BWL 4 Organisation und Human Resource Management
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BWL 4: Organisation und Human Resource Management
Gliederung:
Teil 1: Organisation
1) Grundlagen der Organisation
2) Organisationstheorien
3) Organisation zwischenbetrieblicher Beziehungen
4) Variablen der Unternehmensstruktur
5) Unternehmungsverfassung
6) Formen der Makro- Organisation: Organisationstrukturen
7) Formen der Mikro- Organisation: Organisation der Produktion
Teil 2: Human Resource Management
8) Grundlagen des HRM
9) Rekrutierung von Mitarbeiter
10) Entlohnungssytem
1) Grundlagen der Organisation
1.1) Organisationsprobleme:
Knappheit als Ausgangspunkt wirtschaftlicher Aktivitäten
-> Ziel: Verringerung des Knappheitsproblems, durch Ressourcenverteilung mit
höchstmöglicher Befriedigung
Knappheitsverringern durch Arbeitsteilung (Adams Smith) -> Folge: Abstimmungsbedarf
Mängel im Bereich der Arbeitsteilung: nicht ausgeschöpftes Produktivitätspotential
Mängel im Bereich der Abstimmung: wieder verspielte Gewinne
Trade-off zwischen Arbeitsteilung/ Spezialisierung und Tausch/ Abstimmung, wollen
diesen maximieren
2 ökonomische Probleme: 1. Koordinationsproblem und 2. Kooperationsprobleme
(Motivationsprobleme)
Koordinationsspiele
Merkmale von Koordinationssituationen:
Gleichzeitiger Handlungen mehrer Akteure
Interpedente Entscheidungen
Keine/geringe Zielkonflikte hinsichtlich der Lösung der Aufgabe
Mehrdeutigkeit
2 mögliche Fehler: Koordination kommt nicht zustande oder Koordination kommt
zustande, das Ergebnis ist aber suboptimal
Koordination ohne Verteilungskonflikt: (Sicherstellung eines GG)
Massnahmen zur Sicherung der Koordination:
Konventionen, Erfahrungen
Erwartungen über das Verhalten der Akteure
Organisationstruktur
Organisationshandbuch
Eingrff eines Schlichters/ Vorgesetzen in Form von Ratschlägen od. expliziter
Anweisung
Koordination ohne Verteilungskonflikt: (2 GG, bessere wird gewählt)
Massnahmen zur Sicherung der Koordination:
-> Selbstkoordinatiom
Eingriffe durch einen Dritten sind nur bei gutem Informationsstand effektiv ->
Organisatioskosten beachten
Erfahrung, Übungseffekt
Koordination mit Verteilungskonflikt: ( 2 Nash-GG, aber asymmetrische Koordinations-
situation)
Massnahmen zur Sicherung der Koordination: Chicken
Koomunikation, Side Payments
Frist mover advantage, Selbstbindung
Einsatz eines Schlichters
Angebot einer Aussenpostion für einen Akteur
Suche nach einer Lösung ohne Verteilungskonflikt
Bei wiederholter Interaktion
Kooperationsspiele:
Merkmale von Kooperation:
Gemeisame Aufgabenerfüllung mehrer Akteure
Interdependente Entscheidungen
Ausgeprägte Interessedivergenzen -> free rider-Verhalten
Eindeutige aber nicht nicht beste Lösung
Gravierende organisatorische Eingriffe zur Kooperationssicherung erforderlich
Massnahmen zur Sicherung der Kooperation:
Kontroll- Und Sanktionsmechanismen
Anreizsysteme: Grundprämie und individuelle Prämie
Arbeitsanreicherung, job rotation
Bildung von Kleingruppen
Bedingte Kooperationsbereitschaft nutzen
Mitarbeiterleistung veröffentlichen
Zusätzliches Problem: Endpsieleffekte -> Massnahmen gegen Endspieleffekte: Delayed
payments, Umstellung der Arbeitsaufgaben, Interaktionsdauer verlängern
FAZIT: Koordination und Kooperation
- Kordinationsicherung : erreichbar ohne schwerwiegende organisatorische Eingriffe in
individuelle Interessen.
