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Servicezeit_ Gesundheit vom 23

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					Servicezeit: Gesundheit vom 19. Januar 2009

Redaktion Manfred Höffken


Thema heute:

Haut und Haare – schön und gesund

Mit folgenden Beiträgen:
Pickel und Akne                                                  Seite   1
Die Aufgaben unserer Haut                                        Seite   2
Haarausfall: Was wirklich hilft                                  Seite   3
Gesundheit kompakt                                               Seite   4
Hautkrebs: Vorstadien frühzeitig erkennen                        Seite   6
Fruchtsäurepeeling                                               Seite   7


URL: http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2009/0119/uebersicht.jsp



Haut und Haare – schön und gesund
Die gut 2 Quadratmeter Haut schützen uns vor der Umwelt und gleichzeitig bieten sie die in-
nigsten Kontakte mit derselben, denn auch Schmerz- und Lustempfinden werden über die Haut
übertragen. Was erfahrene Hausärzte und die Vertreter der Naturheilkunde schon lange wis-
sen, wird von der naturwissenschaftlichen Medizin gerade wiederentdeckt: Haut, Haare und
auch Fingernägel sagen viel mehr über unsere Gesundheit aus als mancher Labortest. Die Haut
zeigt deutlich nach außen, wie es uns im Inneren geht. Ganz einfache Anzeichen verraten auch
schon dem Laien, wo etwas im Körper schief läuft – wenn er die Zeichen deuten kann.

Hauterkrankungen wie Ekzeme und Neurodermitis, Schuppenflechte und Hautkrebs haben in
den vergangenen Jahren zugenommen. Das hängt auch mit unserem veränderten Kontakt zur
Umwelt ab. Dauerstress, Umweltgifte und falsche Ernährung stören den Stoffwechsel. Das
Ergebnis zeigt sich zuerst an Haut und Haaren. So bietet der Zustand von Haut, Haaren und
Fingernägeln die Chance für eine Medizin, die Krankheiten schon in ihrer Entstehung erkennt
und behandeln kann.




Pickel und Akne
Von Monika Kirschner

Akne ist ein verbreitetes Leiden. Unter ihr leiden bis zu 80 Prozent aller Jugendlichen. Bei
15 Prozent müssen die Entzündungen vom Facharzt behandelt werden.

Der wichtigste Tipp für alle Betroffenen vorab: Auf keinen Fall lange auf eigene Faust herum-
probieren. So wird lediglich die Chance einer erfolgreichen Behandlung mit möglichst wenig
Nebenwirkungen wie Narben verschenkt. Jugendliche sind besonders betroffen, weil durch die
Hormonveränderungen in der Pubertät die Talgdrüsen besonders aktiv sind. Das eigentlich
harmlose Bakterium „Propionibacterium acnis“ vermehrt sich massenhaft, wenn die Talgdrüsen
der Haut besonders aktiv sind. Dabei produzieren sie verstärkt Talg und Wasser. Auf diesem
Nährboden vermehrt sich das Bakterium explosionsartig und scheidet dabei Enzyme aus, die
die Haut angreifen. Darauf antwortet die Haut wiederum mit einer verstärkten Immunabwehr.
Als Folge kommt es zu den oft extremen Entzündungsprozessen.

Neue Therapien gegen Akne

Der wissenschaftliche Fortschritt bei der Aknetherapie ist in den letzten Jahren enorm gewach-
sen. Die neuen Erkenntnisse haben zu grundsätzlich anderen Ansätzen in der Therapie geführt.

© WDR Köln 2009                                                                          Seite 1 von 8
Da inzwischen die einzelnen Gene bekannt sind, die das Aufblühen der Akne auslösen, ergeben
sich ganz neue Therapiemöglichkeiten. Sie gehen über die Behandlung mit Antibiotika hinaus.
Die Zeiten, da ein Patient – zumeist ein Jugendlicher – diese Hautprobleme hilflos über sich
ergehen lassen musste, sind endgültig vorbei. Pubertät ist kein Synonym mehr für die „Pickel-
Ära“. Akne ist eine ernstzunehmende Erkrankung, unter der die Betroffenen sehr leiden. Etwa
ein Zehntel aller Betroffenen fühlt sich nicht nur unbehaglich, sondern hat gesundheitliche
Probleme wie Schmerzen und Brennen. Vor allem psychisch leiden Betroffene stark. Oft blei-
ben Narben zurück. Manche begleitet die Akne wesentlich länger als nur in der Pubertät.

