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									Deutschland im globalen Standortwettbewerb – Befunde und Perspektiven
Prof. Dr. Michael Hüther Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln JENZ Workshop „Global Perspectives“, 17. September 2006

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Inhalt
Dimensionen des Strukturwandels Strukturwandel bedingt De-Industrialisierung … … und Outsourcing Argumente für eine künftige Industriegesellschaft Notwendige Weichenstellungen
Berlin, 17.9.2006 2

Die Weltwirtschaft nach dem Test auf Robustheit
Bruttoinlandsprodukt Welt
% 6 5 4 3 2 1 0 1980 82 84 86 88 1990 92 94 96 98 2000 02 04
Quelle. IWF
Berlin, 17.9.2006 3

%

Rezessionsmarke 2,5 %

6 5 4 3 2 1 0

Dimensionen des Strukturwandels in der zweiten Globalisierung
neue räumliche Qualität: Globalisierung des Standortwettbewerbs verändertes unternehmerisches Entscheidungskalkül Innovationspotenzial und Existenzgründungsneigung neue inhaltliche Qualität: Wissensintensivierung der Wertschöpfung IT-Revolution als Basisinnovation Information – Kommunikation - Wissen

Berlin, 17.9.2006

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Globale Trends
Miniaturisierung der Produktion Internationalisierung Clusterbildung Individualisierung der Arbeitswelt zeitlich räumlich Netzwerkkultur Alltäglicher Revisionsdruck

Berlin, 17.9.2006

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Krisen der Wissensgesellschaft: Krisen des Wissensmanagements
Schuldenkrise Südamerika in den 80er Jahren – Antwort: Washington Consensus Ostasienkrise 1997 – Antwort: Basel II Platzen der New Economy-Blase ab Frühjahr 2000 – Antwort: IFRS

Berlin, 17.9.2006

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Gewichtsverlagerung in der Weltwirtschaft
Bevölkerungsentwicklung
1990 = 100
170 160 150 140 130 120 110 100 90 80 1990 2000 2015 2025 2050 Deutschland Japan EU-15 USA 170 160 150 140 130 120 110 100 90 80

1950

1990

2000

2050

Millionen Personen
USA EU-15 Japan

152,3 295,8 83,6

250,0 363,8 123,5 79,1

275,4 376,5 127,1 82,2

403,7 364,5 109,2 70,8

Deutschland 68,4

Quelle. IWF
Berlin, 17.9.2006 7

Inhalt
Dimensionen des Strukturwandels Strukturwandel bedingt De-Industrialisierung … … und Outsourcing Argumente für eine künftige Industriegesellschaft Notwendige Weichenstellungen
Berlin, 17.9.2006 8

De-Industrialisierung ein globales Phänomen
Anteil des Produzierenden Gewerbes an der gesamten Wertschöpfung in Prozent
45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Länder mit hohem Einkommen Länder mit mittlerem/niedrigem Einkommen
Quelle: Weltbank; Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Berlin, 17.9.2006 9

38 33 27

40

37

35

1980

1990

2003

Industrieanteile im internationalen Vergleich
Anteil des Produzierenden Gewerbes an der nominalen gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Prozent
Japan Deutschland Italien UK USA Frankreich 0 5 10 15 20

29 29 27 25 23 22
25 30

39 46 35 37 32
2003 1970

33
35 40 45 50

Quelle: Statistisches Bundesamt; OECD; Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Berlin, 17.9.2006 10

Beschäftigungsabbau in der deutschen Industrie
Veränderung der Anzahl der Erwerbstätigen im Verarbeitenden Gewerbe gegenüber Vorjahr in 1.000 Personen
600 400 200 0 -200 -400 -600 -800 -1.000 1960 1965 1970 1975 1980 1985 1990 1995 2000 2005

Quelle: Statistisches Bundesamt; Institut der deutschen Wirtschaft Köln
Berlin, 17.9.2006 11

Inhalt
Dimensionen des Strukturwandels Strukturwandel bedingt De-Industrialisierung … … und Outsourcing Argumente für eine künftige Industriegesellschaft Notwendige Weichenstellungen
Berlin, 17.9.2006 12

Wie läuft der Strukturwandel? Outsourcing
Erhöhung der Vorleistungsimporte + erhöhte Direktinvestitionen = Erhöhung des Dienstleistungsinput + Ausgründungen =

Offshoring
(grenzüberschreitend)

Tertiarisierung
(binnenorientiert)

Berlin, 17.9.2006

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Herkunftsstruktur der deutschen Exporte
Anteil der Exporte aus inländischer Wertschöpfung und Import am Export in Prozent

1991

73

20

7

Inländische Wertschöpfung

Importierte Vorleistungen

Importierte Güter

2002

61

24

15

0%

10%

20%

30%

40%

50%

60%

70%

80%

90%

100%

Quelle: Statistisches Bundesamt
Berlin, 17.9.2006 14

Zunehmendes grenzüberschreitendes Outsourcing
Anteil der exportinduzierten Vorleistungsimporte an den Exporten in Prozent
60 50 40 30 20 10 0 Niederlande Schweden Deutschland
1995

Italien

Vereinigtes Königreich*

Frankreich

2000 (*Ver. Königreich: 1998)
Quelle: IW Köln Consult GmbH

Berlin, 17.9.2006

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Basareffekt der Industrie ist größer in kleinen Ländern
Korrelation Importanteil (= Anteil exportinduzierten Vorleistungsimporte an Exporten) in Prozent zur Größe des Landes gemessen als BIP in Mrd. Euro
60 50 40
NL (2000) S (2000) I (2000) F (2000) Japan (2000)

30 ES (1995) 20 10 0 0

D (2000)
USA (1997)

UK (1998)

