitwärts), um die passende Strategie anzuwenden. Denn wer in einer starken Trendphase antizyklisch agiert, wird sich genauso die Finger verbrennen, wie jemand der in volatilen Seitwärtsphasen mit Trendfolge-Systemen handelt. Ziel dieses Blogs Wer ein guter Trader sein will, muss sich ständig neu erfinden. Man lernt jeden Tag dazu - und dabei nie aus. Gutes Trading ist ein Prozess; in gewisser Weise auch ein Entwicklungs- und Reifeprozess. Sowohl in finanzieller, als auch in persönlichkeitsbildender Hinsicht. In diesem Blog möchte ich über Trading sprechen. Trading in der Praxis. Damit Themen wie Psychologie, Money- und Risiko-Management, Trading-Strategien und Analyse-Methoden vorstellen. Da in der Praxis jedoch jede Theorie vergraut, werde ich mich auch dem Trading an sich widmen. Charts, Analysen, Entries, Exits, Buy & Sell. Selbstverständlich darf auch die Freizeit-Komponente nicht zu kurz kommen (Stichwort: Lifestyle). Ich freue mich, dass Sie sich der Herausforderung Börse gestellt haben. Das wahrscheinlich größte und zeitgleich komplexeste Abenteuer unserer modernen Zeit. Happy Trading, Pierre M. Daeubner

Behavioural Finance: Die Falle des Micromanagements beim Trading 13 11 2007
Micromanagement ist eine der größten Schwächen erfolgreicher Unternehmer und Manager. Wer kennt es nicht: der Vorgesetzte, der jeden einzelnen Arbeitsschritt genau überwacht. Anweisungen bis ins kleinste Detail gibt, nach gedachtem Abschluss mancher Projekte Kleinigkeiten ändert - und sich einfach bis in die letzte Faser in jede Angelegenheit einmischt. In der Regel ist das Micromanagement ein kontraproduktiver Management-Style, weil die Motivation der Mitarbeiter rapide sinkt. Nichts darf man selber machen, nichts klappt, und der Chef macht alles kaputt. Jeder kennt einen Micromanager in seinem Umfeld. Das Schlimme daran ist, dass Micromanager glauben, sie müssen sich um alles kümmern denn wenn sie es nicht tun würden, dann würde der Laden auseinanderfallen. Sie begreifen nicht, dass eben _weil_ sie es tun der Laden auseinanderfällt - und nicht umgekehrt. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Nicht nur Micromanager führen einen hoffnungslosen Kampf gegen Windmühlen - auch Trader tun es. Doch was ist Micromanagement beim Trading? Wie wär‘s damit: (=> don‟t do) –> ständig vorm PC sitzen, um aktuelle Positionen zu verfolgen –> jede Nachricht, die über den Ticker läuft beobachten - um im Notfall schnell reagieren zu können –> stets versuchen zu wollen beim Einstieg oder Ausstieg noch 1 oder 2 Cent im Basiswert zu sparen, um auf den “richtigen” Tick zu warten –> Jede Analysemethode implementieren zu wollen, bevor man eine Entscheidung trifft - und dann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen

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Gut, all diese Symptome treten bei Tradern auf - und auch hier ist das Micromanagement im Regelfall eher kontraproduktiv statt förderlich. Doch ich will nicht nur die Symptome aufzeigen, sondern auch eine kleine Medizin verabreichen: (=> do :-) 1.) Nur mit Limit-Orders arbeiten - keine Market-Orders verwenden 2.) Bei jedem Trade Szenarien entwerfen, bevor man ihn eingeht - man trifft seine Handelsentscheidungen vorher und nicht beim Beobachten der Kurse 3.) Man setzt seinen Plan einfach um, egal welche Nachrichten gerade über den Ticker laufen oder welche potenzielle Divergenz sich gerade beim RSI am 5-Minuten Chart bilden könnte - obwohl man eigentlich am Stundenchart handelt. (=> meine ausstiegspkte (vorher) überlegen ) Probiert mal beim Trading einfach mal alle Orders eingeben, statt wie wild davor zu sitzen und wild ―Kaufen‖ und ―Verkaufen‖ drücken. Wahrscheinlich kostet es nicht nur viel Zeit die Märkte aktiv zu beobachten, sondern wahrscheinlich auch eine Menge Geld. Also warum sollte es man dann tun? Happy Trading, Pierre

Das Gambling-Konto - Die Medizin gegen Overtrading, 17 04 2007
Das Prinzip des Börsenerfolgs Das Rezept für Börsenerfolg ist einfach. Man braucht eine durchdachte und logische Handelsstrategie mit einem positiven Erwartungswert, einen soliden Handelsplan der Positionsgröße, die Ein- und Ausstiegspunkte, Gewinnsicherungs- und Verlustbegrenzungsstrategien umreißt, und die eiserne Disziplin sich an die eigens auferlegten Regeln zu halten. Wie gesagt; das Rezept ist einfach - doch die Zubereitung erfordert viel Geduld, Hingabe und Ausdauer. Eine gehörige Portion Optimismus gepaart mit einem ebenso gewichtigen Sinn für Realität sind auch ein nicht zu vergessender Erfolgsfaktor! Viele Trader haben den Hang zum Spiel. Sonst wären Sie mit dem Thema wahrscheinlich nie in Berührung gekommen. Schlaue Trader haben auch erkannt, dass Trading eines der wenigen Spiele ist, bei dem man Systeme mit einem positiven Erwartungswert implementieren kann. (Bei Roulette und Black-Jack ist dem beispielsweise nicht so - hier gewinnt das Haus über kurz oder lang immer.) Doch viele Trader sind selbst ihr größter Feind. Sie wissen theoretisch, wie sie Geld verdienen können. Die Theorie ist der Handelsplan. Er zeigt ihnen auf, mit welcher Strategie man derzeit die Märkte schlagen kann. (Ein Plan der übrigens zwangsläufig auf gutem Money Management beruhen muss!) ―Regeln sind da, um gebrochen zu werden.‖ - Viele Trader verwenden diese Bauernweisheit als ihre oberste Regel. Sie weichen stetig von ihren eigen auferlegten Vor- und Aufgaben ab. Sie gehen zu viele Positionen ein, eröffnen Positionen ohne legitimes Signal, fahren pro Trade ein größeres Risiko als ursprünglich antizipiert, vergrößern Verlustpositionen um den Einstand zu verbilligen und realisieren Gewinne äußerst früh. Nichts von alledem steht wahrscheinlich in den einzelnen Handelsplänen - wenn es denn überhaupt welche gibt. In Anbetracht dieser bitteren Wahrheit, erscheint es mir übrigens vollkommen absurd, dass Akademiker teilweise immer noch einem perfekten Marktverhalten sprechen - und dass das Kursgeschehen zu perfekt ablaufe, als dass der Einzelmann den Markt schlagen könnte. Ertappen Sie sich auch selbst von Zeit zu Zeit dabei, wie Sie ihre Regeln brechen? Auch mir geht es noch häufig so. Ich bin bei weitem kein perfekter Trader, denn die Herausforderungen des Marktes sind teilweise zu verlockend. Ab und an hört ein guter Trader auch die wunderschönen Stimmen der singenden Sirenen. Und wie Odysseus damals, sollten auch Sie Ihrem Wunsch nachgeben. Das ist der einzige Weg, um dieses 4

Verlangen nach ―Regelbrüchen‖ einzudämmen. Odysseus ließ sich von seinen Kameraden an den Schiffsmasten binden, als er an den Sirenen vorbeisegelte. Er gab dem Wunsch die Sirenen zu hören nach, dennoch grenzte er den potenziellen Schaden von vorhinein ab. Erfolgreiche Trader unterdrücken den Wunsch nach destruktiven Emotionen nicht, sondern geben ihm in einer kontrollierten Umgebung nach. Destruktive Emotionen beim Trading: Erkennen, Eingrenzen, Ausleben! Einer meiner persönlichen Tradingschwächen ist, dass ich teilweise das Verlangen nach impulsivem ―Overtrading‖ habe. Das heisst, ich suche ab und zu nach dem einen großen Trade. Natürlich bin ich mir bewusst, dass dies ein destruktiver Ansatz ist, der nicht mit meinen übergeordneten Zielen im Einklang steht. Der Weg zu gutem u. erfolgreichem Trading ist konstant und konsequent nach Wahrscheinlichkeiten zu handeln - und das mit einem System, das einen positiven Erwartungswert hat. Anders gesagt: Ich weiß rational, dass ich beim Trading nur dann gewinne, wenn ich viele Trades mit kleinem Risiko eingehe, mich stets an meinen Stopp-Loss halte und meine Gewinner deutlich mehr verdienen müssen, als meine Verlierer. Ich kann die Zukunft nicht vorhersehen. Jeder Trade ist nur einer aus einer Serien von vielen. Das Ergebnis des Einzeltrades kann ich nicht beeinflussen. Für den Erfolg ist das aber, wie gesagt, irrelevant. Denn: Ich gewinne, wenn ich mich an das Prinzip des Erfolgreichen Tradings halte. Ich klicke durch die Charts und analysiere. Ich erkenne Aufwärts- und Abwärtstrends und besonders oft springen mir all die Signale, die ich im Laufe der Zeit verpasst habe, ins Auge. Gedanken wie ―Dort hätte ich gutes Geld verdient‖ oder ―Hm, wieso verpasse ich solche Trades immer‖ schießen mir dann durch den Kopf. Aus diesem Gedankenprozess heraus ensteht eine Ungeduld. Und mit dieser Ungeduld ein gewisses Verlangen danach eine Position zu eröffnen. Gebe ich diesem Wunsch in dieser Sekunde nach, sprich wenn ich also eine Position eröffne, so hat sich diese Position selten als Gewinner herausgestellt. Nein, vielmehr war eine überwiegende Anzahl dieser Trades im Endeffekt nichts weiter als eine dicke, fette und rote Zahl auf dem Trading-Kontoauszug. Dennoch scheine ich nicht wirklich aus diesem Fehler zu lernen und wiederhole ihn - trotz guter Vorsätze - immer wieder. Die Kur gegen Overtrading Man kann seine Bedürfnisse und Triebe nicht abstellen. Menschen, die versucht haben das Rauchen oder teure Hobbys aufzugeben können von dieser Problematik ein Lied singen. Der Mensch muss seine Triebe befriedigen. Also gilt es als Trader auf den Spieltrieb zu hören und ihn auch frei zur Geltung kommen zu lassen. Richten Sie sich neben Ihrem normalen Tradingkonto ein Gambling-Konto (=> meine CFDs :) ein. Wenn Ihr Tradingkonto sich beispielsweise auf €50.000 beläuft, so könnten Sie ein Unterkonto mit einer Einlage von €5.000 eröffnen. Sobald Sie nun der Spieltrieb oder die Sucht nach großem Risiko packt, können Sie guten Gewissens nachgeben. Eröffnen Sie den Trade im Gambling-Konto. Im Gambling-Konto dürfen ausschließlich halsbrecherische Impulstrades gehandelt werden. (Eine Regel, die sehr einfach zu befolgen ist). Im Idealfall gewinnen Sie mit dem Gambling-Konto auch ein bißchen was. In der Regel werden Sie jedoch verlieren. Und genau das sollen Sie auch tun. Denn, erst wenn Sie aktiv beobachten, dass sich kluges und überlegtes Trading langfristig gegenüber impulsiven Glücksspiel auszahlt, werden Sie sich diszipliniert an Ihre Regeln halten. Sie begrenzen Ihre Verluste auf ein kleines Konto und tragen keinen finanziellen Schaden davon. Happy Trading!

Zum Gut sein gehört Mut. 20 04 2007
Plattitüden und Bauernweißheiten sind so eine Sache. Denn alle Pauschalisierungen sind falsch. Aber zum Gut sein gehört nun einmal Mut. Mut heißt jedoch nicht blindlinks und unüberlegt jedes Risiko einzugehen, ohne jemals einen Gedanken an die möglichen Konsequenzen zu verschwenden. Mut heißt, von seiner Strategie überzeugt zu sein, und diese 5

auch in den ―brenzeligen Situationen‖ richtig auszuführen. Ein Straßenpolizist ist mutig, wenn er gegen einen Ganoven vorgeht. Es wäre allerdings nicht mutig (sondern dumm) alleine gegen eine Gruppe bewaffneter Bankräuber vorzugehen. Die meisten Trader sind entweder zu ängstlich oder dumm… Denn bei vielen Strategien brauchen Sie einfach eine gehörige Portion Mut, um sie profitabel umzusetzen. Sehen Sie sich den 60-Minuten Chart von Continental an. Es ist klar, dass die Aktie in einem schönen Aufwärtstrend verläuft. Doch die meiste Zeit befinden sich die Kurse im oberen Drittel des Aufwärtstrends, was das Eröffnen einer Long-Position ungemein erschwert. Hier muss man geduldig auf den Einstieg warten.

Continental 60-Minuten Chart mit Long-Entry Signal Geduld wird von Mut abgelöst Wenn Sie Geduldig auf ein Einstiegssignal gewartet haben, dann kann es plötzlich Schlag auf Schlag gehen. Nachdem sich tage- und wochenlang nichts getan hat, gilt es nun innerhalb von sekundenschnelle zu handeln. Die Strategie ist nahe, oder auf der unterstützenden Aufwärtstrendlinie zu kaufen. In der Hitze des Gefechts ist das aber gar nicht so leicht, wie man glaubt. Denn Sie sehen: bevor die Linie berührt wurde, wurde auch ein Down-Gap ausgebildet. Und die Marke von 104 Euro je Aktie konnte nicht nachhaltig durchbrochen werden. Ist dieses TripleTop ein erstes Anzeichen für den Trendbruch? Stellen Sie Ihre Handelsentscheidungen niemals in Frage! Viele Trader hinterfragen Ihr System, sobald es heiß her geht. Dabei sollten Sie gerade in dieser Situation blitzschnell agieren können. Nutzen Sie lieber die Zeit in der Sie warten müssen (Geduldsphase) um sich grundlegende Gedanken zu Ihrer Handelssystematik zu machen. In der Actionphase müsssen Sie einfach Ihren Handelsplan ausführen. Wer hier gut handelt, kann schnell Gewinne verbuchen.
Ein Urteil läßt sich widerlegen, ein Vorurteil nie. Marie von Ebner-Eschenbach
Geld ist der sechste Sinn. Der Mensch muss ihn haben; denn ohne ihn kann er die anderen fünf nicht voll ausnützen. William Somerset Maugham (18)

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Man muss nicht intellegent sein, um reich zu werden 27 04 2007
Was Sie aus der Privatwirtschaft und der Politik schon lange wissen, wurde jetzt in einer Studie bestätigt. Man muss nicht zwingend intelligent sein, um ein hohes Einkommen zu haben. Schlechte Neuigkeiten für Fachidioten. Denn wenn man sich den IQ auf der x-Achse und das Einkommen auf der y-Achse ansieht, dann könnte man auch zu dem Schluss kommen, dass Leute mit einem höheren Einkommen leider auf der x-Achse nicht so weit vorangeschritten sind. (dennoch: es gibt viele arme dumme menschen (= unten links))

(Quelle: http://paul.kedrosky.com/) Auf die Börse lässt sich das gleiche Prinzip ableiten. Oder wie viele reiche Finanzakademiker haben Sie schon getroffen? Wie viele Uniprofessoren der Bankwissenschaften sind Top-Trader?

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Die Essenz der Börsentrends, 11 05 2007
Die Börse ist Massenpsychologie. Dieser Chart zeigt, wie sich die Psychologie entfaltet.

In linearen Systemen verlieren wir unserere Entscheidungsgewalt 19 05 2007
Die Börse ist ein hochkomplexes System. Manche gehen sogar so weit, sie als chaotisch zu beschreiben. Aufgrund der Tatsache, dass Märkte nicht linear sind, sind sie auch so schwierig in Gesetzmäßigkeiten zu pressen. Es gibt also keine in Stein gemeißelten Börsenregeln, die automatisch Reichtümer bringen. ―Wenn A passiert, dann passiert B. Wenn B eintritt, dann folgt C.‖ Das wäre ein Beispiel eines linearen Systems. Wenn die Sonne untergeht, dann wird es dunkel. Wenn es Nacht wird, scheint der Mond. Das wäre ein Beispiel. Diese Gesetzmäßigkeit ist mathematisch gesprochen immer wahr. Wir Menschen lieben es in linearen System zu denken. Es ist wie eine Art Anleitung, eine Gebrauchsanweisung fürs Leben. Leider übertragen wir dieses Denkmuster auch auf die Börse. ―Wenn die Zinsen fallen, dann steigen die Aktien. Wenn die Aktien steigen, dann fallen die Anleihen und das Gold.‖ Das mag auf den ersten Blick vielleicht vernünftig erscheinen, aber die Aussage entspricht nicht der Wahrheit. Sehen Sie sich die Korrelationen an den Weltmärkten heute an. Die Korrelationen sind weit über 0,9 in den unterschiedlichen Asset-Klassen (Quelle: Morgan Stanley Market Report). Die Märkte haben sich also verändert. Und sobald wir uns an ein ―neues Regelwerk der Linearität‖ gewöhnt haben, wird dieses wieder verfallen. Märkte ändern sich konstant. Sie sind nicht-linear, sondern Komplex. Einmal beeinflusst Faktor A Faktor B. Einmal wieder nicht, und dann ist es umgekehrt. “Linear modells limits your degrees of freedom.” –Nassim N. Taleb Ist das jetzt ein Grund zum Verzweifeln? Nein! Denn in einem linearen System haben wir kaum eine Entscheidungsgewalt. Wir müssen den Gesetzmäßigkeiten folgen. In einem komplexen System gibt es unendliche viele Entfaltungsmöglichkeiten. Lineare Systeme schrenken Ihre Freiheit ein. Komplexe Systeme unterstützen, ja fordern, Ihre ―Freiheit‖. Mit Freiheit meine ich Ihre Strategie, ihre Anlageziele, etc. Komplexe Systeme wie die Börse eines ist, wenn man es poetisch ausdrücken möchte, hieven den Kapitalismus auf die individuellste Möglichkeitsebene.
Meine Pünktlichkeit drückt aus, dass mir deine Zeit so wertvoll ist wie meine eigene. Helga Schäferling (1) Wer spät zu Bett geht und früh heraus muß, weiß, woher das Wort Morgengrauen kommt. Robert Lembke (21)

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Man darf Trades nicht hinterherlaufen oder nachweinen - auch wenn es weh tut!

31 05 07

Am 23.05. veröffentlichte ich im Blog, dass Fresenius Medical Care auf meiner Watchlist landete. Die Aktie befand sich in einem übergeordneten Aufwärtstrend. Doch es herrschte ein Abwärtstrend vor. Ich propagierte folgendes am 23.05: Fresenius Medical Care hat in den letzten Tagen kräftig verloren. Die Aktie ist jetzt auf meiner Watchlist gelandet. Ich denke über einen künftigen Long-Einstieg zwischen € 103,50 und € 105,50 nach. Mal sehen, ob das überhaupt passiert. Viele Dinge landen auf der Watchlist - und man hat nicht mehr von Ihnen gehört. Dennoch gut, sich die Alarme zu stellen. (=> trendlinie nicht millimetergenau:)

Tja, der Alarm wurde ausgelöst. Auf den Punkt genau bei €105,50. Schauen Sie sich mal diesen Stundenchart an:

Auf den Cent genau drehte die FME auf €105,50. Das passierte am 25.03. Heute notiert die FME, ohne auch nur einmal einen Cent unterhalb dieser Marke zu notieren, auf €109,08. Und die Aktie hat Potential nach 9

oben. Was habe ich gemacht? Ich bin den Trade nicht eingegangen. Ich war unaufmerksam und habe den Alarm nicht gleich wahrgenommen. Jetzt habe ich den Trade verpasst. Doch ich laufe dem Trade nicht hinterher. Bei der antizyklischen Trendfolge (so bezeichne ich viele meiner Trading-Strategien) ist es essentiell seine Emotionen in Schach zu halten. Also bin ich dem Trade nicht hinterher gelaufen. Und ich ärgere mich auch nicht darüber, dass ich diesen ―perfekten‖ Trade verpasst habe. Glauben Sie mir, es gibt jeden Tag hunderte Signale. Natürlich tut es weh, wenn man einen Gewinner verpasst. Aber man verpasst auch Verlust-Trades. Und ich lasse mich nicht unter Druck setzen, bzw. ich setze mich nicht selbst unter Druck. Es ist kein Fehler nicht alle Trades zu erwischen. Aber es wäre ein Fehler sich aus seinem psychologischen Gleichgewicht zu bringen. Klar hätte ich nochmal 3R oder 4R verdienen können, aber das kann ich mit dem nächsten Signal auch. Es gibt jeden Tag Chancen. Warum sollte gerade der 25.03.2007 das beste Trading-Signal meines Lebens geliefert haben? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist ultragering. Also mache ich einfach weiter wie bisher. Da bringt mich jetzt auch der neue Tageschart nicht aus der Ruhe.

Gastkommentar: Brett Steenbarger spricht über zu viel Selbstvertrauen
31 05 2007 (= erfinder des MACD indikators!)

Erst vor einiger Zeit habe ich in meinem Blog gemeint, dass Trader größeren emotionalen Hürden gegenüberstehen als Angst und Gier: Überkonfidenz. Überkonfidenz verleitet uns dazu zu viel Risiko für eine zu kleine Belohnung einzugehen. Sie bringt uns dazu unser hart verdientes Geld auf unbestätigte und nicht getestete Marktsignale zu wetten. Tatsächlich, sogar fast per Definition, beginnen Tradingneulinge in einem Zustand der Überkonfidenz. In welchem anderen Leistungsfeld – sei es nun Sport, Musik oder Schach – würde ein Newcomer versuchen es mit erfahrenen Profis aufzunehmen und tatsächlich daran glauben, gewinnen zu können? Untersuchte Researcharbeiten von Scott Plous in seinem Buch „The Psychology of Judgment and Decision Making― belegen, dass Überkonfidenz dann am größten ist, wenn die Chancen von einzelnen Personen nur bei bestenfalls 50:50 liegen korrekt zu sein. Ein Grund hierfür wird die Gambler‘s Fallacy (Spielertrugschluss) genannt. Eine Person, die die Marktrichtung einmal am Tag rät, und eine 50:50 Chance 10

hat richtig zu liegen, wird durchschnittlich auf sechs Fälle im Jahr treffen, in denen sie fünf mal in Folge richtig liegt. Einige dieser Zufallstrader werden durch den puren Zufall früh in ihrer Karriere auf diese Gewinnserie stoßen. Entsprechend den Nachforschungen von Ellen Langer führen frühe (aber zufällige) Erfolgserlebnisse den einzelnen Trader dazu bezüglich seiner Fähigkeiten sehr großes Selbstvertrauen aufzubauen – selbst dann, wenn die Aufgabe darin liegt die Ergebnisse von Münzwürfen vorherzusagen! Der Grund hierfür liegt darin, dass sie dazu neigen den Erfolg inneren Faktoren zuzuschreiben, und zwar Können, und ihn nicht auf Wahrscheinlichkeiten bzw. situationsbedingten Gründe zurückzuführen. Der Spieler, dem eine (zufällige) Siegesserie widerfährt, ist davon überzeugt, dass er eine „gutes Händchen― hat und erhöht seine Einsätze entsprechend. Dass das Resultat desaströs sein wird, ist vorhersehbar. Verhalten sich Trader anders als Spieler? Nachforschungen lassen darauf schließen, dass dem nicht so ist. Terence Odean hat herausgefunden, dass Trader, die am stärksten überzeugt in ihrer Entscheidungsfindung waren, auch am öftesten getradet haben – und sie daher auch mehr Geld als andere Trader verloren hatten, da sie höhere Transaktionskosten verursachten. Eine provokative Studie der London Business School präsentierte Tradern Preisdaten, und bat die Trader darum Tradingentscheidungen aufgrund dieser Daten zu treffen. Die Trader wurden nicht darüber informiert, dass die Daten durch einen Zufallsmechanismus generiert wurden. Jene Trader, die die größte Überzeugung in ihren Entscheidungen ausgedrückt hatten, waren, wenig überraschend, auch jene, die durchschnittlich am meisten Geld verloren hatten. Die „Illusion der Kontrolle―, die von diesen Tradern demonstriert wird, kann Extreme erreichen, die bereits an der Grenze des Absurden liegen. In Langers Studien, in denen Münzwürfe als Test für „soziale Reize― präsentiert wurden, beharrten 40 % aller Teilnehmer darauf, dass sie ihre Fähigkeiten das Ergebnis zu erraten mit Übung verbessern könnten. Und 15 % der Teilnehmer glaubten, dass erhöhte Konzentration und der Ausschluss von Ablenkungen ihre Resultate verbessern könnte. Eine unterschiedliche Art der Überkonfidenz zeigen Untersuchungen von Tradern und Investoren, wobei diese nach ihren Erwartungen für den Markt gefragt wurden. Trader fühlen sich besser in Bezug auf ihr Können Marktrichtungen vorherzusagen, als dies gerechtfertigt wäre. In solchen Studien, wie sie beispielsweise von Investors Intelligence durchgeführt wurden, nannten sich über 70 % der Befragten entweder Bullen oder Bären – und das obwohl es ein Faktum ist, dass sich der Markt in der Mehrheit aller Fälle in Seitwärtszonen bewegt. Nachforschungen, die von Hersh Shefrain in seiner Nachbetrachtung der Behavioral Finance Studie, Beyond Greed and Fear, zitiert wurde, belegt, dass Trader nach verlängerten Anstiegen am bullishsten sind – wobei wenig erfahrene Trader am bullishsten überhaupt sind. Dies ist ein Paradoxon, da Marktreturns rein historisch betrachtet immer dann am höchsten waren, wenn Jahre der fallenden Kurse vorangegangen waren, und nicht Jahre der Stärke. Genauso ist es nicht ungewöhnlich PutCall Ratios zu sehen, die nach einer 5-Tages-Periode von zurückgehenden Kursen erhöht sind, und dass obwohl es Faktum ist, dass Returns im Durchschnitt dann am höchsten sind, wenn fünf Tage der Schwäche vorangegangen sind, und nicht fünf Tage der Stärke. Man kann ganz einfach sagen, dass Trader von der Vergangenheit auf die Zukunft schließen – u. vertrauensvoll anhand dieser (falschen) Erwartungen handeln. Ist es möglich sich gegenüber Überkonfidenz zu immunisieren? Meine persönliche Therapie um Überkonfidenz den Kampf anzusagen liegt darin meine Tradingideen zu testen und folgendes zu berechnen: a) wie oft genau mein Muster in der Vergangenheit erfolgreich gewesen wäre und b) wie groß mein P/L Vorteil innerhalb dieser Zeitspanne gewesen wäre. Diese Statistiken, über die ich auch in meinem Blog schreibe, bestärken mich in meiner Auffassung der inhärenten Unsicherheit der Märkte und bereiten mich auf die durchaus mögliche und sehr reale Möglichkeit vor, dass ich, egal mit welcher Idee, falsch liegen könnte. Dies wiederum hat mir in Bezug auf Risikomanagement sehr geholfen, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass ich einen großen Anteil meines Tradingkapitals auf eine unsichere Position setze – selbst wenn die Chancen zu meinen Gunsten stehen. Die Vergangenheit ist nur selten eine Garantie für die Zukunft, doch wenn man annimmt, dass die Zukunft nicht besser sein wird als die Vergangenheit, können wir die Nachteile ganz nüchtern erfassen und Überkonfidenz vermeiden. Die besten Trades sind meiner Meinung nach jene, die einem historisch gesehen einen Vorteil bieten, der mich davon überzeugt, dass meine Idee die richtige ist, jedoch gleichzeitig über die potentiellen Nachteile informiert, die mich davon abhalten überkonfident zu werden. Dass man plant, dass jeder Trade ein 11

potentieller Verlusttrade ist, scheint auf den ersten Blick ein wenig kontraproduktiv, es hilft jedoch dabei Risikomanagement diszipliniert einzuhalten und Überkonfidenz zu vermeiden. Und das führt unter dem Strich zu riesigen Unterschieden. (==> Risikomanagement ;o))

Prozess- und nicht Ergebnisorientiert
Wer Spitzenleistungen erbringen will muss eine gewisse psychologische Stärke mitbringen. Eine gewinnbringende Grundeinstellung ist das A und O eines jeden Leistungsträgers. Musiker, Sportler, Manager, Trader - sie alle wissen wie wichtig mentale Fitness ist. Wissenschaftler haben eine Gemeinsamkeit bei allen Leistungsträgern gefunden. Sie arbeiten Prozessund nicht Ergebnisorientiert. Amarilo Slim, Poker-Legende, sagte einmal: Ob ich eine einzelne Hand gewinne oder verliere ist vollkommen egal. Mein Mantra: Gute Entscheidungen sind wichtiger als gute Ergebnisse.(aber ein stopp-loss-verkauf schmerzt, wenn der kurs später dreht (mein kaffee-CFD, 28.12.07)). Natürlich will Amarilo Slim auch gewinnen. Doch er weiß, dass es schädlich ist sich auf die eben gespielte Hand zu konzentrieren. Klar, wenn die Karten aufgedeckt werden sieht man, ob man auch mit einem schlechten Blatt gewonnen hätte. Anfänger, die ein schlechtes Blatt zurecht weggeworfen haben, ärgern sich dass sie nicht mitgegangen sind obwohl die Hand schlecht war. Der Tisch hätte ihnen ein paar Glücksgewinne verschafft. Der Profi denkt jedoch in Wahrscheinlichkeiten und Serien. Wenn er jedesmal das schlechte Blatt spielen würde, dann würde er vielleicht die eine oder andere Hand gewinnen, aber langfristig wäre das keine gewinnbringende Strategie. Selbstverständlich sind wir alle bei Money-Games, wie Poker oder Trading, von möglichen Gewinnen geblendet. Gute Poker-Spiele richten Ihren Fokus aber nicht aufs Geld, sondern darauf, dass sie ein gutes Spiel spielen. Auch Börsianer werden wesentlich mehr Geld verdienen, wenn sie Prozess- und nicht Ergebnisorientiert arbeiten.

38 Schritte um ein erfolgreicher Trader zu werden
26 07 2007

Jetzt habe ich noch eine ganz lustige Liste im Internet gefunden. Tja, leider habe ich auch fast alle Fehler gemacht die da drinnen sind. Am Anfang glaubt man, es gibt Abkürzungen. Aber die sind nur ein weiterer Punkt auf der Liste… Ich habe wirklich noch nie eine so wahrheitsgetreue SteppingStone Liste gefunden wie diese hier! 38 steps to becoming a trader (Quellenangabe habe ich leider keine, ich habe die Liste auf scribd.com gefunden…) They are as follows: 1. We accumulate information - buying books, going to seminars and researching. 2. We begin to trade with our ‗new‘ knowledge. 3. We consistently ‗donate‘ and then realise we may need more knowledge or information. 4. We accumulate more information. 5. We switch the commodities we are currently following. 12

6. We go back into the market and trade with our ‗updated‘ knowledge. 7. We get ‗beat up‘ again and begin to lose some of our confidence. Fear starts setting in. 8. We start to listen to ‗outside news‘ and to other traders. 9. We go back into the market and continue to ‗donate‘. 10. We switch commodities again. 11. We search for more information. 12. We go back into the market and start to see a little progress. 13. We get ‗over-confident‘ and the market humbles us. 14. We start to understand that trading successfully is going to take more time and more knowledge than we anticipated. MOST PEOPLE WILL GIVE UP AT THIS POINT, AS THEY REALISE WORK IS INVOLVED. 15. We get serious and start concentrating on learning a ‗real‘ methodology. 16. We trade our methodology with some success, but realise that something is missing. 17. We begin to understand the need for having rules to apply our methodology. 18. We take a sabbatical from trading to develop and research our trading rules. (hoffentlich nie nötig :) 19. We start trading again, this time with rules and find some success, but over all we still hesitate when we execute. 20. We add, subtract and modify rules as we see a need to be more proficient with our rules. 21. We feel we are very close to crossing that threshold of successful trading. 22. We start to take responsibility for our trading results as we understand that our success is in us, not the methodology. 23. We continue to trade and become more proficient with our methodology and our rules. 24. As we trade we still have a tendency to violate our rules and our results are still erratic. 25. We know we are close. 26. We go back and research our rules. 27. We build the confidence in our rules and go back into the market and trade. 28. Our trading results are getting better, but we are still hesitating in executing our rules. 29. We now see the importance of following our rules as we see the results of our trades when we don‘t follow the rules. 13

30. We begin to see that our lack of success is within us (a lack of discipline in following the rules because of some kind of fear) and we begin to work on knowing ourselves better. 31. We continue to trade and the market teaches us more and more about ourselves. 32. We master our methodology and our trading rules. 33.We begin to consistently make money. 34. We get a little over-confident and the market humbles us. 35. We continue to learn our lessons. 36. We stop thinking and allow our rules to trade for us (trading becomes boring, but successful) and our trading account continues to grow as we increase our contract size. 37. We are making more money than we ever dreamed possible. 38. We go on with our lives and accomplish many of the goals we had always dreamed of.

Behavioural Finance: Bist du ein guter Drawdown-Trader?
20 08 07

Nachdem die letzten Tage (dank Umzug) sehr nervenaufreibend waren, habe ich mir abends Poker im Fernsehen angesehen. Gezeigt wurde der Final Table der WSOP. Ein hochkarätiger Spieler saß neben dem anderen. Der einzige den ich allerdings namentlich kannte war Phil Ivey. Er ist das Pokerface schlechthin. Egal welches Blatt er bekommt, er zieht keine Mimik. Er muss der unangenehmste Gegner für jeden Pokerprofi am Table sein. Doch ich will nicht über den talentierten Mister Ivey schreiben, sondern darauf aufmerksam machen, dass dort am Final-Table auch ein Pokerspieler saß, dessen besondere Stärke es war, nach herben Verlusten wieder aufzuholen. Er konnte einfach gut aufholen. Seinen Namen habe ich leider in der Spannung nicht notiert – und jetzt vergessen. Doch es ist auch nicht der Name der zählt, sondern diese besondere Charaktereigenschaft. Die Stärke sich aus Verlustphasen heraus boxen zu können. Immer wieder unterstrich der Moderator diese tolle Charaktereigenschaft. Insbesondere am Final-Table wechseln die Chips oft den Besitzer – und das auch in größeren Mengen. Am Finale-Table wird versucht die kleinen „Stacks― (also die Spieler, die fast pleite sind) mit All-Ins aus dem Spiel zu drücken. Umso weniger Gegner, umso besser für alle. Denn obwohl jeder auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, kommt es dennoch zu gewissen Gruppendynamiken: Small Stacks gegen Big Stacks. (Somit zeigt Poker auch sehr schön, dass Adam Smith nur eine „incomplete Thesis― verfasst hat.) Und es kann jeden jederzeit treffen ein Small-Stack zu werden. Verliert man als Big-Stack einen All-In gegen einen Small-Stack (und das ist besonders bitter, wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit zu 70 oder 80% beim Big-Stack lag, oder der Small-Stack erst mit der River-Karte gewinnen konnte), dann ist plötzlich ein großer Teil des eigenen Stacks weg. Es scheiterte nicht nur der Versuch einen kleinen Gegner zu eliminieren, sondern man ist jetzt selbst ein kleiner Gegner. Und als solcher werden die anderen versuchen einen aus dem Spiel zu drängen. In dieser Situation muss man Nerven aus Stahl besitzen, um sich langsam aber dennoch wieder an die Spitze zu spielen. Amateure schmeißen normalerweise genau an dieser Stelle die Flinte ins Korn. 14

Sie sind in der Verlustfalle gefangen. Auch bei Roulette- und Black-Jack Spielern kann man dieses Phänomen häufig beobachten. Man will die Verluste schnell wieder wettmachen. Man hat vielleicht einen Fehler begangen (vielleicht eine zu große Position mit anschließendem Verlust?) und möchte nun das Malheur schnell aus der Welt schaffen. Also erhöht man kurzerhand das Risiko, um nicht nur den Verlust wettzumachen, sondern auch die ursprünglich geplanten Gewinne einzustreichen. Die erhöhte Risikobereitschaft nach Verlusten und das Gesetz der Serie (wer sagt, dass die Verlustphase nur durch eine Erhöhung der Einsätze ein Ende findet?) zwingen den Spieler schlussendlich in die Knie. Das Spiel ist aus. Die Parallele zum Trading liegt auf der Hand. Auch Trader kämpfen mit Drawdown-Phasen. Einmal kann an einem Montag das Depot um 8,4% steigen. Wow! Und dann: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag je 1% verlieren. Und obwohl man netto mit Gewinn aussteigt, fühlen sich Trader von Dienstag bis Freitag schlecht. Sie glauben keine gute Arbeit getan zu haben. Und sie versuchen den alten Höchststand vom Montag schnell wieder zu erreichen. Diese Arbeit ist meist kontraproduktiv und kapitalintensiv. Kommen wir zurück zu dem Poker-Spieler. Die Stärke unseres besagten, namenlosen Spielers ist es in Drawdownphasen besonders konzentriert zu arbeiten und sich strikt an seinen Plan zu halten. Ich finde die Eigenschaft deshalb so toll, weil sie Erfolg garantiert. Es ist wahrscheinlich die beste Stärke die man sich als Trader bzw. Profi-Spieler wünschen kann. Hätte man beispielsweise die Stärke seinen Stack schnell aufzubauen und schnell Chipleader zu werden, so ist das sicherlich ein Vorteil. Doch der nächste Drawdown wartet um die Ecke. Und nur wer in dieser Verlustphase sich wirklich an die Regeln hält, kann den theoretischen statistischen Vorteil auch langfristig gesprochen in die Praxis umsetzen. Wer die Charakterstärke besitzt in Verlustphasen besonders diszipliniert zu sein wird sich a) In schlechten Phasen über Wasser halten können b) Nach schlechten Phasen einen erneuten Versuch starten können c) Nach guten Phasen einen Großteil der Gewinne sichern können d) Nach guten Phasen nicht in den Abgrund stürzen Wie weiß man als Trader, ob man ein guter Drawdown-Trader ist? Hier kommt das Handelsjournal ins Spiel. Im Tradingtagebuch sollte man stets mit R-Vielfachen arbeiten und jeden Verlust mit -1R einkalkulieren. Wenn im Tradingtagebuch auch nach einer Serie von 10 Verlusttrades jedesmal -1R steht, dann ist man ein guter Drawdown-Trader – u. damit ein guter Trader! Das -1R zeigt an, dass man sich an jeden Stopp gehalten hat. Umso länger eine Verlustserie war, umso verlockender ist es diesem erneuten Verlust etwas mehr „Raum― zu geben. Das ist Unfug. Der Trading-Plan darf gerade in solchen Phasen nicht verworfen werden. Auch in Verlustphasen die Positionsgröße zu erhöhen ist ein Rezept für den Untergang. Das Risiko sollte immer mit dem Depot wachsen bzw. schrumpfen. So ist garantiert, dass man von Gewinnserien maximal profitiert und in Verlustserien (wenn‘s mal nicht so läuft) sich immer mehr aus dem Staub macht. Was ist deine größte Trading-Stärke? Und welche Stärken kannst du noch ausbauen und wie?

Behavioural Finance: Warum Panikverkäufe dem Kleinanleger schaden
Es ist sinnlos zu sagen: Wir tun unser Bestes. Es muß dir gelingen, das zu tun, was erforderlich ist. Churchill Gestern habe ich ein bisschen im neuen Buch ―Das Lemmingprinzip‖ geschmökert. Ein Buch, dass von der Unfähigkeit des Menschen mit Geld umzugehen handelt. Nicht alle vorgestellten Konzepte beziehen sich jedoch auf Anlegerpsychologie. Gary Belsky und Thomas Gilovich zeigen auch sehr schön, warum wir 15

Menschen selbst beim Abschluss von Versicherungen vollkommen irrational agieren. Ein schönes Buch als Badewannen-Lektüre, das einfach geschrieben doch immer wieder zu ―Aha-Erlebnissen‖ führt. Ein Aha-Erlebnis passt besonders gut zur aktuellen Marktsituation. Hier ein Auszug aus Seite 63, der mir einen eigenen Blog-Eintrag wert war: ―Der Dow Jones Industrial Average bricht zusammen (…), und der Schmerz dieser Verluste führt bei vielen Anlegern zu einer übertriebenen Reaktion: Die Verletzten wollen die Blutung stillen. Das Problem dabei ist natürlich, dass Sie sich einer ganz anderen Art von Schmerz aussetzen, wenn Sie Ihr Geld auf einer so willkürlichen Basis aus dem Aktienmarkt abziehen - den Stichen, die Sie verspüren, wenn die Aktienkurse steigen, während Sie noch Ihre Wunden lecken. Sie sollten nicht dem Irrglauben verfallen, Sie könnten Ihre niedrige Schmerzgrenze wettmachen, indem Sie zurück in die Märkte springen, sobald Sie wieder bei Sinnen sind. Obwohl Aktien anscheinend langfristig immer steigen, tun sie das tatsächlich in größeren Sprüngen und Pausen - ein paar große Gewinne an einer kleinen Anzahl von Tagen, die sich über das ganze Jahr verstreuen. Tatsächlich ähnelt der Aktienmarkt einer bekannten Beschreibung des Kriegs: lange Perioden der Langeweile, die von Episoden des reinen Schreckens unterbrochen werden. Wenn Sie Ihr Geld in Reaktion auf kurzfristige Abschläge abziehen, laufen Sie Gefahr, diese produktiven Tage zu verpassen. Und das ist ein ernsthaftes Risiko. Wenn Sie laut einer Studie, die 1994 von Professor H. Nejat Seyhun an der Universität von Michigan durchgeführt wurde, die 40 Tage mit den besten Leistungen in den Jahren 1963 bis 1993 verpasst haben, ist Ihr Jahresdurchschnitt bei voller Investition von beinahe 12 Prozent auf etwas mehr als 7 Prozent gesunken. Und in diesem Zeitraum gab es 7802 Tage, an denen die Börse geöffnet war, wie sprechen hier also davon, 0,012 Prozent dieser Tage zu verpassen. Mit einer Anlage von 10.000 Dollar würden sich diese unterschiedlichen Jahresdurchschnitte nach 30 Jahren im Endvermögen als Differenz zwischen 233.000 Dollar und ungefähr 80.000 Dollar ausdrücken.‖ Interessant. Ist die aktuelle Marktlage jetzt anfällig für einen 0,012 Prozent Tag? Der Artikel zeigt auch sehr deutlich, warum es aufgrund der Individualpsychologie so ungemein schwierig ist die theoretischen Performances in die Praxis umzusetzen. Hat man soviel Vertrauen in sein System, um es auch in Drawdownphasen durchzustehen? Ja, selbst eine klassische Buy-and-Hold Strategie ist ja ein System! Man muss sich also fragen: Ist Buy-and-Hold die zu meiner Persönlichkeit passende Strategie?

Behavioural Finance: Erfahrung ist das was man bekommt, wenn man nicht kriegt was man will, 30 11 2007
Und für den Handelserfolg ist Erfahrung besonders wichtig. Wieso? Glaubt ihr, dass die weltbesten Trader Jahr für Jahr Spitzenleistungen erzielen, weil sie einen besseren Indikator oder eine bessere Software haben? Ist es weil sie die Standardeinstellung des MACD verbasteln, statt mit 5-Minutenchart mit einem 4-Minutenchart zu arbeiten? Wo ist das Erfolgsgeheimnis? Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Erfahrung. Und wenn Erfahrung das ist was man bekommt, wenn man nicht kriegt was man will - wie kann dann jemand glauben von heute auf morgen (als Anfänger) die Märkte schlagen zu können? Ich habe bei Prudent-Trader dazu einen sehr guten Text gefunden:

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Why is it that some people who are very successful in demanding professions have trouble gaining confidence as a trader? Why do some people buckle under pressure, yet others thrive on it? Perhaps because markets are often unpredictable and uncertain; causing some to act impulsively, abandoning their trading plans prematurely. Traders, who are able to weather the storm to make enormous profits, have a combination of characteristics that make them winning traders. Of course there is no substitute for experience. The winning trader has experience with the markets and with his or her own personality. New traders are very much like beginners learning a new sport, such as skiing or tennis. They haven’t experienced the variety of events that may come up. They see the market as a structure of random movements. The winning trader sees structure in what others see as chaos. Over time, comes an intuitive feel for the markets. They can sense when particular market conditions have emerged and they know that the odds of success are on their side. Uncertainty is anxiety provoking and new traders succumb to the fear. When they are ready to put on trades, they aren’t calm and focused; they are scattered and afraid. Winning traders, in contrast, have experience, and confidence. They know that the odds are in their favor, and that if they make enough trades under these ideal market conditions, they will come out ahead. Since they know that in all likelihood that they will succeed, they are calm and relaxed. Of course there are no guarantees, but they truly believe that it won’t be the end of the world should they hit upon a series of losing trades. Should they encounter the worst-case scenario, they know they will live to trade another day and make the losses back. When a trader has genuine trading skills, he or she knows that there is little to worry about in the long run. He or she is never stressed out. The uncertainty and unpredictability of the markets that produces stress in the new trader is seen as excitement and opportunity by the skilled, seasoned trader. The more trades you make, the more success you enjoy, the more likely you will gain experience and hone your trading skills. It will not happen over night, but it will happen eventually. In the meantime, you might as well accept your fate and patiently wait until you build up superior skills and confidence. If you stay optimistic, working hard, you will gain valuable market experience, and survive the chaos. Quelle: PrudentTrader.com

Behavioural Finance: Wozu Demokonto‘s gut sind, 3 12 07 (besser kleines gambling konto!)
Wer sich ein Demokonto eröffnet, nur um zu versuchen ein Konto schnell von fiktiven € 100.000 auf irrsinnige Höhen zu katapultieren, der wird nicht viel für das effiziente Trading dazulernen. Man kann ja jederzeit einfach den ―Reset‖ Knopf drücken, und binnen einer Sekunde ist alles eventuell verlorene Geld wieder da. Und auf Demokontos wird selten konsequent nach einer Strategie und mit gutem Money Management gehandelt. Die Devise lautet in der Regel: Alles oder Nichts. Doch ein Demokonto kann richtig eingesetzt einen sehr hohen Nutzwert für jeden Trader haben. Gutes Trading ist langweilig. Also warum nicht ein Demokonto parallel zum normalen Trading laufen lassen? So kann man sich auch mehrere Stunden am Stück vor den Monitor setzen - und die Märkte beobachten. Dadurch bekommt man ein Gespür für die Impulse und Wellen der Märkte. Wichtig dabei ist, dass man jedoch Money Management und eine Strategie implementiert. Nur so kann der Lerneffekt gegeben sein. Die Vorteile eines gut geführten Demokontos das parallel zum normalen Trading läuft: 1. Neue Strategien testen, ohne Geld darauf zu setzen 2. Kein Overtrading beim normalen Konto, da man sich am Demokonto austoben kann 3. Ein guter Weg, um zu sehen was passiert, wenn man sich nicht an seine Regeln hält 4. Erfahrungen innerhalb kürzester Zeit sammeln 17

Behavioural Finance: Unrecht haben kann so schön sein, 22 10 2007

Immer wieder sagen Trader - mich eingeschlossen, dass man an der Börse nicht oft Recht haben wird, wenn man erfolgreich handeln will. Insbesondere bei Trendfolge-Strategien wird die Trefferquote i.d.R. unter 50% fallen. Aber das ist kein Problem, solange das System einen positiven Erwartungswert hat - und der absolute Ertrag der Gewinner den absoluten Verlust der Verlierer übersteigt. Dennoch ist es mental nicht ganz einfach zu verkraften, dass man öfter Unrecht als Recht hat. Wir Menschen wollen per se nun mal unsere Meinungen bestätigt bekommen - sowohl im normalen Leben, als auch an der Börse. Ich lese gerne Seth Godin‘s Marketing Blog. Immer wieder schreibt er tolle und intelligente Sachen, aus denen man einiges mitnehmen kann. Jetzt machte er sich zum ―Recht haben‖ Gedanken: I like being wrong. Not enough to make a habit of it, but enough to realize that I‘m actively testing scenarios. Take a fact of dubious authenticity, riff a scenario around it and see if it feels right. That act of scenario building is a key factor in brainstorming, creativity and in problem solving. If you need the core fact to be guaranteed right and perfect, you‘re doomed, because facts like that are in short supply. Seth‘s Blog: The need to be right Er erklärt also, dass er gerne unrecht hat, weil er so seine Szenarien testen kann. Er macht es sich also zur Aufgabe mehrere Szenarien zu entwickeln, um dann zu erkennen mit welchen Überlegungen er am besten fährt - und welche Überlegungen gut funktionieren. Die perfekte Information gibt es nicht. Denn, nur Unrecht haben steigert unsere Kreativität und Lösungsbzw. Ergebnisorientiertes Arbeiten. Niemand kann die Zukunft vorhersehen.

Behavioural Finance: Hast du Vertrauen in deinen Einstieg? 01 10 2007
Politik: ein Streit der Interessen, der sich als Wettstreit der Prinzipien ausgibt. Ambrose Bierce (28) Wer heutzutage Karriere machen will, muß schon ein bißchen Menschenfresser sein. Salvador Dali (6)

Im aktuellen TRADERS ist ein Interview mit Curtis Faith. Ein Antwort von Curtis ist mir besonders aufgefallen, die ich an dieser Stelle noch einmal besonders hervorheben will: Curtis Faith: Wir hatten Kurse, die den Stopp-Level darstellten, wo wir auszusteigen hatten. Das beobachteten wir von Hand, und wenn unser Kurs erreicht wurde, arbeiteten wir die Orders aus. 18

TRADERS‟: Aber dann wurde gezögert, oder, zumindest bei einigen der Turtles? Curtis Faith: Ja, aber mehr beim Einstieg in Positionen als bei ihrem Verlassen. Es ist interessant, ich glaube, die Leute zögern beim Einstieg mehr als beim Ausstieg. Da hat Curtis wohl wirklich recht - und das ist ein Punkt der viel zu selten angesprochen wird. Beim Einstieg darf genauso wenig gezögert werden, wie beim Ausstieg! Denn auch hier kann man wichtige Cent am Tisch liegen lassen. Ist es beim Stopp-Loss der Wunsch Recht zu haben, der uns davor abhält die Position zu schließen, so ist ein verzögerter Einstieg meist ein Zeichen von Angst. Lieber noch diese Bestätigung abwarten - oder ein Signal wird in der Nähe eines möglichen Kontrasignals generiert - soll man da noch einsteigen? Die Antwort ist fast immer ja. Wer beim Einstieg zögert, der hat kein Vertrauen in seine Handelssystematik - und damit eigentlich schon verloren…

Behavioural Finance: Wie man sich selbst ändert, 23 10 2007
Das Wort ―Börsenpsychologie‖ wird in Trading-Büchern inflationär benutzt - zurecht. Immer wieder liest man darüber, dass Börsenerfolg zu 80 oder gar 100 Prozent mentaler Natur sei. Wie kann das möglich sein? Muss ich nicht wissen, welche Aktie morgen um 10% steigt, um erfolgreich zu sein? Nein, muss man nicht. Zumindest nicht als Trader. (Stichwort: R-Vielfaches) Wer den gestrigen Artikel von Brett Steenbarger gelesen hat, der hat sehr viel über Expertise und den Weg zu Spitzenleistungen gelernt. Wie entsteht und fördert man diese Expertise? Nun, man könnte jetzt mit Allgemein-Weisheiten antanzen und sagen, dass man hart arbeiten, sich ständig weiterbilden und im allgemeinen beim Trading sehr diszipliniert sein muss. Aber was bringen diese Plattitüden? Am Ende des Tages nicht viel. Wie man sich in der Praxis tatsächlich ändern kann! Der Psychologe George Kelly hat die Fixed-Role Technik entwickelt. Die Fixed-Role Technik ist eine mentale Übung, die dabei hilft sich selbst zu verändern. Denn, Börsenerfolg ist nun mal mentaler Natur. Man braucht eine gewinnbringende Arbeitseinstellung und Moral. Doch wie erlangt man diese? Wie vermeidet man in Zukunft kleine Verhaltensfehler? Bei der Fixed-Role Technik denkt man sich einen fiktionalen Ideal-Trader aus. Wie würde der ideale Trader aussehen? Man malt sich selbst ein Bild von einer Person, die so tradet wie man glaubt, dass es der beste Trader der Welt tut bzw. tun würde.
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–> Wie arbeitet diese Person? –> Wie reagiert diese Person auf Verluste? –> Wie schaut die Arbeitseinteilung dieses Traders aus? –> Was sind seine Prioritäten im Leben? –> Wie reagiert dieser Ideal-Trader auf Störungen beim Trading (Telefonate, etc.)? –> Was macht diese Person im Urlaub? –> Wie sieht das Privatleben dieses Traders aus? –> Wie ist sein Zeit-Management organisiert? –> Ist er glücklich? Wenn ja, wieso?

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Sobald man sich seinen persönlichen fiktiven Idealtrader erdacht hat, gibt man ihm einen Namen. Damit personalisiert man seine Idealvorstellung. Man erfindet sich also einen idealen Menschen und gibt ihm dann einen Namen. Wenn man die Übung richtig gemacht hat, dann vereint diese erdachte Person alle Vor- und Leitbilder, die wir persönlich haben. Diese erdachte Person ist also das, was wir im Endeffekt unterbewusst eigentlich selbst sein wollen. (Das ist jetzt ein wenig wie das Höhlengleichnis.) Und nun ruft man während der Arbeit sich immer wieder diese Vorbildsperson in Erinnerung. Was würde “Achmed” (ein Beispielsname) jetzt machen? Angenommen der persönliche Idealtrader heißt Achmed. Wenn man jetzt aktiv tradet, so ruft man sich Achmed immer wieder in Erinnerung. Einige Beispiele: Wie würde ―Achmed‖ auf eine Leitzinssenkung reagieren? Würde er zum Computer laufen, oder würde er nur handeln wenn er einen Plan hätte? Wann hätte er sich seinen Plan erstellt? Was würde er aus dem aktuellen Marktgeschehen lernen? Wie findet ―Achmed‖ gute Entries und Exits? Bei Seminaren? Oder beim Trading mit einem Journal? Oder durch Austausch mit anderen Tradern? Sind ihm Entries oder Exits wichtiger? Wie reagiert Achmed auf Verlusttrades? Hält er sich immer an seinen Stopp? Wenn er es nicht tut, wieso nicht? Ist er böse, wenn er einen Verlusttrade erleidet? Wenn nicht, wie ist seine Reaktion? Das waren jetzt 3 Beispielfragen. Doch das Feld ist unendlich. Man sieht, unterbewusst weiß man meistens schon welches Verhalten ―richtig‖ ist - man muss sich das Wissen nur aktiv ins Bewusstsein rufen!

Behavioural Finance: Warum Börse sich so ―schwammig‖ anfühlt,19.09.07
Wenn man das erste Mal mit der Börse in Kontakt kommt, wirkt sie wie ein großes Mysterium. Man weiß nicht genau wie dieses Konstrukt funktioniert ja, man weiß eigentlich nicht mal wieso es die Börse überhaupt gibt, und welchen Nutzen sie für die Wirtschaft hat. Dieses Unverständnis führt bei vielen dazu die Börse als ―schlecht, unmoralisch oder böse‖ zu bezeichnen. Es ist die Hochburg des Kapitals – u. Geld wird insbesondere in europäischen Längsgraden als ―unmoralisch‖ tituliert. Ich möchte diese Debatte ob Geld (mit Geld ist nicht der Materialismus gemeint - Vorsicht: Verwechslungsgefahr) gut oder schlecht ist an dieser Stelle nicht breit treten, sondern eher darauf eingehen warum die Börse wie ein Mysterium auf uns wirkt. (Der folgende Absatz stammt aus dem Buch ―A Whole New Mind - von Daniel Pink und wurde von mir frei, aber sinngemäß übersetzt): Von klein auf sind wir eigentlich digitale Menschen. Wer tendieren dazu Dinge im Kontrast zueinander zu sehen. Schwarz und Weiß. Westen und Osten. Norden und Süden. Arm und Reich. Mars gegen Venus. Logik gegen Emotion. Links gegen Recht. In der Tageszeitung geht es meist um genau diese Gegensätze - egal in welchem Teil der Zeitung. Das Interessante an der Sache ist, dass wir im täglichen Leben nicht nach diesem Prinzip verfahren. Wenn man nur Logik ohne Emotion anwendet, dann würden wir uns so unmenschlich wie Spock verhalten. Nur 20

Emotion ohne Logik wäre eine hysterische Welt in der die Uhren niemals richtig schlügen und die Busse immer zu spät kämen. Im Endeffekt braucht das Ying immer das Yang um zu existieren - man kann es nicht abkoppeln. Quelle: A Whole New Mind - Daniel. H Pink An der Börse ist es genauso. Immer wieder werde ich gefragt, was besser sei: –) Diskretionäres Trading oder Systematisches Trading? –) Chartanalyse oder Fundamentale Analyse? –) Trendfolge oder Antizyklik? –) Trading oder Investment? –) Teilverkäufe oder Winner-Takes-It-All? –) Aktienscanner oder manuelle Arbeit? –) Überteuertes shorten oder billiges kaufen? –) ….die Liste lässt sich beliebig weiterführen

Auch an der Börse braucht das Ying immer das Yang.
Ich denke, es wird klar worauf ich hinaus will. Gerade in einem ―offenen Umfeld‖, wie die Börse es ist, gibt es kein wirkliches Richtig oder Falsch. (Natürlich gibt es Grundregeln, die man nicht verletzten sollte - doch die Konzepte an sich sind sehr schwammig. Und interessanterweise verletzt man als Anfänger ALLE dieser Basiskonzepte.) Auch an der Börse gilt, dass man eher das Gesamtkonzept betrachten muss, und je nach Situation urteilt. Hier kommt die rechte Gehirnhälfte ins Spiel. Denn nur mit der analytischen, linken Gehirnhälfte hat man an der Börse bereits verloren. Wieso? Viele Trader sind analytisch. Sie haben guten mathematischen Background und können sich auch disziplinieren. Sie bekommen eben die Buchhalter-Mentalität. Sie wurden dazu konditioniert, dass das freischaffende arbeiten ala ―Ich kauf mal eben ein paar Infineon-Aktien‖ oder ―Die kommen schon wieder auf meinen Einstandspreis zurück‖ langfristig keinen positiven Erwartungswert hat. Dann flüchten sie von komplett kreativer Arbeit (Bauchgefühl) zu komplett disziplinierter Arbeit - und hoffen dort ihren Segen zu finden. Meine Frage an euch: Wieso scheitern diese Trader langfristig gesehen genauso wie die Draufgänger-Trader? Und woran könnte das liegen?