- Kooperationssicherung: starke organisatorische Eingriffe erforderlich zur Auflösung
von Interessendivergenzen -> Organisationskosten fallen insbesondere bei der
Kooperationssicherung an und schmälern dann den Kooperationsertrag.
1.2) Organisationsbegriffe
- instrumenteller Organisationsbegriff: Organisation als Gegenmittel für
Koordinations- und Motivationprobleme, „die Unternehmung hat eine Organisation“
- insitutioneller Organisationsbegriff: Organisation als regelgebundenes, soziales
System, zu dem sich mehrere Akteure zur Erreichung eines gemeinsamen Ziels
zusammengeschlossen haben, „ die Unternehmung ist eine Organisation“
- Aufbauorganisation: Gliederung der Unternehmung in organisatorische Einheiten
sowie Zuordnung von Aufgaben und Kompetenzen
- Ablauforganisation: Ablauf des betrieblichen Geschehens innerhalb der Einheiten
- Organisationsstruktur: Gesamtheit aller organisatorischen Regeln eines
Unternehmens zur Gewährleitsung von Koordination und Kooperation
2) Organisationstherorien
Neoklassische Ansatz ( Referenzmodell)
Property Rights Theorie
Transaktionskostentheorie
Prinzipal-Agent-Theorie
Zielsetzung: Erklärung zur Entstehung und Veränderung von Organisationen und anderen
Institutionen
Frage: Warum existieren Unternehmen als Koordinationsmechanismus neben Märkten?
Märkte weisen Funktionsschwächen auf und/oder ihre Nutzung ist mit Kosten
verbunden (Transaktionskosten)-> Unternehmen und andere institutionelle
Arrangements existieren zur Kompensation bzw. Ausnutzung von Marktfehlern
und zur Umgehung von Transaktionskosten.
Neoklassischer Ansatz
Modellrahmen:
vollkommener Wettbewerb
Gewinn bzw. Nutzen maximierendes Verhalten
Homogene Güter ( keine unterschiedliche Qualitäten), unbegrenzte Teilbarkeit
von Gütern und Produktionsfaktoren
vollkommene Information (= symmetrische Information, aber nicht umgekehrt!),
kostenlose und sofortige Verfügbarkeit aller Informationen durch Marktpreise
(=alle Information stecken in den Preisen)
keine unfreiwillige Austauschbeziehungen durch externe Effekte
vollkommene Mobilität dh keine Mobilitätskosten, zietlose Anpassungsprozesse
(Punktmarkt)
steigende Grenzkosten bei den Produzenten (abnehmende Skalenertrge)
Existenz eines effizienten Markträumungsgleichgewichts ohne Eingriffe einer zentralen
Instanz („unsichtbare Hand“)
Ergebnisse:
Das Unternehmen wird die Produktionsmenge y ausdehnen, bis P = GK
Jeder Faktorlieferant wird nach seinem Wertgrenzprodukt bezahlt.
Das Unternehmen muss im Minimum der DK produzieren.
Das Unternehmen macht im Gleichgewicht "auf lange Sicht" keine übermässigen
Gewinne, vermeidet Verlust
Reale Organisationen sind nicht erklärbar
Lohn und Grenzprodukt
Produktionsfunktion:
Zielfunktion:
Bedingung 1. Ordnung:
Grenzprodukt der Arbeit = Reallohn oder Nominallohn = Wertgrenzprodukt der Arbeit
Marktfehlern resultieren aus den Annahmen:
Externe Effekte
Steigende Skalenerträge ( abnehmende Stückkosten, Output steigt mehr als Input) und
Monopolmacht (preispolitischer Einfluss)
Positive Informationskosten (Transaktionskosten)
Asymmetrische Informationsverteilung mit Adverse selection und Moral-Hazard-
Problemen
Konsequenzen:
Marktergebnisse sind nicht pareto-effizient
Märkte versagen eventuell oder entstehen erst gar nicht
Anreize zur Bildung von Institutionen (Unternehmen, Organisationen), um
Marktfehler zu kompensieren bzw. auszunutzen
Bild steigende Skalenerträge:
Dk hat kein Min., kann kein Gleichgewicht geben ->jedes Unternehmen hat den Anreiz den
Output ins Unendliche zu treiben,Gewinn max: wo Markt seine Aufnahmekapazität erreicht
hat.