Medikamente zur äußerlichen Anwendung

Arzneien, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, öffnen die Poren, entfernen den Talg,
wirken antibakteriell und fördern die Heilung. Zu den gebräuchlichsten dieser Mittel gehören
Benzoylperoxid, Vitamin-A-Säure, Antibiotika und Azelainsäure.

Benzoylperoxid zählt zu den wichtigsten lokalen Akne-Therapeutika. Diese Substanz wirkt ge-
gen die Bakterien. Die Mitesser werden weniger. Bei vielen Akneformen stellt die Behandlung
mit Benzoylperoxid die Basis dar. Für eine Langzeittherapie sind meist mehr als sechs Wochen
erforderlich. Cremes, Gels oder Lotionen, die Benzoylperoxid in unterschiedlichen Konzentrati-
onen enthalten, sind ohne Rezept in der Apotheke zu bekommen. Doch Vorsicht: Benzoylpero-
xid kann Haare, Kleidung und Wäsche bleichen.

Vitamin-A-Säure wirkt in der äußerlichen Anwendung schälend und hautirritierend. Es entste-
hen Rötungen und eine leichte Schuppung. Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, werden
nur unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt. Mitesser werden gelockert und auf natürlichem Weg
ausgestoßen. Das Entstehen von neuen Mitessern wird verhindert. Angewendet wird der Wirk-
stoff hauptsächlich bei leichten bis schweren Formen der Mitesserakne.

Azelainsäure reduziert die Keimdichte sowie die Anzahl der Mitesser. Im Vergleich zu Benzoyl-
peroxid und Vitamin-A-Säure reizt der verschreibungspflichtige Wirkstoff die Haut weniger.

Präparate zur inneren Behandlung

Für Mädchen und Frauen besteht die Möglichkeit, über Hormone die Talgdrüsenproduktion zu
beeinflussen. Angeboten werden diese Hormonpräparate in Form der Anti-Baby-Pille. Bei re-
gelmäßiger Einnahme verhindert sie eine Schwangerschaft. Einige der Anti-Baby-Pillen können
die Akne jedoch sogar verschlimmern.

Wo die Behandlung mit Mitteln, die direkt auf die Haut aufgetragen werden, versagt, wird oft
eine Langzeitbehandlung mit Antibiotika verschrieben. Sie werden regelmäßig bis zu sechs
Monate ohne Unterbrechung eingenommen. Diese Therapie wird nur bei wirklich schwerem
Krankheitsbild angewandt. Sie kann zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Problemen und
Schwindel führen und es bilden sich Resistenzen.

Isotretinoin ist die Anti-Akne-Pille für den Mann. Der Wirkstoff ist ein Abkömmling des Vita-
min A. Schwere Formen der Akne können damit gut behandelt werden. Der Stoff vermindert
die Talgproduktion und trocknet die Haut, und damit die Akne, aus. Das Medikament reduziert
die Anzahl der Mitesser und wirkt gegen die entzündlichen Prozesse der Haut. Wird Isotretinoin
richtig dosiert, führt es in 80 Prozent der Fälle zu einer dauerhaften Heilung. Die positiven Wir-
kungen haben ihren Preis: Nasenbluten, trockener Mund, aufgesprungene Lippen und weniger
Tränenflüssigkeit zählen zu den unerfreulichen Begleiterscheinungen.




Die Aufgaben unserer Haut
Von Monika Kirschner

Wenn man sie „zusammengefaltet“ auf die Waage legt, dann wiegt unsere Haut zwischen
3,5 bis 10 Kilogramm. Das Aussehen der Haut lässt Rückschlüsse auf Alter, seelische und kör-
perliche Verfassung des Menschen zu. Auch innere Erkrankungen zeigen sich auf der Haut.