Behavioural Finance: Nicht immer Neues beginnen, sondern wissen mit was man aufzuhören hat. 4 09 2007
Auf meinem Nachttisch liegt derzeit ein fabelhaftes Buch mit dem Titel: ―What Got You Here, Won’t Get You There. - How Successful People become even more successful‖ Mich hat der Untertitel von dem Buch angesprochen. Denn ist man erst einmal auf dem richtigen Weg, dann wird es schwierig gute Bücher zu finden. Börsianer können davon ein Lied singen. An alle Trading-Experten unter euch: Könnt ihr euch noch erinnern wie ihr mit der Börse angefangen habt? Jedes Buch warf mit neuen Fachbegriffen um sich, und man wusste anfangs nicht so recht wo man denn eigentlich anfangen sollte. Doch wenn man sich dann mal durch ein paar Bücher gearbeitet hat werden neue Ideen und Konzepte immer 21

seltener. Immer öfter trifft man alte und bekannte Ansätze. Das ist auch bei Selfcoaching Büchern so. Ich versuche regelmäßig auch Management und Psychologie Bücher zu lesen, weil das die Bücher sind, die einen mental wirklich weiter bringen. Und ―What Got You Here, Won’t Get You There‖ ist ein Buch das sich genau an die bereits gut ausgebildete Zielgruppe richtet. Hier wird nicht mehr davon geschwafelt, dass man sich ein Ziel setzen muss und es dann auch erreicht bzw. wie das am besten geht. Man ist ja lernfähig und beginnt gewisse Konzepte zu verstehen. Und jetzt? Ist man jetzt perfekt? Nein, man hat mit neuen Problemen zu kämpfen; Problemen die abseits der breiten Masse liegen. Und deshalb sind Bücher wie dieses auch so spärlich. Das Konzept des Aufhörens Ein Konzept aus dem Buch (ich glaube es war Kapitel 3) ist das Konzept des Aufhörens. Erfolgreiche Menschen sind darauf konditioniert zu beginnen. Neuanfang wird mit Wachstum gleichgesetzt. Doch genauso wichtig wie das Beginnen ist auch das Aufhören. Doch aufhören geht selten mit Anerkennung oder einer Gehaltserhöhung einher. Im Buch wird das Beispiel des AOL-TimeWarner Mergers gebracht. Einer der größten Mergers allerzeiten und gleichzeitig auch der größte Flop allerzeiten. An einem gewissen Punkt wäre es klug vom Management gewesen das Ganze abzublasen. Doch kann man dann vor die Kamera gehen und sagen: ―Seht her, ich bin ein guter Manager. Ich habe die Firma vor dem schlechtesten Deal allerzeiten bewahrt.‖ Wahrscheinlich würde so eine PR-Konferenz mit einer Kündigung einhergehen. Oder nehmen wir den mittleren Angestellten einer Firma. Wenn er einen neuen Deal an Land zieht, dann wird bei Kollegen posaunt und die gute Nachricht verbreitet. Und was, wenn man sich von einem Deal trennt, der der Firma keinen Nutzen brachte? Tja, da kann man leider keine Lorbeeren einsammeln gehen…. Doch nur weil Aufhören nicht so viel Ruhm wie das Anfangen hat, kann das Aufhören sogar wichtiger sein. Zumindest eben ab einem bestimmten Level. Nur: über das Aufhören hört man nicht so viel. Ein Managementbuch mit dem Titel: ―Welche Charakterzüge Sie sich abgewöhnen müssen, um Erfolgreich zu sein!‖ ist wahrscheinlich ebenso erfolglos wie ein TradingBuch mit dem Titel: ―Die größten Anfängerfehler beim Trading!‖ Unsere Gesellschaft ist nun mal auf ―Neu‖ konditioniert. Besser gesagt: Jeder von uns ist es. (Denn Bücher kaufen ja auch ―wir.‖ Und da sind wir getrieben von ―Neu‖.) Doch viele fortgeschrittene Trader sind ständig auf der Suche nach Neuem. Ein neuer Indikator? Eine neue Intermarket-Korrelation? Eine neue Money Management Technik? Dabei ist aufhören auch so denkbar einfach. Ein Trading-Tagebuch kann dabei helfen.  Muss man beispielsweise aufhören, zu versuchen am Höchstkurs zu verkaufen?  Muss man vielleicht damit aufhören den idealen Stopp-Loss zu finden?  Oder muss man vielleicht damit aufhören von einer Analysetechnik zur nächsten zu springen?  Oder muss man vielleicht damit aufhören jede Strategie zu verwerfen, sobald 2 Verlusttrades in Folge aufgetreten sind? ―Old Habits Die Hard‖ - ich weiß. Aber das ist der Weg zur wahren Spitzenleistung! Viel Spaß bei einem kleinen Selbstfindungstrip heute Abend. Er bringt wahrscheinlich mehr, als 10 neue Börsenbücher…

Dr. Van Tharp’s Online Trader-Test 29 08 2007
Unsere Wünsche sind die Vorboten der Fähigkeiten, die in uns liegen. Johann Wolfgang von Goethe (68) Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt. Mark Twain (35)

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Man kennt es aus Lifestyle-Zeitschriften. Man muss ein paar Kreuze zu banalen Fragen setzen, und schon bekommt man eine kurze Anleitung, was man im Leben nicht alles besser machen könnte. Man muss nur seine Punkte zusammenzählen und anschließend in der richtigen Kategorie nachlesen. Meistens sind diese Tests weniger als nur nutzlos. Deshalb war ich doppelt positiv überrascht über den neuen Trader Test vom Dr. Van Tharp. Ich habe zwar auch hier alle Fragen beantwortet, doch die Einschätzung zu meiner Persönlichkeit - und was ich besser machen kann bzw. sollte wurde mir auch gleich präsentiert. Alles kostenlos - und erstaunlich zutreffend. Tja, ist halt eben ein echter Psychologe der Vanny Viel Spaß beim Trader-Test! Achja, euch interessiert wahrscheinlich was zu meiner Persönlichkeit rausgekommen ist. Hier meine persönlichen Ergebnisse: Trading Strengths 1. Enthusiasm and a willingness to take action; you probably don‘t have a problem with pulling the trigger or trying new trading systems. 2. You can easily trade a new system comfortably using real money and small position sizing. 3. If you understand low risk trading ideas then you should be able to trade quickly and easily. Although this is a great strength, if you don‘t understand the importance of position sizing, then it could be fatal. Trading Challenges 1. Discipline, follow through and attention to detail will always be challenges, and you need to find ways to achieve these that are automatic, scheduled and regular. 2. You are easily influenced by external sources which means you need approval from others to feel good about yourself rather than being able to trust objective data (this is probably why you want a mentor). 3. Because you get excited about new things, and like to share often, you can easily get distracted from something that works. 4. Good trading is boring, therefore you will need other external ways of fulfilling your need for excitement. Jeder hat Stärken und Schwächen - und ich weiß, dass es Jahre für mich gedauert hat die nötige Disziplin aufzubringen. Punkt 4 meiner Schwächen hat mir lange Zeit zu schaffen gemacht - und ist meine Antwort auf die ewige Frage: ―Wenn du ein echter Trader bist, warum sprichst du dann bei Seminaren? Wenn du Geld an der Börse verdienen würdest, dann hättest du das nicht nötig!‖ Egal, was bei Ihrem Test raus kommt. Jeder hat Stärken u. jeder hat Schwächen. Es gibt bei solchen Dingen kein gut und kein schlecht. Wichtig ist nur, dass man so handelt und sein Traderleben so gestaltet, dass es perfekt um die Stärken und Schwächen aufgebaut ist. Tja: Selbst an der Börse geht es nicht nur ums Geld… jaro g.: so, hier sind nun meine ergebnisse (21.01.2008): You are a Strategic Trader! You probably live in a world of ideas and strategic planning. This is because you value intelligence, knowledge, and being competent. These are great qualities for a trader/investor. In fact, you have the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture, new possibilities and connections between things. You make decisions based on logic and analysis and you are decisive, orderly and do things sequentially). You have an original mind and a great drive to implement your ideas and achieve your goals. Thus, if trading success is important to you, you'll probably find a way to achieve it... das ergebnis schmeichelt so sehr ;o), nun bin ich gespannt auf den FREE COMPREHENSIVE REPORT 04.04.2008 => i‘m still a strategic trader!!! after loosing so much money in march 2008, i was afraid that my trading attitude has changed to ‗compulsive gambler‘ (= zwanghafter zocker) or the like, but it hasn‘t! so, there is still some hope for my soul and for improvement of my trading results !!! One of your Trading Strengths: Originality and drive; willingness to follow your ideas through to completion. One of your Trading Challenges: Probably so logical that you don't recognize when emotions are causing you to self-destruct. Your Free "Trader Type" Report is just moments away... Register now to see the complete list of trader types and to get your comprehensive report. Details include the strengths and challenges of your trader type; the identity of a famous trader in your group; solutions and resources to help you become the best trader you can 23

be and our free weekly newsletter - Tharp's Thoughts (If you already receive the newsletter you will not receive it twice and you can unsubscribe at any time)

Strategic Trader (Click here for a brief overview of all trader types )
You probably live in a world of ideas and strategic planning. This is because you value intelligence, knowledge, and being competent. These are great qualities for a trader/investor. In fact, you have the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture, new possibilities and connections between things. You make decisions based on logic and analysis and you are decisive, orderly and do things sequentially). You have an original mind and a great drive to implement your ideas and achieve your goals. Thus, if trading success is important to you, you'll probably find a way to achieve it. You are quick to see patterns in the market and develop a perspective that allows you to take advantage of it. Consequently, we recommend that you study what great traders typically do because, if you do, you'll probably become one of them. You are an avid learner and thinker therefore understanding trading and trading systems will probably be something that is quite easy for you to grasp. You easily understand abstract and complex theories and can be a master of conceptual and analytical thinking. If you become committed to trading success, you'll probably have no problem developing a business plan to help you succeed as a trader. In addition, you tend to be independent, which is an essential quality of traders, and have high standards for your performance as a trader. As a trader, you'll probably focus on observing the markets and generating ideas and possibilities for generating profits. This is one of the primary reasons that, if you commit to it, you have the potential to be an excellent trader/investor. In addition, since you have all of the primary qualities that most of the top traders have, if you apply yourself, then your chances of success are very high.

Example Trader
Paul Tudor Jones

Trading Strengths
1. Originality and drive; willingness to follow your ideas through to completion. 2. Quickly see patterns and possibilities, with the ability to rapidly hypothesize and generate low risk trading ideas. 3. You could probably generate a trading business plan and trading systems quite easily and naturally. 4. Able to understand and trade in both short and long term positions. 5. You strive to be the best and only want to associate with the best.

Our best example of a strategic trader is Paul Tudor Jones. Jones has been one of the world's best hedge fund managers. And when the funds he had under management surpassed a billion dollars, he hired a coach to really teach him what we now call "topdown discipline." Today he lives by an unbelievable routine and schedule because he simply must be the best. He's never had a down year. His worst performance was in 2000, when offshore Tudor BVI Global Portfolio fund delivered 11.6%. According to Forbes, Paul Tudor Jones ranks 113 among the world's richest men. Paul Tudor Jones is known for saying, "I'm always thinking about losing money as opposed to making money. Don't focus on making money, focus on protecting what you have"

Trading Challenges
1. Probably so logical that you don't recognize when emotions are causing you to self-destruct. 2. You have a strong desire to be right, even to the extent of perfectionism. This might cause you to never actually trade because you're continually trying to develop or buy better systems. 3. You may be susceptible to the loss trap. Therefore you may not honor your stops because you want to be right about your trades.

=> oh, gott! woher kennt dieser mensch meine psyche + lebenseinstellung? von den 35 antworten? :o)) 24

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind. Albert Einstein

Strategic Trader - Solutions Matrix
As a Strategic Trader, we know that you have high aspirations and standards and are more than capable of doing things well on your own. However, we know you want to be the very best and learn from the very best. Dr. Van K. Tharp has studied traders for over 20 years and has significant experience and expertise in the trading and investing arena. The following challenges are the ones that he has observed in traders of your type. Take a moment to read through the challenges and the variety of resources and solutions that may be of interest to you.

Challenge #1 Recognizing Mistakes - Logic over Emotion
As a Strategic Trader you are probably so logical, that you don't even recognize when your emotions are causing you to self-destruct. You must overcome the tendency to have your logic be so dominant that you cannot recognize mistakes; because repeated mistakes equal self-sabotage.
FREE: Read

the Mistakes Article (SUPERGEIL !!!) Peak Performance Home Study Course + Peak Performance 101 Workshop

OTHER RESOURCES:

Challenge #2 Perfectionism
You have a strong desire to be right, even to the extent of perfectionism. This might cause you to never actually trade because you are continually trying to develop or buy better systems. You probably don’t need people telling you what to do and may even find that your perfectionism has served you in many ways throughout your life. However, in the trading arena it would be practical to learn to avoid perfectionism so that you are able to learn the best ways to evaluate trading systems.
FREE

Learn the Fundamentals of "Tharp Think"
OTHER RESOURCES

Article: "How Academia Shapes Financial Thinking and Vice Versa" + Book: Trade Your Way to Financial Freedom + How to Develop a Winning Trading System Home Study Course + How to Develop a Winning Trading System Workshop

Challenge #3 Need to be Right
You may not honor your stops because you want to be right about your trades. This can lead to an even bigger issue and make you susceptible to the "loss trap." To win at trading, you must learn about the loss trap and

how to overcome it.
FREE + NOT FREE ;-)

Read the Loss Trap Article + other: Peak Performance Home Study program

All Trader Types
Accurate Trader
If you are an accurate trader, then you tend to be quiet and very responsible in meeting your obligations even beyond the call of duty. You are also thorough, practical and very accurate. You are the type of person that I'd want keeping track of my trades and that is your strong point. Your world probably tends to be very concrete and you value harmony

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and co-operation. However, trading/investing ideas tend to be very abstract. In addition the trading world tends to be very solitary (= einsam)... One of your Trading Strengths If someone hands you a system that works – you can follow through with it. You like things that are proven. One of your Trading Challenges Thinking too much could lead to analysis paralysis which could be a constant threat.

Administrative Trader
People who fit into this category have several of the qualities that make a good trader. You tend to be practical and realistic, and decisive. You move quickly to implement decisions and these are all good for trading. You love facts and what you think is concrete. You are very good at making sure that things run smoothly. As a result, you tend to be good at organizing projects and people to get things done the most efficient way possible... One of your Trading Strengths You should have no problems staying with and executing a simple trading system that someone gives you and you feel confident about. One of your Trading Challenges You love the details of trading system analysis and development so much but you can often be working on the wrong things. Your efforts can be misguided if you are following the wrong guidelines or advice.

Adventurous Trader
Generally you are a quiet and flexible observer until a problem appears and then you act quickly to find a solution. You are good at determining what makes things work and going through a large amount of information to find out what is important. This quality will help you immensely as a trader. You are not easily persuaded by anything that is not based on fact. However, if your orientation tends to be external, then you are probably a big risk taker... One of your Trading Strengths You're great at analyzing details to determine what makes things work. One of your Trading Challenges You might have problems with self analysis which is critical to eliminating mistakes in trading.

Accurate Trader
If you are an accurate trader, then you tend to be quiet and very responsible in meeting your obligations even beyond the call of duty. You are also thorough, practical and very accurate. You are the type of person that I'd want keeping track of my trades and that is your strong point. Your world probably tends to be very concrete and you value harmony and co-operation. However, trading/investing ideas tend to be very abstract. In addition the trading world tends to be very solitary... One of your Trading Strengths

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If someone hands you a system that works – you can follow through with it. You like things that are proven. One of your Trading Challenges Thinking too much could lead to analysis paralysis which could be a constant threat.

Artistic Trader
Being an Artistic Trader suggests that you enjoy what's going on around you and being in the "now." You like to have your own space and work within your own time frame. In this sense you enjoy the independence of trading, although not the fixed hours of the markets. One of your strengths is your ability to be open-minded, adaptable and flexible, so if you can figure out how to apply that to trading, it will improve your chances of success... One of your Trading Strengths You have an ability to be open minded, adaptable and flexible within your trading. One of your Trading Challenges Finding and fixing mistakes are not preferred behaviors.

Detailed Trader
The Detailed Trader type suggests that you are very quiet and serious. You tend to earn your success by being thorough, methodical, systematic, organized, and dependable. You are also realistic and responsible as long as things make sense for you. You have two of the three qualities that are necessary for trading success (i.e. You make decisions based on logic and analysis and you are decisive, orderly and do things sequentially). Thus, if you are willing to commit yourself, you'll probably be quite successful as a trader. However, you may need some help seeing the big picture that is necessary for trading success... One of your Trading Strengths You should have no problems staying with and executing a simple trading system that someone gives you and you feel confident about. One of your Trading Challenges You love the details of trading system analysis and development so much but you can often be working on the wrong things. Your efforts can be misguided if you are following the wrong guidelines or advice.

Facilitative Trader
The Facilitative Trader type suggests that you are very quiet and serious. You tend to be very sociable and good at facilitating others as a group leader. You tend to provide inspiring leadership as you find potential in everyone and you want them to fulfill their potential. As a result, you might be a good leader of traders, but be aware that you could be stretching yourself to be an individual or solitary trader. However, you probably like to be well organized, which is quite a useful trait for a trader/investor and you do have two of the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture and connections between things. You are also decisive, orderly and able to do things sequentially). Furthermore, you'll work at maintaining structure but you probably do not like to deal with logic and ideas, so trading system development could be a big problem for you.

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One of your Trading Strengths You bring energy, creativity and a willingness to explore new ideas to system development and trading. One of your Trading Challenges May have a need for external confirmation of your ideas, systems and beliefs to the detriment of developing your own system.

Fun-Loving Trader
You tend to be optimistic, outgoing, playful, loving life, the people around you and your material comforts. You probably enjoy working with others to make things happen and are more gregarious than the other trader types, finding security in your connection with others. You also bring a logical, common sense approach to your work. And you like to things to be fun. You are highly productive and have an infectious zest for life (ansteckende Lebensfreude) One of your Trading Strengths If you choose to trade, you would be optimistic about your chances in the markets. One of your Trading Challenges You will have a tendency to throw good money after bad to try to jumpstart a losing trade and turn it around.

Independent Trader
If the markets interest you, you'll probably work to develop a logical explanation for how they work. This is because you love theoretical ideas and abstract concepts (in fact, much more so than people interactions). This can be great for trading success, if you don't get too theoretical. This type of trader profile suggests that you value knowledge above all else. As a result, you'll be constantly generating new ideas about the market or trying to disprove the ideas that you learn from others... One of your Trading Strengths You can quickly determine if a new style of trading or system will fit well with your personality. One of your Trading Challenges Your trading could dominate your time and you could become socially isolated, which in turn could upset others, particularly if you have a spouse.

Innovative Trader
Your goal is probably to understand the world, constantly absorbing new information that comes your way. You then process all of this through your intuition to quickly size up what is going on around you. This can be an excellent quality for traders and investors if you get the right information. Otherwise your decisions and conclusions may tend to be flawed. And this could be costly for you as a trader... One of your Trading Strengths You can quickly determine if a new style of trading or system will fit well with your personality and you get very excited about it.

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One of your Trading Challenges You want external confirmation for everything and have a strong need for a mentor.

Planning Trader
You tend to be decisive and to the point. You'll quickly assume leadership when it is called for by the circumstances around you. You have the ability to quickly develop and implement trading systems to meet your needs. You have the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture, new possibilities and connections between things. You make decisions based on logic and analysis and you are decisive, orderly and do things sequentially). You can easily spot logical inefficiencies in the market and take advantage of them, especially if you are pointed in the right direction. You enjoy long-term planning and goal setting and seem to enjoy learning, expanding your knowledge and staying well-informed... One of your Trading Strengths Originality and drive; willingness to follow your ideas through to completion. One of your Trading Challenges Probably so logical that you don't recognize when emotions are causing you to self-destruct.

Socially Responsible Trader
Socially Responsible traders tend to be very loyal, especially to your values and to people who are important to you. In addition, you want an external life (and a market) that is congruent with your values. However, the market is going to do what it is going to do. You tend to be quick at seeing the possibilities, meaning that you can easily find opportunities in the market. You probably deal with the market according to your personal values and how you feel at the time... One of your Trading Strengths Totally motivated by your values and what "feels right" to you. One of your Trading Challenges Without an understanding of how to evaluate systems, you may persist in your market and trading beliefs despite the weight of objective evidence to the contrary.

Strategic Trader (that’s me ;-)
You probably live in a world of ideas and strategic planning. This is because you value intelligence, knowledge, and being competent. These are great qualities for a trader/investor. In fact, you have the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture, new possibilities and connections between things. You make decisions based on logic and analysis and you are decisive, orderly and do things sequentially). You have an original mind and a great drive to implement your ideas and achieve your goals. Thus, if trading success is important to you, you'll probably find a way to achieve it... One of your Trading Strengths Originality and drive; willingness to follow your ideas through to completion. One of your Trading Challenges

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Probably so logical that you don't recognize when emotions are causing you to self-destruct.

Supportive Trader
You tend to focus on the details of life, seeing what needs to be done and doing it in a conscientious manner. You take your responsibilities very seriously and you are very dependable, practical and realistic. At the same time, you strongly value security and stability. You tend not to be a risk taker, but you could see yourself as an investor as long as you had a structure to work under... One of your Trading Strengths Your creativity often comes from flashes of insight into the nature of things or the needs of people. One of your Trading Challenges You have trouble taking socially adverse trades, which if you dig deep would eliminate a lot of options for you in trading.

Values Driven Trader
Value Driven Traders typically need to do their own thing and trade something they deeply believe in that is selfgenerated. If you've listened to the media about what's important to success, then you could find yourself trading with some version of that, but with disastrous results. You tend to get your sense of meaning out of relationships, ideas, and material possessions, which suggests that you would tend to be motivated to make money. You have two out of the three characteristics that make a great trader you have the three core qualities that are essential to being a great trader (i.e. you have the ability to see the big picture, new possibilities and connections between things. And you are decisive, orderly and do things sequentially)... One of your Trading Strengths Can readily grasp how the markets work and develop new low-risk ideas. One of your Trading Challenges If you accept the status quo of society and how trading ―should be done‖ as your understanding of the markets, then you’ll probably jump right in and make a mess of things.

Behavioural Finance: So werden Sie schnell REICH !
29 08 2007

Viele Börsianer und Trader beschäftigen sich mit der Börse, weil sie schnell reich werden wollen. Entweder es funktioniert - oder eben nicht. Spiel das Spiel anders! Spiel das Spiel so, als ob du dir ganz fest vorgenommen hast niemals aus dem Spiel auszuscheiden. Wenn deine Grundzielsetzung eine andere ist, wird das auch Einfluss auf dein tägliches Tun und Wirken haben. M.Meyer (19:58:02) : Man kann reich werden, allerdings nicht schnell. Gruß pierre (20:01:48) : Ganz genau! Diesen Umstand wollte ich mit der Grafik daneben ein bißchen ausdrücken. Langsames und stetiges 30

Wachstum, und wenn die persönliche Erfahrung dann da ist, dann gibt es den Turbo! Aber bis zum BoostBalken müssen ein paar normale Balken vergehen. Und die zeigen i.d.R. nicht nur nach oben! Happy Trading, Pierre Tobias (20:13:59) : Ein kleiner Artikel, den die meisten wahrscheinlich schnell überlesen, der aber dennoch zum nachdenken anregen sollte. Was will man als Trader? Systematisch seine Equity Kurve erhöhen oder den ―schnellen Gewinn?‖

Das Geheimnis erfolgreicher Börsianer: In 3 Minuten 7 06 2007
Kennen Sie das: Sie lesen ein Interview mit einem erfolgreichen Menschen. (Schauspieler, Politiker, Unternehmer, Künstler, etc.). Die Frage die der Interview IMMER stellt ist: ―Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?‖ Die Antworten sind meistens enttäuschend. Denn die Regeln des Erfolges sind immer und überall die gleichen. Egal, welche Ziele Sie sich stecken. In diesem 3 Minuten-Video von TED werden die Geheimnisse erfolgreicher Menschen gelüftet.. Das einzige Geheimnis ist, dass es keines gibt. ..\0_videos\success - ask successful people.avi.flv

Das +/= Syndrom, 29 05 2007
An der Börse lauert eine psychologische Falle nach der anderen auf Sie. Wenn Sie nur ein einziges Mal nicht aufpassen, dann können Sie sich an einem Tag die Arbeit mehrere Monate oder sogar Jahren kaputt machen. Das darf auf keinen Fall passieren! Das +/= Syndrom stammt eigentlich aus der Schachwelt, ist aber auch an der Börse ein großes Problem. Dennoch wird kaum darüber gesprochen… Beim Schach wird in Punkten Statistik über den Spielverlauf geführt. Ein Bauer zählt einen Punkt, ein Läufer und ein Springer zählen drei, und so weiter und so fort. So kann man während des Spiels verfolgen, ob schwarz oder weiß gerade im Vorteil ist. Wenn die Punktezahl zwischen beiden Spielern fast ausgeglichen ist, aber ein Spieler doch um eine Idee vorne liegt, dann bekommt er das ―+/=‖-Zeichen verpasst. Dieses Zeichen soll anzeigen, dass das Spiel ausgeglichen ist, aber ein Spieler eben einen Funken Vorsprung hat. Der Spielstand ist fast gleich - nur ein kleines Plus herrscht vor. Spieler die das +/= Zeichen auf Ihrer Seite haben versuchen es auf Ach und Krach zu verteidigen. Sie verlieren das Gesamtziel, den Sieg, aus den Augen. Jeder Zug wird fortan nur mehr gemacht, um den kleinen Vorteil zu wahren. Sobald sich der Spieler auf das +/= Zeichen konzentriert, sprich seinen kleinen Vorteil konservieren will, wird er anfällig für Fehler. Der Gegner kann leichter und schneller angreifen - und gewinnt den Vorteil, wenn nicht sogar das ganze Spiel, für sich. Das +/= Syndrom bei Tradern Trader leiden oft unter dem gleichen Syndrom. Sie erwirtschaften eine kleine Rendite. Diese Rendite ist weder hoch, noch toll, noch sonst irgendwie bemerkenswert. Es ist eben nur ein kleiner Vorteil. Doch plötzlich tritt das ―+/=‖-Syndrom auf den Plan. Die Trader wollen den kleinen Vorsprung nicht mehr hergeben. Alles, was jetzt zählt, ist nicht mehr ins Minus zu kommen. Sie verpassen Gelegenheiten, werden grundlos konservativer und risikoaverser. Das einzige Heilmittel gegen das ―+/=‖-Syndrom ist eine progressive Verhaltensweise. Seien Sie stets darauf bedacht Ihren Vorteil auszubauen. Verbessern Sie immer Ihre Position. Auch wenn es bedeutet, dass Sie in einer ―gemütlichen Ausgangslage‖ neue Risiken eingehen müssen. Aber hallo, es ist ja auch die Börse!

Live-Trading 2.0: Ein guter Trackrecord ist wichtiger als das schnelle Geld 8
11 2007

Viele Trader beginnen mit dem Trading, und erträumen sich das schnelle Geld. Man hat die Autokataloge quasi schon neben der Anleitung für die 31

Handelssoftware liegen. Ich muss sagen, diese Herangehensweise an das Trading hat glaube ich noch nie bei irgendjemandem funktioniert. Wer so beginnt, trägt mentale Scheuklappen und ignoriert das Risiko. Den Blick nur auf etwaige Gewinne gerichtet, achtet man fortan weder auf Einzel-, Markt- oder Portfoliorisiko. Ich bekomme immer wieder Mails in denen gefragt wird, ob man denn mit einem Konto von 10.000 Euro vom Trading leben könnte? Wie siehts aus bei 20.000 Euro? Und was, wenn ich nur 3.000 Euro habe? Also, wenn man mit einem normalen Konto von 10.000 bis 20.000 Euro beginnt, dann heisst das, dass man dieses Konto mal eine Zeit lang nicht anzugreifen hat! Man hat für mindestens 3-4 Jahre die Finger von diesem Konto zu lassen, wenn man denn ernsthaft in Zukunft vom Börsenhandel leben will. Angenommen ich brauche 2.000 bis 3.000 Euro jeden Monat, um mein Leben zu finanzieren und ich habe ein Konto von 20.000 Euro. Ich müsste also brutto jeden Monat rund 20-25R verdienen, nur um meine Lebensunterhaltkosten zu bezahlen. Denn, es wollen Steuern und Fixkosten fürs Trading bezahlt werden - so bleiben dann netto 10-15R über. Dann verdient man also 20R im Monat und deckt seine Lebensunterhaltskosten. Von neuem Porsche oder sonstigen Dingen ist hier gar nicht die Rede. Und was, wenn man am Beginn seiner Karriere mal 2 Monate kein Geld verdient? Dann muss man plötzlich 40,50 oder gar 60R verdienen, nur um wieder auszugleichen. Keine Frage, dass all das unmöglich ist. Vom Trading leben tut man nicht so schnell. Das schnelle Geld gibt es an der Börse nicht - und wer sein Geld schnell verdient, der verliert es in der Regel ebenso schnell. (Er hat es ohne Risikomanagement verdient, muss es aufgrund der Gesetzen der Mathematik also früher oder später wieder verlieren.)

Behavioural Finance: Was Hegel über Händler sagte 11 12 2007
Zum Handeln gehört wesentlich Charakter, und ein Mensch von Charakter ist ein anständiger Mensch, der als solcher bestimmte Ziele vor Augen hat und diese mit Festigkeit verfolgt. G. W. Friedrich Hegel

Quelle: FAZ.net

Das Trading-Konto ist ein gebundenes Sparbuch! Das Geld in einem Tradingkonto sollte für eine Weile gebunden werden. Mindestens 3-4 Jahre sollte man es nicht angreifen - im Gegenteil, regelmäßiges Einzahlen ist eigentlich gefragt. Man sollte Geld nicht als Ziel haben, solange man ein Konto unter 100.000 Euro handelt. Bis dorthin ist angreifen des Kontos absolut Tabu. 32

Und bis 100.000 Euro sollte man sich darauf konzentrieren einfach einen ausgezeichneten Trackrecord zu erstellen. Wer mit einem Trackrecord dokumentieren kann, dass er nicht nur ein desillusionierter Zocker ist, der kann nachher auch gerne bei einem Hedge-Fonds arbeiten. Man wird ihn mit offenen Armen empfangen - doch hat man keinen Trackrecord, so bleiben die Türen in diese Welt normalerweise verschlossen. Fazit: Handelt mal 12 Monate lang, dann seht ihr wie viel R ihr als durchschnittlichen Erwartungswert habt. Dann könnt ihr einen Businessplan formulieren, wann man vom Trading leben kann. Aber zum Glücksspielen bitte ins Casino gehen! Danke!

Behavioral Finance: Die 12 Eigenschaften guter selbstständiger Trader

3 08 2007

Selbstständiger Trader zu sein bietet viele Vorteile. Man kann sich die Zeit so einteilen wie man will. Wenn man eher abends arbeiten will, konzentriert man sich auf die USA. Wer die normalen Arbeitszeiten einhalten will handelt am europäischen Markt. Man kann selbst einem normalen Job nachgehen und sich nachmittags nur auf die USA konzentrieren. Als selbstständiger Trader kann man ortsunabhängig arbeiten. Und man wird stets leistungsgerecht bezahlt. Es gibt keine internen Machtkämpfe und keine Bürokratie. Eine ganz schöne Arbeitsumgebung. Doch die leistgerechte Bezahlung ist Vor- und Nachteil zugleich. Ohne Anstellung gibt es keinen monatlichen Gehaltsscheck, dafür aber monatliche Fixkosten. Drawdownphasen treten trotzdem auf - also kann es auch Monate geben in denen man Geld verliert. Diese Monate tun einem privaten Trader, der nur von Börsengewinnen lebt besonders weh. Ein selbstständiger Trader muss nicht nur erfolgreicher Börsianer, sondern auch strategischer und operativer Manager seines 1-Mann Unternehmens sein. Um diese Aufgabe erfolgreich zu meistern sind ein dutzend verschiedene Charakterzüge wichtig (inspiriert aus dem Management). Hier zu den 12 Punkten:

1. Flexibilität
Die Märkte ändern sich konstant. Man muss seine Strategien aktiv handeln und stets anpassen. Doch der Grat zwischen Flexibilität und Disziplin ist sehr schmal. Wann ist es nur eine Drawdownphase die man durchstehen muss, und wann ist der Punkt gekommen an dem man sein System verwerfen muss? Erfahrung ist für zielgerechte Flexibilität unumgänglich. Erfahrung ist die Summe aller Fehler die bisher gemacht wurden. Fehler führen dank Lerneffekt zu langfristig guter Flexibilität. Doch auch die Technologie und die Analysemethoden entwickeln sich ständig weiter. Neue Technologien und Entwicklungen in der Branche müssen verfolgt werden, um stets an der Frontier zu arbeiten und nicht von anderen Marktteilnehmern übervorteilt zu werden.

2. Optimismus
Erfolgreiche Börsianer sind nicht erfolgreicher weil sie intelligenter sind oder keine Fehler machen. Jeder Trader macht Fehler und hat zeitweise mit Rückschlägen oder sogar Tiefphasen zu kämpfen. Doch er steckt Rückschläge weg und versucht aus Fehlern zu lernen. Er ist optimistisch weil er eine gewinnbringende mentale Verfassung hat. Er weiß, dass er für Gewinne und Verluste selbst verantwortlich ist. Er gibt für Verlusttrades niemanden die 33

Schuld: nicht dem Broker, nicht den Analysten und nicht dem irrationalen Markt. Vielmehr verstehen Gewinner, dass Verlusttrades ein wichtiger Teil des gewinnbringenden Spiels sind. Man muss die Verluste begrenzen, um die Gewinne laufen lassen zu können.

3. Kreativität
Man ist immer auf der Suche nach Strategien. Wer viel mit Charts spielt bekommt ein Gespür für den Markt. Mit der Zeit springen gewisse Muster aus dem Chart dem Analysten ins Auge. Strategien werden anschließend falsifiziert und schaffen vielleicht den Qualitätstest zur real implementierten Strategie. Doch der kreative Prozess erfolgt ständig beim Börsenhandel. Sowohl bei der Strategiefindung als auch bei mentalen Entwicklung wird ständig geschraubt und gearbeitet.

4. Selbstbewusstsein
Hat man erst einmal eine Strategie gefunden, so muss diese implementiert werden. Keine Strategie wird eine Trefferquote von 100% haben. Es wird also immer zu Verlusttrades kommen. Jetzt gilt es mit Selbstbewusstsein diszipliniert zu handeln. Egal was passiert und was in den Zeitungen steht. Man hat die Strategie falsifiziert und jetzt gilt sie auch im Markt umzusetzen. Man bracht das Selbstbewusstsein aber auch um Verlustphasen durchzustehen und nicht das ganze Unterfangen ―Trading‖ zu hinterfragen, wenn es mal 6 Wochen nicht so gut läuft.

5. Ein eigenes Profil
Sie müssen sich selbst kennen und die Strategie muss zur Perönlichkeit passen. Extrovertierte, schnelldenkende Menschen fühlen sich wahrscheinlich im kurzfristigen Tradingbereich besser aufgehoben. Introvertierte Menschen, die auch bei Entscheidungen gerne Vor- und Nachteile abwägen sollten sich eher auf mittelfristige Strategien konzentrieren. Wenn Sie gerne mit Zahlen spielen sollten sie quantitaive Analysemethoden verwenden. Wenn Sie eher mit der linken Gehirnhäfte denken fühlen Sie sich wahrscheinlich bei der Chartanalyse gutaufgehoben. Oder vielleicht interessiert Sie auch die Fundamental - Analyse am meisten…

6. Mut zur Spezialisierung
Es gibt unendliche viele Analystechniken und Möglichkeiten. Man kann nicht alle und immer verfolgen. Und wenn man das täte bekäme man sowieso nur widersprüchliche Signale und man wäre im Endeffekt total verwirrt. Candlesticks, Trendlinien, KopfSchulter-Formationen, Indikatoren, Handelssysteme, genetische Algorithmen, Futures, Optionen, CFDs, Forex, Zertifikate , Bilanzanalysen, ad-hoc Analysen — es gibt unendlich viele Variablen. Man muss sich eine Nische suchen und sich auf diese spezialisieren. Und die Basis für alles ist Money und Risikomanagement sowie die gewinnbringende Psychologie.

7. Workaholism
Es gibt Gewinnphasen. Da darf man sich nicht auf die faule Haut legen. Nur weil sich Erfolg einstellt darf man das Trading nicht vernachlässigen - sonst gehen die Euros genauso schnell wie sie gekommen sind. Teilweise arbeitet man bis spät in die Nacht, um sich für einen Handelstagen mit vielen Signalen vorzubereiten. Und um sein Trading-Journal diszipliniert jeden Tag zu führen bedarf es auch einer gewissen Überwindung des inneren Schweinehundes.

8. Niederlagenresistenz
Obwohl manch urbane Legende es behauptet, dass manche Trader immer gewinnen, so habe ich das noch nie auf einem Kontoauszug gesehen. Es gibt Trockenphasen in denen man kein Geld verdient bzw. auch einiges verliert. Das sind meist die Phasen in denen sich die Marktbedingungen ändern. Wenn es von einem trendigen Marktumfeld in ein Marktumfeld mit volatilen Seitwärtsphasen umschwappt, muss man erst neue Strategien implementieren bis man wieder einen positiven Erwartungswert hat. Man denkt in gewisser Weise vorraus um den Markt zu prognostizieren, aber passt sich gleichzeitig auch der Vergangenheit ein. 34

Und ab und an gibt es bei diesem Prozess eben Phasen in denen man nicht gewinnt. Das ist ganz natürlich.

9. Kundenorientierung
Kundenorientierung trifft nur indirekt auf Trader zu. Denn im Endeffekt sind sie sowohl Gewerbetreibender als auch Kunde. Sie erstellen ihr eigenes Trading-Journal, archivieren ihre eigenen Trades, dokumentieren ihre Stärken und Schwächen. Und diese Arbeitsmappe erstellen Sie für Sie selbst. Um sich selbst zu verbessern und weitertzuentwickeln. Und hier zählt auch Usabillity. Wie gut dokumentieren sie alles? Sind die Informationen leicht verständlich aufbereitet? Ist es graphisch anspruchsvoll und übersichtlich?

10. Internetaufgeschlossenheit
Erst das Internet hat es uns ermöglich selbstständige Trader zu werden. Vor 10 Jahren konnte man das noch nicht. Da konnte man sich keine Analysesoftware am Heim-PC ausführen, die sich mit den Bankprodukten messen kann. Nachrichten waren immerzuerst in der Branche bevor sie veröffentlicht wurden. Doch der heutige Forexmarkt zeigt: das Internet hat die Börse demokratisiert. Am Forex-Markt hat niemand die Nachrichten vor einem anderen. Egal, ob in HongKong oder in Hintertupfing vorm Heim-PC. Und die Technologie entwickelt sich ständig weiter. Es gibt ständig neue Informations- und Ideenquellen. Und kleine Software-Helferlein die ihre Arbeit erleichtern.

11. Kontaktstärke
Ab und an verrent man sich in seinen eigenen Gedanken und Analysen. Man zwing dem Markt seine eigene Meinung auf. Es ist wichtig sich andere Perspektiven anzuhören und sich nicht nur auf Nachrichten zu konzentrieren, die die eigene Meinung unterstützen. Es gilt sich auch mit anderen Börsianern auszutauschen. Man kann Erfahrungen und Wissen teilen und es wird sich trotzdem vermehren. Networking auf Messen und Veranstaltungen, Foren und Boards, etc sind gute Anfangsplätze. If you‘re not networking you‘re notworking.

12. Ausdauer
Obwohl sich manche den Reichtum über Nacht wünschen - das spielt es dann doch nicht. Man braucht eine Zeit um zu lernen, Fehler zu machen und Erfahrungen zu sammeln. Und man darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren - auch wenn es manchmal in ganz weite Ferne zu rücken scheint…

Behavioural Finance: Das Prinzip Hoffnung als Kontraindikator 11 12 2007
Wenn man gerade frisch mit dem Trading beginnt, dann ist man normalerweise von Gier getrieben. Man verfällt dem Irrglauben einen hochgehebelten DAXOptionsschein kaufen zu müssen, um schnell reich zu werden. Die Gier-Phase muss es geben. Sie führt zu Verlusten. Und erst die Verluste machen einen Trader aufmerksam genug Money- und Risikomanagement ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Solange die Gier regiert, solange tragen die Trader mentale Scheuklappen, die sie nur den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens sehen lassen. (Unnötig zu sagen, dass man den Topf voll Gold am Ende des Regenbogens nie erreicht, da er nur eine Illusion ist.) Wer gutes Risiko und Money Management betreiben will, der muss seine Trades auf 1-2% Portfoliorisiko minimieren. Warum das so ist wurde sowohl im Blog als auch im Buch bereits ausführlich besprochen. Doch nicht nur mathematisch gesehen ist es absolut wichtig das Risiko auf 1% zu minimieren. Denn: nur bei so geringen Risiken kann man objektiv handeln. Wenn man ein Gunslinger, also ein Trader mit HarakiriRisiken ist, dann schaltet sich in der Regel das Prinzip Hoffnung ein. ―Komm schon, jetzt dreh‗‖ Man betet zu Gott, er solle einem helfen, ―ach, bitte, bitte, nur dieses eine Mal.‖ 35

Wer 1% riskiert, dem ist egal ob der Trade funktioniert oder nicht. Egal ob das Konto 1.000 € oder 1.000.000 € groß ist. Wir Menschen denken relativ - und der Verlust eines Prozent lässt uns relativ kalt. Kurzum: 1% ist uns Wurscht. (würde der Wiener in mir sagen) Die Risikokontrolle hilft also nicht nur dabei sich keinen mathematischen Nachteil (Stichwort: Negativzins) zu erarbeiten, sondern auch objektiv zu bleiben. Wenn man bei einer Position zu hoffen beginnt, so kann man das als Kontraindikator verwenden: sofort glattstellen. Meist macht man wenn man hofft gerade irgendetwas falsch…

Gastbeitrag: Trading mit Thomas Vittner (auf www.daytrading.de)
11 01 2008

Heute bin ich über die Geschwindigkeit dieser Aktion selbst ein wenig überrascht. Erst vor ein paar Stunden habe ich euch von Thomas Vittner erzählt. Es folgten ein paar Kommentare, da viele jetzt natürlich an Thomas interessiert sind - bzw. vielmehr an seinem Handelsstil und seine Herangehensweise zum Trading. In diesen Kommentaren wurde gefragt, ob Thomas nicht einen Gastbeitrag schreiben könnte für den Blog. Das fand ich war eine sehr gute Idee und ich habe ihn einfach mal diesbezüglich angemailt: Und tatsächlich er hat gleich mal einen Blog-Eintrag für uns verfasst: Tja, da sitz ich nun und soll über mein Trading schreiben. Gar nicht so leicht. Warum? Weil ich zu diesem Thema vielleicht etwas ungewöhnliche Ansichten habe. Ansichten, nicht Methoden. Meine Methode ist simpel und eigentlich auch bedeutungslos. Was ich damit meine? Nun, ich stelle zu Beginn gleich mal zwei Behauptungen auf, die so sicher nicht von allen Tradern akzeptiert werden kann.   „Auch mit beliebigen Einstiegen lässt sich an der Börse Geld verdienen―. Und „Ein guter Einstieg vergrößert diese Zufallsverteilung ein wenig― (Betonung liegt hier auf „wenig―)

Vielleicht wissen das viele aber ohnehin. Trotzdem geht dieser Gedanke beim „vor dem Ticker sitzen― dann oft verloren. Auch bei mir, von Zeit zu Zeit. Aber dann versuche ich mich am Riemen zu reißen und drehe die Plattform dann einfach ab - oder ich mache einfach irgendwas anderes. Wie diesen Beitrag schreiben. Ich glaube, viele Leute beobachten deswegen die Börsenkurse den ganzen Tag weil sie dann das Gefühl bekommen, den Marktverlauf kontrollieren zu können. („ich pass’ eh auf das nix passiert―) Das ist natürlich unmöglich. Das einzig kontrollierbare ist das eigene Verhalten. Die Märkte sind vollkommen chaotisch und zufallsbedingt. Auch wenn das jetzt für einige komisch oder esoterisch klingen mag. Vielleicht schwafle ich hier für manche am Anfang schon auch zu viel herum. Die meisten wollen doch hören, WANN sie kaufen sollen. Also welche Einstiege ideal sind. Und welches System es schafft keine Verluste zu produzieren. Soweit ich das beim lesen des Blogs mitbekommen habe ist hier jedoch das Niveau sehr hoch und daher glaube ich auch, dass die Leser dieser Zeilen verstehen werden, worauf ich hinaus will. Ich möchte mich aber auf keinen Fall hetzen lassen mit der Erklärung. Trading ist ja so was von herrlich langweilig wenn man es vernünftig angeht. Trotzdem lass ich jetzt gleich die Katze aus dem Sack (obwohl es gar keine Katze gibt im Sack). Grundsätzlich trade ich nur Einzelaktien. Dabei konzentriere ich mich auf große europäische Titel aber vor allem auf US Werte. Nebenwerte habe ich zwar auch immer wieder auf meiner Watchlist, meide sie aber wo es geht. Da ist mir a) der Spread und b) das GAP Risiko über Nacht zu groß. Ich würde nie einen Biotec oder eine Solaraktie über 36

Nacht halten (habe das einmal mit „Solarworld― gemacht und konnte kaum schlafen vor Sorge um die Position). Vom Setup her trade ich einfach ein gewisses Chartbild und gehe dann mittels Kerzencharts beim Vortagstief oder beim Vortageshoch long oder short. Ich halte die Positionen im Durchschnitt 2,5 Tage, handle also auf der Zeitebene der Tagescharts. Meine durchschnittliche Positionsgröße liegt so um die 8.500 Euro. Mittels Money Management riskiere ich nie als mehr 0,5% meines gesamt Trading Kapitals. Dementsprechend werden die Positionsgrößen berechnet. Was ich mit „einem gewissen Chartbild― meine ist nur mittels Grafik zu erklären. Am liebsten handle ich Aktien, die ein Tief/Hoch ausgebildet haben (muss kein Allzeithoch oder Tief sein). Dann warte ich, bis die Aktie ein paar Tage nach oben/unten korrigiert. Beginnt sie dann wieder zu drehen bin ich beim Vortages Hoch/Tief short oder long. Das ist es, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Anbei ein Beispiel wo es funktioniert hat und eines wo es nicht funktioniert hat. Warum auch ein „negatives― Beispiel? Nun, ich möchte hier nicht als Guru rüberkommen. Oft funktioniert es auch nicht. Sehr oft! Aber wenn es funktioniert dann geht die Post ganz ordentlich ab, wie man am linken Chart erkennen kann.

Short-Entry beim roten Pfeil. Stopp über dem Tageshoch (2 Ticks) und täglich nachziehen bis man rausfliegt

Long-Entry beim grünen Pfeil - 2 Ticks über dem Tageshoch. Stopp unter dem Tagestief - auch 2 Ticks. Stopp zog beim schwarzen Pfeil 37

Ansonsten verstehe ich nicht viel von dem ganzen mathematischen Zeugs von wegen Erwartungshaltung eines Systems, Backtesting etc. Ich weiß, dass es diese Dinge gibt aber sie interessieren mich nicht. Und das beunruhigt mich auch nicht weiter. Ich verwende auch außer dem Chart selber gar keine anderen Hilfsmittel. Keine Indikatoren, Durchschnitte, Volumen etc.. Keep it simple ist die Devise. Also, nicht so prickelnd was ich da tue, oder? Keine Zauberformel etc. Ich glaube, der Erfolg kommt davon, ich die Stopps extrem eng setze (zwischen mind. 1% und max. 2% vom Kauf/Verkaufskurs) und sie immer eng nachziehe. Und sie IMMER setze! IMMER UND AUSNAHMSLOS! Natürlich gibt es noch ein paar andere Regeln die ich beherzige wie –> Kein Trading in den ersten 30 Handelsminuten –> Nicht nur in eine Richtung (Long/Short) positionier sein etc. Aber das würde jetzt den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Trotz der guten Performance in Zahlen gemessen bin ich mit meinem Trading eigentlich noch nicht zufrieden. Damit jetzt niemand glaubt ich sei Größenwahnsinnig oder undankbar geworden - Nein, im Gegenteil. Ich bin sehr zufrieden. Eigentlich habe ich mir im Sommer 2007 vorgenommen, das Jahr ohne Verluste zu beenden. Und dann diese Performance. Im Zeitraum vom 8.10.07 bis 4.1.2008 waren es bei 115 ausgeführten Trades + 326% Gesamtkapitalrendite. Die letzte Woche ist von mir noch nicht statistisch erfasst. Ich glaube jedoch, das die Rendite sich um einen einstelligen Prozentbetrag verringert hat (=das Trading war diese Woche nicht so erfolgreich). Aber ich sehe das gelassen. Was ich nicht so gelassen sehe ist die Tatsache, dass ich immer noch so viele Fehler beim Trading begehe, dass es ein Wahnsinn ist. Und noch besser, ich mache einen Fehler meist nicht nur einmal. Dreimal müssen es bei mir schon mindestens sein bis ich es kapiere. Und hab ich es dann kapiert dann mach ich den gleichen Fehler auf eine etwas andere Art ein viertes mal. Ich habe zumindest kein Problem damit es zuzugeben. Was meine ich mit „Fehler machen―? Das mit den Einstiegen klappt perfekt. Ich lasse mich immer einstoppen, drücke (fast) nie manuell auf den „Abzug―. Auch der Stopp ist mit einer „If Done― Order zeitgleich im System – auch hier mache ich nichts falsch. Mein Fehler liegt darin, die Stopps oft zu eng und zu rasch nachzuzuziehen. Scheinbar bin ich oft doch nicht bereit, das vorher kalkulierte Risiko einzugehen. Hier habe ich es noch nicht geschafft, ein Regelwerk zu entwickeln, welches zu meiner Psyche passt. Abschließend möchte ich festhalten, dass ich nicht mehr weiß wie jeder andere. Ich bin nicht besser oder schlechter. Ich habe nur vielleicht mehr Disziplin und bin ein „zäher Hund“ und lasse mich nie unterkriegen. Aber ich habe keinesfalls mehr Wissen. Im Gegenteil. Weniger ist mehr. Keep it simple! Liebe Grüße Thomas PS: Ich nehme an, dass es die eine oder andere Rückfrage von Tradern zu meinen Zeilen geben wird. Bitte um Verständnis, dass ich es wahrscheinlich nicht schaffen werde, alle Fragen zu beantworten. Ich bin voll berufstätig und betreibe das Trading nur nebenher. Nach 10 Stunden Büro täglich bleibt da nur wenig Freiraum, wenn man dann auch noch tradet ist er gleich 0.

pierre: Um auch noch zu diesem wunderbaren Artikel meinen eigenen Senf dazuzugeben: Für mich macht es auf den ersten Blick den anschein, als würde er das Donchian-System handeln - allerdings leicht adaptiert. Also nicht zu kaufen, wenn der Markt das neue Highest High oder Lowest Low ausbildet, sondern erst nach einem Retracement dessen ein Rebreak abzuwarten. 38

Aber wie Thomas es so schön sagt: 1.) WANN man kaufen soll, ist nur ein winziger Teil einer gut-funktionierenden Strategie. 2.) Und WELCHE Aktie man hat, ist eigentlich auch relativ irrelevant. 3.) Nie mehr als 1-2% riskieren 4.) Diszipliniert sich an jeden Stopp halten 5.) Backtests und Falsifizierungen sind irrelevant, wenn die Performance passt und man seine Strategie stets an den Markt und seine Persönlichkeit anpasst. 6.) Es gibt immer Bereiche in denen man sich persönlich verbessern kann (Stichwort: Behavioural Finance) 7.) Disziplin ist für den Handelserfolg unumgänglich Lustig, dass alle erfolgreichen Trader zu einem gewissen Grad dieselben Überzeugungen und Systematiken haben. Und ich freue mich zu sehen, dass Thomas all diese Erfolgsgeheimnisse-Techniken bereits in sich aufgesogen zu haben scheint.
11 01 2008

Swing Trader (16:12:39) :

Sehr interssante und gut erklärte Trading Strategie. Vielen Dank dafür an Thomas Vittner. Hier kann man sicherlich noch einiges im Bereich kurzfristiges Trading lernen. Die Performance des letzte Jahres lässt sich wirklich sehen, und ich denke es gibt nicht viele die das auch zustande gebracht haben.
11 01 2008 eitschp (19:21:40)

: Erstmal herzlichen Dank für den interessanten Beitrag!

Wenn ich das richtig verstanden habe handelst du in Richtung des vorherrschenden Trends und den Entry setzt du in einer Korrektur. Also in Short-Trends shortest du die Erholunng und in Long-Trends kaufst du die Korrekturen ( bemerkung jaro g.: hey, in preiskorrektur bei silber von über 3% am tag nachzukaufen ist auch meine silberstrategie 2007, 2008, ...) Zweifellos eine beachtliche Performance, aber wesentlich beachtlicher in Kombination mit dem max. Risk von 0,5 % / Trade.(Dies erklärt auch die Anzahl der Trades und die kurze Haltedauer) Eine derartige Leistung wäre mit einer wesentlich längeren Haltedauer – und dadurch auch weniger Trades nicht bzw. viel unwahrscheinlicher möglich. EINE KUNST des Tradings ist das inital Risk möglichst gering zu halten – jedoch trotzdem den STOP sinnvoll zu setzen – das scheint dir sehr gut zu liegen. Vom Timeframe her handelst auf auf Daily Basis, also beachtest du überhaupt keinen anderen Timeframe? Weiters würde mich deine Investitionsquote interessieren: bist du immer zu 100% investiert oder kaufst du einfach wenn du ein Signal bekommst? - gehe davon aus, dass long/ short 50/50 gewichtet sind (je nach Marktlage kann man hier die Gewichtung ändern, im Moment wäre 50/50 sicherlich nicht unklug) Schönen Gruß
11 01 2008 powertrader (19:24:05)

:

Hallo Thomas, vielen Dank für den interessanten Beitrag. Besondere Anerkennung verdient, meines Erachtens Deine Offenheit bzgl. der eigenen Fehler. Auch das ist bei mir das, was mich regelmäßig zur Verzewiflung bringt. Ständig die gleichen Fehler zu machen. Wie vereinbarst Du das Trading mit Deinem Job? Kannst von dort aus handeln oder nutzt Du die Zeitverschiebung um nach Feierabend noch ein paar US-Trades zu machen? 39

Ich bin noch Lichtjahre davon entfernt, vom Trading leben zu können und benötige manchmal sogar ein Bischen meines Einkommens, um die Fehler auszugleichen, die ich getradet habe. Doch glaube ich auch fest daran, dass es geht (zumal es ja Menschen gibt die es beweisen). Außerdem neige ich von Natur dazu, nicht aufzugeben. Ich bin noch auf der Suche nach Anregungen, wie man Trading, Job und Familie (ich hab auch noch 3 Kinder) irgendwie unter einen Hut bekommt. Hast Du da noch ein paar Tips? Schöne Grüße, Mario
12 01 2008 jaro

g. (12:18:55) : ein sehr interessanter beitrag + viele wertvolle leserkommentare => DANKE

@powertrader du hast gefragt, wie man zeitlich trading, job + familie mit 3 kindern (und evtl. noch ein bißchen schlaf ;-)) unter einen hut bringt? (auch in dieser reihenfolge?) ich habe zwar keine ‗heilige‘ lösung dafür und wäre für eine solche sehr dankbar, denn bei mir ist die situation sehr ähnlich, auch wenn ich nur 2 kinder habe … allerdings habe ich einen supervortrag über time management von ‗unserem‘ sterbenden prof. randy pausch gehört, der nach seiner ‗last lecture‘ (das video war u.a. bei pierre‘s zsfassung der jahreshighlights ende dezember dabei) noch eine weitere vorlesung eben über time mngmt gehalten hat. und da er (angeblich) nur noch paar monate zu leben hat und vermutlich keine zeit ‗verschwenden‘ möchte, hat sein vortrag schon einen gewissen reiz und diejenigen, die das erste video gesehen haben wissen, dass seine vortragsart durchaus sehenswert ist und dass man im nachhinein die ‗geopferte‘ zeit nicht bereut. btw, es dauert wieder über 1 stunde, man kann (wieder) die ersten paar minuten überspringen (auf seiner webseite meint er dazu: The first 8 minutes consists of embarassing introductions I don‘t deserve.). hier der link: http://video.google.com/videoplay?docid=-5784740380335567758 (… do the right things (not do things right), the 80/20 rule, work-life-balance, delegation of tasks, you still have time to sleep!, spend time with people you love, do the ugliest job first, arbeitsplatz mit 2-3 monitoren einrichten, telefon mit headphones/speaker besorgen, nach prioritäten aufgebaute to-do-liste haben, bundle phone calls, experience is what you get when you didn‘t got what you wanted, this thing is good enough (d.h. keine schönheitskorrekturen bei unwichtigen sachen zelebrieren) … und vieles mehr. ich bilde mir ein, im publikum u.a. auch den (mr. bubble) alan greenspan gesehen zu haben (der hat altersbedingt auch nicht mehr viel restzeit übrig ) und ob es mir persönlich auch ‗greifbaren‘ effekt gebracht hat? einigermaßen ja, denn ich lese viele der zwar nach wie vor abonnierten und z.t. auch inhaltlich sehr guten tägl. börsenbriefe nicht mehr (z.b. von jochen steffens, tom firley, michael vaupel, miriam kraus, bill bonner, …), ohne ein gefühl zu haben, etwas zu versäumen, denn ich konzentriere mich eben auf für mich wichtigere sachen ;-). bei meinem investmentstil [fundamentale analyse und langfristige investitionen in rohstoffaktien (gold, silber, öl)] ist es eh nicht ganz so wichtig, ob die börsenbriefschreiber gerade meinen, dass der dax jetzt paar prozentpunkte steigen oder fallen sollte. und da mein trading-account (CFD konto mit aktuell 1300 euros gesamtdepotwert) eher in die kategorie gambling-konto fällt (vgl. entspr. beitrag bei jahreshighlights - ‗Das Gambling-Konto - Die Medizin gegen Overtrading‘) und ich da z.zt. nur mit kleinen summen spiele, nur kommissionsfreie rohstoffe handle und nur ca. 15-20 trades im monat mache, kann ich auch ruhig schlafen gehen, wenn ich NICHT ALLE börsennachrichten, -artikel, kursentwicklungen des tages mitbekommen habe ;-))) so, viele grüße aus münchen, jaro. 40

Die 12 Gesetze des erfolgreichen Tradings 3 10 07
Immer wieder gibt es Listen und Regelwerke, die uns erklären wie wir am besten das Handwerk Trading betreiben sollten. Heute habe ich über den KirkReport die Liste von Joe DiNapoli gefunden. Es ist bis jetzt die beste Liste die ich gefunden habe! 1. Man sollte lieber die Gelegenheit verpassen, statt Geld zu verlieren Die Amerikaner sagen dazu: Loss of Opportunity is better than Loss of Capital. Wer sich diesen Satz zu seiner Grundregel macht, der wird nicht mehr so schnell in Versuchung des impulsiven Tradings kommen. 2. Erfolgreich wird der, der sichere Trades mit hohem R-Vielfachen eingeht Wer das Konzept von Chance/Risiko Verhältnissen und Eintrittswahrscheinlichkeiten verstanden hat, der befindet sich auf dem richtigen Weg. 3. Habe einen Exit-Plan Sowohl auf der Gewinn-, als auch auf der Verlustseite weiß der erfolgreiche Trader immer wann er auszusteigen hat - und er tut es auch. 4. Plan your Trade - and trade your Plan Die Märkte sind tückisch. Man plant trades im vorhinein - und führt sie dann nur mehr aus… 5. Antizyklische Trendfolge ist der beste Weg Kaufe keine neuen Hochs, und verkaufe keine neuen Tiefs. Warte darauf, dass der Markt zu dir kommt. Kaufe also die Retracements (~s. beitrag von thomas vittner). Ich nenne solche Strategien ‚antizyklische Trendfolge‘ - und derzeit ist die 1/3 Strategie meine Lieblingsstrategie. Das Marktumfeld ist gerade perfekt dafür 6. Folge deinem eigenen Tradingplan - und nicht dem eines anderen! Kein Journalist, kein Moderator, ja selbst kein Blogger sollte deinen Trade beeinflussen! 7. Handle still und heimlich Erzähle niemanden von deinen Positionen (Ausnahme: Mentorship). Nicht deiner Familie, nicht deinen Freunden und auch nicht deinen Bekannten oder Arbeitskollegen. Trade einfach, und erzähle nicht welche Positionen du öffnest oder schließt. (=> esoterischer schutz gegen neid, missgunst, ... ;o) 8. Im Urlaub hält man keine großen Positionen Ohne Worte! 9. Der schlimmste Trade deines Lebens ist noch vor dir! Wer sich diesen Leitsatz immer und immer wieder vor Augen hält, der wird sich davor schützen verrückte und viel zu risikoreiche Trades nach einer guten Phase einzugehen. Es gilt sich immer vor dem Markt und seinem eigenem Ego zu schützen! 10. Investiere zuerst in deine Ausbildung Anfänger glauben oft sie könnten einfach loslegen und werden schnell reich. Tja, ganz so ist es nicht. Du wirst für deine Ausbildung bezahlen. Die Frage ist nur wie: über Verluste oder über Fortbildung? 11. Man braucht Humor um an den Märkten zu handeln Nimmt man alles zu ernst, tja, ich glaube das ginge dann auf die Lebenserwartung 12. Hilf anderen Tradern wann immer du kannst Wer anderen hilft, hebt nicht ab. Das ist also eher ein praktischer und kein philosophischer Rat. Helfen hilft 41

dabei sich selbst immer wieder neu zu erfinden bzw. zumindest zu hinterfragen. Positiver Nebeneffekt: wenn du mal Hilfe brauchst, stehst du dann hoffentlich nicht vor verschlossenen Türen.