Unternehmen 1 wird aus dem Markt gedrängt-> Ausnutzung des Marktfehlers durch
Unternehnem 2.
Property Rights-Theorie
Ausgangspunkt des Property Ausgangspunkt des Property rights-Ansatzes:
Der Wert eines Gutes ergibt sich nicht aus den technischen oder physischen Eigenschaften,
sondern aus den (Verfügung-) Rechten, die mit dem Gut verbunden sind
Verfügungsrechte:
Nutzungsrechte
Rechte auf den Nutzungsertrag
Rechte auf Veränderung des Gutes
Verkaufsrechte
Gut = Bündel von Verfügungsrechten
Externe Effekte liegen vor,
wenn die Produktions- oder Nutzenfunktion eines Akteurs durch eines Akteurs durch
die Aktivität eines anderen Akteurs beeinflusst wird (externe Effekte i. w. S. )
wenn diese Beeinflussung nicht über den Preismechanismus entgolten wird (externe
Effekte i. e. S.)
Unterscheidung:
positive externe Effekte i. e. S. ( Ausnutzung)
negative externe Effekte i. e. S. (Vermeidung)
These: Unternehmen entstehen zur Ausnutzung positiver externe Effekte
Alchain-Demsetz-Ansatz:
Teamproduktion zwischen i und j
Produktionsfunktion: (ei und ej)
beobachtbar, ei und ej nicht kontrahierbar (Arbeitseinsätze nicht auftrennbar)
Nichtseparabilitätsbedingung:
Bedeutung der Nichtseparabilitätsbedingung:
Steigerung von ei bzw. ej erhöht den Teamoutput
individuelle Zurechnung auf i bzw. j nicht möglich
Folge:
produktionstechnisch bedingt besteht zwar die Möglichkeit positiver externer Effekte i. e. S.,
individuell rational ist aber ein Freifahrerverhalten
keine Sicherung der realisierbaren sozialen Erträge aus Teamproduktion
Idee:
Unternehmen entstehen zur Sicherung sozialer Erträge aus Teamproduktion, werden
gegründet um soziale Erträge zu sichern, sind freiwillig nicht erreichbar
Lösung: Alchain-Demsetz-Unternehmer:
Überwacher
Kontrollanreiz durch Residualeinkommen
Gründung einer Unternehmung zur Sicherung der sozialer Erträge aus Teamarbeit dh. Zur
Ausnutzung der Marktschwäche „positiver externe Effekte i.e.S“, lohnt sich wenn die
erreichbaren sozialen Erträge grösser sind als die internen Kontrollkosten.
Bedingungen für freiwillige dauerhafte Kooperation:
Offener Zeithorizont (bei endlichem Zeithorizont ist dauerhafte Defektion zu
erwarten. Grund: Rückwärtsinduktion)
Hinreichend grosse Diskontparameter bzw. kleine Kalkulationszinssätze
Wahl bedingter kooperativer Strategien (Tit for Tat, Trigger)
Alchian-Demsetz-Unternehmer und freiwillige dauerhafte Kooperation: Unternehmer zur
Sicherung sozialer Erträge wird nicht benötigt
Bedingungen für die Entstehung von Organisationen:
Existenz hinreichend grosser sozialer Erträge
Existenz hinreichend geringer interner Kontrollkosten
Versagen freiwilliger dauerhafter Kooperation
Lösung:
Unternehmer Zur Sicherung der Kooperation
Unternehmen entstehen zur Kompenation der Marktschwäche „Koodinationsspiele“
Erfoderlch: erziellbare Koordinationserträge interne Kosten zur Koordinationssicherung
Fazit:
Unternehmen entstehen, weil durch das Zusammenwirken verschiedener
Einzelakteure Verbundsvorteile realisierbar sind, die sich über eine reine Marktlösung
nicht sichern lassen
Typen von Verbundsvorteilen:
Kooperationsvorteile in Form sozialer Erträge
Koordinationsvorteile
Erforderlich: Gegenüberstellung der erzielbaren Vorteile und der internen Kosten der
Unternehmenslösung.