Organ mit vielfältigen Aufgaben

Unsere Haut bildet gegenüber der Außenwelt einen hochspezialisierten Schutzwall mit vielfälti-
gen Aufgaben:

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•   Schutz   vor Kälte, Hitze und Strahlung
•   Schutz   gegenüber Druck, Stößen und Reibung
•   Schutz   bei chemischen Schädigungen
•   Schutz   vor dem Eindringen von Bakterien und Viren
•   Schutz   vor dem Verlust von Wasser und Wärme

Die Haut als äußere Hülle des Körpers ist ständig vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Die Haut
hat einen pH-Wert von 5,7 und ist deshalb leicht sauer. Durch diesen Säureschutzmantel wirkt
die Haut aktiv gegen das Eindringen fremder Keime. Daher ist es besonders wichtig, die natür-
lichen Schutzmechanismen der Haut und ihre Fähigkeit zur Regeneration durch Pflege aufrecht
zu erhalten.

Kontakt zu den inneren Organen

Zum Sinnesorgan wird die Haut durch die Hautnerven mit ihren Tastkörperchen. Dadurch be-
kommen wir ständig Auskunft über unsere Umwelt: Gestalt, Oberflächenbeschaffenheit, Härte
und Weichheit von Körpern, über Temperatur und Luftbewegungen. Außerdem hat die Haut
einen besonderen Bezug zum Nervensystem. Bestimmte Hautbereiche haben über das Rü-
ckenmark enge Verbindungen zu bestimmten Körperorganen, wie zum Beispiel Herz, Magen-
Darm und Leber. So kann man von außen, zum Beispiel mit Massagen, Erwärmung oder Sti-
chen, direkten Einfluss auf innere Organe nehmen. Umgekehrt können innere Organe, wenn
sie erkrankt sind, dies „ihren“ Hautbereichen ankündigen. Zum Beispiel reagiert das Herz im
Bereich von linker Schulter und dem linken Arm.

Eine weitere wichtige Funktion der Haut: Durch das Ausscheiden von Schweiß verhindert sie
die Überhitzung des Körpers. Ein Mensch kann bis zu 10 Liter Schweiß am Tag abgeben. Dabei
werden dann auch Mineralstoffe und Salz ausgeschieden.

Studien besagen, dass etwa 40 Prozent der Hautkrankheiten eine psychosomatische Kompo-
nente besitzen. Untersuchungen bestätigen die positiven Auswirkungen von autogenem Trai-
ning und Entspannungsübungen auf den Hautzustand.

Links:

•   http://www.hautkliniken.info
    Hautkliniken
    Internetseite mit Adressen von Hautkliniken und Hautärzten in Deutschland

•   http://derma.klinikum.uni-muenster.de/
    Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten der Universität Münster
    Internetseite der Klinik mit Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und laufenden
    Studien




Haarausfall: was wirklich hilft
Von Thomas Liesen

Jeder zweite Mann und immerhin jede zehnte Frau machen im Laufe ihres Lebens die leidvolle
Erfahrung: Haare fallen aus, das Haar wird an einigen Stellen lichter, die Kopfhaut schimmert
immer mehr durch.

Am Ende dieser Entwicklung steht häufig – zumindest bei Männern – die Glatze. In den meis-
ten Fällen ist der Haarausfall erblich bedingt. Neueste Untersuchungen zeigen, dass die ent-
sprechenden Gene nicht nur vom Vater, sondern auch von der Mutter weitergegeben werden.
Ein Blick auf die verbliebene Haarpracht des Vaters allein reicht daher für die Prognose der
eigenen Glatzenbildung nicht aus. Auch der Großvater mütterlicherseits verrät zu einem gewis-
sen Teil, welches Erbe man in sich trägt.

Die Schuld liegt beim Testosteron

Biologisch gesehen ist die Ursache allen Übels das männliche Sexualhormon Testosteron. Doch
entgegen der landläufigen Meinung ist eine Glatze kein Indikator für einen besonders hohen
Testosteronspiegel. Vielmehr ist die Empfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber Testosteron
entscheidend. Und das nicht nur beim Mann: Auch Frauen produzieren in geringen Mengen

© WDR Köln 2009                                                                      Seite 3 von 8
männliches Sexualhormon. Und wenn ihre Kopfhaut besonders empfindlich reagiert, kann Tes-
tosteron auch bei ihnen zu massivem Haarverlust führen. Anders als beim Mann beginnt dieser
aber nicht im frühen Erwachsenenalter, sondern erst nach den Wechseljahren. In Ausnahme-
fällen aber auch schon früher, häufig in Folge von Hormonumstellungen nach dem Absetzen
der Pille.

