Docstoc

Leitfaden Versicherung

Document Sample
Leitfaden Versicherung Powered By Docstoc
					Der Versicherungsvertreter
als Existenzgründer/-in
Leitfaden zur Selbständigkeit



                                1
    Arbeitskreis Versicherungsvertreter
    der IHK Lippe zu Detmold

    Ihre Ansprechpartner:



    • Arbeitskreisleiter:

                            Heinz-Henning Poll
                            Gothaer-Versicherung, Detmold
                            Tel.: 05231/308060
                            Fax: 05231/301465
                            E-Mail: heinz-henning_poll@gothaer.de




    • Stellvertreter:

                            Stefan Lüersen
                            Württembergische Versicherung AG, Detmold
                            Tel.: 05231/9238-0
                            Fax: 05231/9238-38
                            E-Mail: stefan.lueersen@wuerttembergische.de




    • IHK Lippe:

                            Maria Klaas
                            Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
                            Leonardo-da-Vinci-Weg 2, 32760 Detmold
                            Tel.: 05231/7601-29
                            Fax: 05231/7601-80-29
                            E-Mail: klaas@detmold.ihk.de




Hinweis:
Dieser Leitfaden soll - als Service Ihrer IHK - nur erste Hinweise geben und erhebt daher kei-
nen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl er mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurde, kann
eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden.

Stand: September 2009

                                                                                            2
Inhaltsverzeichnis

Wir über uns                                                                                       4

Der Versicherungsvertreter                                                                         5

1. Vertriebswege der Versicherungsbranche                                                          5
     1.1. Definitionen: Versicherungsvermittler, -vertreter, -makler                              5
     1.2. Besonderheiten                                                                          6
2. Rechtsgrundlagen                                                                                8
     2.1. Dürfen rechtswirksame Versicherungsverträge abgeschlossen werden?                       8
     2.2. Welche Rechte hat ein Versicherungsvertreter?                                           8
     2.3. Welche Vollmachten können diese Rechte im Einzelfall durch vertragliche
           Vereinbarungen erweitern?                                                              8
     2.4. Welche Pflichten hat ein Versicherungsvertreter?                                        8
     2.5. Was darf ein Versicherungsvertreter also nicht?                                         8
     2.6. Der Agenturvertrag                                                                      9
3. Welche Haftung trifft den Versicherungsvertreter?                                              10
     3.1. Haftet der Versicherungsvertreter für Schäden persönlich?                               10
     3.2. Wie kann man sich gegen Haftungsfolgen schützen?                                        10
4. Fragen zur Bestandsübernahme                                                                   12
     4.1. Gesellschaft                                                                            12
     4.2. Vorgänger                                                                               12
     4.3. Kundenstamm                                                                             13
5. Das Einkommen des Versicherungsvertreters                                                      14

6. Die Gewerbeanmeldung                                                                           16
     6.1. Neue Erlaubnispflichten für Anlageberater                                               16
7. Richtlinie Versicherungsvermittlung                                                            19
     7.1. Grundlagen                                                                              19
     7.2. Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten                                   26
8. Rentenversicherungspflicht                                                                     31
     8.1. Der rentenversicherungspflichtige Selbständige                                          31
     8.2. Der „echte“ Selbständige                                                                31
9. Anschriften                                                                                    33

10. Fachzeitschriften / Literatur                                                                 35

11. Bildungswege auf einen Blick                                                                  36

12. Anhang                                                                                        40
     12.1. Beispiel Freistellungs- und Regressverzichtserklärung der Gesellschaft gegenüber
          hauptberuflichen Ausschließlichkeitsvertretern                                          40
     12.2. Rentabilitätsvorschau                                                                  41




                                                                                              3
Wir über uns
Sie tragen sich mit dem Gedanken, eine selbständige Existenz als Inhaber einer Versiche-
rungsvertretung zu gründen, sich als Versicherungsvertreter selbständig zu machen.

Als Versicherungsvertreter sind Sie Unternehmer mit allen sich daraus ergebenden Anforde-
rungen. Die vielfältigen Aufgaben einer Versicherungsvertretung verlangen Fähigkeiten und
Kenntnisse in verschiedenen Bereichen. Das Spektrum reicht von der rationellen Führung eines
Büros bis zum verkäuferischen Geschick in der Akquisition.

Der Arbeitskreis Versicherungsvertreter der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
besteht seit 1999 und setzt sich aus erfolgreichen Versicherungsvertretern aus der Region Lip-
pe zusammen. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, Existenzgründern den Start in die Selbstän-
digkeit als Versicherungsvertreter zu erleichtern und Tipps zur Vermeidung von Fehlentschei-
dungen zu geben.

Hierzu haben wir versucht, die wichtigsten Themenbereiche zur Entscheidungsfindung sowie
zur erfolgreichen Bewältigung der ersten Schritte der Selbständigkeit zusammenzufassen und
Ihnen damit Anregungen für die bevorstehenden Gespräche und Verhandlungen an die Hand
zu geben.

Unser Leitfaden wurde aus der Praxis für die Praxis entwickelt. Bei der Entwicklung waren Ver-
sicherungsvertreter mehrerer Gesellschaften beteiligt, die ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen
eingebracht haben und für die ständige Aktualisierung verantwortlich zeichnen.

Ganz bewusst haben wir eine kurze, möglichst checklistenartige Darstellung in den einzelnen
Kapiteln gewählt, die durch leicht verständliche Fragestellungen in der Praxis direkt umsetzbar
sein soll.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer geplanten Existenzgründung und hoffen, dass Ihnen
unser Leitfaden dabei behilflich sein kann. Für Anregungen bezüglich des Inhaltes sind wir je-
derzeit offen.

Haben Sie Fragen zu den dargestellten Themenbereichen oder zur Umsetzung im Zusammen-
hang mit Ihrer Existenzgründung? Nutzen Sie unsere Seminare für Existenzgründer in der Ver-
sicherungswirtschaft. Gerne laden Sie auch zur Teilnahme in unserem Arbeitskreis ein.


                           Der Arbeitskreis Versicherungsvertreter
                                 der IHK Lippe zu Detmold




                                                                                             4
Der Versicherungsvertreter
Was ist eigentlich ein Versicherungsvertreter?
Welche Aufgaben, welche Rechte, aber auch welche Pflichten hat er?
Welche Stellung hat er im Vergleich zu anderen Vertriebsorganen der Versicherungswirtschaft?


1. Vertriebswege der Versicherungsbranche

                                 Versicherungsunternehmen




Ausschließlichkeitsvertreter   Mehrfachagent      Versicherungsmakler Sonstige
                                                                        - Bankenvertrieb
Hauptberufsvertreter
                                                                        - Belegschafts
Nebenberufsvertreter
                                                                          sammelpolice
                                                                        - Direktvertrieb
                                                                        - Strukturvertrieb
                                                                        - Verbände




                                Kunde / Versicherungsnehmer



1.1. Definitionen: Versicherungsvermittler, -vertreter, -makler

Versicherungsvermittler im Sinne des Versicherungsvertragsgesetzes (§ 42 a VVG) sind
Versicherungsvertreter und Versicherungsmakler.

Versicherungsvertreter ist, wer von einem Versicherer oder einem Versicherungsvertreter
damit betraut ist, gewerbsmäßig Versicherungsverträge zu vermitteln oder abzuschließen. Die
Versicherungsunternehmen zahlen eine Provision für die vermittelten Verträge.
Unterschieden werden dabei Einfirmen- bzw. Ausschließlichkeitsvertreter und Mehrfachagen-
ten.

Versicherungsmakler ist, wer gewerbsmäßig für den Auftraggeber die Vermittlung oder den
Abschluss von Versicherungsverträgen übernimmt, ohne von einem Versicherer oder von ei-
nem Versicherungsvertreter damit betraut zu sein. Als Versicherungsmakler gilt, wer gegenüber
dem Versicherungsnehmer den Anschein erweckt, er erbringe seine Leistungen als Versiche-
rungsmakler nach Satz 1.
Es gibt keinen Ausgleichsanspruch, der Bestand kann bei Aufgabe der Tätigkeit verkauft wer-
den. Der Einfirmen- oder Mehrfachagent gibt den Bestand an das Unternehmen zurück.

Besonderheit: Trotz Kundenmandats erhält er seine Vergütung (Courtage) vom Versicherer.



                                                                                             5
1.2. Besonderheiten

Was ist ein Einfirmen- bzw. Ausschließlichkeitsvertreter?

Der Ausschließlichkeitsvertreter ist „ausschließlich“ an einen Versicherer vertraglich gebunden
und vertreibt nur dessen Produkte. Eine Tätigkeit für andere Versicherungsunternehmen ist ihm
untersagt. Er ist somit Teil der Absatzorganisation des Unternehmens seines Versicherers, ob-
wohl er nicht angestellt, sondern selbständig ist.

Aufgrund seiner rechtlichen Stellung als selbstständiger Unternehmer sind gelegentlich von den
Versicherungsunternehmen praktizierte Weisungsgebundenheiten auf der Basis des Handels-
gesetzbuches (HGB) unzulässig und abzulehnen. Hierzu zählen insbesondere Verpflichtungen
zur Meldung von Urlaub und Krankheiten oder Weisungsgebundenheiten hinsichtlich des eige-
nen Büropersonals. Weisungsgebundenheit besteht lediglich hinsichtlich der Zeichnungs- und
Annahmepolitik des Versicherungsunternehmens sowie der technischen Durchführung der Zu-
sammenarbeit. Auch eine Nachrichts- und Informationspflicht ist im HGB geregelt. Es muss ei-
ne unverzügliche Meldung über den Abschluss eines Geschäftes erfolgen. Dies beinhaltet je-
doch nicht Monats- und Wochenberichte.

Ein Risiko des Ausschließlichkeitsvertreters ist die ordentliche Kündigung, die das Unterneh-
men jederzeit aussprechen kann. Es wird dann zwar unter bestimmten Voraussetzungen der
Ausgleichsanspruch fällig, je nach Alter und zurückgelegter Vertragsdauer ist ein Neustart häu-
fig problematisch.

Die Ausschließlichkeitsbindung des Vertreters besteht allerdings nur in den Sparten, die im
Agenturvertrag festgeschrieben sind. Besteht eine Bindung zum Beispiel im Bereich der Sach-
und HUK-Sparten, kann der Vertreter „Einfirmenvertretungsbindung“ mit einem Kranken- oder
Lebensversicherer eingehen. In der Praxis wird jedoch aufgrund der Zusammenschlüsse der
einzelnen Versicherungsunternehmen zu Kompositversicherungsgruppen und die hiermit ver-
bundene Abrundung des Produktangebots eine weitere Ausschließlichkeitsbindung kaum vor-
kommen.


Kann ich als Ausschließlichkeitsvertreter dennoch weitere Tätigkeiten ausüben?

Anhand des Agenturvertrages ist zu prüfen, welche Nebentätigkeiten neben der Ausschließ-
lichkeitsvermittlung ausgeübt werden dürfen. Auszuschließen sind in jedem Fall alle Nebentä-
tigkeiten, die den Interessen des Versicherungsunternehmens entgegenstehen. Im Einzelfall zu
prüfen sind alle Nebentätigkeiten, die die Interessen des Versicherungsunternehmens nicht be-
rühren und das Angebot an den Kunden abrunden können, zum Beispiel die Anlagenvermitt-
lung (Achtung: Erlaubnispflicht lt. § 34c Gewerbeordnung GewO) oder Immobilienvermittlung
(Achtung: Erlaubnispflicht lt. §34c GewO.), die Hausverwaltung oder artverwandte Tätigkeiten.

Bedenklich sind Bestimmungen, die ohne Ausnahme alle Nebentätigkeiten verbieten oder diese
grundsätzlich genehmigungspflichtig machen. Die rechtliche Stellung des selbständigen Han-
delsvertreters ist hierbei stark in Frage gestellt.

Abzulehnen sind grundsätzlich alle vertraglichen Vereinbarungen im Agenturvertrag, die auch
Familienangehörigen, z.B. der Ehefrau, bestimmte Tätigkeiten untersagen.




                                                                                             6
Was ist ein Mehrfachagent?

Der Mehrfachagent ist vertraglich mit mehreren Versicherern verbunden und wird für diese tä-
tig. Sein Handeln erzeugt Wirkungen für und gegen die Versicherungsunternehmen, die er ver-
tritt.
Der Mehrfachagent agiert in relativer Unabhängigkeit: Er ist zwar frei in der Auswahl der Versi-
cherer, mit denen er eine Zusammenarbeit aufnimmt, er ist aber dann vertraglich gegenüber
diesen Versicherern gebunden.

Der Einstieg für einen Mehrfachagenten ist nicht einfach, da der Bestand zumeist selbst aufge-
baut werden muss und Zuschüsse bzw. Garantien i.d.R. nicht gewährt werden.


Was ist ein Strukturvertrieb?

Ein Strukturvertrieb ist eine Vertriebsgesellschaft, die Versicherungen und Finanzdienstleistun-
gen für verschiedene Anbieter vertreibt.

Die Mitarbeiter des Strukturvertriebs sind meistens selbständige Handelsvertreter (neben- und
hauptberuflich). Die Vergütung erfolgt erfolgsabhängig nach einem hierarchisch aufgebauten
Vertriebsmodell. Das Bestehen einer Haftungsfreistellung für den Vermittler ist zu prüfen.


In Deutschland beträgt der Anteil am Neugeschäft über alle Sparten der Einfirmenvertreter
47%, der Mehrfirmenvermittler 28%, der Kreditinstitute 19%, des Direktvertriebs 3,5% und
Sonstige 2,5% (Angaben aus 2008).




                                                                                              7
2. Rechtsgrundlagen
2.1. Dürfen rechtswirksame Versicherungsverträge abgeschlossen werden?

Der Versicherungsvertreter ist als selbständiger Handelsvertreter (Achtung: Erlaubnispflicht
nach § 34 d GewO) gemäß § 84 Handelsgesetzbuch (HGB) ständig damit betraut, Versiche-
rungsverträge und, je nach Unternehmen, ggf. sonstige Finanzdienstleistungsprodukte (Ach-
tung: Erlaubnispflicht lt. § 34c und 34 d GewO) zu vermitteln. Die Rechte und Pflichten sind im
§ 43 – 48 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt.

Fast alle Agenturverträge basieren auf den Bestimmungen des § 43 VVG und geben dem Ver-
sicherungsvertreter lediglich eingeschränkte Rechte.