1000

2000

3000

4000

5000

6000

7000

8000

Korrelation Importanteil zu Landesgröße

Linear (Korrelation Importanteil zu Landesgröße)
Quelle: IW Köln Consult GmbH

Berlin, 17.9.2006

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Exporte der Industrie schaffen Wertschöpfung
Anteil der exportinduzierten Wertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung in Prozent
30 25 20 15 10 5 0 Niederlande Schweden Deutschland
1995

Frankreich

Italien

Vereinigtes Königreich*

2000 (*Ver. Königreich: 1998)
Quelle: IW Köln Consult GmbH

Berlin, 17.9.2006

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Inhalt
Dimensionen des Strukturwandels Strukturwandel bedingt De-Industrialisierung … … und Outsourcing Argumente für eine künftige Industriegesellschaft Notwendige Weichenstellungen
Berlin, 17.9.2006 18

Argumente für eine künftige Industriegesellschaft
Forschung Wissenstransfer Realeinkommen

Vorleistungen

Industrie

Exporte

Wettbewerb Innovationen
Quelle: M. Grömling, K. Lichtblau, A. Weber: Industrie und Dienstleistungen im Zeitalter der Globalisierung. Köln 1998. Berlin, 17.9.2006

Beschäftigung

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Industrie und Dienstleistungen im Vorleistungsverbund
Deutschland, Anteil an der Wertschöpfung in Prozent
Verarbeitendes Gewerbe mit Vorleistungsverbund

31,4

30,0 28,3 26,7 26,8
Anteil Vorleistungsverbund

Verarbeitendes Gewerbe ohne Vorleistungsverbund

21,7

22,2

22,4

Input-Output-Tabellen

INFORGE-Prognose

1991

1995

2000

2004

Vorleistungsverbund: Nettobezüge von Vorleistungen anderer Sektoren
Berlin, 17.9.2006

Quelle: IW Köln Consult GmbH 20

Motive für Auslandsinvestitionen deutscher Industrieunternehmen in Prozent
2000 42 34 29 2001 2003 2004 2005 44 39 34 31 29 37 32 27 26 24 26 27 40 36 2006 42

Kostenersparnis

Markterschließung

Vertrieb und Kundendienst
Quelle: DIHK-Umfrage Frühjahr 2005 - Auslandsinvestitionen

Berlin, 17.9.2006

21

10

20

30

40

0

Berlin, 17.9.2006
United States Denmark Norway Canada Netherlands Sweden Switzerland Hungary Australia United Kingdom Finland Iceland Japan Germany Poland France Czech Republic New Zealand Ireland Spain Korea Slovak Republic Belgium 1970's Greece Turkey Mexico 1980's Italy Austria Luxembourg Portugal 1990's 1960's

Anteil der Personen mit einem tertiären Abschluss 2003

Bevölkerung mit Hochschul-/ Fachhochschulabschluss

Quelle: OECD
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Inhalt
Dimensionen des Strukturwandels Strukturwandel bedingt De-Industrialisierung … … und Outsourcing Argumente für eine künftige Industriegesellschaft Notwendige Weichenstellungen
Berlin, 17.9.2006 23

Notwendig: Ganzheitlicher Reformansatz
Jeder Mangel rächt sich radikal
Vision Kompetenz Kompetenz Vision Vision Vision Vision Vision Kompetenz Kompetenz Kompetenz Kompetenz Aktionspläne Aktionspläne Aktionspläne Instrumente Instrumente Anreize Aktionspläne Aktionspläne Aktionspläne Instrumente Instrumente Instrumente Instrumente Anreize Anreize Anreize Anreize Anreize Kommunikation Kommunikation Kommunikation Kommunikation Kommunikation Kommunikation Erfolg Verwirrung Unsicherheit Chaos Frustration Verzögerung Ablehnung

Quelle: Motorola University; Institut der deutschen Wirtschaft Köln Berlin, 17.9.2006 24

Reformcluster: Ausgewählte Strategien
Beschäftigungsmobilisierung Arbeitsmarktliberalisierung Erhöhung der Beschäftigungsquoten Lohnpolitik Humankapitalbildung Bildungsintensität und -zeiten erhöhen Bildungsfinanzierung umstellen Spitzen- und Eliteförderung Investitionsstimulierung Effizienzsteigerung Steuersystem Umschichtung öffentliche Haushalte Private Infrastrukturfinanzierung Ausgabenkonsolidierung Privatisierung und Subventionsabbau Verringerung der Tragfähigkeitslücke Stärkung des Wettbewerbsföderalismus
Berlin, 17.9.2006 25

Unternehmensidentität und Unternehmenskultur
Unternehmen sind Kooperationen auf Zeit. Unternehmenskultur ist relationaler Vertrag, der auf Selbstdurchsetzung setzt. Wissensgesellschaft hat über den beschleunigten Wandel die Arbeitswelt und die Identität der Arbeitnehmer verändert. Diskontinuierliche Erwerbsbiographien Höherqualifikation, Akademisierung, Spezialisierung Dezentralisierung Normalarbeitsverhältnis verliert an Bedeutung Gleichzeitigkeit von Restrukturierung und Wachstum

Berlin, 17.9.2006

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Notwendige Kompensationen
Reputationsmanagement und Vertrauenskultur als erfolgskritische Faktoren für Unternehmen, ethische Orientierung und Standortverantwortung gewinnen an Bedeutung. Wissensgesellschaft befördert unter global marktwirtschaftlichen Bedingungen die Vereinheitlichung der Lebensverhältnisse. Sie bedarf kompensatorischer Differenzierungsstrategien: Individualisierung und Pluralisierung Lokalisierung Emotionalisierung, Traditionalisierung, Historisierung Eine Antwort: Herausbildung von Clustern.

Berlin, 17.9.2006

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