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45 Anhang I BEWERTUNGSVERFAHREN

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           BEWERTUNGSVERFAHREN FÜR DAS PROGRAMM
       „BENUTZERFREUNDLICHE INFORMATIONSGESELLSCHAFT“
                       (IST-PROGRAMM)

1. Das Bewertungsverfahren

1.1 Anonymität: Die wissenschaftlichen   und technologischen Kernpunkte im Hinblick
auf die Erreichung der Ziele             der Leitaktionen, Forschungsnetze und
programmübergreifenden Maßnahmen          des IST-Programms stehen in engem
Zusammenhang mit der industriellen       Bedeutung und der Glaubwürdigkeit des
Konsortiums.

Sollte die Bewertung am Ort der Kommissionsdienststellen erfolgen, werden die
Fachprüfer beim IST-Programm aufgefordert, ohne Kenntnis der Teilnehmer zuerst die
wissenschaftlichen und technologischen Ziele und den Arbeitsplan (Teil B) der
Vorschläge für FTE-Projekte nach dem Kriterium Wissenschaftliche/technologische
Qualität und Innovationsgrad zu prüfen. Das andere Kriterium, darunter das der
industriellen Bedeutung und der Glaubwürdigkeit des Konsortiums hinsichtlich der
Durchführung der Arbeiten, wird anschließend in Kenntnis der Teilnehmer bewertet.

Bei anderen Maßnahmen als FTE-Projekten wird das Kriterium der
wissenschaftlichen/technologischen Qualität in Kenntnis der am Vorschlag beteiligten
Partner bewertet.

1.2 Einreichung in zwei Stufen: Im offenen Bereich der FET-Vorschläge und bei FTE-
Projekten, für die dies in der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen ausdrücklich
vorgesehen ist, wird ein zweistufiges Einreichungsverfahren durchgeführt.

1.3 Bewertung per Post: Die Bewertung im zielorientierten Bereich der FET-Vorschläge,
bei der zweiten Einreichung im offenen Bereich der FET-Vorschläge und bei anderen
Maßnahmen als FTE-Projekten kann von den Gutachtern per Post durchgeführt werden,
um individuelle Bewertungen (nicht anonym, vgl. 1.1) zu erhalten. Diese schriftlichen
Bewertungen bilden die Grundlage für die endgültigen Empfehlungen eines
Gutachtergremiums, das in die Bewertungsstelle eingeladen wird. In anderen Fällen, in
denen die Bewertung per Post erfolgen kann, wird das in der Aufforderung zur
Einreichung von Vorschlägen angegeben.

2.     Anwendung der Bewertungskriterien

Beim IST-Programm kommen die fünf Gruppen von Bewertungskriterien zur
Anwendung, die im Bewertungshandbuch für das Fünfte Rahmenprogramm vorgesehen
sind. Die Fachprüfer werden nach individueller Bewertung gemeinsam zu einem Konsens
über eine endgültige Bewertung in den fünf Kriteriengruppen kommen und eine
Gesamtbewertung vorschlagen. In Bewertungsgremien soll eine vergleichende Einstufung
von Vorschlagsgruppen sowie die Gesamtbewertung der verglichenen Vorschläge
stattfinden.

Folgende Fragen werden bei der Bewertung geprüft:




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(1)    Entspricht der Vorschlag den im IST-Arbeitsprogramm angegebenen
      Handlungsschwerpunkten, die für die jeweilige Aufforderung zur Einreichung von
      Vorschlägen gelten?

(2) Wurden ethische Grundsätze und Schutzbestimmungen beachtet?

(3) Im Hinblick auf Artikel 3 Absatz 2 der Entscheidung über das spezifische Programm
     im IST-Bereich: Steht die Beteiligung von Partnern aus der Industrie an industriell
     ausgerichteten Aktionen auf Kostenteilungsbasis im Einklang mit Art und Zweck der
     Maßnahmen? (Im folgenden werden diese Fragen für bestimmte Maßnahmenarten
     näher erläutert.)

Werden eine oder mehrere dieser Fragen mit nein beantwortet, kann die Kommission
beschließen, die Bewertung eines Vorschlags abzubrechen.