Keine Wundermittel in Sicht

Therapien gegen Haarausfall sind möglich, sie bewirken aber keine Wunder. Bis heute ist kein
Mittel in der Lage, auf einer Glatze wieder prächtige Locken entstehen zu lassen. Die Regel
lautet: einmal zerstörte Haarwurzeln sind auf Dauer verloren. Aber immerhin sind mittlerweile
einige Mittel in der Lage, den Haarverlust wenigstens deutlich zu verzögern, bei manchen Be-
troffenen sogar völlig zu stoppen. Haarwuchsmittel mit folgenden Wirkstoffen werden von seri-
ösen Dermatologen empfohlen:

1. Minoxidil, ursprünglich als Mittel gegen Bluthochdruck entwickelt. Ärzte beobachteten als
Nebenwirkung, dass Haarausfall bei Männern und Frauen gestoppt werden kann. Der Mecha-
nismus dieser Wirkung ist dabei noch nicht geklärt. Minoxidil wirkt allerdings nicht bei jedem
Patienten.

2. 17α-Estradiol, eine Variante des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Wird als Tink-
tur angewendet und wirkt als Gegenspieler des Testosterons.

3. Finasterid, ein Steroid, das den Abbau des Testosterons in die für Haarfollikel schädliche
Form Diydrotestosteron verhindert. Nur für Männer geeignet.

Zurzeit wirbt ein Haarkosmetikhersteller auch mit Koffein als Wirkstoff gegen Haarausfall. Un-
ter Experten ist aber umstritten, ob das Mittel wirklich wirkt. Zwar legt der Hersteller eine Stu-
die als Beweis vor, doch die Zahl der Studienteilnehmer ist aus Sicht mancher Dermatologen
zu gering. Es ist also in jedem Fall Vorsicht geboten, bevor man viel Geld für zweifelhafte Tab-
letten oder Tinkturen ausgibt. Zumal nicht jeder Haarausfall gleich Anlass zur Panik sein muss.
Auch ganz normale jahreszeitliche Zyklen oder durchlebte Stressphasen können zu zeitweise
deutlich erhöhtem Haarverlust führen. Im Zweifelsfall kann ein Hautarzt schnell feststellen, ob
tatsächlich ein genetisch bedingter Haarausfall vorliegt oder nicht.

Links:

•   http://www.derma.de
    Deutsche Gesellschaft für Dermatologie
    Homepage mit Kontaktadressen zu Hautärzten und Hautkliniken

•   http://www.onmeda.de/krankheiten/haarausfall.html
    Haarausfall
    Informationen zu Haarausfall auf onmeda.de




Gesundheit kompakt – Medizinnachrichten
Von Stefanie Schmid-Altringer

Neue EU-Spielzeugrichtlinie schützt Kinder nicht ausreichend

Die neue EU-Richtlinie zur chemischen Sicherheit von Spielsachen ist laut Bundesinstitut für
Risikobewertung bei weitem nicht ausreichend und stellt teilweise sogar eine Verschlechterung
dar. Eine Nachbesserung wird von den deutschen Experten und Expertinnen dringend gefor-
dert, denn über den intensiven Hautkontakt beim Spielen können gefährliche chemische Stof-
fe, Allergene und Biozide in den Körper des Kindes gelangen. Das gilt besonders für Spielzeu-
ge, die in den Mund genommen werden. Aber auch Knetmasse und Fingermalfarben sind stark
betroffen.

Die Forscher des Bundesinstitutes für Risikobewertung warnen, dass sich nach der neuen Ver-
ordnung anstatt weniger sogar mehr Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber bei einer Über-
prüfung lösen dürfen. Für Nickel, den Hauptverursacher von Kontaktallergien, ist bei Spielzeug,
im Gegensatz zu Schmuck, überhaupt kein Grenzwert vorgesehen. Wenn Hersteller bestimmte
Schadstoffe nicht ersetzen können, ohne das Produkt zu gefährden, dann dürfen sie im Spiel-

© WDR Köln 2009                                                                         Seite 4 von 8
zeug bleiben. Das gilt zum Beispiel für Weichmacher in Luftballons, die der Elastizität dienen.
In der Fachsprache heißt das „technisch nicht vermeidbar Gehalte“ und vermittelt den Ein-
druck, dass es zwingende Gründe für den Einsatz von Schadstoffen geben kann.