Transaktionskostentheorie (TAK= Kosten der Abwicklung von Tauschbeziehungen):
Externe TAK: Kosten zur Nutzung der Marktes als Koordinationsmechanismus,
(Markttransaktionsbeziehungen)
Interne TAK: Kosten der Koordination in Unternehmungen, Kosten der
Marktvermeidung, Organisationskosten
TAK-Arten (externe TAK auf Marktebene)
Anbahnungskosten (Ermittlung des Transaktionspartners)
Vereinbarungskosten (langwierige Vertragsverhandlungen)
Kontrollkosten (Qualitätsprüfung)
Durchsetzungskosten (Gericht)
Anpassungskosten (vertragliche Nachverhandlungen)
Eiflussfaktoren on TAK:
Häufigkeit der Durchführung der Transaktion (nicht linearer Kostenverlauf sondern
degressiv, wegen Routine / Erfahrung)
Unsicherheit der Transaktion (je grösser Unsicherheit desto grösser TAK, ausnutzen
des einen)
Spezifität der Transaktionssituation
Strategische Bedeutung der Transaktion (Betriebsgeheimnisse verraten)
Verhaltensannahmen:
Begrenzte Rationalität (Unvollständige Information)
Neigung zu Opportunismus (egal ob andere geschädigt werden)
Entstehung und Wachstum von Unternehmen:
Organisationen existieren selbst bei funktionierenden Märkten allein auf Grund von TAK-
Vorteilen. Die Umgehung des Marktes durch organisationsinterne Abwicklung lohnt
sich, solange die internen TAK geringer sind als die externen TAK. (Unternehmungen
wachsen solange interne TAK kleiner als Externe TAK sind.)
Bild
Spezifität und Transaktionskosten:
Hold Up-Problem ( Ausbeutungssituation) als weitere Begründung für die Existenz von
Organisationen
transaktionsspezifische Investition eines Vertragspartners (je höher die Spezifität desto
höher TAK, je höher Spezifität desto höher die Quasi Rente)
Investor begibt sich in eine wirtschaftliche Abhängigkeit (=Gefahr!)
Opportunismus: Investor ist in Höhe der Quasi-Rente ausbeutbar
Konsequenzen der Hold-Up Problematik:
Unterinvestition aufgrund der Antizipation der Hold-Up Gefahr
Vertikale Integration, Bsp. Hersteller und Zulieferer in einer Organisation, somit keine
Marktbeziehung mehr.
Wenn die Spezifität klein ist, dann ist der Markt eine gute Lösung.
Fazit: Transaktionskostensatz als erste Erklärung für die Existenz von Organisationen
Transaktionskostenvorteile gegenüber der Marktlösung (Coase, Einsparung von TAK)
Verhinderung von Unterinvestitions- bzw. Hold up-Problemen (Williamson,
Sicherung von Quasi-Renten)
Prinzipal-Agent Theorie:
INFORMATIONSVERTEIEILUNG
symmetrisch asymmetrisch
hidden action-> Moral Hazard einseitig wechselseitig
hidden information->adverse selection
Prinzipal: beauftragt einen Agenten für eine bestimmte Leistung
Agent: führt Aufagabe aus
Annahmen im Grundmodell:
Risikoneutraler Prinzipal (P) betraut risikoaversen Agent (A) mit einer Aufgabe
Produktionsfunktion:
Gewinn des P: G=
Nutzen des A: u=
Lohn des A: w=
A kann hoher Arbeitseinsatz ( ) oder niedriger Arbeitseinsatz ( ) wählen
Grundmodell symmetrische Informationsverteilung (SIV)
P kann den Arbeitseinsatz von A (e) beobachten
Teilnahmebedingung: P muss A den Reservationslohn (Lohnsatz, den dir Person bei
einer alternativen Beschäftigung oder nichts macht) anbieten
Lösung: Fixlohnkontrakt mit w=
Risikoallokation: A trägt kein Risiko, P trägt das ganze Risiko
Grundmodell asymmetrische Informationsverteilung (ASIV)
Rückschlussproblem: P kann nur beobachten, aber nicht Arbeitseinsatz e
Anreizproblem: P muss A zur Akzeptanz des Arbeitsvertrags bringen (Teilnahmebedingung)
P muss die Anreize so setzen, dass der A aus Eigeninteresse e(hoch) wählt
(Anreizkompatibilitätsbedingung).