2.2. Welche Rechte hat ein Versicherungsvertreter?

• Entgegennahme von Anträgen, Vertragsverlängerungen, Vertragsänderungen und der Wi-
  derruf solcher Anträge
• Entgegennahme von Anzeigen, Kündigungs- und Rücktrittserklärungen etc. vom Versiche-
  rungsnehmer (VN)
• Aushändigung von Versicherungsscheinen


2.3. Welche Vollmachten können diese Rechte im Einzelfall durch vertragliche Vereinba-
rungen erweitern?

• Abgabe von vorläufigen Deckungszusagen in einzelnen Versicherungsvertragsbereichen
• Schadenregulierungsvollmachten
• Inkassovollmachten zur Entgegennahme von Kundenbeiträgen


2.4. Welche Pflichten hat ein Versicherungsvertreter?

Nach wie vor stellen die Ausschließlichkeitsorganisationen die stärkste Vertriebsform im Markt
dar. Diese Ausschließlichkeitsvertreter lassen die Vermittlung von Versicherungsverträgen an
lediglich ein Versicherungsunternehmen zu. Als Gegenleistung hierfür wird häufig ein Bestand
von Kunden und Verträgen zur Betreuung übertragen, aus denen der Versicherungsvertreter
heraus seine Arbeit beginnen und bereits laufende Einnahmen erzielen kann. Der Versiche-
rungsvertreter hat insbesondere die Pflicht „seinem“ Versicherungsunternehmen dauerhaft
neue Versicherungsverträge zu vermitteln und den Bestand an vorhandenen und übertragenen
Verträgen zu pflegen und auszubauen.

Die Interessen des vertretenen Versicherungsunternehmens hat er stets zu beachten und im
Rahmen seiner Tätigkeit zu wahren. Oftmals sind diese Pflichten durch Vertragsabreden je-
doch weit über den gesetzlichen Rahmen hinaus ausgeformt.


2.5. Was darf ein Versicherungsvertreter also nicht?

Dem Einfirmen-Vertreter ist somit untersagt, Geschäfte für andere Versicherungsunternehmen
zu vermitteln ohne dass der Vertragspartner dieses genehmigt.



                                                                                             8
Achtung:
In einzelnen Fällen wird in der Praxis auch die Erfüllung verschiedener Verkaufsvorgaben zur
Auflage gemacht. Diese Verpflichtungen sind jedoch nicht Gegenstand der gesetzlichen Be-
stimmungen und sollten auch nicht Gegenstand der Agenturverträge sein. Sie basieren, wenn
überhaupt schriftlich vereinbart, auf den Vertriebserwartungen der Gesellschaften.

Außerdem darf der Versicherungsvertreter keine Versicherungsverträge rechtswirksam ab-
schließen, er vermittelt sie lediglich. Die Entscheidung hinsichtlich der Annahme der Anträge
unterliegt in jedem Fall dem Versicherungsunternehmen.

Ist der Versicherungsvertreter zum Abschluss von Versicherungsverträgen bevollmächtigt, ist er
auch befugt:

• Änderungen oder Verlängerungen zu vereinbaren und
• Kündigungs- oder Rücktrittserklärungen abzugeben.


2.6. Der Agenturvertrag

Neben den oben beschriebenen allgemeinen gesetzlichen Bestimmungen ist jedoch der mit
dem Vertragspartner zu schließende Agenturvertrag von zentraler Bedeutung. In diesem wer-
den alle Regelungen für die spätere Agenturführung getroffen. Er regelt insbesondere die über
die gesetzlichen Bestimmungen hinaus gehenden Rechte und Pflichten des Versicherungsver-
treters sowie der Versicherungsgesellschaft.

Zahlreiche Problemfälle der späteren Tätigkeit ergeben sich aus den Bestimmungen des
Agenturvertrages, über deren Tragweite und Bedeutung sich der Versicherungsvertreter bei
Unterschrift des Vertrages häufig nicht im Klaren ist.

Eine detaillierte Information zu den einzelnen Bestimmungen des Agenturvertrages ist in die-
sem Leitfaden jedoch aufgrund der Vielschichtigkeit und der Komplexität der Agenturverträge
nicht möglich. Da der Agenturvertrag jedoch die wichtigste Grundlage der zu gründenden selb-
ständigen Tätigkeit darstellt und einmal geschlossene Verträge im nach hinein kaum veränder-
bar sind, empfehlen wir dringend hierzu fachkundigen Rat vor Abschluss des Vertrages ein-
zuholen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich auf unsere Semi-
nare für Existenzgründer der Versicherungsbranche.

Darüber hinaus stehen weitere Institutionen wie der Bundesverband Deutscher Versicherungs-
kaufleute (e.V.) beratend zur Verfügung. Hier kann der Agenturvertrag kostengünstig vor Ab-
schluss geprüft und anhand der Erfahrungen aus der Praxis durchleuchtet werden. Selbstver-
ständlich können auch in dieser Thematik fachkundige Fachanwälte zu Rate gezogen werden.
Prüfen Sie jedoch bei der Auswahl des Anwaltes, ob dieser über eine ausreichende Praxiser-
fahrung in dieser speziellen Materie verfügt.




                                                                                            9
3. Welche Haftung trifft den Versicherungsvertreter?
Durch eine unkorrekte oder nicht sachgerechte Beratung des Kunden oder die Vermittlung ei-
nes falschen oder nicht ausreichenden Versicherungsschutzes kann dem Kunden ein finanziel-
ler Schaden entstehen.

3.1. Haftet der Versicherungsvertreter für Schäden persönlich?

Grundsätzlich sollte jede Beratung eines Kunden mit größter Sorgfalt und unter Vermeidung
von nachteiligen Auswirkungen für den Kunden erfolgen, um Schadenersatzansprüche weitge-
hend ausschließen zu können.

Sollte dennoch ein Fehler passiert sein, so haftet hierfür nach gesicherter Rechtsprechung in
aller Regel zunächst das durch den Versicherungsvertreter vertretene Versicherungsunterneh-
men.

Eine persönliche Haftung des Versicherungsvertreters ist nur in seltenen Fällen denkbar, ins-
besondere wenn er unerlaubte Handlungen gegen den Kunden vorgenommen hat, er eine au-
ßergewöhnliche Vertrauensstellung beim Kunden genießt oder er neben dem Wunsch, Provisi-
onen zu erzielen, ein besonderes wirtschaftliches Eigeninteresse an der Vertragsvermittlung
hat.

Zu beachten ist jedoch auch die Möglichkeit, gegenüber dem vertretenen Versicherungsunter-
nehmen Fehler zu begehen, wofür dieses Schadenersatz vom Versicherungsvertreter verlan-
gen kann. Hierbei kann es sich um die Nichteinhaltung von Arbeitsanweisungen und Vollmach-
ten handeln, zum Beispiel in Bezug auf Deckungszusagen gegenüber dem Kunden oder Scha-
denauszahlungen an diesen.


3.2. Wie kann man sich gegen Haftungsfolgen schützen?

Vertragsrechtliche Absicherung

Zahlreiche Versicherer befreien ihre Versicherungsvertreter von der persönlichen Verpflichtung
zum Schadenersatz gegenüber dem Kunden und gegenüber der Versicherungsgesellschaft
durch Erteilung einer Haftungsfreistellungs- und Regressverzichtserklärung. Sie sollten bei
Abschluss eines Agenturvertrages nach dem Bestehen derartiger Vereinbarungen fragen und
den Text inhaltlich genau prüfen. Von besonderem Interesse sind die Höhe einer eventuell ver-
einbarten Selbstbeteiligung, die grundsätzlichen Haftungssummen sowie der Umfang der ge-
deckten Tätigkeiten.

Versicherungsrechtliche Absicherung

Auch wenn eine Haftungsfreistellungs- und Regressverzichtserklärung vorliegt, sollte grund-
sätzlich eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

Der Versicherungsschutz umfasst die Prüfung der vorliegenden Schadenersatzansprüche, die
Abwehr unbegründeter und die Regulierung berechtigter Ansprüche.

Günstige Rahmenvertragsangebote können z.B. über den BVK (Adresse siehe Anlage) oder
die jeweilige Interessenvertretung der selbständigen Versicherungsvertreter angefordert wer-
den.


                                                                                           10
Berufshaftpflichtversicherung (Vermögensschadenshaftpflicht)

Achtung: Seit in Kraft treten des Gesetzes zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts
am 22. Mai 2007 muss der Versicherungsmakler und ungebundene Versicherungsvertreter
über eine Berufshaftpflichtversicherung verfügen. Die Mindestversicherungssummen betragen
ab 1.1.2009 1,13 Mio. Euro pro Schadensfall und 1,7 Mio. Euro für alle Schadensfälle eines
Jahres. Diese Versicherung ist eine der notwendigen Voraussetzungen für die Beantragung ei-
ner eigenen Erlaubnis gem. § 34 d GewO.


Mustertext:


Kennziffer Versicherungsunternehmen:


Versicherungsnehmer:                                     Versicherungsschein-Nr.




Versicherungsschutz zum Nachweis der Pflichtversicherung für Versicherungsvermittler nach
§ 34d Gewerbeordnung (GewO)



VERSICHERUNGSBESTÄTIGUNG

Zur Vorlage bei Ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer bestätigen wir, dass Sie ab
dem (TT.MM.JJJJ) für die gewerbsmäßige Vermittlung von Versicherungsverträgen als Versi-
cherungsvermittler eine Berufshaftpflichtversicherung gem. § 34d Abs. 2 Nr. 3 GewO bei unse-
rer Gesellschaft abgeschlossen haben, die die Voraussetzungen der §§ 8 bis 10 der Verord-
nung über die Versicherungsvermittlung und –beratung (VersVermV) erfüllt.

Die vereinbarte Versicherungssumme beträgt mindestens 1.130.000 € je Versicherungsfall, die
Höchstleistung für alle Versicherungsfälle eines Versicherungsjahres beträgt mindestens
1.700.000 €, vgl. § 9 Abs. 2 VersVermV.

Ort/Datum                                Unterschrift des Vertretungsberechtigten
                                         des Versicherungsunternehmens




                                                                                            11
4. Fragen zur Bestandsübernahme
4.1. Gesellschaft

• Versuchen Sie herauszufinden wie die Gesellschaft am Markt mit ihren Produkten steht
  (Rankings, Selbstdarstellungen, Werbematerial, Geschäftsberichte etc.).
• Welche Schwerpunkte hat die Gesellschaft?
• Wie tritt sie am Markt auf? (Werbung, Agenturnetz, usw.)
• Welchen Ruf hat die Gesellschaft und die zu übernehmende Agentur in Ihrem Umfeld?
• Stimmen die Produkte mit Ihren Kenntnissen und Interessen überein?

4.2. Vorgänger

• Ist der Ihnen zugesagte Bestand von einem Vorgänger oder ist er zusammengewürfelt aus
  diversen Restbeständen von Agenturen bzw. Nebenberuflern?
• Sind diese Nebenberufler noch tätig und erhalten sie Provisionen?
• Können Sie auf deren Kunden zurückgreifen oder ist dieser Kundenstamm tabu?
• Lassen Sie sich die Bestandsliste vorlegen.

Die beste Ausgangslage wäre die Übernahme eines Kundenstamms von einem Vorgänger.
Versuchen Sie herauszufinden, wie oft in diesem Kundenstamm die Betreuer gewechselt ha-
ben.

Ideal wäre es, wenn Sie mit Ihrem Vorgänger rechtzeitig sprechen können. Versuchen Sie her-
auszufinden, ob Ihr Vorgänger mit seinen betriebswirtschaftlichen Ergebnissen zufrieden war
und wie diese sich in den letzten Jahren entwickelt haben Evtl. ist ja sogar eine Einarbeitung
und Einführung bei wichtigen Kunden möglich.

Scheidet Ihr Vorgänger nicht aus Altersgründen aus sondern hat er seinen Vertrag gekündigt,
(oder wurde gekündigt) ist ein Gespräch noch viel wichtiger.
Versuchen Sie folgende Punkte abzuklären:

• Hat er gekündigt, weil er sich verbessern konnte oder weil er wirtschaftlich nicht zurecht
  kam?
• Hat es an mangelndem Fleiß oder Fachwissen gelegen?
• Hat sich der örtliche Markt zu seinen Ungunsten entwickelt?
• Hat die Gesellschaft zu hohe Anforderungen gestellt oder Vereinbarungen nicht eingehal-
  ten?
• Wie war die Unterstützung der Gesellschaft?
• Ist der Vorgänger für eine andere Gesellschaft tätig?
  (Bestandseinbrüche sind zu erwarten, wenn er schon lange in dem Kundenstamm tätig war.)

Falls ein Gespräch mit dem Vorgänger nicht möglich ist, versuchen Sie diese Fragen durch an-
dere Quellen zu klären. Vielleicht kennen Sie einige Kunden dieses Vorgängers oder fragen Sie
andere Kollegen dieser Gesellschaft.




                                                                                           12
4.3. Kundenstamm

Lassen Sie sich eine Bestandsliste geben, aus der die Bestandszusammensetzung ersichtlich
ist und hinterfragen Sie den Bestand:

• Wie setzen sich Ihre Kunden zusammen?
• Hat Ihr Vorgänger über viele Jahre in dem Bestand gearbeitet und sind die Kunden mit ihm
  gealtert?
• Hat er sich auch um die nachfolgenden Generationen bemüht?
• Lassen Sie sich die Altersstruktur aufzeigen.
• Wie ist die Vertragsdichte Ihrer Kunden (Cross-Selling-Rate)?
• Wie viel Verträge hat jeder Kunde im Durchschnitt?
• Vorteil bei vielen Verträgen- treue Kunden.
  (Nachteil: wenig Potential für Neuabschlüsse aber größere Chancen für Empfehlungsge-
  schäft!)
• Vorteil bei wenig Verträgen - hohes Potential.
  (Nachteil: schneller Kundenverlust, da viele Verträge bei Mitbewerbern!)
• Wie ist die Vertragsstruktur in dem Bestand?
  (Orientierung nach Sparten, Zielgruppen, Regionen?)
• Wie hoch ist der Anteil an Kfz-Verträgen?
  (sehr arbeitsintensiv - schneller Wechsel möglich)
• Agentur-Schadenquote!
• Durchschnittliche Restlaufzeit der Verträge?
• Anteil Gewerbe- und Privatkunden.
• Anteil von Lebens- sowie Krankenversicherungen und Bausparverträgen




                                                                                       13
5. Das Einkommen des Versicherungsvertreters
Vorwort

Das Einkommen des selbstständigen Versicherungsvertreters basiert auf den Provisionsein-
künften. Diese sind in Art und Umfang sehr unterschiedlich. Hiervon hat der Versicherungsver-
treter seine gesamten Kosten, insbesondere die notwendigen Betriebsausgaben, zu decken.
Der verbleibende Gewinn aus Gewerbebetrieb unterliegt zunächst der Steuer, danach dient er
zur Deckung der vorhandenen privaten Kosten sowie zur Rücklagenbildung.
Zur Prüfung, ob eine zur Übernahme angebotene Versicherungsagentur eine ausreichende
Gewinnerzielung ermöglicht, haben wir eine Rentabilitätsvorschau beigefügt, die bereits mit
Beispieldaten vorbereitet ist. Nutzen Sie diese, um anhand der Ihnen vorliegenden Angaben Ih-
re persönliche Rentabilitätsberechnung zu erstellen.