Bei der Anwendung des Kriteriums "Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Zielen der
Gemeinschaft", z.B. Beschäftigungschancen, werden je nach Erfordernis sowohl direkte
als auch indirekte Auswirkungen berücksichtigt.

3.      Ausführliche Bestimmungen

•     Einreichung von FTE-Vorschlägen in der ersten Stufe (falls in der
Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen so angegeben)

Bei der ersten Einreichungsstufe (Kurzvorschläge) sind zu folgenden Punkten keine
ausführlichen Angaben erforderlich: Arbeitsplan, Verwertungs- oder Verbreitungspläne,
Budgets von Forschungspartnern.

•       Demonstrationsvorhaben oder kombinierte Projekte

Im Konsortium müssen Technologieentwickler und -nutzer vertreten sein.

•       Offener Bereich der FET-Vorschläge (FTE-Aktionen auf Kostenteilungsbasis)

Schwerpunkt bei der Bewertung der wissenschaftlichen/technologischen Qualität und des
Innovationsgrads werden innovativer Wert und unkonventionelle Ideen sein, die
Forschungsarbeiten mit hohem Risiko oder langfristige Forschungen auf hohem Niveau
beinhalten.

Bei der ersten Einreichungsstufe (Kurzvorschläge) sind zu folgenden Punkten keine
ausführlichen Angaben erforderlich: Verwertungs- oder Verbreitungspläne, Budgets von
Forschungspartnern.

Ist bei der ersten Einreichungsstufe eine Bewertungsphase gefordert, müssen geeignete
Kriterien für die Erfolgsmessung festgelegt werden.

•       Zielorientierter Bereich der FET-Vorschläge (FTE auf Kostenteilungsbasis)

Schwerpunkt bei der Bewertung der wissenschaftlichen/technologischen Qualität und des
Innovationsgrads sind der innovative Wert und die spezifischen Ziele des
Arbeitsprogramms.

Im Managementplan sind geeignete Kriterien für die Messung des Erfolgs der Maßnahme
festzulegen.

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•       Forschungsnetze R.N1

Zur Spezifizierung der erforderlichen Dienste werden konzertierte Aktionen mit den
geldgebenden Organisationen und Nutzergruppen durchgeführt. Diese Dienste werden im
Rahmen öffentlicher Beschaffungsmaßnahmen durch wettbewerbliche Ausschreibungen
bereitgestellt.

•       IST-Einführungsmaßnahmen1

Diese Maßnahmen werden koordiniert/gebündelt, um eine kritische Masse zu erreichen.
Für die Unterstützung und Koordinierung/Bündelung der einzelnen Maßnahmen aus ganz
Europa in größere Initiativen werden Auschreibungen oder Aufforderungen zur
Einreichungen von Vorschlägen veröffentlicht. Das Programm sieht folgende
Einführungsmaßnahmen vor: Erprobungen, Maßnahmen für Erstanwender, Bewertungen
und Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs.

Bei Erprobungen ist die Zusammenarbeit von Anwendern und Anbietern erforderlich. Im
Konsortium muß mindestens ein Anwender innovativer Spitzentechnologien vertreten
sein. Die Technologie darf sich noch nicht durchgesetzt haben oder auf dem Markt
erhältlich sein; eine Anpassung an die Bedürfnisse der Nutzer muß im Laufe der
Erprobung noch vorgenommen werden, die letzlich dazu führt, daß über den heutigen
Stand der Technik hinausgegangen werden kann.

Für Erprobungen beinhalten die Standardkriterien folgende zusätzliche und/oder spezielle
Aspekte:
- 'Wissenschaftliche/technologische Qualität und Innovationsgrad': Originalität,
   Innovation und Fortschritt im Vergleich zum Stand der Technik
- 'Zusätzlicher Nutzen für die Gemeinschaft': Weitergabe der Erfahrungen an andere
   Organisationen in Europa und Beitrag zu europäischen Verbreitungsmaßnahmen
- 'Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Zielen der Gemeinschaft': Beitrag des Projekts
   zur Verbesserung der Beschäftigungschancen und zu Einsatz und Weiterentwicklung
   von Fähigkeiten in Europa
- 'Wirtschaftliche Entwicklung und W&T-Aussichten': die strategischen und
   potentiellen kommerziellen Auswirkungen für die Anwender und Anbieter sowie die
   Glaubwürdigkeit der Partner in bezug auf die Verwirklichung der Verwertung
- 'Ressourcen, Partnerschaft und Management': intensive Einbeziehung der Anwender
   und Zusammenarbeit zwischen Anwendern und Anbietern