Außerdem sind die von der Bundesregierung geforderten umfassenden und regelmäßigen Kon-
trollen von Kinderspielzeug auch in der neuen Richtlinie wieder nicht vorgeschrieben. Stattdes-
sen dürfen sich die Hersteller weiterhin ihr Gütesiegel CE selbst ausstellen, das Verbrauchern
und Verbraucherinnen eine falsche Sicherheit vorspiegelt. Laut Bundesinstitut für Risikobewer-
tung müssten sich die Grenzwerte stärker an dem orientieren, was bei Lebensmitteln, Kosme-
tika und in Produkten wie Flaschensaugern oder Schnullern erlaubt ist.

Buchtipp:

•   Spielzeug: gesund – sicher – schadstofffrei
    Verbraucherzentrale NRW, 2006
    Preis: 4,90 zuzüglich 2 Euro Versandkosten

Link:

•   http://ec.europa.eu/consumers/index_de.htm
    Internetseite der Europäischen Union zu Verbraucherfragen
    Informationen unter anderem zu Kinderspielzeug


Mythos Vitamin C entlarvt

In der kalten Jahreszeit haben Erkältungen Hochsaison. Jeder niest und hustet und das kör-
pereigene Immunsystem ist täglich gefordert. Viele Menschen wollen jetzt vorbeugen und grei-
fen zu Vitaminen. Besonders beliebt sind Vitamin-C-Präparate. Sie gelten als die Methode der
Wahl, um das Immunsystem gegen Viren und Bakterien stark zu machen. Diesen Mythos hat
jetzt das Kölner Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) end-
gültig entlarvt. Sie konnten nach Durchsicht und Auswertung aktueller Studien keinen schüt-
zenden Effekt von Vitamin C nachweisen und warnen vor zu hohen Dosen, die sogar schädlich
sein können.

Wer sich aber dennoch effektiv und preiswert vor Erkältungen beziehungsweise einer Grippe
schützen will, der sollte sich laut Kölner Experten und Expertinnen in den kalten Monaten häu-
figer als sonst die Hände waschen. Mit Wasser und Seife werden die durch Handkontakt aufge-
nommenen Viren und Bakterien weggespült und können nicht mehr in den Körper gelangen.
Auf diese Weise sind sie unschädlich und das Immunsystem wird entlastet. Genauso hilfreich
ist es im Fall einer Erkältung, auf das gut gemeinte Händeschütteln zur Begrüßung zu verzich-
ten und benutzte Taschentücher schnell zu entsorgen. Diese einfachen Maßnahmen plus ge-
sunde Ernährung helfen nach der Pressemeldung des Kölner Institutes mehr als zusätzliche
Vitamine, den Winter gesund zu überstehen.

Links:

•   http://www.iqwig.de/index.800.html
    Erkältungen vorbeugen: Händewaschen schützt mehr als Vitamine
    Pressemeldung des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQ-
    WiG) vom 8. Oktober 2008

•   http://www.netdoktor.de/Krankheiten/Grippe+Erkaeltung
    Grippe und Erkältung
    Aktuelle Informationen auf dem Gesundheitsportal Netdoktor

•   http://www.gesundheitsinformation.de/a-zliste.483.56.de.html
    Nahrungsergänzungsmittel und komplementärmedizinische Produkte
    Informationen des Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQ-
    WiG)


Schwere Mängel bei zertifizierten Sonnenstudios

Seit 2007 können sich Sonnenstudios freiwillig einer Qualitätskontrolle unterziehen: Ein offi-
zielles Zertifikat bescheinigt dann, dass hier wichtige Maßnahmen zum Schutz der Kunden


© WDR Köln 2009                                                                        Seite 5 von 8
eingehalten werden. Und das ist auch nötig, denn durch falsch dosiertes UV-Licht oder zu häu-
fige Besuche können Schäden entstehen, die nicht wieder gut zu machen sind – gerade bei
jungen Menschen. Denn die Haut speichert alles Licht – ob im Sonnenstudio oder beim Skifah-
ren – auf ihrem „UV-Konto“ und im Laufe der Jahre kann sich bei einem Überschreiten der
zulässigen Dosis ein schwarzer oder weißer Hautkrebs entwickeln. Hautärzte und -ärztinnen
warnen deshalb immer wieder, dass zu sorglos mit UV-Licht umgegangen wird.