• Bestandspflegeprovision - Betreuungsprovision
  Die Bestandsprovision wird aus dem Beitragsbestand an bereits vorhandenen Versiche-
  rungspolicen vergütet. Sie ist grundsätzlich mit Zahlung des Beitrages durch den Kunden zur
  Auszahlung fällig und verdient. In Einzelfällen kann je nach Agenturvertrag eine Vorabzah-
  lung durch das Versicherungsunternehmen erfolgen, sobald die Erstellung der Beitragsrech-
  nung erfolgt ist. Sie ist auch in diesen Fällen erst mit Zahlungseingang des Kunden verdient
  und kann somit bei Nichtzahlung des Kunden wieder belastet und zurückgefordert werden.
  Es sind sehr unterschiedliche Provisionsvereinbarungen je nach Versicherungssparte und
  Versicherungsunternehmen gängig. So werden zum Beispiel Lebens- oder Krankenversiche-
  rungen, aber auch Kraftfahrtversicherungen niedriger provisioniert als bestimmte Sach- oder
  Haftpflichtversicherungen. Weitere Faktoren wie beispielsweise Deckungsbeiträge, Be-
  standszuwächse oder Kunden- bzw. Produktsegmente können die Provisionshöhe ebenfalls
  beeinflussen.

• Abschlussprovision
  Die Abschlussprovision wird in bestimmten Versicherungssparten zusätzlich zur Bestands-
  provision gezahlt. Sie ist die Vergütung für ein einzelnes getätigtes Vermittlungsgeschäft und
  einmalig fällig. Auch hier sind die vereinbarten Provisionen je nach Versicherungssparte und
  Gesellschaft in der Höhe und Form der Auszahlung sehr unterschiedlich. Hierbei kann es
  sich um Neuverträge, aber auch um Ersatzverträge mit Vertragserweiterungen handeln. Sie
  ist ebenfalls erst mit Zahlung des Beitrages durch den Kunden fällig und verdient, wobei
  analog zur Bestandsprovision eine vorzeitige Auszahlung erfolgen kann oder diese ratierlich
  über die gesamte Laufzeit des Versicherungsvertrages verteilt ausgezahlt wird. Das Rück-
  forderungsrecht der Versicherungsgesellschaft besteht jedoch zumeist deutlich länger, da
  die Abschlussprovision für die Vermittlung von mehrjährigen Vertragsdauern vergütet wird
  und hierdurch auch eine längere Provisionshaftungsdauer gegeben ist. Diese kann, je nach
  Sparte, die gesamte vereinbarte Vertragsdauer des Versicherungsvertrages umfassen.

• Verlängerungsprovision
  Die Verlängerungsprovision wird in Marktbereichen mit mehrjährigen Vertragsdauern ge-
  zahlt, zum Beispiel in der Sach- und Haftpflichtversicherung. Sie berechnet sich aus dem
  verlängerten Beitrag und der neu vereinbarten Vertragsdauer des Versicherungsvertrages.
  Eine Beitragserhöhung ist zur Gewährung der Verlängerungsprovision nicht notwendig.




                                                                                             14
• Zusatzprovisionen (Bonifikationen und Wettbewerbsvergütungen)
  Um eine Steuerung des Vertriebes zur Vermittlung von Produkten zu erreichen, die der Ver-
  sicherungsgesellschaft „am Herzen liegen“, da in diesem Marktsegment der Marktanteil
  ausgebaut werden soll oder ein besonderer Deckungsbeitrag/Gewinn zu erzielen ist, werden
  Bonifikationen oder Wettbewerbsvergütungen zusätzlich zu den oben beschriebenen
  Grundprovisionsvereinbarungen ausgeschrieben. Zur Erreichung dieser Vergütung müssen
  in den betroffenen Sparten bestimmte Mindestvertriebserfolge erzielt werden. Die Vergütun-
  gen können entweder in Form von zusätzlichen Barvergütungen oder aber durch Ausschrei-
  bung von Sachwerten oder Reisen (incentives) bestehen. Da diese Vergütungen in aller Re-
  gel nicht Bestandteil des vereinbarten Agenturvertrages sind und lediglich von Jahr zu Jahr
  seitens der Versicherungsgesellschaft neu und unterschiedlich ausgeschrieben und festge-
  legt werden, sind diese bei der Erstellung der Rentabilitätsvorschau grundsätzlich
  nicht zu berücksichtigen.
  Es besteht hier jederzeit die Möglichkeit, die Ausschreibungen einseitig zu verändern, wo-
  durch die Einnahmesituation des Versicherungsvertreters von einem auf das nächste Jahr
  erheblich verschlechtert werden kann.

• Provisionsgarantie und Provisionsvorschuss
  In der Startphase des Versicherungsvertreters reichen in einigen Fällen die laufenden Ein-
  nahmen aus Bestandsprovisionen sowie Abschluss- und Verlängerungsprovisionen nicht
  aus, um die bestehenden Kostenverpflichtungen des Versicherungsvertreters zu decken. Die
  Ursache hierfür können sehr kleine übernommene Vertragsbestände (zu geringe Bestands-
  provisionen) oder zu geringe Abschlussprovisionserwartungen, zum Beispiel durch gleichzei-
  tig laufende Fortbildungsmaßnahmen, sein. In diesen Fällen sind Provisionsgarantien oder
  Provisionsvorschüsse seitens der Versicherungsgesellschaften an den Versicherungsvertre-
  ter üblich.

• Provisionsgarantie
  Die Provisionsgarantie ist eine fest vereinbarte, monatlich zu zahlende Mindestvergütung,
  die zusätzlich zu den tatsächlichen erzielten Provisionseinnahmen gezahlt wird. Sie bewirkt
  ein monatlich festkalkulierbares Mindesteinkommen des Versicherungsvertreters zur De-
  ckung seiner Kosten. Im Einzelfall genau zu prüfen ist die Dauer der zugesagten Provisions-
  garantie, insbesondere ob der Versicherungsvertreter nach Ablauf der Garantiezeit durch die
  Erzielung von Provisionseinkünften selbst in der Lage ist, ein ausreichendes Einkommen zu
  erzielen. Weiterhin zu prüfen ist, ob die gewährten Provisionsgarantien gegen die im glei-
  chen Zeitraum erzielten Provisionseinkünfte verrechnet werden oder die Garantieleistungen
  später zurückgezahlt werden müssen.
  Werden erzielte Provisionseinkünfte nicht mit der Provisionsgarantie verrechnet, kann auch
  von einem Zuschuss seitens der Gesellschaft gesprochen werden.

• Provisionsvorschuss
  Der Provisionsvorschuss kann zusätzlich zur Garantie oder anstelle einer Garantie an den
  Versicherungsvertreter ausgezahlt werden. Er dient ebenfalls zur kalkulierbaren Einkom-
  menserzielung des Versicherungsvertreters durch Zahlung eines monatlichen Fixbetrages.
  Allerdings ist der Provisionsvorschuss ins Verdienen zu bringen und muss bei Nichterfüllung
  der hierzu notwendigen Provisionserzielung entsprechend zurückerstattet werden.

• Stornoreserve
  Bei Vermittlung von bestimmten abschlussprovisionspflichtigen Geschäften, insbesondere in
  der Kranken- und Lebensversicherung, wird seitens der Versicherungsgesellschaft häufig
  eine Stornoreserve zur Sicherung der Rückforderungsmöglichkeiten von nicht verdienten
  Abschlussprovisionen einbehalten, die nach Ablauf der Stornohaftungsfrist freigegeben und
  ausgezahlt wird.


                                                                                          15
6. Die Gewerbeanmeldung
Der Versicherungsvertreter muss sein Gewerbe bei der zuständigen Gemeinde/Stadt beim
Ordnungsamt anmelden (Formular siehe Muster). In der Regel gehen Sie persönlich zum ent-
sprechenden Amt und melden dort Ihr Gewerbe an. Die/der zuständige Sacharbeiter/in nimmt
Ihre Daten auf und leitet die Gewerbeanmeldung zum Finanzamt, der Industrie- und Handels-
kammer und der Berufsgenossenschaft weiter. Die Gewerbeanmeldung kostet in Lippe 20 €.

Beachten Sie hier bitte die Erlaubnispflicht nach § 34d GewO: Wer gewerbsmäßig als Versi-
cherungsmakler oder als Versicherungsvertreter (Mehrfachagent) den Abschluss von Versiche-
rungsverträgen vermitteln will, bedarf der Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handels-
kammer.

Das Finanzamt schreibt den Versicherungsvertreter an und erfragt u. a. den geplanten Gewinn,
um aus diesen Angaben die Vorauszahlungen für die Einkommen- und Gewerbesteuer festzu-
legen. Es ist ratsam, den Anhörungsbogen mit dem Steuerberater auszufüllen.

Zunächst ist grundsätzlich keine Eintragung ins Handelsregister notwendig, d.h. Sie treten un-
ter Ihrem vollen ausgeschriebenen Vor- und Zunamen im Geschäftsverkehr auf. auf. Erst wenn
ausschließlich eine Fantasiebezeichnung oder eine Buchstabenkombination als Firmenname
gewählt werden soll bzw. wenn ein vollkaufmännischer Geschäftsbetrieb vorliegt (Bilanzierung,
Gewinn- und Verlustrechnung; Art und Vielfalt der Geschäftstätigkeit, usw.), hat eine Eintra-
gung in das Handelsregister zu erfolgen.
Nähere Auskünfte erteilt die IHK, Hannelore Quast, Telefon 05231 7601-54.

Falls Sie neben der Vermittlung von Versicherungen auch noch Beratung und Abschluss von
Verträgen über Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte, gewerbliche Räume, Wohnräume,
Darlehen oder Fondsanteilsscheinen vermitteln wollen, müssen Sie nach § 34 c Gewerbeord-
nung eine Erlaubnis beim Kreis Lippe beantragen.
Nähere Auskünfte erteilt die IHK, Elke Stinski, Telefon 05231 7601-30.


6.1. Neue Erlaubnispflichten für Anlageberater

Seit dem 1. November 2007 gelten neue Regelungen für Anlageberater:
Wer gewerbsmäßig Empfehlungen zum Kauf oder Verkauf von Finanzdienstleistungsinstru-
menten an Einzelkunden abgibt, benötigt eine Erlaubnis. Dies regelt das im Juli 2007 veröffent-
lichte Finanzmarktrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BGBl. 2007, I, 19. Juli 2007, 1330). Welche Er-
laubnis zu beantragen ist, hängt davon ab, welche Finanzinstrumente Gegenstand der Bera-
tung sind:

   1. Berater, die nur hinsichtlich des Kaufs oder Verkaufs von Investmentfondsanteilen Emp-
      fehlungen abgeben, beantragen beim örtlichen Gewerbeamt eine Gewerbeerlaubnis.

   2. Berater, die hinsichtlich des Kaufs von sonstigen Finanzinstrumenten (z. B. Aktien, Zer-
      tifikaten, Geldmarktinstrumenten, Devisen oder sonstigen Wertpapieren) Empfehlungen
      abgeben, unterliegen der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
      (BaFin). Dort muss auch die Erlaubnis beantragt werden.




                                                                                            16
1. Anlageberatung hinsichtlich Investmentfonds

Bislang war nur die Vermittlung von Investmentfonds erlaubnispflichtig. Neu ist, dass auch für
bloße beratende Tätigkeit eine Gewerbeerlaubnis gem. § 34 c Abs. 1 Nr. 3 Gewerbeordnung
(GewO) erforderlich ist – es wird darauf hingewiesen, dass sich aufgrund der neuen
Regelungen die Nummerierung des § 34 c GewO geändert hat. Anträge für Anlageberater, die
auch Investmentfonds vermitteln, sind ab dem 1. November 2007 beim örtlichen Gewerbeamt
zu stellen.

Achtung: Wenn ein Berater Empfehlungen zum Verkauf bestimmter Finanzinstrumente aus
dem Kundendepot gibt, damit dieser Investmentfonds kaufen kann, bedarf es hierfür einer
Erlaubnis durch die BaFin (siehe unter 2.).

Honorarberater, die nicht vermittelnd tätig sind und bislang keine Erlaubnis benötigen, müssen
ebenfalls eine Erlaubnis beantragen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie
(BMWi) hat jedoch eine Übergangsregelung bis zu dem 31.01.2008 angeregt.

Wer ausschließlich beratend tätig wird und nicht zugleich Investmentfonds vermittelt, muss
auch künftig keine Prüfberichte nach der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV) an die
zuständige Behörde einreichen. Die Anlageberatung gem. § 34 c Abs. 1 Nr. 3 GewO wird nicht
von der Prüfpflicht nach der MaBV erfasst. Zu beachten ist jedoch, dass in der Regel
Anlageberatung und Vermittlung gleichzeitig erfolgt. Die Vermittlung im Sinne von § 34 c Abs. 1
Nr. 2 GewO bleibt jedoch der Prüfpflicht umfasst.

Anlagevermittler mit Erlaubnis
Unternehmen, denen bis zum 31.10.2007 eine Erlaubnis gem. § 34 c GewO für die Anlagever-
mittlung erteilt wurde, müssen keine neue Erlaubnis für die Anlageberatung beantragen.


2. Anlageberatung hinsichtlich sonstiger Finanzinstrumente

Wer über den Kauf bzw. Verkauf von sonstigen Finanzinstrumenten wie Aktien, Zertifikaten,
Geldmarktinstrumenten, Devisen oder sonstigen Wertpapieren gewerbsmäßig berät, muss bei
der BaFin gem. § 32 Abs. 1 i. V. m. § 1 Abs. 1a Kreditwesengesetz (KWG) einen
Erlaubnisantrag stellen. Bei Unternehmen, denen bis zum 31.10.2007 eine Erlaubnis für
Bankgeschäfte oder Finanzdienstleistungen im Sinne des § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 1 bis 4 KWG
erteilt wurde, gilt die Erlaubnis für die Anlagenberatung als zu diesem Zeitpunkt erteilt.

Anträge auf Erteilung einer Erlaubnis zum Erbringen von Finanzdienstleistungen sind an
folgende Adresse zu richten:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Internet: www.bafin.de
E-Mail: poststelle@bafin.de

Postanschriften:                                   Dienstsitze:
Frankfurt am Main        Bonn                      60439 Frankfurt     53117 Bonn
Postfach 50 01 54        Postfach 13 08            Lurgiallee 12       Graurheindorfer Stra-
60391 Frankfurt          53003 Bonn                                    ße 108

Tel. 0228 - 4108-123     Tel. 0228 - 4108-0
Tel. 0228 - 4108-200     Fax: 0228 - 4108-1550
(Ad-hoc-Mitteilung)




                                                                                            17
Bitte nehmen Sie vor der Antragstellung mit der für Sie zuständigen Hauptverwaltung der
Deutschen Bundesbank Kontakt auf, die Ihnen auch etwaige Fragen beantwortet. Die Adresse
der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank in Düsseldorf lautet:

Deutsche Bundesbank
Hauptverwaltung Düsseldorf
Berliner Allee 14               Postfach 10 11 48
40212 Düsseldorf                40002 Düsseldorf
Tel.   0211 - 874 - 0
Fax    0211 - 874 - 24 24
stab.hv-duesseldorf@bundesbank.de




                                                                                     18
7. Richtlinie Versicherungsvermittlung
7.1. Grundlagen

Warum gibt es neue Regelungen und seit wann sind diese in Kraft?