Was Warren Buffet zu Backtesting sagt…. 3 09 2007
Heute bin ich auf ein interessantes Zitat von Warren Buffett gestoßen, das system- und backtesting -orientierten Tradern helfen könnte: “If past history was all there was to the game, the richest people would be librarians.” – W. Buffett Hm, interessant. Insbesondere dann, wenn man denkt, dass es immer wieder Leute gibt die sich in der Falle des ewigen Backtestings verrennen. Hier muss man noch optimieren, dort muss man noch schrauben, vielleicht sollte man noch einen Indikator hinzufügen? Es gibt kein perfektes System. Jedes System wird in manchen Marktphasen gut funktionieren und dann wieder vollständig versagen. Wichtig ist nur eins: die Zukunft steht nicht zu 100% in der Vergangenheit geschrieben. Und hier der 2. reichste Mann (oder ist er jetzt dank dem Mexikaner 3.?) bei einem Vortrag vor MBAStudenten. Er (=vortrag) ist wirklich super! http://www.youtube.com/watch?v=DfuXKpMFUjc (= teil 1/10, u.a. kaufe aktien von firmen, deren business du verstehst (=> mit guten produkten, ausgezeichneter marktposition ... und nicht nur, weil sie im preis gefallen sind und dir nun billig erscheinen); tue etwas, was dir spaß macht und nicht fürs geld bzw. einem ‚guten’ eintrag in deinem lebenslauf (heirate auch nicht wg. geld, insbesondere wenn du schon reich bist ;-); wenn du weißt, wie du mit japanischen investments (kein währungsrisiko) mehr als 1% im jahr verdienst, dann leihe dir das geld in japan (ca. 1% zinsen p.a. bei zehnjährigen bindung); die us amerikaner sind eh’ schon unter den glücklichsten 5% der weltbevölkerung ... wenn du aus den 6 mrd. ‚bällen’ der menschenschicksale aus 100 anderen dein ‚neues’ schicksal wählen könntest und dafür deinen eigenen lebensball in den pott werfen müsstest ...) und viiiieles mehr ;o)) Aktiengesellschaft: raffinierte Einrichtung zur persönlichen Bereicherung ohne persönliche Verantwortung. Ambrose Bierce

Behavioural Finance: Wie ist deine Einstellung zu Geld? 7 09 2007
Gestern haben wir über Gedanken und mentale Verfassung gesprochen. Ich möchte mich nun ein wenig weiter aus dem Fenster lehnen - und ein wenig über Gedanken und Visualisierung sprechen. Obwohl das ein abstraktes Thema ist und auf den ersten Blick gar nichts mit Börse de facto zu tun haben scheint, so ist die Psychologie (wie bereits mehrfach gesagt) die Basis für Handelserfolg und der einzige Weg zu Spitzenleistungen. Die Kraft der Visualisierung und des Unterbewussten ist enorm - egal ob jetzt aus spirutueller Sicht oder aus wissenschaftlicher. Das Unterbewusstsein lenkt und steuert unser Tun. Und unterbewusst haben wir auch einen gewissen Wertekatalog in uns abgespeichert. Unser Hirn funktioniert wie ein Computer, der ein bestimmtes Programm abspielt. Doch wir können uns auch selbst ―neu programmieren‖. NLP ist beispielsweise eine sehr effektive Technik - wenn auch häufig kritisiert. Doch welche Werte aus unserem Katalog sind für Trader besonders wichtig? Richtig: die Einstellung zu Geld. 42

Viele von uns vertreten unterbewusst die Meinung, das Geld schlecht ist. Dieser Charakterzug ist bei uns in Europa stärker ausgeprägt, als in den USA. In den USA ist jemand der vermögend ist, jemand der seine Ziele erreicht und erfolgreich ist. Geld ist dort zu einem gewissen Grad wirklich ein Gradmesser für Leistung. Man spricht in den USA ungeniert über Einkommen, weil man es eben einfach tut. In Europa ist das anders. In Europa würde man lieber tot umfallen als im Small-Talk die Höhe seiner Einnahmen preis zugeben. Wir sind in Europa nun mal anders konditioniert. Ein kleines Fallbeispiel aus meinem Leben: ich habe in meinem Leben 2x einen Porsche Carrera GT gesehen. Das ist ein Auto das ein Vermögen kostet. Einmal habe ich es in Wien vorfahren gesehen als ein Passant hinter mir zu seiner Begleitung sagte: ―Schau da des A*****ch an, kommt daher mim sündteuren Kastl und glaubt er is wer.‖ In den USA war das Szenario ein wenig anders. Als der Fahrer ausstieg verwickelten ihn Passanten in ein Gespräch (das bekam ich mit, weil ich gleich rüber bin um das Auto aus der Nähe zu bestaunen - sowas sieht man nicht alle Tage). Hier fragte man ihn was er denn tut, was ihn so erfolgreich macht und ob er nicht ein paar Tipps geben könne. Einer bewunderte sogar, dass er Arbeitsplätze durch seinen Erfolg schaffe. (Das hat selbst mich überrascht!) Würde ein Europäer bei einem Porschefahrer jemals sagen: ―Hey, der ist erfolgreich und ein Leistungsträger. Zum Glück gibt es Leute wie ihn, die den Wirtschaftsstandort Deutschland/Österreich zu dem machen, was er heute ist?‖ Wahrscheinlich nicht. Mir ist auch klar, dass es auch wirkliche A*****er gibt, die einen Porsche fahren. Aber ich möchte aus meiner Geschichte keine wissenschaftliche Studie machen, sondern nur zeigen, dass die Art wie wir denken unsere Wahrnehmung und unser Handeln bestimmt. Jetzt stellt sich die Frage für den Trader: Wie ist meine Einstellung zu Geld, wenn ich viel davon verdienen will? Glaube ich, dass Geld schlecht ist? Und wenn ja, wieso? Man sollte die Glaubenssätze die man meist seit der Kindheit mit sich herum trägt auf deren Nutzen im jetztigen Leben hin überprüfen. Wenn mir etwas vor 20 oder 30 Jahren beigebracht wurde - sollte ich mich noch heute daran halten? Für viele europäische Trader ist Geld unterbewusst schlecht. Deswegen schaffen es auch viele kleine TradingKonten nach oben zu manövrieren, nur um dann wieder alles zu verlieren. In manchen Fällen wurden diese Verluste einfach unterbewusst herbeigerufen. (In anderen scheiterte es einfach am Money Management.) Ich habe noch ein kleines Motivations-Video zu Geld gefunden. Es hilft auch gut dabei zu sehen, welche Einstellung man zu Geld hat. Sträubt es einen innerlich, wenn man das Video sieht? Oder bekommt man die gleichen positiven Emotionen vermittelt, wie beim gestrigen Motivationsvideo = http://www.youtube.com/watch?v=phL0RLKL8bc? => http://www.youtube.com/watch?v=o2MqciSMOmk

Behavioural Finance: Das Mindset der Daytrader 6 09 2007
Daytrading bzw. kurzfristig orientiertes Trading ist eine vollkommen autonome Sache. Niemand schaut einem dabei über die Schulter und kontrolliert das persönliche Tun (ausser Vater Staat, wenn man Gewinne am Ende des Jahres gemacht hat.) Die Bezahlung ist zu 100% Leistungsgerecht. Keine Leistung, kein Geld. Viel Leistung, viel Geld. So weit, so gut - doch von keine Leistung, auf viel Leistung zu kommen ist gar nicht so einfach. Denn um viel zu leisten, muss man auch ―das Richtige‖ tun. 43

Immer wieder wird von guten Tradern die Signifikanz von Money- und Risiko-Management hervorgehoben. Manche sagen: ―Das kann ich schon nicht mehr hören, als ob alles man brauchen würde für Börsenerfolg gute Psychologie und Money Management ist - ich glaube zum Trading-Erfolg gehört mehr als dieses Geschwafel…‖ Ich möchte das mal kurz mit dem Profi-Sport vergleichen: Fußball beispielsweise. Natürlich muss man gut Fußball spielen können, um damit sein Geld (nach Möglichkeit viel) verdienen zu können. Aber jeder ProfiFußballer kann de facto Fußballspielen. Er kann flanken, schießen und Schwalben machen. Hat er erst einmal alle Grundtechniken erlernt führt sein Weg zu Spitzenleistungen nur noch über mentales Training, welches im normalen Training wieder und immer wieder angewandt wird. Lernt ein Weltklasse-Fussballer von seinem Trainer jede Woche neue Tricks? Ich bezweifle das. Aber mentales Training wird sein Verhalten so ändern, dass er immer und immer wieder seine Fähigkeiten bis an die Grenzen bringt und nach Möglichkeit auch immer ein Stückchen weiter ausbaut. Genausowenig wie ein guter Fußballer jede Woche neue Tricks lernt, genauso wenig lernt ein guter Trader jede Woche über neue Strategien und Formationen. Er hat sich seine Fähigkeiten angeeignet - und der Weg zu Spitzenleistungen führt jetzt über die mentale Einstellung und die Bereitschaft stets seine persönliche Komfortzone zu verlassen. Die Komfortzone

Quelle: Norbert Kasper

Eine positive mentale Grundverfassung ist der Nährboden für Spitzenleistungen. Denn die Psychologie hilft auch jeden Tag sich weiterzuentwickeln. Trading ist leider nicht so das man sagt: ―Kauf heute wenn X und verkaufe wenn Y‖. Ich finde genau solche Aussagen inhalts- und wertlos. 44

Noch was persönliches: ich selbst motiviere mich immer mit einem kleinen Werbevideo aus den USA. Bevor ich beim PC loslege, schau ich mir erst mal das Video an und lege dann los. Wir Menschen machen unsere Gedanken immer zu Wirklichkeit, also sollte man nicht Verlust- sondern Ergebnisorientiert denken. Das ist, insbesondere wenn man wenig geschlafen hat (=> bem. JG: vorsicht!), nicht immer eine leichte Aufgabe Obwohl das YouTube Video etwas sehr persönliches ist, habe ich mir gedacht: ―Wenn‘s mir hilft, dann hilft‘s wahrscheinlich auch anderen!‖ Also habe ich es mal kurzerhand hier reingeposted. http://www.youtube.com/watch?v=o2MqciSMOmk Natürlich tickt jeder Mensch anders. Ich für meinen Teil lerne am liebsten audiovisuell, andere gehen gerne in der früh laufen. Also, was bringt euch in gute Stimmung und damit zu Spitzenleistungen?

Gastbeitrag: Die 10 Dinge, die Brett Steenbarger durch Zusammenarbeit mit Top-Tradern lernte 22 01 2008
Als ich mich an meinen Arbeitplatz setzte, um diesen Artikel zu schreiben, da dachte ich mir es wird schwierig diesen Artikel zu verfassen. Aber andererseits wird es auch nützlich sein 20 Jahre Trading Erfahrung und 25 Jahe mit Kurztherapie in einen kleinen Artikel zu pressen: die 10 Dinge, die ich lernte durch die Zusammenarbeit mit Tradern - gepaart mit meiner eigenen Trading-Erfahrung. Ich arbeite bei einer PropTrading Firma in Chigaco als Trading-Coach. Doch nun direkt zu den 10 Dingen: 1.) Trading und Psychologie sind in konstanter Osmose Trading hat einen ebensogroßen Einfluss auf die Psychologie, wie die Psychologie Einfluss auf das Trading hat. Viele Trader verspüren Stress und Frustration aufgrund ihrer bisherigen Trading-Resultate. Sie handeln schlecht, weil sie noch keine Strategie mit tatsächlichem positiven Erwartungswert gefunden haben. 2.) Selbst die erfolgreichsten Trader kommen nicht immer mit ihrer Psyche klar Ein Trading-System mit einer Trefferquote von 60% wird eine Verlusterie von 4 Verlusttrades in Folge in 23% der Fällen generieren. Und man wird sich ebenso lang in einer ―Flat-Performance‖, wie in einer Uptrendphase befinden. Serien (inklusive Verlustserien) treten öfter nur Aufgrund des Zufalls auf, als Trader das meist selbst glauben. 3.) Gewinnen ist für die mentale Verfassung ebenso schlecht wie Verlieren Gewinnen ist für die Psyche des Traders genauso schlecht wie verlieren. Wir sind oft verwirrt, wenn Dinge ausserhalb unserer ursprünglichen Erwartung auftreten. Ein System mit einer Trefferquote von 60% wird 4 Gewinntrades in Folge in 13% der Fälle generieren. Man ist nach solchen Phasen meist übermütig und hat aber nach Verlusten zu große Angst. 4.) Size kills Der schnellste Weg um sich emotionalen Schwerwiegenden Schaden zuzufügen ist ein zu großes Einzelpositionsrisiko zu handeln. Wir empfinden das Profit/Loss-Statement immer in Relation zum aktuellen Depotwert. Wenn man zu große Positionen fährt, kommen zu große Schwünge in die Equity-Curve - das führt auch automatisch zu großen emotionalen Schwüngen. 5.) Der Weg zu Spitzenleistung ist gutes Training Nehmen Sie einen beliebigen Leistungsbereich aus dem tägliche Leben: Profisport, Musik, Schach, Schauspielerei - und man wird schnell erkennen, dass Training der Weg zu Spitzenleitung ist. Trading jedoch ist ein wenig kniffeliger, als andere Leistungsbereiche, da man keine Teamkameraden oder Bundesligen hat, um Leistungen offensichtlich zu vergleichen. Von Tag 1 tritt man gegen die Profis an. Ohne Training und Vorbereitung wird man schnell in der Hitze des Gefechts gegen die Veteranen untergehen. 6.) Erfolgreiche Trader haben viel Erfahrung und ein gutes Gedächtnis Gutes Trading hat mit Mustererkennung zu tun, und Mindmaps die uns Erlauben das vermehrte Auftreten von 45

Mustern zu erkennen und danach zu handeln. Ohne einen großen Erfahrungsschatz und solche FilerMindmaps verliert man sich schnell in der Komplexität der Märkte. 7.) Märkte ändern sich Volatilitäten und Trendverhalten ändern sich ständig, und über mehrere Zeitebenen hinweg. Aufgrund dessen wird niemals eine einzelne Trading-Strategien funktionieren. Der erfolgreiche Trader meistert nicht nur die Märkte, er meistert die konstante Veränderung der Märkte. 8.) Selbst die besten Trader haben Drawdown-Phasen Während sich Marktphasen verändern, unterlaufen Trader einer neuen Lernphase. Die erfolgreichen unter den Tradern sind die, die ihr Geld in guten Zeiten wohl aufheben, um genug zu haben wenn es mal nicht so gut läuft. 9. Der gehandelte Markt ist ebenso wichtig für die Performance wie die Strategie Manche Märkte sind volatiler als andere; manche haben ein schöneres Trendverhalten als andere. Manche neigen eher zu guten Chartformationen, wieder andere zu vielen Fehlausbrüchen. Die richtige Balance zwischen Trader, Trading-Strategie und den gehandelten Markt zu finden - das ist der Schlüssel zum Erfolg. 10.) Eine saubere Ausführung zählt Ein überraschend großer Einflussfaktor für erfolgreiches Trading stellt das Trade Management dar. Wie gut sind die Ein- und Ausstiege? Der beste Indikator für einen zukünftigen Totalverlust ist durchschnittlich größere Gewinner, als durchschnittlich große Verlierer zu haben. hab‘ wieder mal auf www.daytrading.de haufen zeit verbracht :o): (vom GG)...Daum jeder der cfds tradet sollte sich auf jeden fall auch die alternativen anschauen.
1 02 2008

jaro g. (21:17:49) : futures mögen ja auch ganz nett sein, sind aber für kleinere konten absolut unrealistisch und erst ab ca. 100.000 euros sinnvoll, oder? was bleibt dann also? optionsscheine, diverse zertifikate (KO-produkte wie mini futures, turbos etc.), ‗normale‘ aktien und eben CFDs. in dieser kategorie sind dann die CFDs gar nicht sooooo schlecht, finde ich… nur etwas zinsen auf nichtgebundenes kapital könnten die CFD-broker zahlen, oder? (cmc markets freut sich bestimmt über das zinslose darlehen von eigenen kunden … :o)) grüße, jaro.
1 02 2008

upgap (21:30:00) : @GG: häh ???? füre welche marktlage sind strategien mit cfds unmöglich ???
1 02 2008

GG (21:38:33) : bei seitwaertsphasen sind cfds ungeeignet ausserdem kannste bei cmc so weit ich weiss nicht short und long auf einmal in einen wert gehen.

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@jaro es kommt drauf an was du fuer futures handelst. den mini dow oder andere mini sized futures kannst du auch mit kleineren Konten handeln da reichen 10000 $. Bei uns in den usa sind cfds halt verboten und ich kann den auch nichts abgewinnen. wenn man das traden lernen will es etwas anderes aber wer vor hat das professionell betreiben zu wollen dem kann ich nur empfehlen sich von den cfds dann weiter weg zu bewegen je besser man ist.
1 02 2008

upgap (22:34:00) : @GG: warum sind cfds in seitwärtsphasen ungeeignet ? ad long und short in einem wert a) was genau soll das bringen ? b) nein, geht nicht ―direkt‖ bei cmc, aber über unterkonten, mehrer konten etc schon. bei forex beispielsweise ist das abhängig vom broker und nicht etwa eine ―eigenschaft‖ von forex per se.
1 02 2008

Axxe (23:02:22) : a) was genau soll das bringen du hast noch nie cfd‘s gehandelt, richtig?
1 02 2008

gg (23:04:10) : Du kannst mit optionen in seitwaertsphasen geld verdienen auch wenn sich der wert nicht bewegt was mit cfds geht. es geht eigentlich darum, dass es werte gibt die schoene seitwaertsphasen haben und so ein super risk reward ratio bieten, diese situation kannst du mit cfds nicht ausnutzen. in einem wert long und short zu gehen ist super bei forex da du bei den richtigen brokern garantierte stops bekommst und keine axtra kosten hast natuerlich nur bis zu bestimmten betraegen aber auch hier ergeben sich suoer risk reward ratios. future spreads sind auch noch ein beispiel fuer risk reward ratio. ich trade grundsaetzlich nur strategien mit denen man die wahrscheinlichkeit auf seine seite ziehen kann und trotzdem noch sehr gut verdienen kann. daher finde ich halt cfds ungeeignet weil man diese strategien nicht umseztzen kann. und die gebuehren sind auch billiger bei optioen und futures. es gibt fuer mich einfach keine argumente fuer cfds. wie gesagt bei uns sind die verboten und wir koennen auch ohne cfds short gehen vielleicht bin ich deswegen nicht begeistert von den dingern weil sie mir keine vorteile bringen. aber jder soll handeln was er will, aber man sollte niemals engstirning ein produkt handeln welches so strk beworben wird aber bei weitem nicht so flexibel ist wie andere produkte die billiger und flexibler sind.
1 02 2008

Aurelius (23:21:01) : Es ist doch völlig egal, was man handelt, man muss seine Instrumente nur gut beherrschen. Dem einen liegen CFD‘S dem anderen Futures oder Forex etc.
2 02 2008

Pierre (02:49:23) : Hi, so den Tag fieberfrei überstanden - und hauptsächlich geschlafen. Jetzt bin ich putzmunter und will jetzt natürlich nachträglich auch meine Meinung zu der hier entstanden Debatte loswerden. 47

Das Brokerproblem am Tag des Zinsentscheids Ich habe den Zinsentscheid, so wie alles andere die Woche, einfach geradeaus verpasst - aus bekannten Gründen. Ich saß nicht vor der CMC Plattform, habe also auch keine Meinung aus erster Hand, kann also auch nur spekulieren. Allerdings ist es, wie bereits in der Diskussion schon erwähnt, nicht nur bei CMC zu Probs gekommen. Auch andere Broker hatten ―Aussetzer‖. Das, liebe Freunde, ist ein ―Fast Moving Market‖-Problem. Da ist es egal ob ihr einen OTC oder einen Wannabe-DMA Broker verwendet - wenn es im Basiswert (dem Future) zu ―Fast-Moving-Market‖ Aussetzern, Intraday-Gaps, oder Nofills kommt, dann wird das auch bei den darauf notierten Derivaten der Fall sein. Egal, ob KOs von Banken oder OTC-, sowie DMA-CFDs. Mir ist zu Ohren gekommen, dass es selbst auf der Plattform von MAN Financial zu Problemen kam - freundet euch mit dem Umstand der Fastmoving-Markets an, denn egal wie oft ihr den Broker wechselt, das Problem werdet ihr nicht los. Was ist das beste Finanzprodukt? CFDs? Futures? Optionen? Bei dem Problem ist es eigentlich, das gleiche wie bei Punkt 1. Oft wird so getan, als ob alles was entscheidend für den Handelserfolg ist, das richtige Produkt zu wählen. Das ist Blödsinn meiner Meinung nach. Wer im Basiswert - ohne Derivat, egal welcher Art, kein Geld verdienen kann, der wird es auch mit einem Derivat nicht tun. Alles, was ein Derivat macht ist den Prozess im Regelfall zu beschleunigen. Derivate sind Katalysatoren, keine Motoren. Wer mit Aktienhandel Geld verliert, der wird mit Optionen, Futures auch Geld verlieren. Noch schneller gehts dann mit CFDs - denn hier ist definitiv die konstant höchste Hebelwirkung zu erzielen. (was gut, aber eben auch schlecht sein kann.) ich glaube im aktuellen traders‘ ist ein artikel, in der ein vergleich mit tiger woods gebracht wird. auch wenn er ein wenig hinkt, irgendwie enthält er trotzdem viel wahrheit. sinngemäß steht in dem artikel: angenommen sie spielen golf gegen tiger woods. sie haben die besten golf schläger der welt, die neueste technologien, etc - und tiger woods tritt mit alten holz schlägern gegen sie an. wer wird gewinnen? richtig: tiger woods! Umgemünzt: Wenn ein guter Trader mit der schlechtesten Software, dem schlechtesten Broker und dem schlechtesten Finanzinstrument handelt, dann wird er auf Dauer immer noch besser als ein Anfänger sein (bis auf etwaige Glückssträhnen des Anfängers, die auch auf das volksmündliche Anfängerglück reduziert werden könnten.) Doch welches Instrument ist jetzt das Beste? Das ist für mich auch so ein wenig wie die Frage, was das beste Auto ist. Ein schneller, schicker Sportwagen? Ein sicherer und luxoriöser SUV? Ein parkplatzfreundlicher Smart? Ein Allrad-Jeep für jede Straßenlage? Oder einfach das teuerste? Jeder kann Pro- und Contra Argumente finden, für jedes dieser Autos. Und im Endeffekt gibt es doch nur falsche und richtige Antworten zu gleich. Denn die Frage muss immer sein, was ist das beste Instrument für meine Ansprüche? Was ist das beste Auto für meine Ansprüche? Jedes Auto hat Vor- und Nachteile. Jedes Finanzprodukt ebenso. Die Vorteile von CFDs sind für mich persönlich, dass sie sich perfekt für Aktien-swing und -positionstrading eignen. Auch die Sektorrotation lässt sich damit hervorragend betreiben (obwohl man hier mittlerweile auch mit ETFs sehr gut arbeiten kann.) CFDs können mit einem kleinen Konto gehandelt werden, und können der Stepping Stone in die Welt der Futures sein. Futures sind herrlich für Index-Trader - bin ich aber nicht. Ich bin Aktienhänder, das ist einfach mein Handelsstil. Es gibt zwar SSFs (SingleStock Futures) auf den NASDAQ100 und auch in Österreich, aber dann wird es auch schon sehr dünn.

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Optionen eignen sich hervorragend um Payoff-Diagramme und Spreads mit allen unterschiedlichen Szenarien und Möglichkeiten zu entwerfen. Butterfly-Spreads, etc. - und sie stellen auch die Basis fast aller Zertifikate dar (Bonus, Discount und wie sie alle heissen sind nichts weiter als als Schuldverschrieben verbriefte Optionsstrategien mit einem Premium (Bankergehalt). Optionen sind auch der einzige Weg um mit dem simplen verstreichen von Zeit Geld zu verdienen. Bei allen anderen Instrumenten und Strategien brauche ich in jedem Fall einen preislichen Trend um zu profitieren. Egal ob man technisch, fundamental oder sonst wie handelt - in jedem Fall brauchen wir einen Trend um zu profitieren, ja selbst um zu verlieren. Ohne Trend nix los… Optionen haben auch wieder den Nachteil, dass sie komplexe Produkte sind (was nicht heisst, dass es nicht manche Menschen gibt, die das zu 100% verstehen und ihrem Vorteil ausnutzen - aber nicht jeder kann das.) Denn, im Endeffekt finde ich es persönlich Schwierig genug einen Kursbewegung zu antizipieren. Zusätzlich zum Kurs noch Volatilität und Zeitliche Expansion einzuschätzen ist kein leichtes Unterfangen. Manche könnens, ich kanns nicht und mir ist es auch zu kompliziert und zu viel Arbeit. Ergo: Optionen passen nicht zu mir und nicht zu meinem Handelsstil - sind also nicht das ―beste‖ Auto für mich. 3.) Gleichzeitig Long/Short zu gehen ist unmöglich Hier wurde auch gesagt, dass man gleichzeitig nicht mit CFDs long und short gehen kann. Stimmt, dann bin ich flat und habe zweimal den Spread bezahlt. Was sollte das auch bringen? 4.) Long Und Short limitiert arbeiten! Dann wurde gesagt, dass das sehr wohl was bringt, wenn man mit garantierten Stopps arbeitet um sich in eine Position einstoppen zu lassen. Hier wurden garantierte Stopps im FX-Bereich erwähnt. Diese Strategie ist eine Gelddruckmaschine - wenn sie denn noch möglich wär, heutzutage. Was ich damit sagen will? Gehen wir davon aus es ist Zinsentscheid. Und kurz vor dem Zinsentscheid verläuft der EUR/USD in einer extrem Engen Range. Alles wartet auf einen Ausbruch in die eine oder die andere Richtung. Wenn ich mir jetzt eine 4-fach Orderbracket in den Markt lege, mit garantierten Einstoppen, dann kann man sehr schnell eine Strategie mit positiven Erwartungswert implementieren. Wieso? Weil dann lege ich einfach auf beide Seiten eine Stop-Buy (bzw. Stop-Sell) Order, um garantiert den Fill zu bekommen, OCO hänge ich noch jeweils per If-Done eine Stopp und Take Profit Order drann - und wenn die Vola dann explodiert, in die eine oder andere Richtung, kann man sehr schön starke Bewegungen im FX Bereich handeln. So weit ich weiß, wird das allerdings nicht mehr garantiert - ich bin allerdings kein FX Händler, sondern Aktienhändler - lasse mich also gerne von euch eines besseren Belehren. Carl-Willhelm Düvel, mit dem ich letztes Jahr ein paar Events gemeinsam machte (Zürich, Wien, Stuttgart) handelt genau diese Strategie für Stiftungsgelder- erfolgreich und profitabel. Nur nicht mit garantierten Stopps. Ist meiner Meinung nach durchaus eine legitime Strategie, wie gesagt, ich handel sie nicht, berichte also auch nur zweiter Hand und hier sehr lückenhaft darüber. Die Quintessenz ist: alles hat Vor- und Nachteile. Es gibt kein bestes Auto. Es gibt nur ein bestes Auto für jeden. Jeder Broker hat Vor- und NAchteile. Jedes Finanzinstrument hat Vor- und Nachteile. Und jeder muss sich dass aussuchen, was am besten zu seinen Ansprüchen passt. Ich habe hier vor ein kleines Konto auf ein großes zu bringen, öffentlich. Also beginne ich mit CFDs. Mein Handelsstil? Swing- und Positionstrading mit Einzelaktien basierend auf einer Mischung von 49

technischer und fundamentaler Analyse. Da bietet sich für mich am ehesten CFDs an - das bietet die meisten Vorteile, aber eben auch Nachteile. Wieder andere handeln nur FX oder nur den DAX mit großem Konto. Da würden CFDs wohl mehr Nachteile als Vorteile bieten. Das kann man für jeden Broker und jedes Finanzinstrument so machen. Und im Endeffekt gewinnt Tiger Woods trotzdem mit den schlechten Schlägern. Also ist das sowieso schrauben an der falschen Stelle. Freue mich auf Feedback und euer Gedankenfutter. Pierre

Indikatoren: Die Put/Call-Ratio ist ein Kontraindikator… 05 02 2008
Sind Optionshändler nicht eigentlich hauptsächlich professionelle Händler? Zahlt es sich aus, das zu tun was die meisten Optionshändler tun - oder doch lieber das Gegenteil? Brett Steenbarger hat in seinem Blog folgenden Chart veröffentlicht:

Man sieht an der rosanen Linie sehr schön die Spikes und die dazu korrelierenden Tiefs des S&P500. Dazu schreibt er: Going back to 2006 (N = 519 trading days), I note that we’ve had 85 days in which equity put volume has exceeded equity call volume. Five days later, SPY has averaged a gain of .33% (50 up, 35 down). That is considerably stronger than the average five-day gain of .03% (238 up, 196 down) for the remainder of the sample. When the daily equity put/call ratio has been below .60 (N = 41), the next five days in SPY have averaged a loss of -.03% (20 up, 21 down). All in all, when the daily equity put/call ratio has been above .80 (N = 262), the average five-day gain in SPY has been .23%. When the ratio has been below .80 (N = 257), the average five-day loss has been -.07%. This has been a useful sentiment measure. At present, the ratio is .76, a six-day low.

Behavioural Finance: Was man beim Trading alles besser machen kann
4 02 2008

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Eben habe ich diese Liste beim KirkReport.com gefunden. Dort hat Charles Kirk die Leute gefragt, was ihr Neujahrs-Vorsatz fürs Trading ist. Und hier ist das ―Best Of‖. Er schreibt dazu, dass man sich bei jedem dieser Vorsätze auch fragen sollte ob: 1.) Die Ziele ausreichend konkretisiert wurden 2.) Helfen diese Ziele dabei ein messbares Ziel zu erreichen? Wenn ja, welches? 3.) Wie kann ich einen Kontroll-Mechanismus einführen, um meinen Prozess zu beobachten? Think for myself Stay focused on the reasons why I bought a stock and sell when those reasons are no longer compelling Don‘t let successful trades turn into losses Be ruled less by emotion and fear and more by logic and knowledge To avoid being whipsawed, I will give myself more room for the trade to work Follow my own rules Be easier on myself when I screw up and don‘t let my ego inflate when I‘m right Don‘t force trades - there will always be another opportunity Honor thy stops! Stop chasing hot and popular stocks Do my own research Keep learning Learn to be less nervous and take more risks Remember that lost opportunity is better than lost capital Trade less - don‘t overtrade To try and limit the number of opinions I allow to affect my trading. Paralysis by analysis has hurt me Avoid any trade where I use the word ―hope‖ in my reasoning process To follow my logical, well-conceived, long-term game plan, without making irrational changes due to shortterm market conditions Tune out the daily noise and useless banter Reduce the number of positions currently held Have more faith in my own abilities In trading, learn to be fearless Don‘t be too greedy Slow down! Incorporate the use of smart trailing stops Use ETFs to properly diversify Remove my ego from my trading decisions Avoid getting easily frustrated or impatient Control and limit my losses Focus on making the next trade, instead of the last one I will not average down into losing positions Create more careful and detailed records with a commitment to review them regularly Learn to incorporate a systematic screening method like you Use emotions (both personal and market) to my own advantage Know my exits before making any trade Don‘t be swayed by the latest and greatest strategy I hear about Keep it simple. Complex strategies are no better Avoid crowded trades 51

Take time to look for reasons NOT to buy Let profits run longer. take losses quicker Trade what I see, not what I want to see Be more proactive and react faster to situations I find Make bigger, but less frequent trades Stay patient Focus on value of companies and not on the temporary market emotions Set small goals that will achieve my big goals over the long-term Be more nimble Keep better notes Adopt an opportunistic versus a rigid bull or bear bias toward the market Enjoy the game more To quit counting the value of my account on a daily basis Stop looking for the holy grail Figure out what trade related information to consume on a daily basis and keep what is useful and leave out that which is not Avoid information overload by limiting what I read Don‘t read stock blogs Turn off the TV and dedicate more of my time to become a better trader Set up a lazy portfolio Focus on proper asset allocation Never forget that ―when you are through learning you are through‖ Recognize mistakes early, exit, and move on Take partial profits routinely, but keep money on high-performing stocks Follow my system To screen & scan my watchlist in a consistent manner each and every time Take routine breaks away from the market to refresh and gain more perspective Add more fundamental research to my technical research Concentrate on finding just one really good idea per year like Warren Buffett Stop searching for shortcuts or quick fixes - take baby steps Read at least 6 trading books in 2008 Focus, focus, focus - ignore all outside distractions When a strategy works, have the courage to follow it through, when it does not work, to have the wisdom to stop trading Find and exploit long-range sector themes Open my ears and keep my mouth shut Never panic Be humble

Ist das Volatilitätshoch ein Anzeichen auf einen Boden für den Aktienmarkt?
8 02 2008 Gerade eben

habe ich diesen sehr guten Text auf TradersNarrative.com gefunden: Every trader prays for volatility because without it, prices wouldn‘t move and there would be no chance to make a profit. But too much volatility can be as deadly as a quiet market. It would be a crass understatement to say that we are experiencing tremendous volatility these past few weeks. The stock market has been either going up or down by at least 1%, for more than 70% of the trading sessions these past three weeks. This amount of volatility is both extreme and rare. While stop losses are getting hit all over the place, the good news is that this level of volatility has a good track record of signaling important market bottoms. A good measure of price volatility is the technical indicator known as ―Average True Range‖ - developed by Welles Wilder in his 1978 classic: New Concepts in Technical Trading Systems. Dazu wurde folgender Chart veröffentlicht (Quelle: TradersNarrative.com): 52

Geht man nach dem DAX sieht das Bild ein wenig anders aus. Die Vola-Hochs wurden noch nicht erreicht dafür notieren wir aber genau auf der Unterstützung des Aufwärtstrendkanals. Was hat jetzt mehr Bedeutung? Ich weiß es nicht - das ist die einzig richtige Antwort

Also, habe ich mir gedacht. Warum nicht kurzerhand mal eine daytrading.de Sentiment Umfrage machen. Mal schauen, ob wir ein Pro- oder ein Kontraindikator hier sind Wie bist du für den DAX mittelfristig (1-16 Wochen) eingestellt?
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buy (30%, 43 Votes) sell (28%, 41 Votes) neutral (27%, 39 Votes) strong sell (8%, 12 Votes) strong buy (6%, 9 Votes)

Total Voters: 144

Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. Benjamin Franklin

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3 Antworten zu “Jim Rogers Exklusiv-Interview auf MoneyTV” 9 02 2008
Dhandho (11:20:28) : Die Aufzeichnung des Anlegerabend mit Jim Rogers in der Börse München auf http://www.godmodetrader.de/video/
9 02 2008

jaro g. (15:15:15) : der abend mit jim rogers war wirklich super ;-). der vortrag, fragen + antworten natürlich auch, nur der dolmetscher hat irgendwie genervt (hat leider keine ahnung von finanzmärkten gehabt… commodities wurden mit ‚güter‘ statt rohstoffe übersetzt; und was es wohl bedeutet, dass jim short bei den us investmentbanken gegangen ist – das war ein absolutes rätsel, ...) und ausserdem konnte dadurch jim rogers natürlich nur halb so viel sagen … @dhandho - wo hast du jetzt diesen beitrag ausgegeraben? der ist ja bereits vom 15.05.2007 grüße, jaro.
15 11 2007 jaro

gruber (23:50:17) :

hallo pierre, da will ich nach 2 - 3 wochen wegen arbeit, krankheit, urlaub, cuba libre + pina colada reduzierter börsenaufmerksamkeit (u. paar versäumten tages-hickhacks) mal kurz in deiner (oder besser DER deutschsprachigen ;-)) traderplatform schauen, was die trading-welt so macht und siehe da, es brennt nicht nur an den aktienmärkten (dax, atx, dow jones, …), sondern buchstäblich unter den dächern … viel glück mit deiner wohnung + alles gute aus münchen, jaro

Ist das ein neues Anzeichen auf den Boden im US-Aktienmarkt?11 02 2008
Freitag haben wir das Volatilitätshoch beim Dow-Jones besprochen. Jetzt hat Brett Steenbarger in seinem Blog den nächsten Indikator bereit, der vielleicht auf einen Boden im US-Aktienmarkt zeigt. Es ist der Indikator der auf Wochenbasis Neue Hochs minus Neuer Tiefs berechnet. Das Tief trat an folgenden Tagen auf: * October, 1981 * May and July, 1984 * October, 1987 * August and September, 1990 * April, 1994 * September, 1998 * October and December, 1999 * September, 2001 * July and October, 2002 * May, 2004 * August, 2007 * January, 2008 Hier der Chart dazu: 54

Quelle: TraderFeed

Ist das jetzt ein Indikator mit einer 100% Trefferquote? Natürlich nicht, nur einer von vielen, die auch oft nicht funktionieren. Brett Steenbarger schreibt zur Interpretation des Indikators auf seinem Blog: Not all of these, of course, represented long-term bottoms. Nor did the market make an exact price bottom when the proportion of new lows peaked. For instance, we didn’t see a price bottom in 1998 until October. The great majority of occasions, however, did represent bottoming processes of at least intermediate-term significance.

Overtrading - ist das besser als Sex?
11 02 2008

In der New York Times ist ein interessanter Artikel erschienen. Dort dreht sich natürlich die Finanzpresse auch um den Skandal um Jérôme Kerviel. Doch hier schreibt man sehr schön, dass Kerviel ―Overtrading‖ betrieben hat. (Overtrading kann man entweder durch zu hohe Risiken oder durch eine immens hohe Handelsfrequenz begehen.) [ => jg: 22 02 2008 jaro g. (01:02:20): yep! issssch habe öl bei 89$ getradet…. nicht wg. godmode-empfehlung und nicht wegen pierre‘s chart, sondern weil ich (am 01.02.08 bei 89,2$) das gefühl hatte, dass es ziemlich billig ist und dass es wieder auf 100 $ steigen wird … dann lief es aber schlecht, denn anfangs hatte ich kein glück (der öl-CFD war bei meinem kauf bei cmc-markets volumenmäßig falsch getaxt und anstatt der anfangs auch tatsächlich eingebuchten(!) positionsgröße von $892 (einzelpreis 89,2) hatte ich plötzlich 1-2 tage später eine viel zu große ölposition von $8.920 im depot) und dann kam auch noch das pech dazu (die aufgrund ihrer plötzlichen ver-10-fachung durch stopp-loss abgesicherte position wurde nach verlust von 200 USD (=> bei 87,2$) absolut unglücklich unweit vom temp. tief ausgestoppt. bei cmc fiel das öl auf ein tief 55

von ca. 86,5$. f*ck ;-(. und dann fing das öl zu steigen. und wie! heute (=22.02.08) war es bereits über 100$ und so hätte ich anstatt dem realisierten verlust von 200 USD bereits einen fiktiven gewinn von über 1.000 USD gehappppt….. wäre kein schlechter trade für mein damals 1800 euros (= 2610 $) fette depot gewesen, oder? f*cking hell! aber, was soll‘s ;-). hätte, wäre, könnte sind an der börse nicht wirklich hilfreich ;-). also zähne zubeißen, einen wasserfall von schimpfwörtern loslassen (auf cmc-markets wg. falscher positionsgröße & und auf die ganze welt & (zuallerletzt:) auf mich – schließlich hätte ich die position am 2-ten tag auch durch einen gewinnsichernden stop-loss absichern können;-) … und weiter geht‘s … immerhin sind silber, zucker und gas stark gestiegen, s.d. mein CFD-depot nach dem kurzen abrutscher auf 1500 € wieder über die 1800 euros marke gehüpft ist… und das leben geht weiter :o)))) ja, ein bißchen glück gehört halt zum börsenerfolg dazu …. grüße an alle + viele gelungene rohstofftrades ;-), jaro. Aber in jedem von uns steckt ein bisschen Kerviel. Denn Wissenschafter haben jetzt herausgefunden, dass Geld verdienen die gleichen Hirnregionen beansprucht wie beispielsweise eine Drogensucht. Deshalb verfallen wir in Gewinnphasen dem Overtrading. Setzt dann bei erhöhter Handelsfrequenz und einem hohen Einzelpositionsrisiko nach einem Gewinn-Run eine Drawdown-Phase auf, so verfallen wir meist auch noch in die Loss-Trap. In dieser Loss-Trap versuchen wir Verluste durch noch schnelleres Trading mit noch größerem Risiko wieder wettzumachen. Logisch, dass dieser Teufelskreis eigentlich wieder nur zu neuen Verlusten führt. Aber nicht überall stößt die Neuroökonomie auf Anerkennung. Das Einzelschicksal des Marktteilnehmers ist für viele Wirtschaftsforscher irrelevant. So heisst es in der Times: Neuroeconomics has not won many converts on Wall Street. Researchers like Mr. Knutson have yet to show how their work can be applied effectively in the markets. And some academics question whether the field is of any use in economics. ―Economics is about equilibrium, and supply and demand, and forces that come to some stabilized system,‖ says Stephen A. Ross, the Franco Modigliani Professor of Finance and Economics at the Massachusetts Institute of Technology. ―It’s not about atoms or how little people behave.‖ Doch die interessanteste Textpassage ist diese hier: Mr. Lo and Dmitry V. Repin of Boston University have studied traders to determine how stress and emotions affect investment returns. They monitored traders’ vital signs like heart rate, body temperature and respiration as their subjects darted in and out of trades. The findings, while preliminary, suggest — perhaps unsurprisingly — that traders who let their emotions get the best of them tend to fare poorly in the markets. But traders who rely on logic alone don’t do that well either. The most successful ones use their emotions to their advantage without letting the feelings overwhelm them. ―The best traders are the ones who have controlled emotional responses,‖ Mr. Lo said. ―Professional athletes have the same reaction — they use emotion to psych them up, but they don’t let those emotions take them over.‖ Or, as Warren E. Buffett once put it, ―Once you have ordinary intelligence, what you need is the temperament to control the urges that get other people into trouble in investing.‖ Of course most traders do not breach ethical boundaries like Mr. Kerviel, who doctored e-mail messages to hide his unauthorized trades. But unbridled ambition and the hit from the money high are a dangerous combination. People like to think that logic prevails in the financial markets, that traders and investors 56

always act rationally. ―Clearly, institutional investors want to believe it’s all scientific,‖ said Mark W. Yusko, president of Morgan Creek Capital Management. But Wall Street can get carried away. The Internet boom and bust were followed by an even bigger boom and bust in mortgage lending. Wall Street is now saddled with more than $100 billion in losses stemming from mortgage investments, and the economy may be sliding into recession. Alpesh Patel, principal at the Praefinium Group, an asset management company, said that when traders get too emotional, they start making bigger, more frequent trades. ―You know you are damaging yourself, and there’s no gain in a financial sense, but the highs from the winning lead you to take bigger risks,‖ said Mr. Patel, who has written 11 books on trading psychology and risk management. Legendary Wall Street traders like Steven A. Cohen and Julian H. Robertson Jr. are students of human emotion. Mr. Cohen, who runs a $15 billion hedge fund called SAC Capital Advisors, keeps Ari Kiev, a psychiatrist, on hand to work with his legions of traders, people from SAC say. (Dr. Kiev declined to say whether he worked for Mr. Cohen’s firm.) Und wie kann man erklären, dass die Massen beim Trading verlieren? Einfach Dr. Kiev fragen, der hat die Antwort ohne Umschweife parat: ―It is more common for people to hold onto losers and see their investment go to zero, or shorts go to the sky, than it is for them to practice good risk management and get out,‖ Dr. Kiev said.

Die Trading-Tipps von Thomas Bulkwoski
12 02 2008

Thomas Bulkowski ist für Stammleser im Blog kein Unbekannter. Wir haben sein Buch mehrfach hier besprochen. (Nachzulesen hier, hier, hier, hier, hier und hier ). Charles Kirk hat jetzt eine schöne Zusammenfassung von den Trading Tipps von Thomas Bulkowski verfasst: * Tighten stops. If other stocks in the same industry begin trending down, then tighten the stop in the stock you own in that industry. If your stock shoots up several points in a few days, then tighten the stop because price may reverse and retrace much of the gain. * Trade with the trend. If the market and industry are moving up, select stocks with upward breakouts. Avoid countertrend trades - the market or the industry is going down and your stock is moving up. The rise will be less than you expect unless the market or industry reverses. If you buy a stock even though the market is trending lower, that’s fine providing you expect the market to reverse shortly. Just hope that you don’t get stopped out while waiting. * Trade on the intraday scale. Switch to the intraday scale or the next shorter period to place the trade. The shorter time scale will zoom into the price action and highlight support and resistance zones. I use the oneand five-minute scales to time my entry. * Raise that stop as price rises. Check the volatility and place the stop no closer than 1.5 times the current price volatility. * Never lower a stop. If you feel a desire to lower a stop, sell the stock. Fall in love, just never with a stock.

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* Follow the same stocks each day. Become familiar with them. Don’t invest in unfamiliar stocks. Over time, you’ll know when the stock is expensive and when it’s cheap. That voice will tell you when to buy and sell. * Trading takes work. You have to believe the system you trade or you’ll ignore the signals. Explore new techniques that add value to your system and prune the deadwood as it becomes less effective. * Check commodities. I follow oil, copper, and natural gas because so many of the industries I track rely on them. If the price of oil is shooting up, the airlines, truckers, and chemicals may suffer but oil service companies, refiners, and drillers should prosper. * Tune your system. The markets change over time and so should your system and your trading style. When the markets are choppy, directionless, I make short-term trades. When the market is trending, I relax and my hold time increases. * Ignore chat room chatter. Some of the worst trades I’ve made come from scenario trading. I’d read that the price of oil was predicted to rise because of a production shortage. Then I’d buy a refiner and get cleaned out when the price of oil dropped instead. Don’t restrict this advice to the Internet chat room. Apply it to newspaper articles and television news as well. Don’t trade scenarios. Buy-and-hold investors may do well with scenarios, but they can wait years. * If you have to ask, you‟re making a mistake. If you have doubts about a trade, such that you feel compelled to ask someone’s opinion about it, then skip the trade. Don’t let others spend your money. * Set price targets. With experience, you’ll be able to tell when price is about to turn. Use the measure rule for the chart pattern (usually the pattern’s height added to the breakout price) to predict a price target. For more conservative targets, use half the formation height projected upward. If the target and overhead resistance are nearly the same, then you’ve struck gold. Place a sell order to dump the stock just below the resistance zone. You may be early, but you never go broke taking a profit. * Watch for a throwback or pullback. Prices turn postbreakout in an average of 3 days and return to the breakout usually in 10 or 11 days, so watch for that. Have faith that prices will resume the original breakout direction-they do-86% of the time. * Don‟t short a stock. If you can’t make money on the long side, you won’t make it on the short side either. Try it on paper first. * Prices drop faster than they rise. I found this out when I reviewed the statistics measuring the time from the breakout to the ultimate high or low. Price trends after downward breakouts were quicker and steeper than their upward counterparts. This emphasizes the need to use stops to get out. If you can’t sell, your losses will grow quickly. * Price reverses one month after the breakout in a bear market. This is also true in a bull market, but less often. The one-month benchmark also varies from pattern to pattern. It’s rarely shorter, but often longer-five to seven weeks after the breakout. I found a slight rise in the number of patterns reaching the ultimate low a month after the breakout, so don’t expect price to turn on a dime every time. * Price moves most in the first week after a breakout. I discovered this when looking at failure rates. This emphasizes the need to get in early after a breakout. The best way is to have a buy order positioned a penny above the breakout price. That will get you in early and you won’t have to worry as much about throwbacks taking you out.
13 02 2008 jaro

g. (21:48:09) :

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@vtec - mir geht es auch so ähnlich wie dir, denn nach einem langen bürotag ist dass viele scrollen und blättern sehr mühsam [softwarejobs sind halt oft ziemlich zeitintensiv ;-). ich habe zum jahresbeginn auch noch die abteilung geweXelt, was anfangs fast zwangslaufig zu mehr arbeitsstuden führt]. immerhin habe ich inzwischen den ‗jugendlichen‘ eifer besiegt und kann auch dann ruhig schlafen gehen, wenn ich nicht alle tagesbeiträge und nicht alle kommentare durchlesen konnte @alle + pierre - ich finde die meisten von pierre‘s VIDEOS VERDAMMT GUT, es sind viele lustige (i.a. börsenfremdE) sachen dabei und auch viele ‗lehrreiche‘ dinge, die mir i.a. auch über den börsentellerrand hinaus viel bringen (randy pausch, warren buffet, steve jobs, der psychokranke steve ballmer (MSFT), der ruinierte ‗f*ck‘ dow-futures-trader, simplicity, ….). darüber hinaus, macht eben die mischung aus spaß, lektüre, trading + blogkommentaren diese seite für mich so wertvoll + lesenswert! eine seite, wo nur stehen würde, daß die aktie XXX zu YYY euros gekauft und zu ZZZ euros wieder verkauft wurde, wäre auf die dauer sicherlich zu langweilig … @pierre - eine schnelle überblickfunktion aller beiträge eines tages würde ich sehr begrüßen ;-)) … und wenn die ‗tiefgründigeren‘ artikel aus den bereichen börsenpsyche + strategie bevorzugt am wochenende kommen würden, wäre natürlich ganz, ganz toll ;O) grüße aus münchen, j. 14 02 2008 upgap (00:05:55) : @jaro: dem ist nichts hinzuzufügen @Pierre: Danke für den Blog, hat mir viel gegeben & Freude bereitet, auch jenseits der Börse … weiter so mfg, niki
THE QUOTABLE WARREN BUFFETT: WORDS OF WISDOM FROM THE ORACLE OF OMAHA

Be fearful when others are greedy and be greedy when others are fearful. You only find out who is swimming naked when the tide goes out. In my view, derivatives are financial weapons of mass destruction, carrying dangers that, while now latent, are potentially lethal.  Over the years, a number of very smart people have learned the hard way that a long stream of impressive numbers multiplied by a single zero always equals zero. (=> LTCM?)  The market is there only as a reference point to see if anybody is offering to do anything foolish.  When we invest in stocks we invest in businesses.  Diversification is a protection against ignorance. It makes very little sense for those who know what they're doing. (hey! ganz wie jim rogers ;-) Source: Warren Buffett annual letters to shareholders; "Warren Buffett Speaks," Janet Lowe. WORDS OF WISDOM FROM OUR EXCLUSIVE INTERVIEW I am a political bigamist at the moment -- on backing both Democratic candidates, Barak Obama and Hillary Clinton It's part of a capitalist society when you are going to get ahead of yourself, but we always come out at the other end --on the current credit crunch In this case, Wall Street drank its own Kool-Aid --on the current credit crunch It would not be a pretty sight if some of the big derivative dealers would not be able to perform--on the current credit crunch The Canadian dollar is likely to be worth more in five to 10 years than it is now--on the rise of the loonie I am a huge bull on the American economy
National Post Published: Thursday, February 07, 2008

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Gastkommentar: Michael J. Plos über das Trading in der Urlaubszeit
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30 08 2007

Trader sind vom ihrem Naturell her nicht gerade als Durchschnittsbürger zu bezeichnen. Oftmals üben sie zwar ganz „normale― Berufe aus, die Faszination der Märkte bringt sie jedoch dazu ihr Geld, oder zumindest einen Teil davon, selbst aktiv zu verwalten. Nichtsdestotrotz ist es auch für Trader wichtig und begrüßenswert Pausen einzulegen. Und in den Sommermonaten kann es für Trader durchaus erfrischend sein, einmal eine gewisse Distanz zu den Märkten aufzubauen. Als Daytrader hat man grundsätzlich keine großen Probleme einen Urlaub anzutreten. Da man in der Regel seine Position ohnehin nicht länger als bis zum Börsenschluss hält, hat man sich auch nicht um offene Positionen zu kümmern, wenn man die lang geplante Flugreise antritt, oder spontan mit dem Auto in den Süden fährt. Anders verhält es sich natürlich bei längerfristigen Positionen. Denken Sie an die Opportunitätskosten! Natürlich kann man auch all diese Positionen schließen und somit Verluste (abgesehen von den Kosten, die durch die Transaktionen entstehen) vermeiden. Trader denken jedoch auch immer an die Opportunitätskosten. Und diese können die Kosten eines Urlaubs schnell vervielfachen. Was also tun, wenn man seine Positionen nicht schließen, aber dennoch beruhigt in den Urlaub reisen will? Es wartet zwar ein wenig Aufwand auf uns Trader, nichtsdestotrotz ist es eine gute Gelegenheit ältere Positionen auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen, und zu sehen, ob der ursprüngliche Grund, warum die Position eingegangen wurde, auch weiterhin vorliegt. Diese Dinge sind ganz wichtig, denn erneut sieht man sich mit Opportunitätskosten konfrontiert. Gibt es nämlich keinen guten Grund eine Position zu halten, dann wäre das Geld in einer anderen Position besser aufgehoben, natürlich unter der Voraussetzung, dass hier ein guter Grund für die Position vorliegt. Doch damit ist es leider noch nicht getan. Hat man nun also alle Positionen geschlossen, deren Existenzberechtigung (natürlich nur aus rein subjektiver Sicht) nicht mehr gegeben ist, hat man den ersten Schritt erledigt. Nun geht es um die Verwaltung jener Positionen, die man gerne halten will. Was tun mit den offenen Positionen? Grundsätzlich sind dieselben Dinge zu tun, wie beim Eingehen einer Position. Und wenn man damals bereits an sie gedacht hat, sind hier maximal Adaptionen notwendig. Natürlich geht es um den Stopp Loss bzw. das Kursziel, also jene Komponenten die den Ausschlag darüber geben, ob eine Position eingegangen wird oder nicht. Ist das Chance Risiko Verhältnis (also das Verhältnis zwischen Stopp Loss und Einstieg bzw. Kursziel und Einstieg) nämlich nicht attraktiv, dann sollte man von einer Position absehen. Hat man sich beim Eingehen der Positionen also ein Kursziel errechnet (und im besten Falle auch gleich eine Order gesetzt), und eine Stopp Loss Marke gefunden (hier ist in jedem Fall eine Order zu setzen), dann hat man Kontrolle über einen der wenigen Parameter, die man beim Trading überhaupt kontrollieren kann. Das Risiko. Wie wir alle wissen ist Trading jedoch keine statische, sondern eine dynamische Herausforderung, und die besten unter uns können nicht nur diszipliniert ihr System handeln, sondern auch angemessen auf Veränderung reagieren. Also gilt es im einen oder anderen Fall auch das Kursziel und den Stopp Loss anzupassen. Während beim Kursziel Veränderungen in beide Richtungen vorgenommen werden können, ist beim Stopp Loss darauf zu achten, dass dieser lediglich nachgezogen werden darf [= gewinnsichernd nach oben verschieben :]. Eine Anpassung nach unten ist keine Option. Es gilt also für alle offenen Positionen die Stopp Loss Marken zu überprüfen und eventuell nachzuziehen. Für das Kursziel sind in allen Fällen ebenfalls Orders zu setzen. So kann man das Risiko der Opportunitätskosten zwar nicht eliminieren, aber auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Und die Werte auf der Watchlist? Aktive Trader kümmern sich nicht nur um ihre aktuellen Trades, sondern sehen sich immer wieder nach attraktiven Möglichkeiten (hier kommt wieder das Chance-Risiko-Verhältnis ins Spiel) um, ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Ist erst ein interessanter Kandidat gefunden, wird entweder eine Position 60

eingegangen, oder der Wert kommt auf die Watchlist. Um schnell reagieren zu können, wenn es zur Signalgenerierung kommt, legt man Alarme fest, die einen an diesen Wert erinnern. Wenn man jedoch gerade am Strand liegt und bei einem guten Buch die Sonne genießt, dann wird einem diese Erinnerung wenig bringen. Es bleiben also nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie verzichten darauf die Werte auf ihrer Watchlist zu Werten in ihrem Depot zu machen oder aber, sie setzen die notwendigen Orders. Warten Sie beispielsweise auf den Ausbruch aus einer Seitwärtszone, dann ist solch eine Order zu setzen, die bei einem Ausbruch aus dieser Seitwärtszone einen Kauf durchführt. Wie groß eine solche Position sein soll, ist bereits vor Urlaubsantritt festzulegen, meist aber nicht sonderlich schwierig. Es ist jedoch zu empfehlen, während der aktiven Urlaubszeit kleinere Positionen zu handeln. Das ist nämlich gut für die Entspannung und die emotionale Pause zu den Märkten. Doch mit dem Eingehen der Position ist es noch lange nicht getan, viel wichtiger ist der Exit. Es gibt, wie immer beim Trading, zwei Möglichkeiten. Entweder man wird ausgestoppt, oder das Kursziel wird erreicht. Da Sie nicht wissen, was eintreten wird, sind Orders für beide Fälle zu setzten (diese Orders werden natürlich erst schlagend, sobald eine Positionen überhaupt eingegangen wurde), also ein Stopp Loss bzw. eine Limit Order. Ganz wichtig ist in diesem Falle, dass bei Ausführung einer diesen beiden Orders die andere gelöscht wird. Ansonsten geschieht nämlich Unvorhergesehenes. Denken Sie nur daran, was passieren würde, wenn ihr Stopp ausgelöst würde, der Kurs danach jedoch auf ihr Kursziel steigt, und sie dadurch eine Shortposition eingehen würden. Wenn der Kurs nun weiter steigt, kann das erhebliche Kosten nach sich ziehen. Die beiden Orders müssen einander also ausschließen. Im Englischen tragen solche Orders das Kürzel OCO (one cancels other – also eine löscht die andere). Wenn man aus dem Urlaub zurückkommt Wenn man nun also aus dem Urlaub zurückkommt, sollte man von bösen Überraschungen verschont geblieben sein. Die unnötigen Positionen wurden vorher ohnehin geschlossen. Alle Kursziele und Stopp Losses wurden mit Orders versehen. Und selbst die Werte, die sich auf der Watchlist befanden, können Ihnen zu einem satten Gewinn verholfen haben, und das ganz ohne emotionale Aufregung. Wie Sie also sehen können, kann man auch vom Fernbleiben der Märkte etwas lernen. Nämlich, dass es unabdingbar ist, seinen Plan zu traden, und alle Orders im Vorhinein zu setzen.
Van K. Tharp : "Trading and investing are very simple processes and we human beings try to make it into something much more complex. Unfortunately, we have a lot of biases [=neigung, vorurteil] that enter into trading decisions. "I believe people get exactly what they want out of the markets and most people are afraid of success or failure. As a result, they tend to resist change and continue to follow their natural biases and lose in the markets. When you get rid of the fear, you tend to get rid of the biases. "As for risk, most people don't understand it, including a lot of professionals, and what's really interesting is that once you understand risk and portfolio management, you can design a trading system with almost any level of performance." —Van K. Tharp

Continental-Trade: Stopp auf Einstand 17 02 2008
Da ich jetzt nicht da bin für 2 Tage, sondern in der Luft und dann wahrscheinlich im Bett, werde ich den Stopp beim Conti-Trade jetzt auf den Einstand - also knapp darüber - an. Der Stopp ist jetzt bei 68,10 onClose daily. Zu dem Anlass kann ich nur sagen: Der Artikel über Trading in der Urlaubszeit hat wieder an Aktualität für mich gewonnen

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3 Antworten zu “Continental-Trade: Stopp auf Einstand”
17 02 2008 buylow (23:14:58)

:

Hallo Trader, ich brauche kurz Nachhilfe in Tradingterminologie. Was ist mit onclose hourly bzw. daily gemeint? Ist das eine stop limit order? lg buylow
18 02 2008 Ricky (00:33:23) :

Damit ist der Schlußkurs Stündlich bzw. Täglich gemeint. Erst wenn der Schlußkurs Stündlich oder Täglich ein Signal liefert, erst dann wird reagiert. Keinesfalls früher. Sollte bspw. der 5-Min-Chart über die Triggerlinie laufen, dann ist das solange egal, solange es nicht ein Stündlicher oder Täglicher Schlußkurs ist. Ich hoffe, ich konnte helfen. Gruß Ricky
18 02 2008 jaro

g. (00:37:33) :

hi buylow, ich habe den conti-trade zwar nicht verfolgt (long oder short? … aus dem chart würde ich jedoch am ehesten auf eine weitere fortsetzung der abwärtsbewegung tippen u. folglich am oberen ende des trendkanals (= ca. bei 68 euros) short gehen => also sellhigh ) …. Der Stopp ist jetzt bei 68,10 onClose daily …. heißt aber nur, daß der stopp nur dann ‗greift‘, wenn der TAGESSCHLUSSKURS die marke von 68,10 erreicht und evtl. untertägige zick-zacks keine rolle spielen :-). (d.h. bei einer shortposition würde der trade dann aufgelöst werden, wenn der TAGESSCHLUSSKURS 68,10 erreicht oder übersteigt ) 62

grüße, jaro.

Der positive Erwartungswert - viele Wege führen nach Rom
19 02 2008

Am Freitag haben wir den Erwartungswert von Trading-Systemen besprochen. Heute möchte ich dieses Thema etwas vertiefen. Egal, welche Strategie man handelt man braucht einen Trend. Die Logik eines jeden Trades lässt sich auf eine simple Aussage reduzieren: ―Ich denke, dass es wahrscheinlicher ist, dass dieser Kurs erreicht wird wenn ich falsch liege steige ich bei jenem Kurs wieder aus.‖ So definiert es zumindest Brett Steenbarger in seinem Blog. Er ermittelt auch, dass es 3 Wege gibt, um ein System mit positivem Erwartungswert zu haben. 1.) Wir haben öfter Recht, als Unrecht 2.) Die Gewinner verdienen überproportional mehr, als die Verlierer verlieren 3.) Wir erhöhen die Positionsgröße, wenn wir Recht haben [=> passt es zu meiner strategie?]
... und jetzt noch das original:
FRIDAY, FEBRUARY 15, 2008 (SOURCE: HTTP://TRADERFEED.BLOGSPOT.COM)

Trading Logic and Trading Edge: Accuracy, Execution, and Position Sizing

I've emphasized elsewhere that every trade is a hypothesis. I find this to be a very useful framework for thinking about the logic of trading.
The specific conceptual schemes we use (technical analysis, reading market depth, historical models, Market Profile, etc.) help us frame our trading ideas. Certain schemes may be more or less helpful in the context of particular markets and time frames; the most important aspect of a conceptual scheme is that it make sense to the user and generate reliable and valid trading decisions. When all is said and done, however, every directional trade idea boils down to a very simple proposition: "We will hit *this* price before we hit *that* price". In other words, we are placing bets that the stock, futures contract, or ETF will hit a target price level before it hits the level that stops us out and tells us we're wrong. Viewing trading logic in this simple fashion, we can see three sources of "edge" in trading:

1) We are right more than we're wrong - In other words, we are good at generating promising hypotheses.
Here the core skill is anticipating market moves. Our methods for reading supply and demand in the markets are so good that we are accurate in assessing direction.

2) We make more when we're right than when we're wrong for a given position - We may not be
right more than we're wrong, but we are good at framing hypotheses with a favorable ratio of reward to risk. That is, we will make more money if we're right than if we're wrong because there is an asymmetry between the loss we'll

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take if we're stopped out and the gain we'll achieve if we hit our target. Here the core skill is execution: getting into ideas at such good prices that risk/reward is in our favor. 3) We are bigger when we're right than when we're wrong - We may not be right more often than we're wrong, and we may have a relatively even balance of risk/reward. If, however, we are good at recognizing when we're right *as the trade is progressing*, we can then add to our size when we're right and keep size small when we're not. Here the core skill is sizing (position management): adding to winners and keeping losers modest. When we lay out sources of edge in this manner, it becomes possible to ask: What is your core competency as a trader, and where can you make your greatest improvements? My experience is that too many beginning traders shoot for number one--trying to be right most the time--when in fact the majority of profitable traders fall into the latter two categories (and often both). Execution and sizing may not offer the ego rewards of being right and outsmarting the market, but they embody a kind of reasoning that is essential to success, regardless of one's market, strategy, or time frame. The implications for self-coaching are profound: This post lays out many of the mistakes traders make as a result of faulty trading logic:

Trade Like a Scientist - Part Three: Three Common Mistakes of Traders
SUNDAY, JUNE 17, 2007

In the first two posts in this series, we examined a scientific mindset and how it affects trading practice. Let's now turn the tables and view three common trading mistakes through the scientific lens: 1) Mistake #1: Trading Without Understanding - Sometimes traders put their capital at risk without taking the time to observe market patterns and integrate these into a concrete explanation of what is happening in the marketplace. A number of traders I work with observed the recent rise in interest rates very early in the move and formulated ideas of shorting rate-sensitive sectors. They tested their understandings with initial positions and scaled into the idea as markets confirmed their views. How different this is from simply putting a position on because a market is making a new high or low! 2) Mistake #2: Oversizing Positions - Many psychological problems in trading can be traced back to excessive position sizing. Traders trade too large for their account size in order to make windfalls, not in order to test their ideas. Scientists conduct many tests before any hypothesis is truly supported, and they test many hypotheses before they accept theories as versions of truth. If you were a lab scientist, would you risk your entire grant funding on a single experiment? Of course not; a single study could fail for a variety of reasons, including experimenter error. Similarly, any single trade or idea can fail for a variety of reasons. A true scientist knows that his or her understanding will always fall short of reality. That is why scientists will conduct doable experiments to refine their ideas before they dedicate significant resources to large investigations. 3) Mistake #3: Not Knowing When You're Wrong - A scientist does not actually test his or her hypotheses. Rather, each experiment is framed as a test of the "null hypothesis": the proposition that variables of interest do *not* affect

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the outcomes under study. Scientists thus never accept their hypotheses; they at best only reject null hypotheses. Embedded in this perspective is the idea that it is crucial to know when it is necessary to accept that mull hypothesis and conclude that a view is not supported. Can you imagine a qualified scientist becoming emotional because an experiment produces no significant differences and then conducting numerous revenge studies?! Traders, however, sometimes do just that. They don't have rational stop losses identified and so can't terminate their "experiment" at a prudent time. That leads them to take on excessive losses and react out of frustration rather than understanding. A simple checklist would aid many traders who would become their own performance coaches: 1) What is my understanding of this market and what is the evidence behind it? 2) How much of my capital am I initially willing to devote to my understanding of this market? 3) What outcome(s) would lead me to devote more capital to my idea and what is the maximum portion of my portfolio I'm willing to put at risk on this idea? 4) What outcome(s) would lead me to abandon my idea and how much am I willing to lose on this idea? Many bad trades could be avoided simply by requiring oneself to answer these questions aloud prior to any trade.

van k. tharp: Einer der großen Vorteile, den wir als Trader haben liegt darin, dass wir nicht gezwungen sind zu traden. Und nicht zu traden ist sogar kostenlos. Die allgemeine Lösung besteht nun also darin, lediglich außergewöhnliche Trades einzugehen. Und dies sind für gewöhnlich entweder Trades, die sich bereits zu ihren Gunsten bewegen noch bevor sie eingestiegen sind oder Trades die so stark untergewichtet sind, dass Sie ein Investment für einen Bruchteil dessen erwerben können, das es eigentlich wert ist. Eine der goldenen Regeln des Tradings schreibt vor, seine Verluste zu begrenzen. Das bedeutet so viel wie das Aussteigen aus Trades, die den Anschein erwecken sich nicht zu Ihren Gunsten zu entwickeln.