Lösung: erfolgsabhängiger Entlohnungskontrakt
Problem: Gegenläufigkeit zwischen Anreizgestaltung und effizienter Risikoallokation (Trade-
off)
Lösung: geringstmögliches wählen, das bei A den hohen Arbeitseinsatz induziert.
Fazit:
Erfolgsabhängige Entlöhnung als Massnahme des P zum Abbau seines
Informatiosdefizit -> trotzdem Effizienzverluste in Form von Risikoprämien
Durchschnitllich höhere Lohnkosten: die erwartete Entlohnung des A ist höher als der
Fixlohn bei SIV
Gründung einer Unternehmung
Als Kompensationsmechanismus gegen Informationsprobleme
Zur Verringerung der mit Informationsproblemen verbundenen Effizienzverluste
(Wohlfahrtsverluste, der sich für den P dadurch ergibt, dass Vertragsbeziehungen
unter Second best-Bedingungen und nicht unter First best-Bedingungen stattfinden)
Allgemeines Fazit:
Unternehmen entstehen, wenn die Umgebung des Marktes folgendes gewährleistet:
Einsparung von TAK
Sicherung von Quasi-Renten
Verringerung der Probleme aus asymmetrischen Informationsverteilungen
Ausnutzung der Skalenvorteilen
Sicherung von Kooperations- und Koordinationserträgen
Aber: Unternehmen haben auch eigene interne Probleme
Interne TAK
Hold up-Probleme
Hidden action und hidden information Probleme
Kooperations- und Koordinationsprobleme
3) Organisation zwischenbetrieblicher Beziehungen
Kooperation:
- Längerfristige Zusammenarbeit von Unternehmen, die explizit vertraglich vereinbart
und kündbar ist ( Zwischenlösung zwischen Markt und Hierachie)
- Form der Ressourcenzusammenlegung, bei der die Kooperationspartner rechtlich
selbsttändig bleiben
- Vertragliche Vereinbarung regelt sowohl Art als auch Umfang der Zusammenarbeit
sowie Rechte („ Wer hat welche Rechte an Kooperation“) und Pflichten ( „ Wer bringt
welche Ressourcen’“)
Wann geht ein Unternehmen zwischenbetriebliche Kooperation ein?
Aufbau von Marktmacht, zur Sicherung von Effizienzvorteilen durch Einsparung von
TAK ( Transaktionskosten)
Allgemeine Zielsetzung effizientorientierter Kooperationsformen: Reduzierung von
der aus der ASIV, Spezifität und Unsicherheit resultierenden Verhaltesrisiken der
Vertragsparter; Moral Hazard, Hold Up
Gründe für effizientorientierte Kooperationsformen:
- Risikoteilung und Reduzieren von Unsicherheiten
- Überwindung von Know-How, Kapital- und Kapazitätsgrenzen
- Austausch von Informationen möglich, die sonst wegen eines Moral Hazard nicht
preisgeben worden wären, Internalisierung von positiver externer Effekte in der
Produktion von Informationen
- Steigerung von Informationsverarbeitungskapazitäten durch Stimulierung von
Lerneffekten bei gemeinsamer Informationsgenerierung
Eigenschaften von Ressourcen:
- Abhängigkeit: wenn sie in Verbindung mit einer anderen Ressource eines anderen
Unternehmens einen höheren Ertrag erwirtschaftet als bei getrennter Nutzung
- Potenz: wenn eine andere Ressource von ihr abhängt
- Plastizität: wenn die Beurteilung von Art und Umfang ihrer Nutzung schwierig ist
Joint Venture
Begriff: Kooperationspartner gründen eigens zur Durchführung eines gemeinsamen Projekts
eine rechtlich selbstständige Gesellschaft als Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide
Partner in der Regel zu gleichen Teilen beteiligt sind.