Die steigenden Zahlen von Hautkrebs bestätigen, dass mehr Vorsicht auch im Umgang mit
Sonnenstudios dringend nötig ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat deshalb zertifizierte
Sonnenstudios überprüft und war entsetzt: Nur vier von 100 Studios haben die geforderten
Kriterien auch tatsächlich erfüllt. Gerade bei der Beratung, wo ein individueller Besonnungs-
plan erstellt wird, zeigten sich schwere Mängel. Zu häufig wurde die vorgeschriebene Dosis
beim ersten Besuch überschritten und Jugendliche unter 18 Jahren hatten trotz Verbot Zutritt.
Nach Ansicht des Umweltministeriums sind deshalb in Zukunft gesetzliche Regelungen erfor-
derlich. Denn trotz mangelhafter oder fragwürdiger Qualität sind billige Angebote für viele
Menschen immer noch attraktiv. Die schädlichen, gesundheitlichen Folgen werden oft zu spät
als das erkannt, was sie sind: ein viel zu hoher Preis für billiges Sonnen.

Links:

•     http://www.bfs.de/de/uv/solarien/Solarienueberpruefung2008.pdf
      Solarienüberprüfung
      Prüfungsbericht des Bundesamt für Strahlenschutz (PDF-Datei, 62,7 KB)

•     http://www.photomed.de
      Bundesfachverband Solarien und Besonnung e.V.
      Informationen und Liste der zertifizierten Sonnenstudios

•     http://www.focus.de/gesundheit/ticker/gesundheit-maengel-bei-zertifizierten-
      sonnenstudios-festgestellt_aid_351421.html
      Mängel bei zertifizierten Sonnenstudios festgestellt
      Bericht auf Focus Online




Hautkrebs: Vorstadien frühzeitig erkennen
Von Monika Kirschner

Sonne auf der Haut hebt die Laune, bräunt und stärkt durch vermehrte Vitamin-D-Produktion
die Knochen. Doch häufig führt die angenehme Strahlung zu Sonnenbrand, und der ist der
wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs.

Hautkrebs, das sogenannte „maligne Melanom“, nimmt an Häufigkeit zu. In Deutschland ster-
ben jedes Jahr etwa 2.000 Menschen an einem Melanom. Als gefährlichste Hautkrebsform gilt
der schwarze Hautkrebs. Die Heilungschancen sind im frühen Stadium relativ gut. Deshalb
sollte jeder seine Pigmentierungen und Hautmale gut beobachten.

Mit Hilfe einer Eselsbrücke, der sogenannten „ABCD-Regel“ können auch Laien Merkmale von
Hautkrebs erkennen:

1.   Asymmetrie (A)
2.   unregelmäßige Begrenzung (B)
3.   verschiedene Farben (C für „Colour“)
4.   ein Durchmesser von über sechs Millimetern (D)

Die Kombination mehrerer Anzeichen macht ein Hautmal krebsverdächtig. Dann ist ein Besuch
beim Hausarzt oder Dermatologen wichtig. Würden alle Hautflecken, auf die zwei oder mehr
der beschriebenen Merkmale zutreffen, genauer untersucht, würden fast 90 Prozent aller Fälle
von Hautkrebs früh erkannt und hätten eine gute Chance auf Heilung.




© WDR Köln 2009                                                                     Seite 6 von 8
Links:

•   http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2008/0602/
    01_hautcheck.jsp
    Hautcheck: Mit dem Hautarzt in die Sonne
    (Servicezeit: Gesundheit vom 2. Juni 2008)

•   http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2008/0602/
    02_hautkrebstherapie.jsp
    Hautkrebstherapie
    (Servicezeit: Gesundheit vom 2. Juni 2008)

•   http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2008/0616/
    01_hautkrebs_vorbeugen_erkennen_und_behandeln.jsp
    Hautkrebs vorbeugen, erkennen und behandeln
    (Servicezeit: Gesundheit vom 16. Juni 2008)