Behavioural Finance: Hast du das Zeug zum Fulltime-Trader?
20 02 2008 Quelle:

ChrisPerruna.com

Für viele ist es ein Traum vom Trading leben zu können. Aber bevor du dich auf dieses Abenteuer, mit einer harten Lernphase am Beginn der Karriere einlässt, solltest du prüfen, ob du wirklich ein Trader werden willst. 1.) Ein mindestens sechsstelliges Konto Niemand kann jeden Monat gewinnen, und wenn man noch Lebensunterhaltskosten zu decken hat, können Drawdown-Phasen wahnsinnig schnell am Kapital zehren. Es ist zu empfehlen, dass sich die monatlichen Fixkosten auf max. 2-2,5R belaufen. Hier sollte allerdings netto nach Steuern dann wirklich alle Kosten gedeckt sein. (Immobilien, Mobilien, Telekommunikation, Versicherungen, Shopping). Wenn man diese Zahl noch nicht erreicht hat, sollte man Trading weiterhin nur ―on-the-side‖ betreiben. 2.) Bist du bereits ein erfolgreicher Teilzeit-Trader? Hast du bereits konstant Erfolge bei deinem Trading ―on-the-side‖ verdient? Wenn die Antwort nein ist, warum solltest du es dann jetzt plötzlich tun. Nur weil du mehr Zeit vorm Monitor verbringst, um die Kurse zu beobachten? Wahrscheinlich nicht… 3.) Hat dein System einen positiven Erwartungswert?

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Ohne diesen ist das Projekt wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt! Natürlich musst du auch die wichtigen Tradingkonzepte des Risk-Managements und der Positionsgrößenbestimmung verinnerlicht haben. Ein System, dass mit einem einzelnen Trade (egal wann) einen Drawdown von mehr als 10% erwirtschaftet ist ein schlechtes System. 4.) Werden genug Trading-Signale generiert? Wenn du wirklich von deinen Kapitalerträgen leben willst, dann musst du dich auch fragen, ob das System oft genug Signale generiert, die trotzdem profitabel bleiben. (Das Erzwingen von Trades ist Overtrading und führt in der Regel in die Verlustfalle). 5.) Kannst du mit deinen Emotionen umgehen? Das ist wohl die wichtigste Frage, wenn man plötzlich vor den rot und glün blinkenden Kursen sitzt…. 6.) Hast du ein gutes Arbeitsumfeld und die richtige Technische Ausrüstung? Eine Lebensgefährtin (i.e. ein Lebensgefährte), Freunde, Kinder, Familie - sie können negative Einflüsse auf das Trading ausüben (Was tust du da eigentlich genau? Hast du schon wieder Geld verloren?) Sollten solche Störfaktoren auftreten, sind sie für langfristigen Trading-Erfolg irgendwie einzugrenzen, da sie sonst denn gewünschten Trading-Erfolg langfristig sabotieren. (Klingt hart, ist aber so ) 7.) Hast du jede Marktphase schon mal erlebt? Wenn du nur den Bullenmarkt kennst, dann hast du noch keine Ahnung von volatilen Seitwärtsphasen oder Bärenmarkten. Man sollte Part-Time zumindest einmal jede Marktphase erlebt haben. Bouchaud (08:42:11) : Nr 6: Sehr traurig liebe Blogger. Wenn ihr an diesem Punkt angelangt seid, erschießt Euch lieber als weiter ―Trader‖ zu sein - Ihr werdet keinen Spaß am Geld mehr haben. Pierre, hast Du Lebensgefährten, Freunde, Kinder, Familie ? pierre (08:46:38) : Was ich damit gemeint habe ist nicht, dass man sich sozial isoliert, sondern dass man wenn man von zu Hause arbeitet auch konzentriert arbeiten kann. Vielleicht, dass man ein Arbeitszimmer oder ein kleines Buero braucht. Natuerlich kommt an erster Stelle Familie und Freunde, gleichauf mit Gesundheit, und erst irgendwann kommt das liebe Geld. Sorry, dass das ein wenig falsch rueber gekommen ist…Ob ich Frau und Kinder habe? Kahodi Kasaki (12:09:29) : Oh - gottseidank ist das raus. Dachte mir schon, dass du vom anderen Ufer bist 20 02 2008 Pierre (14:09:17) : Hi Kahodi, echt? wie kamst du denn auf diese Schlussfolgerung? 20 02 2008 Petr C. (14:13:03) : …und wenn es denn so wär, wär es ein Problem??!? 20 02 2008 Pierre (14:14:31) : ist eigentlich auch eine gute Frage aber da ich es nicht bin, eh auch hinfaellig 20 02 2008 Ascag (15:26:05) : Vielleicht sollte man Punkt 6) folgendermaßen modifizieren: Unterstützt dein Lebens- und Arbeitsumfeld dein Tradingvorhaben? Steht deine Frau voll und ganz hinter deinem Traderdasein? (‘Ich finde das toll, daß du da offensichtlich deine Bestimmung gefunden hast! Mach weiter so!‘) Oder hat sie absolut kein Verständnis dafür (‘Zockst du wieder??? Willst du dir nicht endlich einen vernünftigen Job suchen?‘) Gerade letzteres wird sich auf Dauer kontraproduktiv auf die Profitabilität auswirken. 66

Ach, @Pierre: Ach ja, zwar haben die Australier immerhin auch 230 Volt, aber dafür diese komischen schiefen Stromstecker… ist mir auch schon in Down-Under passiert (in Neuseeland). Wird schon alles schiefgehen!
20 02 2008 Aurelius (16:14:02)

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Würde hierzu gerne mal andere Meinungen hören!?! IMHO [=„In My Humble/Honest Opinion―] sieht es so aus: 1) ist doch mehr von der Frage abhängig: was bedeutet ‗vom Trading leben zu können‘? 2) ich wage zu behaupten, dass der Status des Teilzeit-Traders (Erfolg / Misserfolg) in keinen kausalen Zusammenhang zur potentiellen Fähigkeit eines Vollzeit-Traders steht. 3) Sehe ich auch so. 4) Sehe ich auch so, natürlich in Abhängigkeit vom Trading-Stil. 5) Emotionen können durch RM/MM abgestellt werden. Die Frage ist für mich also eher ‗bin ich diszipliniert oder nicht‘ - die Emotionen entstehen nach dem Scheitern des disziplinierten Handelns 6) Halte ich für sehr wichtig, nur das Beispiel: ‗Hast du schon wieder Geld verloren?‘ hat weniger mit dem Trading zu tun als mehr mit der Partnerwahl an sich und wie sehr man seine Arbeit mitteilt. Eine Partnerschaft sollte immer den persönlichen Lebensweg tragen und die Ausrüstung/ Umgebung muss ungestörtes, reibungsloses Arbeiten zulassen (siehe Ascag). 7) Halte ich für weniger wichtig, es sei denn, man hat eine sehr einseitig-bullische/ -bearische Strategie. … schwer, man will ja irgendwann mal starten und nicht erst Jahre abwarten um noch aus einer anderen Phase zu lernen. Gruss Aurelius jaro g. (23.02.08, 14:26:21) : hi geldfuX, hi leute, wenn man gerade dabei ist (s.o.), sich gedanken über die zukünftige (aktien-)marktrichtung zu machen, dann habe ich hierzu eine frage ;-): wer (mit einigermaßen gesundem menschenverstand + minímum an risiko-mngmt) würde nach diesem wochenverlauf(!) so massiv aktien (und/oder dow-futures) in den letzten 30 minuten vorm wochenende kaufen? wo doch geopolitisch sooooo viel passieren kann und der (aktien-)markt mit jedem vorstellbaren DOWNgap am montachhhh eröffnen kann? ich würde es nicht tun …. und m.m.n. reichen für solchen richtungsweXel auch die paar ‗chartisten‘ nicht aus, deren buy-signale evtl. durch fallende kurse auch tatsächlich ausgelöst worden sind, oder? gibt es das PPT (plunge protection team) wirklich? was ist eure meinung diesbzgl. ??? danke+grüße, j. *** Die Wall Street hängt ganz offensichtlich am berühmten „seidenen Faden― der nicht reißen darf. In der letzten Handelsstunde stieg der Dow Jones am Freitag zwar um satte 200 Punkte, drohte aber zuvor bei unter 12150 Indexpunkten abzustürzen. Das „Plunge Protection-Team― der USA war wieder einmal erfolgreich und hat ein Short-Squeeze ausgelöst. Am 18. März rechnen die Marktteilnehmer aufgrund der anhaltend schlechten Konjunkturdaten mit einer weiteren Zinssenkung. Auch dürfte die EZB dann mit einer Zinssenkung im April nachziehen. (quelle: Andreas Männicke, wallstreetonline.de, 23.02.2008)
Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum. Marcus Aurelius

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Aurelius (24.02.08, 01:24:55) : Aus den Fehlern Anderer lernt man nicht; in der Pädagogik wird sogar gelehrt, dass gerade der Fehler, den andere machen eher zum eigene Nachahmen animiert als vor demselben zu bewahren hilft! Das gemeinsame Traden ist meiner Meinung nach vor allem vom Zeithorizont und dem persönlichen Erfolg abhängig, d.h. als Position- und Swingtrader macht das Sinn, für Scalper und sehr kurzfristig orientierte absolut keinen. Bin ich erfolgreich, vereinsame ich nicht sondern mach‘ nach ein paar Trades Schluss und treff‘ mich mit Freunden etc.; bin ich weniger erfolgreich benötige ich den Austausch weil meine Zeit vorm Chart ansteigt. Natürlich ist das aber vielmehr eine persönliche Ansichtssache, der ein mag‘s der andere nicht; Kay‘s Hinweis zu der Gefahr des ‗hypens‘ würde ich allerdings voll zustimmen; denn Menschen unterliegen ja bekanntlich einem gewissen Herdentrieb und der ist beim Traden nicht wirklich dienlich. Gruss Aurelius

Trendkanal, Investmentcoach, ChancenCoach sagt ade ;o) 09 09 2007
Hallo Trader, werdende Trader und alle Suchenden ! (quelle: http://www.investmentcoach.de/ =>) Der Tag des Abschieds ist für mich heute gekommen. Ich habe über mehrere Jahre aktiv Beiträge geschrieben mehr oder wenige gute Internetseiten bspw. www.investmentcoach.de betrieben. Ich habe nette Leute kennengelernt, mit denen man das Ziel hatte Trading zu erlernen, vom Traden zu leben und einfach Ideen umzusetzen. Leider habe ich im letzten Jahr auch einen treuen Traderkollegen verloren, welcher zwar immer an meinen Erfolg geglaubt hat, diesen aber nicht mehr miterleben durfte. Danke Jan, Du warst für mich Inspirant aber auch ―Aufpasser‖, wenn ich mal zu riskant vorging ! Ich habe meinen Tradingstil mittel und kurzfristig gefunden und heute ist es ―nur‖ noch wichtig das Risiko- u. Moneymanagement zu steuern. Dem Traden verdanke ich, dass ich meine Persönlichkeit so tiefgreifend kennenlernte und lerne, wie es mir wohl sonst im Leben versagt geblieben wäre. Abschied heißt für mich jedoch nur, Abschied vom Betreiben von Internetseiten zu nehmen. Ich habe einfach erkannt, dass ich mehr Spaß und Erfolg beim aktiven Traden habe, als beim Betreiben von Blogs oder Internetseiten. Es gibt einfach auch sehr viele gute Seiten. Auch fand ich eigene Ideen oft und schnell auf anderen Seiten wieder, was einen innerlich auch ein bißchen stolz macht ;o) Andererseits bin ich auch ein sehr introvertierter Mensch, der oft und lang gerne seine Ruhe hat. Und das paßt eben nicht so richtig zur Kommunikation im Netz. Aus diesem Grund also mein Entschluß. Zum Schluß möchte noch zwei Beiträge hier anschließen, welche ich auf www.daytrading.de veröffentlicht habe. Diese zeigen, wie ich Trading heute sehe. Die Frage war, ob man vom Traden leben kann. ChaCoa (09.09.2007, 17:21:56) : Lese Bücher, gucke Dir Strategien an, welche bereits bekannt sind und sortiere diese aus, womit Du Dich am wohlsten fühlst. ENTWICKLE DEINE STRATEGIE, denn nur diese wirst Du letztlich richtig verstehen und auch durchhalten zu traden. Wer sollte besser wissen, mit welcher Strategie, welchem Zeitintervall Du Dich wohl fühlst ? Hour, Daily, Weekly, Monthly Chart … Focusiere Dich zunächst auf EINE Strategie, verfolge diese täglich bis Du ein Gespür dafür bekommst. Hat diese Strategie eine positive Erwartung oder Ergebnis versuche alles so detailliert darzustellen, dass Du diese 68

immer besser verstehst. Versuche die Strategie über Dein Moneymanagement zu verbessern. Notiere Deine Trades und schreibe Deine Emotionen auf. Bis das alles der Fall ist, trade, teste mit KLEINEN Positionen. Wichtig ist erst einmal ein positives Ergebnis zu erzielen. Man kann auch mit 20, 50 Stck. Aktien Geld verdienen, die Höhe ist zunächst uninteressant. Ist Dein Ergebnis im Monat positiv, kannst Du drüber nachdenken, Deine Positionsgröße im Verhältnis zum Konto zu erhöhen. Nach 30, 50, 100 Trades wird es immer klarer, welche Trefferquote Deine Systematik bringt. Wie bereits schon oft gesagt, ist zwar eine hohe Trefferquote gut für Dein Ego, braucht aber trotz allem ein funktionierendes Moneymanagement und DISZIPLIN. Was nutzt es, wenn Du 8 Gewinner hast und 2 Verlierer Deine Gewinne zunichte machen, weil Du kein Moneymanagement hast oder keine DISZIPLIN ! Glaube nicht alles was in Büchern steht ! Meiner Meinung und Erfahrung nach gibt es bei wirklichen Profitradern ein besseres Verhältnis als 50:50, suche einfach einen Vorteil. Es gibt ihn ;o) Man kann mit vielen Dingen Erfolg haben, von denen in Büchern abgeraten wird. Irgendwann wirst Du dann erkennen, wenn alles läuft, Du Deine Gewinne über Moneymanagement hebeln kannst. Ob Du dann allerdings mental dazu in der Lage bist, diese umzusetzen, ist dann die Sache der Psychologie. Daran kann man wirklich nur kontinuierlich arbeiten, dass wird wohl eine Lebensaufgabe ;o) Hast Du Deine Strategie gefunden und handelst Du an der Börse mit konstanten Gewinnen, wirst Du irgendwann feststellen, dass auch alles sehr langweilig sein kann. Wenn man dann aus langer Weile andere Trades macht, die nichts mit der funktionierenden Strategie zu tun haben und dabei mit einmal Geld verliert, weiß man dass man es geschafft hat ;o), denn dann beginnt man wieder seine funktionierende Strategie zu nutzen oder eine neue funktionierende zu entwickeln. In diesem Sinne viel Erfolg - finde, handel und trade für Dich selbst. Wichtig ist wie Du reagierst, denn Du bis für Deine Ergebnisse 100% verantwortlich. Was interessiert Dich, was 90% der Masse (Medien…) sagt - da die ja sowieso falsch liegen ? Good Trades, ChancenCoach 09 09 2007 UTh (11:12:07) : Hallo ChaCoa, gratuliere zu dem wirklich guten und tiefgründigen Kommentar weiter so! Danke & Gruss UTh 9 09 2007 ChaCoa (14:37:36) : Danke UTh, habe nur versucht, das wiederzugeben, was ich gerne vor 15 Jahren am Beginn meines Tradens gewußt hätte. Meiner Meinung nach kann man Jahre sparen, wenn man wirklich eine Strategie wählt mit der man sich wohl fühlt und nur diese tradet und dann auf seine eigene Persönlichkeit vereint. Auch wenn ich noch heute fast alle Tradingbücher lese, die so auf den Markt kommen, nutze ich diese nur noch um meine Strategie zu verfeinern bzw. einen Blick zu behalten was es noch so gibt… Ich habe eine Menge Zeit verschenkt, da ich früher alle Strategien selber ―nachtraden‖ wollte… abgesehen davon, dass das ziemlich sinnlos ist, da man zu Beginn ja nur ein beschränktes Tradingbudget hat. Interessant fand ich irgendwann mal, dass ich bereits vor 10 Jahren bereits Indikatoreneinstellungen gefunden hatte, die kurzfristig sehr gute Signale liefern. (Positionstrading) Nach Jahren hat eine amerikanische Internetseite darauf ein Marketing aufgebaut. Allerdings habe ich mir früher wohl selber nicht getraut, denn komischerweise habe ich dass, was für mich offensichtlich war nicht genutzt und habe immer mein ―Heil‖ in Tradingbüchern gesucht, die bekannte Trader veröffentlichten.

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Fazit: Ich kann jedem nur empfehlen, zwar als Idee Tradingbücher zu lesen, aber der Hauptfokus sollte auf die Entwicklung einer eigenen Strategie gelegt werden. Betonung zunächst nur EINE ! Erst wenn man die bis zum ―Erbrechen‖ kennt, für das Ergebnis der Trefferquote und des Moneymanagement ein Gefühl hat, sollte man sich eventuell noch um eine weitere Strategie kümmern. Neben dem kurzfristigen Traden, empfehle ich auch jedem eine Trendfolgestrategie zu verfolgen. Weekly, Monthly Charts sind dafür sehr gut geeignet. Diese Zeiteinheiten nehmen die Hektik aus dem Traden und lassen einen auch etwas gelassener werden. (=> bem. JG: meine idee mit 2 getrennten konten (1 trading-konto + 1 buy-and-hold-konto) scheint für viele trader sinnvoll zu sein bzw. gut zu funktionieren ;-) Aber eine Warnung oder ein Hinweis noch vorweg. Trendfolgestrategien immer auf einem seperaten Konto laufen lassen. Und wenn Ihr darüber nachdenkt, werdet Ihr mit der Zeit sehen, dass kurzfristiges Traden und Trendfolge mit Weekly/Monthly Chart eigentlich eine andere Persönlichkeit erfordert. Aber keine Angst, wer mit offenen Augen durchs Leben geht, bekommt auch das hin und bekommt auch keine multiple Persönlichkeit ;o) und wenn, man bekommts sicherlich dann auch nicht mehr so mit ;o) Viel Erfolg beim Traden ! ChancenCoach Bevor ich nun diesen Blog schließe (werde ihn noch ein bißchen im Netz stehen lassen) danke ich den wirklichen Tradern, die mit an meinem Erfolg beteiligt waren. Danke Welles Wilder, (dem Erfinder des RSI-Indikators und der ATR/Parabolic Strategie), Danke Linda Bradford Raschke, welche ihren Erfolg ihrer eigenen Stärke und dem positiven Denken zu verdanken hat, Danke Larry Connors und John F. Carter, welche viel von ihrem Wissen preisgaben, woran andere in ihrem Leben nie gedacht hätten, Danke Joe Ross, Danke Jeff Cooper für klare Aktienstrategien, Danke van Tharp für die Veröffentlichung wirklich wichtiger Moneymanagementstrategien. Danke Herr Michael Proffe für die Inspiration zum Trendfolgetrading. Teilweise hatte ich mit obigen Tradern netten E-Mail Kontakt, das Netz machte es möglich. P. S. Nun werde ich weiter das tun, was mir richtig Spaß macht. - Traden -, ab und zu bei Lust & Laune sowie Notwendigkeit in manchen Foren meinen Kommentar einbringen. Überkommt mich mal richtig lange Weile, habe ich noch eine Top-Internetadresse mit sämtlichen de, com, info…Endungen und werde einen Börsenbrief schreiben. (quelle: http://www.investmentcoach.de/ <=) Wer hohe Türme bauen will, muß lange beim Fundament verweilen. Anton Bruckner ChaCoa (13:17:17) : Ich zitiere aus obigen Text: Damit ist der Februar 1,8R im Plus. Schade um den BMW Trade, der um einen Cent nicht ausgeführt wurde, denn der hätte in den ersten 3 Wochen aus den 1,8R gute 3,8R gemacht. Und 4R sind ja mein Monatsziel. (1R pro Woche)
ALSO MIT WÄRE, HÄTTE, WENN, VERDIENT ODER VERLIERT MAN AN DER BÖRSE KEIN GELD. 22 02 2008 Juri (13:50:54)

: DAS KLINGT JA FAST NACH agression?

: @Juri Warum Agression ? Ist doch Fakt - oder ? Hätte, Wenn, Wäre ist doch wohl nichts real umgesetztes ? Also ich hätte gestern auch noch höhere Gewinne haben können, WENN ich mein Target besser ausgenutzt HÄTTE. Das einzige was mir HÄTTE, WENN, WÄRE bringt ist festzustellen, dass ich vielleicht etwas in meiner Herangehensweise ändern muss. Oder psychologisch nicht ganz mit meiner Strategie arbeite oder nicht diszipliniert mit dieser trade? Und darum ist HÄTTE; WÄRE; WENN zwar immer ein Anhaltspunkt zur Veränderung sowie Ausgangspunkt um künftig etwas anders oder besser zu machen. Fazit: Mir zahlt auch keiner den Ausgleich mein HÄTTE ich gestern mein Target voll ausgenutzt. P.S. Ich wollte ja nicht das Beispiel bringen, hätte der Hund nicht….-hätte er den Hasen gekriegt… 70

22 02 2008 ChaCoa (14:10:53)

jaro g. (23.02.08, 13:41:17) : hi geldfuchs, interessant ;-). es ist schon verrückt, dass wenn man die eigenen regeln bricht und sich gegen der ursprünglichen planung und gegen jede trader-guruempfehlung NICHT an die gesetzten SL hält, kann/könnte es soooo profitabel sein (pierre‘s conti, deine SL im januar, mein öl-trade anfang februar, …. münchen grüßt hamburg, jaro. UTh (24.02.08, 19:13:19) : Hallo Geldfuchs, sorry dass ich jetzt erst antworte aber mein WE ist tradingfreie Zone . Danke für Deine konstruktiven Kommentare, es ist auf jeden Fall hilfreich zu Wissen dass andere Trader im Moment genauso durch den Markt schlingern. Zugegeben. die Idee mit dem Risiko im Geld war eine erste spontane Idee….wohl nicht die Beste Nachdem es mich am Freitag ebenfalls aus meinem letzten Trade gewürfelt hat (genau, in USA!!), habe ich für mich entschieden den Februar abzuschliessen und in der kommenden Woche die Februar Trades genauer zu analysieren um mal rauszufinden wo ich evtl. nicht sauber gearbeitet habe. Hätte ich (Gruss an ChaCoa) diverse Trades früher glattgestellt als schon ersichtlich war, dass der Markt jetzt dreht, wäre ich (noch ein Gruss an ChaCoa) sicher noch (leicht) im Plus. So bin ich im Februar 2R hinten . @ ChaCoa - meine ―HÄTTE, WÄRE Aussagen sind für mich definitiv eine Signal um mal genau hinzusehen ob was geändert werden muss, insofern stimme ich Dir 100% zu, dass man an dem Punkt hellhörig werden MUSS. Viel Erfolg nächste Woche! LG UTh jaro g. (28.02.08, 10:19:30) auf die frage Trading-Strategien: Bist du mit Silber reich geworden? Oder wieder nicht? (... Unlängst habe ich ja gefragt, ob du Öl bei 88 Dollar gekauft hast. Frei nach der Basis-Trading Strategie, die ich in meinem Buch vorgestellt habe. Das habe ich getan, um aufzuzeigen, dass Trading-Strategien nicht unbedingt kompliziert sein müssen, um zu funktionieren. Es ist eine Sache ein System zu kennen, und eine andere Sache ein System umzusetzen. ...) yes! als ‗fundamentalist‘ unter den tradern habe ich SOWOHL beim öl (bei $89) zugeschlagen [bin dann jedoch vor dem großen anstieg auf $100 (unglücklich) ausgestoppt worden - beim interesse vgl. mein damaliges posting] ALS AUCH (mehrmals) beim silber. mit silber hatte ich definitiv mehr glück hier bin ich schon seit dem herbst 2005 d.h. ab ca. $7,70 fast ununterbrochen investiert (optionsscheine, silbermünzen, silberaktien, diverse KO-produkte wie mini futures, rolling turbos etc. und zuletzt CFDs). ob ich auch reich geworden bin? ja und nein ;o) … viele meiner größten gewinne aber auch viele herbe rückschläge gehen auf konto von silber, denn silber kann nicht nur stark steigen (siehe pierre‘s charts), sondern auch kräftig absacken - in den letzten 2 -3 jahren gab es einen tageskursrutsch um 20% und mehrere um ca. 10% (zuletzt, glaube ich, im august 2007 - das hat einen margin call für mein CFD-konto bedeutet und mein verständnis für risiko mngmt sensibilisiert). ab januar 2008 ist silber (neben zucker, gas + lean hogs) der treibende faktor in meinem CFD-account und hat mir bis heute eine performance von über 70% eingefahren…(23:05:05: ca. 84%, 1jahr gesamt 102%)
happy-rohstoff-trading, j.

Die 10 goldenen Regeln für erfolgreiches Trading 03 03 2008
Diese 10 Regeln von Adam (Hewitson?) sind wohl wirklich die goldenen Regeln des Tradings. Obwohl einfaches und alleiniges befolgen dieser Regeln noch niemanden zum erfolgreichen Trader gemacht haben (da gehört dann schon mehr dazu), so gibt es wohl andererseits aber auch keinen erfolgreichen Trader, der es sich leisten kann diese Regeln zu brechen. Und genau deshalb sind es die 10 goldenen Regeln des Tradings. 71

1. Erstelle dir einen Trading-Business Plan (why you get in the market, how you get out if you are wrong) 2. plan your trade and trade your plan. (DON‘T trade your emotions about current chart movements :-) 3. Schütze dein Kapital IMMER mit Stopp-Losses ab 4. Diversifizierung für Risikoreduzierung (z.b. apple computers + crude oil) 5. Versuche die großen Swings zu handeln (where the big money is made). Hin und Her macht Taschen leer 6. Trade with the Trend (up OR down) - Das ist der Weg zum positiven Erwartungswert 7. Ignoriere Nachrichten, achte nur auf den Preis 8. Hör nicht auf deinen Broker - arbeite deine eigenen Trades aus (wg. interessenkonflikten :-) 9. Money Management ist essentiell! Positionsgrößenbestimmung, Diversifizierung, etc. 10. Disziplin, Disziplin, Disziplin jaro g. (22:53:24) : hi leute, solche regeln sich natürlich gut und schön, aaaaaaber vielleicht kann mir jemand (bei gelegenheit) erklären, wie man die regel #3 (Schütze dein Kapital mit Stopp-Losses ab) und #5 (Versuche die großen Swings zu handeln - Hin und Her macht Taschen leer.) in symbiose bringen kann? für mich ist es ein widerspruch an sich und schon seit langem meine größte herausforderung :o). wieso? ich trade fast nur rohstoffe, die sich z.zt. unstrittig in einem super-mega-aufwärtstrend befinden, aber die stopp-losses vermasseln mir oft die gewinne => ???? lang lebe der ROHSTOFF-BULLE ;o), grüße aus münchen, j.
Denn es ist nicht genug, einen guten Kopf zu haben; die Hauptsache ist, ihn richtig anzuwenden. René Descartes

Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will. Albert Einstein Einen Wahn (=> auch börsensucht???) verlieren macht weiser als eine Wahrheit finden. Ludwig Börne

Was guter Sex und gutes Trading gemeinsam haben
05 03 2008 (=> hat sich pierre (durch die viele australische sonne :-) im thema vergriffen?)

Um gutes Trading zu beschreiben, bedient man sich gerne unterschiedlicher Metaphern. So wissen wir aus vielen US-Tradingbüchern beispielsweise, dass gutes Trading wie Baseball ist. Man versucht nicht ständig die Home-Runs zu schlagen, sondern spielt safe-singles, dafür immer und immer wieder. Von Carl-Willhelm-Düvel kommt die ausgesprochen gute Metapher, dass gutes Trading so ist, wie jagen. Ein Jäger setzt sich auch nicht auf seinen Hochsitz um ―irgendein Wild‖ zu schiessen. Und wenn dann keines vorbeiläuft beginnt er auch nicht auf gut Glück in den Wald zu ballern. (Trader wissen oft nicht welches Wild sie schiessen wollen, und wenn es nicht gleich vorbeikommt ballern sie eben mal auf Verdacht in den Wald.) Trading ist wie Flugzeug fliegen. Man braucht viele Stunden Übung, hat unzählige Instrumente, Anzeigen und Dinge die man im Kopf behalten muss. (Indikatoren, Trends, Momentum). Ein Trader sitzt also in einem Flugzeug-Cockpit, und hat trotzdem immer die gleiche Aufgabe zu meistern. Sicher zu fliegen. Doch gestern Abend (fragt mich nicht wobei) ist mir eigentlich eines klar geworden. Gutes Trading ist wie guter Sex. Das ist jetzt zumindest mal meine Metapher für den Tag. 72

Ich erkläre auch gleich mal wieso, doch dazu muss ich das Thema Sex mal erst anscheineden, bevor ich den (weit hergeholten) Sprung zum Trading mache. Beginnen wir mal mit dem Peformance-Druck. Ich würde sagen, ausser man ist gerade im Vollrausch, gibt es doch ein gewisses Level von Performance-Druck für jeden Mann. Dieser Performance-Druck kann entweder intern entstehen (der Mann glaubt er muss gut sein, obwohl der Frau das egal ist) oder extern (die Frau fordert, dem Mann ist das meist nur im Vollrausch oder nach Jahren unglücklicher Ehe egal.) In jedem Fall gibt es zumindest immer ein Fünkchen PerformanceDruck. Und wenn ihr mir das jetzt nicht glaubt, wo würde sonst die (unmögliche) Frage: ―Und? Wie war ich?‖ herkommen? Diese Frage fasst den Performance-Druck eigentlich wunderschön zusammen. Wobei ―Performance-Druck‖ vielleicht das falsche Wort ist. Vielmehr will man als Mann (entschuldigung liebe Frauen, aber ich kann leider nur von dieser Perspektive schreiben…) ja ein guter Liebhaber sein. Sagen wir es mal also lieber so, statt ―Performance-Druck‖. Doch was macht jetzt einen guten Liebhaber aus? Was unterscheidet einen guten Liebhaber von einem schlechten Liebhaber? Diese Frage können eigentlich nur Frauen wirklich beantworten. Ich nehme mir aber jetzt mal die Freiheit heraus - und versuche das wiederzugeben, von dem ich glaube, wie die meisten Frauen über gute bzw. schlechte Liebhaber denken. Natürlich stehen für Frauen in erster Linie die Emotionen. Sex ohne Liebe ist nie so gut wie Sex mit Liebe. (Das mögen einige Männer jetzt vielleicht abstreiten, aber selbst als Mann vertrete ich diese These). Harmonie ist also wichtig. Doch das ist noch nicht Herausforderung genug. Denn für Frauen kommt ein schnelles Abhandeln der Thematik natürlich auch nicht in Frage. Um es mal so zu sagen, guter Sex ist nur dann gut, wenn es dabei NICHT um den Orgasmus geht, sondern um alles drumherum. Viele Männer sind deshalb schlechte Liebhaber, weil sie glauben es geht eben um diesen Orgasmus. Aber jetzt mal ehrlich: ist beim Sex der Orgasmus wirklich der beste Teil? Warum also immer daran denken? Ist Sex nicht viel schöner, wenn man den Akt an sich genießt, statt schnell das Geschäft zu erledigen? Ich finde den Teil am Sex schöner, der zum Orgasmus führt - nicht den Orgasmus selbst. Aber was hat das jetzt mit Trading zu tun? Viele Trader spüren den gleichen Performance-Druck vor dem Screen wie beim Sex. Schnell Resultate liefern. Hopp, zack und nach Möglichkeit möglichst schnell und effizient. Dabei sollen sie doch die Reise zum Erfolg genießen. Denn, wenn der Erfolg einmal da ist, dann wird er sehr schnell langweilig. Es gibt nichts schlimmeres für einen Traum, als dass er in Erfüllung geht. Ich für meinen Teil habe aus dem Leben gelernt, dass der Weg zu meinen Zielen immer viel schöner ist als das Ziel dann erreicht zu haben. Beim Sex ist es ganz genauso. Vielleicht ist es auch die Formel des Lebens. Auch das Trading macht eigentlich während man es macht mehr Spaß, als wenn man dann mal ―seine Zahl‖ irgendwann erreicht hat. (Da kann man auch schnell in ein Loch fallen, aber darüber hab ich noch nie irgendwo was gelesen… Komisch eigentlich.) Gute Liebhaber machen es wie gute Trader und CITROËN: Der Weg ist das Ziel ―The best way to predict the future is to invent it.‖ Alan Kay not only coined this favorite tech-world adage, but has proven its truth several times. A true polymath, as well as inventor, he has combined engineering brilliance with knowledge of child development, epistemology, molecular biology and more. In the 1960s, Kay joined the computer team at XeroxPARC, where he worked on world-changing inventions like the graphical interface, object-oriented programming, and the personal computer itself. Later, at Apple, Atari, HP, Disney, and now at his own nonprofits, he has helped refine the tools he anticipated long before they were realized. As the industry has blossomed, however, Kay continues to grapple with the deeper purpose of computing, struggling to create the machine that won’t only recapitulate patterns in the world as we know it but will teach both children and adults to think, to see what otherwise is beyond them. (daytrading.de, 06.03.08)

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08 03 2008 jaro g. (17:18:11) : wow! das war ja toll! btw, ich hätte nie gedacht, dass 100 mio USD = 18 min in irak (kriegskosten)!!! interessant … und ja, es war schon etwas anspruchsvoller als der pommes+brezen+hamburger - krieg paar beiträge ‗höher‘ :o). grüüüße an alle, j. jaro g. (08 03 2008, 17:57:59) : was sind schon 2 monate? im januar + februar habe ich (trotz bzw. dank wenig börsenzeit) selber eine 84%-ige kapitalrendite erzielt (mit zucker, o-saft, SILBER + gas); mein ex-vermögens-verwalter hat auch schon mal über 100% in einem quartal gewonnen, was viel viel VIEL WICHTIGER ist, ist jedoch die langzeitperformance und die sieht sowohl bei mir als auch bei meinem (letzte woche gefeuerten) ex-vermögens-verwalter und den meisten anderen kurzfrist-überfliegern nicht mehr sooo rosig aus … gute langzeitperformance für alle + grüße aus münchen, j. jaro g. (10.03.08, 00:25:09) : hi leute, wieso soooooo aggressiv? und muss wirklich jeder ALLES PERSÖNLICH nehmen und gleich sooooo beleidigt sein? natürlich kann jede(r) schreiben was und wie er/sie es will. aaaaaaaber, kann man nicht einfach die kleinen sticheleien/provokationen ignorieren und mal NICHT ANTWORTEN? ich finde es schade, wenn sich leute wie ChancenCoach und andere erfahrene trader/investoren aus dem blog verabschieden würden/müssen, nur weil sie bei bestimmten sachen andere meinung als pierre haben …. kann man nicht einfach akzeptieren, daß man zu versch. themen auch verschiedene ansichten behalten kann und man trotzdem höflich miteinander umgehen könnte? IMHO lebt ein blog eben aus der vielfalt seiner ‗mitmacher‘ und deren erfahrungen und sollte nicht zu einem eine-meinung-forum verkommen, oder? @pierre: könntest du evtl. die rote hintergrundfarbe durch eine als weniger reizbar anerkannte farbe ersetzen? … ‗das rote tuch‘ …. btw, als ich mal in wien einem feng shui menschen bei kleinem autounfall den rückspiegel kaputtgemacht habe, hat er mir alle seine mails in beruhigend(?) hellem grün und lila geschrieben und wir haben uns sehr gut + höflich bzgl. schadenersatz einigen können :O) in diesem sinne, j. Kurssturz: Wertpapier auf dem Weg zu seinem Papierwert. Ron Kritzfeld Wie John Lennon schon mal gesagt hat: ―Life is what happens, while you‘re busy making other plans.‖ (thema scalping:) Aurelius (00:53:28) : @Phillipp F. und CT77 … so ist es. @Pierre ―das ist mir zu viel Arbeit.‖ Das ist Ansichtssache, ich trade nur nach Alarm 6-8 mal am Tag zwischen 8.00 und 11.00 und 15.0017.00 Uhr, dass ist nicht viel Zeit, nachmittags wird nur gehandelt, wenn‘s morgens nicht sehr gut lief. ―Denn nur ein Trading auf einer höheren Zeitebene erlaubt einem Trader den Lebensstil zu pflegen, den so viele gerne haben würden‖ … tsss, auch Ansichtssache; 15 Mill. im Lotto gewinnen wäre ‗ne ernsthafte Konkurrenz! 74

―Selbst wenn ich profitabel scalpen könnte, was ich nicht kann‖ Das entschuldigt Deine Meinung darüber. Ich glaube, das ist eine Philosophische Frage, jeder muss seinen Stil finden - ich trade heute (durchaus erfolgreich) fast nur noch auf Tick- bis Minuten-Basis ich bin selten in Summe am Tag länger als 10 Minuten investiert. Gut ich verpasse grosse Moves und benötige mehr Kapital, aber das kann ich durch eine höhere Trefferquote gut verkraften. Ausserdem habe ich echt Spass an meiner Arbeit. Ich lese hier, weil mich Dein Stil interessiert (und weil hier einige echt gute Kommentatoren sind) und habe nicht vor, meine Methode aufzugeben. Ich bin überzeugt kurze und mittlere Timeframes gleichermaßen erfolgreich zu handeln ist mein persönlicher Gral - andere Formen wie Diversifizierung, Long/Short-Mischung kommen für mich in meinen Timeframes nicht in Frage. Also schaue ich mir an was ich hier lernen kann - aber bitte glaub‘ nicht Scalpen ist anstrengender… stressig ist es nur für Zocker oder Trader ohne RM/MM. LG Aurelius
Es ist ein großer Vorteil im Leben, die Fehler, aus denen man lernen kann, möglichst früh zu begehen.

Winston Churchill

jaro g. (21.03.08, 18:50:48) : hi robert (gruber:) + alle, denn Eckhart Tolle fand ich zwar nicht soooo toll, aber immerhin hat er recht, wenn er behauptet, dass das meiste leid den menschen nicht durch naturkatastrophen, umwelt, krankheiten usw. zugefügt wurde, sondern durch (andere) menschen …. also, tun wir doch ein bißchen was für eine bessere welt und gerechtere weltordnung … und hoffentlich sind wir bald in einer solchen überzahl, dass nicht mal die blöden politiker gegen unseren willen entscheiden können und mit unseren steuergeldern so sinnlose sachen wie kriege, diverse lobbies (agrarsubventionen, steinkohle…), schuldenberge, massive einschränkung der bürgerfreiheiten (bespitzelung) und viele andere nichtökonomische + nichtökologische dinge finanzieren können … WOLLEN WIR? grüße aus münchen, jaro gruber

Leserbeitrag: Clint spricht ueber MentalTraining 20 03 2008
Clint schrieb: Hallo Pierre, ich bin durch Zufall über einen Artikel in der aktuellen Men‘s Health gestolpert. Dieser ist eigentlich für Wettkampsportler gedacht, lässt sich m. E. aber auch sehr gut im Trading verwenden. 1.) Im Kopf trainieren! „Für das Gehirn ist es beinahe gleichgültig, ob Sie sich Bewegung nur vorstellen oder tatsächlich ausführen―, sagt Professor Jan Mayer aus Schwetzingen, Mental-Trainer der Skisprung-Nationalmannschaft. In einem Wettkampf müssen die Handlungen automatisiert ablaufen. Gehen Sie Bewegungen darum vorher in Gedanken durch, am besten mehrmals pro Woche. 2.) An- und Entspannen! Durch Adrenalin steigen der Puls und der Blutdruck, die Schweißproduktion wird angeregt, vermehrt Glykogen ausgeschüttet. Nervosität macht den Körper leistungs- und widerstandsfähiger, das aber zeitlich begrenzt. Darum sollten Sie auf den richtigen Wechsel zwischen An- und Entspannung achten. Sehen Sie Nervosität als positives Zeichen, dass Ihr Körper auf die Anforderung vorbereitet ist. Eine gezielte 75

Atemtechnik kann helfen zu entspannen: Atmen Sie tief durch die Nase ein, pressen Sie die Luft durch Ihre geschlossenen Lippen. 3.) Kleine Ziele setzen! Ein realistisches Vorhaben motiviert und bündelt Ihre Anstrengungen auf einen festen Punkt hin. „Nichts ist frustrierender als zu hoch gesteckte Ziele―, erklärt Mayer. Etappenziele können dagegen auch im Wettkampf für Ansporn sorgen. Formulieren Sie also Zwischenziele, die Sie fordern, aber auch erreichbar sind. Kontrollieren Sie diese, um so den Erfolg zu messen. 4.) Bloß nicht an die Folgen denken! Negative Botschaften sind für Ihr Gehirn kontraproduktiv. Wenn Sie sich zum Beispiel sagen: „Bloß nicht diesen Elfmeter verschießen!―, dann werden Sie genau das tun. „Vermeiden Sie in jedem Fall negatives Konsequenzdenken, sondern konzentrieren Sie sich auf die Abläufe im Hier und Jetzt―, empfiehlt der Experte. 5.) Am Tage träumen! Vorstellungen von zukünftigen Erfolgen trainieren Ihre neuromuskulären Verbindungen, prägen sich in den Muskeln ein. Führen Sie sich also Ihre sportliche Herausforderung genau vor Augen. Konzentrieren Sie sich dabei auf das körperliche Gefühl im Augenblick Ihres Sieges. Ein paar sehr gelungene Mental-Tips … auch für Trader. (Einiges war auch schon in ―Trader-Literatur‖ zu lesen.) Ergänzungen/Verbesserungen/Einschätzungen Eurerseits? Viele Grüße, Clint. pierre (15:54:39) : Hi Clint, ob man mit Atemtechniken mehr oder weniger Konzentration erreichen kann, das weiss ich nicht. Aber eine der besten Techniken ist wohl die Visualisierung, wie sie auch hier besprochen wird. So wie Skirennfahrer vor dem Start das Rennen mental im Kopf noch ein paar Mal durchlaufen, so sollte auch ein Trader all seine Situationen des Boersenalltags visualisieren. (Hohe Volatilitaet, Kursziel oder Stopp wird erreicht) - und seinem Gehirn vorspielen wie er 100 ja gar 1000x das richtige tut. Das Unterbewusste kann nicht zwischen Realitaet und Vorstellung unterscheiden, so kann strenges mentales Training Jahre an Trading-Erfahrung vermitteln, da manche Prozesse innerhalb weniger Wochen automatisiert werden koennen. Pierre

Die 3 Kardinal-Fehler des Tradings 19 03 2008
Brett Steenbarger hat unlaengst in seinem Blog die 3 Kardinalfehler des Tradings besprochen. Ich möchte mir an dieser Stelle kurz die Zeit nehmen, und diese 3 Fehler auch hier vorstellen. Zu viel Fokus auf das P/L (= profit / loss?) Viele sitzen beim Daytrading vor dem PC wie vor einer SlotMaschine. Wenn es rot und grün blinkt, dann ist das aufregend. Oft sitzen wir wie eine Schlange vorm Fakir und tanzen den Rhythmus den uns der Markt vorgibt vor. Jedoch wird sich keine Position linear bewegen, jede Position wird immer Auf- und Abwärtsschübe haben. Ja eigentlich befinden sich Trader sogar die meiste Zeit in einem Drawdown. Das P/L-Fenster lenkt nur ab. Man hat es abzuschalten, seine Trades auszuführen, und vielleicht maximal am Ende des Monats seine Performance genauer auszuwerten. Auf den Cent genau muss man es nicht jede Minute wissen, das lenkt im Alltagsgeschäft nur ab und stiehlt sogar Objektivität und Ruhe. 76

Zu viel Risiko nach Gewinnphasen (yep, teileise im märz 2008 nach CFD-kontoverdoppellung im februar) Alleine Zufallsbedingt wird man lange Gewinnserien haben. Das laesst sich mit dem Casino leicht vergleichen. Gehen wir davon aus, dass ich ein Handelssystem mit einer Trefferquote von 50% habe. Ob ein Trade ein Gewinner oder ein Verlierer wird, ist genauso wahrscheinlich wie Kopf oder Zahl beim Muenzwurf. Allerdings kann selbst beim Muenzwurf, der dem absoluten Zufall unterliegt, durchaus 10-Mal hintereinander Kopf kommen. Hat das jetzt was mit deinem Koennen zu tun, den Muenzwurf vorherzusehen? Bevor du nach der naechsten Gewinnserie glaubst, dass du die Markte fuer immer und ewig prognostizieren kannst, frag dich lieber ob es nicht nur ein Zufallsprodukt war. Und bevor du nach einer Verlustserie aufgibst, frag dich, ob nicht auch das nur ein Schicksalschlag war, der mathematisch gesehen frueher oder spaeter auftreten muss…. Aus Fehlern nichts lernen (in 03/2008 bei bestimmten positionen (lean hogs, zucker, o-saft) keine stop-losslimits gehabt, s.d. die ‚guten’ trades (silber + gas) die schlechten nicht abfangen konnten. die wichtigkeit von stop-loss-limits habe ich eigentlich im august 2007 begriffen, anscheinend habe ich es wieder vergessen ;-((). Zu oft bewegen sich Trader mental von ihren Fehlern weg und stempeln sie als Lehrgeld ab. Lehrgeld kann es aber nur dann sein, wenn man etwas daraus gelernt hat. Der Schmerz muss gross sein und auch empfunden werden. Das ist wichtig. Denn wenn man einen Fehler einfach nur schnell vergisst, dann wird man ihn wiederholen. Denn man hat zwar bezahlt, aber eher eine Deppensteuer statt Lehrgeld. Es ist wichtig sich auch mit den Verlusten und Fehlern auseinanderzusetzen.
(Auch ich werde das noch ausführlich im Commerbank-Trade, der jetzt -6R gemacht hat tun. Der Beitrag wird lauten: ―Warum es so schwierig ist mit Börsenbriefen Geld zu verdienen.) Um aus Fehlern zu lernen ist ein Trading-Journal unumgänglich

pierre 19.03.08: ... Viele suchen den Börsenerfolg in der linken Gehirnhälfte. Aber ich glaube, dort gibt es nur ausgetretene Pfade. Ein schneller Test, welche Gehirnhälfte dir wichtiger ist: Was würdest du vorziehen: a) Geld und Macht b) Freude und Glückseligkeit Das interessante an der Sache: Ohne b) ist a) nichts Wert. Und wer b) hat, der braucht a) nicht. Also verfolge niemals die falschen Ziele in deinem Leben. Du hast nur eines. absolut richtig. wollte es ursprünglich nicht als education trade machen (nicht eingehaltener stop-loss, commerzbank, -6R) und es war auch so gesehen ein fehltrade. möchte nichts schön reden. (nur um das nochmal zu verdeutlichen). was man aus dem trade aber sehr schön sieht ist: a) stopps sind essentiell, ein fehler kann gute arbeit kaputt machen b) wenn man den ersten nicht zieht, muss es IMMER einen notfall stopp im system geben (und den habe ich dann aber absichtlich weggelassen, das war der kleine geplante teil.) Sacher Torte ist immer gut Pierre
PIERRE (22.03.08):

Warum es so schwierig ist mit Börsenbriefen Geld zu verdienen 25 03 2008
Auf diesen Blog-Eintrag wurde lange und heiss gewartet. Geht es in diesem Eintrag doch schließlich um den ominösen Commerzbank-Trade, bei dem ich mich in der Betaphase des Live-Tradings nicht an die Regeln gehalten habe.

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Dadurch hatte das Depot einen zwischenzeitlichen Drawdown von -11% in der Spitze. Doch eines nach dem anderen. Beginnen wir mit einer Geschichte, die ich einst von Dr. Van Tharp gehört habe. Er nannte mir die genauen Zahlen, aber ich muss leider zugeben die exakten Zahlen vergessen zu haben. Ich werde die Geschichte trotzdem so weitergeben, wie ich sie gehört habe - denn es ist die Moral die zählt. (Sorry, aber ich weiß die exakten Daten wirklich nicht mehr.) Die Geschichte mit dem Börsenbrief, der Gewinne garantierte… Jedenfalls kannte Dr. Van Tharp in den 90er Jahren einen Trader bei einer großen Investment-Bank. Eines Tages wurde dieser Trader mit einem kleinen, aber feinen Golden-Handshake entlassen. Er hatte jetzt ein wenig Kapital - nicht genug um sich zur Ruhe zu setzen, aber genug um sich selbst etwas kleines Aufzubauen. Der Investment-Banker war von seinen Trading-Fähigkeiten überzeugt. Er nutzte das Kapital, um sein zukünftiges Leben aus dem Trading zu finanzieren. Doch damit nicht genug. Er veröffentlichte sogar einen Börsenbrief mit einer Gewinngarantie. Er proklamierte, wenn die Performance nicht erbracht wird, dass er das Geld für den Brief rückerstattet. Ich denke, und hier weiß ich auch nicht mehr die genaue Zahl, aber ich denke er garantierte 100% in 12 Monaten. Das ist ja ein recht sportliches Angebot, welches auch Dr. Van Tharp unterkam. Er meldete sich bei dem Investment-Banker und schlug ihm ein Experiment vor. Er sagte: ―Du garantierst 100%. Ich würde gerne, mit deiner Erlaubnis, das Projekt verfolgen, und auch die Leser anschreiben, die sich für den Brief eingeschrieben haben. Wenn es dir gelingt die garantiere Performance zu erreichen, würde ich gerne untersuchen, wie sich die Leser so schlagen. Da deine Performance ja garantiert ist, sollte ja jeder reich werden...‖ Und siehe da, der Banker sagte zu. So schrieb Van Tharp vor Beginn des Tradings die Leser an, und es willigten auch alle ein, am Ende des Jahres ihm zu sagen, wie sie abgeschnitten hatten. Wie gut verdienen Leser an einem profitablen Börsenbrief? Der Banker behielt auf jeden Fall recht. Er konnte seine angesagte Performance in dem Jahr sogar übertreffen. Dr. Van Tharp wurde Zeuge einer schönen Kapitalvermehrung über das Jahr hinweg. Auch seine Leser wurden stets rechtzeitig informiert. Doch trotzdem hatten mehr als die Hälfte weniger Kapital als zu Beginn des Jahres. Der große Rest machte Plus/Minus Null und nur ein paar wenige konnten etwas von der Performance mitnehmen. (Hierzu gibt es genaue Zahlen, aber die habe ich leider nicht mehr Kopf.) Der springende Punkt ist: alle Leser hätten ihr Kapital vermehren können. Alles, was sie machen hätten müssen ist die Signale umzusetzen die ihnen vorgegeben wurden. Doch nicht nur, dass sie die profitablen Signale nicht verwerten konnten, die meisten hatten auch noch ein Minus am Ende des Jahres! Wie ist das denn Möglich?! Natürlich sieht man hier gewisse Parallelen. Auch ich habe hier vollmundig angekündigt, das Live Trading zu starten. Start 1.1.2008 mit dem Ziel in den ersten 6 Monaten kein Geld zu verlieren, aber dann im Zuge von 3,5-5 Jahren aus einem kleinen Konto ein großes zu machen. Ziel ist es, den gesamten Prozess des Tradings offenzulegen. Analyse, Trading, Signale, Auswertungen, Statistiken, Kontoauszüge. In den ersten 6 Wochen des Jahres haben wir gemeinsam die Analysen für den DAX durchlaufen. Jeder Basiswert auf jeder Zeitebene wurde besprochen. Es folgten in den nächsten 6 Wochen die ersten Papertrades, um zu sehen wie denn genau diese Trendlinien gehandelt werden. Die ersten Trades verliefen alle hervorragend. Zwischenzeitlich lag das Depot 6R vorne. Dann folgte der Abverkauf im Markt und auch die 6R zogen wieder auf 0R zurück. Doch dann drehte ich eine Position in der Commerzbank, und dieser verkaufte ab. Ich hatte den Stopp bei 18,60 on-close hourly nicht gezogen. Zu diesem Zeitpunkt ging ich von einer Bodenbildung bei der Commerzbank aus. Der DAX und auch der Branchenindex liefen auf eine starke 78

Unterstützung, und ich habe mich nach starken Shortgewinnen dazu entschlossen dem Trade noch etwas Spielraum zu geben. Hatte ich doch gerade eben erst ein paar R mit dem Short verdient. Doch dann ging es schlag auf Schlag. Die Unterstützungen die ich sah, hielten nicht und wurden gebrochen. War des Depot noch +0,5R im Plus, so schwankte es jetzt immens. +4R an einem Tag -6R am nächsten Tag. An dieser Stelle hätte schon längst etwas viel wichtigeres getan werden müssen: einen Emergency Stopp-Loss zu platzieren. Ich tat es nicht, da ich von einer volatilen Bodenbildung ausging. Dennoch war es einen Fehler, keinen Emergency Stopp-Loss zu platzieren. Ein Fehler, der niemals mit dem Echtgeld-Konto passieren darf. Das richtige Verhalten wäre es gewesen die Position glatt zu stellen, und einen neuen Trade zu eröffnen, unter neuen Rahmenbedingungen. Die ursprüngliche Trade-Idee war verflogen. Hätte ich den Trade als Bodentrade gemacht, so hätte ich einen neuen Trade im Journal eintragen müssen. Das ist aus zweierlei Gründen wichtig. Einerseits, damit ich sehe welche Trades von welcher Strategien funktionieren und welche nicht. Wenn ich dem Trade einfach ―mehr Raum‖ gebe, so verliere ich meine Objektivität. Und da der Trade nicht neu im Journal auftaucht, kann ich nachher auch nicht auswerten, ob es eine gute Idee ist, diese Art von Trades zu machen oder nicht. Der zweite Grund ist, dass ich dann einen neuen Stopp setzen MUSS. So sieht man, dass wenn man sich nur einen Stopp nicht hält, sich selbst seine eigene Arbeit kaputt macht. Wenn der Markt schon schwierig ist, dann muss das oberste Ziel der Kapitalerhalt sein (+/- 0%). Wer in erratischen Seitwärtsphasen konstant sein Kapital schützt, der kann in Trendphasen seine Gewinne ausbauen und in diese hineinpyramidisieren. Ich stelle die Commerzbank jetzt mit 18,50 glatt und verbuche damit einen Verlust von 2% im Depot. Damit schließe ich die Testphase die seit Anfang Februar läuft mit -1,5% ab. (Der DAX hat in dieser Zeit rund 8,5% gemacht). Natürlich war es zu einem großen Grad auch Glück, dass dieser Trade viel schlimmer hätte ausgehen können. Doch nach einigen Tagen im Verlust, an der Stelle an der ich mittlerweile IMMER die Reissleine ziehe (das habe ich durch viele Verluste mittlerweile wirklich gelernt), so habe ich mir diesmal im Blog besonders lange Zeit gelassen. Damit kommen wir zu dem Experiment von Dr. Van Tharp zurück. Wenn du dich nicht an die Stopps hälst, dann wirst du verlieren. Oder aber auch etwas anderes kann passieren. Die meisten Leser des Börsenbriefs hatten verloren, weil sie nicht verstanden hatten, dass es Drawdowns und Gewinnphasen gibt (niemand gewinnt immer). Nach Gewinnphasen begannen sie riesige Kapitalsummen zu riskieren. Viel mehr als der Banker. Nach langen Gewinnphasen hatten die Leser ―Vertrauen‖ in den Brief bekommen und wollten schnell noch reicher werden (Gier). Sie riskierten. Doch nach langen Gewinnphasen folgt meist eines. Der Drawdown. Und plötzlich verloren sie mehr Geld als der Börsenbrief. Sie stellten das Trading ein, verfolgten den Brief aber weiter. Und wie es so kommt, endete auch die Drawdownphase. Der Brief machte wieder 3 oder 4 Gewinne. Da dachten sich die Leser: ―Oh, schön. Jetzt kann ich wieder.‖ Und nach 3 oder 4 großen Gewinnern begannen sie wieder mit den Verlusttrades. Und da sie ja wieder Performance wettzumachen hatten, riskierten sie auch wieder mehr. Und jetzt waren sie verärgert. Der Börsenbrief hatte Plus gemacht, und sie waren im Minus. Also wurde wieder das Risiko erhöht… Fällt euch ein Muster auf? Das Live Trading ist ein Projekt, das auf mehrere Jahre ausgelegt ist, kann nur funktionieren wenn ich mich an meine Regeln halte, und ihr euch an alle Regeln haltet. Ich werde in Zukunft mit Kontoauszügen beweisen müssen, dass ich mir den Mund nicht zu Voll genommen habe, und wenn es ernst wird nicht versage, sondern das richtige tue. Wenn du maximal vom Live Trading profitieren willst, darfst du selbst dann nicht mir blind 79

folgen, und auch nicht blind das Gegenteil von mir machen. Es kann immer nur funktionieren, wenn keiner von uns die Regeln bricht! Dhandho (12:56:09) : Kurz zum Blogeintrag: Performance-Differenzen zwischen dem ―Tradingdienst‖ (ich rede jetzt mal nicht von ―Börsenbrief‖) und dem ―Kunden‖ entstehen eigentlich immer und sind nicht zu vermeiden, sei es durch unterschiedlich ausgeführter Kurse, anderer Gebühren, psychologische Einflüsse (durch Angst/Gier weggelassene oder stärker gewichtete Trades) oder schlechteres (oder nichtvorhandenes…) RM / MM. Es werden nie alle gewinnen… Das eigentliche Problem (mit) der ―Börsenbrief‖branche ist allerdings durch die Herde schwarzer Schafe gemacht und ist vom Abonnenten nicht wirklich zu beeinflussen: Bauernfängerei durch aggressive Werbung (sei es Laufbandwerbung oder Spammails oder Seminarangebote), Frontrunning, Rückdatieren von Musterdepotkursen (FRA-Schlusskurs nehmen, obwohl an TSX bereits 20% höher geschlossen…), Totschweigen von praktischen Totalverlusten, Selbstbeweihräucherung bei den wenigen Gewinntrades, wertlose Empfehlungen und Unterstützung des Abverkaufs wertloser Mäntel. Und ich rede ausdrücklich nicht nur von der Spitze des Eisbergs (EMüll-Hotline)… Selbst die wenigen Seriösen der Branche schaffen es nicht, eine Outperformance des Marktes zu generieren. Abzüglich der meist völlig überzogenen Abogebühren kann eigentlich nur ein Minus für den Abonnenten entstehen. Das Fazit kann nur folgendes sein: 1: Werbung von Börsenbriefen ignorieren (bzw. vorhandene Abos überprüfen) 2: sein Depot eigenverantwortlich selbst zu verwalten Und ich stelle gleich mal die Frage an die Blogleser und bin auf die Antwort gespannt: Kennst DU einen wirklich seriösen UND erfolgreichen Börsenbrief? Geldfuchs (15:46:52) : Hi @ all! Nehmts gelassen! Wer sich jetzt darüber aufregt, tut doch niemanden einen gefallen. Wichtig für jeden ist, dass er sich seinen eigenen Kopf über dieses Projekt macht. Denn wenn jetzt jemand daher kommt und schön mit Pierre im Markt agiert, sich dann später über fehlende Info über Ausstiege oder eben nicht Ausstiege beschwert, macht genau das was NICHT Ziel dieses Projekts ist vergleicht lieber die Trades mit euer eigenen Auswertung (auch wenn sie an der von Pierre angelehnt ist). Lasst uns dann gemeinsam gucken was man hätte besser machen können oder eben was schlecht gelaufen ist. Nehmen wir das aktuelle Problem, für Pierre geht der CBK noch glimpflich aus glückgehabt, wer verkauft hat hat es meiner meinung nach trotzdem richtig gemacht denn er hat seine Verluste begrenzt! Wäre die CBK jetzt bei 15 hätten alle auf Pierre eingehauen warum er solange wartet…… ….und das minus wäre brutal für sein EGO ;-). Wir sind alle Spekulanten und manchmal braucht man auch nur einbischen glück ;-). Beste Grüsse, Geldfuchs
25 03 2008 Philipp

F. (15:52:55) : Spekulaten ja, Zocker nein

jaro g. (02:31:33) : @dhandho: börsenbriefe? ich hatte früher folgende 5 kostenpflichtige börsenbriefe abonniert: markus frick ;-), pennystockraketen + rohstoffraketen + trendraketen (2006 gab‘s die 3 noch zum preis von 1 brief :), target trader (von jochen steffens, vielleicht ist er aus dem kostenlosen investor‘s daily dem einen oder anderen bekannt :), dann probeweise taipan u. vielleicht auch noch 1-2 andere, die ich in der probezeit gekündigt habe und eine unmenge an kostenlosen börsenbriefen … 80

seriös würde ich nur den sündhaft teuren target trader (ich hoffe, der name stimmt so ) von jochen steffens betrachten, habe aber auch damit geld verloren. zum einen wg. den von pierre/van tharp oben genannten gründen, zum anderen wg. den exorbitant hohen gebühren von ca. 1300 euros jährlich. der börseneinbruch im sommer 2006 und begrenztes kapital für das nachtraden aller empfehlungen gaben mir dann den rest …. am sympatischsten waren mir jedoch die trendraketen von andre fischer. sicherlich wg. den fundamentalen überlegungen (+studien) über rohstoffe, INFLATION, währungen, gesamtwirtschaft, politik, weltuntergang, usw. … vermutlich fand meine seele gewisse resonanz zu eigenen welt- u. wertvorstellungen ;o) mein börsenbrief-hauptproblem war u.a., dass ich (nach kurzer zeit) neben meinem eigenen aktienund rohstoffpositionen kaum geld für das nachbilden der empfehlungen hatte …. und dann kamen überall neben paar ‗überfliegern‘ auch viele ‗depotleichen‘ vor. leider konnte man die beiden ‗kategorien‘ vor dem eingehen einer position nicht voneinander unterscheiden :-). nur so nebenbei, im rohstoffexplorersektor sind m.m.n. die üblichen trailing stops (von 10-30%) nicht sinnvoll, denn dafür schwanken diese aktien (insbesondere auf den dt. börsenplätzen) viel zu sehr und bei den explorern ist somit eher die fundamentale einschätzung der zukünftigen profitabilität relevant …. ach ja, vor 2-3 wochen habe auch noch meinen vermögensverwalter gefeuert, jetzt verwalte ich alles selber und alles nur nach eigenen marktempfindungen ;-) @papiertrading (commerzbank, etc.): ich verstehe die ganze aufregung nicht, papier ist doch geduldig und es geht ja um niX. es ist doch nur eine übung, oder? ich verstehe auch nicht, warum pierre so lange ‗papierphase‘ braucht, es dürfte schließlich nur die art der tradeaufzeichnung (veröffentlichung, eigene dokumentation etc.) neu sein, daß trading an sich ändert sich durch das publizieren nicht … wenn z.b. ich nach jetzt über 10 jahren programmieren nun ein programm schreiben sollte, würde ich keine monatelange aufwärmphase benötigen … aber mei, wenn er es benötigt, ist ja auch nicht schlimm, IMHO geht es dem pierre höchstwahrscheinlich um persönlichen stolz bzw. darum, irgendjemanden irgendwas zu beweisen und er dabei nicht scheitern möchte …. und bis dahin [und hoffentlich auch später :] gibt‘s hier eine supertolle zsfassung an interessanten börsenbeiträgen, börsenpsychologie, weiterbildung, spaß, lustigen videos, philosophisches zum nachdenken, links zu weiteren guten tradingseiten (van tharp, steenbarger, informedtrades, … die ich nie selber finden würde …), viele gute blogbeiträge …. wohl die beste deutschsprachige börsen-/tradingseite, oder? @pierre: gibt es vor bzw. nach deinem seminar in münchen auch einen lesertreff? wäre sicherlich eine tolle sache  allen viel spaß + glück + börsenerfolg, j. Turteltrader (11:19:43) : @ jaro g. Das ist wohl der beste Beitrag von einem User, den ich seit langem gelesen habe. Ich möchte dazu nur ergänzen,,,, seit froh, dass Ihr die Möglichkeit bekommt bei einem Trader LIVE alle Trades mitzuverfolgen und etwas daraus zu lernen. Ich kann Euch nur empfehlen nutzt die Chance genau so wie ich und versucht etwas daraus zu lernen und möglichst viel mitzunehmen. Auch für Pierre möchte ich einen Satz hier lassen: Pierre, wenn Du dich an das Money Management hältst! Kannst Du nicht viel falsch machen und auch nicht viel verlieren. Meine Empfehlung wäre auch noch,,,,, wenn Du die Möglichkeit hast nicht mit festen Gewinnzielen zu arbeiten. sondern vielleicht auch Stops einfach nachzuziehen. Oder mit zumindest mit einem Teil Gewinne zu realisieren und den Rest laufen zu lassen.

