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Rechtzeitige Absicherung ist Tru

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Rechtzeitige Absicherung ist Tru Powered By Docstoc
					Bericht

Sonderthema Konservative Investmentstrategien

Rechtzeitige Absicherung ist Trumpf
Von Michael Kordovsky, INFINA GmbH

Bis 2007 hatten defensive Anlageprodukte einen langweiligen Beigeschmack. Doch mit dem stärksten Börsenkrach seit der Weltwirtschaftskrise hat sich die Situation grundlegend gewandelt. Nun sind Sicherheit und Risikomanagement Trumpf.
Der Stock Trader’s Almanac 2005 hat sämtliche Bullenund Bärenmärkte seit 1900 aufgelistet und zeigt, dass der verhältnismäßig ruhige Dow Jones Index in einem Bärenmarkt durchschnittlich binnen 406 Tagen 30,8% an Wert verlor. Im Jahr 2008 betrug das Minus 33,8%. Das entspricht exakt der Entwicklung des drittschlechtesten Jahres seit 1901, nämlich 1930. Betrachtet man die Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 und das damalige Minus von 89,4% so könnten die bisherigen Verluste auch diesmal erst der Anfang sein. Für diese provokante These sprechen folgende Fakten: Flucht in sogenannte „Sicherheit“: Die abnehmende Risikofreude der Marktteilnehmer führte dazu, dass am 18. Dezember 2008 die Umlaufrendite zehnjähriger U.S.-Treasury Notes vorübergehend auf 2,04% zurückging und somit den niedrigsten Stand seit den frühen 50er-Jahren erreichte, während einen

Tag zuvor die Umlaufrendite 30-jähriger U.S.-Treasuries auf ein Alltime-Low von 2,52% fiel. In Deutschland hingegen befindet sich der Bundfuture in einem starken Aufwärtstrend. In den vergangenen 52 Wochen (Stichtag 13. 01. 2009) stieg der Bundfuture um 8,5% auf 125,31 Punkte. Explodierende High Yield Spreads: Indessen erreichen die Risikoaufschläge für Unternehmensanleihen unter Investment Grade (BBB-) ein historisch hohes Niveau: Bis 15. 12. 2008 kam es zu einem Anstieg der High Yield Spreads (Zinsdifferenzen zwischen High Yield Bonds und US-Staatsanleihen) auf 2.182 Basispunkte, was einer durchschnittlichen High Yield Bond-Umlaufrendite von ca. 24% entsprach. Im Vergleich dazu lag der Spitzenwert der vergangenen Rezession im Oktober 2002 bei 1.120 Basispunkten. Die jüngsten Spitzenspreads antizipieren die höchsten Ausfallsraten seit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre. Totalabsturz der Frachtraten: Der Baltic Dry Index als Gradmesser für die Seefrachtraten brach seit dem 52-Wochen-Hoch am 20. 05. 2008 vorübergehend um über 94% ein. Dies deutet auf ein Erlahmen Realwirtschaftlicher Aktivitäten hin.