Aufgrund der Richtlinie 2002/92/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. De-
zember 2002 über Versicherungsvermittlung (Richtlinie) besteht für alle Mitgliedsstaaten die
Verpflichtung, die Tätigkeit der Versicherungsvermittlung einer Erlaubnispflicht zu unterziehen.

Die Versicherungsvermittlung erfordert eine Berufserlaubnis. Versicherungsvermittler und -
berater dürfen nur selbstständig tätig werden, wenn sie zuverlässig erscheinen und vor der IHK
ihre Sachkunde und das Bestehen einer Haftpflichtversicherung nachgewiesen haben. Dann
erfolgt deren Registrierung durch die IHK. Für das Bundesgebiet ist dafür ein zentrales Register
geschaffen worden, das beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag elektronisch ge-
führt wird. Außerdem haben die Versicherungsvermittler besondere Informations-, Beratungs-
und Dokumentationspflichten gegenüber ihren Kunden.


Wer ist betroffen?

Unter die Vorschriften fallen Versicherungsvermittler (Versicherungsmakler und Versicherungs-
vertreter) sowie Versicherungsberater. Man unterscheidet die Versicherungsvermittler nach ge-
bundenen, ungebundenen und produktakzessorischen Vermittlern.


Welche Voraussetzungen muss der Antragsteller für die Erlaubniserteilung erfüllen?

• Persönliche Zuverlässigkeit: regelmäßig fehlt es daran, wenn der Antragsteller in den letz-
  ten fünf Jahren vor Antragstellung eine Eigentums- oder Vermögensstraftat (bspw. Dieb-
  stahl, Unterschlagung,…) begangen hat.

• Geordnete Vermögensverhältnisse: daran fehlt es regelmäßig, wenn über das Vermögen
  des Antragstellers das Insolvenzverfahren eröffnet worden oder er in das vom Insolvenzge-
  richt oder vom Vollstreckungsgericht zu führende Verzeichnis eingetragen ist.

• Nachweis einer Berufshaftpflichtversicherung: Haftungsansprüche aus beruflichem
  Fehlverhalten müssen mit Deckungsbeträgen von mindestens 1,13 Mio. Euro pro Schadens-
  fall und mindestens 1,7 Mio. Euro für alle Schadensfälle eines Jahres versichert werden.

• Nachweis der Sachkunde: dazu ist in der Regel die Ablegung einer Prüfung vor einer IHK
  nötig.




                                                                                             19
CHECKLISTE ZUM ERWERB EINER ERLAUBNIS NACH DEM GESETZ ZUR NEUREGE-
LUNG DES VERSICHERUNGSVERMITTLERRECHTS

Die Erteilung einer Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 des Gesetzes zur Neuregelung des Versiche-
rungsvermittlerrechts kann nur erfolgen, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

   1.   PERSÖNLICHE ZUVERLÄSSIGKEIT
   2.   GEORDNETE VERMÖGENSVERHÄLTNISSE
   3.   BERUFSHAFTPFLICHTVERSICHERUNG
   4.   SACHKUNDE

Bei der Beantragung der Erlaubnis in der IHK sind zur Erfüllung dieser Voraussetzungen fol-
gende Nachweise vom Antragsteller zu erbringen (ggfs. können weitere Unterlagen angefordert
werden):

ACHTUNG: Besteht bereits
   •    eine Erlaubnis nach § 34c GewO und ist diese i.d.R. nicht älter als 3 Monate oder
   •    eine Zulassung nach dem Kreditwesengesetz (KWG),
so können diese anstelle der nachfolgenden Nachweise für die persönliche Zuverlässig-
keit und der geordneten Vermögensverhältnisse vorgelegt werden.


1. PERSÖNLICHE ZUVERLÄSSIGKEIT

   •    Polizeiliches Führungszeugnis in der Belegart für Behörden
           - Antrag bei Meldebehörde (Bürgeramt) der Wohnortgemeinde durch persönliche
               Vorsprache mit Personalausweis/ Reisepass
           - bei juristischen Personen: alle gesetzlichen Vertreter (Geschäftsführer, Vor-
               stand)
           - Zweck: zur Vorlage bei einer deutschen Behörde zum Erwerb der Versiche-
               rungsvermittlererlaubnis
           - Kosten: 13 €
           - Dauer: ca. eine Woche
           - Ziel: vollständige Personalien und bestehende Vorstrafen herausfinden

   •    Auszug aus dem Gewerbezentralregister
           - Antrag bei Meldebehörde der Wohnortgemeinde durch persönliche Vorsprache
             mit Personalausweis/ Reisepass
           - bei juristischen Personen: alle gesetzlichen Vertreter (Geschäftsführer, Vor-
             stand)
             sowie für die juristische Person selbst
             Antrag eines gesetzlichen Vertreters (mit Handelsregisterauszug) bei Meldebe-
             hörde am Ort der Gewerbeausübung
           - Zweck: zur Vorlage bei einer deutschen Behörde zum Erwerb der Versiche-
             rungsvermittlererlaubnis;
             alternativ wird auch der „private“ Auszug aus dem Gewerbezentralregister (direkt
             an Sie adressiert) im Original akzeptiert.
           - Kosten: 13 €
           - Dauer: ca. 1 Woche
           - Ziel: Rechtsverstöße bei der Gewerbeausübung aufdecken

                                                                                          20
2. GEORDNETE VERMÖGENSVERHÄLTNISSE

   •   Bescheinigung in Steuersachen
          - Antrag beim zuständigen Finanzamt
          - bei juristischen Personen: nur juristische Person selbst, Antrag beim Finanzamt
            des Betriebssitzes
          - Kosten: keine
          - Dauer: ca. eine Woche
          - Ziel: steuerliche Rückstände aufzeigen

   •   Auszug aus dem Schuldnerregister und
   •   Auszug aus dem Insolvenzregister
          - Antrag beim zuständigen Amtsgericht des Wohnsitzes durch Vorlage des Per-
            sonalausweises: Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzabteilung aufsuchen
          - Insolvenzregister: für den Kreis Lippe zentral beim Amtsgericht Detmold
          - bei juristischen Personen: nur juristische Person selbst
          - Kosten: keine
          - Dauer: ca. eine Woche
          - Ziel: Einträge im Schuldnerverzeichnis aufzeigen und anhängige Insolvenzver-
            fahren aufdecken

3. BERUFSHAFTPFLICHTVERSICHERUNG
   - Mindestdeckung 1,13 Mio. Euro für jeden Versicherungsfall; 1,7 Mio. Euro alle Versiche-
     rungsfälle eines Jahres
   - Geltungsbereich: alle EU-Mitgliedstaaten und alle EWR-Vertragsstaaten
   - Nachweis durch Bescheinigung (Mustertext s. Formular 3.1.; für Personengesellschaf-
     ten Formular 3.1.P) des Versicherungsunternehmens

SÄMTLICHE VORGENANNTEN NACHWEISE SOLLEN NICHT ÄLTER ALS DREI MONATE
SEIN!

4. NACHWEIS DER SACHKUNDE
   -   Sachkundeprüfung bei IHK oder
   -   Sachkunde leitender Angestellter oder
   -   Vorlage der Gewerbeanmeldung bzw. Bescheinigung von Arbeitgebern, mit denen un-
       unterbrochene Tätigkeit als Versicherungsvermittler/ -berater mindestens seit
       31. August 2000 bis zum Tag der Antragstellung nachgewiesen wird oder
   -   Vorlage des Zeugnisses/ beglaubigte Kopie über eine gleichgestellte andere Berufsqua-
       lifikation:
   1. Abschlusszeugnis
      a)  eines Studiums der Rechtswissenschaft,
      b)  eines betriebswirtschaftlichen Studienganges der Fachrichtung
          Versicherungen (Hochschulabschluss oder gleichwertiger Abschluss),
      c)  als Versicherungskaufmann oder -frau oder Kaufmann oder -frau für
          Versicherungen und Finanzen,
      d)  als Versicherungsfachwirt oder -wirtin,
      e)  als Fachwirt oder -wirtin für Finanzberatung (IHK);

                                                                                           21
     2. Abschlusszeugnis
        a) als Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn
           eine abgeschlossene Ausbildung als Bank- oder Sparkassenkaufmann
           oder -frau oder
        b) als Fachberater oder -beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK), wenn
           eine abgeschlossene allgemeine kaufmännische Ausbildung oder
        c)   als Finanzfachwirt (FH), wenn ein abgeschlossenes weiterbildendes
             Zertifikatsstudium an einer Hochschule
       und eine mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung
       oder -beratung

     3. Abschlusszeugnis
       a)    als Bank- oder Sparkassenkaufmann oder -frau oder
       b)    als Investmentfondskaufmann oder –frau oder
       c)    als Fachberater oder –beraterin für Finanzdienstleistungen (IHK),

       und eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung
       oder -beratung

     4. Abschlusszeugnis einer Hochschule oder Berufsakademie sowie Nachweis über eine
        mindestens dreijährige Berufserfahrung im Bereich Versicherungsvermittlung

     5. Versicherungsfachmann (BWV), wenn die Prüfung vor dem 01.01.2009 abgelegt
        wurde


BESONDERHEITEN:

Bei Personengesellschaften (Gesellschaft bürgerlichen Rechts, offene Handelsgesellschaft)
haben alle Gesellschafter die vorgenannten Nachweise zu erbringen. Bei einer Kommanditge-
sellschaft trifft die Verpflichtung nur die persönlich haftenden Gesellschafter (Komplementä-
re).
Bei einer GmbH & Co. KG muss die Verwaltungs-GmbH die Erlaubnis beantragen.

Kann die Sachkunde nicht in eigner Person nachgewiesen werden, besteht die Möglichkeit der
Delegation der Sachkunde auf eine beim Antragsteller angestellte Person, die eine Hand-
lungsvollmacht gemäß § 54 HGB oder eine Prokura gemäß § 49 HGB besitzt. Bitte verwenden
Sie hierfür Formular 4.




                                                                                            22
Wer ist von der Erlaubnis- und Registrierungspflicht ausgenommen?

Ausgenommen von der Erlaubnis- und Registrierungspflicht sind Gewerbetreibende, wenn die
folgenden Vorgaben gemeinsam vorliegen:
• sie vermitteln nicht hauptberuflich Versicherungen,
• sie vermitteln ausschließlich Versicherungsverträge, für die nur Kenntnisse des angebotenen
  Versicherungsschutzes erforderlich sind,
• sie vermitteln keine Lebensversicherungen oder Versicherungen zur Abdeckung von Haft-
  pflichtrisiken,
• die Versicherung stellt eine Zusatzleistung zur Lieferung einer Ware oder der Erbringung ei-
  ner Dienstleistung dar und deckt entweder das Risiko eines Defekts, eines Verlusts oder ei-
  ner Beschädigung von Gütern ab oder die Beschädigung, den Verlust von Gepäck oder an-
  dere Risiken im Zusammenhang mit einer bei dem Gewerbetreibenden gebuchten Reise,
  einschließlich Haftpflicht- oder Unfallversicherungsrisiken, sofern die Deckung zusätzlich zur
  Hauptversicherungsdeckung für Risiken im Zusammenhang mit dieser Reise gewährt wird,
• die Jahresprämie übersteigt nicht einen Betrag von 500 Euro und
• die Gesamtlaufzeit einschließlich etwaiger Verlängerungen beträgt nicht mehr als fünf Jahre.


Ausgenommen sind auch Gewerbetreibende, die
• als Bausparkasse oder als von einer Bausparkasse beauftragter Vermittler für Bausparer als
  Bestandteile der Bausparverträge Versicherungen im Rahmen eines Kollektivvertrages ver-
  mitteln, die ausschließlich dazu bestimmt sind, die Rückzahlungsforderungen der Bauspar-
  kasse aus gewährten Darlehen abzusichern;
• als Zusatzleistung zur Lieferung einer Ware oder der Erbringung einer Dienstleistung im Zu-
  sammenhang mit Verbraucherdarlehen Restschuldversicherungen vermitteln, deren Jahres-
  prämie einen Betrag von 500 Euro nicht übersteigt.


Wer bedarf keiner Erlaubnis, wird aber registriert?

Keiner Erlaubnis bedürfen die sog. „gebundenen Versicherungsvertreter“: diese arbeiten nur für
ein Versicherungsunternehmen bzw. für mehrere, wobei die Versicherungsprodukte nicht in
Konkurrenz stehen. Die Erlaubnispflicht entfällt nur, wenn durch das oder die Versicherungsun-
ternehmen die uneingeschränkte Haftung aus der Vermittlertätigkeit übernommen wird.
Die Registrierung bei der IHK ist auch bei diesem Personenkreis notwendig.


Wer kann sich von der Erlaubnis befreien lassen, wird aber registriert?

Auf Antrag können sich solche Gewerbetreibende von der Erlaubnispflicht befreien lassen, die
Versicherungen als Ergänzung zu im Rahmen einer Haupttätigkeit gelieferten Waren oder
Dienstleistungen („produktakzessorisch“) vermitteln, wenn
• sie unmittelbar im Auftrag eines oder mehrerer Versicherungsvermittler, die eine Erlaubnis
  besitzen, oder eines oder mehrerer Versicherungsunternehmen tätig sind,
• sie eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben und
• zuverlässig sowie angemessen qualifiziert sind und in geordneten Vermögensverhältnissen
  leben. Als Nachweis ist eine entsprechende Erklärung des auftraggebenden Versicherungs-
  unternehmens oder Versicherungsvermittlers ausreichend.

Auch für diese Gewerbetreibenden besteht Registrierungspflicht.
                                                                                             23
Wer muss seine Sachkunde bei der IHK nachweisen?

Grundsätzlich bedarf jeder, der künftig als Versicherungsvermittler oder als Versicherungsbera-
ter tätig werden möchte, einer Erlaubnis, die wiederum nur erteilt wird, wenn der Vermittler oder
Berater der IHK die notwendige Sachkunde nachweist.

Es gibt aber Ausnahmen:

• Wer von der Erlaubnis- und Registrierungspflicht befreit ist, braucht seine Sachkunde nicht
  nachzuweisen.
• Wer als gebundener Versicherungsvermittler für ein Versicherungsunternehmen tätig ist,
  das für ihn die volle Haftung übernimmt, wird ohne Überprüfung der Sachkunde durch die
  IHK als zugelassener Versicherungsvermittler registriert. Der Arbeitgeber hat allerdings für
  eine entsprechende Qualifizierung zu sorgen, ohne dass ihm die Art und Weise vorge-
  schrieben wird. Möglich sind z.B. speziell zugeschnittene interne oder externe Schulungen
• Wer auf Antrag von der Erlaubnis befreit worden ist, wird ebenfalls als zugelassen registriert,
  ohne seine Kenntnisse durch die IHK prüfen lassen zu müssen.
• Wer als selbstständiger oder angestellter Vermittler mindestens seit dem 31. August 2000
  bis zur Antragstellung ununterbrochen als Versicherungsvermittler oder –berater tätig ist,
  bedarf keiner Sachkundeprüfung.