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Wenn Du dich an die MoneyManagement Regeln hällst kann das Projekt fast nicht scheitern. Es ist nämlich schwer mit einer Strategie,,,, an die man sich hält,,,,, sein Geld an der Börse zu verlieren  All the Best
26 03 2008 Olaf (12:20:43) : Kommt 26 03 2008 Ravenheart (13:24:53)

auf die Strategie an…

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Hallo Leute, bin neu hier aber schon einige Jahre Trader. Möchte mich der Meinung von Jaro.g anschliessen. Der Blog von Pierre ist gut gemacht. Der Wunsch nach ―guten‖ Börsenbriefen ist die Sehnsucht nach dem ―100%‖ der wie eine Ampel funktioniert. Wenn es nicht klappt hat man einen Schuldigen. Zunächst einmal sollte jeder die Einstellung haben das er oder sie SELBSTSTÄNDIG ist! Und das in einem Handelsunternehmen-egal ob Schuhgeschäft oder Derivate. Wenn man sich Hilfe oder Informationen holt sollten diese zum eigenen System passen oder es verbessern. Ich habe auch einige ausprobiert und bin zum Schluß bei Godmodetrader und eben auch hier gelandet. Pierre mach weiter so-ein guter Blog muß auch konträre Meinungen zulassen und diese diskutieren. Ich benutze diese Services als Unterstützung für mein System.
26 03 2008 pierre (13:29:58)

:

Danke an euch für die positiven Worte! Hat mich wahnsinnig gefreut und motiviert  Pierre
26 03 2008 jaro

g. (14:10:13) :

@Turteltrader -> danke für die netten worte! für mich ist einer der hauptvorteile von blogs eben die tatsache, dass man von erfahrungen anderer trader/investoren/leser profitieren kann, egal ob es gerade um börsenbriefe, broker, tradingsoftware, aktuelle markteinschätzung oder was auch immer geht …. und deswegen sollte man natürlich auch konträre Meinungen zulassen (grüße an Ravenheart) und auch kritische leser wie chancencoach, goldman sucks, merill pynch, …. schätzen. grüße an alle ;o), j.
26 03 2008 pierre (14:12:04)

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jede objektive meinung wird geschätzt. egal ob zustimmend oder konträr. jeder verbale angriff der mit galle und gift angereichert ist, nicht. those are the rules 
26 03 2008 ChaCoa (14:21:12)

: no comment, more ;o) :

26 03 2008 Ravenheart (14:29:49)

Hallo Pierre, Du wirst mit solchen Angriffen leben müssen. Insbesondere wenn dieser Blog immer größer wird ( allg. positive Aussagen in einschlä. Presse). Als Trader bist Du emotional bestimmt so ausgeglichen, das Du zur Konfliktbewältigung fähig bist und Cool bleibst. Allzeit nur Gewinne, R.
26 03 2008 pierre (14:34:50)

:

ich hab zwar ab und an schon mein temprament verloren, aber mittlerweile distanziere ich mich immer mehr davon. es gibt halt immer dinge die man im leben noch lernen muss. und von mehr als 3000 82

kommentaren wurden bisher nur 3 gelöscht. und diese 3 hatten wirklich keinerlei objektiven inhalt mehr. danke für den ratschlag, raven. pierre
26 03 2008 jaro

g. (14:36:44) :

@chacoa - hi chancencoach, still surviving??? aber deine webseite ist inzwischen (leider) tot … @pierre - huhuuu! das ist doch schon mal der anfang zur vollständigen meinungsfreiheit + ‗artenvielfalt‘ @daytrading.de  grüüüße an alle daytrader, ich muss/will jetzt wieder was für meinen arbeitgeber tun und schaue dann am abend wieder in den blog rein … happy trading+blogging aus‘m büro, j.

Cool, Skurril, Witzig: Entscheidungsbäumchen der großen Trader

26 03 2008

Angeblich stammt dieses kleine Entscheidungsbäumchen aus dem Büro der Societe Generale. Angeblich ;-)

Quelle: Midas Oracle.ORG, via: fils.at

Kay (15:11:51) : ―Is the story big enough to keep Carla Bruni off the front page‖…..Haha There‘s no such story !!!!! 83

26 03 2008 jaro

g. (15:28:46) : hey leute, dass ist ja toll !!! da hat wohl jemand die verhaltensregeln für ITpersonal in die finanzwelt ‗übersetzt‘? oder gibt es solche verhaltenscharts für jeden beruf? nachttrader grüßt alle daytrader … und will jetzt wirklich das verdammte SAP-programm korrigieren/erweitern, nicht dass es auch noch morgen auf meinem schreibtisch liegt… oder sollte ich erst einmal (gemäß anleitung) abschätzen, ob irgendjemand mich dafür verantwortlich machen wird 

Jack Schwager - Marktweisheiten (1) 12 03 2008
Es wird immer wieder darüber diskutiert, welches nun DAS Standardwerk über Technische Analyse ist. Viele meinen das John J. Murphys ―Technische Analyse der Finanzmärkte‖ diesen Titel verdient hat, andere meinen, dass Thomas N. Bulkowski mit seiner ―Enzyklopädie der Chartmuster‖ neue Maßstäbe gesetzt hat, u. wieder andere denken, dass Jack D. Schwager in ―Technische Analyse - Schwager on Futures‖ einen Meilenstein gesetzt hat. Meiner persönlichen Meinung nach hat jedes dieser drei Bücher seine Stärken u. Schwächen. In seinem Buch ―Schwager über Technische Analyse‖ (nicht zu verwechseln mit ―Technische Analyse Schwager on Futures‖) beschreibt Jack Schwager im 18. Kapitel verschiedene Marktweisheiten. Im Laufe der nächsten Wochen werden wir diese Weisheiten hier veröffentlichen. Heute folgenden die ersten zwei. Marktweisheiten: 1. Das Wichtigste zuerst. Zuerst müssen Sie sich sicher sein, dass Sie wirklich traden wollen. Es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass Leute, die glauben, dass sie traden wollen, schließlich herausfinden, dass sie es eigentlich nicht wollen. Diese ―Weisheit‖ klingt relativ banal. Es steckt aber sehr viel dahinter. Trading ist mit vielen Freiheiten, aber auch mit sehr viel Verantwortung und unsicheren Erträgen bzw. Verlusten verbunden. Ganz abgesehen vom finanziellen Background, den man braucht um Drawdownphasen überstehen zu können, braucht man auch ein emotionales Polster. Schließlich sollte der Schritt Richtung (Vollzeit-)Trader ja dazu führen, dass man glücklicher ist - bzw. mehr aus den eigenen Möglichkeiten macht. Viele Menschen merken aber erst nach längerer Zeit am Tradingdesk, dass eine gewisse Sicherheit (pünktliche, vorhersehbare Bezahlung, Urlaub etc.) für sie die wichtigere Rolle spielt. Diese Umstände sind natürlich wertfrei zu betrachten. 2. Untersuchen Sie Ihre Motive Denken Sie darüber nach, warum Sie wirklich traden wollen. Wenn Sie es wegen des Nervenkitzels tun wollen, sollten Sie lieber Achterbahn fahren oder Gleitschirm fliegen. In meinem Fall fand ich heraus, dass mein eigentliches Motiv für das Trading Heiterkeit und Gelassenheit war schwerlich ein emotionaler Zustand, der als typisch für Trader gilt. Ein anderes persönliches Motiv war meine Freude am Puzzeln - und die Märkte sind das ultimative Puzzlespiel. Obwohl ich allerdings die geistigen Aspekte der Marktanalyse genoss, mochte ich die Bauchschmerzen verursachende Charakteristik des Tradings selbst nicht besonders. Der Kontrast zwischen meinen Motiven und der Tätigkeit führte zu sehr deutlichen Konflikten. Sie müssen Ihre eigenen Motive sehr sorgfältig auf solche Konflikte untersuchen. Der Markt verzeiht keinen Fehler. Sie müssen alles tun, nur um zu gewinnen. Wenn ein Teil von Ihnen in die entgegengesetzte Richtung drängt, ist das Spiel verloren, bevor Sie angefangen haben. Wie habe ich meinen eigenen Konflikt gelöst? Ich entschied mich dafür, mich total auf mechanische Handelsansätze zu fokussieren, um die Emotionalität im Trading zu eliminieren. Dabei war für mich besonders wichtig, dass die Konzentration auf die Entwicklung mechanischer Handelssysteme meine Energien direkt auf denjenigen Teil des Tradings lenkte, der mir gefiel - den Aspekt des Puzzelns. Nachdem ich aus diesen Gründen einen Teil meiner Energie für einige Jahre auf Handelssysteme lenkte, realisierte ich schließlich, dass ich nur noch ausschließlich in diese Richtung marschieren wollte. (Dies soll nicht als Plädoyer für die Überlegenheit mechanischer Handelssysteme gegenüber Ansätzen mit individuellem Entscheidungsprozess dienen. Ich will nur ein persönliches Beispiel zeigen. Das entsprechende Bekenntnis eines anderen Trades kann sich davon unterscheiden.) 84

Der zweite Absatz beschreibt relativ gut, was im ersten Absatz gemeint ist. Wer gerne ―puzzelt‖, der beschäftigt sich auch gerne damit die ―richtigen Parametereinstellungen‖ für einen bestimmten Indikator zu finden. Hier befindet man sich jedoch auf einem sehr schmalen Grat. Zum einen kann dieses Verhalten dazu führen, dass man gar nicht tradet, weil man zu lange nicht vom eigenen System überzeugt ist, zum anderen kann es dazu führen, dass man schlußendlich ein System erhält, das zwar in der Vergangenheit sehr gute Ergebnisse erzielt halt, aber leider NUR in der Vergangenheit. Hier gilt es einen Spagat zwischen Einfachheit des Systems und stabiler Performance zu finden. Auch wer diskretionär handelt, sollte sich darüber im Klaren sein, was ihn antreibt. Ist man eher der Trendfolger, der auf einen fahrenden Zug (laufenden Trend) aufspringen will, oder sucht man höchst attraktiven Countertrend-Trades, die höchst diszipliniert durchgeführt werden? Diese Fragen muss jeder Trader für sich selbst beantworten. Wenn wir das nächste Mal über Marktweisheiten von Jack Schwager sprechen, dann widmen wir uns den Weisheiten drei und vier. Hierbei geht es zunächst darum, wie man Tradingmethoden mit der eigenen Persönlichkeit in Einklang bringt, später dann darum, dass es unverzichtbar ist Grenzen zu definieren. Happy Trading, Michi 3. Bringen Sie die Tradingmethode mit Ihrer Persönlichkeit in Übereinstimmung. Es ist wichtig, eine Methode zu wählen, die im Einklang mit Ihrer Persönlichkeit und Ihrem Wohlbefinden steht. Wenn Sie es nicht ertragen, Buchgewinne zu einem wesentlichen Teil wieder zu verlieren, dann wird ein langfristiger Trendfolgeansatz - selbst ein sehr guter - zu einem Desaster werden, weil Sie nie in der Lage sein werden, die entsprechenden Signale zu befolgen. Wenn Sie nicht den ganzen Tag lang den Monitor beobachten wollen (oder können), dann versuchen Sie kein Day Trading. Wenn Sie der emotionale Stress, der mit dem Treffen von Kauf- und Verkaufentscheidungen zusammenhängt, zu sehr belastet, dann versuchen Sie, ein mechanisches Handelssystem zu entwickeln und mit seiner Hilfe die Märkte zu traden. Der Ansatz, den Sie verfolgen, muss zu Ihnen passen; Sie müssen sich gut dabei fühlen. Die Bedeutung dieses Konzepts kann nicht stark genug betont werden. Dem gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen. Der nächste Absatz verdeutlicht noch einmal die Qunitessenz. Randy McKay, der als Händler sowohl auf dem Parkett als auch am Bildschirm erfolgreich war, behauptete: ―Praktisch jeder erfolgreiche Trader, den ich kenne, entwickelte schließlich einen Handelsstil, der zu seiner Persönlichkeit passte.‖ Nebenbei bemerkt: Die Nichtübereinstimmung von Handelsstil und Persönlichkeit ist einer der wesentlichen Gründe, warum die Käufer von Handelssystemen nur selten damit Geld machen, selbst wenn sie ein gutes System erworben haben. Die Wahrscheinlichkeit, ein Gewinn bringendes System zu kaufen, ist schon relativ gering - auf jeden Fall unter 50:50; die Wahrscheinlichkeit, auch ein System zu erwischen, das zu Ihrer Persönlichkeit passt, ist noch geringer. Ich überlasse es Ihrer Vorstellungskraft zu entscheiden, wie groß die Chancen sind, ein profitables Handelssystem mit moderaten Risikoparametern zu erwerben und dieses effektiv zu nutzen. Ich persönlich bin sehr skeptisch was den Erwerb von Handelssystemen betrifft, und zwar aus den oben genannten Gründen. Entweder man findet ein System, das zur eigenen Persönlichkeit passt. Oder man nimmt ein vorhandenes, nachweislich profitables System und sucht sich den Vermögensverwalter, dessen Persönlichkeit dazu passt. Darauf läuft es wohl hinaus. 4. Es ist unverzichtbar, Grenzen zu haben. Ohne Grenze können Sie nicht gewinnen, selbst nicht mit der größten Disziplin der Welt und einem guten Geldmanagement. Wenn Sie das könnten, dann wäre es möglich, beim Roulette mit perfekter Disziplin und Risikokontrolle (auf lange Sicht) zu gewinnen. Natürlich ist dies wegen der Gesetze der Wahrscheinlichkeitsrechnung eine unlösbare Aufgabe. Wenn Sie keine Grenze haben, 85

dann führt all das Geldmanagement und die Disziplin nur dazu, dass Sie sich allmählich zu Tode bluten. Übrigens: Wenn Sie nicht wissen, was Ihre Grenze ist, dann haben Sie keine. Wow, als ich diesen Absatz das erste mal gelesen habe, dachte ich, dass ich keine Grenze habe. Kurze Zeit später ist mir aber eingefallen, was damit wohl gemeint war. Vermutlich wurde das Wort ―Edge‖ als Grenze übersetzt. Natürlich bedeutet das Wort ―Edge‖ einen gewissen Vorteil bzw. ein System mit positiven Erwartungswert zu haben. Eine ―Edge‖ wäre beispielsweise der auf den ersten Blick kleine Vorteil der Bank beim Roulette. So, das waren die zwei nächsten Weisheiten von Jack Schwager. In der nächsten Ausgabe warten die nächsten beiden Weisheiten. Das wird heute übrigens nicht mein letzter Beitrag sein. Pierres Zeit ist derzeit knapp bemessen, deshalb werd ich mich noch zwei mal melden. Happy Trading, Michi 5. Leiten Sie eine Methode her. Um eine Grenze (Edge) zu haben, brauchen Sie eine Methode. Die Art der Methode ist ohne Belang. Einige der Supertrader sind Fundamentalisten; andere sind reine Techniker; und manche liegen dazwischen. Sogar innerhalb einer Gruppe gibt es gewaltige Unterschiede. Innerhalb der Technischen Analysten beispielsweise gibt es Tonbandhörer (oder ihr modernes Äquivalent, Monitorbeobachter), Chartisten, Systemtrader, Elliot Wave Analysten, Gann Analysten usw. Die Art der Methode ist unwichtig, doch überhaupt eine zu haben, ist entscheidend - und diese Methode muss natürlich eine Grenze (Edge) haben. Wir haben ja bereits bei der vierten Weisheit festgestellt, dass es sich bei einer Grenze nur um einen Vorteil (Edge) handeln kann. Einen Vorteil hat man immer dann, wenn man ein System mit positivem Erwartungswert (wie etwa Roulette für die Bank) anwendet. Das man also Monitorbeobachter modern sein soll freut mich, allerdings hinkt hier die gesamte Übersetzung wieder ein wenig. Das eine Methode aber einen Vorteil (Edge) haben muss, darüber herrscht Klarheit. 6. Die Entwicklung einer Methode ist harte Arbeit. Abkürzungen führen selten zum Tradingerfolg. Die Entwicklung Ihres eigenen Ansatzes erfordert Research, Beobachtungen und geistige Arbeit. Erwarten Sie, dass der Prozess eine Menge Zeit und harte Arbeit erfordert. Erwarten Sie Sackgassen und vielfache Fehlversuche, bevor Sie einen für Sie geeigneten, erfolgreichen Handelsansatz finden. Denken Sie daran, dass Sie gegen Tausende von Professionals antreten. Warum sollten Sie besser sein? Wenn es so leicht wäre, wären erheblich mehr Trader zu Millionären geworden. Diese Weisheit kann ich nur unterschreiben. Die Suche nach einer profitablen Methode kann tatsächlich ein sehr mühsames und langwieriges Unterfangen sein. Mit Backtesting alleine ist es aber noch nicht getan. Das System sollte vor allem in der Zukunft funktionieren - da helfen beeindruckende Performancezahlen in der Vergangenheit leider nicht unbedingt weiter. Besser ein stabiles und einfaches System, als ein hochkomplexes, das seine besten Ergebnisse in der Vergangenheit erzielt hat. Das wars auch schon wieder mit den Weisheiten für dieses mal. Beim nächsten mal warten zwei umfangreichere Weisheiten auf uns. 7. Begabung versus harte Arbeit. Hängt der Tradingerfolg von den angeborenen Talenten ab oder reicht harte Arbeit aus? Meiner Meinung nach steht es außer Frage, dass viele der Supertrader eine spezielle Begabung zum Trading haben. Der Marathonlauf ist eine passende Analogie. Praktisch jede gesunde Person kann mit ausreichendem Einsatz und hartem Training einen Marathonlauf absolvieren. Trotzdem wird, ungeachtet der Anstrengungen und des Begehrens, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung jemals in der Lage sein, einen Marathonlauf in 2 Stunden und 12 Minuten zu absolvieren (mittlerweile liegt der Weltrekord bei unter 2 Stunden und 5 Minuten). In einer ähnlichen Weise kann praktisch jeder ein Musikinstrument lernen. Doch auch hier haben, unabhängig von Trainingsaufwand und Hingabe, nur eine Handvoll Menschen das natürliche Talent, um Konzertsolisten zu werden. Als allgemeine Regel kann man festhalten, dass eine 86

außergewöhnliche Performance sowohl ein angeborenes Talent erfordert als auch harte Arbeit, um dessen Potential zu realisieren. Wenn die natürliche Begabung fehlt, kann harte Arbeit zu guten Fertigkeiten, aber nicht zu exzellenten Leistungen führen. Meiner Meinung nach lässt sich dasselbe Prinzip auf das Trading anwenden. Praktisch jeder kann als Trader per Saldo positiv arbeiten, doch nur wenige haben das angeborene Talent, um Supertrader zu werden. Aus diesem Grund ist es möglich, Tradingerfolg zu lehren, doch nur bis zu einem gewissen Punkt. Seien Sie, was Ihre Ziele betrifft, realistisch. 8. Gutes Trading sollte mühelos sein. Warten Sie mal. Habe ich nicht gerade harte Arbeit als Zutat für ein erfolgreiches Trading aufgelistet? Wie kann gutes Trading harte Arbeit erfordern und trotzdem mühelos sein? Hierin liegt kein Widerspruch. Die harte Arbeit bezieht sich auf den vorbereitenden Prozess - die Forschungsund Entwicklungsarbeit, die einfach nötig ist, um ein guter Trader zu werden -, nicht auf das Trading selbst. In dieser Hinsicht ist harte Arbeit mit Qualitäten wie Vision, Kreativität, Durchhaltevermögen, Energie, Begehren und Engagement assoziiert. Harte Arbeit bedeutet natürlich nicht, dass der Prozess des Tradings selbst mit Anstrengung verbunden ist. Es hat nichts damit zu tun, gegen die Märkte zu kämpfen. Im Gegenteil: Je müheloser und natürlicher der Tradingprozess ist, um so größer sind die Chancen auf den Erfolg. Ein Trader zitierte aus ―Zen und die Kunst des Bogenschießens‖ und sah folgende Analogie: ―Beim Trading ist es wie mit dem Bogenschießen: Immer dann, wenn es mit Anstrengung, Kraft, Anspannung, Kampf oder Versuch zu tun hat, geht es nicht. Sie sind nicht mehr im Einklang mit dem Markt. Der perfekte Trade erfordert keinen Aufwand.‖ Stellen Sie sich einen Weltklasse-Langstreckenläufer vor, der Kilometer für Kilometer mit einem Tempo von 20 Stundenkilometern zurücklegt. Vergleichen Sie ihn mit einem untrainierten 130-Kilo-Koloss, der versucht, zwei Kilometer mit einem Tempo von 10 km/h zu laufen. Der erfahrene Läufer gleitet elegant, scheinbar mühelos, die Bahn entlang - trotz der großen Distanz und hohen Geschwindigkeit. Der andere Läufer hingegen wird sich wahrscheinlich abmühen, schnaufen und kämpfen wie ein untermotorisierter, schwer beladener Laster an einer Steigung. Wer setzt mehr Kraft und Anstrengung ein? Wer ist erfolgreicher? Natürlich hat der Weltklasse-Läufer mehr harte Arbeit in seinen Trainingsprozess investiert, und dieses frühere Engagement und der Krafteinsatz sind der Schlüssel zum dem Erfolg der Gegenwart. Auch dieses Mal ist die teilweise unglückliche Übersetzung nicht zu übersehen. Dennoch sind diese beiden Weisheiten sehr wichtig. Vor allem die Betonung der Wichtigkeit der Schaffung der Voraussetzung für erfolgreiches Trading. jaro g. (19.03.08, 23:03:13) : für mich ist es (aus münchen) irgendwie zu weit, aber wenn es am samstag oder sonntag einen daytrading.de - lesertreff geben sollte, würde ich mir die sache noch einmal überlegen => es mit der besten aller ehefrauen klären => und vielleicht doch kommen. einen eintrittsgutschein habe ich schon würde jemand evtl. eine mitfahrgemeinschaft nach stuttgart aus dem raum münchen organisieren? viele grüße, j.

9. Geldmanagement und Risikokontrolle. Praktisch alle großen Trader, die ich interviewte, glauben,
dass Geldmanagement wichtiger ist als die Handelsmethode. Viele potenziell erfolgreiche Systeme oder Handelsansätze haben ins Verderben geführt, weil der Trader, der die entsprechende Strategie angewendet hat, kein Verfahren zur Risikokontrolle hatte. Sie brauchen kein Mathematiker sein oder die Portfoliotheorie verstanden haben, um Ihr Risiko managen zu können. Risikokontrolle kann so einfach sein wie der folgende 3-Stufen-Ansatz: 1. Riskieren Sie in einem einzelnen Trade nie mehr als 1 oder 2 % Ihres für Tradingzwecke zur Verfügung stehenden Kapitals. (In Abhängigkeit von dem gewählten Ansatz kann auch eine leicht höhere Zahl noch in Ordnung sein. Ich rate allerdings dringend davon ab, mehr als 5 % pro Trade zu riskieren. 87

2. Bestimmen Sie Ihren Ausstiegspunkt bereits, bevor Sie eine Position eingehen. Viele der von mir befragten Traden führen exakt diese Regel an. 3. Sobald Sie einen bestimmten, vorher definierten Teil Ihres Startkapitals (z.B. 10 %, 20 %) verloren haben, legen Sie eine Pause ein und analysieren Sie in Ruhe, was falsch gelaufen ist. Warten Sie, bis Sie wieder Selbstvertrauen haben und eine Tradingidee mit einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit entwickeln, bevor Sie mit dem eigentlichen Trading wieder beginnen. Für Trader mit einem großen Depot ist es eine sinnvolle Alternative zum komplexen Aussetzen, mit kleinen Losgrößen anstatt mit vollen Handelseinheiten weiter zu machen. Die Strategie, nach Verlustserien die Größe der Einheiten stark herabzusetzen, wurde von vielen der befragten Trader angeführt. Grundsätzlich bin ich mit so ziemlich allem einverstanden was da oben steht. Ich persönlich halte ein Einzelpositionsrisiko von 1 % (oder weniger) sinnvoll, ganz abhängig von der eigenen Handelsfrequenz. Womit ich jedoch weniger anfangen kann ist der Satz „…zum komplexen Aussetzen, mit kleinen Losgrößen anstatt mit vollen Handelseinheiten…― – mir persönlich erschließt sich nicht ganz, was dieser Satz bedeuten soll. Vermutlich bezieht es sich auf den letzten Satz, der besagt, dass die Positionsgröße in Verlustphasen immer kleiner werden sollte. 10. Der Tradingplan. Ohne einen Tradingplan an den Märkten gewinnen zu wollen, gleicht einem Hausbau ohne Blaupausen – kostspielige (und vermeidbare) Fehler sind praktisch unausweichlich. Ein Tradingplan ist einfach eine Kombination aus der persönlichen Tradingmethode mit einem spezifischen Geldmanagement und Einstiegsegeln. Robert Krausz, ein Hypnotiseur, dessen Arbeit mit Tradern einer seiner Tätigkeitsschwerpunkte darstellt, sieht das Fehlen eines Tradingplans als Wurzel der Hauptschwierigkeiten, denen die Trader in den Märkten begegnen. Richard Driehaus, ein sehr erfolgreicher Investmentfondsmanager, den ich befragte, betont, dass ein Tradingplan die persönliche Kernphilosophie widerspiegeln sollte. Ohne eine solche Kernphilosophie, sagt er, ist man nicht in der Lage, die Positionen oder den Tradingplan in wirklich schwierigen Zeiten durchzuhalten. Auch hier gehe ich mit Jack Schwager konform. Die Aufgabe eines Traders liegt darin einen Tradingstil zu finden der zu einem passt. Nur dann kann man sich auch diszipliniert an den eigenen Tradingplan halten. Disziplin wird übrigens bei den nächsten beiden Tipps ein Thema sein. Bis dahin

Jack Schwager – Marktweisheiten (6) Apr 3rd, 2008 | By Michi | Category: Behavioural Finance
Wie bereits angekündigt geht es bei den heutigen Tipps von Jack Schwager aus seinem Buch „Schwager über Technische Analyse― zunächst um Disziplin, danach um das Übernehmen von Verantwortung. 11. Disziplin. „Disziplin war wahrscheinlich das Wort, das die außergewöhnlichen Trader, die ich interviewte, am häufigsten benutzt haben. Oft wurde es etwas kleinlaut ausgesprochen: „Ich weiß, dass Sie dies bereits tausend Mal gehört haben, doch – glauben Sie mir – es ist wirklich wichtig.― Es gibt zwei einfache Gründe, warum Disziplin entscheidend ist. Erstens ist sie eine Vorbedingung für die Aufrechterhaltung einer effektiven Risikokontrolle. Zweitens benötigen Sie Disziplin, um mit Ihrer Methode ohne Unsicherheiten die richtigen Trades auszuwählen – denn ohne Disziplin werden Sie fast immer daneben greifen. Warum? Weil Sie dazu tendieren, die „bequemen― Trades auszuwählen, wie Bill Eckhart, ein Mathematiker, der zu einem erfolgreichen Commodity Trading Advisor (CTA) avancierte, erklärt: „Was sich gut anfühlt, ist häufig das Falsche, was man tut― Ganz abgesehen vom letzten Satz des zweiten Absatzes, den ich nicht einmal mit viel Phantasie wörtlich übersetzen könnte, gefällt mir, was Schwager zu Disziplin zu sagen hat. Natürlich gehört zu Disziplin sehr viel mehr als sich strikt an die eigenen Stopp-Losses zu halten. Das ganze Trading-Leben findet innerhalb von Regeln statt, und diese gilt es diszipliniert einzuhalten. 88

Aber noch einmal zurück zum letzten Satz. Ich denke, dass die eigentliche Message sein soll, dass man sich diszipliniert an die eigenen Tradingregeln halten soll. Wenn also ein Signal generiert wird, dann sollte man dieses Traden, auch wenn es sich nicht gut anfühlt. Wenn einem jedoch das Gefühl sagt, dass ein Trade einzugehen wäre, das eigene System diese Ansicht jedoch nicht teilt, dann sollte man auch die Finger von dieser Position lassen. 12. Kapieren Sie, dass Sie verantwortlich sind. Egal, ob Sie gewinnen oder verlieren, Sie selbst sind für Ihre eigenen Ergebnisse verantwortlich. Selbst wenn Sie durch den Tipp eines Brokers, durch die Empfehlung eines Börseninformationsdienstes oder aufgrund eines schlechten Signals des Handelssystems, das Sie gekauft haben, verloren haben, sind Sie selbst verantwortlich, denn Sie sind es, der die Entscheidung getroffen hat, darauf zu hören und zu handeln. Ich habe noch nie einen erfolgreichen Trader getroffen, der andere für seine Verluste verantwortlich gemacht hat. Auch diese Weisheit zieht meine Zustimmung nach sich. Das soll jetzt nicht heißen, dass von Zeit zu Zeit Ungereimtheiten in gewissen Bereichen des Trading (keine Internetverbindung, Probleme bei der Ausführung von Orders, etc.) gar nicht mehr auftreten. Man sollte sich jedoch nicht öfter als einmal böse überraschen lassen – dann gilt es Konsequenzen zu ziehen (mobiles Internet, Wechsel des Brokers). Man sollte hier eine proaktive Position einnehmen und keine Reaktive. Wer diesen Blog liest, oder ein gewisses Maß an Phantasie hat, der kann sich in etwa vorstellen, was beim Trading alles schief gehen kann. Und darüber sollte man sich in regelmäßigen Abständen Gedanken machen, um im Fall des Falles vorbereitet zu sein. 13. Die Bedeutung der Unabhängigkeit. Sie müssen selbst denken. Lassen Sie sich nicht durch Massenhysterie einfangen. Ed Seykota, ein Termintrader, der das Vermögen der von ihm betreuten Depots über eine 18-jährige Periode vertausendfacht hat, wies darauf hin, dass in dem Moment, wo eine Story auf den Titelseiten überregionaler Zeitungen erscheint, der Trend wahrscheinlich fast zu Ende ist. Unabhängig bedeutet auch, dass Sie Ihre eigenen Handelsentscheidungen treffen. Hören Sie niemals auf andere Meinungen. Selbst wenn Ihnen das gelegentlich bei dem einen oder anderen Trade hilft, so kostet Sie das Hören auf Andere am Ende unweigerlich Geld – ganz abgesehen davon, dass Ihre eigene Sicht der Dinge durcheinander gerät. Michael Marcus, ein sehr erfolgreicher Futures Trader, sagt in Market Wizards (Magier der Märkte): „Sie müssen Ihrem eigenen Licht folgen. Wenn Sie zwei Trader miteinander kombinieren, werden Sie von jedem das schlechteste bekommen.― Eine damit im Zusammenhang stehende persönliche Anekdote betrifft einen anderen Trader, den ich in Marktet Wizards befragte. Obwohl er selbst dann, wenn er mit Blindheit geschlagen in einer Truhe am Grunde eines Teichs eingeschlossen ist, noch besser traden kann als ich, wollte er immer noch wissen, wie ich die Märkte sehe: „Was halten Sie vom Yen?― Der Yen war einer der wenigen Märkte, für den ich damals eine sehr starke Meinung hatte. Er hatte eine bestimmte Chartformation gebildet, die mich sehr bearish machte. „Ich glaube, dass der Yen geradewegs nach unten geht – und ich bin short―, erwiderte ich. Er fuhr fort und nannte 51 Grüne, warum der Yen überverkauft sei und reif für eine Rally. Nachdem er eingehängt hatte, dachte ich: „Morgen gehe ich auf Geschäftsreise. Mein Trading lief in den letzten Wochen nicht sehr gut. Die Short-Position im Yen ist eine der wenigen Positionen, die sich noch in meinem Depot befindet. Will ich unter diesen Umständen wirklich gegen einen der weltbesten Trader handeln?― Ich entschied mich dafür, aus dem Trade auszusteigen. Als ich einen Tag später von meiner Reise zurückkehrte, war der Yen um 150 Punkte gefallen. Wie das Schicksal so wollte, rief am Nachmittag eben jener Trader an. Als sich die Unterhaltung um den Yen drehte, konnte ich nicht widerstehen zu fragen: „Übrigens, sind Sie immer noch long im Yen?― „Oh nein―, entgegnete er, „ich bin short.― Der Punkt ist nicht der, dass dieser Trader versucht hatte, mich in die Irre zu führen. Im Gegenteil: Er glaubte fest an seine Meinung, als er sie damals mir gegenüber formulierte. Sein Timing war allerdings gut genug, dass er auf beiden Seiten des Trades Geld verdient hatte. Im Gegensatz zu ihm hatte ich am Ende nichts in den Händen, obwohl ich die Trendrichtung ursprünglich exakt richtig prognostiziert hatte. Die Moral aus der Geschichte lautet, daß selbst der Rat von einem viel besseren Trader zu gegenteiligen Resultaten führen kann. 89

Diese Weisheit ist tatsächlich äußerst wichtig. Obwohl ich es persönlich sehr ratsam finde, zu zweit zu traden, muss man ganz einfach an seine eigenen Ideen glauben. Für diese muss man dann aber auch bereit sein die Verantwortung zu übernehmen. Geht ein Trade auf, dann ist man dafür verantwortlich. Geht ein Trade in die Hose, ist man ebenso dafür verantwortlich. 14. Zuversicht. Ein ungebrochenes Vertrauen in ihre Fähigkeit, weiterhin an den Märkten zu gewinnen, war eine nahezu universelle Charakteristik bei den von mir befragten Tradern. Dr. Van Tharp, ein Psychologe, der viel für die Untersuchung von Tradern getan hat und in meinem Buch Market Wizards (Magier der Märkte) zu Wort kam, führt an, dass einer der grundlegenden Charakterzüge erfolgreicher Trader in ihrem Glauben liegt, dass sie das Spiel gewonnen haben, bevor sie an den Start gehen. Van K. Tharp ist sicherlich jedem der diesen Blog liest ein Begriff. Im zweiwöchentlich erscheinenden TradersJournal ist überdies immer ein Artikel von ihm zu lesen. Ein Trader mit Zuversicht hat den Mut, die richtigen Entscheidungen zu treffen, und die Stärke, nicht in Panik zu verfallen. In Mark Twains Life on the Mississippi gibt es eine Stelle, die ich sehr bemerkenswert finde, obwohl sie gar nichts mit Trading zu tun hat. Hier wird der Autor und Protagonist – ein Auszubildender in Sachen Flussschiffahrtskapitän – von seinem Mentor und der Crew in einem Flussabschnitt zur Panik getrieben, von dem er wusste, dass er der leichteste der ganzen Strecke war. Anschließend entspann sich zwischen ihm und seinem Mentor folgender Wortwechsel: „Wussten Sie nicht, dass es in diesem Abschnitt zu keiner Grundberührung kommen konnte?― „Doch, Sir, das wusste ich.― „Nun gut, aber dann sollte weder ich noch irgendjemand anders in der Lage gewesen sein, Ihr Vertrauen in dieses Wissen zu erschüttern. Und noch etwas: Wenn Sie in eine gefährliche Situation geraten, verhalten Sie sich nicht wie ein Feigling. Das hilft Ihnen keinesfalls weiter.― Ich verstehe zwar nicht ganz, was Jack Schwager uns mit dieser Anekdote sagen will. Vermutlich kann man aber davon ausgehen, dass er uns rät Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die eigenen Ideen zu haben. Es gilt Verantwortungen für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen. Das fällt natürlich immer dann einfach, wenn man Erfolg hat. Diesen hat man langfristig jedoch nur, wenn man sehr zuversichtlich seinen eigenen Fähigkeiten gegenübersteht und diese diszipliniert einsetzt. Pierre hat heute im Artikel ―Basic Money-Management des Live Tradings - in 5 Minuten erklärt‖ bereits einmal über das Thema Verluste gesprochen. Diesem Thema widmet Jack Schwager heute eine ganze Marktweisheit. Die zweite Weisheit handelt von Zuversicht und Auszeiten. 15. Verlieren ist Teil des Spiels. Die großen Trader sind sich voll bewusst, dass der Verlust ein implizites Element des Börsenspiels ist. Diese Einsicht scheint mit Zuversicht verbunden zu sein. Weil außergewöhnliche Trader zuversichtlich sind, auf lange Sicht zu gewinnen, scheinen einzelne Verlust-Trades ihren Schrecken zu verlieren; sie erscheinen einfach unvermeidbar - das, was sie tatsächlich auch sind. Wie Linda Raschke, eine Terminhändlerin mit einem besonders guten Verhältnis zwischen Gewinn- und Verlusttrades, bemerkte: ―Es hat mich nie geärgert zu verlieren, weil ich immer wusste, dass ich den Verlust wettmachen würde.‖ Es gibt kein sichereres Rezept zum Verlieren als die Angst davor. Wenn Sie Verluste nicht ertragen können, werden Sie entweder große Verluste erleiden oder großartige Trading-Gelegenheiten verpassen. Durch jeden dieser Fehler wird die Chance auf Erfolg sinken. Van K. Tharp hat einmal sinngemäß gemeint: ―Trader, die nicht bereit sind Verluste als Teil des Tradings zu akzeptieren gleichen Menschen, die lediglich einatmen, aber niemals ausatmen wollen‖. Und das ist eben nicht möglich. Interessanterweise glauben Trading-Neulinge oft, dass nicht realisierte Verluste keine Verluste wären - die Position wird erst dann geschlossen, wenn sie dazu gezwungen werden (egal ob vom Broker oder anderen Einflüssen). 90

16. Mangel an Zuversicht und Aus-Zeiten. Traden Sie nur dann, wenn Sie zuversichtlich und optimistisch sind. Oft habe ich Trader sagen hören: ―Es scheint so, dass ich nichts richtig mache.‖ Oder: ―Ich wette, dass ich wieder am Tiefpunkt ausgestoppt werde.‖ Wenn Sie sich selbst dabei erwischen, in solch negativen Bildern zu denken, ist dies ein sicheres Zeichen, dass Sie beim Trading eine Pause einlegen sollten. Kommen Sie langsam wieder hinein. Vergleichen Sie das Trading mit einem kalten Ozean: Prüfen Sie die Wassertemperatur, bevor Sie hineinspringen. Auszeiten vom Trading sind sehr wichtig. Meiner persönlichen Ansicht nach, sollte man im Urlaub versuchen Abstand zu gewinnen. Das ist emotional betrachtet natürlich sehr schwer - rein technisch gesehen aber nicht. Einfach die entsprechenden Orders platzieren und in den Urlaub düsen. Wenn man zurück kommt, dann sieht man ohnehin, was der Markt einem überlassen hat. Aber es gibt nicht nur geplante Pausen (Urlaub), sondern auch erzwungene Pausen. Viele Trader haben in ihrem Tradingplan vorgesehen zu pausieren, sobald ein gewisser Drawdown vollzogen wurde. Andere Trader halten dies für sinnlos, weil man dann vielleicht genau den großen Gewinn verpassen könnte, dem das System seinen positiven Erwartungswert beschert. Entscheiden muss schließlich jeder Trader selbst. 17. Das Verlangen, Rat zu suchen. Das Verlangen, Rat zu suchen, verrät einen Mangel an Zuversicht. Linda Raschke sagt: ―Wenn Sie sich jemals versucht fühlen, bezüglich eines Trades die Meinung eines anderen hören zu wollen, ist dies gewöhnlich ein sicheres Zeichen dafür, dass Sie Ihre Position schließen sollten.‖ Was Linda Bradford Raschke damit sagen will ist, dass man, wenn man einen Trade eingegangenen ist, auch das Selbstvertrauen benötigt die Bewegungen nach dem Eingehen der Position zu akzeptieren und sich von ihnen nicht verrückt machen zu lassen. Es geht wieder einmal darum Verantwortung für die eigenen Tradingentscheidungen zu übernehmen. 18. Die Tugend der Geduld. Auf die richtige Gelegenheit zu warten erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit. Sie müssen nicht ständig im Markt sein. Edwin Levèvre schreibt in seinem klassischen Buch Reminiscences of a Stock Operator: ―Da gibt es den Vollidioten, der überall und jederzeit das Falsche tut, und da gibt es den Wall Street-Idioten, der meint, ständig traden zu müssen.‖ Eine der farbigsten Beschreibungen von Geduld beim Trading wurde von dem bekannten Investor Jim Rogers in Market Wizards angeführt: ―Ich warte einfach, bis Geld auf der Straße liegt, und alles, was ich dann tun muss, ist hinzugehen und es aufzuheben.‖ Mit anderen Worten, er tut so lange nichts, bis er bei einem Trade so sicher ist, das es so leicht zu sein scheint, wie einen Geldschein vom Fußboden aufzuheben. Mark Weinstein, ein phänomenal beständiger Aktien- und Terminhändler (ebenso in Market Wizards interviewt) führte die folgende, treffende Analogie an: ―Obwohl der Gepard das schnellste Tier der Welt ist und jedes Tier auf der Prärie einholen kann, wartet er so lange, bis er absolut sicher ist, dass er seine Beute erwischen kann. Er sich sich eine Woche lang im Busch verstecken und nur auf den richtigen Moment warten. Er wird auf eine junge Antilope warten, doch nicht auf irgendeine, sondern auf eine, die krank oder lahm ist. Nur dann, wenn praktisch keine Möglichkeit besteht, dass ihm seine Beute entkommen kann, greift er an. Das ist für mich der Inbegriff des professionellen Tradings.‖ Kommen wir gleich zu Mark Weinsteins Geparden-Gleichnis. Dieser Vergleich wird von verschiedenen Tradinggrößen (etwa auch Van K. Tharp) verwendet und beschreibt die Idealsituation bei einem Trade. Die Geduld auf das richtige Setup zu warten, haben jedoch nicht viele Trader. Und sie ist eigentlich auch nur dann erreichbar, wenn man sich selbst keinem Druck aussetzt. In einem alten Beitrag von Pierre ging es einmal um das Schießen von Strafstößen beim Fußball. Wenn man als Torwart ganz einfach stehen bleiben würde, hätte man eine sehr gute Chance den Elfmeter zu halten. Der Nachteil, der mit dieser Taktik einhergehen würde, liegt jedoch darin, dass alle anderen - sollte der Strafstoß dennoch im Tor landen - glauben würden, dass der Torwart gar nicht erst versucht hat den Strafstoß zu halten.

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Beim Trading hat man oft das Gefühl, dass man immer offene Positionen halten muss, um tatsächlich zu traden. Das ist jedoch gar nicht wahr. Wer weiß, wann er aussetzen sollte bzw. in welchem Umfeld sein System Schwächen zeigt, kann sich dadurch große Verluste ersparen. 19. Die Bedeutung des Sitzens. Geduld ist nicht nur beim Warten auf den richtigen Trade wichtig, sondern auch beim Halten von Gewinnpositionen. Das Versagen, in angemessener Weise von sich gut entwickelnden Trades zu profitieren, ist ein wichtiger gewinnbringender Faktor. Um noch einmal Lefèvre in seinen Reminiscences zu zitieren: ―Es war nie mein Denken, das das große Geld für mich machte. Es war immer mein Sitzen. Haben Sie das verstanden? Mein Sitzfleisch!‖ Bill Eckhardt gab einen besonders denkwürdigen Kommentar zu diesem Thema: ―Ein allgemeines Sprichwort…das total verdreht ist, lautet: ―Durch Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben.‖ Das ist genau der Grund, warum viele Trader pleite gehen. Während Amateure daran scheitern, dass sie große Verluste kassieren, gehen Profis bankrott, weil sie kleine Gewinne mitnehmen.‖ Hier geht es um die klassische Weisheit ―Gewinn laufen lassen‖. Vor allem der letzte Satz gefällt mir. ―Während Amateure daran scheitern, dass sie große Verluste kassieren…‖ - was so viel bedeutet wie, dass sie viel zu großes Einzelpositionsrisiko eingehen und ihre Stopp-Losses nicht diszipliniert einhalten. Und dann ―…gehen Profis bankrott, weil sie kleine Gewinne mitnehmen‖ - das bedeutet, dass die Profis zwar ihre Verluste begrenzten und Übersicht über das eingegangene Risiko haben, jedoch keinesfalls ihre Gewinne so laufen lassen, dass die Verluste überkompensiert werden. 20. Eine risikoarme Idee entwickeln. Eine der Übungen, die Dr. Van Tharp in seinen Seminaren macht ist die Aufforderung an die Teilnehmer, sich die Zeit zu nehmen, ihre Ideen von Trades mit geringem Risiko aufzuschreiben. Der Vorteil einer risikoarmen Idee ist, dass sie zwei unverzichtbare Elemente enthält: Geduld (weil sich nur ein kleiner Teil aller Ideen qualifiziert) und Risikokontrolle (in der Aufgabenstellung bereits enthalten). Sich die Zeit zu nehmen, um risikoarme Strategien zu durchdenken, ist für alle Trader eine nützliche Übung. Die spezifischen Ideen werden - in Abhängigkeit von den Märkten und - von Trader zu Trader stark variieren. Auf dem Seminar, das ich besuchte, warteten die Teilnehmer mit einer langen Liste von risikoarmen Ideen auf. Nur ein Beispiel: Ein Trade, bei dem die Wahrscheinlichkeit klein ist, dass die Kursbewegung einen überzeugenden Beweis dafür liefert, dass man falsch liegt. Obwohl es nichts mit Trading zu tun hat, ist einer meiner Lieblingssprüche: ―Eröffnen Sie einen Sandwichladen neben einer Polizeistation.‖ Tja, Van Tharp und seine risikoarmen Ideen. Grundsätzlich geht es ihm dabei um Setups, die eine hohe Trefferquote aufweisen (und natürlich ein attraktives Chance/Risiko Verhältnis). Hat man diese dann gefunden, heißt es nur noch auf die richtige Situation warten und dann zuschlagen Dafür braucht man Geduld, Erfahrung und Selbstvertrauen. 21. Die Bedeutung, die Positionsgröße zu variieren. Alle Trader, die nachhaltig auf lange Sicht gewinnen, kennen ihre Grenzen. Diese Begrenzung kann allerdings von Trade zu Trade deutlich variieren. Man kann mathematisch beweisen, dass in jedem Wettspiel mit unterschiedlichen Wahrscheinlichkeiten Gewinne dadurch maximiert werden können, indem der Einsatz in Übereinstimmung mit der wahrgenommenen Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Ausgang bemessen wird. Die optimale Einsatzstrategie beim Black Jack (Siebzehn und Vier) bietet ein perfektes Beispiel dieses Konzepts. Hat der Trader eine Vorstellung davon, bei welchem Trade er mehr riskieren kann, sagen wir, beispielsweise aufgrund eines höheren Grads an Zuversicht (unter der Annahme, dass sie ein verlässlicher Indikator ist), dann macht es Sinn, in diesen Situationen aggressiver zu agieren. Stanley Druckenmiller, ein sehr erfolgreicher Hedge Fonds Manager, drückt es so aus: ―Der Weg, um langfristige überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, sind der Erhalt des Kapitals und Home Runs… Wenn Sie ein riesiges Vertrauen in einen Trade haben, so gehen Sie ihm an die Kehle. Es braucht Mut, um ein Schwein zu sein.‖ Für einige der Tradingexperten gehören kühne Entscheidungen darüber, wann genau man Gas gibt, und der Mut, diese Entscheidungen auch umzusetzen, zu den grundlegenden Faktoren des außergewöhnlichen (und nicht nur guten) Erfolgs. 92

Einige der von mir befragten Trader erwähnten, dass sie ihre Positionsgröße in Übereinstimmung mit der Art ihres Agierens variieren. So führte beispielsweise McKay an, dass es für ihn nicht ungewöhnlich sei, seine Positionsgröße um den Faktor 100 zu eins zu variieren. Seiner Meinung nach hilft ihm dieser Ansatz, sein Risiko innerhalb von Verlustperioden zu verringern, während er die Profite in Gewinnperioden erhöht. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um eine sehr interessante Weisheit. Das jemand eine Position um den Faktor 100 erhöht (oder verringert) habe ich noch nie gehört - das geht wahrscheinlich auch nur, bei sehr großen Positionsgrößen (was die Verkleinerung betrifft). Natürlich lässt sich das Gefühl des von einem Trade ―Überzeugtseins‖ nur sehr schwierig quantifizieren. Denn selbst vielversprechende Trefferquoten sollten nur bedingt als Rechtfertigung für überproportionale Positionen dienen. 22. Schrittweiser Ein- und Ausstieg. Sie müssen bei einem Ein- oder Ausstieg nicht die gesamte Position auf einmal öffnen bzw. schließen. Der schrittweise Auf- und Abbau von Positionen ermöglicht eine höhere Flexibilität beim Fein-Tuning und erweitert die Anzahl der Alternativen. Die meisten Trader opfern diese Flexibilität ohne einen weiteren Gedanken aufgrund des tief verwurzelten menschlichen Wunsches, immer absolut recht zu haben. (Per Definition bedeutet ein schrittweiser Vorgang, dass einige Teile des Trades zu schlechteren Kursen ge- oder verkauft werden als andere Teile). Eine Trader führten auch an, dass der schrittweise Ansatz sie in die Lage versetze, zumindest mit einem Teil des Kapitals viel länger in langfristigen Gewinnpositionen drin zu bleiben als es mit einer ungeteilten Position der Fall gewesen wäre. Das langsame Eingehen und Abbauen von Positionen wird von vielen Tradern propagiert. Meiner persönlichen Erfahrung nach ist dies bei kurzfristigem Trading mit sehr hohem Aufwand verbunden. Da man hier sehr viel Entscheidungen selbst trifft (und nicht zu 100 % dem Plan überlässt) ist außerdem ein hohes Maß an Disziplin gefordert. Deshalb würde ich dazu nur sehr erfahrenen Tradern raten.

Jack Schwager - Marktweisheiten (13) May 16th, 2008 | By Michi | Category: Behavioural Finance
23. Richtig zu liegen ist wichtiger als ein Genie zu sein. Ein Grund dafür, warum so viele Leute versuchen, Höchst- und Tiefstkurse zu erwischen, besteht meiner Meinung nach darin, dass sie der Welt beweisen wollen, wie schlau sie sind. Denken Sie eher daran zu gewinnen, als ein Held zu sein. Vergessen Sie, den Tradingerfolg nach dem Kriterium, wie nahe Sie bei einem Top oder Boden aus- bzw. eingestiegen sind, beurteilen zu wollen. Gehen Sie eher danach, wie gut Sie einzelne Trades mit einer guten Rendite/RisikoCharakteristik herausgepickt zu haben. Streben Sie nach einer Konsistenz auf einer Trade-für-Trade-Basis und berücksichtigen Sie dabei nicht nur die perfekten Trades. Beim Lesen der Überschrift war meine erste Sorge, dass Jack Schwager sagen will, dass das Richtig-Liegen beim Trading wichtig sei. Zum Glück habe ich mich geirrt. Ganz abgesehen davon bin ich aber nicht der Meinung, dass Trades mit dem größten Chance/Risiko Verhältnis als die ―besten‖ Trades einzustufen wären. Natürlich sind diese sehr angenehm für das Gemüt eines Traders, viel wichtiger ist jedoch die Disziplin bei jeder einzelnen Position zu wahren. 24. Kümmern Sie sich nicht darum, ob Sie dumm aussehen. In der letzten Woche tönten Sie im Büro: ―Meine Analyse hat mir gerade ein tolles Kaufsignal im S&P 500 Index gegeben. Der Index marschiert auf ein neues Hoch!‖ Nun, als Sie die Kursbewegung seit diesem Kommentar studieren, scheint etwas nicht zu stimmen. Anstatt eine Rally hinzulegen, gehen die Kurse nach unten. Ihr Bauchgefühl sagt Ihnen, dass die Marktsituation anfällig ist. Ob Sie es wahrhaben wollen oder nicht, Ihre veröffentlichten Prognosen verfärben Ihre Objektivität. Warum? Weil Sie nicht schlecht dastehen wollen, nachdem Sie der Welt mitgeteilt haben, dass die Kurse auf neue Höhen klettern sollen. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Sie die Marktsituation so positiv wie nur irgend möglich beurteilen werden. ―Die Kurse gehen nicht nach unten; es handelt sich nur um eine Reaktion, die die schwachen Hände aus dem Markt heraustreibt.‖ Aufgrund dieser Art des Rationalisierens werden Sie am Ende zu lange auf einer verlustreichen Long-Position sitzen. Es gibt eine ganz einfache Lösung dieses Problems: Reden Sie nicht über Ihre Position. 93

Was aber, wenn es Ihr Job erfordert, dass Ihre Marktmeinung kundtun (wie es bei mir der Fall ist)? Hier kommt die Regel: Wann immer Sie anfangen, sich darüber zu sorgen, dass Ihre bisherige Meinung falsch sein könnte, sehen Sie diese Besorgnis als Anlass dafür, Ihre Meinung zu ändern. ... Was diese Weisheit betrifft, möchte ich eigentlich nur auf den ersten Absatz - und hier spezielle auf einen Satz eingehen. ―Reden Sie nicht über Ihre Position‖. Wenn man gerade Erfolg hat, dann ist es sehr einfach über die eigenen Positionen zu sprechen. Man fühlt sich sehr gut. Wenn man jedoch gerade einen Drawdown erleidet, dann ist es nicht so angenehm über die eigenen Positionen zu sprechen. Unterlassen Sie es also gänzlich. Der Druck der von den Märkten auf Sie wirkt, ist schon groß genug, lassen Sie nicht noch zusätzlichen durch Bekannte / Freunde / Arbeitskollegen aufkommen. 25. Manchmal ist Handeln wichtiger als Vernunft. Auf eine Kurskorrektur zu warten, bevor man in den Markt einsteigt, mag vernünftig klingen, doch oft ist es das Falsche. Wenn Ihnen Ihre Analyse, Methode oder Ihr Bauchgefühl sagt, sofort einzusteigen, anstatt auf eine Korrektur zu warten, dann tun Sie das. Hüten Sie sich vor dem Einfluss des Wissens, dass Sie in vergangenen Trades durch Warten einen besseren Einstiegskurs erzielt haben, besonders in Situationen, wenn die Kurse eine plötzliche, starke Bewegung vollführen (oft nach einer wichtigen, überraschenden Nachricht). Wenn Sie nicht daran glauben, dass der Markt korrigieren wird, dann ist diese Überlegung irrelevant. Diese Typen von Trades funktionieren oft, weil sie so schwer in die Praxis umzusetzen sind. Wow, diese Weisheit richtet sich an sehr erfahrene Trader. Ich würde es Tradingneulingen auf gar keinem Fall empfehlen Bauchentscheidungen zu treffen. Am besten Sie legen sich einen Plan zu Recht und befolgen diesen strikt. Wenn dies zur Folge hat, dass Ihnen ein paar lukrative Trades durch die Finger gleiten, dann ist das ok. Sie werden sich bestimmt auch einige Verlierer ersparen. Im Grunde genommen geht es ja auch darum, ob man einen Re-Break abwartet oder beim ersten Ausbruch schon einsteigt. Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. 26. Einen Teil der Kursbewegung mitzunehmen ist genug. Nur weil Sie den ersten größeren Teil eines neuen Trends verpasst haben, heißt das noch lange nicht, dass Sie diesen Trend nicht traden sollten (so lange Sie einen sinnvollen Stopp-Punkt definieren können). McKay kommentierte, dass der einfachste Teil eines Trends sein mittlerer Abschnitt sei; damit ist klar, dass man vor dem Einstieg einen Teil des Trends verpasst hat. Diese Weisheit richtig sich genau an die Psychologie des Traders. Wen interessiert es schon, wie viel Sie mit einem einzelnen Trade verdient haben? Niemanden. Am Ende des Tages zählt nur die P&L (ich klammere jetzt bewusst das disziplinierte Einhalten eines Tradingplans aus - da das ja eine interne Bewertung darstellt). Diese wird Ihnen darüber Auskunft geben, ob Ihr Traden erfolgreich war oder nicht. Wenn Sie einen Trend vom Beginn bis zu Schluss gehalten haben, am Ende aber ein Minus herausschaut, was die Performance des Gesamtportfolios betrifft, dann haben Sie nichts gewonnen. Verlieren Sie niemals das Gesamtbild aus den Augen. 27. Maximieren Sie die Gewinne, nicht die Anzahl der Gewinn-Trades. Eckhardt erklärt, dass die menschliche Natur nicht in Richtung Gewinnmaximierung tendiert, sondern zu einer größeren Gewinnwahrscheinlichkeit. Das Problem besteht darin, dass dies mit einer geringeren Fokussierung auf die Höhe der Gewinne (und Verluste) einhergeht – ein Fehler, der zu suboptimalen Performance-Ergebnissen führt. Eckhardt sagt frei heraus: „die Trefferquote von Trades ist die unwichtigste Zahl einer PerformanceStatistik und kann sogar negativ mit der Performance korreliert sein.― Jeff Yass, ein sehr erfolgreicher Optionshändler, spricht ein ähnliches Thema an: „Das grundlegende Konzept, das sich sowohl auf das Pokerspiel als auch auf den Optionshandel anwenden lässt, ist das vordringliche Ziel nicht die meisten Runden zu gewinnen, sondern die Gewinne zu maximieren.― Eigentlich sagt Schwager (bzw. die von ihn dazu befragten Personen) schon alles. Es geht nicht ums Rechthaben beim Trading. Van K. Tharp hat dazu einen hervorragend Artikel geschrieben. Dieser heißt Being right and making money are not equivalent. Vielleicht wollt ihr ihn ja auf Deutsch lesen, dann werde ich mich bemühen eine deutsche Version davon zu veröffentlichen. 94