Geeignetheit: Kooperationspartner bringen verschiedene Ressourcen ein, die grosse
diskretionäre Verhaltensspielräume eröffnen -> Gefahr Hidden Action; intensive und auf
Dauer angelegte Zusammenarbeit innerhalb des Gemeinschaftsunternehmens schafft
geeignete Anreize und wechselseitige Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten, so dass
opportunistisches Verhalten wenig attraktiv ist.
Gründungsmotive:
- Technologische komplexe Aufgaben, die nicht von einem Unternehmung alleine
bewältigt werden können ( Kapital, Kapazität, Know-How Beschränkung),
Riskoteilung
- Rechtliche oder volkswirtschaftliche Sachzwänge
Kapitalbeteiligung
Begriff: Gesellschaftliche Anteile am Kapital einer Unternehmung
Rechte und Pflichten:
- Einflussnahmen auf Unternehmenspolitik
- Anspruch auf einen Anteil am Gewinn und Liquidationserlöse bei Auflösung der
Unternehmung
- Haftung für Verluste bis zur Höhe des nominalen Kapitalanteils
Motive:
- Kapitalbeteiligung als Mittel zur Risikostreuung und Kapitaleinlage
- Absicherung von kooperativen Beziehungen bei spezifischen Investionen
- Kapitalbeteiligung als Instrument der Interessenangleichung zur Begrenzung von
Moral Hazard
Langfristige Lieferverträge
Idee: Damit Lieferanten zu abnehmerspezifischen Investitionen bereit sind, müssen ihnen
Sicherheiten geboten werden.
Daher taugen langfristige Lieferverträge analog zu Kapitalbeteiligungen zum Umgang mit
Hold up-Problemen in vertikalen Lieferbeziehungen.
Langfristige Lieferverträge
SINGLE SOURCING DUAL SOURCING MUTIPLE SOURDING
Single Sourcing vs. Dual Sourcing:
Ausgangspunkt:
Ausschreibung eines langfristigen Liefervertrages
Hold up Problem beim Single Sourcing: (Abhängigkeitsproblem) Aus einer ex ante
unspezifischen Ausgangslage wird durch Lieferantenauswahl und Auftragsvergabe
eine ex post spezifische Leistungsbeziehung (fundamentale Transformation).
Moral hazard-Risiko beim Single Sourcing: Der Abnehmer kann nach einer Reihe von
Anpassungen des Zulieferteils nicht mehr beurteilen, ob die dadurch ausgelösten
Preisänderungen der tatsächlchen Kostenentwicklung entsprechen.
Lösungsmöglichkeit: Dual Sourcing
Zu Hold up: Der Lieferant hat keinen Anreiz mehr, nach Vertragsabschluss die
Ressourcenabhängigkeit des Abnehmers auszubeuten ( jedoch könnten sich die
Zulieferer absprechen und somit ergäbe sich wieder ein single sourcing-Problem)
Z u Moral Hazard: Benchmarking zwischen Lieferanten wird möglich
(Leistungsvergleich und somit neue alte Probleme)
Erzeugung positiver Leitungsanreize (Belohnung für Zulieferer)
Dual Sourcing vs. Sinlge Sourcing:
Dual Sourcing verzichtet auf Grössendegressionseffekte
Dual Sourcing rentiert sich, wenn die TAK-Ersparnisse aufgrund verbesserterAnreiz-
und Kontrollstrukturen die Skalenvorteile übersteigen
Ansonsten: Begrenzung der Risiken des Single Sourcing durch eine
Kapitalbeteiligung
Dual Sourcing vs. Kapitalbeteiligung:
Bei ausgeprägter ASIV sind langfristige Lieferverträge mit Dual Sourcing-Option
vorteilhafter gegenüber Kaptialbeteiligungen.