Wie wird die Sachkunde nachgewiesen?

Die Sachkunde wird grundsätzlich durch eine Sachkundeprüfung vor der zuständigen IHK
nachgewiesen. Die Voraussetzungen dazu sind geschaffen worden.


Welche Kosten kommen auf Sie zu?

Erlaubniserteilung:   250 Euro
Registrierung:         25 Euro




                                                                                              24
Was steht im Register?
Im Register werden folgende Angaben zu den Eintragungspflichtigen gespeichert:

1. der Familiennamen und Vornamen sowie die Firma und Personenhandelsgesellschaften, in
denen der Eintragungspflichtige als geschäftsführender Gesellschafter tätig ist,
2. das Geburtsdatum (nicht öffentlich)
3. die Angabe, ob der Eintragungspflichtige
   a) als Versicherungsmakler
      aa) mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO
      bb) mit Erlaubnisbefreiung nach § 34d Abs. 3 GewO als produktakzessorischer
           Versicherungsmakler
   b) als Versicherungsvertreter
      aa) mit Erlaubnis nach § 34d Abs.1 GewO
      bb) als gebundener Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 4 GewO
      cc) mit Erlaubnisbefreiung nach § 34d Abs. 3 GewO als produktakzessorischer
            Versicherungsvertreter
   c) als Versicherungsberater mit Erlaubnis nach § 34e Abs. 1 GewO
   bei der zuständigen Behörde gemeldet und in das Register nach § 34d Abs. 7 der Gewerbe-
   ordnung eingetragen ist,
4. die Bezeichnung und die Anschrift der zuständigen Registerbehörde,
5. die Staaten der Europäischen Union und die anderen Vertragsstaaten des Abkommens über
   den Europäischen Wirtschaftsraum, in denen er beabsichtigt, tätig zu werden, sowie bei Be-
   stehen einer Niederlassung die dortige Geschäftsanschrift und die gesetzlichen Vertreter
   dieser Niederlassung,
6. die betriebliche Anschrift,
7. die Registrierungsnummer,
8. bei einem sog. gebundenen Versicherungsvermittler das oder die haftungsübernehmenden
   Versicherungsunternehmen. (nicht öffentlich)

Ist der Eintragungspflichtige eine juristische Person, so werden auch die Familien- und Vorna-
men der natürlichen Personen, die innerhalb des für die Geschäftsführung verantwortlichen Or-
gans für die Vermittlertätigkeiten zuständig sind, gespeichert.
Nicht öffentlich zugänglich sind das Geburtsdatum und bei einem sog. gebundenen Versiche-
rungsvermittler das oder die haftungsübernehmenden Versicherungsunternehmen.

Der öffentliche Teil des Registers ist über zwei Domains der Allgemeinheit zugänglich:
http://www.vermittlerregister.info und http://www.vermittlerregister.org


Welche Folgen hat die Registrierung?
Ab dem Inkrafttreten der neuen Regelungen, das ist der 22. Mai 2007, darf nur derjenige Ge-
werbetreibende Versicherungen vermitteln, der registriert ist. Die Vermittlung ohne Registrie-
rung stellt eine Ordnungswidrigkeit dar.


Seit wann sind die neuen Vorschriften wirksam?
Das Gesetz zur Neuregelung des Versicherungsvermittlerrechts ist am 22. Mai 2007 in Kraft
getreten. Seitdem müssen alle Versicherungsvermittler eine Berufshaftpflichtversicherung ha-
ben. Wer von diesem Zeitpunkt an neu tätig ist, muss seine Zulassung und Registrierung bean-
tragen und seine Berufsqualifikation nachweisen.

                                                                                           25
7.2. Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten

Welche neuen Vorschriften gelten im Umgang mit dem Kunden?

Informationspflichten beim ersten Geschäftskontakt

Nach § 11 der Verordnung über die Versicherungsvermittlung und – beratung (VersVermV) ha-
ben Versicherungsvermittler und –berater die Pflicht, dem Kunden beim ersten Geschäftskon-
takt bestimmte - insbesondere statusbezogene - Informationen klar und verständlich in Text-
form zu geben.

§ 11 Information des Versicherungsnehmers
(1) Der Gewerbetreibende hat dem Versicherungsnehmer beim ersten Geschäftskontakt fol-
gende Angaben klar und verständlich in Textform mitzuteilen:
1. seinen Familiennamen und Vornamen sowie die Firma und Personenhandelsgesellschaf-
   ten, in denen der Eintragungspflichtige als geschäftsführender Gesellschafter tätig ist,
2. seine betriebliche Anschrift,
3. ob er
   a) als Versicherungsmakler
       aa) mit Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO
       bb) mit Erlaubnisbefreiung nach § 34d Abs. 3 GewO als produktakzessorischer
           Versicherungsmakler für ______- Versicherungen
           (Angabe der Versicherungssparte, z. B. Kfz-Versicherungen)


   b) als Versicherungsvertreter
      aa) mit Erlaubnis nach § 34d Abs.1 GewO
      bb) als gebundener Versicherungsvertreter nach § 34d Abs. 4 GewO ausschließlich
           für die ______- Versicherung
       cc) mit Erlaubnisbefreiung nach § 34d Abs. 3 GewO als produktakzessorischer
           Versicherungsvertreter für ______- Versicherungen (Angabe der
           Versicherungssparte, z. B. Kfz-Versicherungen)
    oder
   c) als Versicherungsberater mit Erlaubnis nach § 34e Abs. 1 GewO
   bei der zuständigen Behörde gemeldet und in das Register nach § 34d Abs. 7 der Gewer-
   beordnung eingetragen ist und wie sich diese Eintragung überprüfen lässt,
4. Anschrift, Telefonnummer sowie die Internetadresse der gemeinsamen Stelle im Sinne des
   § 11a Abs 1 der Gewerbeordnung und die Registrierungsnummer, unter der er im Register
   eingetragen ist,
5. die direkten oder indirekten Beteiligungen von über zehn Prozent, die er an den Stimmrech-
   ten oder am Kapital eines Versicherungsunternehmens besitzt,
6. die Versicherungsunternehmen oder Mutterunternehmen eines Versicherungsunterneh-
   mens, die eine direkte oder indirekte Beteiligung von über zehn Prozent an den Stimmrech-
   ten der am Kapital des Informationspflichtigen besitzen,
7. die Anschrift der Schlichtungsstelle, die bei Streitigkeiten zwischen Versicherungsvermitt-
   lern oder Versicherungsberatern und Versicherungsnehmern angerufen werden kann.

                                                                                           26
Bitte beachten Sie, dass nach § 11 VersVermV auch die Informationspflicht des Versiche-
rungsvermittlers gegenüber dem Verbraucher beim ersten Geschäftskontakt um die Angabe
von Personenhandelsgesellschaften erweitert wurden, in denen der erlaubnis- und eintra-
gungspflichtige geschäftsführender Gesellschafter tätig ist.

(2) Der Informationspflichtige hat sicherzustellen, dass auch seine Mitarbeiter die Mitteilungs-
pflichten nach Absatz 1 erfüllen.

(3) Die Informationen nach Absatz 1 dürfen mündlich übermittelt werden, wenn der Versiche-
rungsnehmer dies wünscht oder wenn und soweit das Versicherungsunternehmen vorläufige
Deckung gewährt. In diesen Fällen sind die Informationen unverzüglich nach Vertragsschluss,
spätestens mit dem Versicherungsschein dem Versicherungsnehmer in Textform zur Verfü-
gung zu stellen; dies gilt nicht für Verträge über die vorläufige Deckung bei Pflichtversicherun-
gen."


Gemeinsame Stelle im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 4 VersVermV ist der Deutsche Industrie- und
Handelskammertag e. V. (DIHK). Ihre Angaben müssen daher lauten:

              Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V.
              Breite Straße 29
              10178 Berlin
              Telefon: 0180 - 500 585 0
              (14 Cent/Minute aus dem dt. Festnetz, abweichende Preisen aus Mobilfunknetzen)

              Achtung: spätestens ab 01. März 2010 ist folgende Preisangabe notwendig
              (14 Cent/Min aus dem dt. Festnetz, höchstens 42 Cent/Min aus Mobilfunknetzen)


              www.vermittlerregister.info

Nach der Preisangabenverordnung besteht die Pflicht, über den Preis für die kostenpflichtigen
0180-Rufnummer zu informieren.



Als Schlichtungsstellen im Sinne des § 11 Abs. 1 Nr. 7 VersVermV sind die vorhandenen pri-
vatrechtlich anerkannten organisierten Einrichtungen als Schlichtungsstellen zu nennen.

              Versicherungsombudsmann e. V.
              Postfach 08 06 32, 10006 Berlin, www.versicherungsombudsmann.de

              Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung
              Postfach 06 02 22, 10052 Berlin, www.pkv-ombudsmann.de

Achtung: Ein Hinweis auf die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als
Schlichtungsstelle darf nur erfolgen, wenn dort eine Registrierung vorliegt.

Bitte teilen Sie uns auch mit, wenn Sie Ihre Tätigkeit als Versicherungsvermittler einstellen. Im
Vermittlerregister sind nur Gewerbetreibende einzutragen.

Der Informationspflichtige hat sicherzustellen, dass auch seine Mitarbeiter diese Mitteilungs-
pflichten erfüllen.




                                                                                               27
Die Informationen dürfen mündlich übermittelt werden, wenn der Versicherungsnehmer dies
wünscht oder wenn und soweit das Versicherungsunternehmen vorläufige Deckung gewährt. In
diesen Fällen sind die Informationen unverzüglich nach Vertragsschluss, spätestens mit dem
Versicherungsschein dem Versicherungsnehmer in Textform zur Verfügung zu stellen; dies gilt
nicht für Verträge über die vorläufige Deckung bei Pflichtversicherungen.

Weitere Regelungen zu Informations- und Dokumentationspflichten der Vermittler sind in § 42b
ff VVG (Versicherungsvertragsgesetz) festgeschrieben.

Die Verordnung schreibt eine Mitteilung in Textform vor. Dies kann z. B. in Form eines Informa-
tionsblatts erfolgen. Zulässig ist auch eine Übermittlung im Visitenkartenformat, sofern alle In-
formationen enthalten sind.


Kann der Vermittler für die Erstinformation auch seine Visitenkarte nutzen?

Die in § 11 VersVermV aufgeführten Angaben sind dem Kunden beim ersten Geschäftskontakt
klar und verständlich in Textform mitzuteilen. In Anlehnung an das allgemeine Privatrecht be-
zeichnet die „Textform“ eine lesbare, dauerhafte, unterschriftslos gültige Erklärung. Damit kann
eine Übermittlung der notwendigen Daten auch im Visitenkartenformat erfolgen.


Was muss bei einer Homepage beachtet werden?

Wer eine eigene Homepage betreibt, ist nach dem Telemediengesetz (TMG) verpflichtet, die
zuständige Aufsichtbehörde mit Postadresse zu nennen.

Versicherungsvermittler und –berater mit Internetauftritt müssen daher das Impressum ihres In-
ternetsauftritts um die Angaben der zuständigen IHK ergänzen.
In Lippe:     Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
              Leonardo-da-Vinci-Weg 2, 32760 Detmold.
Um mögliche Abmahnungen zu vermeiden, wird daher dringend empfohlen, das Impressum auf
der Homepage entsprechend anzupassen.

Auch wenn zur Zeit das TMG noch keine Verpflichtung vorsieht, dass auch die Vermittlerregis-
ternummer und die registerführende Stelle (DIHK s. Punkt 1.) im Impressum genannt werden
müssen, schadet es nicht. Denn nach Sinn und Zweck des Gesetzes soll ja der Verbraucher
beim Erstkontakt über diese Daten informiert werden, so dass erwartet werden kann, dass das
Vermittlerregister irgendwann ebenfalls in das TMG aufgenommen wird.


Was versteht man unter „Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten"?

Durch die Änderungen im Versicherungsvertragsgesetz (§42 b bis e VVG) wird der Versiche-
rungsvermittler zukünftig verpflichtet, seine Kundengespräche und –abschlüsse zu dokumentie-
ren.

Nach § 42b VVG ist der Versicherungsmakler verpflichtet, seinem Rat eine hinreichende Zahl
von auf dem Markt angebotenen Versicherungsverträgen und von Versicherern zu Grunde zu
legen, so dass er nach fachlichen Kriterien eine Empfehlung dahingehend abgeben kann, wel-
cher Versicherungsvertrag geeignet ist, die Bedürfnisse des Versicherungsnehmers zu erfüllen.
Dies gilt nicht, soweit Sie in Einzelfällen vor Abgabe der Vertragserklärung des Versicherungs-
nehmers diesen ausdrücklich auf eine eingeschränkte Versicherer- und Vertragsauwahl hinwei-
sen.
                                                                                              28
Der Versicherungsmakler, der auf eine eingeschränkte Auswahl hinweist, und der Versiche-
rungsvertreter haben den Versicherungsnehmer mitzuteilen
• auf welcher Markt- und Informationsgrundlage, sie ihre Leistung erbringen und
• die Namen der ihrem Rat zu Grunde gelegten Versicherer anzugeben.
• Außerdem hat der Versicherungsvertreter mitzuteilen, für welche Versicherer er seine Tätig-
  keit ausübt und ob er für diese ausschließlich tätig ist. (§ 42b Abs. 2 VVG)

Der Versicherungsnehmer kann auf die Mitteilungspflichten und Angaben durch eine gesonder-
te schriftliche Erklärung verzichten. (§ 42 b Abs. 3 VVG)

Sie als Versicherungsvermittler haben den Versicherungsnehmer, soweit nach der Schwierig-
keit, die Angebote der Versicherung zu beurteilen und der Person des Versicherungsnehmers
und dessen Situation hierfür Anlass besteht, nach seinen Wünschen und Bedürfnissen zu be-
fragen und, auch unter Berücksichtigung eines angemessenen Verhältnisses zwischen Bera-
tungsaufwand und der vom Versicherungsnehmer zu zahlenden Prämien, zu beraten, sowie die
Gründe für jeden zu einer bestimmten Versicherung erteilten Rat anzugeben. Sie müssen dies
unter Berücksichtigung der Komplexität des angebotenen Versicherungsvertrages dokumentie-
ren. (§ 42c Abs.1 VVG)

Der Versicherungsnehmer kann auf die Beratung und die Dokumentation durch eine gesonder-
te schriftliche Erklärung verzichten, in der er vom Versicherungsvermittler ausdrücklich darauf
hingewiesen wird, dass sich ein Verzicht nachteilig auf die Möglichkeit des Versicherungsneh-
mers auswirken kann, gegen den Versicherungsvermittler einen Schadensersatzanspruch gel-
ten zu machen. (§ 42c Abs. 2-3 VVG)

Dem Versicherungsnehmer sind die Informationen nach § 42b Abs. 2 VVG vor Abgabe seiner
Vertragserklärung, und die Information nach § 42 c, Abs. 1 VVG vor dem Abschluss des Ver-
trages klar und verständlich in Textform zu übermitteln.