28. Lernen Sie untreu zu sein. Loyalität mag in Familien, im Freundeskreis und bei Haustieren eine Tugend sein, doch für Trader ist sie ein fataler Fehler. Seien Sie nie loyal zu einer Position. Anfänger sind sehr loyal zu ihren ersten Positionen und ignorieren Anzeichen, dass sie auf der falschen Seite des Marktes stehen, und damit reiten sie einen Trade in einen großen Verlust rein, während sie auf das Beste hoffen. Erfahrenere Trader haben die Bedeutung des Geldmanagements verstanden und werden schnell aussteigen, wenn es offensichtlich ist, dass sie daneben liegen. Wirklich begabte Trader sind hingegen in der Lage, eine echte 180 Grad-Wendung zu vollziehen und eine Position umzukehren, wenn das Marktverhalten zu einer solchen Aktion Anlass gibt. Druckenmiller beging den schrecklichen Irrtum, seine Aktienposition am Tag vor dem Crash vom 19. Oktober 1987 von short auf long zu wechseln. Seine Fähigkeit, seinen Irrtum rasch zu erkennen, und – noch wichtiger nach dieser Erkenntnis ohne Verzögerung erneut short zu gehen, trug dazu bei, dass aus einem potenziell desaströsen Monat ein Monat mit einem Nettogewinn wurde. Also die Nerven vor einem Crash long zu gehen - und während des Crashs die Positionen zu switchen hätte ich auch gerne (auch wenn hier nicht das Ausmaß bekannt ist). In erster Linie gilt es aber das Tradingkapital zu schützen. Daher sollte jede Order mit einer Stopp-Order versehen werden. Das verhindert in allen Fällen das schlimmste. Den ersten Satz würde ich noch um Tradingplan erweitern - diesem sollte man auch loyal gegenüber sein. Das Wort Geldmanagement soll natürlich für Money Management stehen. Heute veröffentlichen wir bereits die 16. Ausgabe der Marktweisheiten von Jack Schwager, die man auch in seinem Buch ―Schwager über Technische Analyse‖ finden kann. Ich freue mich, dass immer wieder anregende Kommentare in dieser Serie veröffentlicht werden. Den Artikel von Van Tharp hab ich übrigens nicht vergessen. Um weitere Marktweisheiten nachzulesen, empfehle ich einen Blick in das Behavioral Finance Archiv - dieses findet ihr hier. 29. Ziehen Sie Teilgewinne heraus. Ziehen Sie einen Teil Ihrer Gewinne aus dem Aktienmarkt heraus, damit Sie nicht Gefahr laufen, dass sich Ihre Handelsdisziplin in Richtung Selbstgefälligkeit verschlechtert. Es ist viel zu leicht, mit dem Argument: „Es sind doch nur Gewinne!― Positionen zu groß werden zu lassen und erforderliche Aktionen zu verschleppen. Realisierte Gewinne, die aus einem Depot abgezogen werden, werden mit größter Wahrscheinlichkeit als echtes Geld angesehen. Tja, die uralte Problematik der Buchgewinne bzw. realisierten Gewinne. Im Grunde genommen ist es doch eine Frage des Money Managements bzw. des eigenen Veranlagungsstils. Bei langfristigen Positionen kann es Sinn machen die Position länger als geplant (Erreichen des Kursziels) zu halten, weil der Stopp-Loss entsprechend weit gesetzt ist und die Position somit nicht zu groß ist. Bei kurzfristigen Trades (Daytrading) sollte man jedoch genau wissen, was man bei Erreichen des Kursziels tut. Das bedeutet nicht, dass man Gewinne nicht laufen lassen sollte - aber jedenfalls, dass man sich an einen vorher definierten Plan halten sollte. 30. Hoffnung ist ein Wort mit acht Buchstaben. Hoffnung ist ein hässliches Wort für Trader, nicht nur im Hinblick auf die Verschleppung einer Verlustposition, sondern auch im Hinblick auf die Erwartungen einer Kursreaktion, die einen günstigeren Einstieg in einen Trade verspricht, der dann doch verpasst wird. Wenn sich solche Trades nämlich als lohnend erweisen, wird die erhoffte Reaktion nicht eintreten, bis es zu spät ist. Oft besteht der einzige Weg, in solche Trades einzusteigen, darin, es zu tun, sobald man einen sinnvollen Stopp-Punkt ausmachen kann. Dieser Weisheit kann ich einiges abgewinnen. Es kann durchaus Sinn machen, das Kursziel über den StoppLoss zu definieren. Grundsätzlich bin ich jedoch trotzdem der Meinung, dass man sich auch beim Einstieg exakt an die eigenen Regeln halten sollte. Vor allem bei einem kurzfristigen Tradingansatz kann es durchaus einen Unterschied ausmachen, ob man sich in Positionen ―reinstoppen‖ lässt, oder jede Position ―market‖ eröffnet um den Trade ja nicht zu verpassen. Natürlich gibt es auch (zahlreiche) Fälle in den eine MarketOrder seine Berechtigung hat. 31. Gehen Sie den unbequemen Weg. Eckhardt macht die ziemlich provokante Feststellung, dass der menschliche Hang, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, bei den meisten Leuten dazu führt, dass 95

sie schlechtere Ergebnisse erzielen, als wenn sie zufällig agieren würden. Tatsächlich sagt er, dass der natürliche Charakter des Menschen zu solch armseligen Tradingresultaten führt, dass die meisten Leute besser dran wären, eine Münze oder Dart-Pfeile zu werfen. Einige Beispiele der „bequemen Wahl―, die Eckhardt in diesem Zusammenhang anführt, sind klangvolle Trading-Prinzipien wie „Mit Verlusten spielen―, „Sichere Gewinne mitnehmen―, „In Stärke hinein verkaufen―, „in Schwäche kaufen― sowie die Entwicklung oder der Kauf von Handelssystemen, die übermäßig auf die Vergangenheit angepasst wurden (overfitting). Die Botschaft an den Trader ist ganz klar: Tun Sie das, was richtig ist, und nichts davon, was bequem ist. Tja, ohne Fleiß kein Preis. Grundsätzlich erschließt sich mir aber nicht ganz was uns Jack Schwager sagen will. Vermutlich, dass es an der Börse kein leicht verdientes Geld gibt. Man misst sich hier permanent mit den besten der Welt - und diese werden all ihre Technischen Ressourcen und Erfahrungen einsetzen, damit sie am Ende des Tages mit einem Gewinn dastehen. 32. Sie können nicht gewinnen, wenn Sie gewinnen müssen. Es gibt ein altes Wallstreet-Sprichwort: „Verängstigtes Geld gewinnt nie.― Der Grund dafür ist ganz einfach: Wenn Sie Geld riskieren, das Sie nicht verlieren dürfen, steigt die Anfälligkeit für alle emotionalen Fallen des Tradings. Im frühen Stadium seiner Karriere, als der Bankrott eines seiner wichtigsten Investoren das Überleben seiner jungen Firma bedrohte, setzte Druckenmiller in einem verzweifelten Kampf um die Rettung seines Unternehmens alles auf eine Karte und investierte das verbliebene Geld in einen einzigen Trade. Obwohl er den absoluten Tiefpunkt des Treasury Bill-Marktes nur um knapp eine Woche verpasste, verlor er sein gesamtes Vermögen. Die Notwendigkeit, gewinnen zu müssen, fördert Tradingfehler (z.B. ein zu hoher Leverage-Faktor und mangelnde Planung, wie in dem gerade genannten Beispiel). Mangelnde Sorgfalt in Verbindung mit Trades, die aus der Verzweiflung geboren werden, toleriert die Börse nur selten. Die Problematik mit zu hohen Hebeln zu agieren scheint ein zeitloses Problem zu sein Grundsätzlich ist es aber absolut wahr, dass man nicht langfristig gewinnen kann, wenn man gewinnen muss. Das kann einerseits mit absurden Return-Wünschen der Trader zusammenhängen, zum anderen aber auch in Verbindung zu gewissen Notsituationen stehen. Keine der beiden Motive rechtfertigt jedoch das emotionale Verhalten. Wenn es schon so weit gekommen ist, sollte man das Trading ohnehin einstellen - im schlimmsten Fall zwingt einem der Broker dazu. 33. Überlegen Sie zweimal, wenn die Börse Sie glimpflich davonkommen lässt. Seien Sie nicht zu eifrig, aus einer Position herauszukommen, über die Sie sich zunächst Sorgen gemacht haben, wenn Ihnen die Börse auf einmal erlaubt, diese Position zu einem viel besseren Preis zu schließen als ursprünglich angenommen. Wenn Sie über eine ungünstige Kursbewegung infolge einer überraschenden Meldung oder einer verletzten Formation auf Schlusskursbasis über Nacht (oder über das Wochenende) in Sorge waren, ist es wahrscheinlich, dass viele andere Trader auch so denken. Die Tatsache, dass der Markt nicht auf diese Ängste reagiert, lässt vermuten, dass es einige sehr starke Kräfte in Richtung der ursprünglichen Position gibt. Dieses Konzept, das Marty Schwartz, ein Trader mit einem außergewöhnlichen Track Record bei AktienindexFutures, als erster Market Wizard vorschlug, wurde mit einem Beispiel aus dem echten Leben illustriert. Bill Lipschutz, der sehr große Devisenpositionen zu traden pflegte, stieg aus der einzigen Position aus, über die er in Sorge war. An einem Freitagnachmittag, einer Zeit, in der die Umsätze im Devisenhandel nach dem Schließen der europäischen Börsen besonders gering sind, befand sich Lipschutz mit seiner sehr hohen Dollar-Short-Position inmitten einer kräftigen Kursrallye. Er musste das Wochenende abwarten, denn erst nach der Eröffnung der Tokioter Börse am Sonntag Abend würde er genügend Liquidität vorfinden, um seine Position schließen zu können. Als der Dollar in Tokio schwächer als erwartet eröffnete, vermied er es, seine Position aus Erleichterung ganz schnell zu schließen; stattdessen riet ihm sein Trader-Instinkt, die Liquidation zu verzögern – eine Entscheidung, die zu einem weitaus besseren Ausstiegkurs führte. Dieser Beitrag ist ganz harter Tobak. Tradingneulinge sollten diese Weisheit vielleicht überspringen. Wie man am Beispiel von Bill Lipschutz erkennen kann, bedarf es schon einiger Erfahrung um dieses Vorgehen umzusetzen. Man darf niemals vergessen, dass so ein Schuss auch nach hinten losgehen kann. Und das muss man erst einmal verarbeiten. 96

34. Seien Sie aufgeschlossen Aufgeschlossenheit scheint unter den exzellenten Tradern ein weit verbreiteter Charakterzug zu sein. Gil Blake zum Beispiel, ein Investmentfondsmanager, der über einen langen Zeitraum konstant gute Gewinne erwirtschaftete, stolperte ungeplant in eine Trading-Karriere, als er einem Freund beweisen wollte, dass Kursbewegungen nach dem Zufallsprinzip ablaufen. Als er bemerkte, dass seine Annahme falsch war, wurde er zu einem Trader. Um mit den Wort von Driehaus zu sprechen: „Die Einstellung eines Menschen ist wie ein Fallschirm – nur im geöffneten Zustand ist es gut.― Tja, wer von uns hat als kleiner Junge schon gesagt: „Wenn ich groß bin, dann will ich Trader werden―? Also, ich nicht – obwohl ich meine Zukunft schon als kleines Kind im Finanzsektor gesehen habe („Ich will mal Bankdirektor werden…― ). Aufgeschlossenheit ist gerade für Trader sehr wichtig, ansonsten kann es schnell passieren, dass man darauf verzichtet sich weiterzubilden, oder die eigenen Tradingregeln an Marktveränderungen anzupassen. Die besten Trader sind jene, die sich am schnellsten auf Veränderungen einstellen können. 35. Die Börse ist ein teurer Ort, um den Nervenkitzel zu suchen. Aufregung hat viel mit dem Image von Trading zu tun, jedoch nichts mit dem Erfolg von Trading (außer im umgekehrten Sinne). Larry Hite, der Gründer von Mint Management, einer der größten CTA-Firmen (Commodity Trading Adviser), beschreibt in Market Wizards die Konversation mit einem Freund, der sein bedingungsloses Arbeiten mit einem computerisierten Handelssystem nicht verstand. Sein Freund fragte: „Wie kannst du auf diese Weise traden? Ist das nicht langweilig?― Larry Antwortete: „Ich trade nicht wegen des Nervenkitzels; ich trade, um zu gewinnen.― Das trifft es sehr gut. Van K. Tharp geht davon aus, dass man jene Dinge, die man privat nicht auslebt, dann beim Trading unterbewusst umsetzt. Hält das eigene Privatleben nicht genug Nervenkitzel bereit, dann macht man das gerne beim Trading. Nicht umsonst sind Trader als „Verrückte Hunde― bekannt. 36. Die ruhige Stimmung eines Traders. Wenn es im Zusammenhang mit erfolgreichem Trading einen bestimmten emotionalen Zustand gibt, dann ist es das Gegenteil von Aufregung. Auf der Grundlage seiner Beobachtungen konstatierte Charles Faulkner, ein NLP-Trainer (NLP = Neurolinguistisches Programmieren), der mit Tradern arbeitete, dass außergewöhnliche Trader in der Lage sind, ruhig und unberührt zu bleiben, egal, was die Märkte machen. Er beschreibt die typische Reaktion von Peter Steidlmayer (ein erfolgreicher Terminhändler, der als Erfinder der Market Profile-Handelstechnik bekannt wurde) auf eine Position, die gegen ihn läuft, als einen Gedanken wie z.B. „Hmmm, schauen Sie sich das an.― Das hat natürlich sehr viel mit Selbstvertrauen und Erfahrung zu tun. Man vergleicht sich ja immer gerne mit anderen (Benchmarking), was ja gar nicht so schlecht ist. Wenn es jedoch allen anderen gelingt schöne Profite zu machen, während man selbst gerade eine Drawdownphase durchmacht, kann das schon sehr am eigenen Selbstvertrauen zehren. Konzentrieren Sie sich auf sich selbst und definieren Sie schon im vorhinein Ziele. Wenn Sie diese erreichen, können Sie zufrieden sein. 37. Erkennen und beseitigen Sie Stress. Stress beim Trading ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Wenn Sie Stress empfinden, denken Sie über die Ursache nach, und dann tun Sie etwas, um das Problem zu beseitigen. Nehmen wir einmal an, Sie erkennen, dass die größte Quelle von Stress Ihre Unentschlossenheit ist, aus einer Verlustposition auszusteigen. Ein Weg, um dieses Problem zu lösen, ist die Platzierung eines schützenden Stop-Auftrags mit jeder Position, die Sie neu eingehen. Ich gebe Ihnen ein persönliches Beispiel. Zu meinen früheren Tätigkeiten gehörte es, Brokern meines Arbeitgebers Tradingempfehlungen zu geben. Diese Aufgabe ist dem tatsächlichen Trading sehr ähnlich, und ich glaube, nachdem ich beides getan habe, dass die Beratung tatsächlich noch schwieriger ist als Trading. Irgendwann, nach Jahren, in denen meine Empfehlungen per Saldo profitabel waren, geriet ich in eine Pechsträhne. Ich konnte einfach nichts mehr richtig machen. Wenn ich den Trend einer Aktie richtig prognostizierte, war mein Kauflimit etwas zu niedrig (oder mein Verkaufslimit zu hoch). Wenn ich hineinkam und die Trendrichtung stimmte, wurde ich ausgestoppt – häufig nur wenige Ticks vom Endpunkt der Reaktion entfernt. 97

Ich reagierte darauf, indem ich eine Reihe computerisierte Handelssysteme und technischer Indikatoren entwickelte und damit die Tradingempfehlungen an meine Kollegen diversifizierte. Ich gab auch weiterhin meine täglichen Marktkommentare, doch es hing nicht mehr alles von der Treffsicherheit dieser Empfehlungen ab. Durch die breite Streuung der Trading-gerichteten Empfehlungen und Informationen und durch den Transfer eines Großteils dieser Dinge an die mechanischen Handelssysteme, war ich in der Lage, diese Quelle des persönlichen Stresses deutlich zu verringern – was wiederum die Qualität des Researchs in diesem Prozess verbesserte. Stress ist eine er am meisten unterschätzten Komponenten beim Trading, so wie die Psychologie allgemein. Im Grunde genommen ist ein professionelles und stressfreies Umfeld das Fundament für erfolgreiches Trading. Deshalb ist es auch für viele Trader mit Familie sinnvoll nicht von zu Hause aus zu traden. Hier gibt es ganz einfach zu viele Ablenkungsfaktoren - diese können schnell zu Stressfaktoren werden. Wichtig ist, dass man sich der Stressfaktoren bewusst wird und aktiv etwas dagegen unternimmt. 38. Achten Sie auf Ihre Intuition. So wie ich es sehe, ist Intuition einfach im Unterbewusstsein gespeicherte Erfahrung. Die Objektivität der Marktanalyse, die durch bewusstes Denken erstellt wird, kann durch alle möglichen externen Überlegungen beeinträchtigt werden (z.B. die eigene Positionierung im Markt, innerer Widerstand gegen eine Revision der letzten Kursprognose). Das Unterbewusstsein wird allerdings von solchen Zwängen nicht unterdrückt. Leider können wir nicht unmittelbar zu unseren unterbewussten Gedanken Zugang erhalten. Wenn sie jedoch als eine Intuition durchdringen, muss der Trader hierauf achten. Wie der bereits erwähnte Trader, der die Zen-Philosophie zitierte, sagt: ―Der Trick besteht darin, zwischen dem, was man will, dass es passiert und dem, von dem man weiß, dass es passieren wird, zu differenzieren.‖ Interessante Weisheit. Ich kann dazu nur so viel sagen, dass ich mit der Definition von Jack Schwager sehr gut leben kann (…im Unterbewusstsein gespeicherte Erfahrung). Ob man sein Trading jedoch verbessern kann, wenn man versucht auf sein Unterbewusstsein zu hören kann ich nicht beurteilen. 39. Die Lebensaufgabe und die Liebe zur Anstrengung. In den Gesprächen mit den Tradern, die ich in Market Wizards befragte, hatte ich den starken Eindruck, dass viele von ihnen das Trading für eine Art von Bestimmung hielten - eigentlich ihre Lebensaufgabe. In diesem Zusammenhang zitiert Charles Faulkner die Beschreibung von ―Mission‖ durch den NLP-Mitbegründer John Grinder: ―Was lieben Sie so sehr, dass Sie dafür bezahlen würden, es zu tun?‖ Durch meine ganzen Interviews machte mich der Überschwang betroffen, mit dem die Top-Trader ihre Liebe zum Trading Ausdruck verliehen. Viele benutzen Analogien zum Spiel, um Trading zu beschreiben. Diese Art von Liebe zur Mühsal des Tradings kann tatsächlich ein Schlüsselelement zum Erfolg sein. Ich denke, dass es von großem Vorteil ist, wenn man das, was man tut auch liebt. Gerade wenn man als selbstständiger Trader tätigt ist, ist es sonst unmöglich die nötige Disziplin aufrechtzuerhalten. 40. Die Elemente der Vollendung. Faulkner hat - basierend auf den Studien von Gary Faris über erfolgreich rehabilitierte Athleten - eine Liste von sechs entscheidenden Schritten aufgestellt, die auf das Ziel des erfolgreichen Tradings gleichermaßen anwendbar zu sein scheinen. Bei diesen Strategien handelt es sich um: 1. Haben Sie sowohl eine ―Hin zu‖ - als auch eine ―Weg von‖ - Motivation. 2. Verfolgen Sie das Ziel, die volle Tauglichkeit und noch mehr zu erreichen, und akzeptieren Sie nichts darunter. 3. Brechen Sie möglicherweise überwältigend hohe Ziele auf kleinere Brocken herunter und erleben Sie die Befriedigung der Erreichung jedes einzelnen Teilziels. 4. Richten Sie Ihre volle Konzentration auf den augenblicklichen Moment - das heißt auf die unmittelbar vor Ihnen liegende Aufgabe, und weniger auf das langfristige Ziel. 5. Kümmern Sie sich persönlich um die Erreichung Ihrer Ziele (im Gegensatz zur Abhängigkeit von anderen). 6. Vergleichen Sie Ihre Leistungen in regelmäßigen Abständen um den Erfolg zu messen.

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Die Informationen für diesen Beitrag stammen übrigens von Jack Schwager aus seine Buch ―Schwager über Technische Analyse‖. Diese Liste ist sehr interessant. Die ersten beiden Punkte wurde traditionell schwach übersetzt - mit ein bisschen Phantasie kommt man aber dahinter was gemeint ist. Es ist schwierig zu dieser Aufzählung einen Kommentar abzugeben, da hier wenig Interpretationsspielraum gegeben ist. Vielleicht wollt ihr ja schreiben, was ihr auch unter einer ―Hin zu‖ bzw. einer ―Weg von‖ Motivation vorstellt.

Birger Schäfermeier spricht über Selbstvertrauen beim Trading
Mar 27th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance

Birger Schäfermeier ist Trader und durch seine kostenlose Live-Trading Seminare bekannt. Er hat auch das Buch ―Die Kunst des erfolgreichen Tradings‖ geschrieben, welches ich immer aspirierenden Tradern ans Herzen lege sich durchzulesen. In seinem Blog, Birger’s Blog, hat er jetzt eine dreiteilige Artikelserie über Selbstvertrauen geschrieben. Dieser Artikel geht sehr gut auf die Tücken und Fallen der Psychologie beim Trading ein. Wer die hier vorgestellten Konzepte verinnerlicht, der findet vielleicht an dieser Stelle noch einen praktischen Ansatz der vorgestellten Konzepte. Was auch immer beim Traden passiert, unser Gefühl wird entweder von Selbstvertrauen oder von Furcht dominiert. Warum fällt es Tradern häufig so schwer, Verluste zu realisieren, hinzunehmen oder überhaupt ein Risiko auf sich zu nehmen? Weil diesen Tradern das Selbstvertrauen fehlt, die Verluste mit zukünftigen Trades kompensieren zu können. Lieber vermeiden Sie den kurzfristigen Schmerz einen Verlust hinzunehmen, anstatt zuversichtlich und geduldig auf eine bessere Gelegenheit zu warten. Schließlich besteht an den Märkten immer die Chance, dass aus dem Verlust doch noch ein Gewinn wird. Vertrauen Sie nicht auf diese Chance, sondern lernen Sie auf sich , Ihre Fähigkeiten und Ihre STrategie zu vertrauen. Gute Trader wissen, dass Sie selbst eine Serie von Verlusten früher oder später durch andere Trades kompensieren können. Vertrauen und Furcht ist das selbe Gefühl, nur in einer anderen Ausprägung. Übersteigertes Selbstvertrauen ist nichts anderes als große Furcht vor Versagen. Genauso wie übertriebene Furcht die vollkommene Abwesenheit von Vertrauen ist. Stellen Sie sich einen Kreis vor, auf der einen Seite Furcht, auf der anderen Vertrauen. Während des Tradens bewegen Sie sich immer auf dem Rand dieses Kreises, mal Richtung Furcht, mal Richtung Vertrauen. Gute Trader haben gelernt, diese Bewegungen zu kontrollieren und bewegen sich nicht mehr auf diesem Kreis zwischen Furcht und Vertrauen, sondern haben einen stabilen Standpunkt auf der Seite des Vertrauens gefunden. Wer vertrauen hat, den fürchten keine Verluste. Wer Verluste nicht fürchtet, ist gnadenlos bereit, Verlustpositionen schnell zu beenden. Wer aber zweifelt, dass er den momentanen Verlust mit zukünftigen Trades kompensieren kann, dem bleibt nur das hoffen, dass der Markt es für Ihn richtet. Dieser Mensch hofft, das andere ihm helfen. Trader müssen aber lernen sich selbst zu helfen. Dass heißt, sie agieren. Selber zu handeln ist uns nur dann möglich, wenn wir Vertrauen haben. Diese Lektion zu lernen ist ein Prozess, der ihre Persönlichkeit ändern wird. Haben Sie keine Furcht davor. Selbstvertrauen lernt man nicht in einer Stunde, es dauert, aber wer sich diesem Thema nicht stellt, wird es nie lernen. Denkt immer daran. Ein Trader ist vor allem deshalb Trader, weil er bereit ist ein Risiko einzugehen. Der Lohn dafür kann gewaltig sein. Es gibt drei Varianten fehlenden Selbstvertrauens. 99

Variante 1: Es fehlen dem Trader die Fertigkeiten und Fähigkeiten. Dies ist ein typisches Anfänger Problem. Der Anfänger weiss, dass er noch nicht genug geschult und gelernt hat, um mit den Widrigkeiten der Börse fertig zu werden. Diese Form mangelndem Selbstvertauens kann man leicht helfen, indem man viel übt, liest und lernt. Variante 2: Der Trader kann sich selbt nicht trauen. Sein Handeln hat bereits einige emotionale Schäden angerichtet. Der Trader weiss, dass er schon mal undiszipliniert war, er weiss, dass er seine Regeln gebrochen hat und er weiss, dass er auch in Zukunft der Versuchung nicht widerstehen kann, gegen seinen Tradingplan zu handeln. Beispiele sind Traden ohne Stop, Overtrading oder nicht befolgte Tradingsignale. Schlicht und einfach, das Vertrauen fehlt. Wie jemanden, der uns schon mehrere Male betrogen hat, trauen wir uns selber nicht mehr. In diesem Fall trauen wir uns selbst nicht mehr. Variante 3: Wir verfügen über ausreichend Erfahrung, haben aber kein Vertrauen in unsere Fähigkeiten. Dieses Selbstvertrauen ist eher eine Frage des Selbstwertgefühls. Unsere Wertschätzung uns selbst gegenüber ist nicht hoch genug. Wir glauben ein Gewinn an der Börse steht uns einfach nicht zu. Natürlich glauben wir dies nicht bewusst, sondern unbewusst. Typisches Beispiel sind Trader, die morgens gewinnen und nachmittags ihre Gewinne wieder verspielen. Oder Trader die Wochen lang diszipliniert handeln und dann alles mit ein zwei Trades wieder verlieren. Bitte beachtet den Unterschied zwischen der ersten und der dritten Variante. In der dritten Variante hat der Trader genug Erfahrung, kann Sie aber nicht ins Spiel bringen weil sein Selbstwertgefühl es nicht zulässt. In der ersten Variante fehlt die Erfahrung, es gibt also nichts, was er ins Spiel werfen kann. Wie man sein Selbstvertrauen in Variante 2 und 3 wieder erlangen kann werde ich im nächsten Blog schreiben. Welche “Zutaten” braucht es um Zutrauen zu gewinnen? 1) Beharrlichkeit Es reicht nicht aus Dinge erreichen zu wollen. Wer etwas wirklich will muss konsequent sein. Das heisst, bereit seine Hindernisse, die sich einem in den Weg stellen mit allen Mitteln aus den Weg zu räumen. Hier fällt mir der Spruch ‖ scheitern, nächster Versuch scheitern besser!‖ ein. Professionelle Trader fürchten keine Rückschläge, weil sie wissen, das Ihr langfristiger Erfolg davon abhängig ist, wie Sie mit zwischenzeitlichen Niederlagen umgehen. Zutrauen kann nur aus dramatischen Situationen entstehen. Nur wer es schafft sich Schwierigkeiten zu stellen und diese dann überwindet, kann echtes Zutrauen gewinnen. Nur Beharrlichkeit ermöglicht es Zutrauen aus Referenzerlebnissen zu gewinnen. Ich selber habe über 6 Jahre gebraucht um Erfolgreich zu traden. 6 Jahre, in denen mein Konto mehre Male zu 100 % verlustig ging. Aber am Ende dieser 6 Jahre hatte ich gelernt, Loss Serien zu durchbrechen, dramatische Drawdowns ohne emotionalen Schaden zu überstehen und zuversíchtlich den nächsten Trade anzugehen. Diese Beharrlichkeit ist unbedingte Voraussetzung dauerhaft erfolgreich zu werden. Erfolgreiche Trader sind zuversichtliche Trader. 2) Exakte Selbsteinschätzung Es ist ein fundamentales Gesetz, dass wir diejenigen Arbeiten am erfolgreichsten erledigen, bei denen wir unsere Fähigkeiten exakt einschätzen. Um dies leisten zu können müssen wir uns selbst kennen. Wir können und sollen an die Grenzen unserer Fähigkeiten gehen, aber es wäre unvernünftig dauerhaft über diese Grenzen zu gehen. Ein testen dieser Grenzen ist sinnvoll, erstrebenswert um die Fähigkeiten zu stärken und auszuweiten. Wer aber über seinen Fähigkeiten tradet, der wird zum einen hohes Stressniveau erleben, was ihn die Aufgabe erschwert und zum anderen zu viele negative Feedbacks erhalten, die das Zutrauen schwächen. 3) Flexibilität Es bringt nichts, ein Hindernis 100 mal auf die gleiche Art und Weise überwinden zu wollen. Wenn wir auf Schwierigkeiten stossen, ist unsere Kreativität gefragt. Wir müssen flexibel sein und uns der Situation anpassen. Probieren Sie neue Möglichkeiten aus und reagieren Sie unterschiedlich auf die Hindernisse. 100

Versuchen Sie rauszufinden, was die beste Methode ist, um mit Hindernissen fertig zu werden, die sich Ihnen bieten. Wenn Sie gelernt haben flexibel auf Hindernisse zu reagieren, werden Ihnen neue unbekannte Hindernisse keine Probleme bereiten, weil Sie das Zutrauen erworben haben, Möglichkeiten zu finden mit jedem Hindernis fertig zu werden. Wenn wir dieser drei ―Zutaten‖ mitbringen sind wir in der Lage Zutrauens Erfahrungen zu machen. Und was ist wenn wir Versagen? ‖ Unser größter Ruhm ist nicht, nie zu fallen, sondern jedes Mal wieder aufzustehen, wenn wir fallen (Konfuzius). Mar 31st, 2008 | By pierre | Category: Interview, Auf WallStreetReporter.com ist dieses AudioInterview mit Dr. Van Tharp erschienen. Klicke einfach auf den Link, um die Datei anzuhören. In Anbetracht dessen, dass sein Buch - Clever Traden mit System - eben in die neu überarbeitete Auflage ging, mal wieder ein Verweis darauf… WSR: Trade Your Way to Financial Freedom. In your experience, what are the best qualities that one can possess for successful trading? Mr. THARP: Well, there are a number, but I will give you the short version. The first one is what I call total responsibility for the results you get. In other words, you have to make sure you are willing to believe that whatever happens to you is a result of your actions. That‘s important because when you adopt that attitude, you can figure out the mistakes you have made and correct them. Otherwise, it‘s easy to blame, to justify, to do all sorts of things to avoid responsibility for your mistakes, and then you end up repeating them over and over again. I would call that number one. Number two is total commitment to whatever you want to do. There is a lot of work involved in becoming a good trader. You can open up a brokerage account and put a bunch of money in it, but that‘s like walking into a hospital and deciding to perform brain surgery on someone. They will probably lose their life and you will probably lose your money. There is a whole lot of work that needs to be done to get somebody to perform . This includes developing a business plan, developing strategies that step the business plan, and doing a lot of self work to make sure you don‘t make any mistakes. Then there are other things, like really good math skills. I think the statistics-based approach to trading is probably the best approach. You have to understand probability and statistics at least a little bit. Most people are pretty good gamers, those who are good strategist. We have discovered varied personality types. I have classified people under roughly 15 different personality groupings. We actually have a test that we let them take. It takes about 10 minutes, may be less. It‘s comprised of 35 questions. That is free on the net at TopTraderTest.com. WSR: Have you found out which personality has been the most successful at trading? Mr. THARP: It is the one that we call the strategic trader. They are very good at this kind of engineered profile. Once they adopt some of those qualities that we talked about, they are usually very good at developing systems and following through. WSR: They have some of the greater qualities that one can have for taking responsibility and putting a full commitment to the task at hand. What qualities can be really deadly in a trader? Mr. THARP: I think the worst ones are probably the compulsive gamblers, those with a need for excitement. I used to work with some compulsive gamblers and psychologists. They were just beginning to recognize, this was in late 80‘s, I believe, that the markets were a place where compulsive gamblers could go. It‘s definitely an area in which one can loose millions of dollars. There were gamblers who had, somehow, managed to get money. Maybe they borrowed it from their businesses. Who knows? They would lose millions. The IRS, of course, would say they owed taxes on millions of dollars that they somehow manage to earn and lose in the market. So, that‘s probably the worst one. Then there are things like the herd mentality, where you basically have no clue of what to do, but as more and more people get excited about it, you get excited about it too. A 101

classical example was March of 2000. We had 71 people in our stock market workshop. We normally have about 15-16 people in our workshop. What a nice timing, March of 2000. WSR: The bubble is not too far away from bursting. Mr. THARP: Yeah. WSR: In your books, you mention several biases that can prevent someone from succeeding. What were the most common of those biases? THARP: There are lots of them, but I will mention two to make sure we can cover them fairly thoroughly. The first one is just the need to be right. People want to be right, and they think trading success is all about being right. Let me give you an example of what that does to somebody. The golden rule of trading is to cut losses short and let profits run. Kahneman and Tversky won a Nobel Prize in Economics for a prospect theory, which shows that people do the opposite. Say you have a stock in the market, and its price starts to go down. You don‘t want to take a loss, so, when it gets close to your stop, you make yourself believe its going to turn around. You want to make sure you don‘t lose money in this trade. So you take the loss off or you take the stock off. Then, it goes down even more. It was hard enough to take that loss when it was close to your stop. As it goes down more, pretty soon your loss gets huge. Then, unless you are in a leverage position where you are forced off, you become a long term investor and you don‘t even look at it. I think a classical example was when somebody sued one of the major brokerage companies for a huge amount of money because he had lost millions of dollars in his portfolio, which amounted to about 90%. He had to have to seen the portfolio at 10%, and then 20%, and then 30%, and then 40%, and then you probably stop looking at it. In the end, it was too much. He could not take any more, it was time to sue the brokerage company. That also illustrates the point of responsibility that I mentioned earlier. He didn‘t have it; it was the brokerage company‘s fault that he lost lots of money. So, that‘s the loss side. On the win side, people try to get a profit, they want to sell it immediately, so they write about it and they have a profit before it gets away. People cut their profits short and let their losses run because of their need to be right, which can be an absolute disaster. WSR: You mentioned stock stop loss to prevent big big losses, but how about letting profits run? How can we facilitate that? Mr. THARP: Let me give you a good example of what I call the long-term investors (?) for buy and hold. I call this a 25% trailing stop. Let us say, for example, that in the mid-1990‘s, you decided that Callcom(?) was a great investment. Let‘s say you bought $4,000 worth of Callcom and you are trailing stock. Your risk is $1,000, up 1% of your portfolio. If it goes down, maybe the price is $20 a share. If it goes down to 15, which is 25% of it, you are out. Now, as the stock keeps going up in value, each time it makes a new high, your new stop becomes 25% of that value. Callcom, at end of 1999, was about $600 a share. It was fluctuating in value by about $100 a share, but that 25% trailing stop kept you in that position all the way up until the top. It took you out right about the time, in late in 1999, that was the bottoms for that stock. So, generally something like a 25% trailing stop will get you out of a lot of problem. It gives you plenty of room to let the stock work. If it goes against you by more than (?) 25%, there is something fundamentally wrong with it, something fundamentally wrong about the logic of where you bought it. It tends to work. WSR: That leads right into my next question. For someone who is trying to get started in trading, what is the key to finding a system that works? Is there something generic that they start with and then fine-tune? Should they just research a specific strategy and really promote that? Mr. THARP: I have a course called, ‗How to Develop a Trading System That Fits You‘. Jack Schwager wrote a couple of great books, called ―Market Wizard,‖ in which he interviewed some of the best traders and investors in the world. One of the qualities he saw that was common to all of them, because they all have developed something that fits them, was the effort of success. So, we‘ve developed the course around designing and developing a trading system that fits you. Allow me to summarize some steps which can be taken. First, know that you really don‘t trade the market; you trade your beliefs about the market. So, 102

whatever you do in the market has to be filtered through whatever you believe about the market. Consequently, that‘s what you will trade. If you believe that markets tend to trend, then you could be willing to follow a trend. If you believe that you should never buy too high, that‘s probably the way that you trade. You might want to look at value or something like that. The first two exercises we typically have people do are listing a complete introductory of their beliefs about themselves and their beliefs about the market. I can‘t go through all of the steps here, but you also need to decide what your criteria are to be comfortable trading something. You might have to back test it and do a lot of things with it. What is it that you have to do to convince yourself that this is going to work? You really need to know those criteria before you get into this, or you won‘t be able to trade it. Then, you need make sure that the system meets those criteria in order to be able to trade it. People don‘t realize that probably the most important part of developing a system that fits you is determining what your objectives are. Mostpeople say, ‗well, I want to make a lot of money, I don‘t want to lose much.‘ But, if you really get into objectives and fine tune them, you could say, ‗I want to make anything from 1% to 1000%.‘ There are a lot of numbers there. You could say, ‗I don‘t want any losses bigger than such and such a percentage,‘ and that could go from anything from 1% - 100%. So, an objective statement might be, ‗I want to maximize the probability of making 50%‘ or, ‗I want to minimize the probability of losing more than 10%.‘ You could have so many combinations of those that there is almost an infinite number of objectives. You have to decide what they are, because then you have to develop a system that maximizes them. Lastly, people don‘t realize that it‘s not the system itself, which is the entries and exits that really meet your objective, it is the factor that I call, ―position sizing‖ or ―how much‖. So, when you have all the system together, that helps you to cut losses short and let profits run. Then, you need to understand your objectives and develop a whole algorithm, involving position sizing, that will meet those objectives. So, it‘s not quiet as simple a process as you might think. WSR: Position sizing is important because when you are trying to build a proper investment portfolio, you never just buy all at once or sell all at once. Mr. THARP: Right. For example, if you follow that strategy of the 25% trailing stop, my recommendation of position sizing strategy would be to risk no more than 1% for position. If we have a $100,000 account, we could have 25 positions of $4,000 each. Each could risk 1% or 25% of that $4,000. So, you would have 25% total risk. We‘ve tested that over the years and, by far, outperformed the S&P 500. WSR: Doctor, I would like to thank you for coming on and shedding some light on what it takes to be a good trader and to create a profitable system. I had a chance to read the second edition of Trade Your Way to Financial Freedom. Why don‘t you tell us what sort of updates are in this edition? Mr. THARP: There is a lot more on belief. There are three or four new chapters in there. There is a chapter that involves how different types of people can approach the market with totally different ideas. As long as they follow some of the sound principles that I recommend, like cutting losses short and letting profits run, they can all make money. It displays about 6 or 7 positions that they might have taken, some being long, some short. It shows how they could all make money except for the compulsive type who doesn‘t have any of those qualities. He, of course, always manages to lose money. I updated all of that to be much more recent. I developed something that allows you to rate systems according to a very strong standard. We ranked some newsletters based on those systems. So, you get some idea of exactly how newsletters perform as an investment system. There is a lot of new, interesting stuff in there. WSR: You also mentioned that you offer some trading classes. Why don‘t you tell our listeners how they can learn more about your trading workshops? Mr. THARP: We have a website, either vantharp.com or iitm.com. Either one of those gets you to the same site. We have a free newsletter that updates you on the workshops we do on a regular basis. We have descriptions of the workshops, all sorts of things. WSR: That‘s great. I would like to thank you again for coming on. We would certainly love to have you on again. 103

Mr. THARP: My pleasure. Thank you.

Leserfrage: Was, wenn ich wegen meiner eigenen Dummheit viel verloren habe? Wie soll ich jetzt traden? (bemerkung jaro g.: habe den beitrag heute (= am
02.04.08) ausgegraben, weil er schön den grund für das scheitern meines CFD-depots im märz 2008 zsfasst (von über 2000 euros durch EIGENE DUMMHEIT gefallen auf 1400, 300 (=margin call), 580, 930, 600, 407 = 02.04.08); nach der depotverdoppelung ende februar 2008 (glück + ‚kredit’ vom markt dank stark gestiegener rohstoffe) u. pech beim einhalten paar stop-loss-limits (SLL), wo insbesondere beim öl-CFD kurz danach der markt KRÄFTIG in die von mir erwartete richtung lief (=> es ist bei mir der falsche glaube entstanden, daß SLL generell schädlich sind :-) war das gesamtrisiko durch die 2 lean-hogs-CFDs einfach zu groß) Mar 13th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance, Leserfrage

Petr C. hat unlängst in einem Kommentar gefragt, wie man sich als aspirierender Trader verhalten sollte, wenn mal alles schief gegangen ist. Man mag vielleicht im Januar oder im Februar große Verluste hingenommen haben. Entweder aufgrund einer starken Long-Überpositionierung im Januar, oder aber eines verfrühten Bottom-Fishings im Januar. Oder aber aufgrund vieler Sägezahnverluste im Februar (und März), da der Markt sich sehr volatil verhält, und trendfolgende Methoden oft und schnell in den Gewinn laufen, nur um knapp vor dem Kursziel zu drehen und wieder in den Verlust zu laufen. Kurzum: es gab eine Menge potentieller Fehlerquellen bisher im Jahr 2008. Jeder, der nicht einen wasserfesten Tradingplan bereits sein eigen nennt, der konnte wahrscheinlich in 2008 erleben, dass eine Achterbahn der Gefühle und des Kontos meist in einem Verlust endet. Im ersten Schritt ist es jedoch wichtig die Verlustart zu definieren. Es gibt drei Arten von Verlusten: 1.) Verlust durch zu hohes Einzelpositionsrisiko 2.) Verlust durch erhöhte Handelsfrequenz, statt den Markt auf sich zukommen zu lassen 3.) Verlust durch Drawdownphase trotz regelkonformen Tradings Die einzig akzeptable Variante ist Variante 3. Hier hat nur das Trading-System gerade keine so gute Phase, die aktuelle Marktphase führt zu Abschöpfungen des Grundkapitalsstock. Doch das ist Teil des Spiels. Und bei regelkonformen Trading sind die Verluste wahrscheinlich auch zu einem gewissen Grad sehr begrenzt. Denn: man hat sich ja in die Regeln gehalten. Es wäre falsch Strategien sofort zu verwerfen, sobald sie vielleicht mal ein paar Wochen in eine Drawdown-Phase gelaufen sind. So kommt man nie auf einen grünen Zweig…. Ist jedoch Variante 1 oder Variante 2 aufgetreten, so ist man in Zeiten hoher Volatilität in die Falle des Overtradings geraten. Insbesondere nach wenig-volatilen Aufwärtstrendphasen sind Volatility-Spikes plötzlich Unruheherde im Sentiment vieler Investoren und Trader. Die erhöhte Volatilität führt zu einer
höheren Tradingfrequenz, bei der meist von der geplanten Strategie abgewichen wird.

Und während man seine Regeln bricht, erwirtschaftet man meist größere Verluste als jemals geplant waren. Drawdowns von über 20% sind keine Seltenheit, aber dennoch inakzeptabel. Jetzt hat man seine Regeln gebrochen, und gewinnt vielleicht damit. Das ist schlecht. Wer einen Fehler macht und damit Geld verdient, der konditioniert sich an, dass das Fehlverhalten nicht nur nicht bestraft wird , sondern auch belohnt wird. Wer mit einem Fehler Geld verdient, der hat vom Markt keine Gewinne bekommen, sondern einen Kredit. Und ein Kredit muss mit Tilgungszinsen immer an den Geldgeber zurückgezahlt werden. Wer mit einem Fehler beim Trading Geld verdient, der hat vom Markt einen Kredit bekommen. Doch das ist noch nicht alles. Wer mit einem Fehler Geld verdient, wird dieses Verhalten nicht nur in Zukunft enforcieren und ein schlechterer Drawdown-Trader werden, sondern wird auch in Gewinnphasen nun eher 104

zum Overtrading und Overexposure neigen. Ein Rezept für den Untergang. Vielleicht nicht heute, vielleicht nicht morgen, aber man muss nur einmal -100% machen um Pleite zu sein. (die vorher erwirtschaftete performance ist dann ziemlich egal… und wenn es 1.000.000% mit risky bets waren…) Natürlich gibt es dann auch noch die Loss-Trap. Man macht Verluste durch Regelbruch. Man realisiert diese Verluste (wenn auch viel später als geplant) und realisiert, dass man nur durch eigene Undiszipliniertheit verloren hat. Ironischerweise versuchen dann viele Fehler durch weitere Fehler (meist schwerwiegendere) den vorherigen Fehler wieder auszugleichen. Auch hier fährt man auf der Sackgasse des Totalverlusts. Aber was, wenn man die Reissleine rechtzeitig gezogen hat? Was wenn vielleicht 50% des Depots durch Dummheit flöten gegangen sind? Es ist noch genug Kapital da, um zu traden. Der Wille ist gestärkt wie nie zuvor es nun zu schaffen. Doch die Psyche hat große Rückschläge hingenommen. Selbstzweifel, kein Vertrauen mehr in das implementierte System oder gar die eigenen Börsenfähigkeiten. Wenn Tradingerfolg zu 80% aus Psychologie besteht, wie soll man sich dann jemals wieder aus dem Loch ausgraben? Ich habe als Antwort nur ein Wort für euch: L-A-N-G-S-A-M Schritt für Schritt. Wer seinen Tradingplan so sehr verworfen hat, dass tiefe finanzielle und psychologische Wunden zurückgeblieben sind, der darf auf keinen Fall in die „Loss-Trap― fallen und versuchen den Fehler schnell wieder zu korrigieren. Das ist ein Rezept für das totale Desaster. Ich weiß, dass es nach einer solch negativen Erfahrung doppelt so schwer ist geduldig und diszipliniert zu handeln. Aber es ist vonnöten. Denn nur so kann man sein Selbstvertrauen in sein System und sich selbst erst langsam (aber stetig) wieder steigern. Ich würde das R einfach mit 1% gleichsetzen. Keine Pyramiden mehr bauen, und *alle* Orders mit der Orderausführung sofort ins System stellen (also keine OnClose Stopps verwenden!). Der Verlust 1% ist uns egal. Und wenn wir schwere emotionale Schäden davongetragen haben, dann sollte auch die Handelsfrequenz heruntergeschraubt werden. Klingt eigentlich wie ein einfacher Ratschlag – ist er aber nicht. Warum? Der Grund für Overtrading und -exposure ist meist nur einer: Ungeduld.

Angst und Gier sind hier gleichermaßen im Spiel. Ich denke jedoch, dass Angst und Gier nicht
wirklich die treibenden Faktoren des Tradings sind. Es ist die Ungeduld. Die Ungeduld treibt uns dazu entweder schnell gewinnen zu wollen, oder schnell eben entstandene Verluste wettzumachen. Die Ungeduld ist der größte Feind des Traders. Denn sie führt zu Fehlern beim Trading-Alltag und viel zu hohem Einzelpositionsrisiko, welches wiederum dazu führt, dass man schon mathematisch gesprochen wahrscheinlich langfristig gesehen verlieren wird. Aber, wenn du gutes Trading betreiben willst, dann musst du das Konzept der R-Vielfachen und der Potenzierung über einen Zeitraum von ein paar Jahren verstehen. 1R pro Woche macht bei 2% Einzelpositionsrisiko und einem Startkonto von 10.000 Euro auch dich zum Millionär. (Wenn es denn keine Abgeltungssteuer gäbe). Es läuft dir an der Börse nichts davon. Konzentriere dich darauf konstant gute Arbeit zu verrichten, nimm die Lektionen hin, die du gelernt hast, akzeptiere, dass aufgrund deiner Fehler deine jetztige Position jetzt noch schlechter ist als deine Anfangssituation und tue alles mögliche, dass du nicht mehr in diese Lage kommst. Und dann kämpfe dich langsam und geduldig vor.

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Nimm dir den Schmerz mit, den du erlitten hast. Denn wer Fehler begeht, und sie gleich wieder vergisst ohne deren Schmerz zu spüren, der wird sie bei der nächsten Gelegenheit wiederholen. ... so, das ist eine (SUPERSCHÖNE + SUPERWICHTIGE THEORIE), aaaaaaber: 1. vulgobux March 13th, 2008 14:44 : hallo pierre, du schreibst zwar an anderer stelle, dass du in cbk noch investiert bist und erst dann einen kommentar zu diesen trade abgeben möchtest, wenn du den trade geschlossen hast. aber vielleicht könntest du hier nur einmal allgemein theoretisch erklären, wann und unter welchen umständen du bereit bist bei einem initial risiko von 1R auch noch bei einem Stand von -5,89R noch nicht auf die stop loss taste zu drücken. So wie wir es gerade bei der CBK mitverfolgen können. hallo vulgobox, ja, kann ich erklären. der dte ist bei einem dax-stand von 6500 geflogen. da hätte auch der cbk trade fliegen müssen. für mich ist es von vornherein klar gewesen, dass der cbk der letzte trade sein wird bis zum start des live tradings.
pierre March 13th, 2008 15:05 :

da ich von einer bodenbildung bei 6500 ausgehe, mit spikes in die eine oder andere richtung, ist der cbk nichts weiter als ein spekulieren auf einen bounce im dax. es kommen keine weiteren trades hinzu, ist also ein reversal trade. (der ja gestern auch +4R vorne lag, heute halt wieder -3R. das ist die volatile seitwärtsphase.) und hier verspekuliere ich eigentlich nur die gewinne aus dem short von vorher. ist also nicht wirklich teil der trading strategie. das kurzfristige trading ist aufgrund des umzugs eingestellt. die cbk ist auch der einzige trade den ich in meinem realen portfolio laufen habe. erst ab april beginnt das eigentliche trading. der cbk ist ein ausläufer des betatests. ist es eine bodenbildung, so kann ich mit der cbk vielleicht bis zu 8 oder 9 R machen. jetzt ist das depot bei -2.5% in den letzten 6 wochen. da werde ich nicht nervös. da hat der DAX heute an einem tag mehr verloren. pierre

Haiti ist das erste Opfer der hohen Rohstoffpreise - Wie lange geht das noch gut?
Apr 10th, 2008 | By pierre | Category: HedgeFonds / Rohstoffe

Das was Trader gerade so toll finden, Trends bei Rohstoffen, nimmt mittlerweile weltwirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Probleme an. In Haiti werden aufgrund des Booms in Soft Commodities die Lebensmittelpreise fuer Buerger unleistbar. Auf ORF.at steht geschrieben: In Haiti drohen gewalttätige Proteste gegen die Verteuerung von Lebensmitteln das Land in eine nationale Krise zu stürzen. Die Preise für Reis, Bohnen und andere Grundnahrungsmittel waren in dem Karibikstaat zuletzt um 100 Prozent gestiegen. Seit Tagen ziehen nun Tausende Demonstranten durch die Hauptstadt Port-au-Prince, plündern und stecken Autos in Brand. Die Regierung droht mit Gewalt - bisher ohne Wirkung. Zuletzt konnten UNO-Soldaten die wütende Menge nur knapp mit Gummigeschoßen am Sturm auf das Regierungsviertel hindern. Hier ein Chart des Preises von Reis (Quelle: Bespoke Investment Group):

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Doch wie lange soll das jetzt noch so weitergehen? Ist der Trend wirklich des Traders‘ Freund, wenn er auf Kosten von Frieden einer Nation geht? Mittlerweile werden allerdings auch die Analysten fuer Rohstoffe etwas pessimistischer und sie erwarten keine Preisexplosionen, sondern Kursrueckgaenge. Hier die durchschnittlichen Analystenerwartungen fuer Oil, Gold und Silber:

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Hoffentlich haben die Analysten diesmal recht. Denn Die Lage ist ernst: 1. Zentralbankrat April 10th, 2008 17:03 : Die fossilen Brennstoffe (Öl, Gas, Kohle) sind nur noch in begrenzter Menge vorhanden. Statt den Verbrauch drastisch zu verringern, hat die Politik einen vermeintlich cleveren Ausweg entdeckt, der angeblich noch ―CO2-neutral‖ ist: Bio-Kraftstoffe. Das dürfte der Treibstoff für die Kurse von Agrarrohstoffen sein. Wieder so ein Beispiel von politischem Irrsinn. Terrorismus ist vorprogrammiert und wird natürlich auch ―bei uns‖ ankommen. Ein weiterer Irrsinn, sind sog. ―CO2-neutrale‖ Kohlekraftwerke. Da soll das CO2 mit großem Aufwand aus den Abgasen getrennt werden und unter hohem Druck in unterirdische Hohlräume gepresst werden. Unsere Urenkel werden uns ―dankbar‖ sein: Sämtliche fossilen Brennstoffe verplempert, die laufen mit Lumpen am Laib und knurrendem Magen rum. Wenn sie besonderes Pech haben, bauen sie ihre Hütten genau da, wo das ―neutrale CO2″ aus dem Boden wieder hochkommt und ersticken. 108

2. pierre April 10th, 2008 22:12 : Dich brauch ich wohl nicht zu Fragen ob bei dir Glaeser im allgemeinen eher halbvoll oder halbleer sind 3. jaro g. April 11th, 2008 10:16 : ??? hi pierre, dein beitrag liest sich so, als ob die bösen rohstoff-trader schuld an der armut in der welt (haiti) wären… ist das nicht etwas übertrieben? kurzfristig (!!) kann sicherlich auch das spekulative kapital die (rohstoff-)preise in die eine bzw. andere richtung bewegen, dadurch entsteht jedoch weltweit kein nachhaltiger wohlstand bzw. armut. die (lebensmittel-)rohstoffpreise werden IMHO viel mehr a) durch angebot und nachfrage getrieben (steigende bevölkerungszahl vs. sinkende lagerbestände), wobei der irrsinnige biospritwahnsinn sicherlich auch eine große rolle spielt (biokraftstoffe sind i.d.r. weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll! leider haben sich ‗unsere‘ megadoofen politiker soooo in sie verliebt, dass ihnen kein subventionseuro dafür zu schade ist. … grüße an Zentralbankrat, s. 1-ter beitrag zu diesem thema) und b) durch INFLATION !!!! für die inflation sind wiederum nicht die bösen rohstoff-trader verantwortlich, sondern (wieder mal) die megadoofen politiker und ihre zentralbanken. bei einer jährliche geldmengenerweiterung um über 15% in usa, EUR-europa, indien, china … ist es eigentlich klar, dass die meisten sachwerte teuerer werden, nicht nur das öl, gold, weizen + mais, oder? frage des tages :-): ach ja, warum steigen denn die preise für nichtbörsengehandelte lebensmittelrohstoffe wie reis, milch, gerste, roggen ,…? wieder die bööööösen rohstoff-trader schuld? in diesem sinne :-), j. 4. Kay April 11th, 2008 10:50 : ―nichtbörsengehandelte lebensmittel-rohstoffe wie reis, milch‖…..verdammt, was haben die mir in Chicago dann verkauft ? Rough Rice handelt an der CBOT, Milch an der CME. Ansonsten kann ich mich Deinem Post nur anschliessen. 5. jaro g. April 11th, 2008 11:06 : oooops, ich glaube, ich denke nur noch in CFDs, options-scheinen, minifutures, onvista-rohstoffübersicht , … (da kommen nur die ‗gängigsten‘ rohstoffe vor :), aber immerhin ist meine ‗botschaft‘ angekommen ;-)) danke kay + grüße an alle, j. 6. jaro g. April 11th, 2008 11:26 : … was für ein zufall, zu diesem thema schrieb gestern der wohl ‗böseste bursche in economics‘ einen artikel: Not-So-Quiet Food Riots by The Mogambo Guru The big problem with inflation is that people get low blood sugar when they are hungry, and soon their moods turn sour. I know this for a fact because if breakfast or brunch or lunch or coffee break or dinner or any snack is five minutes late, I involuntarily turn into a screaming monster from hell demanding to know who stole my food and vowing bloody revenge. I can only imagine the anger when hunger is caused because someone can‘t afford to buy food! This ―inability to buy food‖ is one of the problems with inflation, and that ugliness is now here, as we read from Bloomberg.com that ―The World Bank in Washington says 33 nations from Mexico to Yemen may face ‘social unrest‘ after food and energy costs increased for six straight years.‖ Hahaha! No kidding? … usw. The Mogambo Guru economic newsletter - an avocational exercise to heap disrespect on those who desperately deserve it. (quelle: http://www.dailyreckoning.com/Writers/Mogambo/DREssays/MG041008.html) grüße an alle, j. 7. pierre April 11th, 2008 17:02 : Stimmt, der Preis entsteht durch Angebot und Nachfrage. Was, wenn jetzt viele große Trader und (Hedge Fonds) in Rohstoffe hineindiversifizieren. Die Nachfrage steigt, waehrend das Angebot knapp bleibt. Wenn auch nur in Terminmaerkten gehandelt wird, so hat der Future doch eine bedeutende Rolle auf die Taxierung des Kassenmarktes.

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Und trendfolgende Trader, die immer mehr Kapital in Rohstoffe stecken, helfen nicht nur bei einer etwaigen Blasenbildung, sondern naehren diesen Trend. Und waehrend du trendfolgend Gewinne mit Rohstoffen machst, verhungert eine Familie weil sie keine 10 Dollar fuer einen Monat Reis hat. Daran schon gedacht? Ich denke, die Hedge Fonds Liquiditaet hat mehr Einfluss, als eine Debatte ueber Biosprit den eh kein Mensch verwendet… Anders gesagt: Was wuerde mit Soft-Commidities Kursen passieren, wenn man ab morgen verbietet damit zu spekulieren, und alle HedgeFonds ihr ‗Risikokapital‘ abziehen muessten? Banken damit aufhoeren Rohstoff-Zertifikate wie bloed auf der Invest zu verkaufen, und Kunden nicht mit Reis und Mais profitieren wollen? 8. Kay April 11th, 2008 17:52 : ―Was wuerde mit Soft-Commidities Kursen passieren, wenn man ab morgen verbietet damit zu spekulieren‖ Dann wären Absicherungsgeschäfte nicht möglich, jedoch gäbe es natürlich immer noch einen Preis. Das Problem ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage am physischen Markt, das bei Deiner Hypothese gleichzeitig Regulator wäre. Lg, Kay 9. jaro g. April 11th, 2008 18:02 : ??? preise von soft commodities ohne risikokapital? vielleicht ganz ohne die futures-märkte? angebot und nachfrage würden weiterhin ihre wirkung (auf die kassamärkte und) auf den endverbraucherpreis haben, oder? ich habe gerade ‗weizen lagerbestände‘ gegooglt, als erster treffer kam ein artikel mit der überschrift Weizen: Sinkende Lagerbestände - steigender Preis, der zweite treffer mit schönen charts zu lager, angebot, nachfrage ist unten verlinkt …. pierre, wie erklärst du aaaaaaaber preissteigerungen bei rohstoffen, die nicht an den börsen gehandelt werden (eisenerz, rhodium, seltene erden, potash, eier, roggen+malz+hopfen (im oberen artikel von mogambo guru steht, dass da der preis von 4$ auf 40$ gestiegen ist, den zeitraum habe ich schon vergessen ;o) …. gibt es vielleicht doch preissteigerungen auch ohne …. ‗trendfolgende Trader, die immer mehr Kapital in Rohstoffe stecken‘ … ??? wohl ja. btw, meine eigene ‗theorie‘ besagt, dass die durch die megadoofen politiker und ihre zentralbanken (die immer über ihre wirtschaftlichen verhältnisse leben wollen) produzirte INFLATION das hauptübel ist und nicht irgendwelche trader, hedge fonds, usw. ;-)) grüße an alle, j. marvin April 13th, 2008 17:25 : Wer der Nachrichten verfolgt, kann sehen, dass die Frage ―Wie lange geht das noch gut?‖ bereits beantwortet ist: jetzt nicht mehr, denn die Regierung wurde vom Parlament abgesetzt, v.a. wegen den Unruhen zu den explodierenden Lebensmittelpreisen. Und meiner bescheidenen Meinung nach wird das nicht der letzte Fall sein… Kay April 13th, 2008 19:46 : ―wie erklärst du aaaaaaaber preissteigerungen bei rohstoffen, die nicht an den börsen gehandelt werden‖……jaro, erzähls bitte nicht Allen weiter, aber Preisbildung durch Angebot und Nachfrage gibts auch fernab der Börse
jaro g. April 14th, 2008 13:17 :

ok kay, ich werde die sachen mit angebot, nachfrage, geldmengenerweiterung, inflation geheim halten, aaaaaber der ‗böööööse‘ bill bonner tut es in seinem newsletter vom freitag (quelle: http://www.dailyreckoning.com ) an die halbe welt verkünden … The feds no longer tell us how much money they‘re ‗printing,‘ but experts say M3, the broadest measure of new money creation, is higher than 15% per year. Let‘s see, money increases at 15% per year…and how fast is the supply of goods and services increasing? Uh-oh…the IMF says the United States is headed for recession. Some economists think the country is already in recession. What that means is that the supply of goods and services is barely increasing at all. Which means, the extra money has to bid for the EXISTING goods and services. No need to beat around the bush about it. What this means is that monetary inflation is driving up prices. The price of oil is $112. Wheat, corn, soybeans, rice – all the grains are near record highs too. Many countries are banning exports. Many 110

are controlling prices. (See below…) Mexico, for example, has price controls on tortillas. Of course, the real cause of rising food prices is a falling value of paper money. … All over the world, food fights are breaking out. Not because there is too much food or too little, but because it has gone way up in price. Of course, you could put that another way: the paper money in which food is priced is going down faster than usual. There‘s no less food than there was five years ago. But there is a lot more paper money. Modern central banking was invented so that we should have paper money – and have it in abundance. Now, we have so much that it is causing food prices to soar. …in diesem sinne :-), j. Kay April 14th, 2008 13:41 : Da mag der gute Hr. Bonner schon recht haben. Mein ökonomisches Wissen hält sich leider in Grenzen. Was ich in den Medien jedoch verfolgen konnte, hatte die Krise von Land zu Land sehr unterschiedliche Ursachen und diese lassen sich nur schwer auf einen Nenner bringen. Denn ―There‘s no less food than there was five years ago.‖ entspricht nicht ganz den Tatsachen. Sehen wir uns Softs/Grains mal an. Extrem niedrige Lagerbestände, selbst reiche EU-Staaten produzieren kaum bis keine Überschüsse da die Rohstoffe selbst benötigt werden (Exporte nehmen drastisch ab, Importe steigen), lediglich die Ernteprognosen für das laufende Jahr geben etwas Hoffnung für (kurzfristige) Beruhigung. In Commodities wie z.B. Reis und Weizen hatten wir in den letzten Monaten enorme Preisanstiege, die sich mit Inflation und Geldmengenerweiterung alleine nicht mehr begründen lassen. Lg, Kay … inflation + steigende bevölkerungszahlen + stagnierende produktion + neue anwendungsbereiche (biosprit) + externe marktregulierung (subventionen, exportzölle/-verbote, …) + klimaveränderung (dürren, hurricanes) + …. habe ich noch etwas vergessen, oder ist der horrorcocktail komplett? grüüüße aus‘m büro :-), j. Kay April 14th, 2008 14:40 : Haha….. Barkeeper Prüfung bestanden 1. jaro g. April 20th, 2008 01:00 : schön, schön am besten hat mir der ‗angebot/nachfrage‘ satz gefallen (… aber um den vernichteten urwald ist es natürlich schade): „Erzählen Sie mir nicht, bei aller Freundschaft, dass Nahrungsmittel teuer sind wegen Biodiesel. Nahrung ist teuer weil die Welt nicht darauf vorbereitet war, dass Millionen Chinesen, Inder, Afrikaner, Brasilianer und Lateinamerikaner essen wollen,‖ so Lula. ―Wir wollen das nicht mit Zorn oder aus der europäischen Sicht sondern rational diskutieren.‖ (Der brasilianische Präsident Luiz Inacio Lula da Silva) danke + grüße ;-), j. Der Re-Entry ist nur dann regelkonform, wenn:
    jaro g. April 14th, 2008 14:19 :

er vorher geplant ist (oder Teil einer Strategie ist) die Grundidee des Trades immer noch besteht, nur das Timing zu frueh war es sich nicht um einen emotionalen Rachetrade handelt man sich auch tatsaechlich vorher an seinen Stopp-Loss gehalten hat

a) Zentralbankrat April 28th, 2008 11:51 : Die Fixierung auf eine bestimmte Aktie (oder sonstiges Spekulationsobjekt), ist gefährlich und nutzlos. Wenn man ausgestoppt wurde, dann ist man draußen. Um wieder rein zu kommen, benötigt man ein Einstiegssignal und da ist es völlig egal, ob man vorher schon mal drin war oder nicht. Entsprechend ist der Begriff ―Re-Entry‖ täuschend. Er verquickt eine Kaufentscheidung mit einem psychischen Problem, z.B. dem gekränkten Ego, dass man wieder erfolglos war (‖ICH habe versagt…‖). Wenn wir unserem Ego Macht über uns geben, wird es uns ziemlich sicher bald in den Schlamassel reinreiten. Bei mechanischen Handessystemen kann der Begriff aber durchaus Sinn machen: Wenn Methode 1 versagt, dann wende Methode 2 an. Aber Computer haben bekanntlich kein Ego…

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b) pierre April 28th, 2008 12:04 : Zentralbankrat, absolut richtig. Re-Entry ist kein passender Name. Hast du vielleicht einen besseren? Mir fiel nur Grenzgaenger-Strategie ein, aber irgendwie ist es schwierig eine Metapher fuer diese Trading-Art zu finden…. c) Zentralbankrat April 28th, 2008 14:17 : Ok, das Ausstoppen ist sehr ärgerlich, aber eben unvermeidlicher Teil des Spiels. So wie man beim Fußball auch Tore reinkriegt, oder besser nicht antritt. Du kannst mit einer ―Re-Entry‖-Strategie nur die Frequenz Deiner Trades erhöhen, was eigentlich positiv ist, aber eben die emotionale Bindung an das Spekulationsobjekt erhöht. Das Chance/Risiko-Verhältnis bleibt davon unberührt. Man könnte stattdessen auch nach anderen Signalen (z.B. bei Schweinebäuchen) suchen. Lohnt sich der Aufwand? Ich würde meine Bedenken aber fallen lassen, wenn Du eine *konkrete* Einstiegsregel definieren kannst und vorschlagen, es Fortsetzungs-Trade zu nennen. Gibt es nicht auch schon das Chartmuster ―Knick‖? Deine Regeln erscheinen mir insgesamt noch nicht sehr konkret: * er vorher geplant ist (oder Teil einer Strategie ist) Warum nicht erstmal den ürsprünglichen Trade laufen lassen, statt sich einen Kopf zu machen? * die Grundidee des Trades immer noch besteht, nur das Timing zu frueh war Gilt das für alle Trade-Grundideen bei denen man ―zu früh‖ war? * es sich nicht um einen emotionalen Rachetrade handelt Guter Tipp - Wenn doch immer jemand da wäre der mich dran erinnert… * man sich auch tatsaechlich vorher an seinen Stopp-Loss gehalten hat Wenn man sich nicht an seine Stopps hält, dann braucht man auch kein ―Re-Entry‖, man ist ja noch drin. d) pierre April 28th, 2008 14:21 : Ich denke die psychologische Falle, die du ansprichst ist die Verlustfalle. Also entweder den Einstand verbilligen, oder sich nicht an den Stopp halten. Fuer mich ist ein Re-Entry nur dann gueltig, wenn bei einem Long der Einstieg zum gleichen Preis oder hoeher, aber auf keinen Fall niedriger erfolgt UND die urspruengliche Trade-Idee noch gegeben ist. Short vice versa.
jaro g. May 3rd, 2008 21:04 : hi

leute, die beste aller ehefrauen hat mir heute das buch bestellt (ich selber bin im amazonas-dschungel nicht registriert). mal sehen, was dostojewskij (‚der spieler‘) über das money mngmt schreibt u. irgendwie hoffe ich so heimlich, dass ich dort auch etwas über die (börsen)suchtbekämpfung lernen kann … wer weiß? aber erstmal möchte ich van tharp und/oder larry williams lesen und vorher lese ich noch mein aktuelles geschichtsbuch zu ende (the rise and fall of great powers - muß man nicht unbedingt gelesen haben. ich möchte dort herauslesen, ob/warum die übermacht der USA zum scheitern verurteilt ist ). grüße, j.