Ist dagegen ASIV eher gering und können darüber hinaus Skalenvorteile realisiert werden,
sind in der Regel Kapitalbeteiligungen vorzuziehen.
Franchise Organisationen
Beschreibung: Kooperationsform zwischen rechtlichen selbstständigen Wirtschaftsakteuren
zur Realisierung von Grössenvorteilen und Reduktion opportunistischer Verhaltensspielräume
Franchisegeber (FG)- Franchisenehmer (FN)- Beziehung
- FN erhält Lizenz vom FG zur Nutzung des Markennamens bzw des Geschäftssystem
- Vorteile FN: Reputation
- Vorteil FG: profitiert von der Motivation und Selbststeuerung des FN (FN arbeiter auf
eigenes Risiko/ Rechnung)
Problem: Adverse Selektion
Auswahl der FN
Lösung: transaktionsspezifische Investitionen (muss Vorleistungen erbringen um wirkliches
Interesse zu fundieren.
Problem: Moral Hazard
FG kann Umsatz des FN beobachten, aber nicht dessen Beiträge zum Erhalt der
Reputation der Gesamtmarke
Lösung: transaktionsspezifische Investitionen, Vergleich von Betriebsdaten verschiedener FN
Problem: Hold- Up
FG ist nach der Tätigung der spezifischen Investition des FN in der Lage, die Lizenz
zu entziehen oder in unmittelbare Nähe des Standortes weitere Lizenzen zu vergeben
Lösung: Reputation des FG als fairer Kooperationspartner
Fazit:
Franchise-Organisation als komplexes, wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis
Entscheidend für die Effizienz ist eine Ausgewogenheit der Abhängigkeiten
Franchise-Organisationen hat Anreizvorteile im Vergleich mit der vertikalen
Integration
Franchise-Organisationen vs. Filialsysteme:
Franchisesystem impliziert stärkere Leistungsanreize als das Filialsystem
Franchisesystem sollte dem Filialsystem vorgezogen werden,
- wenn die lokalen bedingten Erfolgskriterien gross sind und demnach detzentrales
Know-How von besonderer Bedeutung ist
- wenn aufgrund groser räumlicher Distanz eine direkte Beobachtung des Betriebs
durch die Zentrale erschwert ist
- wenn die Betriebe tendenziell kleiner sind
Dynamische Netzwerke:
Begriff: Kooperationsverbund mehrerer, weitgehend selbstständigen entscheidender klein-
und mitelständischer Betriebe zur Verbesserung der wirtschaftlichen Anpassungsfähigkeit
Zielsetzung: Netzwerke als effiziente Formen der Unsicherheitsbewältigung durch
Spezialisierung, Konsolidierung (Risikoreduktion; gesamtes Risiko verringern durch
aggregieren der einzelnen Risiken, konjunkturelle Risiken und strukturelle Risiken) und
Diffusion (Lastenverlteilung)
Problem: Vielzahl von Abhängigkeitsbeziehungen, deren Koordination für die beteiligten
Unternehmen nur schwer lösbar sind.