An Best-Practice-Maßnahmen wirkt (wirken) eine oder mehrere Organisation(en) mit. Sie
müssen eine gründliche Analyse der derzeitigen Praxis liefern, einen eindeutigen
kommerziellen Verbesserungsbedarf feststellen, die technischen und kommerziellen Ziele
der Verbesserung deutlich herausarbeiten und die Anwendung neuer Praktiken
vorbereiten.

An Maßnahmen für Erstanwender wirkt (wirken) eine oder mehrere Organisation(en) mit.
Sie müssen eine gründliche Analyse der derzeitigen Praxis liefern, einen eindeutigen
kommerziellen Verbesserungsbedarf feststellen, die technischen und kommerziellen Ziele
der Verbesserung deutlich herausarbeiten und aufzeigen, wie diese Verbesserung durch
den Ersteinsatz von Technologie verwirklicht werden kann.


1
  Weitere Anleitungen zur Abfassung eines Vorschlags werden im Rahmen der aufforderungsspezifischen
Informationen veröffentlicht.

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Für Best-Practice-Maßnahmen und Maßnahmen für Erstanwender beinhalten die
Standardkriterien folgende zusätzliche und/oder spezielle Aspekte:
- 'Wissenschaftliche/technologische Qualität und Innovationsgrad': genauer Grad der
   Verbesserung, der zu Fortschritten gegenüber dem heutigen Stand der Technik führt,
   sowie Eignung des Ansatzes, der Technologien und der Methoden für deren
   Verwirklichung und Zweckmäßigkeit des gewählten Geschäftskonzepts
- 'Zusätzlicher Nutzen für die Gemeinschaft': genaue Bestimmung des weiteren
   europäischen Interessentenkreises, die allesamt das Problem haben, auf das die
   Maßnahme abzielt
- 'Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Zielen der Gemeinschaft': Beitrag des Projekts
   zur Verbesserung der Beschäftigungschancen und zu Einsatz und Weiterentwicklung
   von Fähigkeiten in Europa
- 'Wirtschaftliche Entwicklung und W&T-Aussichten': Wirtschaftliche Bedeutung und
   kommerzielle Folgen für die Teilnehmer und den weiteren Interessentenkreis;
   Meßbarkeit und Übertragbarkeit der Ergebnisse und Möglichkeit, diese erneut zu
   erzielen. Im Vorschlag müssen die Antragsteller ausdrücklich erklären, daß sie ihre
   Verpflichtung zur Verbreitung der Ergebnisse kennen und daß sie bereit sind, die
   Ergebnisse zugänglich zu machen.
- 'Ressourcen, Partnerschaft und Management': Eignung der am Vorschlag beteiligten
   Organisationen und Zweckmäßigkeit der Beteiligung eventueller Drittparteien
   (professionelle Unterstützung für die Bereiche Technologie, Know-how und Schulung
   sowie Beratungsdienste)

Bei Bewertungsmaßnahmen ist die Zusammenarbeit von Anwendern und Anbietern
erforderlich. Dem Konsortium muß daher mindestens ein Anwender aus der Industrie
angehören (je nach Ausgereiftheit der zu bewertenden Technologien - vom frühen
Konzeptstadium bis zum Anfang der Produktionsphase).

Bei Maßnahmen zur Verbesserung des Zugangs muß das Konsortium seine Fähigkeit
nachweisen, den Zugang zu den erforderlichen Technologien und Diensten herzustellen,
sowie seine Fähigkeit, eine spürbare Nutzung fortgeschrittener und neu entstehender
Technologien und Dienste zu fördern. Es muß in der Lage sein, sich langfristig selbst zu
tragen.