Birger Schaefermeier spricht ueber die “Truthahnfalle” - eine Einleitung zu Exit-Strategien May 8th, 2008 | By pierre | Category: Trading
Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Truthahnfalle gebaut. Die Falle funktioniert so, dass Sie einen großen, unten offenen Käfig über dem Boden aufgehängt haben. Mittels einer Schnur können Sie den Käfig jederzeit herunterlassen und somit die Falle schließen. Unterhalb der Falle haben Sie ein paar Körner als Futter und Köder für die Truthähne ausgestreut. Nun lauern Sie gespannt hinter einem Busch, das Seil für den Käfig in der Hand, und hoffen auf fette Beute. Sie wissen nicht genau, wie viele Truthähne in der Gegend herumlaufen, aus Erfahrung schätzen Sie aber, dass sich derzeit zumindest zwölf Hähne in Ihrem Revier aufhalten. 112

Am Anfang ist alles ganz einfach. Ein Truthahn findet Ihren ausgelegten Köder und beginnt eifrig unter der Falle zu picken. Es wäre nun ein Leichtes, sich mit einem Truthahn zufrieden zu geben, allerdings würden Sie, wenn die Falle zuschnappt, alle anderen Truthähne verscheuchen. Ein Truthahn scheint ein bisschen wenig für die Mühe, die Sie mit dem Bau der Falle hatten, und deshalb warten Sie weiter. Nicht viel später gesellt sich bereits der zweite Truthahn zu dem ersten und beginnt Ihren Köder zu fressen. Zwei sind besser als einer, aber drei wären noch schöner, zumal Sie sehen, wie sich bereits zwei weitere Truthähne Ihrer Falle nähern. Genau in dem Moment, als vier Truthähne unter der Falle sind und Sie überlegen, ob sie sich mit Ihrer Beute begnügen wollen, verlassen die ersten zwei Truthähne bereits wieder die Falle. Sie hätten vier haben können, jetzt sind es wieder nur noch zwei. Wann lassen Sie die Falle runter? Augenblicklich, bevor noch ein weiterer Truthahn entflieht? Oder hoffen Sie, dass die zwei Ausreißer wieder zurückkommen? Vielleicht sind Sie sogar so abgebrüht und warten, bis noch mehr Truthähne in Ihrer Falle sind. Bevor Sie zu Ende gedacht haben, verlässt ein weiterer Truthahn Ihre Falle. Sie hatten schon vier, jetzt haben Sie nur noch einen, und es droht die Gefahr, dass dieser eine Truthahn ebenfalls die Falle verlässt. Vorher wollten Sie sich nicht mit einem Truthahn zufrieden geben, jetzt habe Sie Angst, diesen einen auch noch zu verlieren, und wollen Ihren Mini-Gewinn in jedem Fall noch sichern. Voller Angst, diesen einen auch noch zu verlieren, sehen Sie gar nicht, dass sich sechs weitere Truthähne auf den Weg zu Ihrer Falle gemacht haben. Sie denken nur noch an das, was Sie verlieren können, nicht mehr an das, was Sie noch gewinnen können. Wann war der optimale Zeitpunkt, die Falle zu schließen? Wann hätten Sie die Falle geschlossen? Bei vier Truthähnen? Woher wollten Sie wissen, dass nicht noch mehr Hähne in Ihre Falle laufen? Das Problem, den richtigen Zeitpunkt zu finden, um die Falle zuschnappen zu lassen, können wir nicht nach Gefühl lösen. Denn unsere Emotionen werden zwischen bangem Hoffen und gieriger Freude Kapriolen schlagen. Wir werden nur diszipliniert und emotionslos handeln können, wenn wir eine klare Regel haben, wann wir die Falle zuschnappen lassen. Ansonsten werden unsere Gefühle Achterbahn fahren. Mit jedem neuen Truthahn in der Falle steigt unsere Freude, für jeden entlaufenen dafür unsere Enttäuschung. Die Jagd nach Truthähnen wird emotional aufreibend. Irgendwann kommen wir zu dem Punkt, an dem wir uns nicht rational verhalten, sondern einfach die emotionale Achterbahnfahrt beenden wollen. Ob dieser Punkt allerdings auch der optimale Zeitpunkt ist, bezweifle ich. Nur wenn wir eine fixe Regel entwickeln, können wir dieses Problem lösen – ohne Hoffen, Bangen und andere unproduktive Emotionen. So könnten wir zum Beispiel als Regel festlegen, dass, sobald mehr als zwei Truthähne die Falle wieder verlassen haben, wir aber mindestens noch zwei Truthähne in der Falle haben, wir die Falle zuschnappen lassen. Wir können diese Regel erweitern, dass, wenn wir eine bestimmte Summe xy an Truthähnen unter dem Käfig haben, wir die Falle bereits beim Verlassen eines Truthahnes zuschnappen lassen. Der Phantasie bei der Entwicklung der Exit-Regel sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass die Exit-Regel immer auf dem Grundprinzip – Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen – aufbaut. Das Truthahn-Beispiel ist ein sehr guter Vergleich mit dem Markt. Auch hier wissen wir nicht, wie viele Punkte wir noch zusätzlich verdienen können. Da dies ein unsicheres, in der Zukunft liegendes Ereignis ist, müssen wir unsere Entscheidung davon abhängig machen, wie viele Punkte (Truthähne) wir bereits verdient (gefangen) haben und wie wahrscheinlich es ist, noch x + 1 Punkt (Truthahn) zu ergattern. Auf Basis dieser Information müssen wir eine Exit-Regel entwickeln. Diese Exit-Regel sorgt dafür, dass wir nicht mehr hin- und hergerissen sind, sondern die Entscheidungssituation entspannt meistern können. Wir haben eine feste Regel für den Exit. Das Ergebnis wird vielleicht mal kleiner, mal größer ausfallen, aber es war unsere Regel, an die wir uns gehalten haben, die 113

das Ergebnis produziert hat, und nicht unser Gefühl. Von daher werden wir auch nicht mehr über unsere Emotionen urteilen und vermeiden so Stimmungstiefs ebenso wie schädliche Stimmungshochs.

Trader wissen gar nicht was sie eigentlich wollen
May 9th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance

Yogi Bera hat einmal gesagt: If you don’t know where you are going in life, you will be lost when you get there. Wusstest du, dass weniger als 1% der Menschen schriftlich festgehaltene Ziele hat? Sie wissen nicht wohin sie gehen oder woher sie kommen. Sie leben einfach in den Tag hinein. So geht es auch vielen Tradern. Jeden Tag machen Sie immer wieder den DAX Chart im 5 Minuten Bereich auf, analysieren ihn jeden Tag aufs neue, speichern sich niemals ihre Arbeit ab und legen einfach einen Indikator nach dem anderen in den Chart um schnell Signale zu bekommen. Man will ja immerhin auch schnell reich werden. Natuerlich weiss man, was man will. Hier eine Leseprobe von Birger Schaefermeiers Buch: Die Kunst des erfolgreichen Tradings: Bunker Hunt, ein texanischer Ölmillionär, wurde einmal gefragt, wie man zu Erfolg gelangt. Er sagte, darauf gebe es eine einfache Antwort: „Erstens muss man sich darüber klar werden, was man will, zweitens entschließt man sich, den Preis zu zahlen, um es zu verwirklichen, und dann bezahlt man den Preis. So einfach ist es, Erfolg zu haben.― Die meisten Menschen sind erfolglos, weil sie schon den ersten Schritt zum Erfolg verpassen: Sie wissen einfach nicht, was sie wollen. Dasselbe gilt für viele Trader. Auf die Frage „Was willst du beim Traden erreichen?― erhalte ich immer wieder die Antwort: „Was schon. Viel, viel Geld verdienen.― Meistens sage ich demjenigen dann, er solle sich vorstellen, er bekäme von mir jetzt sehr viel Geld, sagen wir eine Million Euro, allerdings nur unter der Bedingung, dass er sie vollständig wieder ausgibt. Dafür hat er eine Minute Zeit, alle Dinge auf eine Liste zu schreiben, die er sich kaufen würde. Die einzige Regel dabei ist: Er darf das Geld nicht investieren und auch keine Immobilie dafür erwerben, er muss es also vollkommen verkonsumieren. Ich überreiche ihm einen Zettel und einen Stift, und begierig fangen die meisten an zu schreiben: ein Luxusauto, Armani-Anzüge, eine goldene Uhr, teure elektronische Geräte, eine Luxusreise und so weiter. Kaum jemand schafft es, die Million auszugeben. Nach den ersten drei oder vier Wünschen kommt der Schreibfluss ins Stocken. Was kann ich noch brauchen, was will ich, und wozu? Schnell stellt der Trader fest, dass „viel Geld― ein sehr unspezifisches Ziel ist, das ihn nicht weiterbringt, weil er nicht weiß, was er mit dem Geld machen will. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie sich aber darüber klar werden, was Sie wirklich wollen. Geld ist zwar ein Produkt, das beim Traden generiert wird, aber es ist nicht Ihr wirkliches Ziel. Deshalb stelle ich dem Trader eine weitere Frage. Er soll sich vorstellen, er hätte so viel Geld, wie er sich wünscht. Was würde er damit tun? Würde er sich ein Haus damit kaufen oder doch einen Sportwagen? Wenn er ein Haus erwerben will, warum gerade ein Haus? Etwa, damit er nie wieder Miete zahlen muss? Was beunruhigt ihn daran, Miete zu zahlen? Fühlt er sich sicherer, wenn er ein abbezahltes Haus besitzt? Wenn er sich einen Sportwagen kaufen will, frage ich ihn, wieso es gerade ein Sportwagen sein muss und kein Oldtimer. Etwa weil es Spaß macht, schnell zu fahren, oder weil es ihm ein junges, erfolgreiches Image gibt?

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Ich versuche herauszufinden, was der Trader wirklich will. Das sind nämlich keine Güter, sondern Werte wie Sicherheit, Anerkennung, Spaß, Unabhängigkeit und Freiheit. Diese Werte bestimmen unser Handeln. Niemand will einen Sportwagen, weil er sich damit von A nach B bewegen kann. Vielmehr steht hinter diesem Wunsch die Sehnsucht nach einem Gefühl. Dieses Gefühl zu erfahren und zu erreichen, das ist sein Ziel. Hinter jedem Ziel steht ein Zweck, den es herauszufinden gilt. Finden Sie heraus, was Sie wollen Wenn Sie nicht genau wissen, was Sie wollen, dann wird es Ihnen auch unmöglich sein, Ihr Ziel zu erreichen. Oder würden Sie sich auf eine Reise ohne Ziel begeben? Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie, ohne es zu kennen, an dem Ziel landen, das Sie erreichen wollten, ist sehr gering. Es wäre ein glücklicher Zufall. Wir traden aber nicht, um auf einen glücklichen Zufall zu hoffen, sondern um ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen. Häufig ist uns dies aber nicht klar. Schon als kleiner Junge hatte ich das Ziel, mit spätestens 30 Millionär zu sein. Ich erreichte dieses Ziel schon viel früher: Mit 22 Jahren, noch während meines Studiums, hatte ich meine erste Million verdient. Allerdings hatte ich keinen blassen Schimmer, warum ich Millionär sein wollte, und erst recht wusste ich nicht, was ich mit dem Geld machen wollte. So ließ ich das Geld auf dem Konto stehen und handelte weiter. Ich war zwar Millionär, aber das glückliche Gefühl, mein Ziel erreicht zu haben, dauerte nur wenige Tage. Danach war ich irgendwie unzufrieden, obwohl ich doch so viel Geld auf dem Konto hatte. Diese Unzufriedenheit verstärkte sich von Tag zu Tag, und ich wusste damals nicht, wieso. Ich war nun Millionär, und mein vermeintliches Ziel war erreicht. Weil das Geld aber weiter auf meinem Trading-Konto war und ich mir wirklich gar nichts gönnte (wozu auch: Ich wollte das Geld des Geldes wegen und hatte keine Ahnung, wozu ich es verwenden wollte, welches Gefühl ich fühlen wollte), hatte das Geld schon nach wenigen Tagen keine Bedeutung mehr für mich. Es war nur noch eine Zahl. Ich lebte in meiner Studentenwohngemeinschaft in einem kleinen Zimmer mit einem Kohleofen und einem unbeheizten Bad. Die Million war nur eine Zahl auf meinem Konto. Das Geld produzierte kein Gefühl in mir und wurde deshalb für mich bedeutungslos. Ich wusste es nicht zu schätzen, denn was konnte mir diese Million noch geben? Im Unterbewusstsein strebte ich, wie jeder Mensch, bestimmte Werte an. Unter anderem waren für mich Spaß und Aufregung ein Gefühl, das ich mir sehnlichst wünschte. Wenn Sie sehr diszipliniert handeln, dann sind Spaß und Aufregung das Letzte, was sie spüren. Genauso war es, als ich mir mühselig die erste Million verdiente. Ich wollte aber Spaß. Nun, wie produziert man am besten Spaß und Aufregung mit einer Million, wenn einem diese Sehnsucht nicht bewusst ist und das Unterbewusstsein das Kommando übernimmt? Ganz einfach: Sie rufen als 22Jähriger Ihren Banker an und kaufen eine kurzfristige DAX-Option für einen Betrag, der das zehnfache Jahresgehalt dieses Mannes ist. Jeder Punkt Veränderung am Markt bedeutet nun mehrere 10.000 Mark. Ihr Konto beginnt eine Achterbahnfahrt. In wenigen Minuten verdienen oder verlieren Sie Beträge in der Größenordung des Preises von Luxussportwagen. Ich hatte nun meinen Spaß und die gewünschte Aufregung. Gut für mein Konto war das allerdings nicht. Innerhalb von nur drei Monaten war die komplette Million verzockt, und ich war wieder dort, wo ich angefangen hatte: bei null! Erst viel später habe ich gelernt, warum ich das hart verdiente Geld so schnell wieder verloren habe. Ich habe mein Ziel nicht gekannt, ich war mir nicht darüber klar, was ich wirklich wollte. Erst als mir dies bewusst wurde, war ich auch in der Lage, kontinuierlich Geld zu verdienen und erwirtschaftete Gewinne im Sinne meiner Ziele einzusetzen.
(By pierre ) Wie

ich diesen Text fuer mich interpretiere… Geld existiert nicht. Geld ist eine Energie. Geld kann nur Mittel zum Zweck sein, und wenn man nicht weiss welchen Zweck man verfolgt kann sich sehr schnell eine leere ausbreiten. Ich stehe knapp vor meinem 24. Geburtstag und habe es noch nicht geschafft Millionaer zu werden. Aber es ist mir auch nicht wichtig. Wieso? Weil ich mir alles leisten kann was ich tun will. Und da liegt der Unterschied. Frueher glaubte ich, dass es wichtig ist sich alles leisten zu koennen, was man haben will. Aber 115

umso mehr Dinge man besitzt, umso mehr besitzen die Dinge einen selbst. (Das nennt man dann Sachzwaenge.) Ich habe selten etwas so befreiendes wie meinen Umzug nach Australien gemacht. Bis auf meine Sommergarderobe habe ich alles in einer kleinen Wohnung im Sueden Wiens verstaut oder verkauft. Nun gut, mein oesterreichisches Auto besitze ich auch noch, aber nur fuer den Fall, dass ich doch draufkomme, dass Australien eine Schnappsidee war. (Davon bin ich aber gerade Meilenweit entfernt. Jetzt wo der Stress sich legt, war ich nie gluecklicher. Aber 2 Wochen Vollgas sind noch vonnoeten um alles aufzuholen, wo ich hintennach bin.) Ich habe mit Trading nie begonnen, weil ich reich sein wollte. Ich bin Trader geworden, weil ich frei sein wollte. Und das bin ich. Ich bin jetzt 23 Jahre, habe in 10 verschiedenen Wohnungen gewohnt und 10 unterschiedliche Autos gefahren - darunter auch den einen oder anderen Sportwagen. Ich war auf allen Kontinenten dieser Welt, in allen Laendern Europa‘s (ausser Skandinavien und Portugal), in 40 US-Staaten, auf Kreuzfahrt in den Bahamas. Wo ich hinreise schlafe ich immer in einem Designhotel, wie man sie aus hochaufloesenden Hotelbuechern kennt. Und das lustige an der Sache: man kommt erst dann drauf, dass all das eigentlich scheissegal ist. Ich weiss was ich vom Trading will, es ist Freiheit. Ich hatte naemlich auch noch nie in meinem Leben ein Bewerbungsgespraech oder eine Fixanstellung. Und wenn nicht alles total schiefgeht, so wird das auch fuer den Rest meines Lebens so bleiben. Wie lange mir auch immer kostbare Zeit auf diesem wunderbaren Planeten geschenkt wird. Ich denke, Trading wird nur die wenigsten unter uns zu wirklichen Millonaeren machen. Und wenn, dann dauert es im Regelfall sicherlich ein Jahrzehnt oder laenger. Ausnahmen bestaetigen die Regel, aber das fuehre ich gerne auf die Monte Carlo Simulation zurueck…. Rechnen kann man damit nicht. Trading kann Freiheit und Unabhaengigkeit bringen. Aber, die meisten sind nicht gewillt den Preis dafuer zu zahlen. Man muss auch beim Trading immer den unwegsamen Weg gehen. Es ist der kuerzere.

Interview mit Thomas Vittner May 15th, 2008 | By Michi | Category: Interview
Treue daytrading.de Leser können sich bestimmt noch an den Gastbeitrag von Thomas Vittner erinnern. Wer sich nicht mehr erinnern kann, oder damals noch nicht im Blog mitgelesen hat, der kann hier nachlesen. Das Interview nimmt in gewissen Passagen Bezug auf den Artikel, was auch daran liegt, dass damals einige Fragen offen geblieben sind. Das Interview stammt zwar aus dem aktuellen TradersJournal, ist aber gerade für die User von daytrading.de maßgeschneidert. Aber lest selbst: Interview Thomas Vittner Thomas Vittner ist Teilzeit-Trader mit Vollzeit-Erfolg. Er engagiert sich sowohl als Trader als auch als Investor. Wir haben uns natürlich vor allem mit dem Trader Thomas Vittner auseinandergesetzt. Wer die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten nutzen will, kann Thomas Vittner und vittner@gmx.net erreichen. Doch kommen wir jetzt zum Wortwechsel mit dem selbstbewussten Wiener. Guten Tag Herr Vittner. Können Sie uns ein wenig über Ihre Person verraten? Guten Tag! Ich bin gebürtiger Wiener und lebe auch in dieser schönen Stadt. Ich bin 39 Jahre alt [= wie ich:] und habe mit der tollsten Frau der Welt [= wie ich:] eine Lebensgemeinschaft. Ich bin voll berufstätig [= wie ich:] und arbeite bei einem Versicherungsmakler, gehe also einem bürgerlichen Job nach [= wie ich:]. Ich betreibe das Trading also nur nebenher [= wie ich:], betrachte es aber nicht als Hobby sondern als Business [= wie ich:]. Denn Hobbys kosten Geld [=> insbesondere mich], Trading soll ja Geld erwirtschaften. Mit welchen Finanzinstrumenten handeln Sie? Ausschließlich mit CFDs oder sind für Sie auch Zertifikate, Optionsscheine oder Aktien interessant? 116

Beim Trading handle ich nur mit CFD‘s [= wie ich:]. Und zwar immer auf Einzelaktien. Die anderen Produkte wie Zertifikate oder Optionsscheine sind mir zu kompliziert. Das verstehe ich nicht, was mich aber nicht weiter beunruhigt. Ich will traden und nicht vor jedem Trade eine Mathematikschularbeit schreiben. Ich besitze zwar auch viele ―echte‖ Aktien, aber da bin ich als Investor engagiert. Und Investieren und Traden sind zwei unterschiedliche paar Schuhe. Warum handeln Sie mit diesen Finanzinstrumenten? CFD‘s sind einfach aufgebaut. Das gefällt mir. Sie bewegen sich immer so wie das jeweilige Underlying. Sie bieten zusätzlich einen Hebel, was für einen Privatanleger interessant ist, weil er in der Regel ja nicht über so viel Kapital verfügt wie er zum Traden benötigt. Ein weiterer Vorteil liegt in der relativ preiswerten Gebührenstruktur. Früher hat bei meinem Onlinebroker das Setzen und Löschen eines jeden Stoppkurses noch Geld gekostet. Heute haben sie auf der anderen Seite CFD Anbieter, die alles ohne Mehrkosten im Paket liefern. Inklusive Real- oder Neartimekursen, Echtzeitnachrichten und mit einer Chartingsoftware. Der dritte Vorteil von CFD‘s ist, dass man Aktien damit auch ―shorten‖ kann. Eine Analyse meiner Trades der letzten 6 Monate hat ergeben, dass ich fast zu 70% ―short‖ engagiert war. Mit ―Long Only‖ wäre in diesen Märkten kein Geld zu verdienen gewesen. Mit welchem Betrag sollte ein Tradingkonto mindestens kapitalisiert sein, damit man vernünftig traden kann? Welche Rolle spielen dabei Hebel? Hier möchte ich keine pauschale Aussage tätigen. Auch in der Fachliteratur findet man unterschiedliche Ansichten darüber. Der Hebel spielt aber in jedem Fall eine sehr große Rolle. Natürlich brauchen sie bei einem Margin Konto viel weniger Kapital als bei einem ―normalen‖ Trading Konto. Für einen angehenden Trader kann ein Margin Konto mit 10.000 Euro Startkapital für den Anfang ausreichen. Wenn er mit striktem Moneymanagement seine Positionsgrößen ermitteln und das Risiko vor jedem Trade genau kalkulieren. Wenn er zum Beispiel immer nur 1% seines Kapitals je Trade riskiert dann kommt er wahrscheinlich auch über eine längere Drawdownphase gut hinweg. Aber der Handelsansatz muss zu diesen genanten Größen passen und der Trader muss sich dabei wohl fühlen. Da es so viele unterschiedliche Ansätze gibt kann man diese Frage pauschal einfach nicht beantworten. Sie haben einmal gesagt, dass Ihre Methode simpel und eigentlich bedeutungslos sei. Können Sie darauf näher eingehen? Wir Menschen glauben heute nicht mehr an einfache Lösungen. Weder im Alltag noch an der Börse. Sehen sie sich beim Investieren Warren Buffet an. Dieser Mann ist hochintelligent, verwendet aber einen sehr einfachen Investmentansatz. Und beim Traden ist es auch so. Je komplexer die Methode erscheint desto mehr Reiz ruft sie beim angehenden Trader hervor. In Wahrheit steckt hinter den komplizierten Methoden nur ein versteckter Wunsch nach Sicherheit. Aber da muss ich sie enttäuschen. Auch mit einer dreifach getesteten Unterstützung, fünf Indikatoren und drei Oszillatoren ―wissen‖ sie nicht, ob der nächste Trade ein Gewinn oder ein Verlust wird. Dieser Wunsch nach Sicherheit ist einfach nicht zu erfüllen. Warum also dann der ganze Aufwand? Erfolgreiche Trader haben ihr Regelwerk sehr reduziert und achten vor allem auf eine penible Risikokontrolle und auf eine saubere Technik. Dann kommen die Profite von alleine. Sie haben in einem Artikel geschrieben, dass das permanente „Vor dem Bildschirm sitzen“ dem Trading nicht unbedingt dienlich sei. Wie ist Ihre persönliche Erfahrung damit? Trader, die den ganzen Tag vor dem Ticker sitzen, glauben sie können damit die Märkte kontrollieren. ―Nur ja nicht weggehen wenn man eine Position offen hat‖ ist die Devise. Doch wozu? Wenn man einen Trade laufen hat, wurde das Risiko hoffentlich vorher kalkuliert und der Stopp ist im System. Bevor die nächste Zeiteinheit beginnt, erfordert nichts die Anwesenheit des Traders vor dem PC. Man kann den Markt weder kontrollieren noch manipulieren. Aber leider bleibt es ja nicht nur beim Beobachten. Man ist oft dazu geneigt, etwas zu ―tun‖ wenn ―nichts tun‖ angesagt wäre. Man ändert den Schlachtplan mitten im Gefecht. Aus einer Emotion heraus. Man stellt vielleicht vorschnell eine Position glatt oder man versetzt den Stopp weil man es 117

nicht erträgt, ausgestoppt zu werden. Die möglichen Fehler sind zahlreich. Auch ich habe früher mit jedem Aufwärts- und Abwärtstick mitgefiebert. Irgendwann habe ich die Sinnlosigkeit erkannt und auch bemerkt, dass ich mir mit diesem Verhalten mehr Schade als Nutze. Heute sehe ich daher nur noch von Zeit zu Zeit nach meinen offenen Positionen. Manchmal bekomme ich gar nicht mit, ob ich in eine Aktie ein oder ausgestoppt wurde. Das bemerke dann ich erst, wenn ich die Kontoauszüge meines Brokers kontrolliere. Warum ist Trading langweilig, wenn man es vernünftig betreibt? Weil Traden zum Großteil aus ―warten‖ und ―nichts tun‖ besteht. Auch Jesse Livermore hat in dem Buch „Das Spiel der Spiele― schon geschrieben, dass Gewinne durch warten und nicht durch Aktion erreicht werden. Wenn sie zum Beispiel im Tageschart Trends handeln dann können sie vielleicht tagelang nichts ―tun‖ mit ihren offenen Positionen. Außer sie zu beobachten, was zu den vorher erwähnten Problemen führen kann. Sie können den Stopp erst dann nachziehen, wenn die nächste Korrektur beendet ist. Und das kann Tage oder auch Wochen dauern. Aber auch wenn sie die Stopps täglich nachziehen, ist der Aufwand vergleichsweise gering. Selbst das Trading in kleineren Zeiteinheiten wie zum Beispiel im 15 Minutenchart ist kein hektisches Unterfangen. Auch hier müssen sie mindestens das Ende der nächsten Zeiteinheit abwarten um wieder etwas ―tun‖ zu können. Und eine Viertelstunde kann lang sein. Aber egal wie und was sie traden, es ist sehr wichtig, dass die angewendete Methode zur Psyche des Traders passt. Sonst schadet er sich damit bloß. Aus welchem Grund handeln Sie bevorzugt US-Werte? Liegt es daran, dass Sie nicht hauptberuflich traden? Zum größten Teil - ja. Das Trading der US Werte kann ich am Abend nach dem Büro durchführen. Aber mir liegen diese Werte auch mehr. Die Spreads sind viel enger, das Volumen ist größer und die Volatilität, die ich für meinen kurzfristigen Ansatz benötige, ist ebenfalls gegeben. Außerdem ist der Handelstag in den USA kürzer. Gleiche Chancen bei weniger Zeitaufwand daher. Keep It Simple ist eines Ihrer Credos. Wie äußert sich das bei der Analyse? Es äußerst sich darin, dass ich es mit der Analyse eben nicht übertreibe. Ich bin der Ansicht, dass man zum Beispiel auch mit beliebigen Einstiegen erfolgreich traden kann. Was soll ich daher großartig analysieren? Ich suche bei meinem Einstieg bloß ein bestimmtes, grobes Chartbild, nehme die Interpretation aber nicht 100% genau. Ich versuche nur, meinen Trades eine gewisse Dupplizierbarkeit zu verleihen. Denn ich muss ja wissen was ich getan habe um den Erfolg wiederholen zu können oder Fehler auszumerzen. Der Rest fällt dann nur noch in den Bereich Moneymanagement. Dort gibt es natürlich schon Dinge wie Einzel- oder Gesamtpositionsrisiko, Profitfaktoren oder einen von mir entwickelten Gesamtsystemindikator zu beachten. Aber das würde jetzt hier zu weit führen und das klingt auch in dieser Kürze komplizierter als es ist. In Wahrheit versteht meinen Handelsansatz ein halbwegs intelligenter 12 Jähriger. Welche Rolle spielen Stopp-Losses? Eine Entscheidende. Ohne Stopps können sie nicht erfolgreich traden. Denn gute Trader sind einfach nur gute Riskmanager. Sie wissen nicht, wohin sich der Markt morgen bewegen wird. Und es ist ihnen noch dazu egal. Gute Trader sind keine Wahrsager. Sie sind Wahrscheinlichkeitsspezialisten. Sie erkennen eine Chance und machen den Trade. Da sie aber nie wissen können, was passieren wird, brauchen sie einen Stopp der sie und ihr Kapital beschützt. Denn Kapitalerhalt geht über Profitmaximierung. Können Sie uns schon ein wenig über Ihr Buch verraten? Ich selber habe sicher über 150 Börsenbücher gelesen. Es waren gute und weniger gute dabei. Doch die meisten Bücher beschäftigen sich aus meiner Sicht mit den falschen Dingen wie zum Beispiel dem ―perfekten Einstieg‖ oder dem ―richtigen Stopp‖ . Was ich in der Trading Literatur vermisse, ist ein Werk welches einen ganzheitlichen Ansatz liefert. In meinem Buch versuche ich, den Leuten in einfachen Worten so einen Ansatz 118

zu liefern. Ich versuche ihnen zu erklären, was für den Börsenerfolg wirklich von Bedeutung ist. Ich selber war jahrelang auf der Suche nach dem geheimen Schlüssel, der mir die Tür zum Erfolg öffnen sollte. Nach Jahren habe ich erkannt, dass ich diesen Schlüssel immer schon bei mir in meiner Hosentasche trug, ihn dort aber bloß nicht gesucht hatte. Ich möchte mit diesem Buch auch viele Mythen entzaubern, die einen angehenden Trader am Erfolg nur behindern. Und ich möchte dem Trader zeigen, wie er eine Methode entwickeln kann, die zu ihm und zu seiner Persönlichkeit passt und mit welcher er erfolgreich an den Märkten agieren kann. Vielen Dank für das Interview. Gerne. 1. jaro g. May 18th, 2008 03:10 : hi leute recht viele interessante postings zu (equity+CFD)brokern + gebühren (danke @ upgap). vielleicht noch ein punkt zum nachdenken: bei cfd-brokern wie cmc gibt es keine zinsen aufs kapital, bei dt. online-brokern zur zeit 3,8% (comdirect, dafür jedoch ordergebühren viel zu hoch) bis 6% (consors). bei einem konto von 25K auch ein nicht zu unterschätzender faktor, oder? ach ja, etwas skepsis bzgl. ‘supertrader‘ und ihrer mach-mich-reich ‘superbücher‘ ist sicherlich nicht schlecht, aber unbelegte beschuldigungen + haßattacken (sorry @ metropolitan.trader!) gehen für mich eher in die richtung neid + persönlicher streit als warnung/information an die blog-community grüüüüße aus münchen, j. Kontakt: vittner@gmx.net

Gatsbeitrag von Thomas Vittner: Ein Einblick in seine Trading Strategie
May 21st, 2008 | By pierre | Category: Trading Strategien | Vorwort von Thomas: Liebe Freunde von Daytrading de,

Ich möchte mich zuerst für das äußerst positive Feedback zu meinem Interview bedanken. Ich bin noch gar nicht mit dem Abarbeiten der vielen Emails fertig geworden. Danke auch für die vielen tollen Wünsche und Gratulationen von euch allen. Es freut mich und ehrt mich zugleich. Doch wie so oft im Leben gibt es bei einer Sache nicht nur positive Seiten. Scheinbar hat mein Erfolg einige Neider und Hasser aus ihren Löchern gelockt. Diese Menschen verstecken sich hinter der Anonymität, die das Internet bietet, und verbreiten gezielte Unwahrheiten um mich anzuschwärzen. Über die Motive dieser Leute kann ich nur rätseln. Wobei es eigentlich schade ist, seine Gedanken und Energien an solchen Leuten zu verschwenden. Leider war ich auf solche Angriffe einfach nicht vorbereitet. Ich habe auch lange überlegt, ob und wie ich auf diese Unterstellungen reagieren soll. Denn natürlich eröffnet jeder neue Kommentar wieder zusätzliche Angriffsflächen. Man findet doch immer das Haar in der Suppe, wenn man nur lange genug danach sucht. Ich habe mich letztendlich dann doch dazu durchgerungen, einen weiteren Artikel über mich und mein Gedankengut zum Thema Trading zu posten und meinen Handelsansatz noch detaillierter darzustellen. Und all jenen, die sich nun aufgrund dieser Anschwärzungen hinsichtlich meines Kontostandes Sorgen machen, möchte ich versichern, daß diese Sorgen absolut unbegründet sind. Es geht mir finanziell mit dem Trading sehr gut und ich bin motivierter als je zuvor. Denn seit Sommer 2007, als ich mit dem CFD Trading begann, war der April 2008 der erste und einzige Monat, in dem ich keinen Geld aus den Märkten holen konnte. Und doch wird es auch nicht der letzte Monat gewesen sein, daß ist mir klar. Im April hatte einfach ich einen Drawdown von 19,7% erlitten. Das ist alles. Von wegen ―alles verloren‖. Mir scheint auch klar geworden zu sein, daß meine Aussagen hinsichtlich der Einfachheit meines Systems manche Leute wohl verstört hat und sie sich dadurch provoziert fühlten. Denn scheinbar nahmen diese Menschen an, daß hier ein Anfänger einfach herginge und ohne Regelwerk irgendwelche Aktien kauft, einfach 119

Glück gehabt hat, damit auch noch prahlt und zum Lohn ein Buch schreiben darf. Wenn es so gewesen ist möchte ich mich bei denjenigen Menschen entschuldigen. Denn ich will hier keinesfalls behaupten, ich alleine wüßte wie es geht und alle anderen sind Idioten. Nichts ist weiter davon entfernt wahr zu sein. Denn das Trading zu erlernen ist ein mehrjähriger Prozeß. Da gehe ich mit dem einen oder anderen Kritiker durchaus konform. Und das habe ich selbst oft schmerzlich am eigenen Leib erfahren müssen. Als ich Ende 2003 schon fast zwei Jahre an den Märkten engagiert war, dachte ich damals wirklich, ich wüßte bereits, wie der Hase läuft. Denn die meisten der Aktien, die ich damals im Depot hatte stiegen. Daß die Flut bekanntlich alle Boote hebt wußte ich damals noch nicht. Und Pierres Buch >Die besten Trading Strategien< gab es damals ja auch noch nicht. So wußte ich noch nichts über ein System, daß trotz einer 99%igen Trefferquote einen Spekulanten Pleite machen lassen kann. Daher holte ich mir zu diesen Zeiten nicht nur eine blutige Nase, nein – mir wurde gleich der halbe Kopf abgerissen. In 2003 verlor ich, weil ich ohne Risikokontrolle agierte, gut die Hälfte meines Kapitals und wußte gar nicht, was ich falsch gemacht hatte. Und die Erfahrungen von damals prägen mich heute noch. Diese Erfahrungen sind schuld, daß ich heute zum Beispiel noch nicht in der Lage bin, Papiergewinne wieder schrumpfen zu lassen. Diese Erfahrungen sind auch daran schuld, daß ich es hasse, lange auf die entsprechenden Resultate warten zu müssen. Und aufgrund dieser traumatischen Erlebnisse dachte ich lange Zeit, ich könne nie wieder erfolgreich traden. Bis ich es lernte, diese Schwächen so einzusetzen, daß sie zu meinen Stärken wurden. Ich lernte, diese vermeintlichen Unzulänglichkeiten in mein neues Handelsystem zu integrieren und darum herum ein für mich passendes Regelwerk zu basteln. Daher kommt auch mein heutiger Ansatz, die Stopps zum Beispiel so eng als möglich zu setzen, sie täglich nachzuziehen und nur wenige Tage im Markt positioniert zu bleiben. Meine Vergangenheit ist ebenfalls schuld daran, daß ich mit der technischen Analyse nicht viel anfangen kann. Zu oft hatte ich mich früher auf meine Chartanalysen verlassen um dann mit ansehen zu müssen, daß sich die Märkte einen Dreck darum scherten. Denn ich produzierte trotzdem enorm viele Verluste. Trotz der schönsten Analysen. Ich glaubte damals auch noch, daß jeder Fehltrade ein Tradingfehler sei, denn schließlich hätte der Trade aufgrund meiner Analysen ja klappen müssen. Und ich litt wie ein Hund darunter und es tat mir weh, daß ich mich geirrt hatte. Bis ich den Glauben an die Technische Analysen eben gänzlich verloren hatte. Daher stand ich dann vor der Entscheidung, das Traden ganz bleiben zu lassen oder eine gedankliche Evolution zu vollziehen und mich in ein anderes Trading Universum zu begeben. Ich entschied mich für letzteres und vertrete heute die Meinung, daß jede Marktsituation einzigartig ist und technische Analysten nur Ordnungen und Muster in etwas zu sehen glauben, wo es keine Ordnung und kein Muster gibt. Denn aus meiner Sicht bewegen sich die Märkte kurz- und mittelfristig rein zufallsbedingt. Weil ich das glaube, betrachte ich das Ergebnis des einzelnen Trades wie den Ausgang eines Münzwurfs, bei dem das Ergebnis 50:50 liegt oder der Trade nun um x steigt oder um x fällt. Ob also >Kopf< oder >Zahl< kommt. Daher mache ich mir um den >richtigen< Einstieg nur wenig Gedanken. Das heißt aber nicht, daß ich mir gar keine Gedanken darüber mache. Natürlich befolge ich ein striktes, ausgereiftes Regelwerk rund um meine Trades herum. Und dazu gehört unter anderem auch eine entsprechende Einstiegsregel. Denn ich möchte erreichen, daß meine Trades duplizierbar sind. Und obwohl ich der Ansicht bin, auch mit beliebigen Einstiegen erfolgreich traden zu können, sind beliebige Einstiege eben nicht duplizierbar. Daher wende ich sie auch nicht an. Was ich genau tue möchte ich in den folgenden Beispielen ein wenig näher erläutern. Am liebsten handle ich Aktien, die ein neues Bewegungstief oder -hoch erreichen. Dabei muß es sich nicht unbedingt ein Alltimelow oder –high handeln. So ein Setup seht ihr in Grafik 1. Der entsprechende Teil des Charts, der mir hier ins Auge sticht, wurde eingerahmt.

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Man sieht hier in Grafik 1 sehr schön, daß die Aktie von Jabil Circuit einem US Wert, einen Handelstag Mitte Dezember mit einem GAP begonnen und einer langen roten Kerze beendet hat. Auf gut deutsch: Der Wert ist an diesem Tag massiv eingebrochen. So ein Chartbild erregt meine Aufmerksamkeit und die Aktie kommt auf mein Radar. In Folge schlage ich aber nicht gleich zu sondern warte eine kurze Erholungsphase ab. Dies ist in Grafik 2 weiter unten ersichtlich. Wie lange diese Erholungsphase dauern muß ist in meinem Regelwerk nicht näher definiert. Es müssen in jedem Fall aber zwei Tage oder mehr sein. Der Trade wird dann von mir eröffnet, sobald die Aktie wieder dreht und ein neuer Bewegungsschub (in diesem Fall nach unten, also short) einsetzt.

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Der Katastrophen - Stopp liegt, wie man oben in Grafik 2 schön erkennen kann, über dem aktuellen Tageshoch. Er wird also ganz eng gesetzt. Und der Stopp wird in Folge täglich über das Tageshoch nachgezogen. Das Nachziehen erfolgt jeweils nach dem Ablauf der ersten halben Handelsstunde. Ich bin also mit meinen Stopps immer sehr eng am Markt und werde daher oft ausgestoppt. Dementsprechend gering ist auch meine Trefferquote. Ich arbeite daher auch nie mit Kurszielen und nehme das, was der Markt mir bietet. Im Regelfall werde ich aus meinen Trades dann irgendwann ausgestoppt. Eine manuelle Glattstellung wird weitgehend vermieden. Es sei denn, der Trade erreicht ein sehr hohes RVielfaches . Dann wird so ein Trade unter Umständen doch manuell glattgestellt. Das beurteile ich jedoch rein diskretionär. In der Grafik 3 unten sind noch Gedanken zum eingegangenen Risiko enthalten. Denn ich versuche, das Risiko des Trades in Prozenten zwischen 1 – 2% zu halten. Einstieg und Stopp müssen innerhalb dieser Spanne liegen. Aufgrund meines Drawdowns im April reicht dieser Wert derzeit von 1 – 2,5%. Denn eine Analyse meiner letzten Trades hatte ergeben, daß ich meist ausgestoppt wurde, die Werte jedoch danach weiter in meine Richtung gelaufen wären. Alle Trades, bei denen die Spanne größer wäre, werden von mir nicht ausgeführt. Denn aufgrund der kurzen Haltedauer sind hohe Positionsgrößen für mich essentiell.

Zu den obigen Gedanken hinsichtlich des Einzelpositionsrisikos versuche ich auch noch das Gesamtpositionsrisiko so gering als möglich zu halten. Denn ich habe ja nicht nur immer einen Trade am Stück laufen. Hier gilt für mich die Regel, maximal 3 Trades in einer Richtung zur gleichen Zeit laufen zu haben. Der vierte Trade müßte dann in die andere Handelsrichtung gehen. Somit ist gewährleistet, daß ich mich nicht >zu weit aus dem Fenster lehne< und bei einer plötzlichen Marktumkehr nicht am falschen Fuß erwischt werde. Denn am wohlsten fühle ich mich beim Trading, wenn ich gleichzeitig Longs und Shorts laufen habe. Denn diese Gewichtung vermindert auch das Übernacht GAP Risiko und das Risiko kann besser verteilt werden. Die 3 Trades pro Richtung gelten natürlich nur so lange, so lange sich diese Positionen noch alle >voll im Risiko< befinden. Konnte der Stopp bereits einmal nachgezogen werden ist es nach meinem Regelwerk erlaubt, eine vierte Position in dieselbe Richtung einzugehen. Die Vittner Methode existiert in ihrem Kern bereits seit Jahren. Von Zeit zu Zeit drehe ich da und dort an einem kleinen Rädchen um sie an das aktuelle Marktumfeld anzupassen. Wie jetzt vor kurzem Ende April. 122

Aber im Wesen ist sie seit Jahren gleich geblieben. Denn ich versuche, mit meinem Wissen lieber in die Tiefe zu gehen als über viele Dinge nur ein wenig Bescheid zu wissen. In diese Richtung sind auch meine Aussagen hinsichtlich Optionsscheine oder Zertifikate zu verstehen. Wozu soll ich mich mit etwas Neuem auseinandersetzen, wenn das Alte sich erstens bewährt und zweitens immer noch verbessert werden kann? Warum alles An- und nichts zu Ende denken? Noch etwas soll in diesem Zusammenhang angeführt werden. Aus meiner Sicht hilft ein guter Einstieg dem Trader vor allem, die völlig unstrukturierten und chaotischen Märkte zu filtern und die vielen Möglichkeiten einzuschränken. Und das ist wichtig, denn alles was ein Trader kontrollieren kann ist eben das eigene Verhalten. Denn die Märkte selbst sind nicht der Feind des Traders. Sein größter Feind ist er selber. Und die Hauptaufgabe eines Regelwerks, von dem der Einstieg einen kleinen Teil ausmacht, ist es, die >Schwachstelle Mensch< so gut es geht zu kompensieren.

Und dazu gehören eben das Moneymanagement und alles was dazugehört. Der Einstieg, der Stopp, das Nachziehen des Stopps und der Exit. All das sind Faktoren, wo der Trader seine Hand im Spiel hat. Und auf diese Hände gilt es, wie oben geschrieben, aufzupassen. Hingegen braucht es
keine Regeln für all das, was dazuwischen abläuft. Denn die Märkte lassen sich auch gar nicht regeln. Und das führt uns zu einer Paradoxen Situation. Kennen Sie die Aussage aus diversen Trading Büchern, daß die Gewinne auf sich selber aufpassen aber daß der Trader sich viel mehr um die Verluste kümmern muß? Gemeint ist hier wohl, daß ein Trader immer einen Stopp setzen muß. Doch habe ich in den letzten Jahren immer mehr die Erfahrung gemacht, daß diese Aussage nur für einen noch sehr unerfahrenen Trader in dieser Form einen Sinn ergibt. Denn jeder Trader, der es halbwegs ernst mit dem Trading meint, hat die Wichtigkeit von Stopps schon längst verinnerlicht. Jeder setzt seinen KAT Stopp (kalkulierter Maximalverlust) unmittelbar nach oder mit der Eröffnung einer Position. Wird diese Position dann mit dem vorher in Kauf genommen -1R ausgestoppt kommt die oben angesprochene >Schwachstelle Mensch< hier ja gar nicht ins Spiel. Denn der Trader konnte manuell ja gar nicht >Hand anlegen< . Er hatte keine Chance, in den Trade manuell einzugreifen. Der Faktor Mensch kommt erst dann so richtig ins Spiel, wenn der Trade in die Richtung des Traders läuft. Denn dann muß die Position von ihm auch vernünftig gemanagt werden. Und da beginnen die Probleme. Denn dann heißt es für den Trader zum Beispiel den Stopp nachziehen, und sich überlegen wohin und wann man ihn nachzieht. Oder es gilt darüber nachzudenken, die Position vielleicht doch manuell glattzustellen, Teilverkäufe zu tätigen oder eben den Trade noch weiter laufen lassen. Die oben angeführte Aussage, daß die Gewinner daher auf sich selber aufpassen ist also blanker Unsinn. Bei einem guten Trader passen die Verlierer auf sich selber auf. Denn wirklich nur blutige Anfänger agieren ohne Stopp. (bem. JG: und was was ist mit jim rogers???) Alle die nur ein wenig Verstand haben steigen doch nicht ohne Sicherungen auf einen 8000er. Die glatten Verlusttrades bereiten einem Trade daher die wenigsten Kopfschmerzen. Viel problematischer ist der richtige Umgang mit den Gewinnern. Denn diese Gewinner braucht das System. Diese hohen >R Vielfachen< werden benötigt, um das System profitabel zu machen. Daher gilt es für den Trader, besonders diese Trades sauber auszuführen. Machen sie sich daher weniger Gedanken um ihre Verluste und begrenzen sie diese einfach mit einem KAT Stopp. Überlegen sie statt dessen lieber, wie sie ihre Gewinne maximieren. Denn darin liegt ein Schlüssel des Börsenerfolges versteckt. Ich hoffe, ich konnte den Lesern des Blogs mit den obigen Zeilen ein wenig Einblick in meine Strategien und in meine Gedanken über die grundsätzliche Funktionsweise der Märkte übermitteln. Mich würde freuen, wenn es hier im Anschluß zu einer Diskussion kommen würde. Ich habe kein Problem mit Kritik nur ersuche ich darum, sachlich und fair zu bleiben. Denn ich verfolge die Inhalte dieser Seite des Öfteren und möchte Pierre mein Kompliment aussprechen, für das was er hier aufgebaut hat. Und euch Lesern und Co Autoren des Blogs möchte ich daran erinnern, wie einzigartig dieser Blog im Netz ist und was ihr euch hier für eine tolle Gesprächskultur bewahrt habt. Bitte beschützt das, was ihr euch gemeinsam aufgebaut habt. Um euretwillen! Mit besten Grüßen aus Wien, Thomas Vittner, Kontakt: vittner@gmx.net 123

Die 7 Risiken des Tradings May 20th, 2008 | By pierre | Category: Risk Management
Investoren tun es eigentlich noch fast lieber als Trader. Gemeint ist nicht das Nachkaufen im Verlust, sondern vielmehr sich den Kopf ueber das „Risiko‟ zu zerbrechen. Meist ist „Risiko‟ schnell gesagt, ohne genau zu wissen, was denn eigentlich genau gemeint ist. Es gibt 7 unterschiedliche Arten Risiko zu definieren, und wahrscheinlich 7 hoch 7 Arten „Risiko‟ zu quantifizieren… 1. Das Risiko ist die Vola einer Einzelposition Die einfachste und simpelste Art Risiko zu definieren, ist von der Schwankungsbreite einer Einzelposition auszugehen. Steigt die Volatilitaet, so steigt auch das Risiko - so will es zumindest der Banker-Volksmund. Bei dieser Art des Risikos versuchen Trader ihre Positionsgroesse dem Risiko dem aktuellen Marktgeschehen anzupassen. Dazu verwenden sie die historische Volatilitaet. Chartisten messen diese gerne mit der Average True Range (ATR) oder auch den Bollinger Bands. (BBs). Doch nicht nur Trader sind dem Volarisiko von Einzelposition ausgetzt. Jedes international taetiges Unternehmen ist dem Einzelpositionsrisiko ausgesetzt. Ein Unternehmen, das Waren in Europa produziert und in den USA vertreibt, hat, wenn es keine Hedging-Trades getaetigt hat, wahrscheinlich mit einer sinkenden Umsatzrendite zu kaempfen. Da aufgrund des schwachen Dollars die Produktionskosten in Relation zum absoluten Umsatzerloes eben STEIGen. Auch ein Spediteur oder eine Airline hat ein Risiko bei Einzelpositionen - sie sind vom Preis des Barrels ÖL abhaengig. (Jedes Unternehmen, wie eine Airline, haette sich schon vor laenger Zeit vor steigenden Rohstoffpreisen absichern muessen, und es ist eine Frechheit, dass man immer den Treibstoffzuschlag erhoeht. Hat nicht eine Airline an einen trendfolgenden Hedge gedacht? Vielleicht RyanAir?) Trader handeln mit Risiko. Sie leben von der Volatilitaet der Einzelpositionen. Die Risikokategorie Nr. 1 ist also das Um und Auf des Tradings. Optionshaendler handeln teilweise mehr Volatilitaet als den Kurs selbst (insbesondere Optionsschreiber). 2. Risiko ist die Portfolio-Vola Trader handeln also das Risiko von Einzelpositionen. Sie versuchen obendrein den Markt zu schlagen. Logischerweise werden sie sich verspekulieren und nicht immer Recht behalten. Im Idealfall begrenzen sie eben die Verluste und lassen die Gewinner laufen. Der Trader wird aber mehr als nur das tun muessen, um profitabel zu agieren. Er wird Diversifizierung betreiben. Diese Diversifizierung erfolgt einerseits um das Gesamtrisiko des Portfolios zu senken. Hat der Trader eine Long/Short Quote von 50% in einem Markt, so ist er vor fat-tails oder schwarzen Schwaenen geschuetzt. Kein Terroranschlag wird das Depot zu 100% in den Verlust reissen, da die Shorts auf der Gewinnseite exorbitant hoch gewinnen. Diversifizierung ist aber nicht nur von noeten, um vor exogenen Schocks geschuetzt zu sein, sondern auch um seine Rendite zu maximieren. Die Trading-Frequenz ist ein sehr wichtiger Faktor um ein System profitabel zu machen. Umso hoeher die Trading-Frequenz umso mehr kann man auch vom Zinseszins-Effekt profitieren. Die Portfolio-Vola ist bei Tradern und Investoren gerne geglaettet. Waehrend der Trader bei der Vola in der Einzelposition so viel wie moeglich sucht, und der Investor genau das Gegenteil sucht - so sind sich beim Portfolio-Risiko beide einig: weniger ist besser. Drawdowns zerfressen Kapital und Psyche eines jeden Marktteilnehmers. Der negative Zinseszins-Effekt lauert immer um die Ecke. Diversifikation ist ausserdem fuer Trendfolger wichtig, da sie nie wissen, welche Position zu laufen beginnen koennte. Erst eine breit gestreute Diversifikation erlaubt es rechtzeitig im Markt zu sein, wenn es denn mal einer Position zu knallen beginnt. Manche quantitativen Analysten verwenden etwas wie die ―Black Box Kovarianz Matrix‖, um sicher zu gehen, dass sie keine Einzelpositionen mit zu hoher Korrelation zueinander 124

halten, da sonst der Diversifikationseffekt sich inversiert - und ploetzlich doppelt negativ auf das Portfolio auswirken kann. 3. Risiko ist der potentielle Verlust einer Einzelposition Wenn der Trader einen Stopp-Loss setzt, so ist es ihm im Endeffekt egal, ob die Volatilitaet gerade besonders hoch oder niedrig ist. Je enger der Stopp, desto hoeher die Wahrscheinlichkeit ausgestoppt zu werden. Absolut richtig. Jedoch wenn die durchschnittliche Schwankungsbreite einer Aktie 1 Euro pro Tag betraegt, ich kaufe 100 Stueck und riskiere aber nur 10 Cent pro Position. Wie hoch ist dann mein Risiko? Ist es 100 Euro (1 Euro Vola x 100 Aktien = 100 Euro) oder ist es 10 Euro (0,10 Cent Stopp-Loss Risiko x 100 Aktien)? Im Endeffekt muss die Vola ja fuer den Trader nichts schlechtes sein. Eine hohe Vola kann ja auch bedeuten, dass die Aktie ihr Kursziel schneller erreicht. Dumm ist nur der Teil in den die Position nicht laufen sollte. Der Bereich den man sich als Stopp-Loss gibt. Trader kontrollieren dieses Risiko indem sie Opportunitisten sind. Sie handeln nur dann, wenn sie glauben einen statistischen, positiven Erwartungswert zu haben. (Hier fuehren viele Wege nach Rom.) Sie platieren ihre Stopps und halten auch nur eine gewisse Anzahl an Trades. Trendfolgende Trader versuchen auch dieses Risiko staendig zu dezimieren, indem sie den Stopp-Loss trailern. Allerdings darf das auch nicht zu offensiv erfolgen, da sonst der Position nicht genug Raum zum ―atmen‖ gegeben wird. Wieder eine andere Technik ist das Risiko sehr eng zu waehlen und mit meiner Methode der Re/Entry‘s zu arbeiten. 4. Risiko ist der potentielle Verlust des Portfolios Auch bei dieser Risikoklassifizierung berechnet man nur das potentielle Downside-Risiko. Waehrend technische Trader die Summe aller gesamten offenen Positionen addieren koennen, so ist dies eine sehr vereinfachte Art der Risikoberechnung. Ein Beispiel: Man hat 4 offene Positionen mit jeweils -1R Risiko. 1R entspricht 1% so wuerde vereinfacht gesagt das potentielle Verlustrisiko 4% betragen. Allerdings gibt es noch Gaps und die Long/Short Quote zu beachten (spricht die Korrelationen) untereinander. Eine bessere Risikoklassifizierung ist sich den maximalen Drawdown eines Systems anzusehen, oder auch die Risk of Ruin Number zu ermitteln. Fundamentale Analysten verwenden auch das VaR-Modell, welches aber nur unter Theoretikern weit verbreitet ist. 5. Risiko ist ein Fehltrade Dies kann sowohl Tradern als auch Investoren passieren. Ein Fehler in der Positionsgroessenbestimmung, das Nicht-Einhalten eines Stopps, Overtrading, Gewinne zu frueh mitnehmen, keine genaue Strategie haben, beim einem Short nachzukaufen statt die Position glatt zu stellen… etc. Das sind alles bekannte Risiken. Ein weiteres Risiko ist der ―Style-Drift‖. Der Trader beginnt als Trendfolger, aber irgendwie wird er immer mehr zum Scalper - ohne genau zu wissen wieso - und umgekehrt. 6. Risiko ist Counter-Part Risiko Insbesondere fuer Derivate-Haendler von Interesse. Ist meine Counterparty auch wirklich gut, und liefert mir Execution ohne hohe Slippage-Kosten? Auseinandergerissene Spreads oder Systemaussetzungen bei Emittenten sind definitiv ein Counterpart-Risiko. Ebenso wer in Pennystocks agiert, geht immer ein enormes Counterpart-Risiko ein. (Stichwort: Markus Frick) 7. Risiko ist sein Benchmark nicht zu erreichen Insbesondere unter Insti‘s versucht man immer zu ermitteln, ob man sein Benchmark geschlagen hat. Alpha und Beta - und wie diese unsinnigen Kennzahlen alle heissen. (Etwas besser wird es schon bei der Sharpeund der Sortino-Ratio, aber auch hier gibt es Komplikationen bei der praktischen Implementierung). Wer den Markt nicht outperformed, der hat verloren. 125

Andere Investoren legen nur Wert auf Absolute Return (so wie ich etwa). Mein Ziel ist es 6R pro Monat im Live Trading zu verdienen, darauf arbeite ich hin. Dieses Ziel nicht zu erreichen, das ist ebenfalls ein Benchmark-Risiko.

Five Volume Principles to Guide Decisions May 23rd, 2008 by Corey Rosenbloom
Volume analysis is an important part of any trader‘s routine, and it‘s important to know some key principles about volume to help you arrive at potentially better conclusions or possibilities about future price action. The most often stated principle is that ―Volume Goes with the Trend,‖ meaning we would expect to see higher volume (relative) occurring during upswings in a rising stock or market (trend), meaning there is increasing interest or an increasing number of participants (buyers) taking part in the move to push prices higher. Also, for similar reasons, we would expect to see less volume, or a relative decline on volume on price retracements in an uptrend. These represent logical pauses in a price move and are helpful in keeping prices from being overextended, which could lead to profit taking (another form of price retracement) or possibly short-sellers entering (playing for reversion to the mean). Here are some other thoughts about volume principles that are based upon the above concept: 1. Volume can Lead Price Similar to a momentum divergence, a new high in price needs to be confirmed by at least relative increases in volume, if not new (relative) volume highs as well. If new price highs are clearly not confirmed by new (relative) volume highs, then this is a warning signal that the new price highs might not last long. The OnBalance Volume (OBV) indicator is essential for some traders due to its potential to lead price. 2. Massively Rising Prices with Massive Increases in Volume are often Unsustainable This goes back to the principle ―Trends End in Climaxes‖ where a sudden rush of euphoria causes all who want to join to be ‗all in‘ and thus unable to push prices higher. As we know, most people are bullish at the top and bearish at the bottom, and when there‘s a ‗last ditch effort‘ to get into (or out of) a stock, the classic sign is some sort of price blow-off which usually is marked by a stratospheric rise in volume - don‘t get caught up. 3. Price Consolidation after a long Downtrend with Increasing Volume is Bullish This scenario represents accumulation, in that funds are meeting any selling pressure buy accumulating all available shares, and thus ―they know something the mass public doesn‘t‖ or otherwise will catch onto later which could lead to the birth of a new trend. 4. Price Consolidation after a long Uptrend with Increasing Volume is Bearish For the opposite reason, after a long rise in price, if price consolidates for a long period of time, yet volume increases, this means that funds are distributing their shares to the numerous buyers who can‘t push prices higher, and when the buying pressure eases off, the price would be more likely to fall (or start a new downtrend) than continue rising. 5. Massive Volume on a New Significant Price Low is Bullish This signal could represent a capitulation from buyers which is being met by aggressive accumulation by funds or traders, but most likely simply represents a ‗throwing in the towel‘ on the part of the buyers who can‘t take the pain of lower prices any longer. Strangely enough, when volume spikes massively on a large 126

volatility down-move in price, this often signals bottoms, especially if the price closes higher on the day or at least closes in the upper range (such as the surge on January 22, 2008). Listen to the ―voices of volume‖ and what they may be saying about recent price activity, so that you may have a fresh clue about what may be happening in the ever-changing saga between buyers and sellers in the marketplace. (source: http://blog.afraidtotrade.com/)

Live Trading 2.0, pierre,

http://www.daytrading.de/blog/intro/was-ist-live-trading-20/ .

