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									Presseinfo Fraunhofer IZM
Der IT-Gipfel mit der Kanzlerin steht bevor, und der internationale Kongress zu IKT und Umwelt in Berlin bilanziert
Berlin, 10.10.2008 Produkte der IKT-Branche werden in naher Zukunft auf dem Weltmarkt einen größeren Stellenwert haben als die anderer Branchen. Ihre Produktion, ihre Nutzung und ihre Entsorgung haben einen immensen Einfluss auf Umwelt und Klima, aber gezielte Innovationen können auch zu einer Entlastung oder zumindest zu einer Verbesserung der Ökoeffizienz führen. Die Electronics Goes Green 2008+, ein dreitägiger internationaler Expertenkongress in Berlin, hatte dies vor einem Monat zum Thema. Nun ziehen die Veranstalter Bilanz. Die gute Nachricht: das Thema und die damit verbundenen Herausforderungen sind bei der IKT-Industrie angekommen. Das zeigt die mit weit über 500 Teilnehmern aus 26 Ländern anhaltend hohe Beteiligung von Experten, mehrheitlich aus der Industrie. Die schlechte Nachricht: die Herausforderungen sind größer geworden. Der Konsum von IKT wächst und wächst insbesondere in den Schwellenländern mit extremen Bevölkerungszahlen. Alle Bemühungen, die Produkte umweltfreundlicher zu gestalten, werden durch steigende Absätze konterkariert. Bestimmte Rohstoffe wie z.B. Silber, Coltan oder Indium werden immer knapper. Auf der anderen Seite verbraucht eine Google-Suchanfrage so viel Energie wie eine halbe Stunde Nutzung einer Energiesparlampe (Details hierzu1). IT-Services sind also weder beim Kunden noch beim Service-Provider ohne Umweltauswirkungen, nur finden diese über die Energiebereitstellung und die Herstellung der Hardware an anderen Orten statt.

Kein Grund zu resignieren. Die Electronics Goes Green 2008+, die nun bereits zum dritten Mal stattfand, hat gezeigt, dass vieles bewegt wird und vieles noch bewegt werden kann. Branchendialoge mit hochrangigen Gästen des Umweltministeriums, Greenpeace, Industrie- und Medienvertretern machen deutlich, dass sie nicht nur dem konstruktiven Abgleich der Standpunkte dienen – sie können wichtige kreative Impulse setzen.

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Eine vielzitierte Aussage der Strato AG verweist auf 11 Wh pro Suchanfrage, was einer Stunde Betrieb einer 11 W Energiesparlampe entspricht. Nach Äußerungen von Sun Microsystems sind 2 bis 8 Wh realistisch. Die Berechnungen basieren auf Google-Zahlen von 2006 und zusätzlichen Abschätzungen. Die Servereffizienz dürfte seitdem auch weiter gestiegen sein, weshalb wir als robuste Schätzung von einer halben Stunde ausgehen. Der Energieverbrauch auf Nutzerseite ist übrigens nicht eingerechnet.

Die Macht des Konsumenten im Markt zu nutzen, ist einhellige Meinung. Gute und unkomplizierte Verbraucherinformationen sind hierfür wesentlich – letztendlich bedarf es dazu einer Produktkennzeichnung, die den Energieverbrauch während der Nutzung genauso erkennen lässt wie den C02Ausstoß, der mit der Herstellung und dem Lebensende des Produkts verbunden ist. Auch sollten die umweltproblematischen Inhaltsstoffe des Produktes erkennbar sein. Damit kann es gelingen, die Macht des Konsumenten intensiver zu nutzen und vom Markt zu verdrängen, was nicht zukunftsfähig ist. Dass die öffentliche Hand als größter Kunde hier noch viel mehr bewegen kann und muss, als derzeit getan wird, ist unbestritten. Allerdings kann es der Markt allein nicht richten. Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund. Es existieren keine oder nur mangelhafte Recyclingkreisläufe insbesondere in Schwellen- und Entwicklungsländern mit hohen Zuwachsraten, und Recycling ist auch nicht zum CO2-Nulltarif zu haben. Jeder Kreislauf ist mit Verlusten behaftet. Spätestens nach 30 Zyklen ist alles in der Umwelt und im Abfall fein verteilt. Folglich ist es nicht damit getan, auf ein gutes Recycling zu setzen. Knappe Ressourcen erfordern beständige Forschung und Entwicklung für den Einsatz von Materialien aus nachwachsenden bzw. sehr langfristig verfügbaren Rohstoffen. Und auch das reicht letztendlich nicht. Die Experten der Electronics Goes Green 2008+ waren sich einig: Wir müssen auch über Suffizienz reden. Wir können es uns nicht mehr leisten, alles was verkaufbar ist auch herzustellen. Das umweltfreundlichste Produkt könnte jenes sein, das nicht hergestellt wird. Der Klimawandel zeigt, dass absolute Grenzen existieren z.B. bei der Emission von Treibhausgasen, die wir auf Dauer nicht überschreiten können, um die Erde nicht ständig weiter aufzuheizen. Auf http://egg2008.izm.fraunhofer.de/ finden Sie die Teilnehmerstatistik, einige Bildeindrücke von der Konferenz und aktualisierte Unterlagen der Keynote-Beiträge.

Kontakt Fraunhofer IZM Dr.-Ing. Nils F. Nissen Abteilungsleitung Environmental Engineering Gustav-Meyer-Allee 25 13355 Berlin +49 30 46403-132 nils.nissen@izm.fraunhofer.de


								
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