Die Informationen dürfen mündlich übermittelt werden, wenn der Versicherungsnehmer dies
wünscht oder wenn und soweit der Versicherer vorläufige Deckung gewährt. In diesen Fällen
sind die Informationen unverzüglich nach Vertragsschluss, spätestens mit dem Versiche-
rungsschein dem Versicherungsnehmer in Textform zur Verfügung zu stellen, dies gilt nicht für
Verträge über die vorläufige Deckung bei Haftpflichtversicherung.

Die genannten Informationen müssen schriftlich auf Papier oder auf einem anderen dauerhaf-
ten Datenträger (z. B. Diskette, DC-Rom, DVD etc.) dem Kunden gegeben werden. Sie müssen
klar, genau und für den Kunden verständlich, in der Amtssprache des Mitgliedstaates, in dem
die Verpflichtung eingegangen wird, formuliert sein. Der Vermittler kann von der schriftlichen
Mitteilung absehen, wenn der Kunde dies wünscht.

Die Versicherungswirtschaft bietet Hilfestellungen zu diesem Thema: z. B. der Arbeitskreis EU-
Versicherungsvermittlerrichtlinie - Dokumentation www.vermittlerprotokoll.de sowie die Vereini-
gung zum Schutz für Anlage- und Versicherungsvermittler e. V. (VSAV). www.vsav.de.


Lassen die strengen Vorschriften ein telefonisches Vermittlungsgeschäft noch zu?

Sowohl die statusbezogenen Erstinformationen (sog. Selbstauskunftspflicht) als auch die ver-
tragsbezogenen Informationen können ausnahmsweise mündlich erfolgen, wenn der Kunde
dies wünscht oder wenn und soweit das Versicherungsunternehmen vorläufige Deckung ge-
währt. Daher kann zukünftig – bei Vorliegen der Voraussetzungen – auch per Telefon vermittelt
werden.

                                                                                            29
Allerdings muss der Vermittler die Informationen in Textform unverzüglich nach Vertrags-
schluss, spätestens mit Überlassung des Versicherungsscheins, nachholen.


Welche Folgen kann eine Verletzung der Beratungs- und Dokumentationspflichten ha-
ben?

Der Kunde kann gegenüber dem Versicherungsvermittler gegebenenfalls Schadensersatz gel-
tend machen.


Worauf müssen Gewerbetreibende ab dem 22. Mai beim Verfassen von Geschäftsbriefen
achten?

Gewerbetreibende, für die keine Firma im Handelsregister eingetragen ist, müssen bislang auf
allen Geschäftsbriefen, die an einen bestimmten Empfänger gerichtet sind, ihren Familienna-
men mit mindestens einem ausgeschriebenen Vornamen angeben (§15b Abs. 1 GewO). Ab 22.
Mai 2007 muss der geschäftliche Briefbogen zusätzlich die ladungsfähige Anschrift enthalten.

Der Gesetzgeber will so der mangelnden Identifizierbarkeit von Unternehmen entgegenwirken,
die bislang keinen speziellen handels- oder gesellschaftlichen Publizitätspflichten unterliegen
und sich beispielsweise nicht im Handelsregister eintragen lassen müssen. Bei Nicht- oder un-
vollständiger Angabe drohen Geldbußen bis zu 1.000 €.


Wo sind weitere Informationen erhältlich?

Der DIHK hat eine Broschüre herausgegeben, die umfassend über die aktuelle Rechtslage in-
formiert. Die DIHK-Publikation
Neue Regeln für Versicherungsvermittler – Ein Leitfaden für die Praxis,
A 5 Broschüre, 120 Seiten, Erscheinungsjahr 2007,
ist zum Preis von Preis 9,50 EUR zzgl. Portokosten zu beziehen bei der IHK Lippe,
Tel. 05231 7601-44, Fax: 05231 7601-8044, eMail: zentrale@detmold.ihk.de




                                                                                            30
8. Rentenversicherungspflicht
Als selbständiger Handelsvertreter ist der Versicherungsvertreter für eine ausreichende Alters-
sowie Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsabsicherung grundsätzlich selbst verantwortlich.

Zunächst ist jedoch zusammen mit der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte in Berlin zu
prüfen, ob Beiträge in die gesetzliche Sozialversicherung, insbesondere in die Rentenversiche-
rung, zu entrichten sind. Im Nachfolgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die
grundsätzlichen Überlegungen:


8.1. Der rentenversicherungspflichtige Selbständige

Grundsätzlich ist der Versicherungsvertreter als rentenversicherungspflichtiger Selbständiger,
wenn er
•   keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigt oder
•   nur einen Auftraggeber hat, von dem er mehr als 5/6 der gesamten Provisionseinnahmen
    erhält. Versicherungskonzerne mit mehreren Unternehmen gelten hierbei als ein Auftragge-
    ber!

Konsequenz: Rentenversicherungspflicht

Der Versicherungsvertreter hat in Abhängigkeit zu seinen Einkünften Pflichtbeiträge zur ge-
setzlichen Rentenversicherungspflicht bis zum Höchstbetrag von 1.074,60 € (Stand 2009) zu
entrichten. Er trägt die volle Beitragslast selbst.

Als Existenzgründer können Sie sich auf Antrag für die Dauer von drei Jahren von dieser Ren-
tenversicherungspflicht befreien lassen.


8.2. Der „echte“ Selbständige

Treffen die Bestimmungen der rentenversicherungspflichtigen Selbständigkeit nicht zu, so sind
Sie „echter“ Selbständiger.
Sie unterliegen somit nicht der Rentenversicherungspflicht und müssen dementsprechend auch
keine Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlen.
Sie sind in der Gestaltung der Altersversorgung sowie Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsabsi-
cherung frei.

Vor Gestaltung einer privaten Absicherung sollte jedoch beim zuständigen Rentenversiche-
rungsträger ein aktueller Versicherungsverlauf angefordert werden, um bereits bestehende An-
sprüche zur Alters-, Hinterbliebenen- sowie Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente zu prüfen.
Dieses Ergebnis muss mit dem eigenen Bedarf anhand der persönlichen Lebenssituation ver-
glichen und eine eventuell vorhandene Versorgungslücke geschlossen werden. Der gesetzliche
Versicherungsschutz reicht aus unserer Sicht nicht aus.

Achtung:

Unter gewissen Voraussetzungen kann es sinnvoll sein, die bereits vorhandenen Ansprüche an
die gesetzliche Rentenversicherung im Falle der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit durch Zah-
lungen von freiwilligen Beiträgen aufrecht zu halten. Hierzu kann der Mindestbeitrag von mo-
natlich 79,60 € (Stand 2009) gezahlt werden.


                                                                                            31
Empfehlung:

In der Startphase als Selbständiger können in der Regel nicht so hohe Versicherungsbeiträge
gezahlt werden. Der wichtige Versicherungsschutz gegen Berufs- und Erwerbsunfähigkeit so-
wie die Hinterbliebenenversorgung kann auch durch Abschluss einer Risiko-
Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeitszusatz preisgünstig abgesichert werden.

Orientiert man sich bei der Höhe der zu wählenden Versorgung im Falle der Alters-, Hinterblie-
benen-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit am durchschnittlichen Einkommen in Deutschland von
monatlich 2.485 € und der hieraus resultierenden Bezugsgröße in der gesetzlichen Sozialversi-
cherung, so beträgt der Monatsbeitrag 501,48 € (19,9% Stand 2009).

Berücksichtigt man, dass auch dieser Durchschnittsarbeitnehmer private Vorsorgebeiträge auf-
bringt und eventuell eine betriebliche Zusatzversorgung erhält, so sollte der monatliche Auf-
wand zur Versorgung 500 € nicht unterschreiten. Wie viel Sie jedoch tatsächlich für Ihre Ver-
sorgung aufwenden und wie Sie Ihre Versorgung gestalten, bleibt Ihnen selbst überlassen.

Bedenken Sie aber: Nur wer selbst in Sicherheit lebt, kann anderen mit Überzeugung Si-
cherheit verkaufen!




                                                                                           32
9. Anschriften
AVAD     Auskunftsstelle über Versicherungs-/Bausparkassenaußendienst
         und Versicherungsmakler in Deutschland e.V.
         Normannenweg 2
         20537 Hamburg
         Telefon: 040 251921-0
         Telefax: 040 2543402
         E-Mail: avadinfo@avad.de
         Internet: www.avad.de


BaFin    Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
         Graurheindorfer Str. 108
         53117 Bonn
         Telefon: 0228 41080
         Telefax: 0228 4108–1550
         E-Mail: poststelle@bafin.de
         Internet: www.bafin.de


BVK      Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute e.V. (BVK)
         Berufsvertretung und Unternehmerverband selbständiger Versicherungs-
         und Bausparkaufleute
         Kekuléstr. 12
         53115 Bonn
         Telefon: 0228 22805-0
         Telefax: 0228 22805-50
         Email: bvk@bvk.de
         Internet: www.bvk.de

         BVK Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe
         c/o Herrn Hartmut Loew (Vorsitzender)
         Wiesenstraße 11a, 33775 Versmold
         Telefon: 05423 7474
         Telefax: 05423 43326
         E-Mail: info@bvk-owl.de
         Internet: www.bvk-owl.de
         Interessenvertreter können vor Ort über den BVK erfragt werden


BWV      Berufsbildungswerk der Versicherungswirtschaft
         Internet: www.bwv-owl.de
         Regionale Ansprechpartnerin
         Ressort Ausbildung und übertriebl. Unterricht
         Katrin Lauth (Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt)
         Simon-August-Str. 2
         32756 Detmold
         Telefon: 05231/990 732
         E-Mail: Lauth_k@lippische.de




                                                                                33
DVS    Deutscher Versicherungs-Schutzverband e.V.
       Breite Str. 98
       53115 Bonn
       Telefon: 0228 6088685
       Telefax: 0228 631651
       Internet: www.dvs-schutzverband.de
       E-Mail: info@dvs-schutzverband.de


GDV    Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV
       Wilhelmstraße 43 / 43G
       10117 Berlin
       Telefon: 030-2020 5000
       Telefax: 030-2020 6000
       E-Mail: berlin@gdv.de
       Internet: www.gdv.de


IHK    Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
       Maria Klaas
       Leonardo-da-Vinci-Weg 2
       32756 Detmold
       Telefon: 05231 7601-29
       Telefax: 05231 7601-8029
       E-Mail: klaas@detmold.ihk.de
       Internet: www.detmold.ihk.de


VDVF   Geschäftsstelle Ostwestfalen Lippe
       Herr Philipp Brunsiek
       Klingenbergstr. 4 / Ecclesia
       32758 Detmold
       Telefon: 05231 603230
       Telefax: 05231 60360230
       E-Mail: ostwestfalen-lippe@vdvf.de
       Internet: www.vdvf.de


VGA    Bundesverband der Assekuranzführungskräfte e.V.
       Kaiser-Wilhelm-Ring 15
       50672 Köln
       Telefon: 0221 9521280 + 9521281
       Telefax: 0221 9521282
       E-Mail: info@vga-koeln.de
       Internet: www.vga-koeln.de




                                                                      34
10. Fachzeitschriften / Literatur
Versicherungswirtschaft                 Versicherungsmagazin
Verlag Versicherungswirtschaft GmbH,    Gabler Verlag/GWV Fachverlage GmbH
Karlsruhe                               Abraham-Lincoln-Str. 46
Klosestraße 20-24                       65189 Wiesbaden
76137 Karlsruhe,                        Telefon: 0611 7878-0
Telefon: 0721 3509-0                    Telefax: 0611 7878-400
Telefax: 0721 3509-201                  Internet: www.gabler-online.de
Redaktion 0721 3509-202
eMail: redaktion-vw@vvw.de
Internet: www.vvw.de


Versicherungsvermittlung                Versicherungsbetriebe
Herausgeber:                            Hans Holzmann Verlag GmbH & Co KG
BVK-Bundesverband Deutscher Versiche-   Postfach 1342
rungskaufleute e.V.                     86816 - Bad Wörishofen
Max-Engl-Haus                           Telefon: 08247 354-01
Kekuléstr. 12                           eMail: info@holzmannverlag.de
53115 Bonn                              Internet: www.holzmannverlag.de
Telefon: 0228 22805-0
Telefax: 0228 2280550
eMail: versverm@bvk.de


Die Versicherungspraxis                 VGA Nachrichten
Organ der Versicherungsnehmer           Herausgeber: Bundesverband der
DVS Deutscher Versicherungsschutzver-   Assekuranzführungskräfte e. V. (VGA)
band e.V.                               Arbeitgeberverband für das private Versi-
Breite Str. 98                          cherungs-Vermittler-Gewerbe
53111 Bonn                              Dipl.-Volksw. Oliver Mathais
Telefon: 0228 98 22 30                  Agrippastraße 45, 50676 Köln
Telefax: 0228 63 16 51                  Telefon: 0221 9 52 12 80
eMail: info@dvs-schutzverband.de        Telefax: 0221 9 52 12 82
Internet: www.dvs-schutzverband.de      eMail: info@vga-koeln.deInternet:
                                        www.vga-koeln.de


Literatur:
Günther Jung
Versicherungsvermittler als Beruf
Starthilfen für die Selbständigkeit
Gabler Verlag/GWV Fachverlage GmbH
Abraham-Lincoln-Str. 46
65189 Wiesbaden
Telefon:0611 7878-0
Telefax: 0611 7878-400
Internet: www.gabler-online.de