Aufgaben der Zentralstelle ( Schaltbrettunternehmung):
Effiziente Koordination der bestehenden Abhängigkeitsverhältnisse durch:
Abschluss von Kooperationsverträge, Anpassung der Kooperationsverträge an neue
Gelegenheiten, Überwachung der Einhaltung der Vereinbarungen
Übernahme der Versicherungsfunktion und Erleichterung spezifischer Invetitionen
durch die Anwendung des Diffusionsprinzip
Realisierung von Grössen- und Konsolidierungsvorteilen
Einschätzung dynamischer Netzwerke:
Effiziente Organisationsform durch die Koexistenz von Kooperations- und
Wettbewerbsbeziehungen
Geringe Gefahr unkooperativern Verhalten aufgrund der wechselseitigen
Abhängigkeit zwischen den Netzmitgliedern
Realisation integrativer Effekte einer aufgrund der Zusammenarbeit entstehenden
Netzstruktur (entstehen Werte und Normen)
Elemente einer interorganizational governance structure (TCG):
1) Selbstständige Netzfirmen, die durch bilaterale Verträge koordiniert werden
2) Gegenseitige Bevorzugung beim Abschluss von Verträgen
3) Auschluss von Konkurrenz zwischen den Netzfirmen
4) Gegenseitige Nichtausbeutung
5) Demokratische Verfassung des Netzwerkes
6) Nichtbeachtung der Regeln führt zum Ausschluss
7) Eintritte und Austritte sind jederzeit möglich
8) Beziehungen von Netzwerkfirmen zu Dritten möglich
Variablen der Organisationsstruktur:
Aufgabenverteilung, Verteilung von Entscheidungsrechten, Verteilung von Weisungsrechten,
Verteilung
Aufgabenverteilung:
1) Teilproblem: Bildung von Teilaufgaben
Horizontal (eine Ebene) vs. Vertikal (mehrere Ebenen)
Mengen- vs. Artenteilung
Aufgabenanalyse: Zerlegung der Gesamtaufgabe in abgrenzbare Elemente anhand
bestimmter Kriterien
Aufgabensynthese: Zusammenfassung der bei der Aufgabenanalyse gewonnenen
Teilaufgaben zu sinnvollen Aufgabenkomplexen
2) Teilproblem: Bildung von organisatorischen Einheiten
Stellen: unterschiedliche Kompetenzen; Ausführendestelle, Leitungsstelle
(Entscheidungs- und Weisungsrechte), Stabstelle (üblicherweise ohne
Entscheidungsrechten/Weisungsrechten, um Informationsdefizit zu reduzieren,
Beraterfunktion
Abteilungen: mehrstufige vertikale Struktur der Aufgabenteilung, Wahl der
Organisationsstruktur
Kollegien, Gremien, Ausschüsse, Projektteams
Verteilung von Entscheidungsrechten:
Delegation: weitergabe aller denkbaren Kompetenzarten von einer Instanz auf untere Ebenen,
engere Definition: Weitergabe von Entscheidungsrechten
Je mehr Entscheidungsrechte auf untergeordnete Ebenen übertragen werden, umso höher ist
der Delegationsgrad:
Hängt ab von:
Den Opportunitätskosten der Zeit des Vorgesetzten
Den Kontrollmöglichkeiten
Der Qualifikation der Untergebenen
Wichtig: Restverantwortlichkeit bleibt bei der delegierenden Stelle
Vorteile:
Entlastung der Instanzen
Verbesserung der Entscheidungsqualität
Beschleunigung von Entscheidungsprozessen
Steigerung der Leistungsmotivation der Delegationsempfänger
Probleme:
Überforderung des Delegationsempfänger
Opportunistisches Verhalten des Delegationsempfänger
Partizipation: Beteiligung von untergebenen Mitarbeiter an Entscheidungen des
Vorgesetzten.
Vorteile:
Verringerung von Informationsasymmetrien zwischen den Hierachieebenen
Erhöhung der Entscheidungsqualität durch Nutzung des Wissens der untergeordneter
Ebenen
Besser Koordination durch Intensivierung der Kommunikation
Förderung der Leistungsmotivation
Entlastung von Instanzen
Probleme:
Zeitlich verzögerte, daher kostspielige Entscheidungsprozesse
Unklare Zuordnung hinsichtlich der Verantwortlichkeit für Entscheidungsergebnisse
Mögliche Überforderung einzelner untergeordneter Organisationsmitglieder
Anmerkung: Es ist NICHT vollständig!
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