Am 15.10. hatte ich einen Blog-Post unter dem Titel: ―Should I stay, or should I go - I wanna know!‖ gemacht. Das war die Geburtsstunde des Projekts: ―Live Trading 2.0″. Es folgte eine Zusammenstellung von Business-Plänen im Dezember, die Analysen mit Ratings im Januar, die ersten Signale im Februar - tja, und da sind wir jetzt heute. Mein Mission Statement für das Live Trading lautet:

Mission Statement - Live Trading 2.0
Das Live Trading 2.0 ist ein allgemein zugänglicher Trading-Service auf www.daytrading.de. Das Ziel des Live Trading 2.0 ist es die gesamte Arbeit aus dem Traderalltag offen zulegen. Oberste Prämisse ist 100% Transparenz beim Börsenhandel. Damit steht die Wissensvermittlung an oberster Stelle. Performance ist sekundär - und sowieso nur ein Resultat akribisch guter Arbeit. Der Hauptfokus liegt stets darauf gute Arbeit zu verrichten - und diese Arbeit stetig effizienter und effektiver zu gestalten. Jeder Schritt der Entscheidungsfindung soll so gut wie möglich dokumentiert und einfach abrufbar sein. Beim Trading steht sowohl gute Arbeit (Vorbereitung, Nachbearbeitung, praktische Umsetzung, konstante Weiterbildung, Work-Life Balance) sowie ein kommunikativer Dialog mit allen Teilnehmern des Blogs im Vordergrund.

Ich habe auch 10 Gebote zum Trading: 1. Trade nur Trades, die von der Watchlist sind - keine Impuls-Trades 2. Jeder Entry und Exit ist vor dem Trade bereits geplant. 3. Im Verlust wird nie nachgekauft (warum nicht?), jeder Stopp wird eingehalten (dann aber hunderte re-entrys?) 4. Aktienempfehlung aus Magazinen oder dem Fernsehen werden ignoriert 5. Regelmäßige Pausen - Kein Overtrading! 6. Niemals darf ein Trade von einer Zeitebene auf eine andere transferriert werden. 7. Freu dich über kleine Verluste - sie sind Teil des Spiels! 8. Trade niemals aus Rache - oder weil du es dem Markt ―jetzt‖ zeigen willst…. 9. Niemand trägt Verantwortung für entstandene Gewinne und Verluste - ausser man selbst 10. Man muss nicht jeden Tag traden, um gut zu sein!

Ich habe auch 3 hoch gesteckte Ziele: 1.) Jeder Verlust muss so gut wie möglich bei -1R abgeschnitten werden. (trade#1 => -4,2% ist nicht 1R, oder?) Beim Trading ist es mein Ziel jeden Verlusttrade mit -1R ins Journal einschreiben zu dürfen. Das kann ich nur, wenn ich mich rigoros an alle meine Stopps, sprich mein geplantes Risiko, halte. Erstes Gebot des Traderalltags ist es also keine Verluste ausufern zu lassen. 2.) Nur die besten Signale handeln Gutes Trading heißt nicht unbedingt, dass man viel tradet. Wenn man am Tag nur 1-2 Trades macht, so ist das schon sehr aktiv. Es ist mein Ziel regelmäßig den DAX30, sowie die Titel des DOW30 zu verfolgen. Steigt die Korrelation der Positionen zu sehr an, so kann ich auch auf den NASDAQ100 ausweichen. Dies soll als Anfangsauswahl für Basiswerte reichen. Es gilt jedoch nicht zu vergessen: Qualität vor Quantität. Ich möchte nicht mit schlechten Trades unnötig Kapital binden, Transaktions- und Finanzierungskosten und einen etwaigen Verlust bezahlen. Nur 3 gute Trades auf dem Tageschart in Folge könnten bei einem Erwartungswert von 3R pro Trade ein Plus von 9% im 127

Monat bedeuten. Das ist nicht zu vernachlässigen! Also, wenn mal keine guten Signale da sind - lieber weniger handeln - und begreifen, dass das langfristig eine bessere Rendite hat, als irgendwie rumzuzocken. Ich möchte mir jede Woche zumindest 20-25 potentielle Trade-SetUps erarbeiten, mir Alarme stellen, und hoffentlich auch nur die besten 15-25% der Signale handeln. Natürlich werde ich auch verfolgen, ob es denn besser gewesen wäre, alle Signale zu handeln - und werde so aus dem Trading-Journal lernen, ob es denn besser wäre selektiv zu traden, oder alle Signale zu handeln, die einem unterkommen. (Erfahrungswerte verraten mir, dass das selektive Trading wahrscheinlich die Oberhand behalten wird.) Das heisst, selbst die Handelsfreuquenz soll zu einem gewissen Grad automatisiert sein - und nicht willkürlich festgelegt werden. 3.) Basis-Strategie, 1/3 Strategie, Donchian sowie Break-Outs aus klassischen Chartmustern Ich werde gleich von Beginn mit mehreren Strategien das Trading beginnen. Natürlich werde ich hauptsächlich die Strategien verwenden, die ich in meinem Buch ―Die besten Trading Strategien‖ beschrieben habe. Ich bin ja überzeugt, dass es die besten Trading-Strategien sind Dabei werde ich mich in der aktuellen Marktphase wahrscheinlich eher auf die 1/3-Strategie konzentrieren. Der Markt wird jedoch aufzeigen, welche Strategien stärker, und welche schwächer gewichtet werden. (Den gesamten Entscheidungsfindungsprozess werde ich natürlich im Blog veröffentlichen.)

Und was ist mit der Performance?
Das Problem von Bezahldiensten und vielen HedgeFonds: Viele Börsenbriefe leben davon, dass sie ständig Signale rausfeuern. Keine Signale, keine Action für die Leser. Damit jede Menge Abokündigungen etc. Auch Hedge-Fonds und andere Insti‘s müssen immer aktiv sein. (Ich habe noch nie von einem Bankberater gehört, der empfiehlt mal 100% in Cash zu gehen.) Wer würde sein Geld bei einem Hedge-Fonds lassen, der gar nicht investiert ist? Die gesamte Börsenbranche ist auf Aktivität aufgebaut - auch Broker wollen, dass man möglichst viele Transaktionen macht. Ohne Transaktionen keine Gebühren. Damit will ich mich jetzt nicht ausreden, dass Inaktivtät die Verspätung rechtfertigt. Aber ich kann euch garantieren, dass das hier jetzt nicht der Megasignal-Blog wird. Wieso? Mein Ziel ist 1R netto pro Woche zu verdienen - über einen Zeitraum von 5 Jahren. Wenn nur 2 Trades pro Woche entstehen, mit einer Trefferquote von 50% und der Gewinner verdient 2R während der Verlierer 1R verliert, dann gelingt dieses Ziel. Und das mit nur 2 Signalen pro Woche. Daumen x Pi gerechnet ergibt das eine Performance von 10.000 Euro auf 186.000 Euro nach 5 Jahren. Wenn man 1R jedoch mit 2% Depotrisiko handelt, dann werden aus 10.000 Euro nach 5 Jahren 1.000.000 Euro. Das ist die Durchschlagskraft des Zinseszins-Effekts. ...... pierre, pierre ...... tolle regeln + tolle ziele, wie sieht aber die realität aus? was ist 1R in der realität ?!? => alle trades im mai 2008:
Nr Typ Name Entry Stk. StoppTarget Loss Exit %-Resultat entry reason entry date exit date

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

S L L S S L L S L L S L

DBK EON DPB MRK MRK TUI MEO CBK VOW VOW SAP TKA TKA TKA DPK TKA

75,66 128,24 57,45 90,50 88,43 17,61 49,62 22,60 188,92 186,30 33,50 43,35 43,79 43,56 59,90 43,67

200 100 100 100 100 200 300 150 100 100 350 300

400 240 250 500 240 180 100 180 250+ 350+ 150 150+

150 110 100 110 110 50 35 85 100 100 55 0

77,70 131,00 56,45 87,74 88,53 17,11 49,92 187,92 184,10 34,07 43,59 43,59 43,31 59,50

-4,20% 2,50% -1,12% 2,50% -1,28% -1,15% 0,70% -1,20% -2,45% -2,10% 0% 0% -1,80% -2,00%

13 L 14 L 15 L 16 L

200 150+ 44 500 50+ 400 250 500 22 40 35

Short-Autobahn Long-Autobahn Long-Autobahn Short-Autobahn Short-Autobahn Long-Autobahn Gap-Fill Short-Autobahn Long-Autobahn Long-Autobahn Expected Gap Long-Autobahn AutobahnPyramide Long-Autobahn Long-Autobahn

18.04.2008 28.04.2008

28.05.2008 29.05.2008 29.05.2008 29.05.2008 29.05.2008 29.05.2008 29.05.2008 29.05.2008

Jesse Livermore hat einen Nachfolger! Jun 2nd, 2008 | By pierre | Category: Szene-News 128

Dieses Wochenende habe ich mal einfach mit Lesen verbracht. Einfach mal ein gutes Buch nehmen, in eine Geschichte eintauchen und gefesselt sein von den gelesenen Zeilen. Doch was fesselt einen eingefleischten Trader in der normalen Literatur? Heute, Montag und 500 Seiten spaeter kann ich sagen, ich habe ein neues Lieblingsbuch - unter den mittlerweile rund 600 gelesenen Boersenbuchern. Und dabei handelt es sich um nicht mehr und nicht weniger als den modernen Nachfolger von Jesse Livermore. Es handelt sich um die Biografie von Jordan Belfort. Einem Frontrunner an der Wall Street, der ein Leben gelebt hat, von dem selbst die meisten Rapstars traeumen. Mit illegalen Aktiengeschaeften regierte er 20 Jahre die Wall Street - und war bekannt als der Wolf der Wall Street. (Mit 21 stieg er pleite ins Geschaeft ein, mit 30 war er einer der reichsten New Yorker) Er brachte Abzocke auf ein neues Level. Er betrieb naemlich nicht Frontrunning mit einer breiten, dummen Masse wie man das gewohnt ist von Boersenbrief-Abzockern. Nein, Jordan Belfort beschiss die reichsten Amerikaner und verdiente rund 20 Millionen Dollar pro Tag. Jetskis, Helicopter, Yachten, MegaMansions auf Long Island, Prostituierte, Supersportwagen. So faengt sein Leben an. Doch seine Gesundheit verlaesst ihn, er versenkt seine Yacht (und noch vieles mehr in seinem Leben) dank einer Drogenabhaengigkeit die ein normaler Koerper keine 10 Tage ueberleben wuerde. Schmerztabletten, Morphine, Anti-Depressiva, Kokain, Marijuhana. Nichts hat er ausgelassen. Wer bald in Sommer-Urlaub faehrt, ich kann keine bessere Strandliegen-Lektuere empfehlen. Wer wissen will wie der Wolf of Wall Street illegale Geschaefte selbst an der SEC vorbeibringt, und wie schnell man ungluecklich wird mit einem oberflaechlichen High-Life Leben, oder Drogen das Leben von der Essenz auf zerfressen (und noch viel mehr aufregende Sachen) der holt sich diesen Fessler. Und wer liebt ihn nicht diesen kleinen Zusatz: Based on a True Story. Auf Deutsch (und leider nicht im FinanzBuch Verlag) erst Ende des Jahres erhaeltlich. Auf Englisch gibt es das Teil allerdings auch als Audio CD. Wie gesagt. Jesse Livermore ist tot. Die Hedge-Fund Welt hat einen neuen Jesse Livermore. Oft wuenscht man sich, dass man mehr ueber die Geschaefte erfahren wuerde. Fuer nicht Wall Street interessierte, ist es sicherlich kein so tolles Buch. Wer ein Buch sucht von jemanden der den grossen Traum leben wollte (und es tat), der wird sehr schnell merken, dass Geld und Macht am Ende des Tages nicht viel wert sind. Das Buch ist wohl mehr Lektion und Entertainment als Wissensquelle. Wie gesagt, perfekte Urlaubs- und Wochenendlektuere, die spannend zu lesen ist wie ein Krimi.

18 comments Leave a comment »
1. sp June 2nd, 2008 10:53 : sorry, aber livermore und dieser belfort sind absolut nicht vergleichbar. livermore war einer der herausragendsten spekulanten der modernen zeit und dieser typ hat mithilfe seiner brokerfirma einfach nur leute um ihr geld betrogen und wurde deswegen auch verurteilt. wo bitteschön sind da parallelen? aber irgendwie passt es in unsere zeit, dass solche betrüger auch noch über ihr werk bücher schreiben dürfen und dafür noch geld bekommen, … 129

2. Dyronim June 2nd, 2008 11:12 : Pierre bezieht sich wohl eher auf die Paralellen vom Auf und Ab, zwischen Pleite und Reich, dem Schwarz und Weiß an der Börse. Also ich werd mir das Buch mal durchlesen. Klingt auf jeden Fall spannend … und wenn man Wikipedia glauben kann soll es sogar einen Kinofilm mit Dicaprio geben. Da bin ich mal gespannt 3. pierre June 2nd, 2008 11:14 : jesse livermore starb pleite… er nicht. hmm… 4. pierre June 2nd, 2008 11:28 : http://www.youtube.com/watch?v=_SrlWsGITB0 5. cerbi4 June 2nd, 2008 12:15 : Den Vergleich mit Livermore finde ich auch nicht angebracht. Markus Frick bezeichnet doch auch keiner als Trader. 6. cerbi4 June 2nd, 2008 12:20 : > It covers his decade of success with straightforward accounts of how he worked with managers of obscure companies to acquire large amounts of stock with minimal public disclosure, then pumped up the price and sold it, so he and the insiders made large profits while public investors usually lost. … Pump and Dump… klassisches Frontrunning > The book‘s main topic is the vast amount of sex, drugs and risky physical behavior Belfort managed to survive. Ein typisches Börsenbuch scheint es nicht gerade zu sein. 7. bostong June 2nd, 2008 12:22 : livermore war nicht pleite….er hatte ―immerhin ‖ noch irgendwas um 5millionen 8. cerbi4 June 2nd, 2008 12:43 : @bostong Und warum hat er sich dann die ―Kugel gegeben‖? 9. pierre June 2nd, 2008 12:55 : vielleicht weil er gar nicht echt ist, sondern nur eine Erfindung? 10. sp June 2nd, 2008 12:56 : @cerbi livermore war krankhaft depressiv. das hatte aber nix mit seiner karriere zu tun. er litt seinen leben lang an depressionen. im gegensatz zu diesem betrüger hat sich livermore seinen reichtum ertradet. wenn man sich den ―dünnen‖ markt von damals anschaut und die gewinne die er erwirtschaftet hat (knapp 100 mil $ in 1929), dann ist sein können nicht hoch genug einzuschätzen! ich bleib dabei - der vergleich ist völlig fehl am platz. vielleicht kommt ein soros mit seinem gbp-trade ende der 80er noch am ehesten an das können eines livermore heran. evtl. auch noch p.t. jones. cheers 11. cerbi4 June 2nd, 2008 13:05 : @sp Soviel Geld und dennoch depressiv, da stimmt doch etwas nicht. Vielleicht hätte er sein Geld auch mal ausgeben sollen. 12. pierre June 2nd, 2008 13:19 : 130

Der Vergleich bezog sich, wie schon oben in einem Kommentar geschrieben, auf den Unterhaltungswert des Buches - und nicht auf die Personen an sich. 13. cerbi4 June 2nd, 2008 13:20 : Zumindestens bei Wikipedia steht, daß er pleite war. Genaueres wird sich aber nach so langer Zeit nicht mehr feststellen lassen. http://en.wikipedia.org/wiki/Jesse_Lauriston_Livermore 14. bostong June 2nd, 2008 13:32 : @cerbi4 nein, es steht nicht auf wikipedia das er pleite war….. 15. mhm June 2nd, 2008 14:12 : @11: Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die es in vielen Variationen und Abstufungen gibt.. 16. outperformer June 2nd, 2008 19:43 : Aus Wippi: Although untouchable trusts and cash assets at his death totalled over $5 million, Livermore had failed to regain his trading confidence before his death. A lifelong history of clinical depression had become the dominant factor in his final years. 17. valentin June 2nd, 2008 23:48 : Na, das Buch klingt aber sehr spannend!! Hab grad ein Buch am Nachtkasterl vom Richard Branson das ―loosing my verginity‖ heisst. Kann ich nur jedem empfehlen…. Der Typ ist sooooo abgefahren krass das es ärger nicht geht! Hab das Buch von Belfort noch nicht gelesen, aber der spielt sicher in der gleichen Liga mit… 18. jaro g. June 3rd, 2008 00:25 : hi leute, das buch scheint ja lustig + interessant zu sein, mein geld möchte ich jedoch an der börse (und sonst auch) lieber auf ehrliche art + weise verdienen ;-), j.

Gastkommentar: Thomas Vittner spricht darueber, warum so viele Trader scheitern
Jun 5th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance
In der einschlägigen Fachliteratur findet man immer wieder Hinweise darauf, daß 80 oder 90% der angehenden Trader bei diesem Unterfangen bereits in den ersten Monaten scheitern. Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum das so ist und ob das bei anderen Gewerben auch der Fall ist? Scheitern auch 85% aller sonstigen Unternehmer dabei, ihr Business aufzubauen? Und zwar schon nach wenigen Wochen oder Monaten? Wohl kaum. Wo liegen dann die Unterschiede? Warum klappt das mit dem Trading nicht so recht bei uns Menschen? Ist es so schwierig?! Lassen wir bitte die Kirche im Dorf, Trading ist doch nicht >Rocket Science< ! Woran liegt es dann? Auch ich kenne nicht alle Gründe die für das Scheitern verantwortlich sind und sicher ist das auch ganz individuell zu betrachten. Ich weiß nur, daß viele angehenden Trader mit einer komplett falschen mentalen Einstellung an das Unterfangen >Trading< herantreten. Sie versuchen, die Erfolgsrezepte des Alltags oder des Geschäftslebens 1:1 auf das Trading zu übertragen. Und da haben wir die Crux. Das funktioniert so nämlich nicht. Ich möchte Ihnen nachfolgend anhand weniger Beispiele aufzeigen, warum das so ist. Zum einen weißt das Business Trading sehr wenig Zutrittsbarrieren auf. Trading wirkt daher für einen Laien sehr einfach. Jeder mündige Erwachsene, der 1.000 Euro auf der Seite hat, kann ein Konto bei einem Broker eröffnen. Da auch jeder Privatanleger heute Zugang zu einem Margin Konto hat, können mit diesen 1.000 Euro enorme Summen an den Märkten bewegt werden. Ohne viel Aufwand scheint es dem angehenden Trader auf diesem Weg daher möglich, an das große Geld heranzukommen und reich zu werden. Am besten noch mit einem einzigen Trade. Denn schließlich genügt ein Mausklick um den Trade zu starten, um im Spiel zu sein. Ist doch einfach, oder?

131

Das dann natürlich die Ernsthaftigkeit hinter diesem Lernprozeß fehlt ist nur allzugut verständlich. Und deshalb scheitert der Großteil der Trading Aspiranten schon nach ein paar Wochen. Übersteht ein Trader mit Glück diese erste Phase, erkennt er dann, das Trading eben doch als einen Prozeß zu betrachten. Er erkennt, daß man diese Tätigkeit sehr wohl erlernen muß und man nicht einfach wahllos drauf los handeln kann. Und so beginnt für ihn die so oft zitierte Suche nach dem heiligen Gral. Der Trader glaubt nun, mit im Alltag erprobten Verhaltensweisen auch an den Märkten sein Glück zu finden. Da man im Alltag lernen muß um voranzukommen denkt er, daß auch an den Märkten Fachwissen über alles geht. Das stimmt zwar in einer Art, ist aber in einer anderen Art leider komplett falsch. Richtiges Wissen würde hier bedeuten, sich zum Beispiel Gedanken über Angebot und Nachfrage zu machen. Also über die Funktionsweise der Märkte an sich. Falsches Wissen geht in Richtung der Suche nach dem perfekten Einstieg, der dem Trader die Verluste ersparen soll. Denn agiert der fortgeschrittene Trader in der Praxis nun mit seiner ersten Methode kommt er nach den ersten paar Fehltrades rasch zu dem Schluß, nicht genug über die Märkte zu wissen. Denn im Regelfall versucht der Anfänger vor allem mit der Technischen Analyse die Märkte prognostizieren zu können. Da wir alle gelernt haben, uns den Erfolg darüber hinaus erst verdienen zu müssen sitzt dieser Trader dann noch stundenlang vor dem PC und beobachtet die Kurse wie sie hin und her wogen. Durch dieses Verhalten hat der das Gefühl, einerseits für den Erfolg auch zu arbeiten und andererseits die Märkte kontrollieren zu können. Doch das ist eine Illusion und mit diesem Verhalten schädigt der Trader seine Psyche meist noch weiter. Warum das so ist werden wir in einem späteren Artikel ansprechen. Da es mit seinem Fortschritt nicht vorangeht, verschlingt er weitere unzählige Bücher und lernt die unterschiedlichsten Regelwerke aller möglichen Trader kennen. Doch statt in die Tiefe geht sein Wissen so immer mehr in die Breite. Statt etwas Neues zu schaffen ahmt er bestehendes nach. Aber alles Wissen hilft ihm nicht weiter. Egal wieviel er auch lernt, sein Handeln wird nicht profitabler. Da er ja noch immer versucht, die Märkte mit technischer Analyse vorherzusagen und dies so oft nicht klappt muß er ja etwas falsch machen. Denn er assoziiert zu diesem Zeitpunkt jeden Fehltrade noch als Tradingfehler und glaubt, nicht genug Fachwissen vorweisen zu können um dieses Spiel zu gewinnen. Also muß wieder eine andere Methode her. Und das geht auf Ewig so weiter. Der Trader springt von Baum zu Baum, von Methode zu Methode und wird statt reifer immer unsicherer und verzweifelter. Meist hängt dieser Trader seine Ambitionen dann nach wenigen Monaten wieder an den Nagel. Entweder, weil ihm das Geld ausgeht oder weil er die ständigen emotionalen Schmerzen nicht mehr erträgt. Er denkt zu diesem Zeitpunkt auch, man könne gar nicht erfolgreich traden. Und seine in dieser Zeit erlittenen Verluste scheinen ihm auch Recht zu geben. Dieser Trader steht nun vor der Wahl, seine Börsenambitionen aufzugeben oder sich den Märkten mit einem anderen Gedankengut zu nähern. Welches Gedankengut hier gemeint ist möchte ich in meinem nächsten Artikel verraten.

Alles Gute bis dahin und traden Sie mit Bedacht! Thomas Vittner 1. Kay June 5th, 2008 12:47 : ―Trading ist doch nicht Rocket Science‖ - Aber weit weg davon bewegen wir uns nicht ;D Der Grund des Scheiterns vieler Anfänger ist nur z.T. psychologisch bedingt. Ebenso oft kann man beobachten, dass fehlendes Wissen über Marktmechanismen, Finanzprodukten und Risk Management in den Ruin führt. Die zunehmende Komplexität von Finanzprodukten sowie die Tücken und Risken des OTC Markts sind nicht nur für private Chartpinsler, sondern (wie wir zur Zeit live erleben dürfen) auch viele Institutionelle ein grosser Risikofaktor (Stichwort Credit Derivatives, Subprime Krise) 2. thomas96 June 5th, 2008 13:38 : da ist schon viel wahres drinnen in dem beitrag, ich kenne einige davon die lesen testen lesen testen und nicht real traden. Sie müssen noch weiter testen. aber das wichtigste können sie dann immer noch nicht. verkaufen am stopp kurs………..hoffen angst und der kommt schon wieder, kennen wir doch alle Oder 3. upgap June 5th, 2008 14:13 : Zitat: Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum das so ist und ob das bei anderen Gewerben auch der Fall ist? Ja, aber was mich mehr interessiert: Woher kommt diese Zahl (80-95%) ? Quelle ? Abgesehen davon, daß sie jeder von jedem abschreibt/übernimmt. Kann man sie überhaupt sinnvoll schätzen ? (Plausibel sind sie allemal, klar) mfg, upgap 4. sp June 5th, 2008 17:14 : also nach bo yoder (einem amerikanischen trader), der diesem mythos mal nachgegangen ist, ist der prozentsatz nicht ganz so hoch. dabei gehen wohl ca. 55% gleich pleite, ca. 20% kommen auf eine schwarze null - der rest ist mehr oder weniger erfolgreich. wobei nur ein kleiner prozentsatz wirklich richtig asche macht. ich denke man kann das ganze mit dem kunstmarkt vergleichen. sehr viele betreiben in irgendeiner form kunst - nur ein kleiner prozentsatz verdient sich dabei etwas hinzu und nur ein winziger prozentsatz lernt richtig zu fliegen. 132

meine these dazu: jeder kann das traden erlernen und mit einem guten handwerklichen ansatz, viel disziplin und viel input cäsch aus dem markt ziehen. allerdings muss zusätzlich ein talent vorhanden sein um wirklich erfolgreich zu sein. eben wie auch sonst im leben, … cheers 5. Zentralbankrat June 5th, 2008 18:09 : Dem kann ich mich nur anschließen. Außerdem: Was gern übersehen wird, ist die Tatsache, dass Trading (auf die Dauer) ein Null-Summen-Spiel ist. D.h. was ich in dem Markt gewinnen will, muss ein Anderer dort verlieren. Natürlich verliert niemand freiwillig. Es ist wie beim Boxkampf und die Börse ist der Ring. 6. Seurat June 6th, 2008 08:07 : Die Aussagen von Herrn Vittner kann voll unterstreichen… denn ICH befinde mich seit längerer Zeit in diesem Kreislauf gefangen. Lesen, lesen, lesen… Wissen anhäufen. Bin in einschlägigen Foren mehr zu Hause als im realen Leben. Sporadisches sprunghaftes Antesten der gewonnenen neuen Erkenntnesse in echten Handel. Einfahren von Verlusten. Noch habe ich genug Kapital ( aus Gewinnen vor 2000 ), was aber nicht mehr unüberlegt aufs Spiel gesetzt werden kann. Habe nun aber nach langer Zeit endlich begriffen, dass das Einfahren von Verlusten aus fehlendem RM/MM resultierte. Letztendlich ist aber der Schlüssel zum Erfolg - KAPITALERHALT. Und das funktioniert ohne Disziplin und das Verabschieden des Ego nicht. Traden ist ein Geschäft und kein Hobby! 7. Marcus June 6th, 2008 08:09 : Ein nicht zu unterschätzender Aspekt ist auch, dass einem beim Trading kein soziales Netzwerk nützt. In einem Unternehmen kann man auch etwas durch ein Team, eine Gruppe von Leuten mit denen man sich unterhalten kann, schaffen. Beim Trading ist man ganz allein auf sich gestellt. Das finde ich persönlich aber wieder sehr vorteilhaft. Man muss es eben mögen … 8. sp June 6th, 2008 11:45 : traden ist mit keiner anderen unternehmerischen tätigkeit vergleichbar! okay man sollte unternehmerisch an die sache herantreten, aber die tätigkeit an sich ist mit nichts anderem vergleichbar. das fängst schon damit an, dass man keine werte schafft UND auch keine dienstleistung erbringt. das kann über die jahre hinweg äusserst frustrierend sein, da die tätigkeit einen nicht auszufüllen vermag. zudem braucht man weder einen kundenstamm (was wiederum ein grosser vorteil sein kann) noch sonstige soziale fähigkeiten. als trader managt man risiko und das risiko ist praktisch immer latent vorhanden, dass man die kontrolle über das zu managende risiko verliert! alles klar? aus meiner jahrelangen tätigkeit als daytrader kann ich nur sagen, dass es absolut nicht für jedermann geeignet ist. allein schon wegen der zunehmenden isolierung von der gesellschaft. ausserdem kenn ich keinen zweiten beruf/unternehmerische tätigkeit in der der wert des geldes mit zunehmenden erfolg dermassen abnimmt. wenn die equity erstmal anfängt zu laufen verliert man jeglichen bezug zum realen wert von geld. dies kann sich als trügerische falle erweisen, v.a. dann wenn das trading den hauptsählichen lebensinhalt ausmacht! ich kenne nicht wenige, die daran persönlich gescheitert sind. aber ansonsten ist es super, … cheers

9. Kay June 6th, 2008 11:56 : Was bitte habt Ihr alle mit der ‗Trader-Isolation‘. Das ist doch absoluter Schwachsinn. Als wäre der Beruf an sich, Grund dafür. Wer keine sozialen Kontakte pflegt ist selber schuld, aber das hat mit Trading absolut nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Die meisten Händler die ich kenne, haben alle (mehr oder weniger zeitintensive) Hobbies um vom Trading Abstand zu gewinnen. Ich kenne Selbständige, die haben nicht mal annähernd so viel Zeit wie der durschnittliche Trader. In den Handelsräumen kann man die Sekunden zählen, wie lange ein Händler noch im Office bleibt, sobald der Markt zu hat. Wenn das jemand ‗cool‘ findet, den einsamen Wolf zu spielen und sich darin auch noch gut fühlt bitte. Aber Trader sind per se nicht isoliert. Das entscheidet jedes Individuum selbst. Das Trading dem Einen oder Anderen ‘selbstverwirklichungstechnisch‘ wenig bringt verstehe ich, aber das ist nun auch mal nicht Sinn und Zweck des Handels. 133

10. pierre June 6th, 2008 12:00 : absolut deiner meinung! 11. pierre June 6th, 2008 12:05 : soziale isolation = spielsucht 12. dito 14:59 : Warum so viele Trader scheitern? Was machen die erfolgreichen Trader anders? Ich schreibe mal von mir. Jahrelang hatte ich mehr oder weniger Geld verloren an der Börse. Dann kam der Moment, wo ich mir sagte. Entweder, ich lasse die Finger in Zukunft davon, oder ich gebe 1000% für die Sache. Ich hatte mich für letzteres entschieden und habe einen enormen Wissenshunger gestillt. Innerhalb von 3 - 4 Monaten mehrere dutzend Bücher gelesen. Tag und Nacht im Internet auf der Suche nach allem was mit Trading zu tun hat, hunderte Seiten mit meinen Gedanken zum Trading notiert, (manchmal sogar nachts aufgewacht, um mir irgendwas zu notieren:-) auf seminare gegangen, (unter anderem auch auf ein Seminar von Pierre nach Wien geflogen Austausch mit anderen, hunderte Stunden mit Chart und Markttechnik verbracht und das immer und immer wieder….. usw. usw. Tja. Wirklich geändert hat das dann aber auch nichts an meiner Tradersituation, ausser vielleicht dass ich über eine Menge bescheid wusste. Mein Trading entwickelte sich dann zu einem +/- 0 Trading. Ich habe getradet und dabei kein Kapital verloren. Das ging so ca. 3 Monate. Dank Tradingtagebuch wusste ich, wie ich ―was‖ bei meinem Trading verändern muss. Dann auf einmal setzten Gewinne ein …. und das regelmässig. Seit dem funktioniert mein Trading tadellos. Ich handel nur eine Strategie gepaart mit solidem Moneymanagement und fertig.. Zeitaufwand täglich max. 30 Min. Ich habe oft darüber gelesen, dass erfolgreiche Trader Trading langweilig finden. DAS konnte ich NIE glauben! Aber nun bin ich irgendwie selbst an diesem Punkt angekommen. Ich habe keinen Wissenshunger mehr. Mich interessiert alles um mich rum was mit Trading, oder Börse zu tun hat überhaupt nicht mehr. Ich gehe lediglich täglich meine Trades ein ….. den Rest macht der Markt für mich. Absolut Emotionslos eben. Das einzigste was mir bei der ganzen sache noch Spass macht, ist das ausfüllen meines Tradingjournals jedes Wochenende Was ich nun von mir sagen kann, was mich erfolgreich gemacht hat, ist folgendes. Geduld, Diziplin und an oberster Stelle “Durchhaltevermögen”! Und das “verinnerlichen” des Moneymanagement. Nicht nur verstehen und darüber bescheidwissen, sondern das tiefe verinnerlichen von Moneymanagement und dem totalen bewusstsein, was konsequent und diszipliniertes umsetzen von Moneymanagement für eine Kraft hat! 13. jaro g. June 7th, 2008 02:22 : hi leute, super beiträge, amüsant + informativ :-)) @Zentralbankrat: wie kommst du auf die Idee … ehhhhm …. Tatsache, dass Trading (auf die Dauer) ein Null-Summen-Spiel ist. D.h. was ich in dem Markt gewinnen will, muss ein Anderer dort verlieren… ??? ist es nicht nur eine weitere ‗weisheit‘ die unreflektiert herumkopiert wird, ohne dass irgendjemand darüber nachdenkt? schließlich steigen ja (auf lange sicht) die aktienkurse (dax, dow, …) ziemlich kräftig an, stimmt‘s? IMHO müßte also in summe wesentlich mehr geld gewonnen als verloren werden :o).

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natürlich meine ich damit nicht, daß man an der börse automatisch reich wird … denn schließlich steigt auch die inflation (ein lautes ‗danke‘ an regierungen + zentralbanken für das viele papiergeld + kräftige preissteigerungen). und ob man an der börse nun (auf lange sicht) die kaufkraft seines geldes erhält / verliert / steigert ist natürlich eine ganz andere frage :o) grüße aus münchen + gute n8, j. 1. ChaCoa June 2nd, 2008 10:24 : Pierre, da Du mich nun laufend ansprichst nun doch noch mal ein Hinweis von mir. 1) Mein Tradingblog wurde eingestellt, da ich für mich erkannt habe, dass mir Trading mehr Spass macht, als eine Community zu unterhalten. Das hatte ich eine zeitlang auf meinen Seiten publik gemacht. 2) Warum ich mich aus dem Posting hier zurückgezogen habe, hatte ich bereits erläutert. Du bist für mich nicht identisch, weil Du Dinge anders machst, als Du vorher lehrst. Das zeigt sich ja auch langsam an den Ergebnissen und den Kommentaren der noch Blogger. 3) Mir die Art nicht gefallen hat, wie Du aus meiner Sicht andere kritisierst. Wobei ich oft das Gefühl hatte, das bestimmte Videos die eingestellt wurden, implizieren sollten, wie schlau Du bist und wie ―unschlau‖ andere sind. Das erweckt zumindest bei mir den Eindruck, das Du hier der ―Schlaue‖ an der Börse bist. Was Du ja jetzt selber freiwillig beweisen wirst….ja ich weiß, dass Projekt über 5 Jahre…. 4) Mein Fazit letztlich hier nur noch zu beobachten, weil es mir fern liegt immer einen persönlichen Abschlag mit Dir zu führen. Brauche ich nicht, will ich nicht, liegt nicht in meiner Natur und hilft anderen nicht. 5) Da Du ja auch ein bißchen einen esoterischen ―Tatsch‖ hast, gehe ich mehr in die Richtung einer positiven Energie, die mir gut tut. Und das war letztlich nicht mehr hier. 6) Und darum siehst Du dann über Dein persönliches ―Überwachungssystem‖ (zumindest kann man das ja sich über Logfiles, IP-Nr. etc. nutzbar machen), dass ich ebend nur noch ab und zu mal vorbei schaue, ich eigentlich nur gucke, ob mein Gefühl gestimmt hat. Du selber wirst doch bestimmen (und hast ja auch wesentlichen Einfluß darauf genommen wie es weiter geht) Und was Du jetzt alles wieder interpretieren willst über Deine Logfiles, und das Trader deswegen Blogs zumachen, weil sie pleite sind…ist mir sowas von egal…und läßt mich nur schmunzeln. Das einzige was letztlich gut wäre, wenn Du den Leuten, die an Deinen Lippen hängen wirklich beim Traden hilfst und zeigst, was funktioniert. Diese Verantwortung hast Du ja durch Deinen öffentlichen Blog übernommen. Um das ―persönliche‖ hier mit Dir zu beenden, wünsche ich Dir mehr Erfolg als bisher und verspreche Dir auch keine Smiles mehr ―einzustellen‖ ! Wenn ich dann wieder mehr Lust zum Bloggen habe, ob ich irgendwann mal etwas im geschützten Bereich machen werden, weiß ich im Moment noch nicht. Ich habe kein Druck, keinen Erfolgszwang ;o) So dass war nun wirklich der letzte Smile hier - alles Gute für Deinen Blog ChaCoa (JG 06.06.08: ist es nicht schade, wenn erfahrene+niveauvolle leute aufhören, nur weil sie sooo scheiße ‚abgefertigt‘ werden .. ;-((. ok, wer managt, der entscheidet)

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2. pierre June 2nd, 2008 10:45 : 1.) Weise Entscheidung 2.) Do as I say not as I do - hat sogar Warren Buffett dieses Jahr mal ueber die Lippen sausen lassen. Aber bis auf den ersten Trade ist alles in Ordnung (woher kommt eigentlich diese Auffuhr, dass jeder Trade ein Bloedsinn ist?) 3.) Dir hat die Art nicht gefallen, wie ich andere kritisiere? Hmm, ich denke das ist eher umgekehrt. 4.) Ploetzlicher Wandel deiner Gefuehlswelt? 5.) Ich wuenschte, alle waeren konstruktiv - aber das ist eine Illusion. 6.) Ist kein Ueberwachungssystem. Die Blog-Software zeigt einfach an, wer gerade online ist. Wird nirgends gespeichert oder gesondert ausgewertet. Wenn ich mich einlogge um einen neuen Artikel zu schreiben, sehe ich halt, dass die die am lautesten kritsieren, auch am regelmaessigsten online sind. (Auch die ganz infamosen… bis heute) 7.) Ich denke, ich bin gerade mitten drinnen das zu tun. Verantwortung habe ich keine. Wenn ich will ueberweise ich jedem der bezahlt hat seine 100 Euro zurueck und trade wieder fuer mich alleine. Will ich aber nicht, weil mir Blogging Spass macht. (Bis auf diesen 100 Leuten bin ich absolut niemanden was schuldig.)

Die Top 10 Gruende warum Trader ihre Disziplin verlieren

Jun 9th, 2008 | By pierre |

10.) Stoerungen in der Umgebung / Langeweile lenken ab 9.) Stress und zuviele Aufgaben aufeinmal senken die Konzentration 8.) Uebermut nach einer Serie von Gewinntrades 7.) Widerwillen Verluste zu akzeptieren, die dazu fuehren den Tradingplan zu verwerfen, nachdem die Position ―rot‖ geworden ist 6.) Verlust des Vertrauens in seine Strategie nach einer Drawdown-Phase 5) Impulsives Verhalten in Stresssituationen 4.) Umstandsbedingte Stressfaktoren (Job, Familie, etc.) 3.) Trading mit zu grossen Trading-Poistionen die zu starken Swings im Depot fuehren 2.) Keine klare Trading-Strategie zu haben 1.) Eine Trading-Stil, Zeitebene, Markt zu handeln, der nicht zur eigenen Persoenlichkeit passt

Wie man als privater Trader so professionell wie ein Hedge-Fonds arbeitet
May 27th, 2008 | By pierre | Category: HedgeFonds / Rohstoffe

Private Trader sind kleine Ich-AG-Hedge-Fonds. Als Trader hat man ebenso all die Aufgaben zu erfüllen, die ein Hedge-Fonds auch in seinem alltäglichen Geschäft zu erledigen hat. Man muss Kapital auftreiben, Strategien entwickeln, implementieren und anpassen, ein gutes Risiko- und Money Management betreiben - und hoffentlich am Ende des Geschäftsjahres mit einem positiven Ertrag unterm Strich dastehen. Jeder der mit dem Trading beginnt ist am Anfang hilf- und orientierungslos. Es gibt so viel zu tun, zu lernen, zu wissen – und noch viele Fehler zu machen, um auch tatsächlich aus ihnen zu lernen. Das Projekt einen IchAG-Hedge-Fonds zu gründen ist wahrlich kein leichtes Unterfangen.

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Jedes grosse Projekt erfordert von der Idee bis zur Realisierung unterschiedliche Anforderungen, Arbeitsprozesse und (teilweise) auch Persönlichkeitsstrukturen. Sehen wir uns einmal genauer die Jobs in einem Hedge-Fonds an:

Der Hedge-Fonds Manager An oberster Stelle steht der Hedge-Fonds Manager. Er ist der, der das gesamte Team zu koordinieren hat. Das ist natuerlich der bestbezahlteste Job, weil der Hedge-Fonds Manager wahrscheinlich auch das unternehmerische Risiko auf sich genommen hat und der Entscheidungstraeger für die wichtigsten Dinge ist, die über Unternehmenserfolg oder Misserfolg entscheiden. Es ist auch der Name, der im Regelfall in der Zeitung auftaucht, wenn der Hedge-Fonds einen Skandal wegzustecken hat. (Rogue Trader mal ausgeschlossen) Der Risk Manager Der zweitbestbezahlteste Job in einem Hedge-Fonds ist der Job des Risk-Managers. Er hat die Analysten unter sich, die ihm neue Strategien oder Anlageideen in die Hand druecken. Da der performance Erfolg einer Strategie allerdings auch bei einem Hedge-Fonds zum großen Teil vom Risiko- und Money Management abhaengt, wird ein erfolgreicher Hedge-Fonds immer einen ausgezeichneten Risk-Manager haben, der etwas davon versteht, wie er das Risiko der einzelnen Analysten steuert. Die Analysten Doch die Analysten haben einen Chefanalysten, der sich die einzelnen Meinungen der Spezialgebiete einholt. Im Regelfall verlassen sich die meisten Hedge-Fonds derzeit auf eine starke Uebergewichtung im QuantBereich. Algroithmen werden hier entwickelt, Statistiker und Physiker tummeln sich hier um hochbezahlte Positionen. Duenner besetzt sind dann wahrscheinlich schon die Abteilungen der Technischen Analyse sowie der fundamentalen Analyse. (Je nach Strategie des Hedge-Fonds können die Relationen allerdings auch variieren). Die dummen Trader Erst an unterste Stelle stehen die Trader, die das ausfuehren, was die einzelnen Analysten ihnen vorgeben. (Die Analysten erhalten allerdings ihre Vorgaben vom Chef-Analyst, welcher wieder auf den Risiko-Manager zu hoeren hat). 137

Es ist eigentlich vollkommen irrefuehrend zu sagen, dass man gerne „Trader― werden will. Trader haben im Institutionellen Geschäft nämlich nichts zu melden. Sie haben nur die Aufgabe die Instruktionen der Analysten umzusetzen. Wenn es sich um riesige Block-Orders handelt, dann wird der Trader die Aufgabe haben die Order so gut wie möglich zu kaschieren, damit nicht andere Trader Wind von der Sache bekommen und die Execution-Cost staerker ansteigt, als der Analyst es eigentlich geplant hatte. Bei kleineren HedgeFonds wird der Trader versuchen eine bessere Execution zu bekommen, als der Analyst es plante – und so vielleicht einen großen Bonus zusammenbekommen. Doch die Trader stehen ganz unten in der Hierarchie. Sie sind am meisten eingeschraenkt in der freien Entscheidungsfindung und geniessen auch das geringste Einkommen. Als Ich-AG Trader muss man alle Aufgaben erfuellen. Man ist sowohl Hedge-Fonds Manager, Analyst, Trader – u. onTop ist man auch noch Buchhalter, der sich um Steuern und Rechnungen kuemmern muss und auch noch Sekraeterin, die Anrufe beantwortet etc. Wer ein ICH-AG Hedge-Fonds werden will, der hat sich einiges vorgenommen. Es gibt viele Positionen, die man alle ausgezeichnet ausfuehren muss, um gut zu sein. Meine Frage an Dich: Sitzt ein erfolgreicher Hedge-Fonds Manager den ganzen Tag vor dem DAX 5-Minuten Chart und ueberlegt sich wann er kauft? Macht das ein Risk-Manager? Nein, das macht der Trader – aber das kann er nur machen, wenn sowohl die Analysten, Risk Manager und der CEO bereits ihre Arbeit getan haben. Wie gesagt, der Trader ist eine der unteren Positionen in einem Hedge-Fonds. Und jeder Trader, der einen ICH-AG-Hedge-Fonds aufbauen will, der muss sich eigentlich auf etwas ganz anderes konzentrieren, als vor den blinkenden Kursen zu sitzen, um eine gute Execution zu bekommen.

Brett Steenbarger: Von der Performance-Achterbahn zu stetigen Gewinnen
Jun 11th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance

Viele der Trader mit denen ich zusammenarbeite befinden sich auf einer Achterbahnfahrt der Performance. Sie verdienen eine Zeit lang Geld, werden dann aber schlampig und zu aggressiv bei ihrem Trading. Das wiederum fuehrt zu frustierenden Verlusten, die den gewinnenden Trader wieder dazu bringen gutes Trading zu verrichten. Es ist keine Seltenheit, dass Trader von himmelhochjachzend auf zu-Tode-betruebt schalten. Exzessive Erwartungshaltung Der Angelpunkt ist Übermut. Trading birgt zu hohe, unrealitsische Erwartungen - was wiederum zu Overtrading führt. Diese ueberzogenen Erwartungen manipulieren die Leistung des Traders - ironischerweise. Anstatt mit Gewinnen zufrieden zu sein, wollen sie immer mehr. Das führt zu schmerzhaften Drawdowns, denn sie traden besonders aggressiv, selbst wenn sie gerade nicht ihre Top-Leistung abrufen können. Punktesystem Ein Leser schrieb mir unlaengst, er habe ein Punkesystem bei sich implementiert. Er waehle sein Risiko beim Trading dannach aus, wie gut er fuer den Markt vorbereitet ist. Er riskiert weniger, wenn wenig Vorbereitungsarbeit verrichtet wurde, und riskiert mehr, wenn er besonders gut vorbereitet ist. Dadurch steuert er sein Trading nicht mehr durch vergangene Performance, sondern quasi durch sich selbst. Die 138

Punkte des Auswahlprozesses wurden in Kategorien wie ―Vorbereitung auf den Handelstag‖, ―Qualitaet der Trading-Ideen‖, ―Execution‖, ―Management der Trades‖ vergeben. Visualisierung Ein anderer Leser schrieb mehr, er visualisiert jeden Tag er kämpfe sich gerade aus einem Drawdown heraus. Immer wenn er einen Drawdown hat, arbeite er konzentrierter und disziplinierter, um das verlorene Kapital wieder wettzumachen. Deshalb stellt er sich immer vor, er befindet sich in einem Drawdown, selbst wenn sein Depot jeden Tag neue Hochpunkte erreicht. Durch die Drawdown-Visualisierung blieb er Prozess- und nicht Ergebnis-Orientiert.  jaro ??? und wo bleibt dann die freude + spaß am trading + erfolg??? Das ist das Paradox des Tradings - und vieler anderer Leistungsgebiete. Das Ziel ist Profitabilität - aber es ist zielführender, nicht auf das Endresultat zu fokussieren. Man muss mit dem Prozess der zum Ziel führt verbunden bleiben, Konstanz in unserer Erwartungshaltung, Stimmungslage und Arbeit erreichen - dann wird man auch mit konstanten Erträgen belohnt. Happy Trading, Brett Steenbarger

Was die Charts zur fundamentalen Analyse beim Oil sagen
Jun 12th, 2008 | By pierre | Category: HedgeFonds / Rohstoffe

Gestern hatte ibelieve folgenden Kommentar zum Oil-Price hier veroeffentlicht. Ich bin mir nicht sicher ob er den Text selbst geschrieben hat, oder ob er von einer Website per copy&pase seinen Weg hierhergefunden hat. (Weiss also nicht ob es eine offizielle Quellenangabe gibt, oder nicht, sorry) Der Ölpreis stieg zum Wochenausklang über 139 Dollar und schrieb in gleich zweierlei Hinsicht Geschichte: Zum einen durch den größten Preisanstieg an einem Tag (+11$) und zum anderen durch einen neuen hist. Höchststand. Auch die Devisenmärkte spielten eine Rolle, als in den USA schwache Arbeitsmarktdaten und in Europa hawkishe Zentralbankkommentare für einen Höhenflug beim Euro zum US-Dollar führten. Obwohl es zahlreiche Gründe dafür gibt, den US-Dollar weiter zu verkaufen, zweifelt am Devisenmarkt heute niemand mehr daran, dass ein einziger Faktor – Erdöl – mehr als alles andere auf die US-Valuta drückt. In den letzten Monaten war es schwierig zu sagen, was zuerst da war: Das Huhn oder das Ei, sprich: Zwingt der Ölpreis den Dollar in die Knie, oder beflügelt die Dollarschwäche den Ölpreis? Substanz bestimmt in solchen Situationen immer die Richtung, und die Substanz ist in diesem Fall das Öl. Geld ist schließlich ein bloßer Gedanke, besitzt keinen eigenen Wert, sondern ist nur „etwas“, weil die Gesellschaft darin einen Wert sieht. Erdöl hingegen heizt unsere Häuser, treibt unser Auto an, sorgt für Strom, Medikamente und warmes Wasser zum Kochen. Immer mehr wird dem Öl die Rolle eines Wertaufbewahrungsmittels zugesprochen, was eigentlich eines der wichtigsten Funktionen des Geldes ist. Während sich Politiker noch Gedanken darüber machen, wie der Dollarsturz aufgehalten werden könnte, hat die Aufwärtsspirale beim Erdöl längst eine Eigendynamik entwickelt. Neue Gesetze werden daran nichts ändern, denn sie können dem Markt nicht weismachen, dass es genug Öl gibt, mehr Öl, als die Nachfrage aufnehmen kann. Das Angebot liegt bei rund 85 Millionen Barrel/Tag, die Nachfrage ist schon bei 87 Millionen Barrel/Tag angelangt. Da helfen auch nicht die Beschwichtigungen der OPEC, die gebetsmühlenartig behauptet, es gebe genug Öl. Denn das ist nicht der Fall. An was es fehlt, ist günstiges Öl. Davon gibt es schon lange nicht mehr genug. Zwischenzeitlich hat die Internationale Energieagentur IEA 25 Wissenschaftler und Ölexperten entsandt, um bis zum November 400 Produktionsstätten für Erdöl weltweit auf ihre Förderkapazitäten hin zu untersuchen. Zwar ist die Studie schon von vornherein dazu verdammt, kein akkurates Bild der Angebotssituation zeichnen zu können, da die saudischen und arabischen Produzenten ihre Teilnahme an der Studie ablehnten. Daher 139

müssen die Felder dieser Länder geschätzt werden, mit all ihren Ungenauigkeiten. Der daraus entstehende Fehler ist enorm, denn der Nahe Osten hat 58% der Ölreserven der Erde. Aber was bleibt der IEA auch anderes übrig. Sie ist dafür verantwortlich, die Industrieländer und deren Ölkonzerne zu beraten. Schon im Vorfeld kündigte die IEA an, dass das wahrscheinliche Ergebnis der Studie sein wird, dass das weltweite Ölangebot an einem Hochpunkt angelangt ist. Das „Peak Oil―-Argument ist wieder auf dem Tisch, das besagt, dass die Menschheit vor einem unausweichlichen, weltweiten Fördermaximum steht. Der interessanteste Aspekt der Ölrallye ist, dass zwei Analysten von Goldman Sachs die Masse der Anleger erst auf die Idee brachten, dass Erdöl deutlich steigen könnte. Damals war es Abby Joseph Cohen bei Goldman Sachs, die Kursrallyes bei Aktien wie Amazon.com auslöste, indem sie sie zu Mondpreisen zum Kauf empfahl. Es genügte gutes Zusprechen von Abby, und die Aktien sprangen am gleichen Tag um 40 oder 50 Prozent in die Höhe. Die Analysten anderer Banken sind mittlerweile auf den Zug aufgesprungen und prognostizieren höhere Ölpreise, aber Goldman Sachs war das erste große Researchhaus, das in seiner „Super-Spike―-Studie Ölpreise von zunächst 100$ u. dann 150-200$ vorhersagte. Nach der Veröffentlichung der neuen Studie am 5. Mai stiegen nicht nur die Preise für sofortige Öllieferungen, sondern sogar jene für Erdöl-Lieferungen im Dezember 2016. Um 35,30 Dollar pro Barrel, das ist der größte Anstieg jemals. Diese Bewegungen haben die Vermutung aufkeimen lassen, dass Spekulanten die Preise an der Börse hochtreiben. Jetzt ermittelt die US-Terminbörsenaufsicht CFTC. Aber alles Schuld-zuschieben hilft nichts, wenn das weltweite Fördermaximum bei Erdöl denn tatsächlich erreicht sein sollte. Da selbst die Internationale Energieagentur eingestehen muss, über die Ölförderkapazitäten der Welt keine verlässlichen Daten erstellen zu können, weil der Nahe Osten sich in einen Mantel des Schweigens hüllt, kann nur spekuliert werden. Und wie wir wissen, wird genau das gerade mit aller Hingebung getan. Sollten sich Nachrichten erhärten, die darauf hindeuten, dass das Öl doch nicht so knapp ist, wie befürchtet, wird der Ölpreis wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Doch diese Nachrichten müssen erst einmal kommen. Bis dahin dürfte der Ölmarkt so hysterisch bleiben. Jedenfalls ist der USDollar eng an die Entwicklung des Ölpreises gekoppelt. Wer heute Daytrading betreibt, bei dem wird ein steigender Ölpreis den Reflex auslösen, Dollar zu verkaufen. Im Umkehrschluss hieße das aber auch: Fiele der Ölpreis, spränge der US-Dollar kräftig an. Short-Positionen müssten in Massen glattgestellt werden. Hierzulande würde man wieder gegen den Euro protestieren, weil er doch so schwach ist. Zunächst sieht es aber nicht danach aus. Die US-Valuta dürfte weiter abwerten. Wir bei Godmode-Trader.de haben ein Kursziel von 1,85 und darüber sogar von 2 USDollar für den Euro zum US-Dollar. Hier ist also noch viel Raum vorhanden. Bei solchen Texten werde ich immer skeptisch, da sie mir keine Information bieten. Insbesondere der dritte Absatz, den ich fett hervorgehoben habe, geht klar in die Richtung Finanzblabla. Was bringen solche Texte, ausser journalistische Textauffettung? Um zu sehen, ob der Öl-Preis nur aufgrund des Dollars sich bewegt oder nicht, wäre doch leicht zu erkennen, wenn man herginge und den Öl-Preis in Euro berechnet. Hier eine Ratio, auf den Euro-Index, berechnet, deshalb ohne Werte:

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In Euro und auch in Yen steigt das Öl wie verrueckt. In Gold berechnet sieht die Sache leicht anders aus.

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Ich will weder eine Korrelation noch eine Kausalitaet zwischen Oil und Dollar ausschliessen, aber sagt ein Bild, ja selbst ein Chart, mehr als tausend Worte?

Wie Trader mit der aktuellen Marktphase umgehen…
Jun 28th, 2008 | By pierre | Category: Behavioural Finance

Am morgigen Sonntag steht das EM-Finale vor der Tuer. Damit endet auch meine Pause, die ich in der EMZeit zwischen den letzten Gruppenspielen und dem Endspiel eingelegt habe - und voller Kraft und Energie geht es nun weiter! Und ich muss sagen, so ein schlechtes Monat fuer meinen Sommerurlaub habe ich mir gar nicht ausgesucht. Denn dieser Juni war einer der schlechtesten ―Juni‘s‖ der Geschichte, beispielsweise an der Wall Street. Mehr als 10% sind im Index diesen Monat floeten gegangen. Diese kleine Tabelle der BeSpoke Investment Group zeigt, wie schlecht der Monat (ex-Montag) bisher in geschichtlicher Hinsicht war - und wie die Maerkte in den Folgemonaten reagiert haben.

Quelle: BeSpoke Investment Group

Ist der Markt derzeit einfach oder schwierig zu handeln? In der Zeit in der ich abwesend war, hat sich auch eine Diskussion entwickelt, ob denn die Maerkte derzeit gut oder schlecht sind. Die einen sagen, es ist derzeit schwieriger profitabel zu traden, weil die Maerkte volatiler sind und Break-Out Signale ueber Widerstaende hinweg nicht sonderlich gut funktionieren. Andere sagen, die Swings wie sie derzeit vorherrschen sind herrlich wie nie - und man kann jeden Tag Geld verdienen. Und Trader die nicht in jeder Marktphase Geld verdienen sind schlecht - oder nutzen die Maerkte als Ausrede. In erster Linie gibt es fuer Trader mit der richtigen Einstellung wirklich keine guten und schlechten Marktphasen. Was ihn noch lange nicht dazu bringen wird jeden Tag Geld zu verdienen. Egal wie ―gut‖ oder ―schlecht‖ er ist. Kein Handelsansatz wird ohne Drawdown auskommen. Die Trader, deren Handelsansaetze in dieser Marktphase besonders gut funktionieren, werden nun geprueft, ob sie auch nicht ―emotional abheben‖..Wer eine Gewinnserie in den letzten Tagen hatte, sollte sein Einzelpositionsrisiko trotzdem strikt bei 2% deckeln. Wer eher auf der Verlierer-Seite stand, wird nun emotional geprueft ob er Vertrauen in seinen Handelsansatz hat, ebenfalls kein Overtrading zu betreiben (Stichwort: Rache), und sich weiterhin strikt an alle Stopps halten. Dann sollte nicht allzuviel passieren - und man wird den Drawdown ueberleben. 142

Beurteilt man Trading wirklich an der kurzfristigen Performance? Ich denke Diskussionen zwischen Tradern die gerade eine Gewinnphase haben, und anderen Tradern die gerade einen Drawdown haben - und Gegenseitig deren Methoden in Frage stellen, fuehren keine fruchtbare Diskussion von der man profitieren koennte. Irgendwann wird sich die Situation umkehren, und der Gewinner hat einen Drawdown und der Verlierer ist wieder dick im Plus. Vielleicht sind sie auch beide am Ende des Jahres dick im Plus - oder beide dick im Minus. Aber Diskussionen ueber Momentaufnahmen sind nicht wirklich zielfuehrend. Wer nasse Fuesse bekommt aufgrund einer Drawdownphase, der sollte sich fragen wieso das so ist. Ist nicht genug Vertrauen in den Handelsansatz da? Ist die Angst zu gross, dass der Drawdown noch groesser werden koennte? Braucht man das Gefuehl eines neuen Gewinntrades? Ist es nur ein Disziplinproblem? Oder taugt der Handelsansatz in der aktuellen Marktphase nichts? In wie weit muss man das System anpassen, aendern, verwerfen? Trader die auf der Gewinnerseite muessen sich fragen, ob sie ihre Positionen auch richtig gemanaged haben. Haette man lieber Pyramidisieren statt Gewinne realisieren sollen? Wenn ja, wieso? Wenn nein, wieso nicht? Muss man mit einem Trailing-Stop arbeiten? Oder ist die Vola zu hoch fuer einen Trailing-Stopp? Faellt der DAX auch weiter, wenn die Schwergewichte sich stabilsieren? Welche Sektortrends sind derzeit besonders attraktiv? Unterm Strich ist es scheissegal, ob’s dir gerade gut oder schlecht in diesem Markt geht Im Endeffekt kann sich kein Trader leisten sich auf Lohrbeeren auszuruhen. Es kann sich auch kein Trader leisten Zeit darauf zu verschwenden verpassten Chancen oder verlorenem Kapital hinterherzuweinen. Das ist nun Vergangenheit. Egal ob gute oder schlechte Zeit, das Trading und der emotionale Gefuehlszustand sollte im Idealfall immer gleich sein. Nicht sonderlich optimistisch und auch nicht sonderlich pessimistisch. Wer sich von so etwas zu sehr mitreissen laesst, der wird sein blaues Wunder am Markt erleben. (Natuerlich sind auch Schaffenspausen immer wichtig, sonst kommt der BurnOut, aber gutes Trading ist nun mal auch Arbeit und kein Lottospielen). Also vergessen wir nicht die 10 Dinge, die ein Trader stets als Sisyphus-Arbeit verrichtet 1.) Die Trefferquote zu erhoehen 2.) Den durchschnittlichen Gewinn zu maximieren 3.) Den durchschnittlichen Verlust zu minimieren 4.) Bei Erlangen eines positiven Erwartungswertes diesen erhoehen und erhalten indem man die Tradingfrequenz steigert 5.) Bessere Entry- und Exit Techniken zu entwickeln, die dennoch noch mit der Strategie harmonieren 6.) Aus vergangenen Fehlern lernen 7.) Das uebergeordnete Ziel nicht aus den Augen verlieren 8.) Nicht zu vergessen, dass der Ausgang des Einzelnen Trades ein Zufallsprodukt ist 9.) Stets dazulernen durch Erfahrungen, Lesen, Trading 10.) Penibelst die Trades dokumentieren, die man eingegangen ist Ich will damit niemanden vorschreiben wie er seine Arbeit zu tun hat, da muss auch ich vor meiner eigenen Tuere kehren. Dennoch gilt, dass man Prozess- und nicht Ergebnissorientiert arbeiten muss. Im Day2Day Business beim Trading zumindest. Und in regelmaessigen Abstaenden sollte man sich eine kurze Pause von 1-2 Tagen goennen, in der man vergangene dokumentierte Trades bearbeitet, und versucht sie in die 10 Dinge umzuwandeln, die ein Trader immer tun muss. More 2 follow soon… Fear is the mind killer steht hier im Text. Heute habe ich einen noch besseren Spruch gelesen wo geschrieben stand: Fear is the Thief of Dreams. Ist das nicht wahr? Wie oft verfolgt man seine Traeume nicht, weil man Angst vor Ihnen oder deren Konsequenzen hat. Andere Frage: Was sind das dann fuer Traeume, wenn man sich vor Ihnen fuerchtet? (Sep 11th, 2008 | By pierre | Category: Cool, Skurril, Witzig) 143


				
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