                                                                                    35
11. Bildungswege auf einen Blick
Berufs-                Dauer    Bildungsgang                Prüfungs- Zugangsvor-             Bildungsziel
bezeichnung            in                                   instanz   aussetzungen
                       Jahren
Versicherungsfach-     1        Betriebliche Schulung mit   IHK       Eine Ausbildung, die    Grundqualifikation für Versicherungsvermittler, ori-
mann/-fachfrau                  beaufsichtigter prakti-               jedem offensteht        entiert an der Bedarfssituation des Privatkunden
(IHK)                           scher Einarbeitung                                            Sachkundeprüfung möglich
Kaufmann / Kauffrau 2,5-3       Duale Ausbildung an den     IHK       mindestens Haupt-       Vermittlung umfassender theoretischer und prakti-
für Versicherungen              Lernorten Schule und Be-              schul-                  scher Kenntnisse und Fertigkeiten für Innen- und
und Finanzen                    trieb                                 abschluss               Außendienst mit Berufsabschlussprüfung
Kaufmann / Kauffrau 1           Vorbereitungs-              IHK       6 Jahre Versiche-       Ergänzung der praktischen Erfahrung durch theore-
für Versicherungen              lehrgang der Verbin-                  rungspraxis             tisches Hintergrundwissen zur Vorbereitung auf die
und Finanzen                    dungs-                                                        IHK-Berufsabschlussprüfung
 (Externe)                      stellen des BWV
Fachwirt / Fachwirtin 2         Kollegstudium bei Ver-      IHK       Versicherungs-         Vertiefung praktischer Kenntnisse durch theoreti-
für Versicherungen              bindungs-                             kaufmann und 2 Jah-    sche, vertriebsorientierte Detailkenntnisse auf wirt-
und Finanzen                    stellen des BWV                       re Versicherungspra-   schaftlichem, rechtlichem und versicherungsrechtli-
(ab 1.1.2009)                                                         xis zum Prüfungs-      chem Gebiet
                                                                      zeitpunkt              Aufstiegsfortbildung mit IHK-Prüfung
Versicherungsbe-       2        Abend-/ Samstags-           DVA       Versicherungs-         Erweiterung und Vertiefung wirtschaftswissen-
triebs-                         studium mit ergänzenden               fachwirt mit Mindest-  schaftlicher und versicherungsspezifischer Kennt-
wirt/ Betriebswirtin            Vollzeitseminaren                     durch-                 nisse und Förderung der beruflichen Handlungs-
(DVA)                                                                 schnittsnote           kompetenz für den Aufstieg in leitende Fach- und
                                                                      3,5                    Führungspositionen; Studium an einer privaten
                                                                                             Hochschule
Diplom-Betriebswirt    3,5      Studium                     FH Köln   Fachhochschulreife     Vorlesungen, Übungen, Seminare zu den verschie-
                                                                      und                    denen Versicherungszweigen, zur Rückversiche-
                                                                      -eine abgeschlosse- rung, zum Bausparwesen, zum Versicherungsrecht,
                                                                      ne kfm. Berufsausbil- zur Allgemeinen Versicherungslehre, zur Volkswirt-
                                                                      dung                   schafts- und Betriebswirtschaftslehre, zum Rech-
                                                                      oder                   nungswesen, zur Mathematik sowie zu den Funkti-
                                                                      -ein einjährig gelenk- onsbereichen der Versicherungsingenieurwesen für
                                                                      tes Praktikum          Dipl.-Ing. Mit Abschluss Dipl.-Wirtschafts.-Ing.
                                                                                             (öffentliche Hochschule)
Fachberater/-in für    1        Abend-/ Samstags-           IHK       - Abschluss als        Grundlagen der Volks- und Betriebswirtschaftslehre
Finanzdienstleistun-            lehrgang                              Bankkfm/-kfr., Kauf- - Recht und Steuern - Versicherungsprodukte für
gen (IHK)                                                             mann/-frau in der      private Haushalte - Bankprodukte für private Haus-
                                                                      Grundstücks- und       halte - Bausparen und Immobilien - Kundenbera-
                                                                      Wohnungswirtschaft tung und Arbeitsorganisation
                                                                      oder
                                                                      Versicherungskfm/-
                                                                      kfr. und eine mind. 6-
                                                                      monatl. berufliche
                                                                      Praxis oder
                                                                      - Abschluss in einem
                                                                      sonst. kaufm. oder
                                                                      verwaltenden Ausbil-
                                                                      dungsberuf und eine
                                                                      mind. 12-monatl. be-
                                                                      rufliche Praxis
                                                                      - Abschluss in einem
                                                                      sonst. anerkannten
                                                                      Ausbildungsberuf
                                                                      und eine mind. 18-
                                                                      monatl. berufliche
                                                                      Praxis oder
                                                                      - eine mind. 2-jährige
                                                                      berufliche Praxis

Selbstverständlich haben Sie als Mitarbeiter der Versicherungswirtschaft oder sonstiger Interessent Ihr Leben lang die Mög-
lichkeit, an sämtlichen Kursen der Bildungsinstitute des BWV teilzunehmen und so Ihren Wissensstand stets zu erweitern.



                                                                                                                                                     36
VERSICHERUNGSFACHMANN/                Gute Zukunftsaussichten               schaften vor Ort. Die zumeist
-FACHFRAU IHK                         Nach erfolgreicher Abschlussprü-      engmaschigen Filialnetze der
                                      fung stehen Ihnen weitere Qualifi-    über    400      Versicherungs-
Experten, die sich ausweisen          zierungsmöglichkeiten in der Ver-     unternehmen garantieren einen
können                                sicherungswirtschaft offen.           Ausbildungsplatz in Ihrer Nähe.

Gute Voraussetzungen                                                        Gute Zukunftsaussichten
Sie sind kontaktfreudig und rede-     KAUFMANN / KAUFFRAU FÜR               Nach erfolgreicher Abschluss-
gewandt, besitzen Einfühlungs-        VERSICHERUNGEN UND                    prüfung können Sie sich in be-
vermögen und Sie sind bereit, ei-     FINANZEN                              rufsbegleitenden Studiengängen
genverantwortlich zu arbeiten.                                              zum/zur „Fachwirt / Fachwirtin
                                      Ein fortschrittlicher Klassiker       für Versicherungen und Finan-
Art der Ausbildung                                                          zen" und darauf aufbauend
Betriebliche Schulung mit beauf-      Gute Voraussetzungen                  zum/zur Versicherungsbetriebs-
sichtigter praktischer Einarbei-      Kontaktfreude, Einfühlungsvermö-      wirt/-betriebswirtin“ (DVA)“ quali-
tung.                                 gen, Organisationstalent, Freude      fizieren.
                                      am selbständigen Handeln.
Dauer
Die Ausbildung dauert ein Jahr.       Art der Ausbildung                    KAUFMANN / KAUFFRAU FÜR
                                      Theoretische Fachkenntnisse, die      VERSICHERUNGEN UND FI-
Anerkannter Abschluss                 Sie in der Berufsschule erwerben,     NANZEN (Externe)
Die Prüfung findet vor der örtlich    ergänzen die praxisorientierten
zuständigen Industrie- und Han-       Ausbildungsinhalte, die Ihnen im      Anerkannter Berufsabschluss
delskammer statt. Nach bestan-        Versicherungsbetrieb     vermittelt   für Seiteneinsteiger
dener Prüfung erhalten Sie eine       werden.
Urkunde und einen Qualifikations-                                           Vorbedingungen
ausweis, damit Sie sich Kunden        Dauer                                 Hauptschul- bzw. gleichwertiger
gegenüber als gelernte/r Versi-       Die Ausbildung dauert je nach         Schulabschluss, bei Lehrgangs-
cherungsfachmann/         -fachfrau   Schulabschluss zwei bis drei Jah-     beginn:
IHK ausweisen können.                 re.
Die Qualifikation ist in der Versi-                                         •    mindestens 21 Jahre
cherungswirtschaft anerkannt.         Anerkannter Abschluss                 •    mindestens 6 Jahre Berufs-
                                      Ihre Prüfung legen Sie vor einer           erfahrung in einem Versiche-
Ausbildungsvergütung                  Industrie- und Handelskammer ab.           rungsunternehmen
Bereits bei Beginn Ihrer Ausbil-                                                (zum Prüfungszeitpunkt)
dung erhalten Sie neben einem         Ausbildungsvergütung
Grundgehalt leistungsorientierte      Die Ausbildungsvergütungen, die       Art der Ausbildung
Zusatzvergütung.                      Versicherungskaufleute erhalten,      Externe Lehrgänge bei den Insti-
                                      gehören schon seit Jahren zur         tuten des BWV, in denen wir Sie
Wo?                                   Spitzengruppe. (Und auch das          gezielt auf Ihre Abschlussprü-
Die Ausbildung kann in einem          Gehalt nach Ihrer Ausbildung          fung vor einer Industrie- und
Versicherungsunternehmen nach         kann sich sehen lassen).              Handelskammer vorbereiten
einem einheitlichen Ausbildungs-
programm stattfinden.                 Inhalte                               Dauer
Darüber hinaus besteht die Mög-       Sie lernen ein Versicherungsun-       Die Vorbereitungszeit beträgt in
lichkeit der Ausbildung durch ex-     ternehmen von Grund auf kennen,       der Regel zwei Jahre. Die Lehr-
terne Dienstleister.                  um zu verstehen, wie es „funktio-     gänge umfassen ca. 400 Unter-
                                      niert“.                               richtsstunden.
Inhalte
Sie lernen, den Privatkunden zu       Schwerpunktthemen:                    Anerkannter Abschluss
informieren, seinen persönlichen      • kaufmännisches Denken und           Ihre Prüfung legen Sie vor einer
Sicherheitsbedarf zu ermitteln, in-      Handeln                            Industrie- und Handelskammer
dividuelle Angebote für Lebens-,      • Versicherungs- und Finanz-          ab. Ein anerkannter Berufsab-
Unfall-, Kranken- und Sachver-           produkte                           schluss ist immer etwas wert -
sicherung zu erstellen, den Kun-      • Kundenberatung und Verkauf          heute vielleicht mehr denn je.
den zu begleiten und zu beraten.      • Bestandskundenmanagement
                                      • div.Wahlmodule im Bereich           Kosten
Ihr erster Schritt                       Versicherung oder Finanz-          Die Gesamtkosten betragen der-
Wenden Sie sich mit der Bitte um         beratung                           zeit ca. 1050,00 €. Da die Lehr-
nähere Informationen entweder di-                                           gänge nach den Bestimmungen
rekt an die Versicherungsgesell-      Ihr erster Schritt                    des Arbeitsförderungsgesetzes
schaften oder an die zuständige       Wenden Sie sich am besten di-         förderungswürdig sind, empfeh-
IHK.                                  rekt an Versicherungsgesell-          len wir ein Gespräch mit der örtli-
                                                                            chen Bundesagentur für Arbeit.

                                                                                                           37
Ort                                   einem Versicherungsunterneh-            Ihr erster Schritt
Diese Lehrgänge der Institute des     men. (Jeweils zum Zeitpunkt der         Lassen Sie sich die Info-
Berufsbildungswerks der Deutschen     Prüfung.)                               Broschüre „Fachwirt/Fachwirtin
Versicherungswirtschaft können Sie                                            für Versicherungen und Finan-
derzeit besuchen in:                  Art der Fortbildung                     zen“ zusenden vom:
Augsburg, Dortmund, Frankfurt/Main,   Berufsbegleitendes Kollegstudi-
Göttingen, Hamburg, Hannover,         um mit ca. 500 Unterrichtsstun-         Berufsbildungswerk der Deut-
Köln, München, Münster, Nürnberg,     den. Über den Gabler-Verlag ist         schen Versicherungswirtschaft
Oldenburg, Wiesbaden.                 auch ein Fernstudium möglich.           Arabellastr. 29
                                                                              81925 München
Inhalte                               Dauer
                                      2 Jahre
•   kaufmännisches Denken und                                                 VERSICHERUNGSBETRIEBS-
    Handeln                           Anerkannter Abschluss                   WIRT/
•   Versicherungs- und Finanz-        Die Prüfung findet vor einer In-        -BETRIEBSWIRTIN (DVA)
    produkte                          dustrie- und Handelskammer
•   Kundenberatung und Ver-           statt.                                  Wissenschaftlich kompetente
    kauf                                                                      Praktiker, die zur Führungs-
•   Bestandskundenmanagement          Kosten                                  position streben
•   div.Wahlmodule im Bereich         Die Gesamtkosten betragen zwi-
    Versicherung oder Finanz-         schen ca. 2.000 €.                      Vorbedingungen
    beratung                                                                  Sie sind Versicherungsprofi. Ihr
                                      Unser Tipp: Sprechen Sie die            Studium "Fachwirt/Fachwirtin für
Ihr erster Schritt                    Bundesagentur für Arbeit an,            Versicherungen und Finanzen"
Lassen Sie sich die Info-Broschüre    oder                                    haben Sie mit einer Gesamtnote
„Kaufmann / Kauffrau für Versiche-    Ihren Arbeitgeber , ob diese die        von mindesten 3,5 abgeschlos-
rungen und Finanzen" (Externe)“ zu-   Studienkosten ganz oder teilwei-        sen.
senden vom:                           se übernehmen.
                                                                              Art der Fortbildung
Berufsbildungswerk der Deutschen      Ort                                     Ein DVA-Studium schließt inhalt-
Versicherungswirtschaft               In einem der derzeit                    lich an die Fortbildung zum/zur
Arabellastr. 29                       38 Institute des Berufsbildungs-        Fachwirt/Fachwirtin für Versiche-
81925 München                         werks der Deutschen Versiche-           rungen und Finanzen an. Es ist
                                      rungswirtschaft (BWV), die das          wirtschafts- und sozialwissen-
Gute Zukunftsaussichten               Studium durchführen.                    schaftlich orientiert - mit spezifi-
Nach erfolgreicher Abschlussprü-                                              scher Ausrichtung auf die Zu-
fung können Sie sich in berufs-       Inhalte                                 sammenhänge der Versiche-
begleitenden       Studiengängen                                              rungswirtschaft.
zum/zur „Fachwirt / Fachwirtin für    •   Steuerung und Führung im
Versicherungen und Finanzen“              Unternehmen                         Während Ihres Studiums wer-
und darauf aufbauend zum/zur          •   Marketing und Vertrieb von          den Sie sich mit den ökonomi-
Versicherungsbetriebswirt/ -wirtin        Versicherungs- und Finanz-          schen und versicherungsspezifi-
(DVA)“ qualifizieren.                     produkten                           schen Lerninhalten kritisch aus-
                                      •   Personalführung                     einandersetzen, wissenschaftli-
                                      •   Produktmanagement (Wahlbe-          ches Analysenvermögen erwer-
FACHWIRT / FACHWIRTIN                     reich)                              ben, Ihre Sozial- und Methoden-
FÜR VERSICHERUNGEN UND                •   Vertriebs-, Risiko-, Schaden-       kompetenz verbessern.
FINANZEN                                  und       Leistungsmanagement
                                          (Wahlbereich)                       Anmerkung:
Qualifizierungsperspektive für        •   schriftlicher Teil der Ausbilder-   • Wir empfehlen die Bildung
Insider                                   eignungsprüfung                     von Arbeitsgemeinschaften zur
                                                                              Förderung der Teamfähigkeit.
                                      Die Lernziele und -inhalte des
                                      Studiums werden ständig aktua-          Träger
Vorbedingungen                        lisiert, weil beispielsweise die        Deutsche Versicherungsakade-
                                      Produktpalette stetig anwächst.         mie
Für Versicherungskaufleute:           Zudem wird seit 1992 den Inte-
zwei Jahre Berufspraxis nach der      ressen der Mitarbeiterinnen und         Dauer
Ausbildung.                           Mitarbeiter des Außendienstes           600 Unterrichts-
                                      vermehrt Rechnung getragen,             stunden verteilt auf vier Semes-
Für Nicht-                            denn die stärkere Kundenorien-          ter (Halbjahre). Jedes Semester
Versicherungskaufleute: sechs         tierung wirkt sich auf die Ar-          schließt mit einer Seminarwoche
                                      beitsabläufe in Direktionen und         ab.
Jahre hauptamtliche Tätigkeit in
                                      Geschäftsstellen aus.