•      Konzertierte Aktionen und thematische Netze

Beim Kriterium der wissenschaftlichen/technologischen Qualität und Innovation steht
nicht die Qualität der Forschung im Mittelpunkt, sondern die Unterstützung der
Programmziele und das Konzept für den Aufbau eines geeigneten Bewußtseins sowie
geeigneter Beziehungen im Hinblick auf die relevanten wissenschaftlichen und
technologischen Arbeiten.

Beim zusätzlichen Nutzen für die Gemeinschaft werden Wechselbeziehungen zwischen
nationalen und internationalen F&T-Maßnahmen berücksichtigt, soweit dies relevant ist.

Schwerpunkt bei der wirtschaftlichen Entwicklung und den Aussichten für Wissenschaft
und Technologie ist das Wertschöpfungspotential für die Industrie, die Wirtschaft oder
den allgemeinen technischen Fortschritt. Verbreitungspläne müssen ausführlich sein.

Das Konsortium/Netz muß neuen Partnern offenstehen, klar definierte Verfahren für
Koordinierung und Konsensbildung aufweisen, über die erforderliche kritische Masse an
Fähigkeiten und hochrangigem Fachwissen verfügen und im Hinblick auf
wissenschaftliche und industrielle Beteiligung ausgewogen sein.

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•     Technologieförderung zugunsten von KMU

Die hierfür geltenden Bewertungsverfahren sind im spezifischen Anhang des Programms
"Förderung der Innovation und der Einbeziehung von KMU" festgelegt.

•     Ausbildungsstipendien

Die hierfür geltenden Bewertungsverfahren sind im Anhang zum Programm "Ausbau des
Potentials an Humanressourcen in der Forschung und Verbesserung der
sozioökonomischen Wissensgrundlage" festgelegt.




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Gewichtungstabelle (Höchstwert 10) und Schwellenwerte

 ART DER MASSNAHME                                                       AUSWAHLKRITERIEN

                                  Wissensch.         Zusätzlicher          Beitrag zu den       Wirtschafts-          Ressourcen,
                                  /technolog.       Nutzen für die        gesellschaftspol    entwicklung und       Partnerschaft und
                                    Qualität,       Gemeinschaft             Zielen der        Aussichten für         Management
                                  Innovation       und Beitrag zur         Gemeinschaft       Wissenschaft &
                                                   Gemeinschafts                                Technologie
                                                       politik

                                Gewi    Schwelle   Gewi       Schwelle   Gewicht   Schwelle   Gewicht   Schwelle   Gewichtun   Schwelle
                                chtun    nwert*    chtun       nwert*      ung      nwert       ung      nwert        g         nwert
                                  g                  g


 FTE Stufe 1 (ggf.)               4        3         1           2         1                    3          3          1           -

 FTE einstufig oder Stufe 2      4         3        1            2         1                    2          3          2           2

                           +
 Demonstrationsprojekte           3        3         2           2         1                    2          3          2           2

                       +
 Kombinierte Projekte             4        3         1           2         1                    2          3          2           2

 Offener Bereich FET

 Stufe 1                          5        3         1           -         1                    2          -          1           -

 Stufe 2                          4        3         1           3         1                    2          -          2           2

 Zielorientierter Bereich FET     4        3         1           1         1                    2          -          2           2

 Einführungsmaßnahmen

 Erprobungen                      3        -         1           2         1                    3          3          2           3

 Bewertungen und Maßnahmen        4        -         1           2         1                    2          3          2           4
 zur Verbesserung des Zugangs

 Best-Practice-Maßnahmen und      2        3         1           2         2                    3          3          2           3
 Erstanwendermaßnahmen

 Konzertierte Aktionen            2        -         3           -         1                    2          -          2           2

 Begleitmaßnahmen                 2        3         3           4         2                    2          -          1           2

* Der Schwellenwert bezieht sich auf die Bewertung (0-5) für die Kriteriengruppe (vgl. Handbuch, S.
16).
+
  Vorgesehen in Anhang IV des Ratesbeschlusses über das Fünfte Rahmenprogramm
** Vorgesehen in Anhang IV des Ratesbeschlusses über das Fünfte Rahmenprogramm und
genauer festgelegt im IST-Arbeitsprogramm




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posted:12/4/2009
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