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bis 2006 zählte ebenfalls das ruhigste Viertel aller Jahre zu den Gewinnern und zwar in 91% der Fälle. Allerdings lag der Gewinnerwartungswert im zweiten Quartil mit 14% am höchsten, da in Jahren mit durchschnittlichen Tages-Schwankungsbreiten zwischen 1,0 und 1,5% im Gewinnfall im Schnitt ein Plus von 19,1% verzeichnet wurde. Doch das günstige Chancen Risiko-Verhältnis spricht eindeutig für Investments in extrem ruhigen Börsenphasen, denn ein Gewinn von durchschnittlich 14,3% im positiven Fall stand lediglich einem durchschnittlichen Verlust von 1,5% im negativen Szenario gegenüber, woraus ein allgemeines Chancen/RisikoVerhältnis von 9,53 (14,3/1,5) resultiert verglichen mit 2,12 im zweiten Quartil aller Jahre und 0,81 im schlechtesten Viertel mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von nur 42%. Neue Ansätze in der Vermögensverwaltung Aufbauend auf diese Erkenntnisse können moderne Mischfonds eine aktive Volatilitätssteuerung nach einem Wasserfall-Modell vornehmen, die das Chancen/RisikoVerhältnis drastisch verbessert, denn mit zunehmender Volatilität wird der Aktienanteil zugunsten von Cash und Staatsanleihen überproportional reduziert. Gleichzeitig sollte auch eine Analyse der gesamten volkswirtschaftlichen Risikowertschöpfungskette vorgenommen werden. Diese warnt vor einem massiven Staatsanleihencrash, denn Staaten und Notenbanken könnten als „lender of last resort“ bald in Schwierigkeiten geraten, wenn sie eine im Laufe von Jahrzehnten entstandene Schuldenkrise versuchen mit noch mehr Schulden zu bekämpfen. Die Fed-Politik der quantitativen Erleichterung in Form eines Ankaufes von Hypotheken- und Staatsanleihen mit de facto frisch gedrucktem Notenbank-Geld kann zwar den bei den kommenden Treasury-Auktionen drohenden Nachfrageausfall aus dem asiatischen Raum kompensieren, doch eine Dollarentwertung gegenüber Edelmetallen und Commodities lässt sich dabei schwer vermeiden. Die zwischen dem 30. 09. 2007 und 30. 09. 2008 mit ca. einer Billion US-Dollar höchste Neuverschuldung in der amerikanischen Geschichte ist erst der Anfang eines Experimentes mit unklarem Ausgang und rechtfertigt bei Staatsanleihen keine Umlaufrenditen in der Nähe historischer Tiefstände. Vorsichtige Vermögensverwalter reduzieren bereits in ihrem Portfolioanteil an erstklassigen Staatsanleihen (Schwerpunkt Deutschland und Österreich) die durchschnittliche Modified Duration indem sie mit einer Short-Position im Bundfuture hedgen. Diese Absicherung wird derzeit von der Nova Portfolio Vermögensmanagement in ihrem Multi-Asset-Fonds, dem Supernova Vermögensverwaltungsfonds (ISIN: AT0000495593) und dem Sachwerte-orientierten Supernova Property (ISIN: AT0000A05D29), einem Vorsorgefonds gemäß § 14 EstG, vorgenommen. Gleichzeitig setzt die Nova Portfolio auf aktive Volatilitätssteuerung und ein striktes Money-Management. Das Ergebnis liegt in einem hohen Maß an Stabilität in der gegenwärtigen Finanzmarktkrise.

Verlustbringende Volatilitäten: Auf die starken Einbrüche folgen auch immer wieder kräftige Rebounds, wodurch die Volatilitäten explodieren. Diese Entwicklungen werden von den Optionsmärkten eingepreist und in den Volatilitätsindizes, VIX (Chicago Board of Trade: implizite 30-Tages-Vola der S&P 500 Index-Optionen) oder VDAX, ausgedrückt. Letzterer gilt als Angstbarometer, dessen Berechnungsgrundlage die Preise der Optionen auf DAX-Titel an der Terminbörse EUREX sind. Der alte VDAX (Einführung am 05. 12. 1994) gibt die implizite Volatilität des DAX über 45 Tage an, während die neue Berechnungsmethode (VDAX-New seit 20.04.2005) nur noch einen Horizont von 30 Tagen vorsieht. Der V-DAX, dessen 52-Wochen-Tief noch bei 16,37 lag, explodierte am vorläufigen Höhepunkt der Krise auf ein Zehn-Jahres-Hoch von 74,00 Punkten. Der VIX erreichte am 24. 10. 2008 sogar einen Spitzenwert von 89,53 Punkten. In der vorangegangenen Niedrig-Vola-Phase Ende 2006/Anfang 2007 wurden Werte in der Größenordnung von 10 bis 12 Punkten gemessen. Mit den hohen Volas steigen auch die Verlustrisiken. Die größten Verlustjahre im Dow Jones waren geprägt von hohen Schwankungsbreiten. Das belegt auch eine empirische Untersuchung von Crestmont Research. Von Anfang 1962 bis Ende Jänner 2007 wurden im S&P 500 Index die Zusammenhänge zwischen Volatilität und Gewinnchancen analysiert: Das Viertel (Quartil) an Monaten mit der niedrigsten Tages-Schwankungsbreite von maximal 1% zeigte in 70% der Fälle eine positive Performance. Der Gewinnerwartungswert dieser Monate war mit 1,3% am höchsten, verglichen mit einem Verlusterwartungswert von -0,4% im volatilsten Quartil mit Schwankungsbreiten zwischen 1,8 bis 4,8%. Die Gewinnwahrscheinlichkeit sank hier auf 44%. Bei den untersuchten Jahren 1962

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