                                                                                                              38
Anerkannter Abschluss               - oder eine mit Erfolg abgelegte
Die Prüfung erfolgt vor einem       Abschlussprüfung       in einem
Prüfungsausschuss der Deut-         sonstigen anerkannten Ausbil-
schen Versicherungsakademie.        dungsberuf und eine mindestens
                                    achtzehnmonatige
Kosten                              berufliche Praxis
Die Studien- und Prüfungsge-        - oder eine mindestens zweijäh-
bühren betragen 2050 €.             rige berufliche Praxis

Unser Tipp:                         Art der Ausbildung
Sprechen Sie die Bundesagen-        Lehrgang
tur für Arbeit und/oder Ihren Ar-
beitgeber an, ob diese die Stu-     Dauer
dienkosten ganz oder teilweise      12 Monate
übernehmen.
                                    Kosten
Wo?                                 ca. 1.500 Euro
Hamburg, Dortmund, Köln,
Stuttgart, München                  Anerkannter Abschluss
                                    Die Prüfung findet vor einer In-
Prüfungsfächer                      dustrie- und Handelskammer statt.

•   Betriebswirtschaftslehre        Wo?
•   Volkswirtschaftslehre           IHK Ostwestfalen zu Bielefeld
•   Recht
•   Unternehmensführung und         Inhalte
    Personalwirtschaft              Grundlagen der Volks- und Be-
•   Versicherungsbetriebslehre      triebswirtschaftslehre - Recht
                                    und Steuern - Versicherungs-
•   Versicherungsprodukte und
                                    produkte für private Haushalte -
    ergänzende Finanz-
                                    Bankprodukte für private Haus-
    dienstleistungen
                                    halte - Bausparen und Immobi-
                                    lien - Kundenberatung und Ar-
Ihr erster Schritt
                                    beitsorganisation.
Lassen Sie sich die Broschüre
                                    Die Inhalte entsprechen dem
„Wegweiser durch das Studium
                                    Grundlagenteil der Weiterbil-
zum „Versicherungsbetriebswirt/
                                    dung zum/zur Fachberater/-in für
-betriebswirtin (DVA)“ zuschi-
                                    Finanzdienstleistungen.
cken. Schreiben Sie an:
                                    Ihr erster Schritt
Deutsche Versicherungsakade-
mie                                 Wenden Sie sich mit der Bitte um
Arabellastr. 29                     nähere Informationen entweder di-
81925 München                       rekt an die zuständige IHK / IHK
                                    Bielefeld.

FACHBERATER/-IN FÜR                 Gute Zukunftsaussichten
                                    Finanzdienstleister haben die
FINANZDIENSTLEISTUNGEN
                                    Aufgabe, diese Privatkunden bei
                                    der Vermittlung von Versicherun-
Vorbedingungen                      gen, Immobilienfonds, Geld- und
- eine mit Erfolg abgelegte Ab-     Kapitalanlagen gewissenhaft zu
schlussprüfung als Bankkauf-        beraten. Gut ausgebildete Fach-
mann/-frau, Kaufmann/-frau in       leute, die eine seriöse und neut-
der Grundstücks- und Woh-           rale Beratung vornehmen kön-
nungswirtschaft oder Versiche-      nen, sind daher gesuchte Spe-
rungskaufmann/-frau und eine        zialisten. Mit dem IHK-Abschluss
mindestens sechsmonatige be-        in der Tasche gewinnen Sie bei
rufliche Praxis                     Ihren Kunden an Glaubwürdigkeit
- oder eine mit Erfolg abgelegte    und Vertrauen.
Abschlussprüfung      in  einem
sonstigen kaufmännischen oder
verwaltenden Ausbildungsberuf
und eine mindestens zwölfmo-
natige berufliche Praxis


                                                                        39
12. Anhang
12.1. Beispiel Freistellungs- und Regressverzichtserklärung der Gesellschaft gegen-
über hauptberuflichen Ausschließlichkeitsvertretern

1. Wir stellen Sie von der Haftung gegenüber Dritten frei bzw. verzichten bei eigener Inan-
   spruchnahme Ihnen gegenüber auf einen Regress, wenn folgende Voraussetzungen vor-
   liegen:

  a)   Sie haben als unser hauptberuflicher Versicherungsvertreter eine Pflichtverletzung
       begangen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Ihrer Vermittlung von
       -   Versicherungsprodukten unseres Versicherungsunternehmens
       -   Anderen Produkten, die Gegenstand Ihres Vermittlungsauftrages sind (z. B. Bau-
           sparverträge) steht.
       -   Hiervon wird auch die Vermittlung von Versicherungen unserer ausländischen
           Vertretungen umfasst. Nicht erfasst werden dagegen z. B. die Vermittlung von
           Versicherungen im Rahmen des Ventilgeschäfts an Versicherungsgesellschaften,
           die nicht zu unserer Versicherungsgruppe gehören oder Ihre sonstigen Tätigkei-
           ten.
  b)   Die Pflichtverletzung wurde von Ihnen selbst oder von einem Ihrer Angestellten be-
       gangen. Nicht erfasst sind Handlungen Ihrer selbständigen (Unter-) Vermittler.
  c)   Die Pflichtverletzung wurde fahrlässig begangen. Nicht erfasst wird vorsätzliches
       Handeln.

2. Die xxx Bank/Sparkasse stellt Sie von Schadensersatzansprüchen Dritter frei bzw. ver-
   zichtet im Falle ihrer Inanspruchnahme Ihnen gegenüber auf einen Regress, wenn folgen-
   de Voraussetzungen vorliegen:

  a)   Sie haben in Ausübung Ihrer Tätigkeit bei der xxx Bank/Sparkasse eine Pflichtverlet-
       zung begangen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Ihrer Vermittlung von
       Bank/Sparkassen- und Anlageproduktenprodukten steht.
  b)   Die betroffenen Bank/Sparkassen- und Anlageproduktenprodukten sind Gegenstand
       Ihres Vermittlungsauftrages.
  c)   Die Pflichtverletzung wurde von Ihnen selbst oder von einem Ihrer Angestellten be-
       gangen. Nicht erfasst sind Handlungen Ihrer selbständigen (Unter-) Vermittler.
  d)   Die Pflichtverletzung wurde fahrlässig begangen. Nicht erfasst wird vorsätzliches
       Handeln.

3. Auch nach Beendigung des hauptberuflichen Versicherungsvertrags gelten obige Erklä-
   rungen, sofern die fahrlässige Pflichtverletzung noch während der Laufzeit des Vertrages
   erfolgte.

4. Diese Erklärungen geltend rückwirkend mit Inkrafttreten des jeweiligen Versicherungsver-
   trags und könne mit Wirkung für die Zukunft jederzeit mit einer Frist von sechs Monaten
   widerrufen werden.


                                                                                        40
12.2. Rentabilitätsvorschau

Beispiel A (ohne Büro und Mitarbeiter)

Die Beispielrechnung soll Ihnen eine Übersicht hinsichtlich der zu erwartenden Einnahmen und
Kosten Ihres neu zu gründenden Unternehmens geben. Sie ermöglicht Ihnen auch, die erzielba-
ren Gewinne mit Ihren bisherigen Einnahmen zu vergleichen.

Einnahmen:

Übertragener Bestand                                  Folgeprovision

Sach/Haftpflicht/Unfall       100.000,00 €                   11%     11.000,00 €
KFZ                            75.000,00 €                    8%      6.000,00 €
Sonstige                       12.500,00 €                   10%      1.250,00 €

Eigene Produktionserwartung                           Abschlussprovision

Sach/Haftpflicht/Unfall        20.000,00 €                    40%      8.000,00 €
Leben                         250.000,00 €                   30‰       7.500,00 €
Kranken                         1.875,00 €                    40%        750,00 €
Finanzdienstleistungen          1.250,00 €                    40%        500,00 €
Sonstige                                                       %

Gesamtprovision                                                      35.000,00 €

Besondere Vergütungen
Nicht als gesicherte Einnahme zu betrachten!
Wettbewerbsvergütungen/Boni/Sonderprovisionen                   €
Bürokostenzuschüsse (Personal, EDV, etc)                        €
Provisionsgarantien                                             €

Summe der besonderen Vergütungen                                €

Einnahmen insgesamt                                                  35.000,00 €




                                                                                         41
Ausgaben:
Personalkosten                                                                                             - €
Büromiete                                                                                                  - €
Strom, Wasser, Reinigung                                                                                500,00 €
Telefon                                                                                               1.200,00 €
Porto                                                                                                   300,00 €
Werbung                                                                                                 500,00 €
Bürobedarf                                                                                            1.000,00 €
Verbandsbeiträge *Beitrag für Existenzgründer in den ersten zwei Jahren                                 180,00 €
IHK *unter bestimmten Voraussetzungen sind Sie in den ersten zwei Jahren der Existenzgründung            55,00 €
beitragsfrei gestellt
Steuerberater                                                                                           400,00 €
EDV-Agentursystem                                                                                     1.200,00 €
Betriebsversicherung                                                                                    125,00 €
Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung                                                                500,00 €
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft                                                                        150,00 €
Kfz-Kosten                                                                                            6.500,00 €
Finanzierung oder Ansparung                                                                           1.000,00 €
Gewerbesteuer (ab 24.500 Euro Gewinn)                                                                      - €
Sonstiges (Kontoführung, Weiterbildung, etc.)                                                           300,00 €
Ausgaben insgesamt                                                                                   13.910,00 €
Vorläufiges Betriebsergebnis                                                                         21.090,00 €

Vergleich der Einkünfte:
Vorläufiges Betriebsergebnis                                                                         21.090,00 €
Abzüglich:
Einkommenssteuer (alleinstehend)                                                                      1.755,00 €
Solidaritätszuschlag                                                                                     97,00 €
Kirchensteuer                                                                                           158,00 €
Altersversorgung                                                                                      4.800,00 €
Krankenversicherung                                                                                   2.400,00 €

Summe der Positionen                                                                                  9.210,00 €
Ergebnis der selbständigen Tätigkeit                                                                 11.880,00 €
Hiervon sind alle Lebenshaltungskosten inklusiv privater Mieten oder Darlehensraten zu tragen.

Im Vergleich hierzu:
Bisheriges Nettoeinkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit                                       €
Bitte prüfen Sie, ob durch Ihren bisherigen Arbeitgeber neben dem Barlohn weitere Leistungen erbracht worden
sind. Diese könnten zum Beispiel Dienstwagen, Spesen, betriebliche Versicherungen oder Versorgungen sein.
Die sonstigen Leistungen müssen zum bisherigen Einkommen addiert werden.

Sonstige Leistungen                                                                              €
Steigerung/Minderung des Einkommens                                                              €
                                                                                                                   42
Beispiel B (Büro und Halbtagskraft)

Die Beispielrechnung soll Ihnen eine Übersicht hinsichtlich der zu erwartenden Einnahmen und
Kosten Ihres neu zu gründenden Unternehmens geben. Sie ermöglicht Ihnen auch, die erzielba-
ren Gewinne mit Ihren bisherigen Einnahmen zu vergleichen.

Einnahmen:

Übertragener Bestand                                     Folgeprovision

Sach/Haftpflicht/Unfall                   150.000,00 €         11%     16.500,00 €
KFZ                                       125.000,00 €          8%     10.000,00 €
Sonstige                                   25.000,00 €         10%      2.500,00 €

Eigene Produktionserwartung                              Abschlussprovision

Sach/Haftpflicht/Unfall                    40.000,00 €         40%     16.000,00 €
Leben                                     500.000,00 €        30‰      15.000,00 €
Kranken                                     6.000,00 €         40%      2.400,00 €
Finanzdienstleistungen                      5.000,00 €         40%      2.000,00 €
Sonstige                                    9.000,00 €          10%       900,00 €

Gesamtprovision                                                        65.300,00 €

Besondere Vergütungen
Nicht als gesicherte Einnahme zu betrachten!
Wettbewerbsvergütungen/Boni/Sonderprovisionen                     €
Bürokostenzuschüsse (Personal, EDV, etc)                          €
Provisionsgarantien                                               €

Summe der besonderen Vergütungen                                  €

Einnahmen insgesamt                                                   65.300,00 €




                                                                                         43
Ausgaben:
Personalkosten                                                                                       15.000,00 €
Büromiete                                                                                             6.000,00 €
Büronebenkosten                                                                                       2.500,00 €
Telefon                                                                                               1.500,00 €
Porto                                                                                                   500,00 €
Werbung                                                                                               1.250,00 €
Bürobedarf                                                                                            2.500,00 €
Verbandsbeiträge *Beitrag für Existenzgründer in den ersten zwei Jahren                                 180,00 €
IHK *unter bestimmten Voraussetzungen sind Sie in den ersten zwei Jahren der Existenzgründung            55,00 €
beitragsfrei gestellt
Steuerberater                                                                                           750,00 €
EDV-Agentursystem                                                                                     2.000,00 €
Betriebsversicherung                                                                                    250,00 €
Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung                                                                500,00 €
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft                                                                        150,00 €
Kfz-Kosten                                                                                            7.500,00 €
Finanzierung oder Ansparung                                                                           3.000,00 €
Gewerbesteuer (ab 24.500 Euro Gewinn)                                                                      - €
Sonstiges (Kontoführung, Weiterbildung, etc.)                                                           500,00 €
Ausgaben insgesamt                                                                                   44.135,00 €
Vorläufiges Betriebsergebnis                                                                         21.165,00 €

Vergleich der Einkünfte:
Vorläufiges Betriebsergebnis                                                                         21.165,00 €
Abzüglich:
Einkommenssteuer (alleinstehend)                                                                      1.769,00 €
Solidaritätszuschlag                                                                                     97,00 €
Kirchensteuer                                                                                           159,00 €
Altersversorgung                                                                                      6.000,00 €
Krankenversicherung                                                                                   4.000,00 €

Summe der Positionen                                                                                 12.025,00 €
Ergebnis der selbständigen Tätigkeit                                                                  9.140,00 €
Hiervon sind alle Lebenshaltungskosten inklusiv privater Mieten oder Darlehensraten zu tragen.

Im Vergleich hierzu:
Bisheriges Nettoeinkommen aus nichtselbständiger Tätigkeit                                       €
Bitte prüfen Sie, ob durch Ihren bisherigen Arbeitgeber neben dem Barlohn weitere Leistungen erbracht worden
sind. Diese könnten zum Beispiel Dienstwagen, Spesen, betriebliche Versicherungen oder Versorgungen sein.
Die sonstigen Leistungen müssen zum bisherigen Einkommen addiert werden.

Sonstige Leistungen                                                                              €
Steigerung/Minderung des Einkommens                                                              €
                                                                                                                   44

				
DOCUMENT INFO