•   http://www.onmeda.de/krankheiten/hautkrankheiten.html
    Hautkrankheiten
    Informationen zu verschiedenen Hautkrebsarten sowie anderen Hautkrankheiten auf on-
    meda.de




Fruchtsäurepeeling
Von Monika Kirschner

Die Zeichen des Alterns

Die Haut zeigt uns auf unbarmherzige Weise die Spuren des Alterns. In unseren Breitengraden
und bei hellhäutigen Mitteleuropäern sind Lichtschäden und die persönliche Anlage zum Haut-
altern bestimmend für die Altersveränderung der Haut. Die Haut wird fleckig und es treten
immer weiter ausgeprägte Falten auf. Die Oberhaut verdünnt sich, eine ungleichmäßige Pig-
mentverteilung tritt auf. Die Elastizität geht verloren. Hauterkrankungen wie Akne werden
durch ähnliche Veränderungen der Haut verursacht.

Fruchtsäurepeeling oder Chemical Peeling

Fruchtsäuren sind in den letzten Jahren als sanfte Schälmittel populär geworden. Die meisten
Fruchtsäuren sind Alpha-Hydroxy-Acids oder auch AHAs genannt. Die wichtigsten Vertreter
dieser Säuren sind die Glykolsäuren. AHAs wirken, indem sie die Kittsubstanz in der Horn-
schicht glätten. Hautregenerierend wirken die Säuren nur in hoher Konzentration.Sie „verät-
zen“ die Haut gezielt und beschleunigen den Erneuerungsprozess.

Das Fruchtsäurepeeling ist eine medizinische Behandlung, die nur in der Arztpraxis von ge-
schultem Personal durchgeführt werden kann. Das Fruchtsäurepeeling gehört nicht zu den
Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Fruchtsäurepeeling bei Mitessern, Akne, Altersflecken und Fältchen:

•   Gründliche Reinigung der Haut von Mitessern
•   Verringerung der Porenweite und -tiefe
•   Abflachung von Narben
•   Verminderung von Falten
•   Aufhellung von starker Pigmentierungen
•   Verbesserung des Hautbildes bei ungleichmäßig verhornter Haut
•   Beseitigung von Hyperkeratosen, die durch zu ausgedehnte Sonnenbäder verursacht wor-
    den sind

Was ist Glycolsäure?

Glycolsäure gehört zu den Alpha-Hydroxy-Säuren, einer Gruppe von natürlichen Substanzen,
die häufig als „Fruchtsäuren“ bezeichnet werden. Sie finden sich in verschiedenen Früchten
und anderen Nahrungsmitteln. Im Naturzustand findet sich Glycolsäure im Zuckerrohrsaft.


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Wie wirkt ein Peeling mit Fruchtsäuren?

Bei vielen Hautleiden kommt es zu einer übermäßigen Anhäufung toter Hautzellen, sodass die
Haut dick wird und ihren Glanz verliert. Mit Hilfe von Alpha-Hydroxy-Säuren lassen sich die auf
der Hautoberfläche liegenden Hautzellschichten ablösen und entfernen. Auf diese Weise wird
die Schicht der abgestorbenen Hornzellen schmaler und es kommt zu einer fortlaufenden Bes-
serung des Aussehens und der Beschaffenheit der Haut.

Wie wird ein Peeling mit Fruchtsäuren durchgeführt?

Vor jedem Peeling mit Fruchtsäuren sollte vom Arzt eine genaue Hautanalyse mit Messung der
wichtigsten Funktionsleistungen der Haut durchgeführt werden. Abgestimmt auf Ihren Hauttyp
erfolgt dann eine oberflächliche, feine Schälung der Haut mit der Glycolsäure. Eine erfahrene
Mitarbeiterin reinigt die Haut zunächst sorgfältig und verteilt dann nach Absprache mit einem
Arzt die hochprozentige Glycolsäure als Gel im Gesicht am Hals und am Dekollete. Die Frucht-
säure wird nach wenigen Minuten neutralisiert und anschließend abgewaschen. Die Einwirkzeit
ist abhängig vom Krankheitsbild, dem Hauttyp und der individuellen Verträglichkeit. Die Poren
sind offen. Mitesser können dann leicht entfernt werden.

Link:

•   http://www.hautkliniken.info
    Hautkliniken
    Internetseite mit Adressen von Hautkliniken und Hautärzten in Deutschland


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